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id6.)f
SATmEN UND PASQUILLE
isn'^
SATIREN UND PASQUILLE
AUS DER
REFORMATIONSZEIT
HERAUSGEGEBEN
VON
OSKAR SCHADE
ERSTER BAND
zwbitb: a.xjso-^bb:
HANNOVER
CARL RUMPLE R.
1863.
M^s ist el>eii so lehrreich und interessant wie durch
TateTUküdiscIies Gefiihl gebotene Pflicht, die Anfänge des
großen Cultarprocesses , in dem wir augenblicklich noch
stehen, zu dessen Vollziehung, als zur endlichen nationalen
Gestaltiing eines nach innen und außen freien Deutschlands,
wir neuerdings wieder bedeutende Anstrengungen gemacht
haben, es ist Pflicht, die großen Anfänge dieses Processes,
die man mit dem Namen Reformation zu bezeichnen pflegt,
nach allen Seiten ihrer Erscheinung zu betrachten und zu
beleuchten. Die lange vorbereiteten und wo sie früher ein-
zeln aufgetreten waren rasch durch die brutalste Gewalt
unterdrückten Ideen brachen endlich gegen Ausgang des
z^^nreiten Decenniums des sechszehnten Jahrhunderts mit sol-
cher Entschiedenheit hervor, imter solch kolossaler Beteili-
gung der 'Massen und so unerschrockenen großen Führern,
daß ein halbes Menschenalter später ihr Sieg bereits ent-
scliieden, wenn auch noch nicht allseitig gesichert war. Ge-
rade diese energische Beteiligung der Massen war entschei-
dend: ohne ihre Ausdauer wären die Führer erlegen, der
Rachsncht ihrer Oegner zum Opfer gefallen und unsere
Xation um die Glorie der schönsten That betrogen gewesen.
Was nun die Massen damals alles bewegte, wie man sie für
und wider anspornte, wie sie über das Ganze der Bewegung,
über einzelne Erscheinungen, Ereignisse und Persönlichkeiten
dachten, ihre religiösen, nationalen und socialen Wünsche
in all ihrer Mannigfaltigkeit, — darüber erhalten wir die
beste Auskunft in den zahllosen Flugschriften, die damals
wie eine Flui übers Land fuhren. Sie kennzeichnen sich fast
alle (sofern sie nicht bloße Zeitungen sind) durch ein scharfes
VI
satiiusches Element, beispiellosen Freimut, mitunter durch
große Derbheit und Leidenschafdiehkeit : denn wo eben die
Massen frei eintreten und Massen in so sinnlicher Kraft wie
unsere Vorfahren damaliger Zeit, da kann von einem Über-
wiegen umsichtiger leidenschaftloser Ruhe keine Rede mehr
sein. Diese Flugschriften behandeln die Zeit&agen in volks-
tümlicher, allgemein verständlicher Sprache, mit derbem^
Witze, kurz und bündig auf wenigen Blättern, höchstens
wenigen Bogen, in Prosa und in Versen, als Lieder, Sprüche,
in dialogischer oder dramatisierender Form mit interessanten
redenden oder handelnden Personen, bald roh, bald geschickt,
je nach dem Bildungstande und der XJbung des Verfaßers,
oft mit scharfem Blicke, gesundem Verstände und sittlichem
Ernste, in siegesgewisser Gesinnung ; fast alle sind dazu mit
Holzschnitten ausgeziert, die die redenden Personen dar-
stellen oder den Inhalt der Schrift veri^innlichen oder kar-
rikieren: — musten sie nicht reißenden Absatz und Verbrei-
tung finden, nicht von der aufgeregten Menge, die auf den
unausbleiblichen Schlag immer begieriger wurde, mit Heiß-
hunger verschlungen werden?*)
Es bilden also die Satiren und Schmähschriften die
ganze Reformationszeit hindurch einen eigenen breiten Zweig
der Literatur, der neben seiner praktischen, unmittelbar ins
Leben eingreifenden Bedeutung auch in literarischer und
sprachlicher Beziehung erkannt sein will«
Eine vollständige wolgeordnete Sammlung dieser Schrif-
ten wäre eine der wichtigsten und dankenswertesten Unter-
nehmungen, wenn sie überhaupt möglich wäre. Aber welcher
Einzelner wäre im Stande diesen Ungeheuern Ap^farat zu-
sammenzubringen, und hätte er ihn beisammen, zu bewältigen !
Es kostete mehr als ein Mensch an Zeit, Mühe und Aufwand
"*) Vgl. über Pafquille, Spottlieder und Schmähschriften aus der
ersten Hiilfte des sechszehnten Jahrhunderts. Von Johannes Voigt«
In Raumers historisch. Taschenbuche 9. Jahrg. 1838. S. 321—624. Die
Fingschriftenliteratur ist auch behandelt in dem so lehrreichen Buche
Dr. Karl Hagens Deutschlands literarische und religiöse Yorhältnisso
im Reformationszeitalter. 2. Band S. 176—219,
VII
daran zu setzen vermag. Und wer wollte diese Bibliothek
dann yerlegen, wer sie kaufen! Diese Flugschriften sind
ja nirgend beisammen^ über ganz Deutschland sind sie ver-
streut in privaten und öffentlichen Bibliotheken: in prote-
stantKBcfaen finden sich nicht die katholischen^ in katholischen
nicht die Schriften der protestantischen Gegner. Denn gleich
beim Erscheinen ist alles Oegnerische vertilgt und verbrannt,
wo es sich erhalten, später als gefährlich ausgemerzt worden.
Doch die gröste Masse dieser Literatur findet sich nicht
eiüinal mehr in Deutschland, sie ist von Engländern aufge-
kauft und nach London ins britische Museum gewandert
Wer könnte also eine vollständige Sammlung veranstalten!
Bei der Unmöglichkeit vollkommenes zu leisten muß
man sich begnügen unvollkommenes möglichst vollkommen
zu thun.
Ich habe es nun unternommen eine Sammlung der für
Geschichte des Staates und der Kirche, für Literatur und
Sprache interessantesten dieser Schriften herauszugeben aus
den Quellen and Hilfsmitteln die mir die hiesige großherzog-
liehe Bibliothek in Weimar und die benachbarten in Jena und
Gotha boten. Hiermit übergebe ich den ersten Band, dem
ein zweiter bald folgen wird. Die weitere Fortsetzung muß
Ton der Teilnahme des Publikums abhängig bleiben, das
einem so nützliehen Unternehmen seinen Beifall hoffentlich
nicht versagen wird.
Was meinen Plan hinsichtlich der Anordnung der ein-
seben Stücke anlangt, so schien mir eine streng chronolo-
gische Folge nicht rätlich, also so daß ich etwa in den ersten
Band die betreffenden Schriften aus den Jahren 1517 — 1520
gebracht hätte, in den zweiten die der nächsten Jahre u. s. f.
Ich hatte mir dadurch die Hände gebunden, denn die wäh-
rend der Arbeit zulaufenden Quellen, sofern sie eine frühere
bereits behandelte Zeit angiengen, hätten müßen unberüok-
üehtigt bleiben, wenn ich die einmal angenommene Ordnung
nicht doch hätte stören wollen. Das angemeßenste und nütz-
lichste schien mir, in dieser Hinsicht möglichst. frei zu ver-
fahren, ohne gerade ganz fremdes wild durch einander zu
werfen. Ich habe allgemeine Gruppeir gebildet, die bei ihrem j
I
VIII
ersten Auftreten ihren Gegenstand nicht erschöpfen wollen,
weil dieß ja unmöglich ist, zu denen Gruppen in späteren
Bänden Ergänzungen bringen werden. So gehen in diesem
vorliegenden ersten Bande die sieben ersten Stücke haupt-
sächlich auf kirchliche Zustände allgemeiner ein, die sechs
folgenden beziehen sich auf Herzog Heinrich von Braun-
schweig und sein Treiben, das nächste behandelt einen noch
späteren speciellen Vorfall aus Salzburg, das letzte endlich
ganz allgemein die sittlichen und gesellschaftlichen Zustände
um die Mitte des Jahrhunderts. So ist mehrfachem Interesse
vorgesehen und man hat den Vorteil in einem Bande ohne
Vereinzelung verschiedenes zu finden.
Was die Texte selber anlangt, so habe ich mich nicht
entschließen können die alten Drucke mit Haut imd Haar
kritiklos wieder zu geben. Die Schreibung muste geregelt,
durch strenge Interpunction der Satzbau bloßgelegt und das
Verständnis dadurch gefördert, es .muste in Sprache, Vers
und Reim die Absicht des Verfaßers aus der Verwilderung
heraus zur Geltung gebracht werden. -Wie schwierig das
alles gerade bei kleineren, leicht tmd zufällig entstandenen
Werken ist, wird jeder* wißen der darüber schon gedacht
und gearbeitet hat. Bei jedem einzelnen war die Art und
somit die Grundsätze der Herstellung eine andere. Man. durfte
keinem unterschieben was ihm fremd, nicht beßem was von
Haus aus schlecht war, nicht Consequenz einführen wollen
wo Inconsequenz im Sinne und der Weise des Verfaßers
herschte. Sehr selten bekezmen sich Stücke zu einem so
fest ausgeprägten metrischen Grundsatze wie Nro. XIH.,
bei dem daher dip Unebenheiten im Versbau, wie sie der
Druck gab, leicht und mit Sicherheit zu beßem waren. Ich
bin in dieser Hinsicht der äußersten Vorsicht mir bewust.
Daß auch die Schreibung in versclüedenen Stücken
mehrfach verschieden sein muste, liegt in der Natur der
Sache, namentlich unterschieden sich hier streng die in Nie-
derdeutsclJand entstandenen von den oberdeutschen, die beide
ihre bestimnken Gesetze nicht verläugnon. In wie weit mund-
artliche Formen ihr Standrecht behielten oder bloß von Setzern
eingeschmuggelt waren, muste untersucht, konnte jedoch
IX
freiUch nicht immer aufs reine gebracht werden. Unorga-
nische Häufung der Consonanten wurde beseitigt: die besten
Drucke kennen sie kaum und nur in seltenen Fällen. Aus
diesen muß überhaupt die Schreibung fUrs 16. Jahrhimdert
gelernt werden. Hinsichtlich des VocaUsmus verdienen u und
sein Umlaut u nähere Beachtung. In schweizerischen Texten
könnte man sie getrost nach dem dort geltenden Idiom in
no und üe auflösen, neben welchen Diphthongen sie auch
als kürzere Zeichen vorkommen. Zweifelhaft bleibt diese
ihre diphthongische Aussprache in Texten die aus anderen
oberdeutschen Gegenden stammen, wo uo entweder zu ue
oder schon zu ü geworden, ebenso üe zu ü: sie scheinen
öfters nur verwendet, weil man diese Typen in den Drucke-
reien aus früherer Zeit noch vorrätig hatte. Mit Ende * der
dreißiger und in den vierziger Jahren verlieren sie sich all-
malig. In niederdeutschen Drucken erscheinen sie nur ganz
ausnahmsweise. Ich habe sie in oberdeutschen Texten stehen
gelaßen zumal man gerade bei solchen unmittelbar aus dem
Volke hervorgegangenen und aufs Volk wieder berechneten
Stacken mehr mundartliche Formen finden kann als bei an-
deren. Es steht dann beides frei & und u entweder als uo
und üe oder ab ü und ü zu lesen. Häufig war auch wol
die Aussprache sehr schwankend. Für die andern Umlaute
brauchte man nur die Zeichen ä, ö und ü (in den alten
Drucken gewöhnlich durch i, 6 und u gegeben) ohne Schei-
dung organischer Länge und Kürze, die in dieser Zeit weder
bezeichnet zu werden pflegte noch überhaupt in ihrer ur-
sprunglichen Reinheit bestand. Rechten kann man darüber,
ob nicht gewisse Vocalverdoppelxmgen anzuwenden gewesen
wären, die sich fast durchgehends, obwol nicht in den aller-
besten Drucken finden, ich meine ee für e in eer, eere (honor),
leer, leere (doctrina), wo die niederdeutschen Drucke ehr,
ehre und lehr, lehre geben. Wer jedoch in (eum) von in (in)
scheiden kann, der wird auch er (honor) nicht mit er (is)
Terwecbseln. 3Ian kann überhaupt gut und gern verlangen,
isß einer im Lesen seine Gedanken beisammen hat. Die
Lesarten die in den Anmerkungen gegeben sind und deren
Auswahl durchaus nicht ohne Absicht ist, sollen teils ein Bild
X
der Drucke, auch ihrer Verwilderung geben^ teils die Schrei-
bung, indem sie auf Besonderheiten hinweisen, rechtfertigen.
Ich habe in den Anmerkungen zu jedem Stücke Erklä-
rungen gegeben. Daß das überhaupt nötig war, unterliegt
keinem Zweifel: nur das Wie kann in Frage kommen, ob
man sie nemlich auf gelehrte oder ungelehrte Leser berechnet.
Ich habe mich bei diesem Bande für das letztere entschieden
und zwar deshalb. Das Buch wird (wie sein Inhalt erkennen
läßt) von vielen benutzt werden, die nicht deutsche Philologen
von Fach sind, also weder das nötige Zeug zum klaren
sprachlichen Verständnis mitbringen, noch die Hilfsmittel
besitzen oder ihre Behandlung kennen, tun dieses Verständnis
sich leicht zu vermitteln. Es werden Geschichtsforscher und
Freunde, es werden Theologen über das Buch kommen: —
warum diesen nicht förderlich sein, warum imsere Wißen-
schaft wie eine Geheimlehre hüten? Deshalb habe ich einer
möglichst populären Erklärung den Vorzug gegeben obwol
wißend daß ich durch Aufstiefelung von Gelehrsamkeit (die
mir nicht schwer gefallen wäre) mehr Ruhm erlangt hätte.
Nun die Einführung auch der Laien in die oft recht schwie-
rige Sprache dieser Zeit geschehen ist, kann ich in späteren
Bänden den an der Gelehrsamkeit begangenen Fehler (wenn
es einer ist) um so sicherer gut machen.
Es wäre vermeßen gerade bei Schriften der Art wie die
vorliegenden, zu behaupten, alle und jede Schwierigkeit,
sprachliche und sachliche, lösen zu können: manches muß
imgelöst bleiben und wird erst später seine Erklärung finden.
Leider habe ich auch manche weitere Excurse über verschie-
dene in den Satiren berührte Gegenstände, zumal kulturhisto-
risches Inhalts, die für die Anmerkungen bestimmt waren,
einstweilen zurück legen müßen, damit der bestimmte Um-
fang des Buches nicht zu sehr vergrößert würde : sie werden
späteren Bänden an passender Stelle einverleibt werden. Auch
weitere historische Bemerkungen, wie z. B. über den hart
mitgenommenen Herzog Heinrich von Braunschweig, konnten
hier keine Aufnahme finden. Überdies lag es auch nicht im
Zwecke dieser Arbeit, die dargebotenen Schriften nach allen
Seiten hin eingehend zu beleuchten, was für den Historiker
XI
^eser Zeit von Fach schon große Schwierigkeiten haben
würde. Ich begnüge mich mit dem eigentlich philologischen
und literarischen Anteile: das übrige möchte ich nur als Zu-
wage betrachtet wißen.
Schließlich muß ich leider auf eine Reihe von Druck-
fehlern aufmerksam machen, die ich vorm Gebrauche des
Buches zu verbeßem bitte. Ich fiige zugleich mehrere kleine
Änderungen hie und da für den Text bei.
Seite 8 ZeUe 33 lies als für all. Z. 63 pfar for pfat.
S. 10 Z. 124 Hes hfir für h&t. S. 12 Z. 200 L armer für armen.
8. 15 Z. 76 1. keinem für keinen. Z. 79 wirt für würd.
8. 17 Z. 144 darin für darum. Z. 158 rüeft fiir rüefet.
Z. 173 lies in den kntten für in der k. 8.18 Z. 203 lies gSten
nnd Z. 204 gftter für guten und guter. 8. 19 in der ersten Zeile
des Textes lies Seiest für Seiet. Sw20 Z. 15 L Dann für Denn.
8.21 Z. 53 1. nüt für nit. 8. 22 Z. 100 fchftflin für schäf-
lein. 8. 23 Z. 131 1. gangen für gegangen. 8. 29 Z. 97 1.
than für thfin. 8. 31 Z. 164 1. söl für soll. 8. 33 Z. 245 lies
d&Q fi die k. Z. 251 1. gmeinen. 8. 39 Z. 36 Deutfchen.
S. 40 Z. 56 daß wir erlangen ewigs leben. Z. 64 1. uf für
an/. 8. 42 Z. 1451. manger fiir mancher. 8. 44 Z. 6 chriftn-
heit. 8. 50 Z. 67 wortn. 8. 51 Z. 122 stets. 8.52 Z. 157
ghorfam. 8. 54 Z. 9 üb er haut. 8. 55 Z. 23 ist nach ver-
achten ein Komma zu setzen. Z. 28 ir. 8. 56 Z. 69 Er hat.
Z. 77 mityerwanten. 8. 57 Z. 106 fürft. S. 58 Z. 134
Pox. Z. 140 kriegesman. Z. 145 drumb. 8. 60 Z. 179
oder wer ich bin. Z, 194 nim. 8. 64 Z. 308 teufelswürm.
8. 65 Z. 333 solt. 8. 66 Z. 363 gleuben. 8. 70 Z. 49
▼ ortrauwet. 8. 73 Z. 170 Darümb. Z. 172 vortranwen
8. 74 Z. 211 izunt. 8. 76 Z. 298 iderman. 8. 78 Z. 29
ime. S. 82 Z. 65 unfletign. Z. 82 gwachsen. Z. 86 one.
S. 84 Z. 170 Welchs. 8. 86 Z. 211 für aller. 8. 88 Z.
299 beBer außrichten. 8. 90. Z. 383 lies nie für nit. 8.93
Z. 502 fnrm. Z. 506 lieber sagn. 8.94 Z. 538. beßere wer in
wern. 8. 95 Z. 586 schelmischn. 8. 96 Z. 620 Nach dem
er eure. 8. 102 Z. 101 künstler. 8. 108 Z. 269 Yerzeuh.
Z. 286 Plutonl. 8. 109 Z. 292 zu fteter fart. 8. 113
Z, 77 tilge das Komma nach und. 8. 118 Z. 266 fetze nach hell
«n Komma. S. 119 Z. 301 Plutonis. 8. 120 Z. 343 lies in für
ir. S. 121 Z. 365 ander. Z. 386 möcht. 8. 122 Z. 420 ist
das ÜTooima nach Juliam vielleicht zu tilgen; f. dicAnm. 8. 123 Z. 448
xn
Phorbautis? S. 124 Z. 468 Amasis? S. 130 Z. 114 Bron^.
Z. 115 drengen. S. 132 Z. 203 Ues herligkeit für her-
tigkeit S. 133 Z. 219 glück. Z. 246 Aufs. S. 138 Z. 427
Ciniras. 8.142 Z. 585 sie. 8. 143 Z. 612 wol zeuht.
8. 155 Z. 26 auf genante zeit. 8. 156 Z. 48 lies frid für
frend. 8. 157 Z. 112 thcten mein fpotten. 8. 171 Z. 601
da man uns mit plagt. BeQere die Verszahlen 510 und 515 in
610 und 615.
Möge dieses Buch eine freundliche Aufnahme finden
und zur Erkenntnis jener großen bewegten Zeit, die der
Stolz unserer Nation ist, das seinige beitragen!
Weimar am 10. November 1855.
D« OSKAE SCHADE.
INHALT
Seite
I. Ein clag and bitt der dentfchen nation an den almech-
tigen got nmb erlosnng anB dem gefenknis des Antichrist 1
II. Der cnrtisan und pfründenfre^er 7
III. Ich kan nit tu neues erdenken, ich mnß der katzen
dfchellen anhenken 13
IV. Die götliche müle 19
Y. Ein fproch von dem bofen misbrauch in der heiligen
cbrUleuheit entftanden 27
VI. Von dem jabeljar. 38
Vn. Ein ie deam laudamos von baplt Paulo dem dritten ver-
dentfcht durch bSpftlicher heiligkeit gfuten freund Eras-
mos Albems 44
Vni. Ein getichte darin angezeigt wird wie from lierzog Hein-
rich von Braunfchweig und wie böfe die lutherifchcn
fern 48
DL l^n Inftag gefprftch der teufel und etlicher kriegsleute
von der flucht des großen Scharrhanfen herzogen Hein-
richs von Braunschweig 64
X. Bekentnis und clag herzog Heinrichs von Braunfchweig
des jungem 68
XI. Bruder Veits landsknechts im lager vor Wolfenbüttel treu-
liche wamung 77
XII. Warhafdge. contrafactnr herzog Heinrichs des jungem
von Braunfchweig und feiner gefellfchaft 80
Xm. Drei neue und luftige gefpreche, wie der woIf, fo etwan
doch nicht lang ein menfch Heinz Wolfenbüttel genant,
in abgmnd der hellen vordamt fei 99
XTV. Paaquillus vom lalzburgifchen baumgjait, gefchehen im
fiben und fünfzigsten jar umb Ruperti im herblt 145
XV. Ein gefprech des Herm mit S. Petro von der iotzigen
weit lauf und irem verkertem böfem wefen 154
Anmerkungen 177
EIN CLAG UND BITT DER DEUTSCHEN
NATION AN DEN ALMECHTIGEN
GOT UMB ERLOSUNG AUSZ
DEM GEFENKNIS DES
ANTICHRIST.
O ewiger vater durch dein gotlich almechikeit,
O gebenedeiter son des ewigen vaters Weisheit,
O heiliger geist, des vaters und sons lieb und gutikcit.
Drei person ein gotlich wesen, hilf und beschirme
die Christenheit!
O Jesu Christ, Bfarien der reinen junkfrauen son,
Erlös uns auß dem gefenknis des Antichrist zu Rom!
Der deine scheflein nit weidet, sunder bestrickt,
Mit seinen gesetzen und tyrannei die unterdHickt.
Dein gebot und schrift er ganz veracht
Und erhebet seine gesetze mit großer pracht.
Daß wir nit dorfen glauben hoffen und lieben dich,
Dringet uns zu seinem gedichte unchristKch,
Wil die heilige schrift ganz unterdrucken,
Deine scheflein also fhret zur hellischen brücken.
O herre, mit unsem sunden haben wirs verschult
Daß du sulch bürde über uns so lange hast gedult.
€(utiger herre, wach auf von deinem gotlichen zom!
Du bist ja umb unsemt willen mensch gebom.
Wir wißen und gleuben daß du nach hast die gewalt
Die uns von dem tyrannen kan erlosen halt.
Verhenge nicht lenger daß der Antchrist
1
2
Mitdeinem heiligen namen sein geiz und bosheit außricht.
Wil darzu ein herre der ganzen werlt sein:
Das du verachtet hast und die junger dein.
ft5 O ir Christen y weinet und vergießet blutige zem
Daß die heilige schrift ist undergedruckt mit gefem!
Denn der Antichrist und großer anliank
Die heilige gschrift han gestoßen under die bank,
Ire gesetze und heidenisch kunst hervor gezogen:
so Da mit sie laut und leute haben betrogen,
Daß vil menschen durch ire werk selig hoffen zu werden,
So doch aleine durch Christum mußen hie auf erden
Mit heiligen glauben hofihung und rechter liebe
Seligkeit erlangen, aber komen zun hellischen diebcn.
95 Tumcrei sein etwan von Christen reichlich gestift
Daß man da selbst lernet das volk die heilige schrift,
Auch daß die armen Christi versorget wurden und emert:
Nu wirt das von mußigen tumherm verzert
Das der Antichrist also verordenet hat
40 Und dreet Christo mit seinen namen ein stroem bart.
Oot hat eroffiiet durch Hieremiam am XXXVI capitel,
Wie er die prelaten wil strafen und außleschen ire titel
Die do verschmeen und verachten das gotlich wort:
Außgerott sollen sie werden, verfolget und ermort.
45 List man den propheten am selbigen capitel eigentlich,
Wirt man erkennen den gotlichen zom ernstlich.
Also ist es leider den prelaten in Grecia ergangen
Die do zu Eostnitz im concilio sich haben understanden,
Mit andern vil das gotlich wort underdruckt han:
50 Dar umb got über sie gesant hat vil heidenische man
Die Constantinopel und Greciam hau gewunnen,
Da selbst die Christen erschlagen und verkauft, sein
gar wenig entrunnen.
Des halben hat keiser Sigmond verloren den streit,
Dar zu all sein volk, auch kaum selb vierde entreit
55 Es sein auch zwei keisertumb, vier konigreich von
Christen komen,
XX lender, CC stete, unzelig volk von den Christen
genomen,
Als der redner der Venediger gar eben
Sixto dem vierdenzugeredtundza verstehen hat gegeben.
Welche der Türke nach dem concilio zu Kostnitz hat
gewunnen*
Nach wollen wir blint sein bei der hellen sunnen.
Za der zeit ist nit vorhanden gewest die drackerei:
Daromb ist die schrift seltsam gewest^ als ich schrei.
Den druck ans Deutschen got zugeschickt hat
Zu lernen die schrift und erkennen der Römer art
Welche die heilige schrift wollen nnderdrucken.
So wir nicht wem und flegeln ire rucken,
So wirt über uns komen der gotlich zom
Derganz Greciam umb sulch sache hat laßen werden ver-
Am achtzigsten psalm lis den konig David, [lom.
Der saget de selbst die warheit gar ernstlich.
Bepsdichen ablaB und stroem kolen *
Die darf vorwar niemants weit holen:
Denn mnbs gelts willen ist er erftinden,
Za betriegen lant und leut in allen stunden.
Der bapst vil heiligen mit prengen hat erhaben :
An Zweifel vil auß den seint in der helle begraben.
Bapst und bischof suchen nichts denn reichtumb und gewalt,
Schinden und martern von Christen das gelt manichfalt
Sie leben nicht nach der lere Pauli des zweifboten,
Predigen nit,fireßen und saufen, helfen niemant auß noten.
Auf schöne frauen, golt und gelt sie achtung han,
Laßen die schaf Christi ane weide irre gan.
Hit laden bannen blitzen und donnern si,
Martern und schinden auch die glidmaß crucifixi.
Sie dringen den ab ir gelt und gut
Und gagen die seien zur hellen glut.
0 we wir armen christenleute !
Wie übel geht man mit uns umb heute!
Vonrar die bischof in der heidenschaft
Beweisen den iren guts in aller craft.
Unser bischof wollen mit vil pferden reiten.
Mit fur8ten und herren kriegen und streiten,
Auf kosdichen bankpfoln trinken mancherlei wein,
1*
Aleine den namen han daß si chrifitlich bischof sein
»5 Und BUsten vil erger sein denn die braminen
Die zu Calikuck öffentlich dem teufel dienen.
Si füren mit al ir tat ein heidenisch wesen.
Ser wollen sie gefurcht sein und in gewalt schweben,
Nört wollen sie herschen und nicht predigen oder leren.
100 Die ermsten pfaffen mußen sie mit Steuer emeren.
O herre Jesu, laß dich erbarmen
Daß sie sich beweisen so tyrannisch gen den armen !
Gestehe in nicht mer under deinen namen sulch geberde !
Thu dein gnade und straf sie hie auf erden
105 Daß sie wider komen in den rechten stant
Do zu sie sanct Pauel verbunden hat mit munt und hant !
Ein gemein gericht ist auf erden:
Der Antchrist und sein Anliftng aal vertilget werden
Der under gedrucket hat die evangelisch warheit
110 Auf daß sein wille erfüllet wurde und geizigkeit.
Als sich anfieng der glaub des beiden Machomet,
Hat sich der bapst in tyrannei gen Christen erhebt.
Vorhin des bapst gebit über die Christen was unbekant.
Der keiser Focas und Heraclius taten den tyrannen
beistant.
115 Mit listen liegen triegen und tyrannisch art
Ist komen der romisch bischof zu der großen hoflTart
Und wil über alle bischof gebieten mit recht^
Mit eiden sie bestricken daß sie seint seine buttel und
knecht
Und mußen von im die bischofinentel keufen:
ISO Umb groß gelt er sie thut unchristlich schätzen«
Und auf daß ja niemants vom bapste habe ein bösen wan,
So muß man in nennen den aller heiligsten man^
Der zu Rom sant Peters successor wirt genant,
Wie wol sant Peter in der weise Rom ist unbekant:
m Denn sie können nimmer mer in der schrift beweren j
Daß sant Peter ie sei komen auf die römische erden.
Die bischof aber des schaden sich an dem volk erholen, i
Es sei erschunden geraubt oder gestolen^
Daran ist in nicht groß gelegen: i
iv> Des reichs Christi han sie sich ganz erwegen,
Alein daß sie leben in woUust nach irein gefallen,
Frunde reich machen, achten nit daß sie in die helle fallen.
Horent nn und merken alle Christen man,
Wie ein schentlich unchristlich leben die bischof han!
13.V Die nnder den namen Christi heilig und wirdig wollen
sein genant,
Ir leben und ihun ist erger denn der beiden schand.
Sie bulen freßen saufen brachten und trinken wein,
Qelt und golt einzunemen muß ire beste tat sein.
Do mit sie vil geldis und gut uberkumen
149 Zu suchen gotis ere und unser Seligkeit, werden sie
zu stummen.
Auß gotUcher vorsichtikeit es geschehen ist
Im aufgank und nidergank zu dieser fnst,
Im mittage an allen orten auch zu mittemacht.
Daß vor aller weit der bapst und bischof bosheit an
tag ist bracht.
143 Ist irgent ein reichs doster das apt oder eptin hat,
Die achten nicht wie es mit gotis dienst zu gat.
Yfie vil Personen sie haben in iren convent,
Ab ir schon nit vil ist, machen do von dein comment,
Aleine daß sie vil gutis und geldis erubem mugent:
159 Das achten sie vor die groste und geistlichste tugent.
Underdrucken und schinden ir arme leute,
Fragen nichts darnach, alein daß in werde außbeute
Die helle, auch ewik smerzen tmd pein,
Verzeigen sich gerne des himels schein.
1S5 Die selben Stiefeltern gen brudem und Schwestern erkant
Achten nicht daß man von in saget alle schand.
Wie sie die iren so hart halten in dem orden,
Mit beten fasten capiteln sotten sie sich ermorden.
So füren sie ein herlichs weMichs leben:
IM Des orden stant ist in ganz und gar nit eben,
Nor da0 sie herschen und nemen ein das gut.
Mach christlichem leben ist gar nicht ir mut.
Des gleichen die orden des bettelstabs
Heucheln schmeicheln imd liebereden dem bapst.
/
165 Daß sie durchs bapsts Privilegien bleiben frei imgestraft
Und ja nicht erkant werden under iren decklach.
Ja selten sie Christum nach eins nageln ans creuze.
So underdrucken sie die schrift und betriegen die leute :
Das ist ir andacht und heiligkeit
170 Gotis er zu suchen und der menschen heil, das wer in leit.
Also rieht sich iederman nach dem romischen Antichriat.
Bischof cardinal pfaff monich sein hofg^sinde ist.
Die sich alle mit dem Antichrist vereinet han
Daß sie betriegen und verfuren alle Christen man.
175 Der almechtig got wolle uns von dem erlösen.
Daß wir gutis thun und vermeiden das bosel
Darzu helf uns die evangelische warheit !
Es gebe uns sein gnade got vater undsonundheiliger geist !
• n.
DER CÜKTISAN UND PFBÜNDENFRESZER.
Der eniÜBaii und pfirfladenfreOer wttrde Ich billich
Hi« Wirt mdne bileberei bekam genant.
Dem banren und gemeinem man.
Ich rfief und schrei on abelan
Zoom adel nnd aller obexkeit
Besieh mtehl du findest guoten beseheit
Nemt war, ir framen Christen g&t,
' ""^ßie Chri«tu8 Jesus mit seim felftt
Am stam des creuz erlöset hot,
Durch sein leiden und bittem tot
» Für unser sünd genftg gethan:
Des teufeis list solt ir verstau.
Daß solche gfitthat würd vergeßen,
Vil menschen herzen hat er bseßen:
E4e habent uns gelemet bauen
Auf uns und unsem werken vertrauen^
Dfe golden got|^h^^^^^^e^, ,
Ir träum und menschen oicht geschwäzt
Von singen lesen und großem gschrei,
Von pfiEiffen und münchen mancherlei
Durch die wir selten selig werden«
Oleich ob Christus Jesus nie auf erden
Komen were und selbs geseit, \^ ^ ''J\^
Wie des menschen Seligkeit ^^^
Stund alein im glauben frei:
< Darauß fließ brudfid^ph lieb und treu ^
Und andere gAte frücht des glauben:
, W ,1' Darumb sein erben nieman berauben
Muste und sein gflt in kirchen geben
Damit er kern ins ewig leben,
«5 Und wolle da mit got vemugen •
Das er ^ewunnen mit liegen und betriegen
Und almusen z& geben hat vergeßen
\ D^lßv^ noch ist im leben gewesen
; Und Defeleh s^in sele münchen und pfaffen
S^^ 30 ^ i)ie got ini geben und geschaffen.
Es seint fiirwar>all große äffen:
^ , , . So wir doch haut nur einen got
\^-i^. .« . Mct vFiiK ZÄ dem all unser heil stot,
^'^i*^ ^ !\V7 ^ ^^®^ ^^ ^"^* sollen ganz ergeben:
,(i( .*u ** *. ctCiÄ^ Fürwar er ist das ewig leben.
A-^ <t'' *Vt€t^j^ . Das vater unser leri\t uns wol
Wie eins fiirs ander bitten sol
)( Auß bruderlicher lieb und nit umbs gelt:
Das selb gebet got wol gefeit.
<4o Auch th&t sant Paulus clärlich sagen
Wie einer des andern bürd sol tragen.
Als dann erftillen wir das gesetz. l
Was dürfen wir der menschen geschwätz
Die nutzes halben lang und vil .^^^^i^^
45 Uns haben gelernt das widerspfl?
Solch 1er hatgenaert^der pfaffen znl . ^ ^.i ^ ^ , ^^
Die manfftlr heireql halten sal. f '^T ' -
Zftvor'äer pfründenfreßer scharf
Die möcht kein man erzelen gar,
' ^" 50 Die stet und dörfer seint ir vol,
Alle lanty das sieht man leider wol.
Vor der gewalt und buberei
Kein pfat oder Stiftung mag bleiben frei.
Sie wellens mit^gewalt als han
u,' i ' i5 ,Und treuen bei des bapstes ban
f'^ '''r^ ^ »^ ^ ^^^ nieman leg darwider sich.
.^^^r- *• **^ gQ haben sie gar listiglich) '. .j^n^
Fürsten und herren lang geplent/»/*
; Ir armen leut geschezt und geschent.
9
lx-£,^^«-Al
CO Der bäben seint vil übend
Den einzige p&ünden seint sa schmal^
Vil pfarren und vil timerei^
Probsteien pfründen auch da bei
Hat mancher under seiner hant
€> Dem die geschrift ist unbekant; j
Denkt nimer was im zAgehör, ^
Wie wol er went ein namen for "^f
Sein weihe oder priesterlichen stat, j
Doch niehts denkt mit hilf und rat
!• Wie er verhüten müg sein hert:
Alein der milch und wollen begert
Und schint die bauren ganz imd gar
Daß in bleibt weder haut noch har,
DaB sie ir leutbet möchten geben, 1
n Lm hals hörn ziehen auch dameben
Hit fron und ander dienstbarkeit.
So bringt si all in herzigs leit
Der pfirtindenfreßer schinderei,
Die si emeren und auch da bei
M Ir stolzen hfiren und ire knecht.
Diß 1»» ^^x f^f^riAt^n^f^t^T recht
Die das laut vergiften mit bösen exemplen
Und nichts künden dann pfründen ^emplen
ZA Rom und auch in teutschen landen.
»5 Phei phei dich der großen schänden! Scoid
Sie achten gar nichts der seien heil,
Diq^weil sie tragen offelichen feil
Die pfirSnden und alle j^^fj^^
Vil und groß absen^ ^Iffemnon,
»0 Darz& regress undTreservat.
Der teufel diß also erdacht hat, / , .
Der curtisaner heneen beseßen *
Daß sie ir seien heil vergeßen
Und stellen tag und nacht nach gfit: ..^
>i Dimn nimer wirterßilt ir m&L
Oleich als wöltens ewig leben, ^^
Kan in niemants gnAg me geben. .^
4i.^>U. i^.4hV^ iL.«>W',vu
b^^ <■ '
u^ '
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he c-o,
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SC f^. I
\ c-\-^Li.<i
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' " ^ ' .. Die zehenden kom und auch der wein
p \^cil^'t.*-ff Muß. alles zuvor ir sein,
100 Darz& die groBen item all: 7
Damach sftchens überal.
-' * '; '' '^ ''^^ jj ^ Eim armen pfaffen der nit kan
U)^^ jük^A^. vCi Oder ist ein solich man
u.Ä^.j.^j u>4m, Der fro ist daß er möge han
yQf>^-i . -fr> CX-<uMiio6 Ein bleibens, darzfl sich emeren^
:. *ii »i'^ ^4v.c*uwa i-'i ' Des' hungers oder beteis erweren,
^M^ fi a'X , Dem künden sie dann sagen wol,
S-c fi'<.4.#-vv^- Wie er sich da emeren sol,
Von eim dorf ins ander laufen,
110 Das öl und sacrament verkaufen
vi Und mit dem selbfich faren umbher:
_: ^vij^^® brinfft die bauren idl in Jc.ummer.
,. f 'f ' *. Hie sohezt man^am^die arinen ieu!, . ^ ^"
Nimts har hinweg und auch die betit^
' ■ "^' 115 Die armen pfaffen arbeit han, "^ •?
So pfründenfreßer müßig gan. / *
'ix\^ tx.^L>vo^ -.j Die geint iez(^rren in der welt/^
44vi- A>«^. na,\K^ \w^^> Den amen wirt zugestelt,
i.w<:>cwct : MÄßenTpItfeiii freßen und die lügen
La.*-, c''>v i'-^^^jjj^ Und darzft auch im stro ligen,
^^^t^"^*'^^ Hant kein kleider anzÄthon,
So pfiründenfreßer in steten gon
^^ ^^XM i vA.-H-^ Mit seiden schauben und wol bekleit
^c. ^CK^^^t.LQ^ j^ ^j^g j^^^j^ jj^^ ^.^.
If' M,*jLjUvV.^^vil^uP*^ ^^^ ^®^ *™^ "^^'^ *^8 bezalen.
isLi f^^ f Wem solichs nun thfit wol gefallen,
' '^ . CDer mftß nit sein ein Christen man.
"^ ll^^^^* ^^^ schreiben mer darvan,
*- So sieht mans leider nur zfi vil.
AW*ÄA\lS».3o Darumb alein ich manen wil
^^^^,^frv vurK ' '^ Geistlich und weltlich oberkeit
Daß solcher Ungerechtigkeit
Von in kein schütz schirm noch beistant geschech^
Auf daß da got nit ewig rech
ISO Und seinen zom dann laße außgan
11 '
■,^ ,.-
Über weiber kint und auch die iiianixv\
Und strafe ako zorniklich
Uns alle sampt gemeinlich. ^äw^a f^<»-/w ^^ (' « . _
IPes spilj ist worden gar sA vil: ^^^ ,,,,. ^^^^.^XtZ^-^
140 Dammb die kugel eilt z8m ziL
Es seint zA vil ungelerter pfaffen, -^^^ - - ■ '' * ^ nr-Aju
[Der bauer wil sieb nimer laßen affen,J"J^ ^,^4^ oilcdL^^^
Das merkt, ir forsten herren und regenten! [__
Es seint furwar nit blaue enten,^
145 Es ist der ernst und warheit gar. ^"-'V t"''' ^^^ «^ ^i
Oot wirts nit me dulden , sag ich furwar. ^^^'
" So ir dann sitz^f an gotes stat^ ^ po^.^^ ^' -, ^^ -^ 1
Von im ir euem gewalt hat. *
Weren «tcafeni das ist mein rat p^is-w^^^
IM Fürter lant kein.pfaffen zfl weihe gan,
Er künde dann vorhin verstau
Das alt und neuwe testament
Das uns got hat von himel gesent^r^v^«.^ ^vm ^« ^» r- ini t r. •
Und den gebrauch der sacrament, - ^ ft%ju ^^^^ t -!(,< .^tv^i- xV.
IM Darzft auch sei eins erbem leben *»^^^^ ^ , ^^ ^^ h^->^^^i dl.
Daß er ein g&t exempel geben a-^ -^c^>»
Und künt das volk wol weisen und leren.
Hiemit werdt ir den glauben meren, ^'^
Wo ir verschafft, ein iede herd ^ . ■
IM Mit eim gAten hjrtgn^ versehen werd ^ '^ r i ^ -^ < '^ <\ ♦ * ' -^ '" ^
Der sie weid mit gAter 1er,
DarzA kein priester furter mer
Sitz offlich in unelichem stat u.^<-< '^'^ " •
Den got veimaleaeiet hat,
icft Als uns die heilige schrift thAt deuten«
Billich Bchampten sie sich vor leuten
In solchem schentlichem stat zA sitzen.
Ein firumer möcht von engsten schwitzen
Oder gedenkt die geschrift die sei nit recht,
m Der weil so offlich dar w^dei^ focht
Der pfaffen leben unj'ats ir thon.'
Wie möcht es iedoch schantlicher ston! ^ ^' -
O ir ffirsten und herren, lonts euch zA herzen gon !
\2
i . ,'\\ Dann unrecht z& strafen hant ir geschworn,
175 Do ir z& heiTen seint erkom.
Habt in gedechtnus euem eit!
f w,.N<^-vc i.vviii^k.i^'c Thftnt ab Bolich Ungerechtigkeit
Deren ir gfit wißens han : q ^
/•♦vvNAt.<».tvT/^ So möcht ir dester baß^bestan y^t/
^* ^oi.4^'^1iM^4^^^^ Vor got an seinem strengen gericht. ^ ^ ^x^'^f ^
c^tcL -^ Wo aber solichs nit beschicht, ->
H4xy^«,u^ '^'^^erdt ir zfi ewiW verOampnisganr /^^^
Darumb so greifens dapfer an! ^^
.i( t^i-^\vct<> (j , > LAuf euch die sach ä^achs^n ist f^
c^ />irx. jg^ Darumb schont niemants z& diser frist!
,(a c^ J»*<t''ilAA.^i ^^''*'^* ®^°^ ^* irren der pfaffen sperren
t^ttA^i'^^ A I^^6 recht z& thon sich wollen weren ,
pvU^<^. ^Üft^u^ Und hie wider wöUen fechten
dt>:} U> c^.H,cryu^ ^* pcivüegien gewanheit und Jkapsts /echten!
cU-txH^ a#>v*^<> L^nt euch nit blenden eure freunt^
^Brfider Schwester, w^die seint!
geinemSn^'fUtmeh wassen!
CA.p> ^ iLants ''nit An fireinemlln^^me]
, i . , i Auf daß von inen nit werd vergoßen
,,c/ - topsjx^^oL*'*^*"^ unschuldig chnsten blöt
cv>vt^; LtÄvw.'C-^»i^">^ Th&nt darzfl (es deucht mich gftt)
^\ ^LV-vv^Yv/e^'*'* ' Und gestaten fUrhin nit
c / ^<>'** ^ Daß Wfit und schweiß der armen lüt
\ V- * • r'^ ** gQ üppiglichen werd veraert
Und so. yil laster damit emert!
800 Erbarmen euch der armen leut!
Fürwar es ist iezt an der zeit
Secht an euere underthanenl
Die seint von verflachten curtisanen
Von mark biß auf das bein genagt
S05 ^Greifens an! sieint unverzagt!
ti .,^^, J^^®^ ^^ ^^ ®^^^ 8^^ sicher geben
Kxol " ] Hie glück und hei^j^ dgrt ewigs leben.
V Dißbitten gemeinlich, weib und man!
Also wil ich beschießen han.
ijT»^ (^Kert euch zu got, ir curtisan!^.
^*k:« cxi-*^>vv.V
III.
ICH KAN NIT VIL NEUES ERDENKEN
ICH >rUSZ DER KATZEN DSCHELLEN ANHENKEN.
Die weit wirt gar ser betrogen.
wölt goty es war als erlogen
das hernach gesehriben stat
und uns iez zu banden gat.
s ach got! wie sol wir es greifen an
daß da nit so manig man
yerfiiert werd durch des teufeis list
und auch des bösen Endechrist
der iez regiert in diser weit:
10 hat uns betrogen umb das gelt,
er hat uns großen ablaß geben
und zugesagt das ewig leben.
daran ein großer zweifei is
daß wir unsem herm Jesum Christ
IS und sein reich lunb gelt soln kaufen
und von einer kirch zfi der andren laufen,
so Christus seinen jungem hat befolcht
das auß zA teilen umb keinen solt.
nnn merken iez zA diser zeit,
so wie uns das hemblein so nach anleit!
das gelt wöl wir wider han
und wagen leib und sei daran.
ist nit ein feiner list erdacht?
das gelt hat man uns wider bracht.
n das hat gethan des babsts legat
mit des teufeis und menschen rat.
14
das gelt hat er uns wider geben,
darumb abkauft sei er leib und leben,
hat das ie kein mensch gehört?
30 also seint wir Christen iez verkört.
was werden wir von dem gelt genießen
dann ein großes bl&tvergießen :
das sag ich euch on allen spot.
fürwar es schreit räch zfi got.
95 laßt uns got biten früe und spat
daß er uns gebe seinen rat,
daß wir uns selbs mügent erkennen
und uns nit von einander zertrennen
als er uns zAsamen gefüeget hat.
40 nun merkt wo mit die weit umb gat.
die weit ist also ganz verkert
daß einer von dem andern lert
das uns got selber verboten hat:
das treiben wir iez früe und spat.
45 das wil ich got von himel klagen,
ich m&ß den butzen außher sagen
daß sich der gwalt mit gelt laßt zwingen
und von dem rechten also tringen.
das hat gethan ein welscher man,
50 der hat ein braune kappen an,
wolt inen sagen wer si sint:
do schwelgten si gleich als ein kint
das an das bet geschißen hat
sag an, ist das ein weiser rat?
55 ich sagen dir, du frumer man,
nimb dich diser sach gar nichts an!
man möcht wol bei der sach versten,
es würd ein andren auch angen.
ich dar den selben nit nennen:
60 die Teutschen Franzosen th&nt in kennen,
darauf haut sie die sach gespilt,
obs schon dem gemeinen man nit gefeit
aber man solt die gemeind auch fragen,
ob si die bürde möchten ertragen:
15
ts es würd villeicht ein bößers geraten
und nicht gefolgt den bdsen thaten,
wann got auch sein hilf darzu thät,
80 in niemants daromb bat
und daß wir ließen von der sünd.
7« als dann Jonas hat verkünt
der großen etat Niniphe genant,
da hant si ire sünd bekant,
die in vierzig tagen solt ondergan,
hant si von stund an b&ß gethan,
76 thet inen got barmherzigkeit ^
die er keinen menschen nie verseit.
wami wir uns aber nit thfin bekeren
und nicht förchten got den herren^
so würd uns got nichts übersehen,
so gleich als den fünf steten ist beschehen«
da fant got nur einen man
der im da wäre underthan:
da ließ er die stat verderben
und in den Sünden ako sterben.
tö wil uns die forcht xdt darzfi zwingen
und die liebe gotes nit tringen^
so bit ich dich, gedenk daran,
was Christus fiir uns hab gethan,
daß er zft uns herab ist kumen,
90 hat die menschheit an sich genumen,
hat uns erlöst mit seinem blfit
und nit erkauft umb zeitlich gfit,
ist got dem vater gehorsam gsein,
hat geliten vil schmach und pein.
05 das wil man iezunt nit betrachten,
man thfit sein leiden gar verachten,
man schwort bei seinem creuz und wunden:
wo hat man das ie mer erfunden
daß ein volk hab seinen got
100 also gar fttr einen spot!
was Üifint unser obren und herren
daß si es so gar nicht weren?
\
1(1
fürwar f^war es ist nit gfit
und wirt genomen freud und mAt,
105 wann uns got strafet zfi der zeit^
so er das letste urteil geit
darumb so laßt uns das nit verachten
und das leiden Christi betrachten
damit er uns erlöset hat
110 und daran unser säligkeit stat!
laßt uns hie büeßen unser sünd!
wie Johannes hat verkünty
da er, in die wüestin saß
und kein menschliche speise aß.
115 was hat der heilig Johannes gethan?
o du gewalt, gedenk daran!
er hat Herodi die warheit verktint
und in gestrafet um die sünd
daß er seim brAder sein weib het genomen,
120 das zimet warlich keinem fromen:
des hat er im sein leben genomen.
es ist warlich iezunt darzA komen,
welicher iez die warheit thAt sagen,
den thAt man iez so hoch verklagen.
185 man spricht, er wöll die weit verfUeren,
so er die schäflein gern wölt nören.
man spricht darbei, er sei ein ketzer:
das thAnt nur die üppigen schwetzer
in denen kein rechte erkantnus ist
ISO nun bit ich dich, herr Jesu Christ,
daß du uns die sünd^wöUest verzeihen
und wollest uns dein gnad verleihen,
wie du sant Paulum hast bekert
und in die rechten warheit gelert
135 und so mengen" sünder groß :
die liebe auß der goiheit floß.
ach got, das thA zA diser zeit,
wann uns iez notturft anleit!
o herr, das thAn ich dir erklagen.
uo ich mÄß auch etwas von heiligen sagen.
n
mancher thftt zA den heiligen laufen
und wil da großen ablaß kaufen:
80 red ich, daß zfi dieer firist
darum ein großer irtum ist.
lAh wer die heiligen thAt eren
und nit anbetet got den herren,
der thut wider das erst gebot
'du Bolt anbeten und eren einen got.'
wer in die heiligen sezt sein yertrauen,
IM verlaßt den alten got und sficht ein neuen,
wer zfi den heiligen reit oder gat,
der selb kein rechten glauben hat:
er meint, der heilig sol im helfen auß not^
ab ob unser rechter got sei tot.
1&6 wer die heiligen th&t rüefen an,
der wil got nit für ein vater han,
so man doch in der natur fint,
den vater rtiefet doch an das kint,
wie Christus im pater noster lert.
ICO also seint wir Christen iez verkert.
es spricht iez vil menger man
^ich mftß wol ein fursprechen han."
der redt wider gots barmherzigkeit,
so Christus selber hat geseit
165 <koment zfl mir all die betrüebt sint'
gleich wie ein vater seinem kint.
in den sollen wir vertrauen:
furwar es wirt uns nit gerauen.
nun hörent hie zfi, jung und alt!
170 daß sein got von himel walt!
merkent auch hie, man und weih!
das ist iez der pfaffen keib
und auch der münchen in der kutten:
baut uns gelert und auch geboten
175 das inen am meisten anleit,
ir eigen nutz und auch ir geit,
künnent ir wort gar wol blüemen.
ein ietlicher thfit sein heiligen rüemen.
2
18
haut auch vil brfiderschaft gemacht:
180 ist als umb den geit erdacht.
haben uns die warheit verschwigen
und manche Zauberei getriben,
went das evangeli nit erkennen
und thänt des Luthers büecher verbrennen.
185 das seint die beschomen knaben,
weiten ein eignen heiligen haben.
z& Bern hant si in außerweit:
ist inen tief ins kot gefeit.
im rauch seint sie z& himel gfaren.
190 die warheit sagen eim die narren.
und die noch seint in irem leben
was wöUent si z& antwort geben?
si künnen nit sagen, es sei erlogen:
der teufe) hat si daran betrogen.
195 man reit inen iez in das spil
und truckt man auch der büecher vil
die sagent nicht in iren sack.
das bedunkt si gar ungeschmack:
inen get an dem opfer ab,
soo hant si gar für ein großen schad.
es möcht wol menger han gedacht
^hat mich der teufel ins kloster bracht.'
ich wil in geben ein guten rat,
guter werkman kam nie z& spat.
805 die jungen sollen die kutten abziehen
und weit von dem kloster fliehen,
soUent sich neren mit ir band arbeit,
wie got der vater hat geseit.
die alten sol man laßen bleiben,
210 in gotes dienst ir zeit vertreiben
biß daß sich endet ir leben,
ir gfit den armen leuten geben:
das war den armen leuten fäg.
es wären dannocht pfaffen gn&g.
215 darmit hat diser sprach ein end.
daß uns got allen kummer wend! amen.
IV.
DIE GÖTLICHE MÜLE.
Dm hont xwen Schweizer bauren fremacht
Pürwar s! hont ©ii wol bptracht.
1521.
Der erst baur.
Seiet gegrüeßet aller tiefgnmdister und hoehgelertster
rauller! dein müli aoß den vier evangelisten mit sampt dem
aoBerwelten vaß Paulo zfi malen ist angelaßen, auf welcher
male daa allerzartest heilsam imd honigsußest m^l der göt-
iichen warheit zfl einem trost christenliehem volk teglichen
malt, darauß das best brot gebaehen, iedoch yerdampter
gei% durch einblasung Satane sölich mel nit für honigsüß,
sonder als bitter galten erkent wirt in hofihung unser
Schöpfer werde mit seinen götliehen gnaden gedachtem müller
(welchen ich acht filr den andren Dänielem als ein waren
Propheten, auß dem ungezweiflet der heilig geist redt) bei-
stant ^thftDL^amit das suß mel in scherpfe seiner vemimft
gehinue^^BüTch die unverstendigen blinden tollen verstopften
geitig^n und hochfertigeny'so sich achten gelert sein, in iren
verkerten blintheiten verharren£jnit gehindert, sunder uns
armen sfinder sölich außerweit gebachen brot, das Christus
selb ist, zfi erfolgung ewiger säligkeit gedienen möge. amen.
Der ander baur.
Einher got, in ewigkeit ^
Job er und dank sei dir geseit
2*
o 1
V l' a'
'1 X
Der liebe so du z& uns hast,
., uns in der wüste nit verlast.
' 5 Also angesehen daß wir
darin so lang sint gangen irr,
Da durch kumen in große not,
gibst du uns iez das himelbrot.
Auch als deinem volk Jsrael
10 z& aufenthaltung unser sei
Sendest du uns iez dein gnad,
, da durch dein müli aber gat
Die so lang ist gestanden lär
als ob der müUer gstorben war. ^i ^^^ ^
ir» Denn das (waßerj3er waren 1er, \
was von dem rechten weg fast ferr
Gerannen also lang biß daß
die evangelisch warheit was
'* An vil orten verschwigen gar.
xo got, des hastu genomen war,
Den großen mangel gsehen an,
so dein volk lang zeit hat getban
Jn disem laut vil jar imd tag,
nach Amos des propheten sag, / y^ ^
25 Als er an dem achtenden spricht ^
^großer hunger wirt z&gericht,
Der wirt weren ein lange zeit
auf allem ertrich nach und weit.'
Doch wirt es nit ein hunger sein
30 daß mangel werd an brot und wein.
Sunder meint er am selben ort
alein den mangel des gots wort
Das man understat zft weren,
lang nieman hat laßen leren:
s& Da durch dann iez also blint
in rechtem glauben worden sint
Wir all, daß kaum ist zjk bescheiden,
ob wir Christen oder beiden
Seint doch hat got die verstentnus
4» viler menschen erleucht in uns.
21
DaB si in klarlicher sehen
dann vor hat mögen besehehen,
Da der geiz die münch und pfaffeu
im eignen nutz gelert hat schaffen,
«s Die sich rumen solcher eren
daß si zA dem reich des herren
Habent den schlüßel und den gwalt,
I hat aber um si also ein gstalt:'
Si hant nit wollen hinein gan,
öo ander nit wellen darein lan.
Aber man sieht iez offenbar
in dem evangelio ^förwar,
Daß anders gar nit fst dann die f^ - ^
kraft gotes die uns armen hie
.%5 Elin heilsamkeit eim ieden ist.
welcher wil sein ein warer clirist,
Sol in dem evangeli lernen:
da findet man den rechten kernen,
Oot lieb zfi haben /f&rEair)mer.
«• dann wir finden InTeiher 1er,
Wie gnädiklich er uns hat bedacht,
die offnen Sünder nit verschmachte
Wie oft ist er bei inen gseßen,
mit inen gtrunken und auch geßen,
•3 Ir silnd miltiklich nachgelan,
also daß wir lernen verstau
X>ie vili der genaden sein.
diß ist sein ganze meinung gsem,
Mit seiner gÄte uns zft im .
70 zA ziehen: des v^rnör sein stimm,
Da er spricht ^wem vil nach wirt glan,
derselb wirt auch vil lieb han.^
8o aber rauber worden sint,
die mit listen so gar geschwind
zb Beraubent unser sei und leib,
es sei jung alt man oder weiK
.pie^Jreie kinder sein sollen
Christi des herren, die wollen
0 9^;.U'-j
{ ^i
^t .x,>. .1 -■.'
22
8i machen inen eigen kneeht
»0 mit ganzem gwalt on alles recht,
Wie Pharo in Egypten thet, ^
der das volk hart betrucket bet
Mit strengen werken schwer und groß,
unzalberlich über die moß. ^^^-^ . .<.v . p l
»5 Also man auch iez mfiß klagen
die schw&re burdi so wir tragen.
Die si nit wellen anr&ren
mit einem finfi^er, sunder f&ren
Mit großem böch uns armen leut,
i)o Sagent gebeut wider gebeut^
Wart hicy wart dort, wart widerumby
ein wenig hie, Trenig dort umb:
Da durch si sich selbs girret hant
darum ist dem propheteii' ant,
9b Die milch der armen schafen freßen,
das feist getödt und auch geeßen.
Das mit der wollen wart verweist,
das schäflein gots wart nit gespeist
Inen solt wol sein bekant
100 daß wir doch schäflein seint genant,
Nit ochsen^ und da bei leren
daß si uns nit selten beschwären
Mit keinem joch^ sunder lan
bleibenfwie Christus hat gethan] <
105 Daß aber nit ist beschehen,
diß eilend hat angesehen
Got der herr und zfl uns gesant
in die wilsti, das ist Teutschlant,
(Das die Römer nit me betrachten,
110 schnöder dann ein wüesti achten)
Ein scheiterpuschen angezünt:
das ist, so uns nun wirt verkünt
Das evangeli grechtiklichen
durch den übertreffenlichen
115 Weit berumpten hochgelerten man
Erasmus von Rotterdam;
23
Hat uns den wefip recht a«%fit^fti^,
daß wir sicherlich mögen'gan
Z5 der waren heiligen gschrifi ^^l-^
die alle ding^ weit übertnffi, V'^^^^M * ' /- "
Nach 1er und frümkeit der alten ^u*-* '
disen rposchl brinnend behalten,
DcM^h nit verzert z& keiner firist: \^*-^'A- c
t f.itX
kJi
das ander nit bedeuten ist/
125 Dann daß die<j^tt%en und die
ungerechten understant ie
In z& loschen, mags doch nit sein,
dann er von got hat seinen scheih.
Diß hat der hochgiert getreu man
ISO Martin Luther gesehen an /^a^l^u
Und ist näher gegangen hin z&^ "
dann kein toller ^an{ast mog thä, ^ , , , . .
JQia^es nach menschlichem verstant hM^>
alles samen ermeßen haut.
135 Noch seint andQJt.me die leren:
der stimm mir leie^ geren hören,
Dann sie reden die gotes stimm. ,.
das hören seine sch^ von im ,v < ^ < .»
Fast gern und kennen in wol,
140 wie ein christ seinen hirten sol
Erkennen^ daß er warlich ist
unser getreur hirt Jesus Christ
^Ich bekenn auch si (er selber spricht)
meine schaf und verschmäheü^ nicht.'
145 Das hat Erasmus betrachte . /< ^
sich eilents z& der müli gmacl^t^
Daß er zeitlich dar ist komen^
hat sich des malens angenomen ) , .
Der heiligen gschrift müUerknecht| . ^
160 so uns das mel lert beutlen_recht^ _ I ^ '^*'f^
Mit seinen gschriften manigfalt,
daß es sein s&ßen gschmack behalt, - ^
Daß warer glaub ist gotes er. ' .w v« ^
doctor Luther der waren Icr
24
ihi Ein herolt in disen sachen
hat sich angenoroen z& bachen.
Das waßer zA dem mel gethan,
den teig wol in griffen gehan, k
Da mit das war mel werd z& brot.
u^> *AJi>^ ^160' nja durch er komen ist in not:
Die ^hilistine« woltent in
geren töten, das hant si im sin:
Die brunnen si verworfen haben
^7 SO Abrahams knecht hant graben.
165 Das ist der bninn daranß uns kunt ^ ^.•
des eVangeliums rechter grünt,
Auß Velchem doctor Luther nam
das waßer so z& seinem mel kam.
Aber si werden schaffen neut: y
170 ^jea seint noch vil erTber bider leut,
4«« Wol me^dann siben tausent man
''",*,u>, die ir knie hit gebogen han
Ui^'uu . Vor Bai dem abgot der beiden,
< c^l^ hant sich von Christo nie gescheiden,
175 Die auch iren munt aufwjthan hant ^^ "^^
zfi ring^umb in dem teutschen lant,
^"^ Daß der nebel wie vor und e
wirt sauren ie lenger und me,
Also das brot gebachen werd
180 z& nutz <uns armen hie auf erd.
C^Das also wart brot, ist das wort,
da Christus spricht an einem ort
'Der mensch lebt nit alein im brot,
sunder das wort gots ist im not.'
^^"185 Das sich auß gnaden meret faßt
si hant gehept kein rn noch rast
Biß si den schaz funden haben
' ' ^ den weder rost noch die schaben
Verzeren mögen hie in zeit,
-^ nro den acker gsehen da er leit.
O himlischer beck und unser got,
\ wie weit hat uns dise rott
n /v *.**-
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"^! .* -'.*
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25
Verföeret von deiner götÜchen mtilen!
o heiTy mir wellen kein andern erwölen
I9& Wenn den man^oß^ deiner warheit thAt ächten '^
nnd kein marter straf thftt dammb schieben ^
Da hin in die hant vergraben ^
die in vor gestolen haben.
Genant beck wirt nit nach lan,
so« wie es im iemer sol ei^an,
Pen schaz wirt er herauß bringen,
daß die warheit für mög tringen,
Seite er schon dammb geben
was er hat, sein leib und leben : jt < . y ^ ^
w.Dann so si den leib nemen hin, . > . /
^^^ÄiogÄra der sei nit schädlich sin.
Er wurd es alles wagen dran ,^^ ^ • - >
in hoffiimig, got werds mit im han.
Karsthans seinen flegel noch hat: K H
«0 der die heilig gschrift iez auch verstat.
Welt man in betriegen wie vor,
so ist er so ein grober tor, . ^ '
Er schlüge mit dem flegel drein,,
> ^ solt joch sein studens^ einer sein, y
«15 Giltet gleich ob im der^^grint blut. ?
auch die unnützen roten hut>^
Geisig münch und reibig pfaffon "- 4c ^u . ^
wurdent all nicht vor im schaffen f
^8 die wölf wurd ers verjagen. , _^
**o doch sollen wir nit verzagen,^^
Den almechtigen got rufen an,
ein g&te hoffiiung zfi im han,
In dammb bitten allermeist,
daß er uns send den heiigen geist^
ti5 Den er Petro gegeben hat
da er in seiner gnaden bat
Umb daß er hat verleugnet seiD. 7
also thA uns sein hilfe schein,'
So wir in auch verleugnet hant,
SM seiW worden sent unbekant,
rr > * / C-
26
Daß er uns mit barmherzigkeit
ansehe, da durch wir bereit
Seient nach ze TQJgfi&de im
als unsers rechten hirten)Btimmy
235 Daß wir erkennen disen tag
der uns zfi heil gedienen mag,
Umb daß sein müli durch gezwang
nit widerumb so mußig gang.
Sunder daß diß hunksuß mel werd
240 zfi broty da durch wir hie auf erd
Werden bereit zu seinem reich
das er verheißet ewikleich
Abraham und seinem samen.
das yerleich er uns allen! amen.
V.
EIN SPRUCH
VON DEM BÖSEN MISBRAUCH
IN DER HEILIGEN CHRISTENHEIT ENTSTANDEN.
Hört zii^ ir herren, meiner sag!
Die weit f&rt iez ein große klag^
Wie auf wöl Btan yil ketzerei,
Irtiunb im glauben auch d^bei.
5 So man doch ChriBti 1er fürhelt,
Werden vil from fär ketzer zeit.
Merkt wie es gangen ist bißher
Hit merlin gaukelprediger
Die sich ein fimd habent erdacht,
10 Zeichen der heiligen aufgebracht,
GroB walfart ailenthalb verkünt.
Wie gescheut sei worden ein blint,
Toub gehörent, stum redent, lamer gerad,
Habent gemacht ein seltsam wildbad
15 Und ander wunder auch on zal:
Des ist vol worden borg und tal.
Daß man die heiligen r&fet an.
Laßt leider gotes hilf stil stan, ,
So si mich doch in nöten ließen,
SV Wenn ich seinr g&theit nit sölt genießen
Die er gethan hat hie auf erden
Daß ich der möcht teilhaftig werden.
Fürbit der heiligen ist iez für nicht,
28_
Sie hettens dann bei leben außgerieht.
85 Auch gibt uns Christus zfl verston.
Was wir sein vater in himels thron
Recht bittent in seim namen zwar,
Das werd er uns geweren gar.
Also was unsers herren 1er:
so So dürfen wir keins andern mer,
Als auch die rechten prediger verkünden
Die sich beim ewangeli lant finden,
Geschweigent ander faselteding und lupperei
Und sagent was die warheit sei.
85 Das wil die gmein nit haben für gfit:
Auf merlin und zeichen sezt si im mfit,
Darmit die einfeltigen in große irrung
Gebracht seint worden und verfürung.
Das macht alein des pfennings lieb,
40 Hat auß uns gmacht rauber und dieb.
Der geiz und unser eigner nutz
Macht manigen seltsam fasnachtbutz :
Har wachs imd kleider, ketten groß
Henken wir far der heiligen gnoß,
45 Als ob sie kramer imd kaufleut seien
Und uns von aller krankheit freien.
Darumb schenken wir in silber und golt
Und seint in doch nit änderst holt
Dann daß si uns ir hilf beweisen
50 Und thfint groß zeichen, sunst lant wir reisen
Unser andacht und nit darnach stellen
Daß wir wurden der heiligen gesellen
Dort ewiklich in jenem leben.
Die er alein dem Schöpfer geben
55 Der alle wunder einig thftt.
Und er selbs ist das öberst gAt.
Es hat geredt sein götlich munt
'Wenn nun wirt komen dise stund
Daß falsch prediger werden aufstan
60 Die dich heißen z&n hülen gan,
Da gschehen große wunder zeichen:
29
Volg in nitl dann du wirdst geleichen/
Nun sieht die weit iezunder wol
Daß alle lant seint wal£art vol.
«s Darbei wir vil geprechen hont
Und got unser danunb nit schont.
Maniger sagt, er hab hilf erworben.
Ach goij wer er darfär gestorben,
Dann daß er die heiligen an liegen thnt
7o Und verfurt maniges fromen mfit!
So man dann solichs weren wil^
So komen der romanisten vil
Mit irer straf und feurem vulcan,
WöUent verprennen iederman
76 Daß keiner die warheit sol sagen
Und thfint si auß der kirchen jagen.
Daß weißt iez maniger biderman
Der anders wenig lesen kan.
Noch ist ein anders auch vor banden.
M Die Römer habens nit für schänden
Daßs geistlich gaben bieten feil
Und hat daran kein armer teil.
Wer aber pringt ein seckel hert
Mit gelt, der ist in benevenert,
SS flndt gnig zA tauschen und zfi kaufen.
Heimlich th&nt si sich selbs drumb raufen.
Kein firomer glerter darf hinzfi.
Ist einer ungeschickter dann ein kA,
Es hat kein not, gibt er nur vil,
90 Man leicht im was er haben wil
Und laßt den armen hinder der tür
Stil stan und nimer mer herfiir.
Wirt enn ein predicatur beschert,
So mAß er heinen ir gefert
9» Und ligen auf Sophisterei
Von opfern anders auch darbei,
Und wie die heiligen thfin groß zeichen,
Dardurch si gelt und git erreichen.
Das hat den glauben ser vergift
30
100 Und aUoB das sei und leib antrifft.
Noch eins het ich vergeBen schier,
Das wil ich heimlich sagen mir
In still und in geheim alein:
Es hörts iez niemant, als ich mein.
105 VU prediger seint iez in der welt^
Geben beßer landsknecht in das feit
Dann prediger gottes kunst und wort
Das si doch selbs nie haut gehört
Si selten ander leut weisen und leren,
110 So sagent si von seltsamen meren.
An der kanzel die leut auBrichten:
Darauf thfint si studieren und dichten.
Machent zank und hader in der gmein:
Es gefeit in nur ir ding alein.
IIb Ein gftt spil habent si darmit
Daß man in darein darf reden nit
Wie möcht nun baß gesein eim gauch
Dann so man im erlaubet auch
Daß er ander zfi fantasten dürft machen!
ISO Des würd er hinderm wein oft lachen.
Ein prediger sol füren ein schlechtes leben.
Dem volk ein g&t exempel geben.
Es seint aber iez etlich keiben
Die nichts dann gaukelwerk thunt treiben.
185 Ich darf es warlich nit laut sagen:
Wie die ros ziehent, also gat der wagen.
Es geschehen große wanderzeichen:
Darmit th&t man die leut oft leichen.
Laufent all lant tmd winkel auß,
130 Bauent all tag ein neu gotshaus,
Laßent die alten fallen damider,
Tragent knobloch auß und zwifel herwider.
Der Mumer hat solich narren erzelt,
In seiner narrenbeschwerung gemelt.
^3^ Sebastian Brant ist auch im spil:
Der hat anzeigt der narren yil
Die niemant sunst ie het crkent
31 _
DaB sie auch narren weren genent.
So si antragen seide wat,
IM Man Bolt nit merken ir nerrbche that,
Vermeinen si in irem sin:
Noch dennocht wirt man sein wol in.
Schied nit yU daB einer ein narr wer.
Wenn er nur im selbs behielt sein 1er
145 Und ließ sein predigen nnder wegen^
Thet sich seiner torheit alein pflegen,
Tret nit daher als künt er wol,
Verfart nit mit im ein stat vol.
Wie wol ich aach bin ein ordenman,
150 So hab ich mußen sagen darvon
Daß man solt predigen den rechten grünt.
Alles das geredt hat Christus munt
Und predigen auch wie Paidus thet
Der iederman filr Schwester und bruder het.
is» Die leut hat er nit also gescholten,
Seiner 1er hat niemant entgolten,
Als iez bei unsem predigem geschieht.
Haniger ein fSasnaohtspil anrieht,
Daß man vergeßen sol dameben
i«o Wie er fürt so ein schentlich leben,
Kan nichts dann große switracht machen
Und seines nechsten Unglück lachen.
Hat er nit Juden teufel und hell,
Weißt er nit was er predigen soll,
les Darumb kompt oft die reu hernach
Die geraten hat ein solcher gach.
Fürwar es gehört keim prediger zu
Daß er im volk mach solch unrA^
Sonder sol machen firid und san:
170 Das stat eim fromen prediger wol an.
Aber diß seint die selben knaben
Von denen Christus selbs thftt sagen
'Si leren aber nit auß mir.
flin beispil wil ich sagen dir
106 (Spricht Christus in seiner waren 1er):
32
Sie gant gleich wie die schaf daher
Und seint doch reißend wölfe innen.'
Stellent nur nach zeitlichem gwinnen
Und achten nit der Bcheflein heil,
180 Laufent mit andern am narren seil
Und dörften selber baß der straf
Dann alle ire arme schaf.
Noch ist ein seltsams mer vorhanden.
Ein große schatzxmg in allen landen.
18& £6 seint auch iez gar vil betler,
Machen kist käst und seckel 1er.
Sie reiten im lant her und hin,
Erdenken manigen clAgen sin.
Wider si darf keiner ichts sagen:
190 Furcht ieder in wurden die heiligen plagen.
So wil ich dennocht nit gar schweigen,
Ich furcht mir nit am köpf der geigen.
Von betlem so wil ich nit laßen
Die tag und nacht schlemmen und prassen.
19.5 Alm&sen ist ein g&te ihat,
Welcher es recht außgeben hat.
Die beüer reiten hohe pfert daher:
Also kompt der heilig Antonier,
Der selbig samlet vil der schwein,
200 Damach so kompt sant Bemhardcin
Und sagent uns vil merlein dar,
Man kan si nit erfüllen gar.
Denn kompt sant Valtin von Rufach:
Der selb sagt auch von seiner sach
205 Und samlet da der pfenning vil.
Sitzent zfim prass und zfi dem spil.
Zu teutsch heißen sie stationierer.
Si seint ein teil groß verfurer:
Gensbein för heiltumb forens um,
210 Bestreichen darmit die Völker frum,
Oewinnent darmit hab imd g&t
Und ftirent ein herlichen mAt
Darein sol man in gar nichts sprechen,
33
Solist werden es die heiligen rechen.'
115 Die heiligen seint im himelreich:
Wölt got, wir weren in geleich!
Sie haben solichs getriben nit.
Dann si hetten vil gewunnen mit.
Aber wer got treulich röfet an
tt9 Der heiligen verdienst zfi genießen lan,
So darf er kein gelt darumb geben^
Er genenßt der lieben heiligen leben.
Damach so kompt der barfußer,
Der ist ein rechter erzbeüer,
^s Sagt von drei reglen sant Francisc:
Das warlich alles erlogen ist.
Sant Francisc was ein fromer man,
Er knnt mit solchem nit umbgan:
Aber sein nachkomen habens erdacht,
S30 Zfi Rom die freiheit zfl wegen bracht.
Das wil ich also laßen sein.
Nun trit unser frauen brfider herein:
Wie im der nam sei geben worden, *
Ich hör vom Carmeliten orden.
tu Augustiner bleiben daheimen nit,
Si siunlen und betlen auch mit.
Prediger wer wol ein rechter orden
Dem betlen zA eim erb ist worden,
Im und auch allen sein nachkomen,
t4o Dann si seint die rechten und fromen.
Man heißt sie meister der ketzerei.
Merkt y wie ich es auch mein darbei!
NH daß si ketzer sollen sein,
Also ist nit die meinung mein:
t*s Sunder daß si ketzer kennen wol,
Wie man si all verpreimen sol.
Doch wie irs merkt, schlag ich in die «chanz.
Sie haben gemacht den rosenkranz,
Darzfi den psalter hochgelobt:
SS« Darmit si haben zAgeschopt
Dem firoroen gemeinen volk die oren
3
34
Und 81 gemacht zu großen toren.
Der beüer sack wirt nimer vol:
Wie man in ftilt, so bleibt er hol.
855 Der geiz ist apt in iedem orden.
Des seint die lant der münch vol worden,
Nit darumb daß si geistlich seien^
Nur daß si sich vor armfit freien,
Darumb werden si closterleut.
200 Verzweiflen an dem der in die narung goit,
Das ist die ursach daß si werden
Geistlich personen hie auf erden.
Sölten si groß armfit erleiden,
Sie würden geistlich orden meiden.
idh Wer wolt werden ein ordens man,
Der vil abbrach im selbs solt than.
Sölt er auch schneiden hacken reuten,
So blib er bei den andern leuten
Und wirket als sein eitern theten.
270 Lernet wie Christus junger beten!
Gar wenig wort seient es zwar
Und seint uns gnfig, sag ich förwar.
Ein ieder wil sich mit betlen neren.
Des künden wir uns vor in nit erwercn :
275 Doch laßen wir die armen Christen stan.
Wie uns got hat leren gethan
<Was ir den armen th&nt in meim namen/
Meint er die armen blinden krumen laraen.
Groß prelaten seint betler worden.
280 All heiligen im himel müßen in den orden,
Christus, Maria müßen auch daran,
Sant Peter zä Rom fürt selb den fan.
Laßent die kranken vor der kirchen sterben,
Die hausarmen auch gar verderben
SA» Und helfent Rom zu irem geiz.
Secht aufl trifft man die geiß so leits.
Hiemit wil ich es laßen sein
Von betlem allen in gemein
Die uns das ganz jar also beschetzen
-35
290 Hit irem klaffen und geschwefzsen.
Den wir nichts schuldig weren von recht.
Der priester ist gots und unser knecht.
Forwar sant Peter kein münch was
Noch Pauls das außerwelet vaß.
<»^ Christus hat si über uns gesezt;
Si hant uns nit also geschezt
Umb unser gät und unser gelt:
Si weren sunst nit heiligen gezelt.
Wa man in geben wolt gelt und lant,
»•»o Flühen si all hinweg zA hant.
Ahn&sen sol man denen geben
Die gar nichts übemächtigs heben.
Die pfarrer sölent haben rent
Und nit der betler convent,
36S Die sacrament umb sunst auBteilen,
Die armen Christen darmit heilen.
Also hat Christus selbs gelert:
Man hats im aber iez verkert.
£r sprach 4r habt nichts darumb geben
310 Zft besitzen das ewig leben«
Auch sölt ir andern also thon:
So habt ir mit in ewigen Ion.'
Zfi Rom hat man noch eins erdacht,
Vil ablaß in teutsch lant gebracht,
315 Die leut darmit ser übemomen.
O we! wa seint iez die armen fromen
Lerer der ersten christenlichen kirchen?
O we daß wir die hell nit fürchten!
Das machen alles die ablaBbrief,
SSO Daß etlich faren also tief
Daß in nit mer geholfen wirt.
Zfi Rom da sizt der Christen hirt:
Von Schafen ist er gewichen zu weit^
Hat schier verschom schaf woU und heut :
3ts Nun gat es inen an die bein.
Er laßt die schaf all stan alein
Und achtet nit daß er hat knecht,
3*
30
ReiUent wöIf über menschlich geschlecht.
Das gelt nimpt er parteisch ein,
330 Auß Schafen laßt er werden schwein.
So man die warheit schweigen sol^
So ist die kirch iez schaben vol:
Es schindt und schabt ein ieder dahin
Alein daß er hab eignen gwin,
335 Hat gar kein acht sunst auf das sehaf,
Ob es schon zfi der hell ablaf.
Ablaß der sünd wirf ich nit zi. ruck,
Sonder ist im glauben ein michel stuck.
Ich sag von Rom und seim ablaß
340 Und walfart ligen auf der straß.
Kein ablaß mag man so groß begeren,
Man findt^ ein glos kan si geweren
Und sagent in vor bloße wort
Von wunderzeichen hie und dort,
315 Das ist etwan kaum halben war.
Noch nimpt der bapst die gülden bar,
Bestetiget sdles was si sagen.
O we ! wem sollen wir das klagen ?
Was Christus ie verboten hat,
350 Das wirt umb gelt ein rechte that.
'Zeichen seint nit allweg gerecht,
Du verflfichts ebrecherisch geschlecht!'
Also sagt Christus mimt zu dir.
'Ich thet dann zeichen, nit glaubtest mir.'
355 Zeichen gehören nit eim ieden zfi.
Daß er glaub das ein heiig zeichen thfi
Mit einem sünder hie. auf erden:
Er mfiß vor durch gnad rechtvertig werden,
Durch beicht b&ß reuw und alles das
360 So reinigen mag ein sündig vaß
Und anders das gehört darzA.
Daß got mit eim ein zeichen thfi
Und nit ein alt geschnitzeltes holz
Oder ein gemaltes bild so stolz,
365 Daß es thu zeichen zfi einicher stunt,
37
So es hat weder geist noch munt:
Das laß ich iez in r&wen stan.
Das einfeltig volk wil zeichen han:
Des genießen die prelaten wol
:^7o Und wirt ir seckel geltes vol.
Wie mocht man ein bequemere Schätzung machen
Dann mit solichen gaukelsachen !
Ich mfiß der abenteur selbs schier lachen.
Der bapst ist daran schuldig zwar
97» Mit seinem gnadenreichen jar,
Und kein concilium haben wil,
Laßt es hin schleifen in der still.
So darf es sunst anregen kein man,
Er würd for ein ketzer griffen an.
^40 Solicher ndsbrauch ist on zal,
Hat überhant gewonnen überal.
Ich hoff, Karl der durchleuchtig held
Werd es z& herzen nemenselb
Und laßen berufen ein gmein concilium:
M5 So findt man an der sach das recht trum.
So wöl wir bitten got aller ding
Daß dem frumen fUrsten wol geling
Und im got geb sein herz gerecht:
So werden vil krumer sachen schlecht.
VI.
VON DEM JUBELJAR.
Ditt bKecIilein sagt gar offeabar
von Bwtfeltlgem Jabe^ar.
Da« ein des harren Jesu Christ,
das ander des bapsts Jarmarkt ist.
Welcher dlQ bttechlein recht besieht,
der lauft gen Rom umb ablaO nicht.
Rom wirt ein haubt der weit genant :
daramb kein geist Ist da bekant
Wann nuor der bös und ffint der vrolt :
daher Rom liebt für got das gelt.
1585.
Ein ieder christ ist des verpflichte
wann er sein brftder irren sieht;
Daß er in weis und zeig im an
den rechten weg den er sol gan.
5 Nfin hab ich kurz bi nacht gedocht,
weil ich etwan nit schlafen mocht,
Daß man das fünf und zwenzig jar
iezt zelen wurd. da dacht ich zwar,
Das ist das jar da von man seit ,
10 was großer gnad und heiligkeit
ZA Rom gefunden werd mit schal :
welcher die kirchen suche all,
Der werd ledig von Sünden gar,
und heißt man es das jubeljar.
15 Da fiel mir zd , wie wir bißher
39
verfurt sint mit der falschen 1er
Daß wir des wegs gefeit han ganz,
biß daß uns got der gnaden glänz
lez scheinen lat so kreftiglich.
::« da dacht ich mein zeit hinder sich,
Was ich vom jubeljar hab ghört
damit wir lang zeit sint betört
Durch den Entchrist den bapst z& Koni,
was er hat gmacht für ablaßkrom.
25 Die weil man aber noch vil findt
die des falschs nit berichtet sint,
Die merken uf diß kurz gedieht,
so werden si gar wol bericht
Wo si recht gnad und ablaß finden
rv<» und bleiben dannocht bei im kinden.
NAn hört ! der jubeljar sint zwei :
das ein hat gar ein groß geschrei
Und hat doch wollen wie ein schwein ;
das ander dunkt mich beßer sein.
S5 Das ein das hat der bapst erdicht,
der deutschen gelt darmit gericht:
Das ander zeigt uns Jesus Christ
der aller gnad ein geber ist.
Das ein ist falsch und eitel trug,
4o das ander warhaft und kein lug.
Im jubeljar des bapsts man seit
daß durch die weite Christenheit
Der ablaß werd ganz ufgehaben:
wer ablaß well^ gen Rom mfiß traben,
4o In Jesu Christi jubeljar
dem Sünder wirt verzigen gar,
Er sei gleich wo er sei uf erden,
darf nit zfi Rom ein pilger werden.
Im jubeljar des bapsts man fort
ho duTchgangen ist die gülden port
Daß man der sünd möcht ledig sein.
so spricht Christus ^wer nit gat ein
Durch mich in stal , der ist ein dieb.'
40
der bapst on gelt hat nienian lieb:
55 So hat uns ChristuB umb sunst geben
das i^ir verlangen ^ ewigs leben.
Das jubeljar des bapsts fürwar
kumpt erst in fünf und zwenzig jar.
Das jubeljar des herren Christ
60 all jar all tag all stunden ist:
Zfi welcher zeit man gnad begert,
so wirt man der von got gewert.
Im jubeljar des bapsts man halt
gar vil auf seine gnad und gwalt
65 Und wirt da Christus gar veracht
der uns die gnad alein hat bracht.
Im jubeljar des bapsts (nfin hört!)
wirt mancher uf der straß gemört:
Im jubeljar Christi wirt geben
70 den toten daß sie ewig leben.
Im jubeljar des bapsts man irt
und mangem ist die straß verwirt;
Aber in Christi jubeljar
mag nieman irren umb ein har,
75 Wann er das leben ist und weg,
die warheit und der rechte steg
Durch den man kumt ins vaterlant.
im jubeljar des bapsts ze haut
Zeigt man vil toten bein ze Bom:
80 da mit treiben sie iren krom.
Im jubeljar Christi wirt zeigt
in des namen sich alzeit neigt
Ein iedes knie im himelrieich,
uf erden , hellen algeleich.
85 Im jubeljar des bapsts ist vast
demutigkeit ein frembder gast,
Aber hoflfart und bracht ist groß:
das treibt der bapst on underloß.
Das geben im die teutschen narren,
90 die dort im wagen \ hie im karren
SUits ziehen mußen ewiklich,
_41
so ferr sie nit lant wenden sich.
Dar gegen Jesus Christus kam,
die gstalt eins knechts er an sich nani,
»5 Hat nit da er sein haubt hin legt,
wart aber herlich uferwegt.
Also wirt er was nidrig ist
erhöhen euch z& seiner frist.
Im jubeljar des bapsts ist gar
100 liegen und triegen offenbar;
Im jubeljar des herren Christ
ja ja f nein nein die rede ist.
Ze Rom wirt mangem vil gestolen,
80 «er vermeint ablaß ze holen:
105 Im jubeljar Christi (ich sag)
kein dieb den schaz nit stelen mag.
Im jubeljar des bapsts gemein
machen die pilger müde bein,
Wann sie gen Rom umb ablaß loufen,
11« den sie umb gelt doch mußen koufen.
Christus in seinem jubeljar •
Gibts als imib sunst und spricht ^kumpt liar!
Welcher glich mud von arbeit ist,
ich wil in Sterken z& der frist.'
115 Im jubeljar des bapsts ze haut
verlaßt manger sin vaterlant,
Ouch weib und kint und zeucht gen Rom
und bringt ein brieflin für ein krom:
Das sol die gstalt sein Jesu Christ,
iio doch schwerzer dann der teufel ist.
Damit hat Rom die weit betrogen.
ich gloub genzUch, es sei erlogen
Was man von Fronica ußspreit,
die weil die gschrift darvan nüt seit.
125 An Christi jubeljar man gat
da man das recht vaterlant hat.
Da wirt kein christ wider umbkeren
der hant anlegt an pfläg zfi eren,
Wann Christus Jesus im nit leugt,
42.
130 noch in mit falscher gstalt betreugt.
Im jubeljar des bapsts hie bei
wer eigen ist, der wirt nit frei,
Wie bei den alten ist gewesen,
als man Levitici mag lesen.
135 Auch ist kein geistlich freiheit da:
wer die begert, sich anderswa,
Wann das hat sich genzlich beftmdcn,
wie hart man uns hat angebunden.
Die speis, die e und die vastag,
HO die iederman frei bruchen mag,
Darzft die beicht und sacrament
hat man uns in ein gsatz gewent.
Im jubeljar Christi wirt geben
die recht freiheit des geists (merkt eben)
145 Und nit des fleischs die mancher sftcht
des sin nach got gar wenig rieht
Im jubeljar des bapsts mfiß man
zÄ Rom die tempel s&chen gan
In allen gaßenJiin und her,
150 gleichsam ob got verloren wer
Oder spilet der blindermaus
daß man in sfich von haus z& haus :
Und uns die gschrift doch clarlich seit
'ir sint der tempel gots bereit
155 Und got wont in keim tempel nicht
durch menschen hende ufgericht.'
Im jubeljar des bapsts verAcht
das reich gots wirt zu Rom gesucht:
Und Christus spricht mit Worten dar
100 <das reich gots ist in üch förwar.*
Und wir wollen gen Rom drum loufen,
die gnaden gots um gelt erkoufen,
Gleich wie Simon der Zauberer
an Petrum thet der gleich begemV
i<i5 Ze Rom uß großer heißer not
gar mancher ißt und trinkt den tot.
Im jubeljar Christi (merkt eben !)
43
neußt man und trinkt das ewig leben.
Das jubeljar des bapsts on gschrift
170 nfir uß dem geiz ist ufgestift:
Das jnbeljar Christi on zal
mit gschrift bewart ist liberal.
Daher in des bapsts jubeljar
der gnad gefalt wirt ganz und gar :
175 So Christas mit sim eignen blut
der gnaden gots uns werschaft thät.
Was sol ich lang darvon vil sagen?
von Rom wirt kein gAt gwißen tragen.
Danunb rat ich eim ieden christ,
i^ die weil es nüt dann falscheit ist,
Daß er sich hut vor diser fart
and bei sim haus der gnaden wart.
Langent den ablaß den ir hant
von Jesu Christo üch benant:
u5 Den armen speist und gebt im trank,
wirt er eilend oder ist er krank!
Ist er nackend y in gfengnis gleit,
gant z& im , thftnt im dienstbarkeit!
O got y so wir das grifen an,
190 ließ got uns nimmer leit zfi stan:
Er würd uns geben durch sein namen
recht ewig gnad. das gschech uns ! amen.
vn.
EIN TE DEUM LAUDAMUS
VON BAPST PAULO DEM DRITTEN
VERDEUTSCHT
DURCH BÄPSTLICHER HEILIGKKIT
GUTEN FREUND
ERASMUM ALBERUM.
Pasquillus
Dein heiligkeit verfluchet ist,
MarsoriuB
Du mensch der stind und Widerchrist.
Pasquillus
Dem satan deim heubt hengstu an
Marsorius
Der nichts denn liegn und würgen kan.
Pasquillus
5 All dein Schmeichler imd hofgesind
Marsorius
Der Christenheit ergst verreter sind.
Pasquillus
Die ganze rott der bschomen schar
Marsorius
Rumen von dir mit großem schal
Pasquillus
*Du allerheiligster !
Marsorius
10 O allerheiligster!
46
Pasquillus
Vil heiiger bist denn der gecreuzigt Christ.'
MarsoriuB
Doch sagen wir daß himl und erd
Pasquillus
Vom gstank deins greuls betrübet werd.
Marsorius
Von dir helt nur der heuehler schar :
Pasquillus
IS Was die sagen das ist nicht war.
Marsorius
Buben und knabnschender on zai
Pasquillus
Mit einem mund dich loben all.
Marsorius
Dagegn die ganz Christenheit werd
Pasquillus
Helt dich jf&m ergst böswicht auf erd,
Marsorius
to Denn eitel lugen ist dein 1er
Pasquillus
Die von dem teufel komet her.
Marsorius
Dein son im hurenbett gebom
Pasquillus
Ist ein Sodomit wie du verlorn.
Marsorius
Solch greulich sünd treibt ir vil i^
Pasquillus
»5 Denn daß ir zulaßt priestere.
Marsorius
Du lestermaul und teufeis kind
Pasquillus
Mit alle deinem hofgesind,
Marsorius
Du hast einr nonn leib nicht verschmecht
Pasquillus
Zu meren das verdampt geschlecht.
46
Marsorius
30 Das himelreich zugschloßen hast,
Pasquillus
Beschwert die leut mit ewiger last.
Marsorius
Derhalbn bistu, gröster böswicht,
Pasquillus
Zur ewign verdamnis hingericht.
Marsorius
Hilf nu deim volk und mach sie reich !
Pasquillus
35 Cain dehn vater bistu gleich.
Marsorius
Mit dir in der hell han sie teil.
Pasquillus
Dein ablaß wird nu nimer feil.
Marsorius
Dein rott lert , daß die ablaßkist
Pasquillus
Die sünd vergeh gwisser denn Christ.
Marsorius
40 Deins götzndiensts und abgötterei
Pasquillus
Sind wir , got lob ! nu forthin frei.
Marsorius
Teglich , bapstesel , wir fluchn dir
Pasquillus
Und Christus namen preisen wir.
Marsorius
Weil der auf unser Seiten steht,
Pasquillus
45 Das bapstumb gwis zu trümmem geht.
Marsorius
Got wolt ja gnedig dafür sein
Pasquillus
Daß uns nicht eff der heuchler schein.
Marsorius
Der liebe got wol uns erhörn
47_
Pasquillus
Und das verflucht bapstomb zcrstörn.
Marsorius
so Oot zeig uns sein barmherzigkeit.
Pasquillus
£>er bapst ligt , das ist uns nicht leit.
Marsorius
Die auls bapsts gnad und lere trauen
Pasquillus
Werden gottes reich nimer schauen
Amen.
Versiculus
Danket got daß der mensch der sünden ofFcnbarct ist!
Wir danken got durch unsem herm Jesum Christ.
VIII.
EIN QETICHTE
DARIN ANGEZEIGT WIRD
WIE FROM HERZOG HEINRICH VON BRAUNSCHWEIG
UND WIE BÖSE DIE LUTHERISCHEN SEIN.
HERZOG HEINRICH VON BRAUNSCHWKIG
Neue mttnsc schlag ich,
Die kMten vol hab ich,
AU elgcnwillisch wider mich,
Henog Heinrich bleib ich.
CONTRARIITM
Neue tflcke braaeh ich,
NichU erlichs handel ich,
Drnmb all evangelisch wider mich,
Ein tchelm und bttswicht bleib ich.
Cunz Braun ist der frome man
Der wider er und eid thun kan.
Ein gesprech hat er drücken laßen
On titel und namen der maßen,
Daß er die weit damit wil blenden
Und frome leut on schult sehenden,
Wie auch fleißig haben gethan
Im kamergericht sein compan,
Daß sie habn gethan in die acht
49
to Anß lauter mutwil wol bedacht
Zu Goslar die erliehen leut
Die noch unschuldig sind heut
Und nie wider das reich haben gethan
Und auch izt in gehorsam stan.
IS Das hat herzog Heinrieh gemacht
Der allezeit nach unfrid tracht.
Er wolt gern die stat verderben
Und brengen unter sein erben.
Er wolt sich an inen rechen.
^0 Ir lantwer thet er einbrechen,
Mit feur er sie verbrent gar
Und erstach ir bürger vorwar.
Dnunb han sie mit gutem gwißen
In kriegs nöten eingerißen
tb Ein kloster vor ir stat gelegen,
Dafür sie sich nicht künden regen.
Er war mit sein reutem schon bereit,
(Wie man das weiß guten bescheit)
Er wolt sich izt darein legen
so Und daratiß die stat befehden.
Das stunt Goslar nicht zu leiden.
Derhalben solchs zu vermeiden
Theten sies kloster auß seim gsicht,
Wie denn von steten oft geschieht
s5 Und im gleichm fal on hinderlist
Jdermann mit recht erleubt ist.
Noch müßen sie sein in der acht
Für der weit mit großer pracht,
Alein daß Heinz der bösewicht
40 Sein lügn hat bracht fiir ir gericht.
Wer hat größer imrecht ie gehört
Und die weit ie so hoch betört?
Laße dirs doch erbermlich sein,
O goty lieber herre mein!
4s Gedenke doch, herr got, daran.
Wie böslich und unrecht hat gethan
Das keiserlich kamergericht
4
50
Daß es sein eid und pflichte bricht^
Dazu er und tugent vergißt
50 Auß lauter bosheit und arglist^
Daß sie den von Goslar helfen nicht
Wider Heinz den erzbösewicht,
Der solche verreterliche that
Wider die arme stat gethan hat
65 Des gleichen nie gehöret ist
So lang die weit gestanden ist,
Die im auch mit freflicher that
Gefangen imd ermordet hat.
Ins keisers gleit sie griffen an,
Go Da sie soltn billich sicher stan.
Und als sie in sein hend sint komen,
Hat er in mit gewalt genomen
Ir hab und das keiserlich gleit
Das zu irem schütz war bereit
G5 An zweifei und zu großer ere
Der keiserlichen macht und höhe,
Davon er mit werten so vil helt
Daß er im selbst niemant gleich zeit.
Solcher bubenstücke vil mer
70 Wider got recht und alle er
Hat der leichtfertig verlogn man
Andern leuten wol mer gethan,
Wie sein böse gerüchte laut.
Auch von der begrabene braut
75 (Die heut zu tag noch leben sal
Und sich emert in seinem stall)
Der Goslar citation melt
Und der ganzen weit furhelt,
Auch sein verreterliche that
80 Die er am pfafih begangen hat,
Den er vest hat eingeschloßen
Und mit blei das schloß begoßen,
Da er hat müßen verterben,
Des hungers jemerlich sterben.
85 Solchs gerücht muß er behalten
51
Und bei aller weit laßn walten
Biß er klerlich purgiere sich
Fht gerieht: solches helt den stioh.
£r muß schweren den eid gar rein
'^ Selb sibn die im ebnbürtig sein.
Wo das nicht bald aufm fuß geschieht,
So muß er bleibn ein bösewicht.
Das wirt im nicht abwaschn der Rein,
Vil weniger das pochen sein,
»s Es ist der feign und verzagtn art
Daß sie scharren und pochen hart,
Da doch gar nichtes hinder ist
Denn daß sie zu haus auf irm mist
Wie die verzagten hunde beUen
IM Die an helsen tragen schellen.
Wider disen untreuen man
Qoslar kein recht erlangen kan
Aufl keiner andern Sachen nit
Denn daß si sint lutherisch mit:
ifts Denn die lutherischen knaben
Mußen alzeit unrecht haben.
Wenn sie auch gleich gehorsam sein
Gh>t dem herm und irm keiser fein.
Alle zeit müßen haben recht
11» Bapst mönch pfaffen und ire kneoht,
Wenn sie gleich wider got leben,
Auch Widers keisers gsetz streben,
So ists in alles vergeben,
Wenn sie nur den bapst erheben,
n:> Wider den Luther heftig reden,
Über got und sein wort schweben.
Und das ist kein wunder nicht
Daß solchs zu diser zeit geschieht,
Dweil ins keisers kamergeiicht
»» (Wie alle weit ist wol bericht)
Eitel pfaffen knechte sitzen
Die wider uns etsts erhitzen
Konig und fursten hocfagebom.
52
Den fromen keiser außerkom
Hb Zu zom und grim bewegen
Daß er sich wider uns sol legen,
(Wie Ciinz Brauns gesprech anzeigt •
Und mit großem vleiß anregt)
Zu vergießen unschuldig blut,
ISO Daß wir komen umb leib und gut.
So hau sie sich im gesprech erzeigt.
Wie sie zum Md sein geneigt
Got, laß dichs ewig erbarmen!
Hilf uns elenden und armen I
135 Laß widerfaren kein leit
Deiner götlichen warheit!
Erhalt und schütz in diser not
Dein götlich und heiliges wort!
Du wolst tilgen und außrotten
140 Alles was menschen han geboten,
All lügen ketzrei und irrtumb
In einem itslichen bistumb!
Auß mutwil woln sie uns zwingen
Und mit gewalt dahin dringen
i4fi Daß wir der jüden äffen
Die opfer und messpfaffen
Wider einsetzen sollen
Und sie widerumb laßen brüllen
In unser kirchen uberal
IM Des bapst messen mit großem schal
Und im sonst gehorsam leisten
In seinen gsetzen am meisten.
Das können und woln wir nicht thun,
Wenn man uns gleich geh ein caphuu
1&5 Das feister und herlicher wer
Denn der ganzen weit macht und er.
Christo wollen wir gehorsam sein,
Sein wort und befel halten rein:
Da wollen wir fest bei bleiben,
uo Wenn sie uns gleich selten aufreiben.
Es dürft vorwar nicht vil tobens,
5n
Denn all artikel des glaubens
Oleuben predigen und bekennen wir:
Das bezeugen wir, got, für dir.
I«» Sollen wir denn dammb sterben
Und an leib und gut verterben,
So ^esche dein götlicher will
Heimlich verborgen in der still,
Wie dein gewonheit alzeit ist:
170 I>aztt du ein rechter meister bist
Das uroln wir dir befolen han:
Du bist der herr ders wol machen han.
IX.
EIN LUSTIG GESPRÄCH
DER TEUFEL UND ETLICHER KRIEGSLEUTE
VON DER FLUCHT DES GROSZEN SCHARRHANSEN
HERZOGEN HEINRICHS VON BRAUNSCHWEIG
anno MDXLIl.
Lucipers des hellischen erzteufels
rede zu seinen bellgenoßen
Ei lieben heim, ich hör jemerlich klagen
Und erschreckliche neue zeitunge sagen,
Daß herzog Heinrich von Braunschweig der jünger mein
Sol von seinem laut entronnen und verjagt sein.
Wie hats denn versehen der küne helt?
Ich meint, er solt haben den beren gefeit
Der so grausamlich bremmet in der weit
So hilft weder practicieren verreterei noch gelt,
Der lutherische häufe nimpt über haut,
Das evangelium breitet sich in alle lant.
Jderman wil dem selbigen anhangen,
Manch mensch tregt darnach groß verlangen:
Die setzen alle wider unser hellische list
Mit irem herm und könig dem gecreuzigten Christ.
Der hat uns einmal ins maul gegriffen.
Für seiner gewalt uns noch die äugen triefen.
Unser reich wil schier gar untergehen,
55
Es wil weder bapst noch Bein gescfawürm bestehen.
Wir haben all mit vleiß zusammen gethan,
to In der weit alles Unglück zu richten an:
Eis wil aber gar nicht nach unserm willen gau.
Was wir mit unsem anschlegen thun tichten und trachten
Das begint die christliche verstentnis gar zu verachten
Lagt uns im weg an allem ort
i2 Daß imsere Sachen nirgent gehen fort.
Das TerdreuBt ims ser on alle maßen:
Doch können wir unsem jungem von Braunschweig
nicht trostlos laßen.
Darumby Pluto und Belial, ihr getreuen freimd,
(Wir wißen nicht beßer botschaft die man zu im send
^u Denn euch) nu schnell auf die fart!
Tractiert in erlich nach seiner art!
Saget im unser huld und hellischen grüß!
Belial, kanstu nu vil liegen und triegen, lieber^ thues !
Und bringet im von uns diso mere,
rv-. Daß uns sein ungefel gehet zu herzen sere.
Wollen uns auch sein mit ernst nemen an.
Alle unser hellische macht setzen daran.
Wir haben noch vil getreuer reicher genoßeji,
Wollen all unser gift zusamen stoßen
i<* Mit verreterei practicieren und vinanzen :
Können im noch wol hülf und rat zuschanzen.
Er Tcrlaß sich nur darauf und backe nicht.
Vertrauet er uns, so wirts wol außgericht.
Wir haben wol eher einem also gethan,
4 * Können unsem jungem auch in hindern Spiegel sehen lan,
Da6 im geholfen wiri in unser hellen reich:
Dahin gehört er und sein gleich
Und sint alle unser wilkomen gest
Sehet, helft ime darzu treulich und thut das beKt!
Pluto und Belial antworten
^' Großmecbtiger fürst des hellischen grünt,
Zu diser botschaft sint wir der rechte außbunt.
Daß man auch dison löblichen man,
56
Der alle wege hat nach eurm willen gethan,
Trostlos solt laßen und im helfen nicht,
55 Da er doch alle sachen nach teuflischer bosheit außgerich t,
Das were die gröste Undankbarkeit
Und seiner vil großen potentaten leit:
Denn diser man hat ein gut gehör
Bei euer majestet vicario dem bapst und ander mer,
(*>o Cardinalen bischoven und großen pfaffen^
Bei den selbigen unsem teufeis äffen.
Dazu bei großen königen fürsten und weltherrn,
Die alle zu euerm reich gehöm.
Folgen im gerne und gaffen auf in,
*(5 Auf im stehet al ir trost und sin:
Denn er kan das glöcklein nach irem klang gießen*
Sie haben in auch weidlich mit der silbern büchsen
mußen schießen.
£i lieber eins umbs ander, keins umb sust,
Es hat sein stal gar wol da mit gebust.
70 Er meinet, hets im ser gut gemacht.
Pochte heftig auf die vermeint kammergerichtacht.
Die zwo erlich stet Braunschweig und Goslar
Selten für im stehen große gefar.
Die wolt er der maßen treiben und zwingen,
75 Daß sie im müsten seins gefallens ein liedlin singen.
Es würde im niemant dürfen weren,
Er wolt sich auch an ir mit verwanten nicht keren:
Denn sein anschleg und praktik wer also verwart,
Wolt sich wol zu rechter zeit machen auf die fai^t
Ro Und den vortanz aller erst haben angefangen.
Wenn er alle euer hellische reichgenoßen het an siel)
gehangen.
Also wolt ers greifen weislich an.
Ich het selbs nicht gemeint daß im die schanz solt
gefeiet han.
Er hoffet, es solt sein praktik erst bestehen.
^5 Wer kans aber alles zu bolzlin drehen?
Es habens ander leut am lernen verstau
Daß die vorsitzer im flößen ein vorteil han
Und daB aufsehen sei im spil das best.
Ist niclit gut daß man einem zu vil vorteil leßt.
9o Danunb hat sich die verstentnis kurz besimnen,
Sint dem firomen man zu frü auf die kerwei kiunen^
Haben im also ein rang abgelaufen.
Furcht warlichy sie werden im ein kappen kaufen.
Man hat sie so tief laßen einreißen,
1*3 Es wil kunst sein^sol man sie nu außbeißen.
Wir wollen uns aber in eile zu unserm herzog machen.
Man muß mit ernst thun zu disen Sachen.
Wir wollen kein vleiß noch müe sparen,
Wollen mit im in der weit umbher faren,
KM Hilf und rat suchen bei den die wir wol kennen:
Ist on not daß wir sie alle nennen.
Man muß nicht offenbaren alle sachen.
Wenn man wil heimliche praktiken machen,
Denn wir habens zwar bereit dahin bracht
fi Daß unser sonst nirgent wirt wol gedacht.
Aber großmechtiger Fürst und herr mein,
Ir müßet selber mit meister sein
IGt eingeben zuschüren und aufblasen.
Daß wir die leut mögen füren bei der nasen
II« Und daß unter einem erbam heiligen schein
Die grösten erzbubenstück verborgen sein.
Sich etlich stellen als fechte sie es nicht an,
Sprechen *ach wie erleb ich die zeit, ich arm alter man',
Thun doch alle practiken helfen machen,
113 Kernen sich denn gar nichts an der Sachen,
Laßen einen andern das redlein treiben.
Dürfen dennoch guts glucks, sols verschwigen bleiben.
Darumb gebt uns mit der teufel genug
Daß wir haben die wir mögen schicken wider zu ruck
i;« Und entbieten euch alle Sachen.
Nu wir wollen uns auf die fart machen.
Ein ander klein teuflin.
Gluck zu! sagt Hewenstreit.
Nu laßt sehen, wer den andern geheit!
58
Pluto Belial, die abgefertigte botschaft
und ire zugegebene rotte sint nu auf.
Pluto
Wo wollen wir hinauß? wo treffen wir denn an
125 Herzog Heinrich den guten erlichen man?
Ich acht; wir ziehen zum nehesten hinauß
Nach Wolfenbüttel zu seinem ser festen haus.
Auf dem wege wollen wir wol erfaren neu Zeiten.
Können darnach zu im die post reiten.
130 Sehet zu! dort kompt ein landsknecht her.
Der wirt uns sagen neue mer
Wie es umb des herzogen Sachen stehet
Und wie es in seinem lande zugehet
Der landsknecht
wider sich selber
Poz Veiten! was kömpt dort für ein schwarzes her,
135 Obs wol der freidige herzog von Braunschweig wer!
Es ist ein seltsame gesante hab:
Ich mein daß der teufel mit seiner muter her drab.
Sie dringen daher: ich muß stil stan.
Ich sehe, sie wollen mich sprechen an.
Beizebub der reuter marschalk
140 Wazm her, kriegsmann, wann her?
Was sagestu vom kriege für gute mer?
Ist Wolfenbeutel hart bedrengt?
Haben sie schier die rüben umbher versengt?
Ich mein, sie sollen anlaufen
115 Und sich noch wol ein weil darumb raufen.
Kriegsman
Potz macht! ich bin von Wolfenbeutel kaum entrannen.
Sic schießen hinein wie sant Veltens wunnen.
Wir meinten, der böse herzog solt uns haben rettun«^
gethan.
Er bleibt auß. daß in muß sant Küris rauch be^^Uin!
59
i» Ich mein, man hat im sein wolfesnest zugericht,
Wer es noch eina so fest, so hilfts alles nicht.
£a hat sich warlich der herzog wol bedacht
Daß er sich hat von dannen gemacht.
Het er noch so ein kirnen mut,
1^ So weiß er daß weit davon ist für den schuß gut.
Marschalk
Höre weiter, lieber kriegsman mein!
Sagt man nicht, wo sol der herzog sein ?
Kriegsman
Ich weiß es sälver, poz Veiten! nicht.
Der povel yon im seltsame rede ticht
i«o Man wil sagen, er sei zu frau Marien gen Burgund ge-
zogen.
Man weiß nicht wo er hin ist gestoben oder geflogen.
£r hat uns recht in der suppen laßen stan.
Ich diene im nicht mer^ solt ich umb brot gan.
Es mag im der teufel helfen!
1« Zu Wolfenbentel zeuget er schwerlich mer junge
Gwelfen.
Marschalk
fä ob du an im verzagest, lieber man,
Man wirt im dennoch wol helfen und beistan.
Hau imer hin, lieber gesell!
Ich sehe, du scheuest dich auch fiu* der hell.
170 Der laur hat uns lang gehalten auf:
Wir müßen flugs wider stechen drauf,
Wollen rucken den berg hinan.
Sihe dort sehen wir ein heuflein reiten oder gan.
Ein gemein teufelchin
Herr Marschalk, die dort von femis ziehen her,
17& Das sint zehen oder zwelf reuter.
Ich sehe daß sie gleich her auf uns draben :
Da wollen wir aber weiter fragen.
Marschalk
Schort, euer vier rucken balt hinauß zu in!
Sagt in aber nicht^ wer wir sein oder wo ich bin!
180 Nemet von inen bescheit und saget wir sint freund!
Daß wir ungern wolten frid machen, darzu sint wir
gesent.
Sagt in, wir wollen sie gütlich sprechen an.
Sie sollen kein scheu für unserm häufen han.
Herr Hans ungenant ritter
zu seinen knechten
Ir gesellen, dort ziehen vil reuter im grünt,
ibö Qehören sie nicht zu unserm frides bunt.
So werden sie uns weidelich sprechen an
Und ein reuterspil mit uns wollen han.
Reuter Hensel
Herr, sehet dort! sie schicken von sich.
Deuchts euch gut, so wollen Wolf Strauch und ich
190 Auch zu inen reiten und guten bescheit geben,
Gefeit es uns andern und ist uns eben.
Herr Hans ungenant ritter
Ja rucket hinzu, ir lieben knecht.
Und haltet euch in der sachen nach reutors recht!
Reuter Hensel
Hau drauf, gesell, nimm meiner war!
105 Ich weiß wol, das du thust, das ich thun thar.
Wolf Strauch
Thu gemach! sie eilen auch ser her.
Sihe, es sint fürwar seltsame reuter.
Schort
der teufel vomemster vordraber
Wer sint die reuter ? wo denkt ir hinauß ?
61
Beuter Hensel
Ki lieber stalbruder y wo gehört ir zu haus '?
Schort
s«o Unsere herm und reuter das sint iegaten
Und eins großmechtigen herm amasaten.
Sie haben uns yorauß zu euch gesant,
Zu fragen ob ir kernet auß dem Brunsehwiger laut
Und wie da selbs stehen die Sachen,
t«s Denn sie wollen ungern fride machen.
Wolf Strauch
O lieben gesellen , die motten ist schon gesongen^
Wolfbeutel und das ganze laut ist schon gewonnen.
Ir hett ehe müßen thun zu den sachen.
Wenn man hett wollen fride machen.
210 Wolfenbeutel hat gehalten ein strauß:
Die gest sint drin y der wirt ist herauß.
Das wolt ir eturen herren sagen.
Der von Braunschweig hett die leut nicht so solt plagen.
Auf anderer herm schaden nicht haben practiciert,
S15 Auch so vil leut auf sich gefurt
Und gedreuet haben den backenstreiche ;
Oedacht, sihe daß num dir nicht widemmb einreiche:
So were er bei laut und leute bliben.
Es het in auch niemant so halt vertriben.
tf Da er aber so yil reitens hat wollen haben,
Hat man im das röslein dazu müßen beschlagen,
Schort
Nn unsere herm komen heran:
Sie werden ein ander selbs sprechen an.
Pluto
Lieber herr oder was ir seit,
n& Habt nicht verdrieß daß ich zu euch reit!
Ich wolt euch anreden in freuntschaft *
Und bitten gute kuntschaft.
62
Reitet ir auß dem lager her?
Bit , saget mir doch on alles gefer,
230 Wie es alda zugehet
Und wie es umbs lant zu Brunschwig stehet,
Wo doch der herzog Heinrich mag sein,
Denn wir denken auch zu im hinein.
Welten uns schlagen in die Sachen,
235 Ob wir künden ein löcherigen friden machen.
Herr Hans ungenant ritter
Herr , ir wolt mir nicht für übel han
Daß ich euem rechten titel nicht geben kan,
Denn furwar, herr, ich kenn euer nicht.
Ich wil euch aber sagen on alles geticht:
240 Das lant zu BrUnschwig mit alle festen ist gewonnen,
Der herzog ist davon entronnen,
Er hat schendlich verlaßen sein lant und leut:
Wil gern sehen wo er sich erhole einer solchen beut.
Er hat sich von seinem weißen röslein selber gehörzt.
245 Got hat sein ubermut imd hoffart zu bodem gestörzt.
Daß er nu ist ein herzog on lant,
Sein tyrannei und tück iderman gemacht bekant.
Gottes heilwertiges wort hette er gern auß der weit getriben,
Auß hofertigem stolz sich an iderman geriben,
250 Notfeur gesucht an allen orten,
Umb sich geschmeißt mit weibischen schmeeworten.
Hat den erlichen rautenkranz hart gegrifen an,
Gemeint , wer im niemant zu gut dem künen man :
Hat aber nicht türren erwarten der roten schwort,
255 Furcht man möcht im gestrigelt han sein weißes pfert.
Der Stern hat im auch so ser in die äugen geschinen.
Hat gedacht <wol auf ! nur weit von hinnen !
Hie helfen weder wolfes löcher noch steinbrucken.
Ich hab zu hoch gefaren , ich muß mich nu tucken.'
2C0 Ei ja , lieber herr , so gehet es den die got verachten,
Andern leuten nach im eren und gelimpf trachten.
Wollen nirgent an und oben rauß:
Ehe man sich umbsihet , so ists mit inen auß :
G3
Es helfen weder starke Heuser noch festen.
'<3 AOes dinges ein maß , das ist am besten.
Menschlichier trotz muß untergan:
Alein gotes wort bleibt ewig bestan.
Denn wenn von anbegin diser armen weit wesen
Alle historien und geschieht worden durchauß gelesen ,
t:) So findt man ^ was sich hat wider got gesetzt.
Das hat dennoch alles müßen untergehen zuletzt.
Widerumb wer auf got hofft und dem vertrauet,
Der hat im ein starke festen gebauet,
£r wirt auch verlaßen nimer mer:
:t:^ Got hat in schütz sein leib sei gut und er.
Das solt der stolze herzog auch haben bedacht.
So het er sein sach gar vil beßer gemacht.
Pluto antwort zomiglich
£i mein lieber guter freund und berr,
Ir gebt ein ser guten prediger.
:">•» Memt ir , der herzog sei nu ganz und gar verlaßen?
Nein • es stehen cUe Sachen der maßen,
Der bapst cardinal bischof und der teufel in der hellen
äint all in disen Sachen sein mitgesellen.
So ist al sein thun imd leben auf unrue gericht,
2^ Dammb er vil wunderlicher und seltsamer anschlege
erticht :
Hat sich nacht und tag damit getragen.
Er meint aber nicht sich selbs zu verjagen.
Aber daß imer iemant darin solt erm.
So schlehet untreu iren eigen herm.
öo Er wirt dennoch genzlich nicht ablan,
Wirt sehen und richten ein neues an.
So lauem izxmt auch sonst sein bunds verwanten,
Denn daß man in so überraschet hat , sant Anten !
Het gemeint , ea solt aber uberredens gelten
^'' Und man würde noch lenger schreiben und sich mit
im schelten.
So wandelt man die feder in büchsen und lange spielt,
Fragt nichts darnach , wem das verdrieß,
l>4
Ob papisten tcufel und all sein bundsherren
Heftig darumb toben Avüten und zörnen.
300 Aber man wirts nicht unter wegen laßen:
Können wol wider ein stein zusamcn blasen
Der die evangelische verstentnis stoß für die stirii
Und selten wir auch den Türken zu hilfe fttrn.
Und ich selber wil einer sein,
S05 Mein samen auch weidlich mengen drein.
Herr Hans imgenant ritter
Es ist ein geschieft man , muß fort wogen :
Der es in seiner hant hat, sitzt im himel droben:
Den müßen die teufelwtirm auch drümb fragen.
Wir wollen für dem geschmeiß nicht so hart zagen.
310 Der got der lebet und alles erhelt,
Hat den selbigen teufelsköpfen alle bereit ein urteil gefeit
Die wider got sein heiliges wort und alle erbarkeit stre-
ben wollen,
Daß sie gehören in den abgrunt der hellen.
Denn das wüste auch herzog Heinrich der fromc man
315 Daß im der seine bosheit steuren kan.
Darumb da herzog Georg von Sachsen verscliideii was,
Auß großem mitleiden und betrübnis sprach er das
*Nu wolt ich daß got im himel wer gestorben!*
Ei lieber ja , so weren seiner erlichen anschlege nicht
so vil verdorben,
320 Sint sie im aber all zurück sint gangen
Und alles was er mit seiner teufeis rotten hat angefangen
Ist zuschmulzen wie der sehne,
So thut es nu dem firomen herm we
Daß er gar damider gestürzet ist.
325 Da für loben wir den herm Jesum Christ:
Der wirt sein wort und die dem anhangen wol erhalten.
Den selbigen starken got wollen wii-s laßen walten.
Ziehet hin , lieber herr oder was ir seit!
Ich wil auch sehen wo ich hin reit.
Gö
Pluto
ist zornig
^ Reit hin in meinem namen wer du bist!
Was Bchmetterstu von deinem Jesu Christ?
Ir lutherische müßt uns noch har lan.
Und sölt euch alles Unglück bestan.
Herr Hans
wirft sein hengst rumb
Behalt dirs , lieber gesel ! ich reit davon.
Reuter Hensel
53.-. War für halt ir , gestrenger herr , dise reuterei ?
Ich mein daß er der wütige teufel auß der hellen sei.
Ich kan mich in ire rüstung gar nicht schicken.
Sie haben sich wunderlich müßen zusamen flicken.
Je lenger ich sie hab gesehen an,
M« Je mer kam mich ein grausen an,
Auch was ganz wunderlich ir herr.
Da ir von gotes gewalt redet y wart er gar irr,
Kunde euch gar nicht zuhören mer,
Es roch im säur in die nase die evangelische ler.
2«^ Er wirt freilich zum herzogen von Braunscliweig draben :
Der muß nu solche tröster haben,
Die helfen aufwickeln und redlin treiben,
Denn es wil kein redlich man sonst bei im bleiben.
Man hat in lernen kennen zu wol:
^4 Seins guten gerüchts ist die ganze weit vol.
Herr Hans
Ich wüst auch nicht wie ich mit im dran was.
Bei meinen eren rede ich das.
Ich were lieber gewesen weit davon.
Denn daß ich im solt lange reden außston.
^ Sie mügen imer hin weit von uns draben,
Die drüs und beul mit dem herzogen haben!
m
Pluto redet
da Bie von ander koinen
Diser ritter ist filrwar ein trotziger man,
Daß er so tapfer von Sachen reden kan.
Dies thiin wil ich noch weiter strecken
3ßo Und unsers herzogen anschifter ser erschrecken.
Wenn sie es wollen angreifen mit solcher tapferkeit.
So wirt manchem sein practicieren noch werden leit.
Wer hets können glauben noch außsinnen
Daß man die große festen so halt solt gewinnen?
30r> Hat man den reien so risch getanzet auß,
So verlaß sich nur keiner auf sein festes haus.
Belial und ir andern gesellen,
Wir müßen schließen was wir thun wollen.
Weil wir des herzogen wesen nicht können erfaren,
370 So wollen wir unsere müe und vergebens reisen auch
sparen.
Zu disen Sachen gehöret aller papisten und teufel list und
kunst.
Ich fiirchty was wir izt fÜmemen, das ist umb sunst.
Wir müßen bedechtig und ernste ratschleg darüber han.
Ich acht, wir reisen zu rück und zeigens unserm herm
Luciper an
375 Und berichten im alle Sachen:
Der wirts wol wißen, wie ers wil weiter machen
Daß er bleib in der hellischen pein
Und helfe allen unsem unruigen papisten auch hinein.
Das klein teufelchin
wirft sich rumb
Wend dich, röslin ! wir haben ein vergebene reise gethan.
380 Ich furcht, es werden uns noch wol mer anschlege zu
liicke gan.
Beschluß des dialogi
iiot hat aber eins beweiset seine macht
Und den papisten ein denkzedel bracht.
Darinnen sie mügen lesen und sehen
67
Daß ir practik und anschlege gar nicht woHen bestehen :
»^ Denn wie hoch sie scharren trotzen und pochen,
So wirt dennoch in die schanz gebrochen.
Wenn sie haben zum höchsten auf irs anhanges macht
vertrauet,
Der groBe festen auß dreck und stein gebauet,
Und wollen pochen die ganze weit,
s:^ So hat sie got gai* balt herunter gefeit
Und müßens laßen nach seinem li^öllen gan:
Denn sein wort bleibt furhin ewig stan.
Es sint sonst so gar vergenglich alle ding
Die auf diser armen elenden weit sint.
in Wir werden auch nicht ewig leben,
Hüßen zu letzt ein schwere rechenschaft geben
Daß wir also gotlos leben wüten und toben:
Es wirt alles zu letzt ein ende haben.
Und wer hie nach gotes willen nicht hat gethan,
4"« Wirt dort ewig den spot ziun schaden han.
Der liebe got wol seins worts Verfolger auch bekcren
Und iren bösen giftigen anschlegen ftirder weren.
Daß sie mügen zu erkentnis der warheit komen,
Ire grausame sünden durch gotes barmherzigkeit werden
entnomen
4« Daß sie auch bracht werden zu der Seligkeit:
Dazu helf uns allen got in ewigkeit!
Amen.
X.
BEKENTNIS UND OLAG
HERZOG HEINRICHS VON BRAUNSCHWEIQ
DES lÜNGERN.
Injuste efrl «t Iniqnltati^in foci.
DEM LESER
Es kan sich ein ieder erinnern wol
Daß man einen vogel bei den federn kennen roI.
Was ich nun für ein man geacht,
Das hab ich in dise schrift gemacht,
Und hab es danunb gethan,
Damit man es solt wi^en han,
Wie ich gehandelt bei meinem leben,
Was ich gethan und getriben eben.
Dises sol anch mein epitaphiam sein
Daranf ich znbring das leben mein.
Vor Zeiten war darnach ein groß gedrang
Daß ein ieder nach lob und ere rang,
Damach thet man sich bewerben
Solches alles mit vleiß zu ererben.
Aber des selben hab ich mich nicht beflißen,
Darfs wol sagen bei meinem gewißen.
Sondern neue tück hab ich gebraucht vil.
Armer leut gemachet one zil
Mit meinem öffentlichen mortbrant,
Der ist in ganzer weit bekant.
69^
«
Dammb die christliche vorstentnus wider mich :
Von inen bin vorjaget worden ich,
(Das hab ich immer und ewig schand)
Muß meiden mein leut und lant
15 Aber darnach ich selbe hab gerungen,
Also ist es mir auch gelungen.
Und damit man mich mag kennen,
So wil ich meinen namen nennen:
Heinrich herzog von Braunschweig genant
»» Der jünger, in aller weit wol bekant,
Ein oberheubtman meiner genoßen:
Von denselben haben sie mich vorstoßen.
In bösen sachen hab ich das best gethon
Und zulezt bekomen den Ion
Sä Nach dem gemeinen Sprichwort recht
Wie der henker lonet seinem knecht.
Dann als ich gedienet dem Lucifero,
So wirt mir gelonet wie dem Pharao
Der die kinder von Israel vortreiben wolt
so All evangelisch ich auch vortilgen solt
Iklit meiner mortbrenner schar,
Vil gelt darzu gegeben war:
Hab ser darnach gerungen
Und ist mir auf die lezt mislungen,
35 Da ich mein gwalt verloren hab,
Vor got und der weit ganz schabab.
Muß mich nun weiter thun bewerben.
Besehen ob ich könt Beelzebub erben.
Seine macht und das ganz hellisch reich :
40 Ich were in vast auch nicht ungleich.
Dann ich schreib mich den geringsten im spil,
Hab aber gleichwol gedan so vil
Als andre meins gleichen mügen sein
Zuge&llen den herren mein.
4s Und er ich mich zu in verpflicht,
So bedenke ich mir noch eins gebricht.
Es ist war, ich bin ein först wolbokant
In deutscher nation mein vaterlant.
70
Wichtige Sachen wurden vertrauwet mir,
r>o Bei meinem bunt war ich der vornemste schier.
Die hendel hab ich mir obligen laßen
Mit hogem vleiß in aller maßen,
Wie ich von denselben bevel hat,
Unangesehen wem es auch schat,
üb Und ließ mich gebrauchen in Sachen zwar
Die mir niemals bevolen war,
Alein damit mocht angerichtet werden
Mort büberei und anders auf' erden,
Darf wol sagen krieg und des gleichen.
G«j Het vorhoflft, es must mir ein ider weichen.
Das reidlein hab ich weidlich getriben:
Es ist aber leider das best vorbliben.
Doch darf man mir die schult nicht geben,
Dann ich het darbei gewagt leib und leben.
i;5 An mir war gar kein mangel gespürt,
Ich wolt auch die Sachen habn außgefürt:
Der anschlag war darauf gar gericht.
Obs erlich gewesen, mich nicht anficht:
Dann es darumb nicht angefangen war
70 (Wann man die warheit sagen thar)
Daß wir ursach gehabt haben selten.
Wann es nur gangen wer wie ynr wolten,
Der Sachen wer wol rat gefunden.
Erst wolten wir uns weiter haben vorbunden
75 Andere stück zu richten an
Die izunt niemant außsinnen kan.
Aber das spil thet sich also wenden
Unversehens under unsem henden.
Daß ich lieber hett gewolt,
80 Der got im himel sterben solt
Dann ein einig mensch auf erden
Dardurch es must underlaßen werden.
Noch an einem es auch mangeln thet :
Bei etlichen potentaten ich kein volge het,
^n Die wolten den fuchs nicht beißen.
Vor bosheit het ich mich mügen zureißen.
_ 71
Nun ist es verbliben biß auf disen tag,
Qanz uud gar vordorben dlser anschlag.
Darf wol sagen, ich wolt darumb geben,
£wig vorlom haben mein leib und leben,
Daß mir alcin were geraten
Und angegangen die selben thatini.
Aber eins hab ich nicht bedacht dai*bei,
Daß es wider des höchsten willen »(n
Zu vortilgen sein götlichs wort
Durch krieg blut brant oder mort.
Das selbig hab ich also nicht geacht.
Zwar meine gesellen habens auch nicht bedacht
(Dann wie sich das spil gewendet hat,
Das were ich inne alzuspat),
Haben mich gefiirt also in das spil
Daß ich schiddig bin weiß nicht wie vil,
Vorlom hab all redlicheit treu und er,
Glauben gut und was es mer^
Der ich doch vil gehabt haben sol.
Man darfs nicht sagen, weiß vorhin wol.
Wie es izt ergangen ist vor wenig zeit,
Do mir al mein macht damider leit.
Wolfenbüttel mein haus fester dann fest
Haben mir dfurein gesetzt solche gest,
Wider die ich mich lang het vormeßeu
Bei inen die früsuppen zu eßen :
Die haben mirs wüst zugericht.
Aber das mich am sersten anficht:
All mein hendel und practicieren
Muß ich auch darüber verlieren.
Dann die selben Sachen vorwar
Hab ich aldo ligen laßen gar,
Do ich mich von meinen ai'men leuten droben
Über geschwomen eid flüchtig erhoben,
In der nacht macht ein einigen brief
Der mir den tag vor die haut lief,
Do mir von einem abgesaget war:
Ein erlicher man ich in nicht nennen thar.
72
i»b Das spil dorft ich nich erwarten:
Gedacht, sie möchten also mit der kai*teuy
Wie sie weiten . wer billich frei,
Hets wol verdient, sags gleich darbei.
In denselben hendeln begriffen ist
isu AU mein büberei und falsche list,
Was ich vom anfang biß zum end getriben
Und wie es entlich ist vorbliben:
Der selben sein nicht wenig, ab man meint.
Dann ich bedacht hab michs gar voreint,
135 Mir solt kein schalkheit groß noch klein
Die selbig außzurichen zu vil sein.
Wie ich auch getriben mein hurerei
Mit der toten junkfrau, steht auch darbei,
All mein prakticiem und falscher bericht
uo Der keiser könig und dem reich beschicht,
Wie ich auch doctor Delinghausen den fromen man
Ermordet und in den wall hab graben lan:
Das ist man auch ganz gewis.
Umb des wegen ich mein sei vorlies.
u5 Dann mich etlich berichtet haben,
Der churfärst hab in laßen aufgraben.
Nun hab ich etlich mal dafür geschworen,
Er sei meinethalben unvorlorpn.
Wie ich auch mein zeuberei getriben
150 Durch Schwarz Albrechten, bleibt nicht vorschwigen,
Der mich gefiiret durch schwarze kunst
XJber stock und stein: ist alles umb sunst
Auch wie ich mein sigel und brief gebrochen
Und meinen Übermut weidlich gerochen
155 An den beiden steten im reich
Goslar und Braimschweig zugleich,
Die selben auf das hertst bedrengt.
Aber das mich am sersten krenkt:
Ich hab sie nicht können zwingen wie ich gewolt,
iGo Wie säur ich mich dagegen gestalt.
Auch wie ich mit den mandaten gethan
Die keiser und könig her gesendet han,
73
Auch etliche vor mich laßen machen
Und darauf geschriben die besten sachen:
i«5 Das alles weiß man ganz imd gar.
In warheit ichs auch nicht leugnen thar.
Doch das alles mich wenig anficht,
Ist bei mir noch ein leicht gewicht.
Alein eins leit mir in dem kröpf,
170 Darumb ich mich krau hinder dem köpf.
Ich darf es schier nicht sagen wol :
Weiß gleichwol nicht, wem ichs vertrauwen sol.
Dann etliche meine ret und getreuwen vorwar
Sein vom teufel komen gar, .
175 Als Stechau mein großvogt alein,
Darzu den canzler ich mein.
Die solden wol wißen dammb tragen.
Muß sie gleich wol darumb laßen fragen,
Dann mir leit gar vil daran :
im> Derhalben muß ichs nicht ligen lan.
£ine große summa gelt (ist offenbar)
Hab ich empfangen zur mortbrenner schar,
Darvon ich sie besoldet frei.
Sein nun verfloßen zwei jar herbei,
itö Do ich das selbig genomen an.
Nun weiß ich nicht wo ichs gelaßen han
Die selben hendel und alle außgab
Wohin und auf wen ichs gewendet hab.
Ich habs bevolen, sol es nicht zureißen:
IM Sonst würde mich warlich der teufel bescheißen.
Hat man es denn do laßen ligen.
So bleibt es so vil weniger vorschwigen.
Wolt vil lieber wünschen zurißen sein.
Und were es noch der schade mein.
196 Ich muß dannoch darvor gar eben.
Wohin es kome, rechnung geben.
Were es nun sach daß es verloren
Oder von den feinden gefunden worden,
So werde ich vor got und der weit zu schant:
t*9 Das bezeuget mich mein eigen haut.
74
Bei meinem häufen werde ich vorhaßt gemacht.
Zwar mich iezunt niemant mec acht,
Daß ich ire Sachen nicht beßer vorholen
Dann wie sie mirs in geheim bevolen.
2»:. Sol ich nun irer gnaden leben.
So darf ich nur frei denken eben.
Man glaubt und traut mir nur so weit
Als wie ein han mit einem fuß schreitt.
Zuvor bin ich ir trost und held,
:eiu Ir heubtman und ir got gezelt.
Zwar iezunt denken sie 'du bist nicht wert
Daß dich vor uns treget die erd.'
Was ich aber vor stücklein mer gedan,
Das ich izt nicht außsinnen kan :
2i:> Dann meine ret und getreuen dahindeu bliben.
Die haben es vleißig aufgeschriben.
Den ich aber gerne sehen wolt,
Der es in seiner memoria alles behalden soll.
Darf wol sagen, man wirt keinen finden
SSO Vor einen meisjter der mich solt überwinden:
Ich wolt wol behalden den plan
Und mich er darüber reufen lan.
Nun weiß ich nicht, wie ich thu der that:
Ich darft wol einer klugen frauen rat.
2^5 Es muß ein anders angefangen sein,
Wann es schon kost das leben mein.
Dann daran ist nicht vil verloren:
Ich bin bereit dem Pluto außerkoren.
Ich steck in solcher not zu diser frist
S30 Als ie ein mensch gewesen ist.
Het mich nicht vorsehen zu den vorwanten mein
Daß ich also solt vorlaßen sein.
Weil aber meine thaten so offenbar,
So ist keiner der mir beistehen thar.
2»» Dann ich sie darumb nicht vordenken thue.
Wollen sie anders bei dem iren haben rue.
Was darf man auch von mir singen oder sagen,
Moins unfais halben schreien oder klagen?
An einem wolf man kein wiltban bricht.
ii(t Mir nicht mer dann noch zu wenig geschieht.
Wie wol ich vor ir capital geseßen^
So hab ich doch er und eid weit vorgeBen.
Was nun von solchem wer mein Ion,
Darumb darf man nicht fragen don.
2»45 Dann wie etliche gelarte leut vorwar,
Zwelf henker, wenn mans sagen thar,
Etlich urteil und sentenz haben geschloßcn,
Welchs alle auß meiner büberei entsproßen:
Do kont man mir balt ein urteil feilen
2&0 Und naich darauf vor gericht stellen.
Darumb ich das selbig auch nicht wagen thar,
Möcht sonst komen in größere far.
Doch kan ich bei mir nicht ersinnen,
Daß in ganzer weit weren zu erfinden
25S Solche büberei und große schand
Die ich geübt hab mit meiner hant.
Sol ich mich nu weiter umb dienst bewerben,
So furcht ich die untreu möcht auf mich erben.
Aber nach dem Sprichwort war,
riw Was schats, wann mans vorsuchen thar?
Meine botschaft hab ich auß gesant
Mich zu wenden in seltsame laut,
Zu begeben in den gewaltigen häufen
Do die engel mit brenden laufen.
«65 Dann gleicher gestalt geachtet die herrn mein,
Also wirt auch ir diener sein.
Do wil ich mich erst gebrauchen lau
Nach allem vorteil wie ichs gelemet hau,
Ewig und alzeit ein merer im reich,
»70 (Dem Pluto dar niden ich mich vorgleich)
lUch setzen zu seiner rechten hant
Ein gubemator im selben laut.
Ein furstentumb wil er mir geben ein :
Das sol ich besitzen vor das mem.
t7u Meine Sachen wil ich dahin richten
Und al mein thun darauf schlichten
76
Daß mein reime bleibt war
Welchen ich gefuret manche jar.
All meine tage in unrue
280 Breng ich hie dises leben zu.
Nach dem selben ist mir vorheischen worden,
Darzu auch meinem ganzen orden,
Auch ein leben in ewigkeit
Von aller angst und not bereit.
Beschluß
285 Auß disem allen hat ein ieder vomomen
Daß ich auß keinem stein gesprungen,
Sondern daß ich ein man von tugent reich
Also daß man nicht findt meins gleich.
Es ist aber nicht gut daß ich mich selbs lob,
290 Sondern habs wol gehört darob.
Wie meine Sachen gelegen sein,
Das habt ir alles vomomen fein.
Weil mir aber die nachbam übel geraten.
So muß ich selbs loben meine thaten.
2»5 Aber nach dem gemeinen Sprichwort war
Das werk den meister loben thar.
Also vorhoffe ich wol zu bestan
Vor meinen herren vor iederman.
Wil nun besehen wer mich wil feilen,
300 Weil ich gezogen bin in die heUen
Und da warten der gesellen mein:
Vorhoff, sie sollen auch nicht lang außen sein.
XL
BRUDER VEITS
LANDSKNECHTS IM LAGER VOR
WOLFENBÜTTEL
TREULICHE WARNUNG.
1542.
Der got der himel und erden mechtig ist
Hat Bern macht beweiset zä diser frist.
Dem sei alein lob und preis in ewigkeit!
Der ie den seinen zn helfen alweg bereit,
j Hat iez den löblichen fursten von Sachsen und Hessen
zAgleich,
Die von forstlichen tugent hoch begabt und tugentreich,
Wolfenbüttel, des untreuen von Braunschweig festung
und macht,
In ir hend und gewalt ganz und gar gebracht.
Und ist geschehen den zwelften Augusti zu mittag,
10 Da alles in Wolfenbüttel verzagt damider lag:
Dann die nachtigaln falken und schlangen
Hetten etliche tage darför also angefangen
Zfi singen mit erschrecklichen donnerlichen ton,
Daß ein icder in Wolfenbüttel gewünscht er were darvon ,
1» Und weil sie sich dann keiner hilf zfi vertrösten gewüst
Und darzfi verfloßen war die zeit und firist
Darin ir herr vertröst inen zu hilf zA kumen,
Welchs im aber got hat untemumen
Und also wie er gotlose pflegt in die flucht geschlagen,
-' Daß er .sich mit briefen auß dem land hat laßen verjagen
78
Welche aber niemant wunder nemen boI,
Dann der von Braunschweig ist alles falsch und untreu vol:
Hat das an den christenlichen verwanten redlich beweist
Und ganz teutsch nation mit seiner listigen praktikcn
umbkreißt.
25 Dardurch er der armen stete Goslar und Braunschweig
Vermeint mechtig und ir herr zA sein zu gleich.
Darin im aber got von wegen seiner bösen übelthat
Nit hat räum geben wollen noch stat:
Dann es ist im durch sein verhenknus abo ein kappen
geschniten
30 Die er nimmer mer mit seinem pochen wirt vermiten
Und muß abo in zeit seins lebens irre gon,
Wie dann solchs der gotlosen verdienter Ion.
Es ist aber solichs olles gotes werk,
Der die löblichen chür und forsten weiter sterk!
35 Daß auch dem von Braunschweig solt unrecht geschehen,
Wirt kein erliebender der do lebt küimen verjehen:
Dann er ie alle böswicht stück hat getriben,
Welchs im auch vor dem reich unverschwigen bliben,
Und dem trotzer pocher und scharrer oberzelt
^^ Von nu an biß ans end wirt nachgesagt in aller weit.
Ime geschieht auch kaum recht daran:
Dann solche salsen von rautenkraut gehört auf den un-
treuen man
Der mit seinem weißen schelm das aufzufreßen gedacht :
Aber wie bitter das were, aber das ende nit betracht.
45 Vil weniger hat er gedacht an die katzenelnbogische katzen
Die warlich, wann sie bew^egt, auch kan kratzen:
Wie man warUch das iezo vor Wolfenbüttel gesehen hat.
Die katz hat sich redlich geregt den morgen fru und spat.
Laßt nu sehen, wer dem von Braunschweig wil beifal geben :
50 Den wil ich der leichtfertigkeit und untugent eben
Vergleichen, wie herzog Heinrichen den untreuen man:
Das sage ich brfider Veit an allen wan.
Und mag ein ieder in diser zeit wol aufsehen
Und sich so leicht in far nicht begeben,
b:* Dann der löbliche churfiirst mit dem schwert
_ 79
Ist sächsischer art, steif fest und hert
Und sein brflder lantgraf Philips aller müe unverdroßen.
Sie selten wbl noch reißen ein solchen bossen.
Wo in ursach von iemants darzft wirt geben,
Do sie doch sunst lieber nach fride und rue streben.
So ist brflder Veit und sein gesinde
Auch abenteurlich seltsam und geschwinde
Und zu solchen hendeln zfl vermögen gar leicht.
Was aber letzUch darauß erfolget tmd erreicht,
Das nem ein ieder von dem Braunschweig ein ebenbild
Und laß got den herm sein den besten schilt,
Der zfivor auch mechtiger könige hat gestürzt
Und iren stolz und toben wider inen und die seinen ver-
kürzt,
Die sich so bös als der von Braimschweig immerraer
gedeucht
Und letzlich im gründe des meres erseuft.
Danunb sich wider got kein mensch legen wöUe^
Auch sein heilwertiges wort keiner verhindern solle:
Es wirt im sonst gehn wie dem von Braunschweig
Und verlaßen mußen sein gewalt und reich.
Das zeig ich treuer meinimg wol an
Und ein ieder erliebender wöU es zfim besten verstan,
Auch den von Braunschweig dahin laßen hauen,
Dem iez vor einem rauschenden blat thAt grauen,
Und sich hüten vor brflder Veit:
Das rat ich im zfl aller zeit.
Und der almechtige verleie uns allen sein gotseligkeit !
Amen.
xn.
WARHAFTIGE CONTRAFACTUR
HERZOG HEINRICHS DES lÜNGERN
VON BRAUNSCHWEIQ
UND SEINER GESELLSCHAFT.
Kenat oder haut nie gseben in
Und nie von im gehört furliin:
Dn lernst in wol kennen hierin.
Vnrwar ich dir darfter gni bin.
Wolan, wolan und doch wolan!
Ich contrafei hie einen man
Der got dem herren fluchen thar
Unverholen ganz offenbar,
r. Welcher sich vil mer thut verlan
Auf menschen kinder wol gethan
Dann daß er het die Zuflucht sein
Zu got dem herm im himel fein.
Vorwar es ist ein feiner man:
lu Wo ers doch mag gelemet han!
Mich dünkt, so ichs sagen sold,
Gar bald ich dirs anzeigen wold.
David der prophet lobesan
Der wlrt es in geleret han.
lu Das widerspil vemim! dann hör:
Ir solt nicht han (ist Davids 1er)
Hofihung auf irgent einen man.
80 sagt David, got wöls nicht han.
s\
Verlaßet euch Buf fürsten nicht !
90 Höre wie David weiter spricht:
Sie sint menschen kinder wolan
Der keiner etwas helfen kan.
Wer wider dise lere thut,
Der machts so hin, er machts nicht gut.
fö Im feilen stets die anschleg sein^ ^
So einer nicht von herzen fein
Vertrauet got im himel dort.
Merk und schleuß ins herz dise wort,
Heinz von Braunschweig^ lieber Worsthans !
30 Du traute außerweite gans,
Hast den David wol gelesen.
Pfui, sich an dein gotloses wesen!
Lieber, was lestu dünken dich?
Ach, lieber, underrichte mich!
35 War nicht herzog Görg auch sterblich
Als ich und du, als du und ich?
War er nicht auch von menschen gborn?
la zwar, doch hatstu in erkorn
Nicht anders dann für ein got dein:
40 AI heil und Seligkeit gar fein
War dir gelegen an dem man.
Ich weiß, wirsts nicht wollen wort han.
Du kanst nicht darvon komen baß.
Sprich nur, es sei erlogen das,
IS So habs der teufl geredt, wolan!
lür leit zwar sonderlich nichts dran.
Du hast wol ehe glogen frei.
Es ist mit dir heuer nicht neu:
Von lügen bist gar oben vol.
&o Hör was ich dir izt sagen sol!
Werstu gstorben zum ersten an
Der ersten lügen (zweifl nicht dran)
Du weists gewis, o lieber got,
Wir weren alle mancher not
&5 Überhaben, die ganz weit würd sich
Erfreuen des nur gewislich.
()
82 _
Du Heinz, werst Icngst dahin ins bad.
Auch wer verblibn manch böse that,
Darzu du rat gegeben hast,
no Du Heinz, hansworstiseber fantast,
Wie wol dirs nie geglücket hat.
Da magst nu sein bös oder quat,
So^nstu doch kein rat darzu,
Mit wasser weis möchst komen du
r.5 Auß disem unfletigen seubad.
Die warheit dich bezwungen hat:
Dein leugnen hie kein räum mag hau.
Da herzog Georg nu war darvan,
Alda man von dir hat gehört
70 Solch red. wer hat dich so betört?
Ach wie ist es ein ubelthat
80 bös weit über alles quat!
Was wars für red? sie lautet so:
Er wold lieber, got im himel do
75 Wer gestorben, daß nur alein
Herzog Görg möcht lebendig sein.
80 dises möcht geschehen so,
Dann wold er singen fro fro fro.
Dünket dich nicht daß solchem man
Bu Die red hab wol gestanden an?
Wie sold er anders singen zwar
Dann wie im der Schnabel gewachsen war.
Pfui du gotloser bösewicht!
Sich was du gthan! schemstu dich nicht?
»5 Darfstu im himel deinen got
So gar verachten ohne not
Und so setzen die hofihung dein
Auf menschen die all sterblich sein?
Was hat der prinz nu gholfen dir?
90 Ich bit dich, lieber, sag es mir!
Darfst nu nicht sterben gleich wie er.
O warlich mordio und zeter 1
Ist über dich zu schreien zwar, I
Daß du hast vergeßeu so gar
88
»5 Des edlen gots und schepfers dein
Und dich zugethan so gar fein
Der creatur. du großer nar,
Vermaledeit bistu vorwar.
Die heilig schrifl: die zeiget diß,
100 Da sie also spricht ganz gewis:
Verdampt ewiglich sei der gar
Der sein vertrauen setzen thar
Auf einen menschen, man gleubs mir
Daß diser Heinz Worsthans alhier
105 Sei auß des teufeis engein schar.
We seiner armen seien dar,
Weil er also, wie ich vermelt,
Von got und seim wort wenig helt,
Diso weit im zu aller frist
HO Vil vil und zehn mal lieber ist!
Freilich gunst und gnad, großes gelt,
Des babsts und fürstn huld im baß gfeit,
Vorwar im baß gfelt denn daß er
Im himel wer ein einwoner.
115 Doch wer weiß, wie sichs noch dort helt.
Wer hat uns von dort her vermelt,
Ob im himl solch gut wesen sei?
Hans Worst der helt es dafür frei,
Daß nach disem leben sei kein leben :
120 Diß ist sein glaub, das merk man eben.
Er gleubt vorwar kein ander weit
Und hats auch drumb so hingestelt
Nach aller gotlosn art und weis.
Leicht glückts, die hell ist nicht so heiß
isn Wie sie die pfaffen izt thun machen.
Er 'gibt daran nichts dann ein lachen.
Er denket so *het wir nur preis
All lutherischen, wie würd da fleiß
Angewendet werden!' vorwar
ISO So es gieng nach seim willen gar,
So würd er sagen 'reis nu, reis.
Reis hau und stich mit allem ileiß
0*
84
Wer da kan und wu man weiß nur
Die lüthrisch sein, ich sage dir,
135 Got geschichts zum großen preis,
Zur grösten er, so ire weis
Wirt ausgerottet überal:
Got dir solches belonen sah
Darzu wenn wir sie han als dann
140 Alle zugleich zu tod geschlan,
Dann woUn wir gute tage han.'
Ja SOS nicht reint, lieber Heinz Narr,
Was wiltu mer thun? sag auß gar!
'Wir woUn den raub aufm mummen plon,
115 Ir laut und leut außteilen schon.
Alle zwar die lutherisch sein
Solu sehen was wir künnen fein.
Wittenberg wolln wir schleifen lan,
Es sal kein stecken bleiben stan:
loo AU Unglück ist komen darvan.'
Ach mein Heinz, laß doch bleiben ein,
Dran du binst den weißen schelm dein!
*Die chtlr wolln wir von Braunschweig han:
Der chürfUrst der sol undergan.'
155 Du armer chürfiirst, gnad dir got!
Du wirst komen in große not!
^Braunschweig die stat zum ersten an,
Magdeburg, Zerbist wolgetan — '
Es kost nicht mer dann nur ein wort.
luü Dann fert er immer weiter fort:
^Obs den steten gfall oder nicht,
Dasselbig uns nicht ser anficht.
Vorwar es leit uns nicht vil dran,
Sie mügens gleich gut wißen han, -
165 Wir wollen sie fein nemen ein.
Weil sie uns so gelegen sein.
Wir wollen weidlich darein schlan,
Es sol keiner komen darvan.
Unser volk dajs setz wir drein,
170 Welches in sol bringen schwere pein.'
85
Sols denn also bleiben hierbei^
^lieh dünket zwar, das so gnug sei.
^Ja ja solds bereit genug sein.
Ander stete mer groß und klein
175 Mußen hernach auch herhalten:
Ir aller sol der teufel walten.
Sie soln uns all wol dienen nein
In unser liebes küchelein.'
Herr von Braunschweig, mein lieber herr,
i^o Ach seit doch nicht so gsch winde ser!
^Spot wie du wilt! du seist wol sehn
Obs nicht gar balde werd angchn.
Merk auf! vil ander fürsten fein,
Die mit uns noch halten gemein,
1»^ Solln wol etwas bringen für sich:
Sol sie nicht reuen, als nemlich *
Die bischof drauß am Mein und Kein
Solln auch all guter nemen ein.
Der luthrischn lender alle frei,
1941 Nach dems iderm gelegen sei.'
Wol an, mein lieber Heinz, hör mich!
Du hast es traun ganz lustiglich
Bedacht bei dir: doch dünkt mich das,
Wiltu mich hörn, ich sag dir was.
195 Ich gleube nit^ht daß du alein
Solches hast bedacht so gar fein,
Sondern dein rete han gwislich
Dir geholfh in der sach (dünkt mich)
Und sich ser tief besimnen zwar,
tco Ungferlich (so ichs sagen thar)
Etwan ein spanne under sich
Vom nabel. ei ich versprach mich:
Mein Hans Worst, verzeih mir das!
Ich sag dir nu die rechte maß :
tvs Ein halbe meil wolt sagen ich
In himel nein ganz über sich.
Evangelmm, ich rat dir,
Schau far dich imd folge du mir!
86
Bit deinen allerliebsten got,
210 Weil er dich außgesendet bot,
Daß er für alle not scbtLtz dicb!
Er sals wol thun, das boff ich,
Daß er Steuer Heinzs bösen rat
la ich hoff, der herr Zebaot
215 Sol dich verteidigen ganz wol.
Er hats gethan zum oftem mal,
Er thuts noch als ein warer got,
Daß er dicb schütz für Heinzens rott.
Eins wer mir wol not zu fragen,
220 So mirs Heinz wolt on spot sagen:
Der herr der alls geschaffen bot,
Lebt er noch oder ist er tot,
Der liebe got im himelreich?
Mein' Heinz, ich bit dich seuberleich,
225 Sage mirs doch! dergleichen ir,
Ir lieben papisten, sagt mir
Auch wie Heinze der fiirste reich!
Wie wol ich bin euch gar ungleich.
Ich bin ein luthriscb denk nur,
280 Doch lieben herren, saget nur:
Meint ir daß got im himelreich
Euch armen madensecken weich?
Wen^laßt ir euch dünkn daß ir seit?
Meint ir daß herkomn sei die zeit
235 Darein sein Uebs wort sol fiir euch
Verzweifeln, welchs so gnadenreich?
Ein guter anschlag wers vorwar
Und ist auch bald gesaget zwar.
Wolauf ! wir wollen hin mit braus,
240 Got sein biml einnemen mit strauß.
Truz dem der uns solchs weren thar !
Wir wollen stracks die neue lar
Nicht leiden under uns, wolan!
Solt wir was anders setzen dran.
246 Wir habn an uns ein große schar:
Unser ist mer dann irer zwar.
87
Wir wollen sie vertilgen bald,
Wer dann daß got nicht haben wold.
Ich gleub nicht daß der engel schar
2^0 Sei so groß als des Heinzen dar.
Ein große gfar steht drauf gar wol
Daß sie gestorben all zumal
Und keiner ist im himel mer.
Auch wol villeicht got selbs sich ser
t':>& Ser furchten thut der gute man,
Weil im sein diener so abgan
Durch den tot und ^er mortbrenner
Heinz Heinzichen so gar ser
Dreuet und flucht dem lieben got
2«u Den tot und die aller gröst not.
Vorwar weil er dises darf thun,
So muß es sein ein fromer son,
Und gleub nicht anders zwar dann er,
Er, der liebe got, auß beschwer,
»69 Auß großer kummernus, auß gram,
Auß disen stücken allzusam
Meinstu nicht daß in jamer ser,
Auß großer furcht darzu, muß er
Sterben? ja er ist gstorbn« bereit.
t'iO Ach gnad im doch ein gute zeit
Daß er mit wimn und freude fein
Schreit wider auß dem grabe sein !
Hört mich! ich sag euch den bescheit.
Got ist nicht tot, sondern er leit,
27:> Er lauscht und schleft sein zeit und weil,
Wirt einmal (füjrcht ich) komn mit eil
Zwar ehe dann man sichs versieht:
Als dann er diso bösewicht,
Dise so gar gotlose leut
t^*) An zweifl recht nach gelegenheit
Heimsuchen wirt. was gilts, wolan !
Es sol in drüber nicht wol gan.
Wirt sie verstoßn in ewigkeit:
Was gilts? es sol in werden leit.
88
285 O ir tollen narren, sagt nur,
Habt ir auch got im himl zu für
Gefraget ie mit einem wort,
Den großen got im himei dort?
Wiewol ich wil wol sagen schier
290 Daß euer got nicht ist, dann ir
Seiner nicht bedörft. sag an hier,
Habt ir in auch, ir wilden tier,
Ir giganten, gefraget ie, —
Ich furcht, es sei geschehen nie —
2U5 Ob ers auch von euch leiden wil
Daß ir nach euer maß und zil
Im seines schönen himels zier
Umbreißen wollet? gleubet mir, '
Ir wert so vil außrichten als nichts :
900 Doch künt irs enden, gschichts, man sichts.
Heinz, lieber Heinz, laß sagen dir,
Es gilt ein ochsen oder vier,
Darzu ein gute orten hier.
Du leist auf deiner nasen schier
S05 Mit all deim häufen groß und klein.
Got (hoff ich) wirt den himel sein
Wol ftir dir und den dein allen
Schlitzen und fein verteidigen.
Welches dir sol sein ein pein groß.
310 Hans Worst, hör! verstehstu das?
Er thuts durch ein einigs wörtlein.
Eben durch das wort welchs muß sein
Der papisten aller zumal
Hon spot und schmach fr^ uberal.
315 Aber Heinzlein, liebs Heinzlein mein,
Heinzlein Koter, merk du mich fein!
Merk du mir den punct zu gefallen
Disen under andern allen!
So ir euch gleich auf drümlein klein
320 Zureißen thetet all gemein.
So wil doch unser got kurz um
Daß sein wort summa summarum
81)
Bleiben sol und kein mangel han
Zu sampt denen die gleuben dran,
sis Die so haben ein reines herz
Und die sein wort lieben on scherz.
Got wil sie nimer mer verian,
Er wil in ewiglich beistan.
lustin Henger, du bösewicht,
SSO Diß magstu doch ganz und gar nicht
Hör, Hans Worst! ich wil dir sagen schon
Vom churfurstn: gleub du künlich dran!
Got der herr ist sein freunt gar gut,
Er helt in stets in seiner hut.
SS5 Für dir wirt er kein mangel han,
Dergleich sein treue underthan.
Du solt sie wol zu fride lan,
Solt des darzu kein dank nicht han.
Er ist ein fürst so lobesan.
S40 Du bist nicht wert, du loser man,
Daß du in nur solt sehen an
Mit all deim papistischen gsind.
Du heillos loses teufeis kint,
Wiße daß die lutherischn sint
S45 Frisch frei frölich. dein practik gschwind
Die du getriben, die zurint.
Und ob die ganze weit abbrint.
Doch die lutherischn getrost sint.
Ider sein wonung wider fint
360 Im himel als die lieben kint
Bei got dem vater, da sie sint
Angenem. ir aber so blint,
Unverstendiger dann ein kint,
Unvemünftiger dann ein rint,
S55 Schlagets so gar dahin in wint.
Saget mir doch, ich frage euch,
Ir papisten alle zugleich.
Sonderlich Heinzman seuberleich,
Sag mir, du fürst so tugentreich,
»^ Hat auch ie einer under euch
90
Gedacht, so solch geschrei im reich
Außkomn würd, daß all stend zugleich
Des reichs würden es also euch
Gut laßen sein und seuberleich
365 Euch danken darzu alln zugleich?
la gute derbe keulenstreioh,
Wenn man darmit bezalet euch,
Die het ir verdient all zugleich.
Wer weiß was noch wirt thun das reich.
370 Zum andern thut mir den bericht:
Meint ir, man würds erfaren nicht,
Wer solches hette angericht?
Got geb euch die nerrischen gicht,
Ir mortbrennischen bösewicht!
375 Vorwar ider der nur mit icht
Etwas verstehen kan, der spricht
'Diß spil hat kein mensch zugericht
Dann die papistn das ottergzücht'
Schempt euch in euer angesicht!
380 Ach ir heimischen bösewicht,
Man sehe an all eure gschicht
Was ir bißher habt angericht,
Ir habt doch nit gedorft ans licht.
Alzeit habt ir gebraucht solch stück,
385 Heimische böse neue tück,
Die ir uns habt in unsem rück
Gethan, wie wol got nie kein glück
Darzu gegeben und die krück
Nu gar im ofh leit. o welch stück
3D0 Habt ir gebraucht! kein augenblick
Sein wir gewest für euerm strick
Sicher: doch auß gotes geschick
Haben solch euer meuchelstück
Alle müßen gehen zu rück.
395 Wir achtens nu als nur ein blick.
Got aber bitten wir umb glück,
Daß er uns sein gnade zuschick,
Daß er uns die nicht entzieh nur:
91
Alles wolln gerne leiden wir.
tot» Doch 80, Heinzman, ich red mit dir:
So wir küunen kernen zufur
Deiner Schelmerei, gleube mir,
Nicht laßn solch ander wegen wir.
Der gleichen muß man auch von dir
105 Sagen, was dein lieb im schilt fiir,
Heinz Justine, das merk alhier.
Mit warheit thut mans, gleub es nur,
Auf daß man sich wiße für dir
Zu hüten, zwar ich gleube schier,
410 Weil du dich nu, der du zufur
Ein fUrste im reich warst alhier,
Zxmi henger machst dich selber nu,
So wirt ein ider sehen zu
Daß er sich forthin des abthu,
415 Hab mit dir nichts zu schickn, weil du
Dich selber machst zum henger nu.
Lieber meister Just, hört nur zu
Was ich euch izt zu wißen thu!
Ich hab daheim ein tote ku
4to Und auch ein tote sau darzu.
Wolt ir sie holn und schinden nu?
Heinz Just von Warheitsbrun, merk du!
Da wtLrds anders schreien 'juch zu'.
Wenn derselbige dein huhu
4S5 Ganz warhaftig wer, und so du
Bestendiglich könts machen war
Daß alles das welches du dar
In deinem hengertractat klar
Für warheit sagest offenbar,
430 Das auch darfur bestünde gar,
Und auch dergleichen, so du war
Rededest, lögest nicht 80 gar
In deinen lesterschriften dar
Wider den chürfärsten offhbar.
435 Aber iderman weiß es zwar,
Ein iderman solchs sagen thar
92
Nicht heimlich y sondern bell und klar.
Daß du nicht redest ein wort war.
Ich gleub es traun auch selber zwar.
440 Du Heinz, mit deiner druckerei
Drückst wol lügen für warheit frei.
Ein idem wilt bereden frei
Und meinst daß eins wies ander sei.
Ein idem wilt bereden frei,
445 Daß solche deine schenderei
Die lauter klare warheit sei.
Sonderlich thut gar yil darbei
Der namn an deiner hengerei,
Nemlich wie meister Justin sei
450 Von Warheitsbrun. ei, der galg, eil
Wer könts doch erdenken so frei,
Wenns nicht so wer! es bleib darbei,
Sag mir doch wus gelegen sei!
Pfiii deiner Wulfenbuttelei !
455 Hört! Justinus heißt der meister,
Als thet er recht, seht alle her!
Als het sich der von Braunschweig des
Alzeit geflißn (e ichs vergeß)
Daß er der warheit stets nachtracht
460 In allen Sachen tag und nacht.
Er schreibet nichts nicht dann nur war,
Ist ein fromer fürst, nein er zwar
Mit eitler fromkeit uberschut
Gleichwie mit muschln auß pilgrams hut.
465 In Heinzen gar kein böses ist,
Nur daß im fom und binden gbrist
Von art ein schelm und bösewicht:
Aber furm hut sihet maus nicht.
Er kumt daher mit seinem thun
470 Dort weit weit her von Warheitsbrun.
Diß ist sein hut und deckel schon,
Darmit er meint wol auf dem plan
Sig und triumph zu behalten.
Got weiß all ding: der mags walten!
93
476 Bistu gerecht, mein lieber kneclit,
Wolan BO bleibst on zweifei recht.
Aber vorwar die zwelf knaben
Die aber dich urteil haben
Semptlich und sonderlich beschloHn,
4H0 Dieselbn sich anders hören laßn.
Auch Satan dein oberstes heubt,
Welchem dein herze vil mer gleubt
Dann got dem hcrrn im himelreich.
Mich dünket zwar, er lobet euch,
485 Euch papisten alle zumal.
Er wirt euch auch mit reichem schal
Geben den Ion unverdroßen.
Du, mein Heinz, wolst ja nicht laßen
Auf seine bit zu nacht und tag,
490 So er anders etwas vermag
Bei dir, du wollest mit triegen,
Hit morden brennen und liegen,
Mit allen bösen stücken dein
In seinem dienst ganz treue sein,
495 Auch mit ftirstnschenden, anderm mer,
Damit du bzichtigt so gar ser.
Des du dich kanst erledign nicht:
Must bleibn ein schelm und bösewicht.
Dann warlich warlich one wan
500 Merk was ich dir iz zeige an!
Wiltu sein ein aufrichtig man
Und wilt furn reich iz wol bestan,
(Wie dann eim forsten lobesan
Geburt, daß man im nichts bös kan
505 Auflegen, feischlich mein ich) wolan
So mustu mit warheit sagen schon,
£s sei ja war was du hast lan
Drücken, zwar ich dirs günnen kan:
Furcht aber, es feil gar vil di'an.
510 O Heinz, du wirst ein blosen schlan.
Ich wil dir aber wol ein man
Anzeigen und nennen gar schon,
94
Sich, der darfs Heinzen zeigen an.
Was erlichr thaten er gethan.
515 Heinz, sag, wie wiltu nu beBtan
Mit der warheit ganz hell und klar?
Ja Heinz, merks! es ist alles war
Und ist wol sehier zu wenig zwar.
Doetor Martinus Luther dar
520 Der ists: die ganze weit vorwar
Auch gar nieht anders sagen thar,
Dann daß er dir sampt deiner schar,
Deinen mortbrennischn gsellen dar,
Hat gpreiset euer lob vorwar,
525 Dameben auch die selig lar
Des glaubens so gar herzlich zwar
Verteidigt und sein fiirsten dar
Verantwortet darzu. Heinz Nar,
So hastu des fürsten buch dar,
530 Darbei und drauß magst erfam schier
Daß der churfiirst auch noch papir
Tint und federn hat, damit dir
Dir imd deinem gewesch ist zwir
Zwir und doppelt (gleub du mir)
535 Geantwort. darzu dann wir
Vorwar zu Wittenberg alhier
Leut haben welche feilen dir.
Got lob und wer gleich deiner vier
Und all teufl mit dir, doch wißn wir,
540 Daß ir all mit einander schier,
All papistn mit den teufln von hier
Mußen dohin: dargegen wir
Uns tröstn des schönen himels zier,
Nach dem wir gleuben gotes gnad
545 Die uns sein wort verkündigt hat,
Welch uns auch oft für euerm rat
Beschüzt: wie wir dann mit der that
Befinden, daß fast alles quat
Welchs euer lieb uns bestelt hat^
550 Dasselbig feine reine bad
95
Habt ir außgebadet gar drat
Ist also war, ein böser rat
Schadt nur dem der in geben hat.
Euer mortbrennische that
555 Wem bringet sie das meiste quat?
Es ist war daB sie uns geschat
Und yU armer leut gemacht hat.
Wir wohis leiden geduldiglich,
Es ist hie zeitlich (versteh mich) :
5C0 An zweifei got erbarmet sich,
Er wirts vergelden ewiglich
In jener weit schick aber dich
Auf richtige antworte sag ich^
Was darzu hat verursacht dich
565 Nicht aleine hie zeitlich,
Dort dort wirt es erst machen sich.
Wirt dirs geschenkt, so wunderts mich.
Hie wirt dirs ja nicht (das weiß ich)
Geschenkt, das hastu gewislich,
570 Augnscheinlich darzu. ach solt mich
Mein gewißen so drückn als dich,
Wie wer mir das ein marter schwer l
Kein Fürst im reich kanstu sein mer,
Bsondem du bist ein mortbrenner,
576 Ein verruchter junkfrauschender,
Ein gotloser ehebrecher.
Du heilloser linker schecher,
Du giftiger böser meuchler,
Du bist ein abgfeimbter mörder
580 Dort zu Warheitsbrun, du henker,
la du unverschempter lügner.
Der du wider got und all er
Frome fursten, ander leut mer
Sehendest und scfamehest so gar ser.
585 Die ganze weit schreit iz zeter
Über dich schebniscben bösewicht.
Sich, Heinz, so hastus außgericht:
Dem gschrei kanstu entfliehen nicht.
96
Kein mensch auf erden anders spricht
f'Do Dann daß dir hierin recht geschieht.
Bistu nu solch ein bösewicht
Daß dich dises gar nicht anficht?
Du meinst es soi so bleibn bericht
Dein mortbrennen: ich weiß es nicht.
59a Hör! noch einer dich drumb anspricht.
Der bischof von Hildesheim ficht,
Ficht dich auch an und gar hart sticht
Auf dich daher, er leuget nicht,
Du, tyran, habst soichs zugericht.
coo Mich dünkt, es solt dir straf gnug sein,
So dus bedöchst im herzen dein,
Alhie von diser weit gemein
Für ein solches fromes kreutlein
Gescholdn werden von groß und klein.
605 Wirts traim dem reich gefallen fein
Und der keiser leßts auch gut sein,
So Bchreibs zu deim krausen herlein!
Der herr aber im himel fein,
Obs sonst verbleibt, er wirts alein
610 Bezalen nach dem willen sein.
All henker auf der weit gemein,
Derselben vil zu wenig sein
Zu strafn die groß ubelthat dein.
Got der herr der der sterkste ist,
615 Der biß hieher zu diser irist
Beschützet hat sein lieben Christ,
Sein wort darzu. hör, du papist,
Auch er anderen alle, wißt,
Daß er nu schon geschicket ist,
630 Nach dem eure falsche list
Offenbaret zu diser frist.
Wißet daß im kein macht gebrist!
Im augenblick er euch aufirißt.
Heinz, du hast auß, du leist im mist,
625 Durch gotes gwalt schon verzert bist:
Ein iderman der gleub nur dran.
97
Iz wenn du wirst herwider gan,
Der liebe David zeigt dirs an:
So du wirst ein nacfaforschung hau
cso Nach dem gotlosen (gedenk dran!),
So ist er schon bereit darvan,
Sein wesen das kan nicht besten.
Die papistn, die meuchler (wolan),
Es muß bekennen iderman,
635 Was sie bißher geratschlagt han,
£s hat in nie wollen fortgan.
Diß haben sie traun wol gethan.
Mit großer furcht zum ersten an
Habn sie erschrecket manchen man:
S40 Doch, lieber got^ lob dank und er
Sei dir gesagt! wider dein 1er,
Wider dein wort (was woUn wir mer?)
Zu streiten, herr, es ist gar schwer.
Hats doch der babst mit seinem her,
645 Die meuchlisch sect der mortbrenner,
Der fledermeusische henger,
Er imd auch irer ganz keiner
Zu der helft nie gbracht. ach leider
Was denken sie doch immer mer!
e&o Nu wir künnen nicht darwider.
Er sizt im himel dort der herr,
Vorwar nicht leßts ungerochn er.
Diß sei dir gschenkt, Heinz! iz nicht mer.
Den beschluß wil ich hengen an.
S55 Gleubs, der zu Hessen wolgethan
Bleibet für dir wol ungeschlan
Oleich dem churfursten lobesan,
Auch dem von EQldesheim. wolan!
Und bistu du denn so böser man,
cco Yerantwort dich fürs keisers krön
Wes sie dich izunt klagen an.
Sie thuns nicht auß eim losen wan,
Wie du, Just Henker, hast gethan:
Warheit bringen sie auf den plan,
7
98
üti.') Mit warheit zeigen sie all an,
Wie du seist so ein loser man.
Ich {urchty du mxist noch teuflisch dran.
Hör! an zweifl dein Just Henker zart
Der wirt sein teil in seinen hart
G70 Widerumb kriegen also fort
Hab sorg, wirt müßen über port:
So du in kanst erretten frei
Neben deiner mortbrennerei,
Auch neben deinem lestem groß
675 Der fiirsten, welches one maß,
Wolan, wolan! es ist fast zeit^
£ dich ein starker galge reit.
xni.
DREI NEUE UND LUSTIGE
GESPRECHE
WIE DER WOLF
SO ETWAN DOCH NICHT LANG EIN MENSCH
HEmZ WOLFENBÜTTEL GENANT
IN ABGRUNT DER HELLEN
VORDAMT SEL
REIMWEI8
AUSZ DEM LATEIN INS DEUTSCH GEBEN.
1542.
Das erste gesprech.
Die namen der Unterhändler
Megera, Thesiphone, Minos, Charon, Lycaon.
Megera
Bei Styge dem hellflnß ich schwer,
I>jiß ich ein lange zeit anher
Nichts hab gesehn das gschehen wer,
l^elchs mich gelüstet het so ser.
Als ich izt sah on alles gferd:
Zu tod ich mich des lachen werd.
Thesiphone
Eün schad ist gschehn, das feilt mir nicht,
Weil die also ein glachts anrieht:
7*
100
Denn wir hellwütrin habn die art,
10 Man sieht uns lachen zu keinr fart.
Es sei denn daß mit ach und we
Was kleglichs und ser böses gscheh.
Abr hör, Megera^ liebe, hör!
Wo auß? wes lachstu doch so ser?
Megera
if> Wer ich? ei solt ich lachen nicht?
Für unser rachn ein gut gericht
Uns abermals ist wordn zu teil,
Doran wir uns (hoflF ich) ein weil
Erlüsten wöUn. traun Charon war
20 Ein steifer held auf diß mal zwar.
Vor lachen kan ichs schwerlich sagn,
Was lustigs sich hat zugetragn
Izt wie ich gangen war hinauß —
Thesiphone
Nu was denn? sags doch bald herauß!
Megera
«5 Wie ich neulich außgangen war
Spacieren hin zum heulfluß dar,
Da wart von seien mancherlei
Erhört groß jemerlich geschrei,
So groß daß hart thet wider schalln
80 Auch auß den höln und ufern alln,
In des zum ufer drangen dar
Plüzling der sein ein große schar.
Ich frag, wer doch die alle sint.
Man sagt, ein fürst mit seim ^esind,
35 Der gerne über faren wolt.
Charon der ferman fant sich balt:
Und wie er sein gewonheit helt,
Er erstlich fordert sein fergelt,
E denn er ein nam in sein kan:
40 Welchs sie im theten all abschlan.
Er aber mant sie vest und hart
Biß er auch drob erzürnet wart,
Dreut in Plutonis ungenad.
101
Hierauf balt einer an dem stad^
45 Mer denn die andern all geziert.
Von grad und leibs sterk wol staffiert, —
Lang plänschlicht war sein angesicht,
Schwarz augn er hat zur erdn gericht
Und hangend wangn die (wie ich spürt)
so Gleich warn mit blutdurst vorglasiert,
Totgel war seines angsichts färb, —
Nach dem der selbig sich bewarb
Aufs höchst und best gegn dem Charon,
Schwur ^er, die andern ghörtn in an
ib Und wem sein hofgesind; abr er
Ir aller fürst und herzog wer.
Auch fumemlich er das furwant.
Er wer Plutoni wol bekant
Und sein gar alter buntgenoß.
60 Drumb in vom Charon ser vordroß
Daß er in uberßim nicht wolt:
Mutt gleich mit gwalt daß ers thun solt,
Denn im solchs billich widerfür.
Charon hielt im hingegen für
66 Die alt gewonheit von vil jam,
Daß auch die münch so uberfam
Im stets habn müßen gebn sein Ion,
Der gleichen vil bischof auch gthon,
All könig die gwest sein auf erdn,
70 Habn sie wöUn ubergfliret werdn:
Nam doch ins schif den herzog ein,
Ließ stehn am stad das hofgsind sein:
Welchs derhalbn thet der alt Charon
Daß er sich geb Plutoni an.
Thesiphone
7i^ Es ist ein wunder (sag ich wol)
Daß diser geiz den Charon sol
So hart anfechten, aber hör!
Sag was sich hat begeben mer!
Denn ich so args noch nicht veruiin,
so Derhalbn sich groß gelechter zun.
102
Megera
Hör fort wes ich thet lachn so ser
Daß ich auch schier zuprastet wer!
Wie Charon izt abstößt, wil fam,
Kund er sich nicht so wol bewam.
85 Der sich (wie ghort) ein herzogn nant.
Bracht im ein büntlein alzuhant
Heimlich ins schif : drin stak ein bejn,
War mit Salpeter gfället fein,
Doran ein zochen glimmend hieng
90 Der mit eim drum ins pulyer gieng,
Hierzu künstlich so angericht
(Wies denn auch het gefeilet nicht)
Daß über etslich stund und zeit,
Balt so der fürst wer komen bseit,
95 Das pulyer aufgefaren wer
Und het das schif und sonst was mer
Mit feuer plüzling gzündet an.
Und wer Charon verdorbn sein kan,
Denn ers des orts hat underbracht
100 Da ''s schif mit pretem ist vormacht
Thesiphone
Der künster uns wilkimi sol sein.
Megera
Charon der alt den tuck markt fein.
Und balt wie er zu Stade kam.
Den bündel er zu banden nam,
105 Und wie er fant die Schelmerei,
Dem ftirsten ers ins gsicbt schlug frei.
Zur gegenwer der ftirst sich stalt:
Du gleubst nicht, wie keck war der alt.
Ein dapfern kämpf du hetst gesebn,
110 Wie frei zusamen trafh die zwen.
Charon (wiewol er schwach und alt)
Sich erlich imder augn im stalt
Und ritterlich im widerstunt.
Der fürst sein tück braucht, wo er kunt.
103
115 Bei zweien stunden (ist gwis war)
Der kämpf stont zweifelhaftig gar.
Lezlich der ftirst wirt gschlagn und fleucht:
Der Charon sich des rümlich. freut
Abr schau! der Minos kümpt hieher.
120 Sich wunder, wie er eilt so ser!
Megera
Ich halt, er fragt dem fürsten nach.
Thesiphone
Es sei gleich wie es wöU ein sach,
VU tapfer teufet umb in seint:
Drumb ists kein scherz welchs hieran scheint.
Minos
it5 Ir hellwütrin, wo seit ir nur?
Den neuen gast, denkt, stellt mir für
Der hat den lermen angericht!
Charon, ist der der bösewicht?
Charon
Herr, ja.
Minos
Wolan wer bistu denn?
IM Das denk und gib mirs zu verstehn!
Wenn denn? schweigstu izt, du unlustV
Hörst nicht? sagn soltu, wer du bist.
Lycaon
Ich bins.
Minos
Wer denn? Megera, dran!
Greif in mit schlangn und peitschen an !
135 Was gilts, er leßt was schnapn.
Lycaon
O we!
Minos
So recht, wilt dich nun nennen he?
Lycaon
Ich bin ein färst.
Minos
Wied heist, zeig an!
104
Lycaon
Mit namen heiß ich Lycaon.
Minos
Bifltu ein fUrst Lycaon gnaat?
140 Der nam ist mir vor auch bekant.
Lycaon
Vorwar, Minos, eins mich verdreußt,
Daß mir solch mier wirt beweist.
Alhie niemant wil kennen mich:
So ich mich doch ganz sicherlich
145 Zu rümen hab, daß nur ser vil
Hie seint der teufel die ich wil
Auch überzeugen daß ich sie
Bewirtet hab, und eben die,
So hie auch nit die grinsten sein.
Minos
150 Bistu denn, wie mir izt feit ein,
Lycaon von Lycoperan?
Lycaon
Ja ebn bin ich der selbig man.
Minos
Der welcher anher etslich jar
Plutoni unserm hellhem zwar
155 Umb bsoldung hat gedient jerlich ?
Lycaon
Ja recht: der selbig fürst bin ich.
Minos
Der du widr recht und billigkeit
Dein bruder hast ein lange zeit
Gefenglich ghaltn und tribuliert
160 Daß du nur hast alein regiert?
Lycaon
Traun ja : ich bin der selbig fürst.
Minos
Der mit schandlastcrlicher turst,
Auch mit dem unartigen lehn
Zum tod hast große ursach gebn
165 Der erliohn muter dein?
105
Lycaon
Ja, herr.
MinoB
Bericht mich forti da bist ja der
Der in der weit beschriben ist^
Daß da dorch heimlich tück and list
Ein jongfraalein ganz lobesam,
170 Gebom von adelichem stam,
Anß deinem fraaenzimer bracht
Und sie ir em entsezt mit macht,
In dem böslich dein elichs weib
Vorschmecht und ir gestoln dein leib.
175 Hast auch ein leich geticht daher,
Als ob die Jungfrau gstorben wer.
Lycaon
Ich bin es, ja: ich laugn es nicht.
Minos
Hör mer, gib mir auch des bericht!
Du bist der hat genomen gelt
190 Von den tyrannen auf der weit
Die gotes wort verdrückten gern,
Hasts gebn den die dir musten schwem,
Sie wolden mit feur und mit brant
Verderben der rechtglaubign laut.
Lycaon
195 Ja doch, ich bins.
Minos
Du weist doch bscheit
Umb £inbeck wo das ist und leit?
Lycaon
Einbeck ist mir wol gwest bekant.
Megera
Recht redt er daß ers hab gekant:
Denn sein anschleg habn gmacht seiuther
I90 Daß man es schier nicht kennet mer.
Minos
So sag mir mer! bistu der man
Der im lang zeit hat treumen lan,
106
Du seist des reichs ein oberster,
Und immer ghoffit, du werdst ein her
vjh Wider diejenign fiiren thun
Die Christum izt bekennen nun
Der etwan war ein zimerman.
Die (wie ich mich entsinnen kan)
Ir lutrisch heiBt und schelten thutV
Lycaon
200 Ich bins und habs gehabt im mut.
Minos
Es steht noch recht mir wil uichs raer
Zufalln, darnach zu fragen wer.
Abr ubl hastu dich forgesehn.
In großer ungnad thustu stehn
205 Beim herm Pluto.
Lycaon
Das hoff ich nicht.
Minos
Es ist wie ich dich hab bericht.
Lycaon
Nun hab ich doch mein bests gethan.
Minos
Hetstu (wie ich vormerken kan)
Gehandelt recht^ so gieng dirs recht
210 Und werst izt nicht so gar vorschmecht.
Dein sin dich ser betrogen hat.
Falsch ist dein ho&ung und dein rat,
Weil du auf deine list mer baust
Denn auf Plutonis Weisheit traust
215 Der auch der oberst ubr uns ist.
Und weil du gmeint zu diser frist,
Mit deinem frevel und gewalt
Wolst unserm rat vorkomen halt
Und weist nicht daß man solche sach
220 Muß fordern weilich und gemach,
Treibstu mit gar zu schwinder eil
Auch nicht alein dein glück und heil
Zurück, ja brengst uns alln auch zwar
107
Gegn den im himel in gefar.
nb Daromb, so ich recht sagen sol,
Du hie zu hof nicht stehest wol.
Ser übel hastu dich verdient«
Was warstu doch so args gesint
Daß du wolst gebn das fergelt nicht
tso Dem Charon, wie er hat bericht?
Lycaon
Ich hat sein nicht, denn wie wir all
Vom tod erwischt warn dazumal
Und auf die bam gelegt^ habn wir
Die beutel und auch alle zier
»85 Gleich mit dem leben hingelegt.
Minos
Was hat dich abr hierzu bewegt
Daß du dem guten alten man
Sein schif mit feur wolst legen an?
Lycaon
Vorzeih mir das ! bit ich mit vleiß :
»40 Denn solchs ist von natur mein weis:
Drum kunds vor mir nicht werdn vordeckt,
Die weil er mich zu zom bewegt.
Auch weistu freilich (wie man spricht)
Daß art von art kan laßen nicht.
Megera
S45 Er ist gelert und wie Ichs acht.
Hat er daheim zu tag und nacht
Gehort ein wolberedten man,
Weil er die sprüch so hübschlich kan
Anziehen, wie izt ist erhört.
Minos
ISO Künstlich du redst, es darf nicht wort.
Ob aber deins wolredens kunst
Werd hel£a daß du Plutonis gunst
Bekomen magst, da sich du fürl
Abr izunt ist befolhen mir
255 Daß ich dir bind all vier behend.
108
Drumb kurz! denk, reich mir her dein hend!
Ir büttel, bint im seine fiißl
Und daß er seinen frevel büß,
Sezt in zn halber gürtel fein
260 Im nechsten feuerofo hinein
Der auf das hertste sieden thut
Mit öl und heißem Schwefel gut.
Biß nur zeigt Pluto weiter an,
Wie ers mit im wöll ghalten han!
265 Izt darf ich lenger warten nicht,
Muß im des handeis gebn bericht.
Lycaon
O Minos, halt ein wenig inn!
Minos
Ich hör izt nicht, ich geh dohin.
Lycaon
Verzeih, mein vaterl bit ich ser.
Minos
870 Was ist es denn? sags balde her!
Lycaon
O lieber vater, weil ich steh
In euer ungenad und seh
Daß ich hab wider euch gethan
(Wiewol ich stets geglaubet han,
876 Alls was ich thet gefiel euch wol),
Bit ich, so ser ich immer sol.
Durch aller feurign werkstet willn
Die schwefeis voll seint in der helln
Von allr gequelten seien wegn
280 Die jemerliches heulens pflegn.
Durch die menschliche lieb ganz ser
Ich bit und was sonst sein kan mer:
Hab ich iemals (dafür ichs acht)
Durch mortbrant her zur hellen bracht
285 Etslich vil sein, so bit ich dich,
Du wolst gegn dem Plutone mich
Vorbiteu und mein beistant sein
Und thun als mein sach selbs wer dein.
109
Was ich geirret hab so ser,
f9o Das kümpt nur aus furwar doher
Daß ich euch hab geliebt so hart
Und het euch gern zur steten fart
Alls was ich kunt zu gfalln gethan.
Solchs (bit ich) breng meinthalben an!
Minos
s»5 So etwas dich kan helfen nun,
So kans furwar dein groß lieb thun,
Der gleichen deine stete er
Die du uns hast gethan bißher.
Doch wil ich auch hie thun mein fleiß
300 Gewisy so vil ich kan und weiß.
Lycaon
Billich halt ich dich ewig, her.
Abr izt noch eins bit ich dich ser:
Du wolst auch uberfiiren lan
Die ich am ufer glaßen han,
SOS Fumemlich wil ich zeigen an
Mein großvogt von Lycoperan,
Auch mein canzler und treuen rat
Der wunder gnad zu reden hat.
TJbr das bit ich dich weiter mer,
sio Du wolst mir laßen füren her
Hein liebe preceptores bed
Die mit yerstant und schöner red
Mir alzeit tröstlich sein gewest
Und mir geraten stets das best.
si» Denn unter den der eine zwar
Im cammergricht saß etslich jar.
War so enzückt in euerm geist
Daß er euch hielt fürs best und meist,
Hat so nach euch sein sin gericht
SSO Daß er nach keinem got fragt nicht.
Auf erdn er auch keins menschen acht,
Seins gfallns die recht yerkart und macht,
Rieht auf nach seinem lust mandat
Nor daß er euch zu gfalln was that.
110
325 Dem andern giengs so glücklich gar:
Im reich er vicecanzler war,
Wiewol von wegen vil untreu
Und seiner schelmsvorreterei
Wart er vom selben ampt entsezt
330 Und must mit großer schand zulezt
Heimlich in eil sich stein darvan.
Ich wil dir zeign ir namen an.
Der erst heißt Braun, der ander Helt.
Ich bit dich, schaff daß werd besteh
335 Daß sie Charon auch (lir hieher,
Denn sie sich engsten wunderser,
Wie ich an irem heuin thu spüm
Welchs sie izt jenst dem waßer fum.
Minos
Far hin, Charon, und breng sie her!
340 Was schimmert abr plüzling so ser
Mit so gewaltigm hellem schein?
Schwingt sich von obn ein geiet herein?
Ei still! es ist der genius
Nach dem sichs alles richten muß.
345 Der gute geist er gnant wirt sxmst
Von den die mer tragn lieb und gunst
Zu den die obn im himel sein
Denn zu uns allen in gemein.
Mich wundert gleichwol trefflich ser,
350 Was er uns brengt für neue mer:
Denn wir uns nicht zu freuen han.
Wenn er vom himel zeigt was an.
Für angst und furcht ich zitter gar,
Seint ich sein worden bin gewar.
111
Das ander gesprech.
Plato, Mioo8, Lycaon, Geniiu, Braun, Helt and der cansler etc.
Pluto
Es ist zwar wie du gibst bericht,
Minos. auch leugnen wir das nicht.
Ob er in unserm ampt wol war,
Daß wir auf in erzömt warn gar.
5 Ja nicht alein erzömt gwest seint,
Wir warn im auch aufs höchste feint.
Die ungnad hat im nichts erweckt
Denn daß sich hat in im erregt
Alzeit ein frech unbsunnenheit
10 Und forbündiger gschickligkeit
Sein selbs ein falsch vermeinter wan,
Darmit er oft widr uns gethan.
Denn het er hierauf geben acht
Und nur nach unserm willn gemacht
t6 Die hendel so wir im befoln,
Die baß verdackt und auch verholn,
Auf sein selbs klugheit nicht stolziert
(Der doch an im wirt nichts gespürt)
Und hett sich nicht vornemen lan
to Als ders uns gern zuvor het gthan:
So wer kein zweifei in meim mut,
, Deutschbmt schwüm izt zum teil im blut.
Wer auch zum teil durch brant verwust
Und trug den schadn nach dem uns lust:
£3 Wiewol wir das auch nemen an
Zu dank und uns des wol gehan,
So er uns was auß freveln mut
Vorschau jiiät das uns kümpt zu gut.
Minos
Bei meinem eid er schweren thar,
so Was er geirt, das sei furwar
Auß sonderlicher lieb geschehn
Zu uns und daß er sich versehn,
112
Er wolt uns habn hiermit verert.
Nicht daß er het deins reiche begert.
Pluto
3& Mit schwem redt er mir nichs in sin
Der ich der lügen vater bin,
Wil der auch bleibn und gnennet werdn^
Es sei im himel odr auf erdn.
Zu dem sol er mir thun kein eit^
40 Seintmals ich kuntschafb hab kein meit
Mit dem den man der grechtigkeit
Ein brunn und Schützer nent alzeit.
Wie weniger er aber weiß
Von grechtigkeit und irem preis,
45 Je lieber er uns alln sol sein.
Kein haß thu ich im aber zeihn:
Thum frevel, ktin Verwegenheit
Ich im schult geb zu diser zeit.
Lycaon
O we mir gar vordampten man!
50 Ach ewig not ich für mir han!
O ach und we der harten pein,
Ach, ach! dorin ich stets muß sein!
Ach, ach! mein glück imd Zuversicht
Welchs sich so ganz uud gar fint nicht!
55 O strenge richter hat die hell:
Hie jamert kein mein ungefell.
Niemant het mich beredt auf erdn
Daß hie mit mir also würd werdn,
Daß auch eur freuntschafb ewiglich
60 Von mir solt mügen wenden sich
Den ich so bin verbunden gwest,
An euch mich auch gehengt so vest
Daß ich mein sei, mein leib nnd lehn
G^utwillig hab für euch dar gebn
65 Der hoffnung, alles was ich wolt,
Von euch mir widerfaren solt,
Bevor was mir möcht helfen ser
Zu unterdrücktmg Christi er.
113
Gebt ir mir eurem felthaubtman
70 Fm* meine treu ein solchen Ion?
Ist das also bei euch die weis
Zu em ein der mit höchstem vleiß
Und mü eur reich beid frü und spat
Zu meren nicht alein furhat,
79 Besonder hat auch wol im sin
Mit herskraft für den himel hin
Zu ziehen und, so irs wolt han,
Auch mit eim stürm zu laufen an?
Ich bit euch, o ir heUwütrin,
HO &Ct underschüren haldet inn!
Macht nicht so heiß das siedend öl
Welchs sunst hart gnug braust in der hell !
Ich fleh und bit nochmab, schont mein !
So euch mag anders wißen sein
fo Daß ich hab ie und ie mein lust
Gehabt, so feur was hat vorwust,
Und daß ich bin der erst 'gewest
Der mit mortbrennen hat das best
Gethan, darzu mit höchstem vleiß
»o Solch kunst aufbracht auf neue weis
Daß leichtHch würdn verderbt mit braut
Vil schöner stet, auch leut und lant.
Abr, o zu Rom du leidigr babst,
Ach we des trosts den du mir gabst!
»5 Ir treulosn bischof, we und ach!
Ist das mein Ion, mein ru und gmach,
Wie ich mich hab euch ganz vortraut,
Auch al mein thun hierauf gebaut ?
Hab ich derhalben tag und nacht
i«H> Auf mancher reis mäsam zubracht
Mit wachen reiten hin und her?
Hab ich mich darumb gmüt so ser
Und alls an allem end versucht,
Kein weg mich laßen bschweren nicht?
lo:^ Hab ich der halbn von eurent wegn
All tück zu brauchn mich laßn bewegn
8
n4_
Daß ich alhie in ewigkeit
Auch unaußsprechlich schmerzen leid,
Werd in die feuerflammen gsezt^
110 Schmerzlich geengstet und vorlezt?
O leider, achl wo bista heut
Der du warst primas gnant die zeit
Under den andern aUn den ich
Gefolget hab ser unweislich?
UÄ Darumb ich hie vorlaßen steh *—
Wo bistu nun, Pyrobule,
Der du hast alle weg und weis
Gebraucht und mich mit höchstem vleif^
Hierzu vermocht, mir auch geredt
ito Groß gschenk der ich zu gwarten het?
Ja auch durch dein instruction
Ich gwilligt und gelemet hon,
Wie ich der luterischen gwalt
Solt schwechen und erlegen halt,
125 Der du hast gmacht mit deim vorstant
Daß ich mit sampt meim ganzen lant
Mich hab von in als ketzern gwent.
Achl mochstu mir nicht sagn diß ent?
O Pluto, gwaltigister herr,
130 Unilberwintlichster herscher,
Auß des geheiß gutwilliglich
Die bischof habn besoldet mich,
Ich bit dich uberauß herzlich,
Erbarm dich heut doch über mich
135 Und laß mir lindem meine pein!
Gnad doch dem der ist eigen dein!
Minos
Hörst nicht, Pluto, wie Lycaon
Dich ruft und schreit so kleglich an,
Wie er für schmerzlichr angst und quäl
HO Sich rümpft imd wint gleich wie ein al?
Pluto
Ich hab sein winseln lang gehört.
115
MinoB
Meins achtens wer er gnaden wert,
Weil er dein reich auf alle weis
Het gern gemert mit höchstem vieiß,
145 Wenns müglich wer und künt gesein
Daß eim erlaßen würd die pein
Hie in der helln, da nach der streng
Alls wirt gericht und nach der leng,
Weil die strafiiemer gar kein meit
130 Nicht wißen von barmherzigkeit.
Pluto
Du sagst unsy Minos, recht und wor,
Auch wie wir gmeldet haben vor,
Daß bilfich werd ein ieder gliebt
Von uns nach dem er hat geübt
ISS Der laster vil und mancherlei,
Seintmals man merken kan hierbei
Daß sie uns gleich gesinnet seint.
Weil der so gar denn unser freunt
Ist gwest, wer recht und gieng wol hin
i6«i Daß man sein schont und welet in
[Inder der unsem teufel stant,
Daß er dest fiischer und ermant
Durch alle pein sich wirken künt
Und daß zu seinem willen stund
1«» Nach seinem lust auch andre sein
Zu peinign martern engsten queln.
Abr weil wir müßen ghorsam sein
Dem den wir haßen ein und ein
Als den wir ftirchten müßen hart
170 Und uns obleit zu steter fart,
Der nichs ungstraft auch leßt hingehn,
So er was sieht das sei geschehn
Zu wider im und uns zu gut, —
Ubr das mir auch zufallen thut,
17» Weil unsere natur und art
Wir laßen mügn zu keiner fart,
Habn sonderlich vil lusts hiervan,
8*
1^
So wir nur mügen legen an
Die menschen ser vil angst und spot,
180 Es sei am leben oder tot:
So wil sichs keins wegs leiden zwar
Daß man der quäl in freiet gar.
Ob dirs abr gfelt und recht dünkt sein,
Magstu im mildem seine pein.
Genius
185 Truz euch! daß ir vorfluchten geist,
Die ir ewig verdammet heißt,
Thut anders denn got furcht imd soIumU
Ewiglich und zu aller zeit!
Ja dem almechtign herm und got
ii»o Der alles in sein henden hot,
Für dem erschrecken zittern hart
Sol ewiglich sein euer art,
Und daß ir die diß habn verdient,
Ewig zu plagn solt sein gesint,
195 So vil euch wirt von got nach gebn!
Ubr das wißt ir auch wol hiemebn,
Daß ir die frum gotselig sein
Zu frid müßt lan mit solcher pein.
Minos
Au! deshalb ist mir gwesen angst.
2üo Denn ich in gsehen hab vorlangst
Daß er mit einem hellen schein
Sich in die hell schwingt obn herein.
Pluto
Mir wirt gar bang, erschrockn ich bin.
Kum, laß uns irgent fliehen hin!
Genius
:iü5 Bei gwalt der ewign maiestat
Und höchsten kraft des der als hat
In gewalt, auch alls in allem ist,
Gebiet ich izt zu diser frist
Euch, ir unreinen geist, alln gleich,
sio Von hin daß keiner kein schrit weich,
Und wil auch habn auf dises mal
117
Daß ir still seit und schweiget all,
Macht kein getümmel noch gemor,
Kein wemerleichen und geschnürt
Hie schweigts nnd wirt alles still.
?i5 Neulicher zeit (wie ir wol wißt)
Zu euch anher bracht worden ist
Auch einer auß der menschen schar
Ganz ungeratner art iurwar,
Ein herzog, gnennet Lycaon,
ito Der hof hielt zu Lycoperan.
Was der, wie er noch war am lehn,
Nachmals als er sich euch ergebn
Hat, ganz und gar für laster schaiid,
*Unerlich auch fürstlichem stant,
2S5 Getriben hat im deutschem lant,
Ist fireilich euch alln wol bekant
Als den auß der anreizung er
Im nichts hat laßen sein zu schwer
Welchs er acht, das möcht fordern ser
tM\ Gar zu vorfinstem gödich er,
Daß er den leuten ja möcht wem
Das recht erkantnus got des herm.
Mort, ebruchy heßlich hurerei.
Rauberei, meineit und dieberei,
2S5 Untreu und wer kans sagen alls —
Er hat alein mit dem dis falls
All schand und bosheit Übermacht --
Das er so emsig hat getracht,
Auf daß würdn außgerott im lant
240 Die Christum haltn für im heilant,
Mortbrenner auch so vil bestelt,
Dergleichn nie ghort ist in der weit
So lang die selb gestanden ist.
Alein durch in vor kurzer frist
245 Die höchst schand, mördrisch meuchlerei
Getribn ist worden mancherlei,
Daß auch die mit im ein vorstant
m
Hetten gemacht (wie er das nant),
In steten und in dörfern gmein
tbo Feur allenthalben legten ein,
VorBchonten weder jung noch alt,
Wie sie denn warn von im bestalt.
Mit feur namen sie hin gar schwind
Haus hof gesindy ja weib und kint.
i&ö Dieweil abr nun in solcher not
Der frumen gbet durchdrungen hot
Die himel und ist kernen dar
Für got, hat er vorschaffet «war
Daß sterben must der gotes feint
X60 E denn ers selber dacht odr meint
Und wtird gejagt zur hellen zu
Ins tiefst zu ewiger unru.
Derhalbn ich als von got gesant.
Der alles hat in seiner haut
ä65 Und was er wil im himel schafft.
Auch in der hell der bosheit straft^
Die frurobkeit und gotseligkeit
Höchlich belont zu aller zeit,
Zeig euch auß seim befel ich an,
270 Daß got gestrackts von euch wil han.
Daß ir nach groß und glegenheit
Der lastcr so bei seiner zeit
Lycaon böslich hat getribn,
Eum ganzen ernst und scherf solt übn,
275 Die pein denkt, im zuteilt und sprecht
Die er ewig verdient zu recht.
Minos
Wir bitten so vil unser sint,
Du wolst nicht fam so ernst und schwint:
Denn wie ich hör, er seiner that
280 Rechtlich exceptiones hat
Genius
Was sagstu mir von außred vil?
Sag an! von dir ich« h^ren wil.
119
Mino8
Er hat Juristen hie mit im:
Dieselbign magstu fragen drüm.
Braun
1165 Ich bin drüm hie, wil man mich hörn.
Genius
Juristerei vor got dem herm
In solchen Sachen wirt vorschmecht:
Oot ist ubr alle gsetz und recht
Braun
Harr^ recht ein stich muß ich im gebn.
290 Hör, wer du seist, und merk mich ebn!
Wie kan der wider deinen got
Vorbrechen was, der niemals bot
Erkant sein namen, wie denn der
Von seiner jugent biß anher
?95 Kein fursten hat erkant der weit
Denn was im Pluto ist vermelt.
Minos
Ei gar zu lam! mich speiert frei.
Braun
Demnach so merk noch eins hierbei!
Weil got eign herschaft hat und gricht,
34PO Welchs sich vorgleicht in keim ding nicht
Mit des Plutoni unsers herm
Herschaft, so mügn die in anghöm
Seins grichtzwaugs brauchen imerdar.
Dir abr wil nicht gebüren zwar
905 Ein endlich urteil hie zu felln.
Dein klag widr in du magst anstclin
Zu recht: dir aber nicht gebürt
Daß er von dir verurteilt wirt.
Denn wie uns Baldus des bericht,
310 Sol kein beklagter werdn gericht
Odr einigen richter gestraft,
Denn dem er mit grichtszwang vorhält.
Und so derselb dein got und herr
Ja ist so klug und witzig ser
120
S1& Daß er aus was geschehen ist
Und noch wirt gschehn zu steter frist
Kan wißen und nicht wirt betrogn, —
Warumb hat er nicht auch gepflogn
Der Weisheit und zeitlich vorwart
s»o Daß in Lycaon nicht so hart
Het mügn betrübn, wie er izt klagt?
Weiß er nicht, was das recht hie sagt?
Wer schaden merkt, vorkömpt den nicht,
Ob in der trifft, kein gwalt im gschicht.
»85 Denn weil ers weiß und schweiget still,
Scheints gleich als ob ers haben wil.
Helt
Wir wollen das izt laßen stehn
Und der vommift nur stracks nach gehn.
Drum erstlich: weil Lycaon gsehn
SSO Hat, wie auf erden all ding gehn
On Ordnung durch einander her,
Nur wie es kümpt on alls gefer, —
Etslich groß er erlangn auf erdu,
Eins teils hiergegn zu betlem werdn,
S86 Ir vil treibn hin und her im lant
Auch ungestraft all sünd und schand,
Hinwider vil durch ir frumkeit
Sich selber fiim in großes leit, —
Und daß auf erdn zu keiner frist
340 Nichts gwis in keinem handel ist, —
Ubr das ist er auch worden gwar,
Wie daß fast alle menschen zwar
Die (wie ir etslich träumen lan)
Von got dem eingn ir urkunft han
S4A Und nach seim bUdnus all seint gmacht,
Wie da ein ider denkt und tracht
Nach seinem gfaln zu dienen got
Und habn so manche sect und rott.
Der götter vil und mancherlei
350 Sie eren thun mit vilerlei: —
Hat er mit uns geglaubt dis fais.
121
Daß not halbn so must gehen alU
Odr aber gieng on alls gefer
Plambshalbn so durcheinander her,
HDä Und wolt sein tag das nie in in,
Daß nach eins einign gotes sin
All ding regieret solden werdn,
Weils geht so wunderlich auf erdn.
Und wer ein solcher einigr got
3«o (Wie irs auß eurem träum fhrsclüaht)
Der stets wer selber mit im ein:
So sag mir doch, wie künds gesein
Daß er solch unbestendigkeit
Erdulden solt zu aller zeit?
365 Fürs anders: weil er vil gehört
Und des von jugnt berichtet wart,
Im auch oft het getraumbt hiervan,
Wies in der helln ein ort solt han
Genant campum Elisium/
370 Der 80 genennet wirt darum
Daß er den ist alein besteh
Die durch vil angst und mü der weit
Als küne beiden bstendiglich
Endlich durchdrungen ritterlich:
S75 Hat er alln fleiß gewant hieran,
Daß er des möcht erfarung han,
Wer doch des orts gewislich wer,
Daß er sich in nach hielt dest mer.
Derhalben weil im wart vormelt
3(M> Der einig und recht fürst der weit
Pluto alhie (wie ich in kenn
Und eren halben für euch nenn),
Wie auch dohin kem keiner sunst,
Es gscheh denn durch Plutonis gun^t:
:ift5 Hat er gedacht auf weg und weis,
Wie er im dienen mocht mit fleiß,
Darmit er auß armseligkeit
Würd gnomen in die freuntligkeit
Der ewign gselschaft der da pflegn
122
390 Die 80 sich deshalbn alla erwegn
Hie in der hellen an dem ort
Den ich hab neulich gmelt zu vort.
Derhalben weil er deinem got
Zu dienst noch nie gestanden hot,
395 Auch nie mit icht ist gwest vorwant
In all seim wesen lehn und stant,
Het got sein klag widr in mügn fäm:
Abr urteiln wil im nicht gebüm.
Minos
Dich lobt ich doch: du bist ein man
ioo Ders meisterlich furbrengen kan.
Canzler
Ermals erzaist du mancherlei
Mort, ebruch, schendlich hurerei, ^
Schwechung der jungfraun^ weiß was als,
Sam wer es vor erfam niemab
•105 Daß solche laster gschehen wern
(Obs laster sein, wezms thun solch herrn)
Von den die auch zu irer zeit
Seint gwest groß herrn und dapfer leut.
Auch gleich sam spürt nicht iederman
410 Daß solchs den hangt am meisten an.
Die zwingt und anficht Ynmder schwind.
Die von natur was freuntlich sint.
Ja auch wie serer ein solchs lüst,
Je gleicher er eim menschen ist.
416 Wies abr mit euch im himel geht
Die ir euch selber untersteht
Und götter wolt genennet werdn,
Hab ich nie mügn erfam auf erdn.
Nun sag mir doch (ich bit dich drtun),
420 Wie achstu keiser Julimn,
Augustum und vil andre mer,
Bevor den großn Alexander
Der auch von wegn vfl großer that
Den namen ^groß' bekomen hat?
i2ö Warn die nicht auch zu irer zeit
123
Frei beiden und recht dapfre leut?
Habn sie in nicht durch krieges macht
Ein ewign nun zu wege bracht?
Wie vil habn abr die ersten zwen
4S0 (Wie ir mir all des mußt gestehn)
Erlicher weibsbild umb ir er
Wol bracht? ich schweig« sonst anders mer
Vom Alexander merkt hierbei.
Nicht wil ich sagn von hurerei:
435 So blutdürstig er aber war
(Wie denn gebürt eim beiden zwar)
Daß er eins, wie er hatt ein trank.
Auch sein selbs nicht war mechtig guunk,
Clitum nur umb etsliche wort
440 Sein gheimsten freunt selb selbs ermort.
Wer hat abr lobs erhalten mer
Bei den gschichtschreibem alln bißher
Denn Hercules und Achilles
Den ir zeit niemant war gemeß ?
445 Doch Achilles Briseidam
Durch gwalt zu seinem lust bekam,
Dei^leichen Diomedam zwar
Die des Phebantis tochter war.
Also auch schriftlich wirt gemelt,
450 Daß Hercules der teure helt
Pyrenem und Augen hab bracht
Zu seinem willn durch zwang und macht.
Auch neben dem hastu vermelt,
Vil dieberei und raubs vorzelt,
455 Kirchen beraubung und darbei
Bds heimisch tück und groß untreu,
Gleich als sein künt ein regiment
Darein sich solchs nicht flecht behent
Und wie auf erden izt nicht mer
iif0 Dei^leichen zu befinden wer.
Arsaces (wie ir all wißt zwar)
Des Parther volks ein k5nig war:
Jedoch die alt^n gschribnen gschicht
124
Von im uns geben den bericht,
465 Daß er der dieb und rauber frei
Ein unterweiser gwesen sei.
War nicht ein herlichr könig auch
Der Amesis? doch war sein brauch
Daß er sich stelens gar nicht schembt,
470 Dieblich umbschlich, frembds guts gerembt.
Nero, als der zu Rom regiert,
All kirchen in der stat spoiiert.
Dergleichen er durch Asiam
Und fort durch ganz Achaiam
475 Die bilder auß den tempeln nara,
Weil er vil schmuks doran bekam.
Dergleichen man bekennen muß,
Das auch thet Dionisius
Der könig in Sicilien.
480 Und wie uns mer gibt zu vorstehn
Der Cicero, so hat solchs auch
Cajus Verres gehabt im brauch:
Drum er in Dionisio
Vorgleicht, weil er auch thet also.
4t(5 Abr denkt, wie das auch waren leut
Und wie ir lob bißher zur zeit
Bei menniglich bleibt groß und hoch.
Was aber thut belangen noch
Verschlagne tück und listigkeit,
4t)o Hat auch sein sonderlichen bscheit.
Wer kan billich verachten drum
Pisistratum, Sartorium,
Ulissem und auch andre mer
Der vil hie anzuzeigen wer,
495 Der doch von wegn ir gschickligkeit
Vorgeßen wirt zu keiner zeit?
So denn nun die erworben han
(Wie wir gwis gein und zweivels an)
Daß sie am gmelten freuden ort
500 Der freuntlichn gselschaft fort und fort
Sich brauchen bei irs gleichen mer
12Ö
In allen frenden last und er, —
Was künd denn das zu izger zeit
Geachtet werden für ein neit,
f^& Daß diser, der nichts gringer ist
Denn die ich gmelt hab diser irist,
Solt so mit unerhörter pein
Stets ewiglich gequelet sein?
Was wers auch für unbilligkeit
öio Daß unter der botmeßigkeit
Seins ordentlichen richters der
Solt werden bracht zu ewign gier
Durch frembder richter Urteils gwalt?
Das hett ie gar kein form noch gstalt.
G-enius
515 Wer Satans ist und mit im helt.
Der redt auch stets was im gefeit.
Ich gbiet euch abr, ir ottergzücht,
Halts maul! kein wort redt weiter nicht!
Eur tugent wol verdienter Ion
5io Izunder vor der tür thut ston.
Den hunden sol nach rechter maß
Wol geben werdn ir rechtes aß.
Ir hellschirganten, aber was
Drukst ir und laust on unterlaß?
T>ib Ja auch ir richter allesampt.
Wie laß seit ir in euerm ampt?
Es sol euch nicht zu gut außgehn,
Hart ir und thut die schanz vorsehn,
Daß ich euch fort muß zeigen an,
530 Was ich ubr euch befelchs mer han.
Drum schleift den schelm nur her geschwind
Mit sampt sein reten und gesind!
Für gricht mit urteil und nach recht
Ewig vordampt zur helln in sprecht!
SS5 Ach ach! wie ists ein elend sach
Daß die verderbt natur so schwach
Muß seini die seint von irer art
Sunst hart und vest zu steter fart
126
Geneigt, daß sie all schand und plag
f>4o Volnbrengen sollen nacht und tag.
Sie hettens auch nicht nnderlan,
Ob ich in schon kein gbot' gethan,
Sie hetten den auch ungeaoht
Daß er in gleich all schand vorbracht
54r> Darmit er in het gern behagt,
Auf ergst teuflisch und hart geplagt.
Weil ich sies abr geheißen hab
Und sie nicht dürfen stehen ab
Götlichem gwalt und müßen dran,
550 Woldn sie den hunt gern hinken lan.
Abr dise meinung hats hiermit:
Ein böser sin und teuflisch gblüt,
So mans seins gfallens handeln leßt,
Denn ists gefreut und thut das best.
555 So halt es aber zwank thut füln,
Obs schon zu schadn sunst het ein willn,
Jdoch fumemlich es sich stelt
Wies im am besten selbs gefeit.
Das dritte gesprech.
Alecto, Mcgera, Minos, Pluto, Rhadamantiis , Oerichtskneoht, Lycaon,
Genins, Aeacns.
Alecto
Ins halseisn mit der alten glatzn
Die nichts mer kan denn unnütz schwatzn !
Der gnippend grubensucher der!
Im hals er hat kein zan nicht mer.
5 Was hat er nur für recht hie hin
Daß ers wil habn alls nach seim sinV
Wes darf er pochn und schäm also
Und solchen lermen machen do?
127
Oehts im so hin als wie ers macht?
10 Die ganze hell er hat aufbracht
Noch nie ist ghort wordn in der helln
Ein solch geschwürm von allen sein,
Anch gedenkt solchs auflanfs nicht mer
Der schwerlicher zu stilin gwest wer.
if> Niemant wil stehn zu frid und ru,
Sie laufen mit haufii alle zu:
Und die so auch in tausent jam
Niemant gesehen hat hievom,
Sie tummeln schreien schnum daher,
io Sie grimgranen ie lenger mer.
Diß alls wohin ichs deuten sol,
Kan ich bei mir nicht finden wol.
Es wer denn daß sichs ziehen wolt
Zu aufrur die halt folgen solt.
Megera
s3 Billich uns thut verdrießen hart
Der sein ungwönlich stolz unart.
Denn so sie hörn daß unser herrn
So werdn gehaltn in gringen em,
Wie in denn hie der alt erweist
30 Den du ein grubenkticker heist,
Dann nemen sie in iren sin,
Als was sie thun, das geh wol hin
Und sonderlich wenn der hie ist.
Alecto
Was ist die irrung diser frist?
Megera
S5 Man kans nicht sagen so behent.
Den genium sich diser nent.
Ich weiß nicht, wo irgnt sei ein got,
Des diener sei er und sein bot.
Drumb wil er daß man alzuhant
4o Hie einen der Lycaon gnant,
Der den im himl ist gwest entgegn
Auf unsers herrn Plutons anregn,
Den sol man zu der höchsten pein
128
Vonirteiln und stracks ziehen ein.
4fi Demnach man tu hat disputiert
Und beiderseits scharf red gefiirt:
Doch bleibt der stets auf seinem wert.
Man Bol kurz mit der scherf fam fort.
Drum Pluto gleich hat i^uß eim zwang
50 Die ratsherm heischen lan on lang.
Darauf ist ghalten worden rat
Und kurz, wies der begeret hat,
Also das urteil ist gefeit
Und wider Ljcaon gesteh.
»5 Drumb hie auch auf die linkhant halt
Zu disem handel ist bestalt
Plutonis der groß feurig sal,
Da publicierct werden sal
Das urteil über Lycaon
Go Der klag nach die ubr in gcthan.
Die grichtsbenk auch gesetzet sein,
Die schöpfen halt werdn sezen ein.
Minos auch auß dem türm gar halt
In fürs gericht wirt fum mit gwalt.
B5 Abr trit hieher baß! sichstu nicht,
Wie Minos gfurt bringt für gericht
Ein ganzen häufen die all seint
Beklagt als Lycaonis freunt,
Sein diener und sein treue retV
Alccto
70 Ich sehs. wer ist der mitten geht
Gleich zwischen Minos drabanten
Die man für feur kan nerlich sehn?
Megera
Der selbig ist der Lycaon.
Alecto
Bei all mein schlangn! er ist wolan
75 Ein feiner hübscher weidlicbr holt.
All sein geberd mir wol gefeit.
Sein gstalt, sein trit, sein angesieht
Ist alls heroldisch abgericht.
129
Wie daß er aber nicht auch wirt
so Oebmiden wie die andern gfärt?
Megera
Weil er ein fürst geboren ist,
Oschicht im die er zu diser frist.
Alecto
Wie daß er abr sein angesicht
So nider schlecht nnd nicht aufriebt?
85 Ist im selbs leit bei seiner sach?
Megera
Ich glaub nicht daß das selbig mach.
Denn wie mir sunst von im gesagt,
Hat ers wol e frisch gnug gewagt.
Ich halt daß er so schamhaft sei,
w> Weil er sich nicht umbsicht recht frei,
Odr wirt in gdanken gwislich gehn,
Wie er dem handel möcht furstehn
Und sich nach not vorantworten,
Der klag für gricht hie zu entgehn :
»& Denn auch die red von im sunst geht,
Er sei vorstendig und beredt,
Daß in die sein vergleicht oi% han
Ulisse dem gescheiden man.
Minos
Ho ho! was sol das gtümel sein?
i«o Wie daß die sein so dringn herein
So frach gleichsam mit einer gwalt?
Ir hellwütrin, treibt sie wol halt
Von dan! peitscht zu! macht räum dem gricht!
Schafft daß man kein geheims hört nicht!
Pluto '
i«& Bereit ists aus: es feilt nichts mer.
Minos bereit auch kümpt daher.
Ir schöpfen, balt daselbs euch sezt!
Radamantfaus sei nicht der lezt!
Auf disen stul setz dich daher!
130
RhadamantuB
110 Microphlegon, geh her und hör!
Den seepter tunk mir dreimal fein
In hellpfui Stygium hinein I
Ubrzogn mit schwefl und angezunt
Bring mir den wider auf der stimt!
Megera
115 Wie dringen sie sich alzumal
So ungestüm ins richters sal?
Für rauch abr und vor dicker loh
Wir nichts recht künnen sehen do.
Was härm wir denn und gehen nicht
120 Auch mit hinein baß fürs gerioht?
Ich seh abr wol, es feilt nicht fem
Daß wir zu langsam komen wem.
Der grichtsknecht zwir außgschrien hat
Der klag nach seiner laster that.
Qerichtsknecht
185 Herr richter^ aller gstrengster herr,
Wenns dein geheiß und wille wer,
So wolt ich Schrein zum dritten mal
Rhadamantus
Du hast mein laub in disem fal.
Gerichtsknecht
Zum dritten mal ich zeter schrei
130 Über den Lycaon hierbei,
Den herzogn von Lycoperan,
Und klag in peinlich ewig an,
Daß er der meuchelbrennerei
Ein heubt und erster Stifter sei.
135 Seins Vaterlands ein feint er ist,
Welchs er gern lengst het gar vorwüst.
Gemeinen frid und ru im lant
Er hat zurütt gesohweeht geschant.
Er ist ein mörder, kirchenreubr,
140 Hat bracht zu fal vil fromer weibr,
Hat jimgfraun auch an em geschont
Am leben und nach irem end,
131_
Der auch getriben hat hierbei
Mit blutvorwanten hurerei.
145 Ein briefvorfelscher ist er auch,
Schelmstreu und rauben ist sein brauch.
Vorleumbdens hat er vil gemacht,
Auch got im himel selbs voracht.
Rhadamantus
Was sagstu hierzu, Lycaon?
IM) Auf daß man kernen mag darvon.
Ljcaon
Herr richter, ja es ist nicht an:
Ich hab das alb und gern gethan.
Denn ich bißher hab gsweifelt nicht,
All «chand die ich hab angericht
J&5 Sei euch gereicht zu gfalln und dank,
Dieweil ich auch mein leben lang
Solchs alls nach euerm willn und gheiß
Hab aiißgericht mit höchstem vleiß.
Denn Pluto, gwaltigister herr,
i6o Bei meinem höchsten eid ich schwer,
Bei disem herlichn scepter dein,
Bei den gestüln die umbher sein,
Bei all dem hellsehen loh und feur
Ich nochmals schwer auch tief und teur,
165 Daß ich dir hab zu em und gfalln
Nichts underlaßen in dem alln
Darmit verdunkelt würd die er
Des gotes der sol (wie ich hör)
Im himel ubr uns sein, ja mer
170 Was mich dünkt das möcht helfen ser,
Daß menschlieh freuntschaft würd vorwüst,
Hab ich mieh gvleißt zu steter firist.
Und wie d6r Xerxes hatt ein art,
Daß er Neptuno dreuet hart,
m Er wolt in gfenglich nemen an,
Welt auch die sonn verfinstern lan
(Wie mir noch ist ser wol bewust,
Daß ichs oft hab gehört mit lust
J32
Von meinen treuen reten gut)^
180 So hatt ich auch für mir ein mut:
Wer nun sein mag der selbig got,
Ich wolt in bringn in angst und not
Sampt allen die im hangen an,
Wie ich im denn geflucht oft han.
185 Dergleichn ich hab gedacht noch mer.
Wie vom Oaligula ich hör
Der deines reichs ein große zier
Ist gwest, wie ich an werken spür,
Daß er gewünscht het und gewolt
190 Daß alles volk zu Rom habn solt
Nur einen hals, daß der dest er
In eim streich abzuschlahen wer:
So hab ich gwünscht oft und getracht,
Wie in eim hui mit gsambter macht
195 Ich die lutrischen ketzer all
Weg reumen möcht flugs auf einmal,
Die deinem reich und deiner er
So wider seint gewest bißher
Und weiß nicht was ftir lar sie doch
200 Bekennen und sich rümen hoch,
Die in vom himel sei gegebn,
Damach alein sie thun und lehn.
Nicht zwar on deiner hertigkeit
Qroß schmelerung zu diser zeit.
205 Drumb mir nicht kleine freud aufstunt,
Als ich erstlich bei mir entpftint,
Daß du die eiferig andacht
Mir heimlich in mein herz batst bracht.
Die mir ließ tag und nacht kein ru
«10 Biß ich mein bestes thet darzu,
Mit list erdacht die mördrisch brunst,
Welchs ist ein fein hübsch lustig kunst,
Die fein und meisterlich angeht
Daß man zu aschen macht die stet.
815 Nichts reut mich auch so ser und hart
Denn daß ich so verstöret wart
133
Ganz unebn durch des todes macht
£ denn ich vollent hat vorbracht
Was ich mit gutem gluck und heil
i2o Anfiengy welchs auch angieng zum teil.
Seintmals abr dem nun ist also,
Auf daß ichs nicht lang mach, Pluto,
Hett ich mein lebtag nie gedacht,
Daß wer bei dir^so gring geacht
ttb Mein treuer fleiß den ich gethan
Und du mich so entpfangn soltst han.
Ich hab wol vorhin oft gehört
Von viln, daß in der heUn kein ort
Sei da man sich hinkeren künt,
X90 Kit bech und schwefel alles brünt.
Hab doch geglaubt in disem fal,
Es würden die zu teufein all
Die dir gedienet hetten recht,
Daß sie kein pein verletzen möcht.
SS& Drum ich stets hab gehofft auf erdn,
Ich ward hie auch vereret werdn,
Von dir irgnt in ein ampt gesteh
Odr unter deine ret erweit
Und durch all kerker ungeheur
S40 Auch in der grösten hitz und feur
Durch alle marter quäl und pein
Zu herschen haben in gemein.
Dieweil mir abr mein hofnung feit,
Unüberwintlichr fUrst der weit,
t45 Vor deinen fußen ich hie lig,
Auf demütigst mich neig und bieg.
Ich bit und fleh zu diser frist
Aufis aller unterthenigist,
Wolflt doch verschaffen gnediglich
250 Daß freuntlichr werd gehalden ich.
Genius
Ich wil abr, Pluto, habn von dir:
Schaff daß gefall das urteil schier!
Nun wenn denn? wils nicht schier angehn?
134
Pluto
Wenn du ja wilt, so muß geschehn.
S55 Du Radamante, weist wol zwar,
Was sei dein ampt. darum fort far!
Radamantus
Wolan! die weil du, Lycaon,
Die stück so man dich klaget an,
Wie die stückweis dir seint emant,
*6o Vor in der scharfen frag bekant,
Auch hie frei gsagt für iederman.
Du habst solchs alls und gern gethan:
So werdn wir richter in der hell,
Wie ieder hat sein wird und stell,
266 Bezwungn von wegn der grausamkeit
Der laster die nun weit und breit
Weiß iderman, du habsts gethan.
Auch weil wir des befelich han
Von dem des macht und herUgkeit
jt7o Wir furchten müßen alle zeit,
Und habn sampt unserm perlament
Nach ghaldnem rat durch alle stend
In unserm camergricht gefeit
Ein urteil welchs in schrift gesteh
S7Ö Und gwis mit der bescheidenheit
Wie wir stets pflegn so vil sich leit.
Der genius wil aber han
Daß maus außruf für iderman.
Und solches sei hierzu sein gut
860 (Wie genius das deuten thut),
Daß hie all seien hörn und sehn,
Wie keine gwalt dir thut geschehn,
Daß du auch kein exception
Fort wider den proces magst hon.
285 Seit still und murmel keiner merl
Du Aacus, die schrift lis her!
Aeacus
Hört zu! das urteil ich vorzel
Darmit die richter in der hell
135
Ewig zur helln vordammet haii
i^ Lycaon von Ljcoperan.
Vors erst: weil er von kinilieit bah
Sein gmüt auf untugnt hat gestalt
Und alzeit sich erzeigt hierbei
Als der ab tugent hab ein scheu
t9b Und sonderliche ueigligkeit
Zu großer heßlichr schand bosheit,
Auch stets auf glegenheit getracht,
Wie er für sich auch tag und nacht
Dem algemeinen vaterlant
soo Her möchte sein ein schad und schand
Denn nutz und er, und hat dis fals
Mit höchstem fleiß getriben alls,
Wie er heimliche meuterei
Erregen möcht auch mer lüerbei
305 Durch gmein aufi-ur bei seiner zeit^
Deutschlant in ewig not und leit
Nur füren halt und felln zu grünt:
Darum wir im izt diser stunt
Wolln setzen folgend straf und pein:.
310 Daß man in werfen sol hinein
in kerker welcher fome an
Gemacht ist nebn der vorhelln plan,
Da die aufrürer sitzen in.
Die schlangen und die würmer drin
S1& Er speisen sol mit jamer zwar
Von seinem leib ein ganzes jar.
Sylla und Catilina söUn
Im zuzusehen sich darstelln.
Die hellwütrin in auch solln reclit
390 Durchhönen daß er prasten möcht,
äpeiwort und blutger stich vil gebn,
Giftige schlangn und würm damebn
Alzeit volauf im bringen zu,
Daß er kein augenblick hab ru.
3S5 Fürs andr: weil er sein loben lank
An hurübl ist gelegen krank,
136
Als ob er nun noch nimer mer
Mit solcher schand zurfiillen wer,
So daß er auch on underscbeit
»so Seim willen nach wer gwest bereit
Mit Weibspersonen allerlei
Zu üben schand und hurerei.
Wie gring oder hohen Stands die wem
Gwest, ungeachtet aller em:
SS& So sprechen wir vor recht alhie,
Daß er an stat des Titii
Den g eiern hie werd gworfen für
Die nichs mer thun denn fireßen nur,
So daß sie auch in ewigkeit
840 Sat werden mügn zu keiner zeit,
Die im sein hurisch lebem zwar
Recht soln zurfleischn und machen gar,
Ubr das geizig zu zwacken beid
Sein fleisch am leib und eingeweid.
»46 Den wir hiernebn gebieten wölln,
Daß sie in kurz nicht laßen sölln
Ein augenblick unangetast,
Auch tag und nacht in engsten fast
Biß daß vorgeht ein jares frist,
jiäo Und was im abgefreßen ist
Am tag, sol im zu großer pein
Zu nacht gewachsen wider sein.
Fürs dritt : weil er vil jar und zeit
Auch wider recht und billigkeit
S55 Sein bruder ghalden hat gfenglich
Ganz unvorschult ser hertiglich,
Und den, wie sein bekantnus steht,
Lang gern vom lebn zum tod bracht het,
Wenn sichs hett schicken soln und sein,
360 Daß er kriegt hett das laut alein:
Wolln wir daß er an gleicher stat
Da Cambyses gebüßet hat,
Ein jar auch sitz und leiden sol
Biß er im feur gebüßt hab wol.
137
3ft6 Zum vierden: weil er perturbiert
Hat kirchn und clöster, auch spoliert
Die guter so mit recht gehöm
Zur fördnmg götlichr dienst und ern,
Misbrauchent böslich hat gewant
370 Zu merer ubung sund und schant:
Sol er mit Dionisio,
Wie auch Phlegiaa und Nero,
Zu sonderlicher straf und pein
Auch auf ein jar vorurteilt sein.
376 Zum fünflen: weil wiBlich ist daß
Er hat auf gmeiner freier straß,
Darzu in keiserlichem gleit
Gefangen gnomen dapfer leut;
Die auch gfenglich gehalden hart,
SSO Biß er sie endlich gar ermort,
in ein schloßwal vorgraben hat,
Widr keiserliche maiestat
Crimen les» maiestatis
Begangen, wie solchs ist gewis,
S85 Hat heimlich mörder auch besteh
Und den darumb verheischen gelt
Daß sie zu Sachsn den churförsten.
In Hessen auch den lantgraven
EIrschießen imd ermorden soldn,
s»o Hat auch sein hofgsind, wie die woldn
Sich auß dem steigreif neren lan,
Solchs ¥rißentlich mit fleiß gethan:
So sol er tragn die plag imd büß
Die isunt hat der Sisiphus,
395 Daß er den großen schweren stein.
Der imer wider walzt herein,
So oft den berk muß welzn hinan,
Wie oft der rabwarts laufen kan.
Darzu in denn der Sisiphus
iiHi Hart brügeln sol daß er fort muß,
Der bei im sein sol imerdar
So lang biß daß vorgehn zwei jar.
138
Zum sechsten: weil er hat goschwecht
£in Jungfrau auß adlichem gsohlecht
105 Die erlich eidern hat gehat,
Den er von wegen vil wolthat
Ser großen dank wer schuldig gwest
In em bei ir zu thun das best,
Wie er solchs teuer gschworen hat,
410 Er wölt ir gnadn an tochter stat, —
Die hat er seiner treu ungacht
Auß seins weibs frauenzimer bracht,
Sie heimlieh gfäret auf ein schloß
Da sie sein must sein betgenoß,
415 Den freunden schrieb ertichte mär,
Als wie die Jungfrau gstorben wer
(Wie denn zur erden wart bestat
Ein falsche leich auß seinem rat):
So haben wir zu recht erkant,
iio Daß er geworfii sol werdn zu hant
In die latrin dorinne seint
Die selbs behum ir nahe freunt,
Welchs gmach zu sonderlicher büß
Balt wie der hellen finstemus
425 Sich vom anhebt, ist zugericht.
Drin sol er habn kein ru gar nicht.
Besunder Cinira sol auch
Gegn im nach sonderlichem brauch
Sampt Thieste und Nicteo
480 Mit andern die auch ligen do,
Als die ir eigne töchter habn
So großer schand nicht uberhabn,
Stets sein verdrießlich wunderser
Und im des Unglücks wrmschen mer.
435 fHirs sibend: weil er hat voracht
Sein fromes weib und stets getracht,
Wie er erlicher weiber vil
Durch teglichs anlign one zil
Brecht umb den schaz weiblicher er,
110 Dardurch er wol verdient het mer,
139
Doch weil sich sein so hoch annam
Der zwelft Joannes bapst zu Rom
Der im ebrach auch gleicher gstalt
BegriffiL und drob getödt wurd balt,
445 Dromb er das auBlau& ewig hat
Und er groß er den bebsten that:
Wolln wir von wegen solcher er
(Weil auch der gnant babst bitt so ser)
Im linder setzen seine büß,
4&0 Gebieten daß er sol und muß
Auf drei jar lang- auch alle tag
Den babst Joan (merk was ich sag!)
So oft aufs wintloch küssen fein,
Wie^fky wenn solchs hett ktinnen sein,
465 Er het vorert mit seinem küs
Den dreien bebsten ire füß,
Leoni und Clementi zwar,
Auch Paulo der der dritt gnant war.
Vors acht: weil er bekennet frei,
464) Daß er der meuchelbrennerei
Ein meister und anstifter ist,
Darzu er hat mit seiner list
Auf aller römischn bisehof gelt
Vil bdses gsinds heimlich besteh;
46d Rümbt sich auch daß er sie gelert,
Wie sie heimlich zu großem gferd
Elin feuerzeug soln werfen ein.
Der nachmaLs, so sie weit weg sein,
Plüzling angeht auf gwisse stunt
470 Mit feur welchs aUs verderbt zu grünt;
Demnach bekomen ist hiervon,
Daß den dies evangelion
Lieb haben und bekennen das,
Auf die er heimlich trug sein haß,
475 Ir stet weld dörfer nicht alein,
Vil tausent menschn hiemebn auch sein
Mit so erzelten feuers not
Kleglicfa verderbt und bracht zum tot:
140 _
Drum unser ernste meinung ist,
4ao Und woln kurz habn zu diser frist,
Daß man in erstlich werf geschwint
Des orts da die feunrogel sint;
Am heulbach schreien greßlich hu
Die schleiereuln und die huhu,
4b5 Die sonderlich seint auBgeschert,
Zu allem Unglück werdn emert,
Die mit im krumen schnebeln soln
Von im eins nach dem andern holn
Und stückweis in die long und quer
4i)o Füm in die feueröfii umbher.
Die so mit Schwefel feur und bech
Laut platzen als ob was zubreoh,
Daß so sein glider mancherlei
Zufurt hart leiden allerleL
495 Zum andern, wenn er solchs erlidn,
Sol er von unsem helleschmidn
Widrum zusamen werdn geschweißt
Und folgend erst recht abgepeißt
Im Ach^ronte dem hellfluß,
500 Dorein er sich auch setzen muß,
Der selb für eiter gift und blut
Trüb ist und gleichsam schweren thut.
Denn sol er in ein türm gar halt,
Der hierzu sonderlich bestalt,
505 Gesetzet werdn biß schier an d' arm:
Da sols an einer Seiten warm
Sein und nur trefflich grausam heiß,
Zur andern selten kalt wie eis,
Daß eine seit die hitz derr hart,
510 Vor frost die ander gar erstart
Hierzu in hungern dürsten sol,
Daß er mag nimer werden vol:
Welchs in sol engsten an und an.
Darob niemant sol mitleidn han.
515 Fürs neunt: weil er bei seiner zeit
Churfürstliche durchleuchtigkeit
141
Zu Sachen und den lantgraven auch
(Die er und tugent habn im brauch,
Gerecht und löblich forsten seint^
520 Von den gotseligkeit stets scheint),
Dammb daß sie gotselig 1er
Des chrisüicfan glaubens habn bißher
Wider römische tyrannei
Oeschüzt und der gestanden bei,
S25 Mit falsch ertichten schmehungen
Und wider recht iniurien
Durch Schandbüchlein und böswichts rat
Zu bschwem sich unterstanden hat,
Darrait er sie bei iederman
&90 In schände gern gefurt wold han
Und sonderlich in ungenad
Bei keiserlicher maiestat:
So wolln wir im auflegen daß
Er hungr und durst on unterlaß
&3& So hart als imer mer kan sein,
Und werd in pfiü gesezt hinein
Da izunder der Tantalus
In angst und quäl sich leiden muß,
Und sol dxin sitzen biß ans kin,
S40 So daß vil lieblichs obß umb in
Von öpfeln bim und was mer ist,
Söln heufig ligen der in glüst;
Keins waßers sol er gnießen mügn,
Wie gschwint er sich hiernach thut biegn ;
545 Und daß er auch die gunst nicht hab
Daß er mit einer frucht sich lab.
Und wenn zu trinken er sich tuck,
Das waßer im gehling entrück,
So er auch gleich nach öpfeln schnapt,
550 Daß er doch nimer kein ergrapt:
Und sol auf zwei jar dise pein
Unnachleßlich im aufglegt sein.
Zum zehenden: dieweil er got
Der alle ding erschaffen hat
U2
555 Auch nicht alein für nichte geacht,
Sieh auch nicht gfurcht für seiner maclit^
Besonder hat den ie zu hant
Auch zugezogen alle achand
Und für ein lautem spot geacht,
560 Mit höchstem vleiß hiemach getracht,
Wie ers fumem und brecht auch fort
Daß er das seligmachend wort
Sambt allen die da gleuben dran
Möcht gar zu grünt vertilget han:
565 So habn on widersprechlich wir
Entpfangn ein schwind mandat alhier,
Daß, so er durch die quäl und pein
Die im durch uns zugsprochen sein
Herdurcher ernstlich gnomen wirt,
570 Von eim zum andern wol tractiert,
Sol man in nachmals setzen ein
In tiefstcoi türm der mag gesein
Zu underst in der hellen hie
Und herter quelen denn vor nie*
575 Dem wir so wollen nach gelebn,
Verdammen echten ubergebn
In hiermit, daß in menniglich.
Es sei in gmein odr sonderlich,
Mit aller marter die man kan
580 Erdenken frei mag greifen an.
Den teufein allen in der helln
Wir in ganz mechtiglioh dar stelhi.
Den hellwütrin wir in uhrgebn.
Ja alln den greßlichn tiem damebn,
585 Wes Stands gesdilechts und art si sint,
Wie ungeheur man die auch fint:
Den allen sei er hingestelt
Mit im zu thun was den gefeit,
Gebn alln auch volle macht imd gwalt
5no Gegn im zu wüten manichfalt.
Eim iden sol erleubt auch sein
Daß er seins gfalns erdenk ein pein
_ 143
Die er meint daß sie andern weit
Sei Torzuziehn an grausamkeit.
:>»d Wir wolln auch ernstlich haben das
Daß man im ra kein augnblick laß
Und daß die quelung angst und pein
Bei im stets bleibn und sollen sein
Von izt an biß in ewigkeit.
Genius
«oo So recht! so bleibs zu aller zeit!
Lycaon
O we mir armen imer mer!
Das würd mir werden yil zu schwer^
Wenn dises urteil in sein kraft
Solt gehn ubr mich in diser haft.
«05 So lang ich aber admen kan,
So wil ich ungehoffk nicht lan*
Minos
Umb sunst dem hoffen leider ist,
Weils urteil gfelt ist diser irist.
Was hin ist^ kümpt herwider nicht.
«10 Abr schanty wie gel und blaß er sieht.
Die furcht der pein so engstet in
Daß er für amacht zeucht dahin.
Genius
Das ist nichts daß du sorgst für in.
Er wirt ubr das noch kriegn fünf sinn
615 Daß er ja greiflich ftilen kan
Die pein so im gelegt wirt an,
Wie grausam heftig scharf sie sint.
Wohin abr ist sein hofgesind?
Minos
Sein großyog^ von Ljcoperan
620 Ist hie. was sol ich zeigen an
Sein schelmstück all? furwar er ist
Ein Schalk gewest zu aller frist.
Er bkent, er hab gegeben gelt
Den die zum brennen sein besteh.
•** Dergleichen seine ret all drei
144
Hie sagen und bekennen frei,
Daß sie irm heim habn rat gegebn
Und Schandbücher gemacht damebn.
Drumb dünkt mich wol das gleichste sein,
630 Man urteil sie zu gleicher pein.
Es wer furwar ein groß unrecht,
Wenns beßer haben soltn die knecht
Denn ebn der färst und oberherr.
Rhadamantus
Ir teufel, euch ich hie vorer
635 Mit den die macht ir haben solt.
Machts mit in wie ir selber wolt!
Ir büttel dran! das hellgesind
Schleift imer hin zur pein geschwind!
Bint zert sie flugs und thut zur sach
640 Und unserm bfel mit ernst kümpt nach!
Genius
Fart, ir vorfluchten, jemerlich
In die vordamnus ewiglich.
Daß ir fort mer zu keiner zeit
On marter heuin und seufzen seit!
045 Farty ir vordamten, imer hin!
Also wer in seins herzen sin
Seins gots vorgeßen thut auf erdn,
Sol in die hell gestürzt auch werdn.
XIV.
PASQUILLUS
VOM SALZBURGISCHEN BAURNGJAIT.
GESCHEHEN IM SIBEN UND FÜNFZIGSTEN
lAR ÜMB RUPERTI IM HERBST.
Pedell pfaffenscherch.
Fürwar ich m(k$ht wol billich sagen,
Darzu rechte warheit klagen.
Daß an dem hof schier keiner wer
Den doch sein dienst kompt an so schwer.
s Als halt gen hof nen mär wirt bracht
(Darauf sonst niemant hat kein acht.
Sonder ieder darför heftig scheucht,
Hölzel und pölzel zu holn weit),
So beruft man mich vil armen man.
10 All botschaft ich außrichten kan.
Als wenn mein herm Pangedim
Schön firaun bei dem tanz herumb föni
Und leben frölich in vollm saus,
Muß ich los botschaft richten auß
15 Und laufen die nacht sampt dem tag
flin gaßen auf, die ander ab.
Solchs schwecht mir gleich den ganzen Icib,
Doch wart ich in daß er feist bleib :
Der ho&uppen thu ich nach schnappen
-« Und sauf mir oft ein gute kappen,
10
146
Wiewol es nit gebürt eiiu Christ:
Die weU es aber der bofbrauch ist.
Zu dem sie auch sint stet vol wein
Die unser vorgeer soln sein,
25 Schlemmen lind prassen all geleich
Als wißen sie kein bimelreich.
Der bauchföl thun sie fleißig pflegen,
Weils halten, nach disem leben
Kein urstent vortliin nimmer sei.
30 Dem leben wone ich treulich bei.
Die weil sich niemant beßert umb ein har,
Bin ich auch darin verstocket gar.
Der teufel hat uns all verblent:
Ich halt, umb uns wirt sein das ent.
.sft Die botschaft wil ich richten auß,
Ob schon der teufl würf dzungen herauß,
Den bäum helfen jagen und hetzen.
Sol ich mein sei noch einisten versetzen
Dem teufel so vorhin hat darauf
40 Ein Schilling pfenning auf den kauf,
Doch ist mir wunderlich zu sagen
Daß man wirt bäum fär wiltpret jagen.
Cornelius Tacitus ein heid
Braucht mit den Christen auch solch gjeit,
45 Das sich der salzburgerisch man
lezunder auch thut understan,
Wil hetzen lan ein armen bäum.
Thun das sein Jäger, so seins groß laum.
Doch meinem hantwerk schats nicht ser:
50 Ich bin ein pfaffenscherch und nit mer.
Die botschaft wil ich richten auß,
Den Jäger suchen in seinem haus.
Wie wird ich sein so gar wilkom
Als ein gefrorner dreck von Rom I
55 Hoischo, Jäger, thu auf behentl
Mein herr bischof mich zu dir sendt
Sich hat getragen jinfal zu:
Dammb mein herr hat gar kein rue.
147
Ein beuerlein aaß armnt groß
60 Hat gefeit ein hirsch mit dem geschoß:
Darumb ist im morgen ein rechtstag angesezt,
Mit hunden soI er werden gehezt.
Derhalben dir^ woLQäger guet.
Mit ernst der bischof schaffen thut,
«6 Daß du und der hunt Geselman
Sich dises gjeits solt understan.
Jäger.
Was hör ich? in mein alten tagen
Sei ich erst bauren helfen jagen?
Was gehen mich doch die bäum an?
70 Zum wiltpret bin ich ein jägersman.
Ob der baur verwirkt hat vil,
Darumb ich sein henker nit sein wii.
Pedell.
Lieber woligäger, du hast recht,
Doch gehet der gewalt fürs recht.
75 Wir sein nun knecht in dem geding :
Des brot ich iß, des lied ich sing.
Drumb rat ich dir, thus willig gern.
Schaff dir damit ein gnedigen herm.
Jäger.
Ich wil mich bedenken recht und wol,
HO Ob ich das gjait verrichten sol.
Farhin, pedeÜ, weiter dein straß
Zu andern jägeml verkünd in das!
Ich wil gehn zu meinem Geselman sehen,
Wie es im dauß im stal thut gehen.
ü^ O Geselman^ lieber Gselman guet,
Hets du menschlichen sin und muet,
Du würdest vil änderst sein gesint •
Gegn menschlichem geschlecht und kint
Das got nach im hat geformiert.
9o Zu ercn dir solches gebürt,
Wie dann des hunds art sich befleißt
Zu eren den so ine speist.
10*
148
Aber der mensch so gar verkcrt
Oot nit erkent so in doch nert.
v5 Ach daß dir wer zu reden kunt
In maßen wie dem esopischen huut
Und got durch dich ein zeichen thet.
Daß du erkennest das wiltpret
So dir wirt heut für äugen gesteh.
KU) Zu förchten das bistu erweit.
Ach daß dir got geb in dein sin
Daß du den hirsch liest laufen hin
On allen schadn und thetst dich wenden
In deinen herm mit grimmigen zenden!
105 Wie denn die hunt Aseon bißen,
Im eignen herm zu stücken zerrißen.
Geselman der hunt
Was klagst dich^ JÄger, g^g^ nur hart
In deinem alten grauen hart?
Got hat erhört dein schreiende stim.
HO Zu reden, Jäger, mich vemim!
Sol ich erst menschen fahen than,
So ich vor altr kaimi laufen kan?
Der mensch mit Weisheit ist begabt,
Der hirsch mit Unvernunft ist erhabt.
115 Und ich der selben vil gefeit.
Gefangen frei auf weitem feit,
Ist das der Ion so mir und dir
Umb unser dienst wirt gstellet fiir?
Des bauren henker sol ich sein
120 Und du der scherg? das ist nit fein.
Jäger.
Geselman, du sagst gar wol darvon.
Ich bin lang gwesen ein jägersman
Una mich des weitwerks wol geniet:
Vor solchem Ion mich got behut!
Gesellman leithunt.
125 Sol ich erst menschen fangen than^
So ich schier in der weit weiß kain
149
Der menschlich als ein christ thut leben V
Zu Ion Wirt mir schmal suppen geben.
Man henkt mich lieber an ein bäum,
ISO An disem hof het ich nit räum.
Wann ich aber solt wilde tier
Mit sodomiflchem lust und gir
Fähen die menschen sein behielt,
Den tag wolt ich fahen an
135 Wie die hunt den Anteon,
So in hirschen gestalt verkert wart,
Sein lehn verlorn zur selben fart
Jäger.
Ja Geselman, wann sie recht hirschen wcrn,
Als wolf Schwein löwen und bem,
140 Wolt ich das weitwerk auch noch treiben.
Hunt.
Kein wolf solt mir im schafbeiz bleiben.
Die beren wolt ich stellen an
Zum Schuß stich wie dus weitest han^
Etlich mit löwen heutn bedeckt
145 Blfitgirig zen in fUrher blekt,
Darunter etlich schwarz beklait,
Die fugen auch zu disem gjait.
Thet ich in ir paret abdecken,
Würden sie die oren recken.
150 Ach daß man pfaffen jagen thet!
Dem teufel wers ein rechts wiltpret.
Jäger.
Solchs wiltpret uns verboten ist
Der teufel behelts zu seiner frist,
Wirt mit in haben ein falken baiß,
155 Es möcht in wem hindern oren haiß,
Dann got einmal wirt fragen drunib,
Was ursach man den bauren frumb
Hat aufgestelt f&r wildes tier
Oder was es sei für ein manier.
i«o Wann ich gedenk der haiden zeit
150
Und wie die Römer betten freit
Daß sie ein schauspil richteten an,
Ir gefangen leut musten bestan
Mit kämpf und streit die wilde tier,
165 So iez bei den Christen komt herfär.
Vergeh mirs got daß Ichs also nenn,
Weil ichs für wilde tier erkenn.
So vol sein sie mördrischer lüst
Als oft ein härlein an in ist.
Hunt.
170 Horch, Jäger, wie laut man mir schreit!
Ich bit, sei still und bei mir bleib!
Thue nicht yermailigen deine hent,
In unschuldig blut mir nicht went!
Wir wölln heimlich thim zu sehen
175 Wie es dem bauren wirt ergehen.
Sih I dort stelt man den baur auf den branger :
Nach disem hirsch hab kein verlangen.
Er ist so dür mager und ran,
Ein feisten ich wol finden kan.
18U O marggraf Albrecht, hetstu das leben,
Nach disem hirschen wiirdstu streben
Und den armen bäum faren lan.
Er hat ein ghüme schön geziert^
Von edlen gstein und golt paliert,
185 Vom bapst hat er das kaufen Ion
Umb sechzig tausent sonnencron,
Es sieht einem bischofhuet gleich,
Obs schon ein narr tregt der ist geweicht.
Auß disem ghüm und fasnacht huet
190 Macht man der eisnen vil und guet.
Jäger.
Ach got, laß dirs bevolhen sein
Den armen bäum und diener dein!
Wie magstu doch sehen an
Daß er so ellent dort muß stan?
i!»5 Er ruft zu dir on allen scheuch,
151
Sagt 'gefeite dir, got, so leid ichs gleich."
Das er iest hat, het er nit glaubt.
Ak hirschen ghüm auf seinem haubt
Sei nit fest sten und also stät
ioo Daß er sol werden eingenät
Von einem bischof in ein hirschhaut.
Het solichs im nit zugetraut
Dem von Küenberg und Baalspfaffen,
Do er nichts anders het zu schaffen
205 Denn arm leut also zu schinden,
Verjagen von im weib und kinden,
Salzmeut und aufschleg zu richten an.
So vor nie hat gehört kein man,
Sein stolz und hoffart dest baß zu furn
310 Mit freßen saufen und jubiliem.
Nem er recht seiner pfaffen acht,
Trieb nit also epicurischen bracht,
Thet ir laster strafen eben,
Sech auf siCi wies fürten ein leben !
S15 Wie dann ie erst iezunt auf der ban,
Daß ein pfaff hat gefangen an,
Weil im sein mess' nimmer das tregt,
Hab er gelt zu gewinnen pflegt,
Im Wirtshaus außgeschrien frei,
tto Wer nit geb ein creuzer oder drei,
Wolt er mits wirts diem zu haut
Öffentlich treiben sodomische schand.
Hat kerzen und karten genomen bhent,
Der diem auf der* schäm verbrent.
ttb Solche 1er findt man geschriben stan
In bttchera so iez von Salzburk außgan,
Begeren nit vil passport.
Vom bäum gjut wir nit vil sagen
Biß man ein mal thut pfaffen jagen.
Bischof.
330 Ach we mir armen unseligen man
Daß ich mich hab verfuren lan
152
Die faLschen rät die ich hab pflegt.
All mein vertraun auf sie gelegt!
Hett ich def sach baß nach gedacht
835 Die mir kein ru leßt tag und nacht!
Man thet mir raten g|ur behent,
Ich sol den bauren han verblent.
Man zeigt mir an, es were der brauch,
Im Bairlant es geschehen auch,
240 Ir etlichen die äugen außgestochen :
Solchs hieß das wiltpret recht gerochen.
Doch Yolget ich nicht solchem rat.
Ein ander zu mir förher trat.
Ich sol den bauren hetzen laßen
24r. Mit hunden durch die stat all gaßen.
Ich muß verzweifeln und verzagen
Daß ich verbracht hab solches jagen.
Mein gewißen ficht mich zu beißen an
Gleich wie die hunt den baursman,
260 Es thut mich nagen und zufreßen.
Ach wer ich tot und hets vergeßen.
Was laster spot und große schand
Schreibt man von mir in alle laut!
Het ichs doch recht zu sinnen gefaßt,
255 Daß der geistlich staut verhaßt
Und iederman uns feintschaft tregt!
lezunder ichs erst recht erwegt.
Was sol ich thun oder gedenken?
Het ich ein strick, ich wolt mich henken.
260 Der teufel hats geraten mir.
Teufel.
Du leugst als, pfaff. ich dörft dir schier
Geben ein maultauschen also guet
Daß dir abfiel dein fasnachthuet
Du loser pfaff, wie leugst so ser?
265 Sich ich gleich deinem Jägermeister?
Hab ich ein karrok oder platten
Die dir solchs haben geraten?
153
Ich w^r so freudig nit geweat
DaB ich ein menschen mit hundeu hezt.
270 Die weil dus aber thust fahen an,
Wil ich balt pfaffen jagen than,
Dir, dein gsalbten und gschomen gselln
Ros wagen foer und schif bestelln.
Henk oder trenk dich nur geschwint!
»73 Den Caron ich dort schlafen find.
Caron, wach auf! wie schiefst so ser?
Von Salzburg bring, ich dir gute mär.
Ein p£Eiffen gjait hab ich bestelt:
Zu fahen diei bin ich erweit.
980 Dammb ich dir iez schaffen thu.
All deine schif wölst richten zu.
Fürs über den hellischen Stix!
Schau daß du von in verzettest nichts !
Caron.
Die botschaft thut erfreuen mich
S85 Daß die warheit verkeret sich.
IGt landsknechten hab ich lange zeit
Gehabt zum überfuren streit.
Es ist ein volk on gelt so bloß.
Es hat nit wert eins hellers groß.
»90 Noch hab ichs mußen überfum
Und alles furlon frei yerliem.
Teufel.
Hie dörfstu mnb kein gelt nit sorgen,
Den pfEiffen nit ein heller borgen.
Für sie nur eilends zu mir ein!
»•6 Ich wil fiirs furlon bürge sein.
Valete.
XV
EIN GESPRECH
DES HERRN MIT S. PETRO
VON DER lETZIGEN WELT LAUF
UND IREM VERKERTEM BÖSEM WESEN.
S. Peter.
Ach, mein lieber Herr und Got,
Laß mein bit sein kein spot!
Ich bit, du wollest mich geweren
Das ich iezt von dir thu begeren.
5 Laß mich doch faren in die weit,
Daß ich beschau wie sie sich holt,
Obs auch noch sei wie in den jaren
Da ich und du da niden waren.
Der Herr.
Petre, dieweil du mich anredst mit deiner bit^
10 Weiß ich dirs abzuschlagen nit.
Dieweil dich erregt dein sin dazu,
So far du hin in frid und ruh.
Aber schau eben zu, daß dichs nicht gereut,
Denn die weit hat sich gar vemeut.
S. Peter.
16 Derhalben so wil ich hinunter,
Auf daß ich anschau das wunder,
Was die weit hat fiir ein glauben.
155
Herr, wie lang wiltu mir erlauben
Daß ich mag außen bleiben von dir?
Der Herr.
io Petre, ein monat erlaub ich, glaub mir.
Aber du seit da niden nit schelten und pochen.
S. Peter.
£7, Herr, ich bit umb Bechs wochen:
Denn ich möcht da niden auf erden
Bei guten gesellen verzogen werden«
s5 Ich wil mich halten nach aller bilUgkeit,
Aach widerkomen auf genaue zeit.
Der Herr.
So far hin, du getreuer knecht!
Schau du, wie sich helt menschlich geschlecht !
Du wirst in wenig kurzen tagen
90 Vil wißen von inen zu sagen,
Denn es sind vil secten und orden
In der weit aufgerichtet worden:
Mein kirch ist gar zertrent und zerrüt,
IGt menschen 1er gar überschüt.
S. Peter. '
» Nun wolan, ich far dahin:
Zu der reis ich fertig bin.
Füre uns, Herr, nicht in vorsuchtmg!
Nun kömpt Petrus wider zu dem
Herrn und ist nur vierzehen tage
außen gewesen, denn es gefeit im
nichts auf erden, und klagt dem
Herrn über die weit.
Der Herr.
Sich, Petre, woher so bei zeit?
Ich gedacht, du werest von hinnen weit.
40 Wie hat sichs mit dir zugetragen
Auf der weit? das solt du mir sagen.
S. Peter.
O g*^tiger Qot, ich bin etliche zeit gewandert.
Auf erden hat sichs gar verändert.
156
Hör nur mein klag, das bit ich dich,
45 Wie die menschen so verachten dich!
Dein wort und gebot acht niemand:
Es gehn die menschen in laster und schand,
Es ist da niden kein freud noch ruh.
Were ich also vil Got als du,
50 Alle firmament müsten sich bewegen,
Ich wolt laßen feur und Schwefel regen,
Ich wolt die ganze weit umbkeren.
Ich bit, Herr Got, woUst mich geweren:
Gib mir das regiment nur einen tag,
55 Auf daß ich die weit strafen mag.'
Der Herr.
Nein, Peter, die weis taug gar nicht.
Mein sin ist nicht dahin gericht.
Daß ich solt strafen also bald:
Denn ich die straf an viln enthalt.
CO Denn ich bin gnedig milt und gütig,
Ich bin barmherzig und nicht wütig.
Denn wenn ich solt strafen nach der that, —
Es lebt kein mensch der nicht sünde hat.
Ich geh zu weilen plag und zeichen.
65 Damit thu ich ir herz erweichen:
So laßen sie von Sünden und thun büß.
Also die meinen ich reizen muß:
Denn sie kosten mich nit silber golt oder gut,
Sondern hab sie mit meinem teuren blut
70 Errettet auß des teufeis gewalt
Von jamer engsten manigfalt.
Ich hab nicht lust an des Bünders tot,
Sondern daß er sich beker. ein solcher Got
Bin ich und mach den fromen frid,
75 Thu inen wol biß ins tausend glid.
Aber denen die mein wolthat verspotten,
Der geschlecht wil ich ausrotten,
Ich wil sie strafen an leib und sol
Und stoßen in die ewig quel.
157 •
S. Peter.
M Ach, lieber Oot, hör Wunderding,
Wie es mir doch so seltsam gieng,
Da ich auf erden komen bin.
Erstlich fiel mir in meinen sin,
Wo ich eine kirche fiinde,
s3 Ob auch noch darinne stünde
Dein götlich wort und heilsam 1er,
Ob auch noch vorhanden wer
Dein götlich wort das du in hast gelaßen.
In dem kam ich eben zu maßen
M Da man hub zu predigen an.
In der kirchen warn kaum über fünfzig man,
Welches mich gar ser verwundert:
Aber auf dem kirchhof warn me dann zwei hundert.
Ich dacht wie daß die nit woUn zu hören:
»5 Die sach thet mich gar betören,
Daß sie spazierten umb den ring.
Zu lezt ich auch mit umbher gieng.
Da hört ich wort so manigfalty
Wie mancher auf den pfaffen schalt
100 Ala ich hört des scheltens so vil,
Kund ich nit lenger schweigen still
Und sagt ^ach, wie hat euch der teufel gebleut.
Daß ir so Gk>tes diener scheut?
Qot der Herr wirts an euch rechen.'
io5 Von stund an thet einer sprechen
'Got geb dir die drüs und den ritten!
Was hastu uns zu gebieten?
Ich weiß nichts nütz in der kirchen zu sein:
Darinnen schenkt man weder hier noch wein.
114 Denn da zecht der pfaff und kaplan,
Sie trinken alein, geben mir nichts davon.'
Die andern theten mich spotten und lachen.
Ich schwieg stil, kunt nichts darauß machen.
Damach nicht weit von einer ecken
11.» Sah ich ein ströem kränz rauß stecken.
Darinnen hört ich ein groß geschrei:
158 _
Es daucht mich frembd, ich gieng auch dabei.
Da sagt man mir, man schenket wein.
Mich dürstet ser, ich gieng auch hinein.
120 Da sah ich würfel und kartenspil.
Zu dem wein warn ir dreimal so vii
Als zuvor in der kirchen warn.
Da was zeren und kein spam.
Ich sazt mich nider auf ein bank
125 Und hieß mir bringen auch ein trank.
Da kam einer auß iren zechen,
Thet freundlichen zu mir sprechen,
Bot mir sein hant, thet mich grüßen.
Mit der andern haut thet er mich berußen.
130 An die büberei het ich nicht gedacht.
Ein ieder schrei auf mich und lacht.
Wie ein eul unter den vögeln ich was.
Lieber Herr, wie verdroß mich das!
Den spot het ich gern gerochen,
135 Vorwar ich het in erstochen, —
Da gedacht ich die andern möchten im helfen.
Mich verdroß ser ir schreien und gelfen.
Der Herr.
Petre, sein auch noch gotfurchtige ieut vorhanden
Und getreue prediger in den landen
140 Und Schulmeister die die Jugend fleißig leren,
Auf daß sich bei inen möchte meren
Mein gebot und heilsam wort?
S. Peter.
Ja, Herr, man findet an manchem ort
Dein götlich wort klerUch gedeut:
uö Aber es sein vil der gotlosen ieut
Die nur dein wort im munde fären
Und im herzen wenig spüren.
Sie schinden, schaben, iren nechsten betriegen:
Alein der arme man muß sich schmiegen.
150 Wenn einer durch betrug hat etwas zu sich gezogen,
Sie achtens nit als wers abgelogen:
159
Sie nennens Weisheit Vorsichtigkeit mit listen,
Rümen sieh auch frome Christen.
Sie wißen yil vom evangelio zu schneiden:
ibb Gleichwol wollen sie das nicht leiden.
Wenn man in von iren tücken sagt:
Als denn ein ieder über den pfaffen klagt.
Auch bin ich gewest an etlichen enden
Da sich die leut woUen gern wenden
i«o Zu dir und deinem göüichen wort:
Werden sie drumb ertöt und ermort,
Werden von einer stat zu der andern gejagt,
Im gefengnis mit hunger und durst geplagt.
Diser zwispalt kömpt her von ungelerten leuten,
i«:5 Die nach iren köpfen deuten,
Glosieren die schrift nach irem sin.
Bei vilen priestem ich gewesen bin.
Die künden kein predigampt verwalten,
Sie künden nichts denn messe halten:
iio Sie zieren nicht, Herr Got, deinen tempel.
Sondern geben den leien bös exempel,^
Daß sich vil ergem an deinem wort:
Ich habs von vilen leuten gehört.
Straft man die leien umb bösen misbrauch,
175 Sagen sie ^uts doc;)i unser herr pfarrherr auch.
Wenn im sein predigt ein ernst were,
Würde er sich auch daran keren.'
Ick kan nicht gnugsam davon sagen
Was sich so seltsam thut zutragen.
i»o Es sind mancherlei glauben im laut,
Papisten, Luther, Pikarten, Zwingler genant.
Welche ich nicht alle weiß zu erzelen:
Ein ieder wil im ein sondern glauben erwelen :
Auch kam ich einmal in eine stat,
itö Darin es ein schön kirchen hat
Darinne ich ein priester fant.
Der selbig predigt nur menschen tant,
Er sucht nur in der predigt seinen nuz:
War noch erbötig seinen truz
160
190 Der im sein lere veracht.
O Qoty het ich gehabt dein macht,
Ich het in laßen den donner erschlagen.
Weiter muß ich dir sagen,
Es hant sich yerkert alle ding:
195 Es ist nimmer wie ich in die schule gieng.
Zu der zeit hatten wir erbar frome Schulmeister,
Waren der Jugend eerleister, .
Sie lereten den armen als den reichen.
Zogen mer mit werten denn mit streichen.
200 Izunt sein die großen Hansen in den schulen,
Die können nichts denn saufen fireßen und buien,
Üben sich auf lautenschlagen und pfeifen.
In acht tagen sie kein buch angreifen.
Sie sizen alein bei schönen weibern,
205 Befelhen die lection armen Schreibern :
Die selben müßen die schul versorgen.
Kömpt das quatember heut oder morgen,
Ire preces wollen sie haben.
Got weiß was die armen knaben
210 Gelemct haben! könnem kaum das ABC.
Auch Schemen sich Schulmeister me
Mit den knaben in die kirch zu gehn:
Vil lieber sie fiir dem Spiegel stehn,
Trinken daheim ein brantewein:
215 Damach können sie gut latein.
Ich kam einmal zu maßen
Da etliche magistri cantores beisamen saßen.
Ich dacht, sie repetierten den Cisioianum:
So decünierten sie den Grobianum.
'220 Sie theten sich gar nichts Schemen für den knaben,
Welche darin büberei ehe gemerkt haben,
Denn etwas götlichs auß der schrift.
Also wirt die jugent vergift.
Im alter kan sie denn niemant halten in zäum.
225 Ich gleich die jugent eim jungen bäum :
Wirt er nicht gebunden und gezogen,
Im alter ist er krumb und gebogen.
m _
Derhalben lern sie lasier in der jugent,
Dnunb ist in der weit kein er noch tugent,
?«' Kein fröroigkeit wirt nicht angesehen.
Herr so sich, wirt dein zukunft nehen
Und wirst abthun das bös auf erden,
So werden wenig menschen selig werden.
Der Herr.
Peter, warum predigstu nit meinen willen?
rib Villeicht hetestu sie können stillen.
S. Peter.
0 Herr, ich weiß mich nicht zu bewaren.
Da weist wie sie mir vor haben mit gefaren,
Wie sie mich fiengen und steupten
Und deinem wort gar nicht gleubten.
MO Denn wer auf der weit die warheit sagt,
Der wirt gepeinigt und verjagt:
Denn Ungerechtigkeit ist bei in entstanden,
Die gerechtigkeit aber leit in banden.
Das recht wirt in der weit gar verdruckt,
sib Der gewaltige wirt herfur gezuckt.
Wenn des gewaltigen sach ist nichtig,
IGt gelt macht man sie wider wichtig.
Es ist nichts so hoch, mit gelt feit maus nider.
Es wirt nichts verlorn, gelt bringts herwider.
2>^ Es ist nichts so fest, mit gelt wirts erobert.
Es ist nichts so weis, nut gelt wirts betöbert.
Gut und das leidige gelt
Regiert ieznnt die ganze weit.
Ich gleich das weltliche recht einr webe der spin:
'^ Große humeln reißen durch, mucken bleiben drin.
Ich nem ein quenüein gunst wol bereit
Vor zehen pfunt gerechtigkeit.
Im recht sieht man den reichen an.
Man sagt <das ist ein erbar man.^
i^ Man gleubt im mer dann einem armen.
Lieber Herr, laß dichs erbarmen !
Denn oberkeit hat ein Sprichwort gemacht,
11
162 .
Sie sagen 'wie es wirt in die mül gebracht,
Also wirts auch gemalen.^
265 Ja, wo hats der arme zu bezalen,
Der procuratom kan vemügen?
Ja, wo hats der arme in vermügen?
Geldes halben verleust der arme das recht.
O Herr Got, straf menschlich geschlecht!
270 Wie kanstu doch so gütig sein?
Ich schlüge fürwar mit keulcn drein.
Der Herr.
Peter, du bist wunderlich in deinem sin.
Weistu nicht, daß ich so gütig bin?
Warumb heißt die weit ein jamertal?
S. Peter.
275 0 Herr, höre mich noch einmal!
Das nötigst het ich schier vergeßen,
Wie sich die weit helt in saufen und frcßen.
Darin helt man kein maß noch weis,
Ein ieder hat darauf seinen flciß.
280 Ein neue manier hat man erdacht,
Ein Würfel in ein glas gemacht.
Wer rüttelt ein quatwer, es oder zinken,
So vil mal muß ers glas außtrinken.
Ein anders hat man vorgenomen,
2^85 Das heißt man einen gotwilkomen.
Den schenkt man ein mit lautem wein,
Gehen zehn oder zwelf maß drein :
Damit vereret man den frembden gast,
Der muß sich beladen mit der last.
2!>o Welcher den wilkomen nit gar außmacht,
Der selb wirt für ein narren geacht.
Auch sah ich mer vil neuer fiind:
Das acht ich fKr ein große sünd.
Lieber Herr, hör mich nun!
295 Sie saufen aus hantfaßen imd auß schucn,
Sie freßen glas zu einander, auch die Hecht :
163
Das zum oftermal bei inen geschieht.
Auch sah ich vil leut bei in, der athem stinken,
Hatten geschwollen föß, musten hinken,
s<M> Vil armer leut mit großem häufen:
Das haben sie aus vom übrigen saufen.
Denn es lebt mancher noch so lank,
Ließ er den übrigen getrank.
Manch laster und schand bliebe verhüt,
MS Wenn man des weins nicht so vil einschüt
Und tränke den wein mit maßen:
Es würd mancher seinen klndem erb laßen.
Der wein geht ein, der sin geht auß:
Es bringt manchen man umb sein haus.
310 O Herr, sie gebrauchen unnüzlich deine gaben.
Davon sich könt der arme laben,
Dann sie könten leisten den armen treu,
Das selbig speigen sie vor die seu.
Es ist noch ein schedlichs laster vor der hant,
äi:> Das treibt man iezt im ganzen lant.
Dises laster hat man so hoch gebracht,
Daß mans vor ein ere acht.
Welcher ein statlicher buler ist,
Weiß darauf vil renk und list,
^io Den selben acht man fiir den besten
Und ist der frölichst unter den gesten.
So sie sizen beisamen in eim glag.
So ist die red den ganzen tag
Von Unzucht und von hurerei,
■^i» Schonen auch keines menschen dabei.
Vor Zeiten wenn die alten sein beisam gewesen,
Hat man etwas geistlichs gesungen oder gelesen.
Izunt thut man gar anders reformiem,
Man thut den Grobianum declamiem.
i^o Welcher kan am besten spotten,
Den heißt man meister in der rotten.
Es sint vil leut die glauben fest,
Dieweil du^ Herr, nicht folgen lest
Deine straf nach der that,
ir
164
385 Denken sie, ehebruch ist kein schad.
Das iaster nicht alein die mannen treiben,
Es geschieht von Jungfrauen und weihen.
Auch von alten die da gehn auf der gruben :
Die sein auf die sach die ergsten buben,
340 Die verursachen die frauen mit gelt dazu.
Lieber Herr, warum strafest nicht du?
Der Herr.
Petre, welcher über dise wort wirt sündigen,
Wie in S. Paulus thut verkündigen,
Daß denn wirt gesagt einem ieder:
345 Unser leib (spricht er) sein Christus gUder.
Euch wirt widerfaren zu der frist,
Wie Christo Jesu widerfaren ist,
Daß er wirt wider erwecket werden
Und stehen auf von der erden.
360 Warumb wolt ir eurn leib Christo nemen
Und euch der herlichen ere Schemen,
Auß eurem leib humglider machen?
Da merk ein ieder auf die Sachen.
Treiben sie auß disen werten spot,
355 So sint sie gescheiden von Got
Und ich wone nicht mer in in.
Laß sie laufen immer hin!
Von wegen der die da nit wißen was gut oder böse ist,
Geb ich der weit noch lenger frist.
S. Peter.
360 Ach Herr, wie ich von dir schied darnach am 4. tag
Des nachts ich in einer herberg lag.
Die sach wil ich dir deuten.
Was mir geschah von den kriegsleuten.
In aller untugent sint sie aufgeblasen.
365 Biß auf die fuß hiengen in die hosen.
Ich gleub on allen zweifei,
Daß in der hellen sei kein teufel
Der da het solch gestalt und manier.
Weiter wil ich sagen dir:
m _
.170 Ich saß in einem winkel gar alein.
Kam zu mir der selbigen gesellen ein,
Der sagt ^bruder, hab ein guten mut!"
Mit solchen listen stal er mir mein hut,
Gieng hin, verkauft den einem bauen
S75 Es verdroß mich ser, ich sah sauer:
Gleiehwol must ich schweigen stil.
Herr, hör was ich weiter sagen wil!
Ein ander landsknecht kam zu mir,
Der sagt 'ein kazentrunk bring ich dir!'
>« Ich sagt 'sogen dirs got!' verstunt sein meinung nicht.
Bald spritzt er mir das hier ins angesicht:
Da wart ich allenthalben naß.
Lieber Herr, wie ser verdroß mich das!
Ich dorfi mich aber gar nicht regen,
3»5 Denn sie hatten alle spieß und degen.
Bald kam ir ein ander part.
Die zogen auch auf der gart.
Die kamen auch zu den andern nein.
Da hießen sie einander also gotwilkomen sein
m 'Wilkomen ins teufeis namen!
Komcn wir also hie zusamen?
Daß dich Sanct Veltens wunden riiren!
Von wannen thut dich der teufel füren?
Ich gedacht, du werest vorlangst gehangen.
7»h Potz wunder! wie hat es dir ergangen?'
Kein guts wort gieng auß irem munt:
Ein ieder flucht das ergst das er kunt.
Im alten testament hab ich gelesen.
Was Josua für ein kriegsman sei gewesen.
«00 Der selbig fiel zu der erden und ruft zu 6o(
Daß er in errettet auß aller not,
Daß er wolt erzeigen seinen gnedigen willen,
Daß die sonne solt stehen stille,
Auf daß er seinen feint ereilt.
«"i Herr Got, du hast im mitgeteilt,
Du gehorchtest des einigen niannes stini,
Damit greif er den feint an mit grini,
166
Ließest im still stehn die sonn tag und nacht:
In solcher gnad gewan er die große schlacht.
41U Das beten aber von den izigen unsern kriegsleuten
(Welchs geschieht zu allen zeiten)
Das ist mit so vil Herrgots wunden.
Das sacrament flucht man bei pfimden,
Dein marter leiden rückt man dir auf,
115 Sie fluchen, schweren Gotes tauf,
Dein lung, leber, dein heiligs sterben:
Davon sich wol möcht entferben
Die sonn und mond, alles firmament,
Daß man deine glider so lesterlich scheut.
420 Die zu Sodom und Gomorra, auch in der sündflut
Haben nit so ^etobet und gewut:
Doch ließestu sie verderben.
Du thetest nicht für sie sterben
Als du vor dise hast gethan,
485 Wärest gegeiselt imd geschlan,
Du litest fär sie schmerzen und zank:
lezunt geben sie dir den dank,
Sie spotten deiner wolthat hiemit.
Lieber Herr, ich weiter bit,
4J0 Laß dein wort nicht also sehenden,
Thu in pestilenz und unglück senden,
Schick in doch zu wunder und zeichen, ^
Ob du köntest ir herz erweichen
Daß sie möchten werden frum
435 Und nicht bleiben in Sünden stum!
Erger kan es nicht werden denn es iezt ist:
O steur in, Herr Jesu Christ!
Der Herr.
Petre, ich weiß wol meine zeit.
S. Peter.
Noch eine sach mir im sinne leit,
44U Wie sich der gemeine man so hoch erbricht.
Keinen gehorsam halten sie nicht.
Sie Hgen tag und nacht zum wein,
107
Zu keiner fart daheime sein.
Und wenn sie alles haben verzert
4^:> Und denn mit großer armut sein beschwert,
So sagen sie denn mit imgedult
Und geben dir, lieber Herr, die schult,
Daß du in nicht wilt glück geben.
Sie betrachten aber nicht daneben,
45U Daß sie das selbig haben verprast
Das du in, Herr, zuvor gegeben hast
Durch gesuntheit und dergleichen.
Damach klagen sie über den reichen,
Sie sollen in keine hülf beweisen.
4:>9 Auch thut sich iezt der baursman befleißen
Auf große pracht, gleicht sich eim edelmao.
Der richtet alles Unglück an •
Mit seinem gut und seinem gelt.
Mir begegnet ein baur in dem feit:
460 Der selbig bauer ein edelman beschembt,
Er hat ein rok an mit samt verbrembt.
Der selbig bauer war gar vol.
Er sprengt mit dejn ros als were er toi,
Er sprengt hin und her auf dem wek
4«j:> Und rit mich zwei mal in den drek.
Ach Herr, ich bit dich durch dein götliehcu willen,
Thu den bauren iren hochmut stillen,
Thu inen das glück mit den pferden verkereu,
Laß sie wider reiten auf ackermeren!
47a Triff, Herr, mit inen ein mittel
Und jag sie wider in die henfenkittel !
Sint sie haben die großen pfert goriten,
Ist bei in abkomen unterthenig siten.
Denn wo kein straf an den bäum geschiebt,
475 So wirt furwar kein bauer selig nicht:
Denn der bauer sich erbrochen hat.
Wenn sie komen in die stat,
Fragen sie nach dem besten wein,
«Saufen sich vol wie die schwein,
(HO Schlagen oft einander auch wol gar zu tot,
168
Sagen dennoch wol ^es hat kein not,
Mit gelt ichs wol bezalen kan.^
Noch eins muß ich dir sagen an,
Was bei der weit ist für ein recht.
485 Wenn einer einen hunt erschlegt.
So wirt er an sein eren verlezt^
Von redlichen leuten hindan gesezt.
Wenn aber einer vergeul5t Christen blut,
Mit gelt macht man denselben gut.
490 Man acht das fünfte gebot nimer groß in der weit:
Wer es verbricht, löst sich mit gelt.
O Herr, so du nicht wirst der weit tag verkürzen,
So werden sie dich von deinem thron stürzen.
Der Herr.
O Peter, ich bin in vil zu hoch geseßen.
S. Peter.
495 Das best het ich schier vergeßen.
Ich muß dir auch sagen von man und weihen,
Wie sie so große hoffart treiben
Mit iren kindem so manigfalt«
Wirt eim sein son funfzehen jar alt,
500 So muß er hosen haben von mancherlei färben,
Solts gleich vater und muter darben.
Siht die tochter daß der son ist gekleit,
Von stund an fängt sich an ein neit.
Wil der vater fride haben,
505 So muß er die tochter auch begaben,
Wil er haben der tochter huld.
Damit kömpt der arme man in schuld.
Die muter kauft ir ein rok oder drei,
Zwen mentel, ein schwebisch schürz auch dabei,
510 Wezker, schwebisch erml, güldn gürtl, schnür und zopf.
Das sie ir bindet umb den köpf.
Auf der gaßen gehn sie mit gülden köpfen rot :
Daheim han sie kaum das truken brot
Zu eßen und das waßer zu trinken
515 Und laßen sich so herlich dünken.
. 169
Sie thun sich gar nicht der hoffart scheuien.
Und wenn sie denn menner nemen
Und zeugen mit einander ein kint^
So verkaufet der man was er fint
htt> Und gibts nur umbs halbe gelt.
Herr, du gleubst nit, wie seltsam in der weit
Es zugehet in allen stenden.
Aller handel thut sich verwenden.
Weiter ich dir sagen muß:
htb lezunt sint kremer, die laufen zu fuß,
Die thun würz auf dem naken umbtragen,
Geben sie neher denn der mit ros und wagen
Damit auf dem lant reist und handelt.
Auch ist die selbige war ganz verwandelt
»3o Von den selbigen kremem, das ich wol weiß.
Darmit ziehen sie ab den armen blut und schweiß
Mit irem falschen gewicht
Auch ist die war falsch von inen zugericht:
Unter dem pfeffer thut man finden
»6 Vil harter gestoßen brotrinden,
Desgleichen unter dem ingwer die dürren brosen,
Unter den safran werden gestoßen
Gelb eierdotter und gedörte mandelkem:
Solche beide thun beschwem
MO Das gewicht an der wagen: —
Daß ich nicht alles kan sagen
Wie einer den andern betreugt,
Eäier dem andern falsch war einleugt.
Darzu schweren sie bei deinem namen und angesichts
S45 Die war sei gefelschet nicht.
Dein teuer nam befestigt ir schand:
Es ist iezt aller betrug im lant.
Der Herr.
Petre, wie halten sich die nachbam, sage mir beschoit.
Leben sie auch in einigkeit?
S. Peter.
SM Ja, Herr, wie hunt und katzen,
Wo einer den andern kan betriegcn und kratzen.
_ 1 70_
le weiter nachbary ie beßer freunt.
Die aber nahe bei einander seint,
Haben stetigs zu hadern und zu zanken.
r»55 Grüßt einer, so wil im der ander nicht danken.
Wenn sie trunken sein auf der gaßen.
So hört man schelten über die maßen,
Heißen einander scheknen und dieb.
Lieber Herr, das ist der nachbar lieb.
Der Herr.
500 Lieber Petre, daran thun sie nicht recht.
Wie halten sich denn mägd und knecht?
S. Peter.
Ach, Herr, sie thun was sie selber wollen.
Wenn sie etwas arbeiten sollen,
So murren sie und thun das nicht.
565 Wenn inen der herr darumb zuspricht,
So woln sie Urlaub hau und laufen davon.
Damach muß der herm dienät ledig ston.
Aber darzu sein sie geschickt,
Wenn man die teller auf den tisch legt,
570 Da eßen sie daß sie schwitzen an der stirn :
Über der arbeit woln sie gar er&iem.
Zu der arbeit haben sie keinen lust.
Achten nit wo der herr nimpt Ion und kost.
Befilcht der herr dem gesind vor mittag ein Sachen,
575 Nach mittag muß ers selber machen.
Wil er daß sein arbeit sol werden verbracht.
Muß er drauf haben selber acht.
Des gesinds halben gieng zu boden des herren gut.
Es ist ins andern or zu schneiden wie in ein filzhut.
5H0 Darumb verstehe mich recht.
Man fint wenig frome mägd und knecht:
Denn ich habs gesehen was da ist ir sin,
Denn ich auch eins mals dazu komen bin,
Wenn ich mich hatte verspet,
585 Im ganzen dorf ich kein herberg het,
Kam ich in ein rockonstubcn.
171
Alda fant ich beisamen hum und buben.
Sie jagten einander unter tisch und benken :
So nerrisch kan maus nicht erdenken.
&do Sie theten alle Unvernunft beginnen,
Wenig theten sie am rocken spinnen.
Sie triben büberei daß schand was.
Ich kunt nicht schweigen, straft sie umb das
Und weret in der Unvernunft
*otf5 Und sagt in von der zukunft
Deins gerichts, du würdest sie strafen.
Da hub ein altes weib an zu klaffen.
Sie sprach zu mir mit Worten balt
'Ich bin bei sechzig jaren alt
6O0 Man hat stetigs vom jüngsten tag gesagt :
Es sint fabeln da man uns von sagt.
Het ich so lang rote gülden zu zelen,
Ich wolt mir kein beßer sach erwelen,
So lang biß da kem das jüngste gericht.
&05 Es ist nichts daran, iBt nur pfaffen gedieht.
Warumb selten wir nicht guter ding sein?
Sonderlich die jungen leut ich mein:
Ich war vor Zeiten auch frölich in der jugent.
Da sprach ich zu ir 'du bist vol untugent.
510 Du solt die jungen leut leren,
Inen solche laster weren.
Qot der Herr wirts an dir rechen.'
Das alte weib thet zu mir sprechen
'Schweig, du kalköpfichter tropf!
515 Oder wirst geschmirt umb deinen köpf.'
Sie schlug mich arm man mit dem rocken :
Da must ich mich vor inen bocken.
Die mägd alle theten mich raufen:
Ich must inen auß der stube entlaufen
«fo Und must mich in die scheun verstecken.
Es war kalt, ich het nichts über zu decken.
Lieber Herr, straf das laster an dem gesind!
Wenig fromer megd und knecht ich find.
172
Der Herr.
Petre, ich kan wol tragen ein zeit lang gedult:
C25 Zu hanf wil ich rechen ire schult.
Wo sie sich nicht von Sünden kern,
Wil ich sie mit ewiger straf beschwem:
Da ist eitel ernst und keines erbarmen.
Petre, wie helt sichs mit den armen
H30 Leuten die kein narung nicht haben?
Empfahen sie auch von den reichen gaben?
Denn die gedultigen armen siiit mir wert.
S. Peter.
Ach, Herr, der arme man auf erd
Der ist so ganz tmd gar veracht.
635 Ein ieder nur der armen lacht.
Es erbarmt sich niemant der armen not.
Kein heller pfennig und kein brot
Langet man den armen zu speisen^
Niemant wil sich gegen inen beweisen.
640 Gibt einer etwas (merk es eben),
So seint ir zehen dargegen die nichts geben.
Es verderbts auch ein betler dem andern.
Es sint ir vil die im lant rumb wandern,
Die sich mit gesundem leib drauf neren
045 Damit sie sich nur der arbeit erweren.
Sie stelln sich als heten sie großen gebrechen,
Machen sich krank, komen sie aber zu zechen,
Sie freßen saufen und sein vil kecker
Denn mancher der hat wisen und ecker.
650 Denn ich thet ir eins mals im kretschem vil ergreifen :
Da tanzten sie nach der sackpfeifen
Und spilten mit einander der örter.
Auch hetten sie seltsam Sprichwörter,
Daß ich darin kein deutsch verstunt.
(:55 Auch hetten sie bei inen einen hunt^
Der kunt tanzen und überspringen:
Da lachten sie der selben dingen.
Wenn der hunt thet tanzen imd huppen,
173
Ließen sie im machen ein feiste suppen,
«i<u> Scfaniten im auch semel drein:
Koch wolt der hunt nicht hungrig sein,
£r wolt nicht gern dran riechen.
Damach theten sie in iren secken stichen,
Da funden sie semel, die sciunirten sie mit butter:
•^5 Das firaß der hunt ftir sein fiitter.
Damach theten sie mit dem hunde kurzweil treiben.
Auch waren bei im etliche weiber.
Die heten sich verbunden und verhuselt,
Waren beschißen und betuselt.
670 Ire mentel waren ganz liberal geplezt,
Allenthalben mit flecken besezt
Schwarze schleier und böse schu.
Höre nu was trug sich zu!
Wie sie gezecht hatten auß den flaschen,
€73 Theten sich die weiber waschen:
Da waren sie gerad von leib
Als irgent eines bürgers weib.
Des morgens wie sie aufstunden,
Ir angesicht sie wider verbunden:
cüö Da sahen sie heßlich wie der teufel,
Daß ich gleub on allen zweifei
Sie weren lam von mutterleib geborn.
Ich het darauf ein cid geschworn,
Sie weren lam an iren glidem,
685 Welche sie doch wol kunten bidem.
Wenn es nun die leute erfam,
Daß sie mit solchen bösen stücken farn,
Thun sie ire gaben spam,
Ire gaben die sie geben solten:
C90 Also wirts den fromen mit den bösen vergolten.
Denn es weiß sich keiner zu bewam vor irem list.
Welchen zu geben oder nicht zu geben ist.
Weiter weiß ich noch einen orden,
Der ist auch hoch in betlem worden:
fi»s Das sint die landsknecht die ziehen auf der gart,
Die plagen auch den baursman hart.
174 _
Die selben biten nicht in demuts gestalt,
Sondern fodem das mit gewalt
Gibt man in nicht, sie thunfi selber nemeu,
700 Denn sie thun sich des betehis Schemen:
Sie nennens auf der gart gezogen.
Durch sie wirt mancher man betrogen.
Denn betclleut und lantsknecht stant.
Die sint einander so nahe verwant,
705 Daß sie nicht dürften me
Einander die kinder geben zur ee.
Der Herr.
Petre, es hat sich alles verwant.
S. Peter.
Ja, Herr, ich gleub daß in der weit kein stant
Ist, der da nicht were zerrüt.
710 Alle ding sint mit laster beschüt.
Auch sint alle hantwerker verderbt,
Die vorteil und list haben vil geerbt:
Es ist iumier einer über den andern.
Kömpt was neues auf, das alte muß wandern.
715 Hat ein baur ein lamen son.
Ein hantwerk wil er in lernen Ion.
Wenn er denn nu hat außgelemt,
Damach er sich auf den dörfem nert,
Stört und pfuscht wo er kan.
720 Also verdirbt der hantwerksman :
Denn sie machen nichts guts, nemen halb gelt.
Das selbig thut gefallen der weit.
Wenn man nur wenig gelt drumb gibt:
Den edelleuten das auch wol geliebt.
Der Herr.
I
I 7jer> Petre, dieweil kein Ordnung ist und kein recht,
I So wil ich kurz strafen menschlich geschlecht.
I Dieweil die weit also thut wüten und toben,
Mein wort nicht fürchten und mich loben,
I So wil ich sie strafen in meinem grim.
175
7S0 Ich wil in schicken (du mich recht vcrnim!)
Unglück in alle ire lant,
Hunger, pestilenz, krieg, mort und brant.
Villeicht wirt sie not leren beten
Und werden die meinen zu mir treten.
735 Von iren Sünden werden sie laßen,
Mein götlich wort zu oren faßen,
Ire sünd wirt sie von herzen reuen
Und werden sich meiner zukunft freuen.
Als denn geb ich in ewige freud und wonne,
uo Sie ifrerden leuchten wie die sonne.
Aber bei denen die mein wolthat verschmehen,
Wirt sein heulen und flehen:
Sie müßen in die ewige pein
Da nimmer kein freud noch end wirt sein.
U5 Derbalben, Petre, geh du wider für die pfort
Und bab du achtung auf mein wert!
ANMERKUNGEN
12
Alter Druck o. O. u. J. 4 Bll. in 4. Auf der erften Seite fteht
Eyn clag vnd bitt der dentTchi
Nation an den almechtigen
gott vmb erlofzüg aufz
dem gefencknis des
Antichrift.
Auf der Riickfeiie des 1. Bl. ein fchöner Holzfchnitt: der Pabft mit
Cardinilen sn Roffe reitet in die Holle. Auf der dritten Seite beginnt
du Gedicht nnd geht bis nnten auf die liebente, wo noch fteht
Amen. Gott alleyn lob vfi ehre.
Die letzte Seite ift leer. Die Seite hat 36 Zeilen.
Der Draek gibt Z. 28 gfchriff. 48 Koftnitzt. 73 Den
75 erhoben. 77 den. 80 n6ten. 95 den. 123 gnadt.
143 alle. 166 ftiffeeldern. 169 eyn hertzlichs wört-
liche 1. 165 Bapft 175 wolde. ^ 176 bo6en.
Z. 12 so feinen onchriAlichen Erdichtnngen. 21 verhengen ge-
fehehen laden, solaren. 23 werlt ältere Form, fo im mhd. Welt.
25 zern Zäihren. 26 gefern d. i. gefieren; gefsere ft. nentr.
Betrag; hier Dat. Plnr. mit Betrügereien. 32 fo fiirsPron. relat. welche,
tof *menfchen* bezogen. 34 aber hier in der Bedtg oder. lernet
fSr leret. 54 entreit entritt, ritt hinweg. 66 flegeln bef. von
4n Garben gefagt, fie yorlänfig mit der Drifchel abklopfen, ehe He anf-
(eloß und aasgebreitet werden, Schmeller 1, 686; den rücken fle-
geln den Rficken ausklopfen, durchprügeln. 74 in allen ftunden
a afler Zeit. 75 heiligen Genitiv von vil abhängig. mit p ren-
ken mit Prangen, Geprilnge. 79 der zwelfbote der Apoftel.
B2 aae ohne. 86 gagen jagen. 93 bankpfoln wol Bankpfuhlen,
e«pollterten Bänken, Ottomanen; mhd. pfnlwe Pfuhl, Federkiden.
d5 fuften fonft. 98 gefurcht gefürclitet. 99 nört nur.
12*
180
102 gen (mit DatW) gegen. 103 gcftehe geftehe eu, erlaube. 108
fal foU. 110 geizigkeit mhd. gitekeit Gierigkeit. 112 gen
chriften gegen die Chriften (Dativ). 113 gebit d. i. gebiet,
gebiete nentr. Recht zu gebieten. 118 bnttel Büttel, Gerichtsbote.
121 niemants niemand. 124 in der weise, in diefer Weife
neml. als Pabft. Rom Dativ. 125 beweren d. i. bewseren als
wahr beweifen. 130 fich eines ding es erwegen (Ich davon zorück
bewegen, es preisgeben. 137 brachten lärmendes Gefchrei verführen,
mhd. der braht das lärmende Gefchrei. 148 comment Stiftung
zu einem Altar um MeiTen daran zu unterhalten. 154 verzeigen,
mhd. verzlhen verzichten. 162 ift nicht ir mut fteht nicht ihr
Sinn. 166 decklach Bettdecke.
Die langen Zeilen in denen 4a8 ganze Stück abgefaßt ift mag man
zu den ähnlichen des Gedichtes vom Leiden der heiigen Machabäer hal-
ten das ich in meinen niederrheinifchen Gedichten S. 361 fgg. mitgeteilt
habe. Wild wie der Versbau find auch die Reime, fo beftrickt:
unterdrückt 7, fon : Rom 5, liebe : dieben 33, erlofen :
bofe 175, geberde : erden 103, beweren : erden 125, we-
fen : fchweben 97, vergangen : underftanden 47, crenze :
leute 167, ungeftraft : decklach 165, bettelftabs : bapft
163, Machomet : erhebt 111, David : ernftlich 69, bat :
art 63, warhoit : gel ft 177 und am aller ungenauften keufen :
fchatzen 119.
Der YerfaBer ift unbekannt. Was feine Heimat anlangt, fo läßt
auch diefe ßch nicht genau beftimmen. Niederdeutfche Einflüfie zeigen
zern (zähren) im Reime auf gefern 25, und außer dem Reime ab für
ob wenn 48, fal für fol 108, irgent 145 und die Endung is, fo-
wol die genitivifche geldis 139, gutis und geldis 149, gotis 140.
146. 147 als die adjectivifche in gutis (accuf.) 176, femer der mehr-
fache Mangel des Umlauts, fo wie i für ie, o für u, u für uo; ob auch
nört 99 und nor 161 laße ich dahin geftellt.
Anhaltpunkte für die Beftimmung der Abfaßungszeit gewährt das
Gedicht nicht: höchft wahrfcheinlich ftammt es aus dem Anfang^ der
Reformationszeit.
181
n.
Alte Flugfchrift, 4 Bll. in 4, ohne Ort und Jahr. Auf der Titel-
feite Hebt
Der Cnrtifan vnnd pfrifndenfreffer
Würde ich billich genannt
Hie würdt mein Bftberey bekant
Dem Banren vnd gemainem man
Ich rieff vnd fchrey On abelan
Z&m Adel vnd aller Oberkayt
Befich mich da findeft guten befchayd.
Daronter ein großer Holzfchnitt Ein Pfaffe fitzt auf einer Bank
einer Kirche gegenüber: ein in der Luft fchwebender Teufel bat ihm die
abgebrochene Tfaurmfpitze in den Mnnd gefteckt, ein anderer Teufel in
der Luft xeigi in jeder Hand eine Tafel auf der zwei Schlüßel Heb kreu-
xen. Daa Gedicht beginnt auf der RUckfeite des erften Blattes und geht
bis gegen Ende der vordem Seite des letzten. Am Schluße fteht AMEN.
IHe letzte Seite ifl leer. Jede Seite hat 36 Zeilen. Am Bande kurze
Inhaltsangaben nnd Gloflen.
Der alte Druck gibt Zeile 1 Kempt. frümen. 3 ftaül.
creotz. hat. 4 todt 6 ynfer find. gethon. 6 vcr-
ftonn. 7 das folliche g&tth&t vergeffen. 8 bfeffen.
9 bawen. 10 Auff. yertrawen. 11 gef&tzt. 12
gfcbw&tzt. Z. 12—16 am Bande Ain hibft deckmentlin des
lofelifch« betrngcks. 17 KoüEen. gefeyt. 19 allain.
20 trey. 24 Ine. 25 verniegen. Z. 23—25 am Rande An
^i« wcde Tfi 6lleg6tzen. 27 vergeffen : geweffen: 31
feindt groffe. 32 band. gott 33 als, und fo im Text
Tom zQ tetxen, wo durch Druckfehler all (teht. ft6tt. 36 vatter.
37 ains. foll. 38 vnnd. geltt. 39 gott Z. 38—40
am Rande Gemain gebet das beft gebet. 41 aines. 42 ge-
fäts. Z. 43 fgg. am Rande Codex Lodex Decretal. 46 leer*
zall. 47 fall. 50 voll. 51 landt. layder woll.
52 vnnd. 53 pfar. So auch vom in den Text zu fetzen für
pfat Am Rande So wol thfit mftffig gan. 55 trewen.
baan. 56 Das. 57 liiftiglich. 65 am Rande Haiffen do-
lores Bnllati. 67 wendt. 70 verbieten. Am Rande Merck
irl groffen geyd. 75 halB h5ren. 76 fr6n. 79 fy.
H) am Rande Ain erlich banßgefind. 83 kinden. 86 hail*
87 fayl. 89 wend. 91 diO ßc. 94 gfttt : mfttt.
'•^5 wurt erfilt. 97 mee. 99 ir fyn. 102 am Rande Sind
182
gemal Scotiften. 104 das. 107 kinden. 109 laaffcn.
110 verkaaffeu. Am Bande Nit vmb fünft. 112 am
Rande Baur gib gelt 113 leyt. 114 Nimpta. die faeyt.
115 hon : gon. 117 ietzt. Vorn im Texte (tobt iez, be^er
fchreibe man iezt. hern in. 119 3ffiffen. kleigen«
122 ftetten. 124 b dir. So vorn im Texte zu fcbreiben für den
Druckfehler hftt. treydt. Am Rande fteht Mfi6 auch gen ad
fraw baiffen. 128 daruon. 129 zA. 131 öberkait
132 Das. 133 fch&tz. beyftäd. 134 Anff das. 185
laffen anß gon. 136 kind. 138 Vn3. 140 zum. Im Texte
fleht zfim, was nicht notwendig lA. 142 ba wer. nim. Am
Rande Klagt der banr auch etwan zft Rom efel treyber ge-
weffen. 144 blawe. 146 me ßc. 147 ftatt. 148 ewe-
ren g. habt. 150 Fürter lont. gon. 151 kynde. ver-
fton. 153 gefeut ßc. 154 gepranch. 155 erbern ßc.
156 Das. 157 Vnnd kindt. 158 meeren. 159 herdt.
160 werdt. 161 leer. 162 meer. 163 vneelichem ftadt.
164 vermalideyet. 165 deyten. 167 ftadt. Am Rande
Schandt wil mit gewalt Eer fein. 173 londs. 174 bant
fic. 175 feint ßc. 176 ewern eydt. 182 Werd.
verdampnis ßc. 184 erwachffen. 185 fg. am Bande Ach
nos fnmns exempti. 186 Londt. 187 tbonßc. 190 Lond.
ewere freindt. 191 feint ßc. Am Rande Wir fint Geift-
lieb leüte. 192 Londs. 193 Anff dss ßc. Dnickf. für das.
yergoffen. 197 armen leit. 200 der armer leit. Im
Texte armen. Möglich, daß es im alten Dracke ein Dmckfehler ift,
da Z. 197 armen iteht: indes gienge die (larko Dedination immer an.
203 feint ßc. 205 feindt Am Rande Ir frnme Tefit-
fchen. 209 am Rande Die zeit ift knrtz. Unter der letzten
Zeile fteht AMEN.
Zelle 2 feim feinem. 11 die habent zu ergänzen aus Z. 9.
12 menfchen dicht Erdichtungen der Menfchen. 17 gefeit feit
bette. 25 vernftgen Genüge tliun. 29 befelch Conj. Pnef.
befehle. 30 die auf feie bezogen. 36 lernt für lert wie auch
45 gelernt für g eiert. 40 clärlich mit Klarheit, deutlich.
45 widerfpil das Gegentheil. 49 erzelen gar vollftändig aufzah-
len. 53 Kein pfar (nicht pfat) keine Pfarre, Pfarrei. 54 als
alles. 67 er wendet zwar einen Namen vor feine Weihe und prierter-
liehe Stellung, d. h. er nennt ßch zwar Scelenhirt, tliut aber nichts fürs
Weiden feiner übernommenen Hcerden. 70 verhüten fein hcrt
(d. i. her de) feine Hcerdo durch Hüten bewahren. 74 fg. mir un-
183
vcrftüadlich. 83 gprempleu Handel treiben, trödeln. Frifch ^ , 376.
HtAlder 1, 470. Schtteller 2, 110; pfründen gremplen (vgl. oren
grempeln) mit Pfründen Handel treiben, Simonie treiben. Grempler
ia Trödler, grempel markt Trödelmarkt. 89 fie went Ho wollen,
zur. geC ans wellent. 93 ir feien b. ibrer Seelen H. 95 ir
m&t ihr Verlangen; He worden nie fatt. 97 niemanta unorg. Form
fiir nie man niemand. 102 der nit kan^der ßch auf folche Dinge
nicht verfteht und daher nichts hat^ 104 fg. der firoh ift daß er nur
eine ßchere StStte, ein Obdach hat, wo er bleiben kann. 109 eim
d. i. einem. llf felbfich ill wol das Buch, in das fromme Stiftun-
gen, legata pro remedio animie, eingetragen werden* Vgl. Schmeller 3,
327. 113 einen fchetsen ihm das Qeld abnehmen« 119 fprü
mhd. fprin tL n. Spreu, Plur. fprUwer fpreuwer fprü wem fprü-
ern fprüren. Unfer Femininum ift erfk aus dem Plural entftanden.
kl ige fehw. Fem. Kleie. 128 die fchauben oine Art Über-
kleid der Mannsperfonen , befonders ein Talar oder auch ein mit Rauch-
werk gefutterter und verbrämter Kaftan, Schmeller 3, 306. 124 hfir
(nicht hdt wie vom durch Druckfehler fteht) Hure. 136 die mau
die Milnner. 144 blaue enten Ocgenfats zur emften Wahrheit,
(fiehe den folg. Vers) alfo^lQgenhaftes,- fcherzhaftes Geredey Blau auch
fonft filinlich gebraucht z. B. einem etwas Blaues vormachen, ihm
etwas Torliigen. 147 ir fitzen d. i. ir fitzent ihr ßtzt 149
weren ftrafen für werdcnt ftr. werdet ftr. ftrafl. 155 erbern
ehibaren, Sit. Spr. ßrbsBren. 159 Wo ihr das zu Wege bringt, daG
eine jede Heerde etc. \li^\% ir thon d. i. alles ir thun ihr
gtase« Thun und Treiben. 172 fton für ftan ftehn. 173 lonts
d. L \kik% es ladt es. 183 greifens d. i. greifent es greift es.
184 erwach fen gerathen, kommen. Die Sache ift jetzt an euch
gekommen, fo daß ihr ße in die Hand nehmen mtißt. Schmeller 4, 13
fg. 189 gewanheit Qewohnheit. 192 waffen fSr wachfen :
lafit es nicht an den gro6en Haufen kommen 1 Vgl. Z. 184. 194
etwan mitunter. 195 es deucht. Die Form deucht für dunkt
oder dfinkt ift durchaus fchlecht und falfch, Rq ift aus dem Präteritum
nrit niMM^ganifchem Umlaute geworden. Von Rechts wegen foU man immer
fKgea im Frafens mich d&nkt, und im Präteritum wenigftens mich
däuchte, wenn man das eigentlich richtige dauchte nicht mehr durch-
bringen kann; däuchte ift ftreng genommen nur richtig für den Cou-
jonctiv des Präteriti. 197 Ifit für lüte Leuto. 200 erbarmen
d. i. erbarment erbarmet; fo auch greifens greifts in Z. 205, bit-
ten bittet 208.
184
An fprachlichen Eigentümlichkeiteii bemerke man fal (: cal) 47,
för (: Eogehor) 67, w äffen (waohfen) : yergoflen 192. Ferner I noch
nicht in ei verändert in kllgen (: ligen) 119 und ü für eu in lut
(:nit) 196; A rein geblieben in hat (zreferrat) 91 und (:flat) 164, aber
sn ö getrübt in hot (: tot) 8, ftot (: got) 32, fton (: thon) 121, 171.
Ungenane Beime: Ittt : nit 196, frei : tren 19, seit : leut 200,
vernfiegen : betriegen 25, vergoBen : waffen 192, ver-
geben : gewefen 27; nmbher : Kummer 111 ift wol durch die
Schreibung ummer ins Gleiche an bringen. Über fie went 89 f aum
nftchiten Stücke. Der Yerebau des Gedichtes ift nicht (treng. Drei
Zeilen durch den Beim gebunden 29 fgg. 102 tgg, 147 %g. 152 fgg.
171 fgg. 208 fgg. Heimat: die Schweia.
Über Wefen und Treiben der Curtifanen wollen wir noch Nao-
georgs Schilderung anführen im Begnum papifticum lib. 2. Ausg.
von 1559 S. 56 fgg.
Bit genus invifum quoque, quos ego curtifanos
accipio dici. hi oontemptis ante magiftris
Improbitate oita et fortaCfe parente relicta,
Bomam perveniunt inopes lacerique mifelle
atque inibi Xtabulis irrepunt forte jnbente
cardinei coetus ci^usdam aut prefuUs alti,
etjus eqnos ftndiofe et longo tempore mulos
curant, interea victn ufi pene canino,
polt annos donec multos durosque labores
mercedem domini tandem illis reddere fed non
de proprio ftatuunt aliquam (nam tota papalis
curia gratnitos üamulos amat adque tenendum
promptior ao dandum ett et luxu mille dncatos
profufos nauci facit : at jam frigore pene
contracto tunicam famulo vel reddere benam,
Jactnram cenfet : tanta eil dilectio Bomaa) , —
presbyieros eigo ftununt de more creari,
inftmctosque dolis pariterqne diplomate mittnnt
in patriam, qui ubicunque vacantes menfe papali
pingues aocipiunt pnebendas. porro fagaces
hie i^t mirifice. band projecta cadavera vultur
tarn cito odoratur, non tarn cito tranfilit ignis
ad napbtham, aut confpecta volncres noctiia cogit,
mox adfunt menfemque allegant jure papalem
atquo animo tumido coUata diplomata jactant.
185
contradicenti lites et ac«rba nuDantur
jadicia idqne foro in proprio Bomseqae, abi rnnltum
jnsque papale yalet patroniqne optima magni
gratia. qiiia Utes qnaerat Tel danma libenter?
qnifl ftiper ineertia Bomam petat atqno diploma
▼ineat mimeribiis ? (fiqnidem nil jure teneri
pofTe liqnet) — nimia hoc animofi et divitU effet.
eoUator Itapet et tacite indigoator, ab iUia
jnia loa infnngi* cedant doctiqae boniqae
talibuB et Romas nolmat contendere monlbris.
non fönt coateati tarnen ona , divite quamvis :
invadont aliaa fimili qnoqne fraude modoqne
tarn pro fe quam pro cuictamm antore patrono,
ut fefe exbibeant gratos. ipfiqne patroni
hujvtB gratia habent omni in regione clientea,
nt fibi pnebendaa aliquot venentnr opimas.
nonnnllia etenim hinc cenfoa fuppletor et arca.
at cnrtiliMii refident cnramqne locomm
ftiacipiant interdam , interdnmqne hisce relictia
atqae fibi paeto verfate abfentibns auro
ad majora parant fefe Bomamqae recnrrant,
in menfesqne alios renovata diplomata captant.
interdam vero fibi nil pro jure refervant,
omnia fed rendant tacite , non inde Simonis
horrentea crimen, nee enim illi jura neo ulloe
mortales metamit, vemm metanntnr ab omni.
Rom» dantazat crednnt repntantqne timendos
elTe homines, nbi cen propria verfantmr harena.
fönt qni pr»bendaa alia miraque prehendant
arte, diplomatibns fomptia et menfe notato
immatant habitam, mendicos mricolasqae
aflironlaat , donec pateat tempUve domuave
janna pnebendie. mos (timma altaria fcandunt
omnibna attonitia, qiuenam fint monftra fiitara.
atqne alii fiont fabito dicuntqae papali
fe jmre illios templi coetusque yel wrm
nactos prsBbendaa , feque omnis velle rogatoa
tarn collatorem quam alios, ne forte refiftant
commacnlentqne manna temere Romamqne citentar,
nam fe Teile tenere manu qumounque papalis
conceffit fedes. quid mnlta? hoc nomine cunctos
deterrent cedit collator, cedit et ille
186
cui fpcm collator fecit vel coniulit aute.
RomoniB horrori cunctis fönt nomina fedis.
longinqnas metonnt litea noluntqae citari
cumqae viris nihili paiiterque aadacibus horas
conterere et nnmmos. fio ingrediontar et ledes
taiiqaam jure fuo mandantqae excedere , ß qni
incoluere prins, claves rapiantqae tenentqne.
adjuyat andaces xnifro fortnna padore.
ta fortaffe pntas doctos rebtuqae pneelTe
legitime poffe et maltnm pollere docendo,
Qt non magna ferant ignotie incommoda plcbi.
crras: funt paaci docti, pars maxima prima
vix elementa tenet, nempe ut qnae napcr equilo
deferoit nulUsque nnqnam eft detrita paleltris
grammatici coetus. nonnalli idiomata lingue
illius ignorant popali qaoque , ut omnibiu inde
fint odio merito Romanasqae infaper artes
dcvoveant omnes , pneri juvcnesqne fenesqnc
ut qnie perturbent divexentqne omnia paHim.
Buroard Waldis iiberfetzt dies in feiner Verdeutfchung des Rcg-
nuui papidicum fo, ßehe daf. 2 Buch 5 Cap. *)
Die glidcr in des babftes reich
Sein nit in iren ämbtem gleich.
Etlich die heißen curtifanen,
Das fein gar wunderfeltfam hauen.
Die fein zum erften jung gefelleii,
Die aller büberei nach ftellen.
Bald fie kummen zu achtzehn jorn.
Entlaufen iren preceptom,
Ir frume eitern übergeben,
Daß ungeftraft frei mügen leben,
Kummen gen Rom bloß arm und nackct.
Dennoch ir keinr im weinberg hacket,
Ligen bcin maulen in den [teilen,
*) Der volIftJindige Titol lautet i Das PapftiTch Reych. Ift oin Bach \MÜg %n
Icfon allen fo die warholt lieb haben | Darin der Babst mit feinen gelidom | leben |
glauben | Gottsdlcnft | gebrellchcn rnd Ccrimonlen | fo vil muglich | warhaflUg vnd
auffs kUrzefle bofchrlcben | gctheilt in vier Burher ) Durch Thomam Rlrehmair 1555.
Die Vorrede ift mit Burcardun Waldis unterxelcfanet und trügt das Datum I.Juli 1554.
187
Den groBen herren dienen wollen.
Wo fie da in die knntfeluift knmmen,
Werdens sn dienen angenommen.
Da m&Bena roia nnd maulen wifchen.
Was ahfelt von der herren tifchen,
Damit gefpeifet wird der hnnd,
Be6er kombts nit vor Iren mnnd.
Wann di6 yU jar na hat gewert^
Der lange dienft fie dann befchwert^
Vom eardinal furdem den Ion,
Bit in einr fnpplication,
Da6 er in gnaden fein gedenk.
Dann gibt er im ein romfch gefchenk.
Doch nit vom feinen ers im gibt.
Dann er fo Ter den pfennig liebt,
Tanfent dncaten fchlüg in bock.
Dann dafi erm diener geh ein rock.
So ghortB auch loa papiftifch leben,
Lieber m nemen dann sn geben.
Dermaßen fein fie alle firom:
Daa iA die chriftlich lieb eu Rom.
Dann vordert em mit allem yleiß,
Daß er recht nach römifcher weis
Befchoren werd nnd wol gefchmert:
Schadt nit, ob er ift nngelert,
Wann er nach irer weis ift klag
Anf finanzen liA nnd betrag.
Dnrch ballen gibt er im gewalt,
An& befl gefpickt anch der geftalt
Naa6 sieben in fein vaterlant
Da er am heften ifb bekant
Was da ins bablles mond gefeit.
Dem felben er von ftnnd nach ftelt.
Die feiften nnd bellen prebenden
Bekreißt rerbeats an allen enden.
Anf folche fach fein Re fo witzig,
Gleich einer fcbarpfen nadel fpitzig.
Wie einem as nachfucht der geir
Und wie der fchwam empfecht das fcur,
So bald findens Heb auch dahin
Anf iren vorteil nnts nnd gwin.
Des babftes mond gar bald einfüren,
188
Ir privilegi allegieren,
Aufmutzen im römifchen gwalt,
Trntsen auf bullen aller gftalt.
Wo in dann iemand wider ficht,
Dem dranens mit römifchem grivlit,
Berufen fich auf ir patron,
Von den He folcho bullen hon.
Dafür erfchrickt dann iederman:
Niemand hebt gern ein hader an.
Wer wil (ich zRom gern underfangen
Ein ungewiffes zu erlangen?
Wo bringt einr fo vil gelte zu wegen,
Die römfchen bullen zu erlegen?
Du dorftcft wol glucks und vil rechts.
Wann dgleich ein fack mit krönen brechts,
Wann auch bei dir (tund dein collator,
Steh (ich wie ein treu procurator:
Wann er des Ions nit mit geneußt,
Dennoch in diO gar hart verdreu6t,
Daß er von väterlicher gab
So fchendlich wird getriben ab.
Mäßen beid frumme und die roichen
Der heiigen römfchen bullen weichen.
Wer wollt mit folchen buhen fechten
Vomemlich an dem römfchen rechten?
Doch gnfigt in nit an einr prebenden :
Sie fifchen auch an andern enden
Mit gleicher maß und triegerei,
Zurlangen gleicher pfriinden drei.
Und das nit gar alein vor Heb,
Sondern (wie man berichtet mich)
Dankbar zu fein mit reichen gaben
Denen die in geholfen haben.
Drumb He wie die rechten anwaltcn
In andern landen diener halten,
Daß Rq prebenden zfamen tragen
Und was los wird, irm herm nnfngcn.
Daß He auch keinen fchaden hnn,
Kriegen ofb ein gut ftück davan.
Der curtifan nach feiner witz
Wolet im felb ein guten fitz.
Da er fein nutz in feekel fchafit.
189
Wann ers hat alls znfamn gerafft,
Schickt (ich widenunb noch Rom slauft'ii,
Her und beßer bullen zu kaufen,
Die helt drei feilt canonicat,
Ein abtei und epifcopat.
Mit den erften die weil hantieren,
Verkaufen, heimlich refignieren —
Di6 alla leßt in der babft felb frei.
Sunlt iftB ein fiind, heiOt fimonei.
Doch forchtens fich für keiner fünd :
Sie fein alein die gottos fründ,
Verachten all menfchen gemein,
Weil He alln lenten forchtfam fein.
Alein zu Rom mü^en He forcbten
Da6 He irm oberberm gehorchten,
Weil He da felb aleine hon
Alln gwalt und juriadiction.
Etlich bringen au Iren henden
Gar wunderlich die feift prebende%.
Sie hau acht auf des babftes mond,
Ir bullen auch zun banden houd,
VerSndem ir gewonlich kleit,
Kommen wie bäum und betlerslent,
Bi^ Re die tür fehen ftehn offen
Der prebenden darauf fie hoffen
Und fteigena au£i hohe altar.
Das Yolk erfchreckt, dunkta wunderbar
Daß fo ein gringer man her kilmbt,
So hohen gwalta lieh undemimbt.
Denken, was wird da folgen noch.
Dann Iteht der auf dem altar hoch,
Winkt mit der haud , thut auf fein mund,
Spricht ' lieben leut, dlß fei euch kund!
Zu Rom von« babftea heiligkeit
Ift mir verbrieft und zugefeit,
Daß ich auf difem fron altar
Sol priefter fein und pfarrherr gar.
Hie ift die bull und YoUer gwalt.
Dmmb bit ich euch beid jung und alt,
Auch die lehnherren und patronen,
Ir wolt eur und der enm yerfchonen
Und gebt all euren wiln dazn,
190
Weil icha nit anß nratwillen thu,
Kein unlaft wider mich wolt regren,
Fräflich oar hend an mich sn legen,
DaO ir nit werdt gen Rom citiert
Und in groß koft and fchaden gfUrt.
Dann ich dem babft gefchwom und globt,
DaO alls womit er mich begobt
Wil ich verfechten aller maßen,
Solt ich drob leib und leben laßen.
Ja was fol einr dasu vxl Tagen?
Sie werden all fttm köpf gefchlagen.
Er tlmts zu folcher forcht bewegen,
Ir keiner darf ein finger regen.
Der lehnherr fohweigt, fo fchweigt auch der
Dem der lehnherr auch lengft vorher
Belehnt damit odr soTag than
Daß er die felbig pfarr folt han.
Dann wer den römfchen namen hört,
Furcht fich', erfchrickt und gar verfert.
Sie laßen fleh nit gern dtieren
Und fchendlich bei der nafen füren
Von folchen leuten los nnd nichtig
Die nur alein cum hader tüchtig.
Wer wolt fein gelt mit den yerkriegen
Die nichts können dann liegen triegen,
Mit folcher weis die leute zwingen,
Sich in die felben guter dringen
Als hettens götlich recht dazu,
Gebieten bald das in oim nu
Die vor drin wonen auß zu ziehen,
Wöln He dem fchweren bann empfliehen :
Von ftnnd die fchlüßel zu fleh nemen.
In hilft das glück, weils floh nit fchemen.
Du meinft villeicht, ir große kunft
Hab in erlangt beim babft die gunft
Daß man fo vil von in muft halten,
Kunten das ambt recht wol verwalten,
Mit leren und mit gutem leben
Frucht fchaffen, gut exempel geben;
Auch was von vem pflegt her zu kummen
Des meint man zhaben großen frummen.
Pas feit gar weit fein nit gelert,
191
Nit Til latin man von in hört.
EÜich fein wol gelert fo tief,
Sie lefen kanm ein tentfchen brief,
Als die zn Rom die manlen ^ribcn
Und mit dem (trigel lang gefchribcn.
Den Donat han He einft gelefen :
Das ifb ir gröft ftndiom gewefen.
Und noch die fprach erft lernen follen
Der lent bei den fie wonen wollen:
Nor daß He fein toI römfcher tUck,
Yol bfiberei nnd fchelmen ftfick«
Derhalb die lent fie billich haßon
Und hin zum teufel faren laljen.
Dmmb warn ich hiemit jung und alten,
Sie wöllens nimer mit in halten,
Dieweil ir keiner nichts mer kan
Und anderft nit gelemet han
Dann fchand nnd fchaden richten an.
Interefliuit ilt femer eine hieher einfchlügige Fabel von Bnrcar-
dns Waldis aus dem 4. Buche feines Efop Nr. 83. Wir nehmen
keinen Anfland, He ans dem jetzt fo feltenen Werke aber in geregelter
Schreibung mitzuteilen. Sie lautet:
Von einem curtifan.
Vor zelten in den alten jam
Da die leut gnr vil frömmer warn
Denn iezt in difer böfen zeit,
Da der fathan verböft die lent,
Da warn die welch man geiftlich nnnt,
Nit fo wie iezt der weit bekant.
Im titel da mit eren fürten,
Mit guter 1er und leben zierten,
Warn nit fo auf den geiz gericht
Wie man iezt von in allen ficht,
Warten der fchrift in rechtr einfalt.
Retten ein gringen aufenthalt,
Warn holzen kelch nnd gülden pfaffen,
Die man nit tadlen kunt noch (trafen.
Iezt aber habens kelch von golt
Und fein dem geiz dameben holt.
Und fein die pfaffen iezt gar hülzen
192
Und gar vil grober denn der riilzen.
Zur felbcn zeit (wie iezt gefagt)
Wart nit fo nach dem gelt gefragt.
Den wacher nantens (imonei,
War nit wie iezt gelaßen frei.
Iezt aber weil« der babft thut felb,
Gibt er zu irer azt ein helb.
Und wo der apt le|}t wSHel walten,
Mögn die brüder wol fchanzen halten.
Solch« treiben ße gar nnverfchampt
Und bans doch in irm recht verdampf,
Vor ßmonei nnd wncher gfcholten.
Ja wenn win ieznnd rechnen weiten,
So hat der bapft vil gröOem hon
Und mer fchadens der weit gethon
Denn der Simon fo Troia zltört
Und den welchen Sanct Peter rQrt,
Dem er des heiigen geiltes gab
Mit großem gelt wolt kaufen ab.
Ja wenn mans acht nnd recht bedenkt,
So ficht man daß ers keinem fchenkt.
Wer ein officium wil haben,
Der muO mit gelt und großen gaben
Erlangen: fonft gewinnt er nit.
Wie man zu Rom offenlich fiht.
Ja warum folt ers nit verkaufen.
Weil die lent teglich darnach laufen
Und er auch felber fein papat
Vergebens und umbfünft nit hat?
Drumb in das gbot gar nit anficht,
Das duirkus zu fein Jüngern fpricht
'Weil ira umbfunft entpfangen haben,
Solt ir dafor begem kein gaben.'
Koft in vil giilden nnd vil krönen :
Warumb folts nit der arbeit Ionen?
Vil bifchtnmb muß drumb geben hin.
Die im fonft trügen guten gwin,
Den cardinaln gut feifl probenden.
Die reichen klofter in commenden.
Drum hat er im auch oingeleibt
(Wie er in feinen rechten fchreibt)
All bifchtnmb ftift und gute pfriind
193
Die er verkauft on alle fimd.
Wers nit mit gelt und bei im facht,
Der hats dolofe nnd ift verflacht.
Doch werden Re damit getröft.
Er nimpt das klein, lefit in das gröft.
Drumb ift in folchs ie wol zn raten,
Wo man mit einem kleinen braten
Ein feiten fpecks mag werfen ab,
Ift warlich nit ein gringe gab.
Und ift ein grofch wol aufi zn geben,
Der eim ein gülden mag erheben.
So halt ein pfriint erft ledig ftirbt,
Der denn balt kampt, die felben erbt,
Wie in der mfiln der erft kompt , malt :
Doeh dringt vor all des ^elts gewalt.
So hat fichs aach bei meinem leben
Mit einem curtifan begeben.
Da war ein feifte tamberei
Im ftift zu WQrzburg worden frei :
Macht er (ich auf zun felben zeiten
Mit großer eil nach Born zu reiten.
Wie er kam an des Teutfohlands end
Ins Welfchlant da das gbirge wendt,
Wart im fein pfert gar heftig hinken,
Vor onmacht gunt zur erden linken.
Er dacht 'zu fuß kanftu nit laufen,'
Forfcht ob er fOnd ein pfert zn kaufen,
Gedacht 'wirft den termin verfenmen,
So wird ein ander vor dir fcheumen.'
Kam zn eim wirt , der het ein pfert,
Das lobt er teor und hielts gar wert,
Doch wars ein fchelm in feiner haut.
Der curtifan fein werten traut,
Nams hin und zeit dem wirt das gelt,
Sattelts und wolt damit ins velt.
Der wirt fprach 'er ift refch und geil,
Nur daB er hat ein kleinen feil :
Im anfang ift er treg im gang.
Dasfelbig wert aber nit lang:
Wo im nur reiten daß er fchwizt
Und da6 er nur einmal erhizt,
13
194
So lauft er ttots in vollem traben ,
Daß ir gnng dran xa halten haben.'
Ja wol. da er in außhin bracht,
Da het er weder kraft noch macht,
Wolt nit fort daß er het mocht fchwitzen.
Zlezt kunt nit lenger auf im fitzen,
Gieng nach zu faß nnd trieb in fort.
Gedacht oft an des wirtes wort
Und fprach 'ob ich mOcht baß fort kam!'
Bant er dem pfert fein mantel um,
Begoß in anch dasn mit härm:
Half aber nit, er wart nit warm.
Er war fein« nnglaek6 nit faft fro.
Znlezt nam er ein bSndel ftro,
Das gnnd er um das pfert m binden
Unden und oben, vom und binden
Und fonft vil ander lift erdacht,
Auf daß er im erwermen mocht.
Half aber nit fein witz und kunft.
War an dem gorren gar umbfunft.
Da wart er fchellig, naro ein feur
Und fprach 'ftündftu mich noch fo teur,
Laß fehen, ob ich dir den fchweiß
Außtreiben kau, daß dir werd heiß!'
In dem das felbig ftro anzunt.
Das pfert von ftnut laufen begunt.
So lang er mocht, folgt er im nach,
Biß ers zu lezten nimmer fach.
Er trollt (ich gmachlich über d*heid.
Lacht feins fchadens vor großem leid
Und fprach 'nun hat der wirt die gülden:
Doch weiß ich in nit zu befchtilden.
Weil er mir thet diu warheit fagen,
Hab ich nit über in zu klagen.
Derhalben muft yon Rom wol bleiben
Und diß meim unverftant zufchreiben.'
Der wirt hat fchwerlich gftindet dran.
Daß er ein folchen ftummon man
Verhindert hat ein folche reis:
Dieweil das iederman wol weiß,
Daß der bapft in feim abeuteßcn
las
Des felbea ftücks nit hat veigeOen,
In feiner bnll verflucht verdampt
AU die da fein fo unverfchAmpt
Und iemont an der romfchen reifen
Verhindern und kein hilf beweifen.
Weichs difer wirt nit hat bedacht
Oder villeicht den fluch veracht,
Da6 er im nit gehorfam g:wefen,
Hat leicht des Luthers hücher glefen,
Wie auch fooft iext die ganse weit
Aufs bapfts gebot zwar nicht vil helt.
ledoch wil ich in des entheben
Und weü) im nit yil fchult lu geben.
Weil er im hat die warheit gfagt
Und der curtifan in nit Terhlagt.
Geh daß He all mit folchen pferden
Auf folcher reis belaOen werden!
ffl.
Alter Dmck, 4 BU. in 4. o. O. u. J. Um die Utelfeite geht ein
Ilohfchnittrahmen, darin fteht oben
leb kau nit vil newes erdencke
Ich muB der katzen tfchellen anhencken.
Dtnmter ein fchoner Holzfchnitt: ein Narr legt einer Katze Schellen an.
Auf der Bückfeite des erften Blattes beginnt oben das Gedicht und geht
bis in die RUckfeite des letzten. Am Schlüge fteht
Exitus rerum prüden-
tia metitur.
Die Seite h< 34 Zeilen,
Der Dmck gibt Zeile 1 würt. feer. 2 war als. 4 pnd
fir Tnd Dmckfohler. yetz. 5 foU. greyffen. 6 das.
7 Yerfüert. 8 Endchrift. 11 groffen applaS- 18
ain groffer. 14 das. herren Jhefum. 19 yetzt. 20
hemblein Hc. 26 gethon. 30 feind. 31 gonieffen.
3S Tergieffen. 33 fpott 34 gott. 35 früe. 36 das.
13*
IflO
30 gäbe. 37 mUgcnd. 39 er fehlt. 43 verbotten.
46 außh&r. 61 war. feind. 67 verftee : angee. 63
gemajndt. 66 böffers geratten. 66 thatten. 70 ver-
kündt. 71 groffen ftatt. 72 hond (y. 73 iii. vnder-
gan : gethon. 76 lies vorn im Texte keinem. 82 vnderthon.
83 ftatt 87 gedenck. 88 gethon. 89 kommen.
90 genommen. 91 erl68t. 93 vatter. gefein. 98 meer.
102 wörcn. 104 würt. 106 ftraffet. 114 fpeyO-
116 gethon. 118 jnn. fündt 120 zymmet. 138 not-
tnrfft. 144 darinn. Vom im Texte Hob darin für darum,
jrthnm. 146 eeren. 146 nitt anbettet. 148 anbetten
vnd eeren. 160 nenwen. 164 todt. 166 rüeffen. 167
findt 168 rüefft. Lies vom im Texte rüeft ftatt rüefet
167 Tertrawen. 168 wttrt. gerawen. 1C9 zu. 173 lies
im Texte vom den für der. 174 hond. 178 tfant. 179 hond.
bruderfchafft. 182 zai^bererex. 184 thand. 187
aufferw61t. 188 gefolt. 203 gnten. Lies im Texte vom
gfiten. 204 guter. Vom gfiter. 207 n6ren. 212 gut.
212 leUten fic. fug : gnug. 214 warend.
Zeile 2 als alles. 6 fol wir foUen wir. Endechrift An-
tichrift. 17 befolcht nnorganifche fchwache Form für befolchen,
befoln. 19 merken für merkent merkt 20 hemblein wol
zu hämpel gehörig, wovon Schmoller 2, 197 die Bedeutung Teufel an-
gibt. 21 wöl wir wider han wollen wir zurück haben. 23 der
lift Kunft, KnnlUtück. Als Femininum aus dem Niederdeutfchen.
29 ie kein menfch jemals ein Menfch. 30 leint wir find wir.
verkort ift mundartl. fchweizerifche Form für verkert was 41
fteht. 33 on allen fpot Fordiel, weniger * alles Emftes' als 'ficher
gewis.' 42 lert f3r lernt; beide werden häufig verweehfelt.
46 derbntse verlarvte, vermummte Perfon, Kobold, dann auch luftiger
Streich, Poffe: fo hier, was man aus fagen erfleht. Ob Z. 46—66
richtig interpungiert ift, wage ich nicht zu behaupten. Vielleicht muß
nach klagen ein Komma, nach fagen ein Punct ftehn. 48 trin-
gen für dringen, hier in transfitiver Bedeutung drängen, verdrängen.
62 fie fchwe igten d. i. fie fchwiegen, kaum wol als Verwechs-
lung mit dem Factitivum fchweigen (a. Spr. fweigen) zum Schwei-
gen bringen zu betrachten, fondem als fchwache Nebenforan zum ftarken
Präteritum fchweig (a. Spr. fweic), jetzt fchwieg, die auch fonHt
und fehon frühe vorkommt z. B. im Rolandslied e thie furften ge-
fwichten alle d. h. fchwiegen. 62 an das bet ins Bett 69
ich dar d. i. tar ich wage; wnhrfchcinlicher aber hier fiir darf: ich
197
Inoche Um nicht za nennen, man kennt Um fchon aUgemein. 64
möchten Plor. da g-emeinde ein CoUectivbegr. Ul. 65 buOers
d.i. be^ert. 79 fSr ward (was aach der alte Dmck gibt) wird
dudi lieber wirt an fetxen fein: wenn wir nps nieht bekehren, fo wird
ü. f. w. 97 man f eh wert m. fchwort. 113 als er in die Wufte
(Ich gefetxt hatte: fitzen hier in der Bedentang von fich fetzen.
126 noren mdartl. lUr neren nähren, aber nieht in der heatigea Bedtg
iQutrire), fondcm (aU Factitivum za genefen) vorm Verderben bewahren
«xler davon befreien. 135 mengen manchen. 139 erklageu mit
ftSrkerer, intenfiverer Bedeotang als das einfache klagen: tüchtig, za
Ende ond (ich fatt klagen. 151 reit reitet. 157 fint findet.
162 der fürfpreche der Fürfprache that. 172 keib Eifer, eifern-
des Schelten. 176 geit Habfacht. 188 das kot (t Neatr. der
Koth. feilen Factit. za laUen, faUen machen, so Falle bringen,
niederwerfen. 190 eim einem. 195 reit von reiten rechnen,
nachrechnen: man rechnet ihnen in Oir Spiel, d. h. mau ift hinter ihre
Schliche gekommen and verfolgt de nnn. 198 angefchmack an-
fchnuickhaft, widerlich. 204 werk man Arbeiter, der an einem Werke,
welcher Art immer es fei , durch Rat oder That mithilft. 207 m i t i r
band arbeit eigtl. mit ir bände arbeit mit der Arbeit ikrcr Uändc.
SU dannocht unorgan. für dann och, noch nicht im Sinne anferes
dennoch trotz dem, fondem dann (zu dem Zcitponcte) noch: es gäbo
<U2m noch immer Pfaffen genug.
Diefer Sprach llammt offenbar aas der Schweiz: das erdeht man
weniger aas der Erwähnung eines Yorfnlles in Bern Z. 186 fgg. als ans
den Sprachformen des Stückes. So ift wüeftin 113 fchweizcrifch, Nom.
wuefti. Die Endung in i findet fleh auch in andern Denkmälern aus
der Schweiz, fo im Etter Heini lemi Lahmung 1626. 2906, die vili
Vielheit 3576, trSgi Trägheit 1560. 1564, thfiri 1348, ungehuri 841,
lest 869. 1112, verruochti 215, ftanthafti 209. 854 etc. Ferner
üt fchweizcrifch die Form fio wcnt 183, fie wollen, ans fio wollent.
Sie begegnet fehr häufig, fo auch in FUnkelins Neujahrsfpiole 421. 498.
972, im Etter Heini 162. Wellent ift unorganifche , nach Analogie
{gebildete Form: auch das volle richtige wellen findet fich in jonom
^Ae Fünkelins (: gcfellen) 30 neben wollend daf. 419. Das went
pH dann natürlich auch für die zweite Perfon, ir went, ihr wollt, fo
Eidgen. 57. 60 Etter Heini 894 und im Reime: behend £. H. 598, : ir
Ternent dav. 2778; endlich auch für die erfte, volamas, fo in Fünkelins
Netijahrsfpiel 58. 1223. 1268. 1295. Etter Heini 587. Teil png. 50.
'^^ und im Reime : behend Funk. Nciy. 463. 1184, : eiid TcU pag. 107.
^^ ciicT geboren dem fchwcizcrifchcu Idiom in unfcrem Stücke an v e r -
198
kört 30, nören 126. Die Reime find auch lüer ung^nati, in confo-
nantifcber Beziebnug ab : fcbad 199, getriben : verfcbwigen
161, folt : befolcbt 17, in yocalifcber geboten : kutten 173,
yertrauen : nenen 149, nören : yerffieren 126, gefpilt : ge-
feit 61. Der Versbau folgt keinem feften Principe, bald find die Silben
gesShlt; bald auch nicht; neben Verfen mit regelmüGig abwechfelnder
Hebung und Senkung ftehen andere mit mehrfilbiger oder gar fehlender
Senkung.
Was die Zeit der Abfaßnng anlangt, fo wird Zeile 186 auf eine
Gefchichte ajUgefpielt, die 1609 zu Bern pafiierte oder vielmehr damals
endigte, Z. 184 ilt aber die Rede von der Verbrennung der Bficher
Luthers, defien erfte Schriften (die an vielen Orten verbrannt wurden)
ins Jahr 1617 fallen. Danach dürfen wir das Gedicht ans Ende des
zweiten Decenniums des 16 Jhdts alfo etwa in die Jahre 1518—1620
fetzen.
IV.
Alter Druck ohne Ort vom Jahre 1621, 6 Blätter in 4. Auf der
Titelfeite fteht oben
Das hond zwen fch-
weytzer bauren gemacht. Ffirwar
fy hond es wol betracht
Darunter ein gro6er Holzfchnitt der die allegorifche Mühle verfinnlicht.
Auf der Räckfeite des erften Blattes fleht die profaifche Rede des erften
Bauern. Auf dem zweiten beginnt das Gedicht und geht bis in die
Räckfeite des fünften. Darunter ein kleiner Holzfchnitt in dem die Zahl
M. D. XXI zu lefen ift. Das ganze letzte Blatt ift leer.
Der alte Druck gibt in der Rede des erften Bauern Z. 1 Seyeft.
Vom am Texte fleht falfch Seiet: es mu6 Seieft heißen. Z. 2
dein müly zft malen au6 den. Z. 14 in fehlt. Überfchrift
des Gedichts Der ander Paur. Vers 4 vorlaft fic. 6 das.
15 lies vom im Texte dann ftatt denn. leer. 16 faft feer.
30 das. 34 uieman fic; 87 das kom ift. 44 jren.
199
53 niii, uad fo vom im Texte zu Tchreiben für u it. 58 find t.
64 getruncken. 72 würt. 75 Beraubeut lic. 84 die
BS«. 91 ddrt. 92 d6rt. 100 fch&fflin. Lies vorn fchftf-
lin fSr fch&flein. 102 bfchw&ren. 112 würt. 113 go-
rochtiklichen. 116 eraBman. 118 gon : auff gethon.
123 brfinnend. 129 hochgelert. 130 marti. 131 gan-
zen vom im Texte für gegangen zu lefen. 136 h&ren. 142
getre&wer. 150 leer beüttlen. 161 inn. 163 fi fehlt im
Dr. 165 knnd. 168 Für feinem vielleicht feim zu lefen: dann
ift dem Ycrfe geholfen. 172 knüe. 174 hond fy von. 175
thon band. 177 £e. 178 würt. 183 jm Cc. 186 gehept
fic r& fic. 189jmKeyt 191 bdck. 192 rot. 194
her. 195 Wefi dem man. 196 fcheyhen. 199 B6ck würt.
201 würt. 206 mogents. feyn. 209 pflegel und fo
213. 215 gründ bl&t. 217 reubig. 218 nücht. 227
Terlegnet. 230 worten fend. 231 Das nnd fo 235. 237.
344 er fehlt.
Zeile 2 gefeit gefngt. 5 angefehen brauchte nicht als rein
participialirche Conlbmction zn faßen fein, fondem mit Ergänzung von
haft aus Zeile 3, freilich mehr dem Sinne als der ftrengen Folge nach:
Dank fei dir für die Liebe, die du zu uns haft, daO du uns in der
Wofte nicht verlifit, daß du unfere Verirrung angefehen haft. Dann
mnfte man den Punct hinter verlaft in jein Komma verändern. Eine
wol zu fchwierige Verbindung. Einfacher fcheint angefehen als Partie!-
piom Pneteriti Activi zu nehmen (angefehen habend) : nachdem du unfere
Verimmg angefehen und dich darüber erbarmt haft, gibft du uns das
Himmelbrot; obfehon man in diefer Fügung das leichtere alfo anfe-
heade (gerundivifch) erwartet hiltte. 10 aufenthaltung Aufrecht-
kaltong; enthalten erhalten, auf enthalten aufrecht erhalten.
16 faft ferr fehr fem. 17 biß hier nicht in der jetzigen Bedeutung,
fondem *So lange ab.* ^4* fag, fage Ausfprach. 39 die verftent-
aas das Yerftändnis, der Yerflaud. 40 in uns unter uns. 53 nüt
(nicht Bit) nichts. 67 die vili die Vielheit 68 gfein gewefen.
70 verhör, verhöre Imperativ. 79 inen eigen knecht d. i.
ni ihnen eigenen Knechten. 84 über die maß, über die maße
über das liafi hinaus. 86 burdi Bürde. 89 der hoch das Prah-
len. 94 ant, ande Zorn, Unluft; mir ift ant ich bin zornig.
1|4 übertreffe nl ich hier in activer Bedeutung * fehr trefflich', mit
'•Ol Hanpttono auf der PröpoHtion und dem Nebentone auf 'treff*, wüh-
nnA das paflivifche übertrefflich (was übertroffen wird oder werden
^um) den Hauptton auf 'trefft hat. 118 mögen können. 124 es
200
ift bedeuten ea bedeutet. 126 geitig gierig, habgierig. 132
fantaft Betrüger, neml. romifcher. 133 die dem Sinne nach con-
ftruiert auf eine in kein fantaft (leckende Mehrzahl. 144 ich ver-
fchmähens ich verfchmähe iie. 156 bachen backen. 158 in
griffen geh an d. i. er hat den Teig gut in Griffen gehabt, ihn tüch-
tig durchgegriffen, durchgeknetet, 161 woltent unorganifch für wei-
ten. 165 kunt bedeutet hier nicht etwa bekannt und fteht für
kunt ift, fondem ift fchweiserifche Form für kumet kommt, wie a. B.
auch in dem von Kottiuger als Vorfpiel zum Etter Heini herausgegebenen
Spiel von der Eidgenoßenfchaft diefe Form Z. 198 im Reime fteht, kunt:
grünt. 169 neut nichts, eigentl. nüt, nint, ahd. niuwet.
170 erber ehrbar. 176 e6 ring umb ringsum. 177 der hebel,
auch he fei fchweiz. die Hefe mit der man den Sauerteig bereitet; j^e-
hefeltes brot ift geHiuerteiB Brot, ungehefeltes ungeßluertes.
178 Witt fauren durchTänert, vollzieht den Durchfä^nerungaprocefs.
185 faft fehr. 191 beck Bäcker. 195 von wegen. ächten,
mhd. «hten von Gerichts wegen verfolgen. 196 fc hieben zaghaft,
fchüchtem, fchou werden und in Folge deffcn Heb abfeits entfernen. So
im Büchl. V. d. Tochter Sion 254 wer fach mich ie gevliehen,
. zeglich üz wege fchiehen? Der Sinn der Stelle hier ift: Wir
wollen keinen andern erwählen, außer den man um deiner Wahrheit
wiUen verfolgt, den aber darum keine Strafe der Marter fliehen macht
von dem Orte wo u. f. w. 206 mo genta können (ie. 208 m. i.
han mit ihm halten. 209 Karfthans ein in damaligen Pafquillen
viel gebrauchter Name um den Bauern au bezeichnen. 210 der be-
zieht (ich weiter zurück auf Karfthans, nicht auf flegel. 214
joch auch, fogar. 215 griut Grind, fchweizerifch wie noch jetzt
Kopf, fo in Halbfuters Lied von dem Streit zu Sempach 12. 3
Da antwurt im gar gfchwinde
ein burger uß der ftat
'wir went fi fchlau umb dgrinde
gar fchier in irem mat — *
und ebdf. 38, 6
fi fchlugent in uf den tot,
fi huwend in in grinde,
daß er im blut lag rot.
blAt d. i. blüct Umlaut im Conjunctiv. 217 reibig in gofcblechtl. Bo-
Ziehung ansfchweifend ; riben heißt mhd. neben fncare auch zur Wol-
luft reizen, franz. riber; ribe ahd. hriba proftituta. 218 wurde nt
unorg. für wurden. 221 rufen d. i. rüofon fchwaches Verbum,
rufen; ruofen ift ftark. 228 hilfe ift Nominativ: alfo möge uns
feine Hilfe fchein machen, hell machen, erleuchten. 233 fcient uuorg.
201
for feien. se volgende, eigtl. ze volgenne als decliiiicrtcr In-
finitiv; das d ift unorganifch wie in niemandes Itatt niemannes.
239 hnnkfi^B honigfriO.
Das Stück ift fcliweizerifch , nicht allein dem Titel nach: es trägt
deatUche Züge feiner Abftammnng, fo die Reime knnt (kumet) : grünt
165, oent (: lent) 1G9, die Formen in i wie müli 12. 146. 237, die
vili Vielheit 67, die wüefti 108. 110, die burdi Bürde 86 und
Aasdnicke wie fcheiterpufch 111 d. i. znfammen gebundenes ge-
fcheitertes Holz, hnnkfüeß 239. Das Participinm gfein gewefen
(: fein 68) iü nicht allein fchweizerifch. Sonlt ii% zu merken die Ter-
dankelang des Ainö, mAßin m6B84 darch den Beim (groß) ver-
langt. Aach t haftet noch für ei in fin elfe (: hin) 206, während fonft
ei gilt. Schwanken iA auch in der Form md (: d) 178, für die auch
mer (: l^r) 59 gebraucht ift. Stark vertreten ift jenes unorganifche t
in Verbalformen, das nach falfcher Analogie aas der 3 Flur. Prief. nicht
nnr in diefelbe 8. Pliir. des Prieteriti, fondem auch in die der Conjunc-
tive mid fogar in die erfte Perfon Ploralis diefer Tempora und Modi
übergegangen ift. Im Reime fteht 229 wir hftnt (: unbekant); ftreng
richtig wäre snr wir hAn. Vielfach andere Beifpiele außer dem Reime.
Die Reime anlangend, fo Hnd Re weder g^nz fein (vgl. gerech-
tiklichen : übertreffenlichen 113) noch ganz rein. Vocalifch
mrein lind Idren : befchwären 101, mülen : erwölen 193, con-
fonaotifch man ; Rotterdam 115, verftentnus : uns 40; doppelt
anrein ift der Reim ächten : fchiehen 195.
Der Versbaa ift in diefem Stücke ohne ein feftes Princip: manch-
mal werden die Silben gezählt, manchmal wird nur nach Hebungen ge-
me6en and die Zahl der Senkungen ift mehr als eine; auch der Auftact
fehlt mitanter.
Der Verfaßer des Stückes ift unbekannt. Ob es mit der Angabe,
daß ea von zwei Schweizerbauem verfaßt fei, feine Richtigkeit habe,
maß bezweifelt werden.
Das am Schlnße genannte Druckjahr 1521 wird auch wol das Jubr
der Abfaßung fein.
202
V.
Alter Druck ohne Ort und Jahr, 8 Bll. in 4. Auf der vordem Seite
des erften fteht
Ain fchoner fpruch von dem
bofen mißprauch in der hayligen Chri-
rtenhait entftanden.
Die Rückfeite ifl: leer. Auf dem zweiten Blatte oben beginnt das Gedicht
und geht hia auf die vordere Seite des letzten. Die Seite hat 32 Zeilen.
Der Druck gibt Zeile 2 fiert. groffe. 4 Irthumb. 6 1er
fic. 10 auffgepracht. 12 gefehent He, und im folg. geho-
renty redent. 14 Habont fic. feltzam. 23 Fürbit Hc.
27 bittent fic. 88 Gefchweigent fic. 84 fagent fic,
u. f. w. bei diefen Formen t im Auslaute. 86 fy immer mit y wenn
es ohne e Aeht 88 Ge pracht. 40 au8 immer. gemacht.
42 faßnacht buz. 43 Har fic. 47 gold : hold. 52
das. 58 jhenem. 54 eer. 71 w6ren. 81 Dafs. Nicht
fiir daß fondem fiir daßs d. i. daß fi. 87 gelerter. 96 Von
fic. Vielleicht und? 97 th&en. Im Texte vom lies thun für
thun. Es ift der Conjunctiv Prsefentis der den Umlaut aus der erwei-
terten Form tüejen bewahrt hat: er muß mit allerhand Betrug umgehen,
wie die Heiligen wol Zeichen thun möchten. 99 Ter. 104 nye-
mant. 107 Hinter p rediger fehlt nichts: der Genitiv gottes ift
abhUngig von den beiden ihm folgenden Subftantiven, Prediger der Wißen-
fchafb und des Wortes Gottes d. i. göttlicher Wißcnfchaft und des gött-
lichen Wortes. 108 hond gehurt 130 Bawent. neüw
gotzhauß. 187 nyemant. erkent : genent. 140 folt.
Vielleicht beßer vom im Texte fölt. 153 predigent. 154 fchw6-
rter. het fic. 164 f61. Vom im Texte föl zu lefen fiir föll,
Couj. Pr«ef. a. Spr. fiil, unfer folle. 165 rettw. 171 diß fic.
179 fcheflen. 181 ftraff : fchaff. 192 Ich furcht mir
nit am kopff der geygen fic. 194 fchlemen. 209 vmb.
280 pracht. 282 trit fic. frawen. 289 fein. 245 In
den Text vom fetze die vor ketzer. 251 lies vom gm einen.
254 ffilt fic. 264 Orden. 269 feine. 276 Nit wie vns.
Nit muß Drockfehler fein, da es nur heißen kann: auf die Axt wie
Chriftns es uns gelehrt hat, meint er die wirklich Armen. 286 leyts.
290 Mit irem klaffern. 294 aufferwölet. 808 fdlent.
814 gopracht. 817 Lerer fic. 823 fchaffen, 834
gewin. 867 in rawcn fic. Vgl. fan 169. 870 geltes fic.
382 Karel.
203
Zeile 1 die fag, fage Kede, Sprach. 5 fürhelt vorbUlt und
jene Befcholdigimg damit vergleicht, daran ermißt. 6 zeit d. i. ge-
selt gezählt. 8 merlin d. i. maBrltn Märchen, Gcnit. Plur. Gaukel*
prediger von Märchen, die Märchen predigen. 14 wildbad ein natür-
liches warmes Bad, Mineralbad. Schmeller 4, 64. Ißbergund
tal die ganze Welt. 17 fg. Daß man die Heiligen anmft, zeigt einen
'StiUftaad im Glauben an Gottes helfende Kraft. 20 gfttheit Güte
Ffenndlichkeit und Milde des Characters. Schmeller 2, 86. 27 zwar
mhd. ze wäre in Wahrheit, wahrhaftig. 30 dürfen bedürfen.
33 fafelteding daffelbe was narrenteiding Narrenhandel, Foffen;
teiding ((Uürkes Neutr.) ans tageding heiBt eigtl. eine auf einen be-
ftinmiten Tag anberaumte Gerichtsyerhandlung, Tennin, dann fchlechthin
eine Unterhandlung, bis es hier in der Zufammenfetznng noch mehr zum
Begriffe bloßer Handlung rerallgemeinert iXt. Die Form teding ift
f ehweizerif ch : in den neuen cafus monaft St. Galli von Chriftian dem
Kuehemeifter fteht teding Wack. altd. Lefeb. 889, 11. 840, 12 und
ebdf. 839, 8 tsedinger (Unterhändler). lupperei. Schmeller gibt
2, 486 fg. die, das lupp, lüpp Salbe, bef. giftige; Zaubermittel,
Besanberung; althochd. luppdn üalbeu, bef. mit Gift, vergiften, vor-
saabem; lupperei muß daher Zauberei bedeuten, wol meift durch
Beftreichnng, hier mit Hinllcht auf Beftreichung durch Bollquien, ver-
gleiche Zeile 10 fgg. 36 merlin f. zu Zeile 8. 39 pfen-
ning denaxius, der zwölfte Theil eines Schillings, hier allgemein für
Geld. 42 der bnze (fchwaches Mafc.) eigtl. klopfender Kobold zu
bdsen klopfen, vgl. Jac. Grimms Mythologie 288 fg., dann GefpenXt,
Yeriarvter, vermumte Perfon; fasnachtbuz Kobold, Knecht Ruprecht.
Schmeller 1, 229 fg. Die Heiligen bekommen dnreh die fondcrbare
Aosfchmückung das Anfehen von verlarvten Fasnachtgefpenftem. 46
freien befreien, frei machen. 48 und wir (ind ihnen auf keine an-
dere Weife ergeben, unter keiner anderen Bedingung, als wenn He uns
hdfen und Wunder thun. 50 reifen, ahd. rifan, mhd. rifen fallen,
meift von fchadhaften Dingen, die abfallen. Unfere Andacht füllt ab,
gldchlam wie fchadhaftes Obft oder welke Blätter vom Baume. Vgl.
Schmeller 3, 129 fg. 54 feil, daß wir die Ehre allein etc. 56
und er felbs etc. während er doch, wiewol er doch felber das oberfte
Gut ift. 60 hüle ft. fem. Höhle, dial. meift Lache, eine Höhlung
im Boden die mit Wa6er angefüllt ift, vgl. Schmeller 2, 174. 77
«ei0t unorgan« für weiß« 84 benevenert willkommen. 90
man leicht mau verleiht. 93 eim einem. 94 das gefert,
mhd. geverte die Umftände, Lebensverfaältiüite. he inen f. v. a.
heien fchatzen, pflegen, hüten? Schmeller 2, 128. Benecko-MüHor
1, 649. 100 was Leib und Seele anbetrifft, angeht. 121 fchlochtcs
204
d. i. fchllchtes, einfaches. 124 kib, keib ift Drang, heftiger Eifer;
ein keibe mäfte danach ein Eiferer, Zelot, Zänker fein; keibeu,
keifen ift fcheltend zanken. 128 leichen mit dem Accuf. einem
einen Poffen fpielen, ihn betrügen. Ein Yocabolar von 14-15 und 1419
bei Schmeller 2, 420 gibt: 'fophifticare laichen, fophifta ain betrieger,
fophiftria laicherei': woraus erHchtlich daß auch fophifterei, wie oben
95, geradezu Betrug bedeutet. 139 feide wat d. i. feidene wat, vgl.
oben 73 mit feurem vulcan; wAt ift SUeidung. 142 dennoch t
unorgn. für dennoch; noch deunocht noch in diefom Zeitpunkte,
noch bei diefen UmXtänden. fein genitivus neutr. gen. delTen, dicfer
8ache, neml. daß fie Narren find. in d. i. inne. 143 es fchied
nit yil daß es läge nicht viel daran, daß. 169 fan Verfohnnng?
alth. fuana fuona, mdartl. fuen, fun, föne. Schmeller 3, 263 fg.;
vride nnde fnone findet ßch häufig zufammen. 247 diu fchanse,
fchanz Wurf mit Würfeln, frz. la chance, dann Glücksfall, Vorteil; iu
die fchanz fchlagen au& Spiel fetzen. 250 zfifchoppen zu-
ftopfen. Schmeller 3, 376. 258 freien befreien. 260 geit gibt.
266 than f. v. a. thTin thun. 271 feicnt für feint. 28G
leits liegt iie. 289 befc hetzen das Geld abnehmen. 299 wa
wo. 302 Die überhaupt gar kein vergängliches Gut bedtzen; über-
nächtig über Nacht vergänglich: wir ßnd alle übernächtig, d. i. mor-
tales, können über Nacht fterben, Schmeller 2, 672. heben haben,
fchweizerifch wie fegen für fagen. Etter Heini 1475. 311 thon
thun. 329 parteifch nach Parteien, von jeder Partei, Abteilung.
336 ablaf hinablaufe. 842 glos, gldfe Auslegung einer Schriftltellc.
360 vaß wie 294 Gefäß. 365 z& einicher ftunt zu irgend
einer Zeit 385 trum und drum Stück, Endftück, dann Endo.
389 fehl echt gerade.
Der Yerfaßer diefes Stückes nennt fich nicht, wir erfehen aber aus
Zeile 149 daß er einem gelftlichen Orden angehorte
wie wol ich auch bin ein ordenman,
fo hab ich mußen fagen darvon.
Deshalb darf er nicht laut fprechen 125, fondem nur heimlich und in
der Stille 102 fg. Er nennt keinen der Reformatoren mit Namen und
hält fleh fehr allgemein , tadelt aber auch die reformatorifchen Bcftre-
bungen nicht. Er bezieht iich 133 fg, auf Thomas Mumer und feine
Narrenbefchwörung, die im Jahre 1512 bei Mathias Hüpfiif in Straßburg
zuerft gedruckt wurde. Zum Schluße ruft er den Kaifer Karl an, 382.
Mit dem 375 envähnten gnadenreichen Jahre kann nur das Jubeljahr
1525 gemeint fein. Es muß alfo diefes Stück in diofem Jahre oder doch
wonig vorher nach Ausfchroibon dcsfolbcn gedichtet fein. Der Verfaßer
205
fchciut ein Schweizer gewefen zu fein, worauf an^er nndcrom die Form
heben für haben im Reime: geben 302 fchlieOen lil^t, wol auch das
merkwürdige fan 169 : an, wenn anders es wirklich für fun lieht und
wofür Tielleicht denilicher fon su fchreiben wftre mit unreinem Reime
wie man : von 150. Der Alant fchwebt zwifchen a und o und zwar,
wie es fcheint, nicht allein A, fondem auch a. Eine Analogie wäre
than für tfafin, auch in unferm Stücke 266 im Reime auf man, und
Tonft häufig mit reinem a, wo kaum an fchwankenden Olant zu denken.
Neben than geht aber außer thuon auch thon, oben Zeile 311 im
Reime auf Ion Lohn und fonft fchweizerifch : kon Ettcr Heini 891 und
nberhaupt fehr viel auch anderweitig bei allen rüddeutfchen Dichtem
diefer Zeit Sonlt findet Xich ein bemerkenswerter Alaut, der fich zum
Ö(terreichifchen hinneigt, in ablaf (: fchaf) 336, für ablouf, wo die
Schreibung ablof : fchof die Schwierigkeiten heben würde, alfo mit
Terdunkelong des A in fchaf zu d und Übergange des ou in ablouf
ZQ d, was auch fonft in fchweizerifchen Mundarten häufig ilt, z. B. tdb
(: grob) Eiter Heini 1280, bdm (: föm Samen) daf. 1890, verfchiedene
Haie 6eh fSr ouch im Reime auf h6ch, femer höpt (: gelopt) Wil-
hehn Teil 5. 86. Übergang des e in o zeigt der Reim hell : föll 163.
HahifiM^h reimt i auf ü, fo blint : verkünt 11, finden : verkün*
den 31, dann ei auf eu, fo geit : leut 169, weit : heut 323, ie
tsf fie in rtationierer : yerfüerer 208 nud fogar (weit fchlimmer
Boch als jenes paufieren : irren Etter Heini 3239) irrung : yer-
fSerung 37. Danach kan fchier : mir 101 nicht mehr auffallen. An
konfonsntifch ungenauen Reimen kommt hier vor knaben : fagen 171,
Francifc : ift 225, held : felb 382, kirchen : fürchten 318,
üngenauigkeiten die fich auch fonft viel in fchweizerifchen Stücken da-
maliger Zeit finden, fo fagen : haben Eidgen. 125. 241, fi yerd er-
beut : üf erden daf. 2, gnAd : tag 196, fchwtgen : bllben 215,
•b : pflag 452, pflegen : geben 698. fach : betracht Etter
Heini 2948, mach : nacht df. 2975, grimmen : befinnen Wilh.
TeU 5. 85, entrinnen : finden daf. S. 93, betrachten : machen
8. 68, brechen : knechten S. 113, brüchen : nndertrucken S.
130 n. f. w. Drei Zeilen hinter einander durch einen Reim gebunden
finden fich in unferm Stücke 371 fgg. Der Versbau ift fehr wild.
206
VI.
Alter Druck 4 Bll. in 4, ohne Ort vom Jahre 1626. Titel auf der
Torcicm Seite des erften Blattes
Von ds Jubel Jar
genant das gülden Jar.
Darunter
Di() bftchlin Tagt gar offenbar etc.
und
Rom würt ein baubt der weit genant etc.
und die Jahrszahl M. D. XXV. Das Gedicht beginnt auf der Buckfeite
des erften Blattes oben und geht bis zum SchluBe der vorderen des letz-
ten. Die hinterfte Seite ift leer. Jede Seite httlt 82 Zeilen. Am Eando
find Bibeirtellen citiert.
Der Druck gibt Zeile 8 das. weyB* 16 find. leer. 17
hond gantz. 21 gehört 28 find bed6rt. 28 Endtchrift.
24 gemacht f. splaBk. 29 splafi. 89 trüg. 40 lüg. 42
das. 48 fg. aplaB« 44 wel. 46 würt 48 bilger.
Am Bande Joan. 4. 62 gadt Am Bande Joan. 10. 66 das
wir erlangen e. 1. Diefe Zeile muß Tom im Texte lauten das wir
erlangen ewigs leben. 62 würt 64 vff. Im Texte vom zu
lefen nf, nicht auf. gewalt 68 würt 70 das. 76 am
Bande Joan. 14. 80 fy. 81 würt 83 am Bande Philip 2.
84 all geleich. 88 dreibt vnderlaß. 91 Stäts.
92 lond. 93 am Baude Philip 2. 94 geftalt 96 a. R.
Luce 9. 1 Thimo. 3. 98 a. B. 1 Petri 6. 102 a. B. Matt 6.
106 a. B. Matt 6. 108 bilger. 109 vmb ablo8 louffen.
113 glyeh. 116 Bapft zehand. 116 tyn vatterland.
126 gadt : hadt Am Bande Joan. 8. 127 widerumb
keren. 128 a. B. Luce. 9. 130 a. B. Joan. 14. 134 a. B.
Leni. 26. 27. 139 die £e. a. B. 1 Thimo 4. Colloff. 2.
146 manger, und fo anch im Texte vom zn lefen für mancher.
149 gaffen. 160 gott 164 find. 166 gott wondt am
Bande 1 Cor. 3. 6. 2 Curinth. 6. Efaio 66. Act 7. 160 in
vch. am Bande Luce 17. 164 begert a. B. Act 8.
166 yffzt dringt 168 dringt a. B. Joan 4. 172 a.
B. Luce. vlti. Joan. 6. 173 Do her. 176 a. B. Boma 3.
£phe. 1. Coilofs. 1. 1 Joan. 1. 177 foU. 178 g&tt
179 eyden Drackf. für yeden. 181 Das. 183 abloß. a. B.
Matt 26. 184 vch. 188 gond. 189 griffend. 192 go-
fchach.
207
Zcilo 5 gedocht gedacht. 6 w&hrend ich manchmal nicht fchla-
fen konnte. 9 man feit man Tagte. 12 fftche auffache und be*
foche. 13 gar gänzlich. 20 hinder fich znrilck. 23 £nt-
chrift AntichriTt. SO dannocht nnorganifche Form für dannoch
d. i. danno noch noch sn dem Zeitpunkte, wol noch nicht flreng
im Sinne nnferes dennoch trotzdem. 33 d. h. keine Wolle, man
bat davon nichts. 36 dem Qelde der Dentfchen damit eine Richtnng
l^geben, in der hin es gefpendet wird. 43 afgehaben aufgehoben.
46 wirt yersigen gar wirt völlig verziehen. 48 darf nit
bmacht nicht. 68 gemört gemordet. 74 mag kann. 75 wann
demi. 78 zo hant fogleich. 82 feil, der, in des n. 85 vaft
fehr. 87 bracht ift in der altem Sprache lärmendes Getümmel. Von
brehen glänzen kommend, alfo eigentlich das was in die Angen fällt,
ift es nach bekannter Yerfchiebung auf das was in die Ohren fallt, fiber-
tngen. UnTer heutiges Pracht hat den urfprfinglichen Sinn wieder
aufgenommen. 93 fo ferr fo fem, in fo fem. 95 hatte nicht wo er
fein Haupt hinlegen konnte. 96 uf erwogen aufwärts bewegen, empor
beben, hier von Chrifti Himmelfahrt. 112 knmpthar kommt her.
123 Fronica Veronica. uBfpreiten ausfpreizcn, über ein
Fliehe hin ausbreiten, pandere: hier im übertragenen Sinne wie aus-
breiten. 124 darvan davon. nüt nichts. 128 eren pflügen,
aekeni. Z. 127 fg. verftehe ich fo: bei Chrilti Jubeljahr braucht kein
Chrift vom Pfluge d. h. allgemeiner gefaßt, von feinem Gefchäfte fich
m entfernen und es zu vemachlä.6igen , er findet doch fein Vaterland.
132 eigen leibeigen. 136 anderswa irgend wo anders. 146
r&chen Rackficht nehmen, beforgt fein, Hch kümmern. 154 ir fint
ir feid. 155 keim keinem, 168 neußt geneußt, genießt. 170
Qfgeftift aufgeftütet d. L geftiftet, gegründet. 174 werfchaft das
£itt(tehen, Gutftehen, die Garantie; w. thftn eines d. wofür gutitehn,
etwas garantieren. 180 nüt dann nichts als, nur. 183 langent
den ablaß, dürfte wol weniger die Bedeutung haben anbelangend, quod
^net ad, als langent im Sinne von belangent ftehn, cupidi, wenn
üur verlangt. Der Sinn der Stelle ifb dann: wenn ihr vorgenannten Ab-
hi6 von Chrifto begehrt, fo müßt ihr eurer Seite die Armen fpeifen, die
Nackenden kleiden, die Leidenden tröAen. 187 gleit gelegt. 188
gant gehet.
Der ungenannte Verfaßer diefes Stückes muß ein Schweizer gewefeu
fein, wie die fprachlichen Formen zeigen, fo vorfchiedene außerhalb des
^ines, wie nüt nichts n. a. besonders aber im Reime das har, kumpt
^*r : Jubel jar 112 das entfchieden im fchweizerifchen Stücken auf-
^tt, I. B. auch in dem Spiele von der Eidgenoßenfchait; das Kottingcr
208
als Vorrpiol zum Etter Heini hefauagegebea hat, Z. 41, : gar 54. 146,
dann im Etter Heini 1124. 1336. 2497. 2687, : war 3, : jar 37, : er-
far 155, : ungefar 1370, nnd in Buffs Wilhelm Teil Seite 57, : wider*
far S. 58, : bewar S. 61. Aach ou illt hier noch gewönlich, im obigen
Stücke konfen : loofen 109. 161. SonTt findet (ich Verdonkelnng des
n in 0 bei gedockt (gedacht) : mocht 5, krom (Kram) : Rom 24.
80. 118, underloD : groß 88. Von ungenanen Reimen (d. h. die für
diefe Zeit welche find) begegnet nur zauberer : begern 163. Woa
die metrifche Behandlang anlangt, fo gehört diefes Stück ohne Frage za
den beßeren der damaligen Zeit. Seine AbfaBangazeit geht ans Zeile
7 fg. hervor.
Über den damaligen ZafUind Roms, der in diefem Gedichte eben
nicht als mufterhaft gefchildert wird, wollen wir noch eine andere Stimme
vernehmen, die des Barcard Waldis in der 24. Fabel des 4. Bachs
feines Efop.
Von einer romifchen reife.
Eins mals gedacht za werden from
Und zoh aa6 Teatfchlant hin nach Rom :
Doch ward ich aof der reis nit bider,
Trag zwibeln hin, bracht knobloch wider.
5 Denn das ift ie ein alte weis
(Wie ieder folches felb wol weiß:
Wer da gewcft, darf maus nit fagen),
Za Rom holt man ein böfen magen.
Ein leren feckel, bös gewißen,
10 Und wirt gar oft ambs gelt befchißon.
Da gieng ich in das tentfche hana
Und fordert den patron heraaß.
Ein jong gefeil kam aaßher gähn
Und fah mich an der türen Itahn,
15 Grüßt mich nnd halt fragen begand,
Wie es in tentfchen landen ftand.
Ich thet im bricht von allen fachen
Und ganten weiter kantfchaft machen.
Zolezt gab fich zorkeanen mir,
so Wie daß er einr von Haaftein wer.
Waren beid alte fchnlgefellen :
Da thet er fich zwar frenntlich ftellen.
Wie ich mein fach het außgericht,
Sprach er 'heat wöUn wir fchoiden uiebt/
209
25 Fflrt mich und mein gefelln nitfern
Am Campoflor in ein tabem
Umbs Seigera acht am morgen fru.
Ou gÜBr kam noch ein gfeü dam,
Ein PreoBf fo ich mich recht bedenk,
so Der hie6 Achaei yon der Trenk.
Er fie6 halt fpeia und brot auftragen
Und nach dem heften cnrfa fragen.
Wir fezten nns: ich fchmeckt den wein.
Balt kamen anch awen mönch herein
S5 Und fprachen *bon pro£az miflier!
Mochtn wir ein jnli oder vier
Verseren in enr companei.'
Achaei fprach *fezt euch herbeil'
Zwei weiber folgten auch den beiden,
40 Welche die monch betten befcheiden.
Die festena bei Heb an die feiten,
Wie (ichs gebürt eelichen leuten.
Das gmach war offen breit und weit,
SaGen umbher mancherlei leut.
4& Zulezt gunt fie der wein bewegen,
Der alte Adam wolt fich regen,
Und fah fo yil der groben boffen
DaO ich lulezt ward gar yerdroßen.
Gedacht, ea ift alhie zu Rom,
60 Da fohen ie die leut fein from.
Dazu fein diB geifUich perfon,
Die folten ie das felb nit thon,
Han Tor den leuten keine fcheu,
Und fprach 'nun wil ich auf mein treu
55 Hin gehn und lafiens fo gefchehen.
Ich mag die fchand nit lengr anfehen.
An irer fOnd kein teil nit han.'
Da antwort mir der edelman
Der mich dafelben het geladen,
60 Sprach 'ftztl es ift euch one fchaden.
Wo ir wolt bleiben lang zu Rom,
MOßt euch nit ftellen alzu from
Und euer eer fo fer nit fchonen.
Ir müOt des landes weis gewonen.
65 Habt ir eur tag Ton Rom nie gbort,
Wie man fagt im gmeinen fprichwort.
14
210
Daß eim za ßom kein Hind nit fchad?
Alein fo er kein gelt mor hat,
Das iXt die allergröfte fünd,
70 Welch nit der bapft vergeben künd.'
Hie magftu merken, wie gar fein,
Wie fchün, wie züchtig keufeh und rein
Idt zu Rom der papiften leben:
Schlangen möcht man damit vergeben.
75 Noch dörfen He fleh gottes rümen
Und mit der fchrift ir fach verblUmen.
Ich hört einmal vom Parafeil,
^ Ein großer Hans und kluger gfoll,
Da man Tagt von götlichen fachen,
80 Daß ers gar hönifch thet belachen
Und fprach 'ßnt der zeit und den (tundcn
Daß die geiftlichen han erfunden
Daa himelrcich und die hellen,
Vexiem uns leien wie ße wollen,
85 Tichten ein leben nach dem tot,
Wenn doch all ding ein ende bot.
Wem Petrus, Paulus hieher nit komen,
Rom het fo fer nit ab genomen.
Fart mit eurm himl wo ir wolt hin!
90 Ich geb vor als nicht ein quatrin.'
Drumb auch das fprichwort warhafk ift:
le neher Rom, ie böfer chrift.
VI.
Alter Druck 8 Bll. (2 Bogen) in 4. vom Jahre 1641 o. O. Auf
der Titelfeite Iteht
Newe zeittung von
Rom I Woher das
Mordbrennen
kome?
M. D. XLI.
211
ßuekfeite leer. Auf dem zweiten und dritten Blatte fteht:
Newe Eeitiuig von Rom |
Woher das Mordbrennen kome?
Ich weis dir | lieber Bmder | nichts uewes sn fchreiben | Denn das Bepft-
fiehe Heiligkeit | mit Rat vnd hülffe der Cardinel | Bifchone und anderer
6ei(Uichen | weia nicht | wie Tiel taufcnt Ducaten ins Deadfchland ge-
Tcbiekt hat | damit man b6re verwegrene Leute | die gern gelt hetten |
md nicht erbeiten wollen noch mögen | Auch zum teil die der Lutheri-
Tchen ketzerey fcind find | dinge md beHielle | Die Lntherifche Stedte
zonerbrennen.
Denn BeplUiche Heiligkeit hat ein gros mitleiden mit der Deudfchen
landen | welche auff kein beder weife auszutilgen find | denn durch fewer.
Zq dem aoch Bepftlicher Heiligkeit von altersher gewonheit ift | die Ketzer
mit fewer snaerbrennen.
DarAmb ßhet jre Heiligkeit für gut an | Das zu verbrennen des
Deodfchenlands verordnet vnd gegeben werde | folch gelt | das { weiland
jre Heiligkeit für Ablas vnd Butterbrieue im Deudfchland hat famlen
UfiTen ] Denn folch gelt foUe billicher anders nirgend zu dienen | denn
ZQ folchem Göttlichen werck | Deudfcher Nation zu gut.
£s wolt fleh je Bepftliche Heiligkeit in dem gern danckbar erzeigen
for der Deudfchen wolthat | vnd mit jrem gelt | Ketzerey ausrotten [ Auff
<Us Dendfche Nation durchs fewer von aller Ketzerey ausgefeget | Bepft-
liebe Heiligkeit wider&mb diene in heiligkeit vnd gerechtigkeit | die jr
^efellig ift | Wie fleh das von alters her eignet vnd gebürt
Auch gibt Bepftliche Heiligkeit dem hochwirdigen vnd wolgelarton
Herrn herm Jörgen Wetzein jerlich dreihundert gülden | das er defto
frejdiger | angefehen folcho ehrliche Snmtna Gelds { wider die Lutheri-
Tchen fchreibe. Alfo braucht Bepftliche Heiligkeit | aus fonderlichen vnd
iobrfinftiger Liebe wider verffirte Deudfcher Nation | beide Fedder vnd
Fewer | Wil Fedder nicht helffen | So mus Fewer helffen | Vulcanus mns
^ befle thnn | vnd der Ketzerey ftewem | Denn es ift ia beffer | das
die Lutherifchen hie zeitlich geftraiFt werden | denn dort ewiglich | beffer
mit zeitlichem | dejpi mit ewigem fewer.
Derhalben fol mau Bepfllicher Heiligkeit fnmemen für gnade | barm-
Hertzigkeit vnd danckbarkeit | gegen der Deudfchen wolthaten achten |
AU die nicht gern fihet | das fle in das Hellifch fewer geworden werden
I Denn zeitlich flraffe ift gnad gegen der ewigen ffcraffe | Vnd zeitlich
fewer lefCt fleh lefchen | Aber ewig fewer ift nicht anszulefchen | On
durch Vigilien | Seelmeffen | vn verdienft der Heiligen | Munchskap-
pen etc.
Aach hat 8. Paulus von diefem Mordbrennen Deudfcheslands ver-
kündiget j. Corin. 3 da er fpricht | Wird jemands werck verbrennen | fo
14*
212
wird er gelbrafft werden | Er felbs aber wird feiig werden | Aber doch
durchs fewer | Denn mit fewer kan man viel ketxerey Tertilgen | Ala wenn
man die Ketzer mit Hans vnd Hoff | Weib ynd Kind verbrennet | welchs
ein Opffer ift zum fArfen gemch | Anff das die armen Seelen felig werden.
Anch weil die Lntherifchen fagen | Der Jiknglletag foy fnr der th&r
I ynd er werde mit Fewer offenbart werden (Welchs Bepftliche- Heilig-
keit fampt jrem Qefind | Cardinelen | Bifchonen etc. hie an Rom tu in
Italia fnr ein lauter Fabel halten) So wxl Bep(Uiche Heiligkeit der Deud-
fchen torheit (traffen | vnd jrem Termeinton Jüngftentag ein preludium
machen | vnd fpottet jres Jüngflentags der mit fewer komen fol vnd lefft
Mordbrenner beftellen | auf das die Deudfchen keinen mangel an Fewer
haben au jrem J&ngften tag.
Weil He ia Inft haben zum Fewer des JAngftentags | So wil jnen
BepfUiche Heiligkeit den lüften bäfTen | vnd fewers gnng verfchaffen.
Denn Bepftliche Heiligkeit thuts alles vmbs heften willen | Anff das doch
ein mal die Törichten Deudfchen klug werden | vnd fich wider&mb be*
keren.
Hiemit Qott befohlen. Schreib mir auch | lieber Bruder | welcha
Glaubens du feieft | Hut dich ia bey leib für dem Lntherifchen Qlauben |
anff das du nicht auch den Mordbrennern zu teil werdeCt.
Was ich aber dir von Bepftlicher Heiligkeit gefchrieben habe | ift
noch heimlich | Ich vertrau dirs aber | als meinem lieben Bmder | Be-
halte bey dir vnd las bey leib nicht auskommen | das die Lntherifchen
Ketzer nicht zu wiffen kriegen | Sie möchten fonft der fachen naehden-
cken I das Bepftliche Heiligkeit | mit jren Cardinelen vnd Bifchonen fo
gütlich vnd freundlich nicht meinet | wie He für gibt.
Datum zu Rom | am tag Petri vnd Pauli | Anno
1641.
Die antwort auff die Bpiftel | folget nach dem To Denm Laudamus.
Auf der vordem Seite des vierten Blattes fteht dann
Ein new Te De-
um laudamus | Vom Bapft ^
Paulo dem dritten | Welchs
zu Rom in Lateinifcher
Sprach gefnngen haben |.PasqnilluB
vnd Marforius fein Oefetz vmbs
ander. Yerdeudfcht durch
Bepftlicher Heiligkeit
guten Freund |
Erasmum Albernm.
213
Apocalipn« 18.
Bezalet fle | wie fie euch besalet hat | vnd
macht« jr. zwioeltig | nach jren wcrckeii
Vnd mit welchem Kelch He euch eingc-
Tchenckt hat | fehenckt jr zwiacltigr ein. Wie
viel He fich herrlich gemacht | vnd jrcm
matwillen gehabt hat | So viel fehenckt jr
quäl vnd leid -ein.
Auf der Bäckfeite des vierten Blattes noch einmal die Überfchrifl,
dann folgt daa Gedicht das bis oben auf die Biickfoitö des fechdon geht.
Dtfonter Acht noch folgendes Qebet:
Laft VHS beten.
HERH Gott Himelifcher Vater | Der du durch deinen heiligen GeiA |
deinem lieben Apoftel 8. Paulo verkündiget haffc | das der MenCch der
fluiden vnd das boshafftige Kind des Verderbens fol su feiner seit offen-
baret I vnd nait dem Geilt deines Munds vmbbracht | vS alles jamers anff
Srden ein ende gemacht werden. Wir bitten dich | Du w6Ueffc dein an*
fe£uigen werck wider das Teuffelifch Reich des Widderchrifts | nach
deiner Verheiffung hinaus f&ren | vnd das grewlich Bapftthumb voUend
uftören | Darch vnfem H£REN Jhofum Chriftnm deinen lieben Son vn-
fera HERRN Amen.
Darnach folgt auf 2 Seiten und etlichen Zeilen noch folgendes Stück :
Antwort Conradi Ribaldi | auff feins
Brüdern Petri Ribaldi Sehrifft | an
jn aus Rom gethan.
FVeundlicher lieber Bruder | deine SchriffI hab ich gelefen | vnd kan
mich nicht ^ugfam verwundem | Das du fo kune bifl | vnnd darffit von
deinem Herrn | dem Bapft | folch dinge fcbreiben dergleichen fo lang die
Veit geitanden nie erhört iit. Ich hab wol offt dauon gebort | habs aber
nicht kiknnen gleuben | Bis das du felbs danon fchrcibelt.
So wil ich dir nu wider Antwort geben. Das | von Gottes gnaden |
der Mordbrenner | ehe denn Sie fchaden thun | vil. gefangen vnd ver-
bremiet werden. Die bekennen eben auch das öffentlich | das du mir in
geheim fchreibft. Dasn man hat eine Sehrifft von etlichen Bogen von
der Mordbrenner handelnng vnd bekentnis in Truck laffen ausgehen | Dar-
amb ift die Sach nicht fo heimlich | wie du meinest.
Auch foltu wifTen Das die Dendfchen nicht wol sufriden find | mit
des Bapfts guter meinnng | vS gnediger (traffe | wie du dauon fchreibfL
^ie ^ftehen euch Romaniften auch keins wegs | das He Ketzer feien |
Sondcni beweifeft das widerfpicl mit öffentlicher heiiger Sehrifft | vor-
214
fchen Heb auch | Gott werde bald drein feben | vnd das gantz Bapftamb
in abgrund der Hellen rtoffen | vnd mit ewigem Fe wer verbrennen.
Vnd ftebet wol draufif | Das die vnfeligen Papiften anch hie zeitlich
jre ftraffe empfaben mdcbten | Denn macben He es zu viel mit jrem Mord-
brennen mögen He znfeben | das jnen die fancken nicht vntcr die äugen
ftieben | Denn die Deudfcben FArlten | die zum teil bisher blind gewefen
I Nu aber von dem liecbt des Mordfewers febend vnd wacker werden )
haben kleinen gefallen dran. Derhalben möchts leicht gefchehcn | das
etwa ein newer Herr Georg von Fronsberg gen Rom kome | vnd Bepft-
licbe Heiligkeit | von Deudfcher Nation wegen | die fuffe k&fTete.
Das du aber von dem verlornen Buben Wetzel fchreibft | h6ren wir
gern | das der Bapltefel (für dem fich vor zeiten jderman | auch Keifer f
Konige vnd Fürften f&rchten mußten) doch zu lezt in folche Verachtung
komen ilt | das er nu ein armen elenden Bacchanten | vmb hfilffe wider
die Lutberifchen anruffen mus | Vnd der zuuor gewonet war | gelt von
jderman zunemen | mus nu gelt ausgeben | das fallend Widerchriftnmb
ein kleine zeit vnd Galgen frift | auffzuhalten | Denn feer bald wirds mit
dem Bapftibumb aus fein«
Vnd ich rat dir trewlich | mein lieber bruder | du wolleft dich anffs
fchirft von Rom hinweg machen | Auff das du nicht mit den Gottlofen
verdampt werdet. Thue wie Lot | vnd mache dich dauon | vnd verlas
Sodom vnd Gomorra. H6re was die himelifche ftimme fpricht. Apoc.
XVIII. Gehet aus von jr | mein Yolek | das jr nicht teilhaffhg werdet
jrer funden | auff das jr nicht empfahet etwas von jrer plagen | Denn jre
fnnde reichen bis an den Himel | vn der H£rr gedenckt an jren freuel etc.
Die Papiften m6gen des JAngften tags jmmer hin fpotten vnd lachen |
Aber gewislich wird er nicht lang auffen bleiben | Darümb mach du dich
ans der Rdmifchen Epicurer land | vnd ziehe zu vns | da man das heilig
Enangelium lauter vnd rein prediget | Das wil ich dir aus brüderliche lieb
geraten haben. Hiemit fey Gott befolhen. Datum NAmberg | am tag
Laurentij Anno 1541.
Der Druck gibt im Gediehte fclber immer Marforius, (tatt Mar-
fori US (wie der Name wirklich bei^t), was nur auf dem Titel und in der
Überfchrift fteht. Ich hatte keine Befugnis, die falfche Form eines Na-
mens zu berichtigen. Z. 2 fnnd. Widderchrift. 6 Chriftn-
heit. Im Texte vom ifb das e der zweiten Silbe zu tilgen. Yer-
rheter. 11 Viel. 19 Bofwicht. 24 fund. ehe. 25 zn-
laft Priefterehe. 38 Rot. 39 fund. 45 ghet. 46 da-
für. 51 leitt. 52 1er traweu. 53 Gotts. 54 funden.
215
Daß diefer Pafqnill wirklich Verdontfchong eines lateinirchen i(t
(wie die Angabe auf dem Titel lantet), das fcheint feine Richtigkeit sa
itAben. Johannes Vogt in feiner Abhandlung 'Über Pasqnille, Spottlieder
und Schmähfchriften ans der erften Hälfte des 16 Jhdts' in Ranmcrs
hiftor. Tafchenb. 9. Jahrg. 1838 S. 321—524) führt S. 376 einen Pas-
quill des Titels an ' Pasquilli et Marphorii Hymnus in Paulum Tertinm
Pontificem Maxim, quem alternatim Rom® cecinerunt, factus ad nume-
mm Te Deom laudamus.' Er befindet fich, wie Vogt angibt, als flie-
gendes Blatt im geheimen Archive zu Königsberg. Das wird wol das Ori-
^nal nnferer Verdeutfchung fein«
Der Papft, den diefer Pasquill fo hart angreift, ift Paulus UI
ein Weltkind fo gut wie irgend ein Päpft vor ihm' (Ranke, die römi-
fchen Päpfte 1, ^37). Er war ein Römer von Geburt, Alexander Far-
nefe, wurde 1493 von Alexander VI zum Cardinal erhoben, am 13. Octo^
bcr 1634 nach . Clemens VII Tode zum Papft erwählt und am 3. Nov.
desf. J. gekriSnt. Sein Werk ift das Inquifitionsgericht und die BeftSti-
gmig des Jefuitenordens. Unter ihm wurde auch das tridentinifche Con-
tilimn am 13. Dec. 1646 eröffnet. Er ftarb am 10. Nov. 1549 im zwei
ond achtzigften JLebensjahr. Sein oben Zeile 22 erwähnter unehelicher
Sohn ift Petrus Aloyfius Farnofe, der ihm noch vor feiner Erbe-
bang zom Papfte geboren wurde. Er machte ihn zum Herzoge von
Caftro, Panna und Piacenza, das er zu dem Ende vom Kirchenftaate
getrennt hatte. Diefer Sohn kam 1547 durch eine Verfchwörung ums
Leben.
vm.
Alter Druck o. O. u. J. 4 Bll. in 4. Auf der Titclfeite fleht
Ein Getichte
darin angezeigt wird | Wie
from Hertzog Heinrich
von Braunfchweig |
Vnd wie böfe die
Luterifch on
fein.
Auf der Ruckfeito des 1. Bl. nochmals die Überfchrift, dann bcgtnut
216
(las Gedicht und geht h'ia unten auf die vordere Seite des letsten Blattes
Auf der Rückfeite deafolben ftebt
Hertzog Henricb von
Braunfehweig.
Neuwe MAntze fcblag ich
Die Eaften vol hab ich
All Eigenwillifch widder mich
Hertzog Heinrich bleib ich.
CONTRARIUM.
Newe TAcke brauch ich
Nichts Erhlichs handel ich
Drumb all Euangelifch widder mich.
Ein Schelm vnd B6fswicht bleib ich.
Der Druck gibt Z. 4 One. 5 Das. 7 fleifig. 9 Das n.
fo immer. haben. 16 allzeit. 28 weis. befcheit Hc.
41 jhe, und fo 42. 43 LaTfe es dirs. 45 lies vom im
Texte Gedenk. 46 b(»fslich. 50 argelift. 54 Widder.
65 und fehlt. 67 wortn der Dr. und fo vom zu lefen ftatt
Worten. 77 meldt. 78 furheldet. 86 waldon. 87 Bis.
89 mus. 90 fiebn. 91 fus. 96 puchen. 101 die-
fen vntrewen. 103 fachen nicht. 122 lies vom uns ftets
erhitzen. 132 fried. 147 follen. • 157 ghorfam, und fo
vom im Texte zu lefen. 164 wir für gott dir. 167 gefche fic.
Zeile 20 lantwer ift befeftigte Gränzmark, wie ftatwer Befefti-
gung der SUdt. 68 im felbft Xlch felbft. 116 fchweben fchwS-
tzen? wie foult fchwebeln, fchwafeln. 119 dweil die weil. 142
itslich, ietslich, fonft auch ietlich, ieslich jeder. 151 im
d. i. dem Papfte. 154 caphun Kapaun. Das feifte Kaphuhn hier
wol Hnnbildlich fiir eine fette Pfründe.
Die Reime fal (: ftall) 75 fdr hochd. fol, anzeigt : anregt 127,
föIlen : brüllen 147, tobens : glaubens 165 (alfo (treng anzogt,
brüllen, gl oben») zeigen den EinfluO des nioderdeutfchen Idioms.
Die Heimat des Gedichtes, wie es auch fehon aus dem Gegenftande des-
folben hervorgeht, ift Niederdeutfchland, vielleicht Wittenberg felbft.
Unre^ine Reime ßnd weiter legen : befehden 29, ere : höhe 65,
reden : fchweben 115, not : wort 137. Der Versbau beruht mit ge-
Hftgen Ausnahmen auf SilbonzShlung.
\
217
IX.
Alter Dniek ohne Ort vom Jahre 1542, 2 Bo^n (8 B11.) ia 4.
Auf der UteUeite fteht
Ein lÜftiif gefprech der
Tenffel rnä etlicber
Kriegslente | Von der flacht
des groffcn Scharrhan-
Ten H. Heinrichs von
Branufchweig.
Anno M. D. XLII.
Auf der Rückfeite des erflen Blattes beginnt der Dialog und geht his
nr Mitte der letsten Seite.
Der alte Druck gibt Zeile 8 newe. 4 vS. 6 Peren. 9
▼berhand. Vom im Texte lies überhant Hir über hant. 12
gros. 15 gegrieffen. 19 lies vom safamen, nicht snfam-
men. 20 Inn. 21 gähn. 23 fetse Yom nach verachten ein
Komma. 26 verdrenft. feer. maffen. 27 laffen.
28 lies ir Tom, nicht ihr. jr getrewen. 29 wiffen nicht
beffer Bottfchafft. 81 ehrlich. 32 gras. 33 viel.
84 diefe mehre. 35 Das. 38 getrewer reiche genoffen.
89 gifft. ftoffen. 42 verlas. 48 vnfere. 53 ewrm.
63 geli6ren. 67 BAehffen. 69 lies Er hat im Texte,
gebftft 72 Sted. 77 lies vom im Texte mitverwanten.
SSBoltslin. 87 im fUffen. 91 Kerbei. 97 mas. 98
▼leis noch mAhe. 100 HAlff. 106 lies vom fürft mit kleinem
Anfragsbaeh/taben. 211 erts Baben ftftck. 150 Landskneht
fic. 131 Tns fragen newe mehr. 134 Pox, and fo lies vom
Ar Pos. beer. 140 be6ere vom kriegsmann in krieges-
man. wsn beide Haie. 145 lies vom dramb fdr daramb.
U6 entronnen : wannen. 149 jn mAft. 154 Hette er.
156 den fchos gut. 158 es f ftmer pots. 168 gähn : ftan.
165 naher. 169 fcheweft 170 Lawr. 171 flax.
173 gähn. 174 fernis. 179 lies vom im Texte oder wer ich
bin fSr o. wo i. b. 188 fchew. 194 nim, and fo vom im Texte
fonimm. 202 gefand. 206 gefongen Hc. 218 Lente
blieben. 221 Röslein. 225 verdries. 229 Bit ßc.
W rehten fic. 240 alle fic. 245 geftikrtzt. 252 ge-
grieffen. 256 gefehinnen. 265 mas. 266 mas vnter-
Sfthn. 270 find. 272 vertrawet : gebawet. 277 het fic.
284 vnrahe. 288 jmer jemand d. folt jrren. 291 newes.
218
292 lawcrn. 298 fant anten. 298 Bunds Irerrn. 303
hulff. 306 gefchiefft 308 lies vom im Texte toufels würm.
driimb. 333 lies vom folt für Tölt. 33G das er der He.
341 wunderlich. 354 ausftan. 35G Peul. 359 Dia.
362 manchem ein pract. 363 lies im Texte gleaben für glau-
ben. 370 mi\he. 378 vnruigen. Hinter Z. 378, alfo nach
den Worten Piatos ift durch ein arges Ycrfehen ohne meine Schuld die
Rede des Belial weggela^en worden. Sie lautet:
Belial
Pluto, dein rat gefellet uns allen wol.
Sint ich mein bedenken dazu Tagen fol,
Weil fich alle papiften und nnfere anhenger izunt bücken.
Keiner wil fich laßen erfur lucken,
Daß wir auch lauern und fehen zu,
Wie man den fachen weislicher thu:
Denn unfers herzogen anfchleg fint znriOen,
Er hat fich in feiner klngkeit befchmißen.
£r mag fich die papiften widerumb außwufchen lan,
Oder wil er bei uns ein wannen bad han,
So wollen wirs im mit vlexß bereiten
Und ein cardinals mantel darüber breiten,
Daß er mag baden und banketieren auß:
Zu Wolfenbeutel ift er izt nicht mer zu haus.
Nun folgen die Worte des kleinen Teufels und dann der Befchluß.
Z. 378 vertrawet : gebawet. 391 gähn : ftan. 402 wehren.
404 Ihre grawfame. entnommen.
Zeile 7 bremmcn, ahd. primman, mhd» brimmen, nhd. brum-
men ragire. Röther 1651 ienir der dft gebunden lach, der begunde
bremin alfe ein berc, die ketenin die zobrach er. Herbort 2990
fwenne im Hn zorn ane quam, als ein grimmer her er bram, fo enkonde
fiuen willen nieman geftillen. 17 wil fehler gar untergehen wird
bald ganz untergehen. 18 gefchwtirm Schwärm, Qewimmel. 31 Be-
handelt ihn nobel, wie es feinem Stande geziemt. 35 ungefel- Un-
fall, Unglück. 40 die vinanz ift Wucherei, Kniff in Goldgefchliften,
dann überhaupt Kniff. Schmellers bair. Wörterb. 1, 5.34. 41 zu-
fchanzen einem etwas einem etwas in die Hände fpielen; die fchanz,
fchanze (la chance) ift Wurf mit Würfeln, Glücksfall, Vorteil, Schmeller
3, 374. 42 backe? haken heißt fchlagen bef. den getrockneten
Flachs vorm Schwingen, auch vom Klopfen der Gerfte. Grimms Wörterb.
f. V. 1, 1080. baakfcn fchlagen Bremifch - niederfiiclis. Wörterb.
1, 42. Der Sinn im Gcgenfatzc zu 'fich dmuf verlaßcu fcheint hier die
219
Bedeutung 'sagen' zn verlangen. Vielleicht gehört es sn bAgon laut
fchreien, bef. Ton Kindern die nngestüm weinen, der bAg Zorn, ynrdniß
Schmeller 1, 167 fg. Mhd. bAge biee gebAgen nnd fpäter meist
fchwach bAgete. Beneeke- Müller 1, 78. Ahd. bAgan und pAgan
contendere, objnrgare neben bAgdn. Graffs ahd. Sprachfehatz 3, 22 fg.
U eher früher. einem hier als nnbeftimmtes Pronomen: irgend
einem, jemandem, dem nnd jenem. 45 nnfern Jüngern Dat. Singul.
föranfermjünger, wie ans im des folgenden Yerf es erhellt. 50 grnnt
GenitxT mit fehlendem Flexionszeichen. 51 auGbnnt ein der altem
Sprache mangelndes Wort, wofür diefe überbnnt gebrancht, das-
felbe was fchanfalt, das vordere nach außen aufgefaltete Ende eines
Stuckes Tuch, das immer das hefte zn fein pflegt nnd zuletzt verkauft
wird, dann überhaupt fpecimen, Muster. Benecke-Müller 1, 135 Grimms
Worterb. 1, 840 fg. 57 Das würo Undank und ein Leid, Betrübnis,
for feine Machthaber, d. find die Teufel und die Machthaber die in der
Teufel Gewalt find. 67 mit der filbern büchfen fchießen Geld
?eben. 69 gebuft wol für geputzt: er hat feinen Stall damit gerei-
nigt, d. i. feine Angelegenheiten fauber gemacht, fich aufgeholfen.
^ die fchanz feiet das Glück fehlt. 87 flöOen Floß treiben?
oder was fonft niederdeutfch vlojen ift, hell, vlocijen, fließen, im Über-
fioS da fein? 91 kerwei Kirchweihe, Kirmfe. 93 d. i. He werden
ihn zum Narren machen. 104 zwar in Wahrheit. bereit bereits.
111 Etliche fkellen ßch. 123 geheien plagen, Schmerz bereiten.
Schmeller 2, 132 Flochia (Weim. Jahrbuch 2, 438) Zeile 37 Vulnera
que fchmerzunt, Augos Nafosque geheiunt 128 neu zelten neue
Zeitungen d. i. Neuigkeiten. 135 freidig übermütig, trotzig.
136 hab. Daä ahd. gab aha habitns, fubftantia (Graff 4, 738) etwa in
der Bedtg. Mafse? Wol kaum. Es muß hier Seh aar bedeuten. In der
Schweiz nennt man Kühhab, Rofshab etc. eine Heerde von Kühen, Pferden.
V^l. Btalders fchweiz. Idiot. 2, 7. 140 wann her d. i. wannen her,
woher. 151 noch eins fo feft noch einmal fo feft. 159 der po-
▼el das Volk, gemeine Volk. 1G8 hau hin lauf hin. 170 der laur,
IsQer fchlauer hinterliftiger Menfch. Schmeller 2, 488. 195 ich thar
ieh wage. Was du thnft, das wage auch ich zu thun. 199 ftal-
brader confors, Kamerade; ahd. ftallo, giftall o; ndtgillallo Kampf-
genoße. 201 amafaten Gefandte. 229 on alles gever ganz ohne
Betrag, in Wahrheit. 244 hörzen kann nur das verhochdeutfchte
^QTten fein, (toßen, Brem. Würterb. 2, 675 niederl. horten Kilian
3öO, engl, to hurte, franz. heurter, ital. urtare. 273 im fich.
^ gefchieft böswillig, hohnifch; vgl. fchifüg Brem. Wörtcrb. 4, 651.
309 das gefchmeiß Excrcmcnt, Brut.
220
Der VerfaOer diefes Gefprachs ift muht bckKnnt, jedcsfAlls war er
ein Niederdeutfcher. Der Yersban ift wild, die Reime sind lilioBg un-
genau. ,
X.
Alter Druck 8 Bll. in 4 ohne Ort und Jahr. Auf der Titilfoite von
breitem fchönem Holzrcbnittramon elugefchloßen ftoht
Bokcntnus
vnd clag hertzog Hein-
richen von Braunschwcigs
des Jungern aller feiner hen-
del, vnd wie er feine fachen
hinfort anzuftellen
godencket.
Iniufte egi et iniquitatem feci.
Die RQckfeite des erften Blattes ift leer. Auf der vordem Seite
des zweiten fleht mit großen Lettern die Anrede an den Lefer
ES kan fich ein yeder erinnern wol etc.
Auf der Rückfeite beginnt oben das Gedicht und geht bis auf dio
Rückfeite des fiebentcn Blattes. Das letzte achte ift leer. Die Seite
hat 30 Zeilen.
Der Druck gibt Zeile 1 gros. 2 das. noch. 3 Dornach.
4 vleis. fe bcfliffen. 6 Darffs. gewiffen. 7 newe,
viel: ziel. 9 Mordtbrandt. 10 yn. weldt. 11 Do-
rumb. 12 jhneu. 13 jmmer. fchandt. 14 Mus.
Landt 17 domit. 19 genandt: bekandt. 20 weldt.
23 gethan. 24 lohn. 25 Noch. 29 woldt. 32 Viel.
33 fehr. 35 gewaldt. 36 Gott. 41 geringcften.
43 ehr. 49 vortrau wet, und fo vom im Texte zu lefen. 50 fchir.
51 obliggen. 53 beueel hatt. 54 fchatt 57 domit.
60 Hett 61 getrieben: vorblieben. 63 fchuldi.
68 ehrlich. 70 Wan. 73 radt. 77 fpiel. 79 gewoldt.
80 Gott. 82 Dordnrch. 84 hett. 86 bofsheit hett.
87 vorblieben. Vom im Texte lies vorbliben. 88 diefer.
* 91 geratton. 92 thathen. 94 wieder. 95 güdtlichs.
99 fpiel. 101 fpicl: viel. 103 trew vnd ehr: mehr.
221
105 Tiel. 108 darnidder. 111 wioder. 112 jhnen.
118 liegen. 124 jbn. 126 fpiel. nick fic. 131 ge-
trieben: vorbliebeti. 149 getrieben. 152 Tmb fonft.
153 fiegel. 154 ybermadt. 155 ftedten. 164 gefchrieben.
169 ynD. 170 DarAmb. Vom im Texte lies Darümb.
172 Tortranwen, und fo vorn im Texte zu lefen. 173 Bett.
179 viel doran. 180 liegen. 191 liegen. 193 viel.
199 fcbandt: handt. 201 vorhaft. 205 jhrer. 207 trawt.
209 heldt: gezeltd. 211 ytsnndt Lies vom isunt.
211 werdt: erdt 215 Bett vnd getrewen dobinden blieben.
222 ehr. 224 frawen Batt 227 Dan. 229 nodt.
diefer. 236 jbren. rhae. 239 wiltpan. 242 ehr.
243 lohn. 249 kondt. baldt. 252 fahr. 255 fcbandt:
handt. 258 vntrew. 266 jhr. 269 mehrer.
270 nieden. 275 dohin. 279 vnrnhe. 284 nodt.
285 diefem. 289 gndt. 293 Nacbtbarn. 294 that Hc.
298 ydermann. Vom im Texte lies idermann. 301 do.
Zeile 45 er eher, ehe. 53 bevel Befehl. 61 reidlein Bild-
lein. 70 man thar es geziemt fich, man darf. 80 vgl. IX. 318 fg.
100 were ich d. i. werde ich. 104 es deffen. 114 am
ferften am fchmerzlichften. 124 Man erwartet ein erlichen man;
aber liier nicht abhängig: man darf ihn nicht 'ehrlicher Mann' nennen.
137 fgg. Über die befondera Bezüge wird fpftter gehandelt.
144 ich vorlies ich verliere. 158 am ferften f. 114.
170 ich krau ich kratze. 184 fein nun es find nun. 197 wäre
et nnn fach da8 es verloren wenn es verloren worden wäre. Diefe
£infchiebung von fach auch fönst, z. B. im Tenerdank: ift fach daG
ir das tler feit 81, 4. ift fach daß du darin fleißig bift 36, 25. ift
(ach, da6 ich das neur erfich 61, 29. ift fach daß der held Hunnen
thot 78, 24. lA es dann fach daß fie wellen meinen volk fein zu ge-
waltig 93, 26. ift es fach daß ir nit fein werdet dabei 94, 18. ift nn
lach daß ir fi gewert 95, 44. ift fach daß ich folchs wenden kan 96, 208.
Ferner im Ambraf. Liederb. 70, 3 ifts fach daß ich dich nemen wil
n. f. w. 214 Daran kann ich mich jetzt nicht mehr vollftändig er-
ianera. 228 bereit bereits. 244 don thnn. 270 niden unten..
273 will er mir einräumen. 281 vorheifchen verheißen.
Der nnbekannte Verfaßer diefes Stuckes, das im Jahre 1542 ge-
dichtet fein mnß, war ein Niederdeutfcher, das zeigen der Verabau und
Doch mehr die fprachlichen Formen. Niederdeutfeh find außerhalb des
Beines die Vorfetzfilbe vor für ver und zu für ze oder zer, ich
_222_
brong (bringe) 2^0, verheifchen (verbeißen) 201, reidlein (RSd-
lein) 61, ich were (werde) 100, im Reime vor allen den (tknn): Ion
244 und vielleicht noch worden : verloren 193" wo worcn zu fpre-
chen ift wie oben were flir werde.
XI.
Alter Druck 4 Bll. in 4. Auf der Titelfeite fteht
WarhÄftigpe Zeitung wie
der Churfürft zu Sachfen etc. vnd
Lantdgraff zu Hoffen etc.
Das fchloß Wolffenbüttel
erobert haben.
1245.
Darunter ein Holzfchnitt (Wappen). Die Rückfeite des 1. Bl. iffc
leer. Auf dem 2. Bl. oben ftelit
Bruder Yeyts Landtsknechts im
Leger Vor Wolffenbüttel |
Trewliche Warnung.
Dann folgt das Gedicht, das zwei Blätter einnimmt, am Schluße ftelit
BrSdor Veyt.
Das letzte vierte Blatt ift unbedruckt.
Der Druck gibt Zeile 3 prejQ.' 6 von fehlt. 7 Wolffen-
püttel. 14 Das. 15 gewuft. 16 ward die. 17 kummen:
vnternumen. 21 niemandt. 22 vntrew. 23 bewift.
25 Brawnfcbweyg. 29 jme. gefchnittjen: vermiten.
31 gan: lohn. 34. weytter. 36 ehrliebender. 37 getrie-
ben : blieben. 39 p&cher. 51 dem vntrewen. 52 wahn.
53 yeder. 59 wird fehlt 60 friede vnd ruhe. 70 Mo-
res. 73 ghen. 75 trewer. 70 ehrl. 77 hawen : gra-
wen. 81 verleye.
Zeile 11 Das fchwere Gefchütz. 18 unternumen weggenommen
fo daß er es nicht thun konnte. 42 falfe Sauce (faulfe) vgl. fal-
feerken fanciSre Brem. Wörterb. 584. rauten kraut Anfpielung auf
den Rautenkranz im (ächnfchcn Wappen, wie in der folg. Zeile unter
223
wciOer fchelm* das weifle Koss des bronnrcliweiginshen Wappens ge-
meint ift. 52 on allen wan (Gegenfata von n&ch wAne aufGerathe-
wol) mit Sicherheit, mit Befümmtheit. 54 in far in Gefahr.
59 iemanta unorganifch für iemaut jemand. Cl goHude hier
nicht fowol Dienftmannfchaft oder Dienerfchaft, fondem Geno^cnfchaft,
Gefährten: feine WaffengcfUhrten , die Landsknechte, find gemeint.
68 inen ihn. 75 treuer meinang adverbialer Genitiv, in treuer
Meinung. 77 hin hauen hin eilen, hin laufen.
Der Verfajßer diefes Stückes nennt Hch Bruder Veit, feines Zei-
chens Landsknecht. Es iffc ein rohes Product in Anlage, Sprache,
Versbau und Eeim und mehr veriificierte Zeitung als ein felbftilndiges
Stück PoeHe. Der Yerfaßer war wol fchwcrlich ein Niederdeutfcher,
wenigfiens gibt ihn keine fprachliche Form als folchen ku erkennen;
auch sweifle ich daß das fliegende Blatt in Niederdeutfchland gedruckt ift.
xn.
Alter Druck, 3 Bogen (12 Bll.) in 4. Auf der Titclfcite fteht
Warhafftige
Contrafactur Hertzog Hein-
richs des Jüngern von Braunfchwig |
vnd feiner Gefellfchaft.
Kenft odder haft nie gfehen jhn
Vnd nie von jhm gehört furhin
Du lemß jhn wol kennen hierin
Vorwar ich dir darf&r gut bin.
Die Rtickfeite des 1. Blattes iXI leer. Auf dem 2. Blatte oben fteht
der Titel nochmals, dann beginnt das Gedicht, das bis gegen Mitte der
Riickfeite des letzten Blattes geht.
Der alte Druck gibt Zeile 3 Herrn. 5 viel mehr. 15 wid-
derfpil. Dan. 23 widder. 30 trautte. 45 Teuffei ge-
red« 48 hewer n. new. 54 wehren. 56 Erfrewen.
töverbliebu. 59 radt. 62 odder quad. 65 unfletign
224
vom im Texte zu lefeu, wie auch der Druck gibt. 72 quad.
77 diefos. 82 gewachsen, nud fo im Texte sn lefen. 84 ge-
than. 86 one y<ym zu lefen wie auch d. a. Dr. gibt. 97 Nar.
68 V er war. Wäre yielleicht nicht in vorwar au Xndem gewefen.
99 dis. 102 vertrawen. 104 diefer. 106 Web.
feelen. 109 Diefe, und fo immer. 112 F&rften. 114 wehr.
117 Himel. 122 hatts. 130 noch. 132 baw.
141 gutte. 144 plan. 161 odder. 170 welchs, und fo vom
im Texte zu lefen. 186 rewen. 187 Hey ynd R. 188 gütter.
197 Bedte h. gewislich. 200 Vngefehrlich. 203 versey.
204 mas. 208 Schaw. 210 hat 216 Sol fic.
221 alles g. hat 222 odder. tod. 233 Wehn. dAneken
das jhr. 239 p raus. 240 Himll einnemmeu. 241 wehren.
242 newe lahr. 246 haben. 248 Wehr. 269 Drewet
261 Worwar. 270 gutte. 271 wun. 272 widder.
273 befcheid. 274 tod. 276 fchlefft 283 verftoffen.
284 leid. 289 fchir. 297 zir. 299 werd. 302 odder.
303 bir. 304 fchir. 321 kurtzumb: fummarumb.
340 werd. 349 widder find. 363 fg. dan. 362 Auskörnen.
366 gutte. 378 Ottergzicht 381 gefchicht 383 lies
nie für nit 403 folchs heuere vom im Texte für folch.
409 fchir. 419 tode Khu. 426 wehr. 432 Redefte.
434 Widder. 441 Drftckts. 468 ehe i. verges. 466 gbris.
481 Sathan. 494 trewe. 499 wahn. 602 furm lies
för furn. 606 lies mit dem alten Drucke fagn. 214 ehrlicher.
617 wahr. 618 fchir. 626 lahr. 680 fchir.
634 duppelt 638 für wer vom im Texte lies wenn, wie auch
d. Dr. gibt 640 fchier Hc. 643 trdften. zihr.
646 ewerm radt 648 quad. 662 wahr.' 663 Schad.
666 quad. 662 jhener 671 drücken. 682 widder.
686 lies vom fchelmifchn mit d. a. Dr. 601 bed6chft fic.
604 Gefcholden. 618 Wift 620 zwifchen dem und eure
fetze er. 623 auffrift 627 herwidder. 637 Dis.
640 ehr : Lehr. 642 Widder. mehr. 644 beer. 648 ge-
bracht 660 darwidder. 662 ehr. 663 gefchenkt
664 hengen nan. 662 wahn. 663 Hengker, und fo 668.
669 bard. 670 Widderumb. 677 Ehe.
Zeile 3 thar fich getraut 16 das widerfpil daa GegenteiL
26 feilen d. i. fei eu fehlen. So 609. 637. Brem. niederf.
Wörterb. 1, 367. Reineke Vos 6886 it veilt nicht, gy vindet dAr fpjfe.
38 zwar d. i. ze wAre in Wahrheit 66 überhaben über-
225
hoben. 62 Da bös und quftt gleiohbedeatend find, fo bezeichnet
du Bindewert oder luer nicht den Gegenfatz, fondera CtehX hier nnr in
einfach anreihender Bedeutung. G3 finftu für findftu mit Ausfall
des d, wie 152 du binft für du bindft. 64 mit waffer weis
formit welcher weis nach Analogie des letzteren unorganifch gebil-
det aus mit was weife, wo weife der vom neutralen was abhängige
Genitiv ifl. 81 zwar in Wahrheit, in der That, und fo öfter.
102 fetzen thar zu fetzen wagt 105 engein Genitiv abhängig
ron fchar, teufeis von engein: fei aus der Schaar der Engel des
Teufels. 112 baB Adverb, befler. 124 leicht in der Bedtg. von
Tilleicht. 127 preis iemandes haben Euhm über ihn haben
d. i. Siegesruhm, alfo ein Sieger fein. 130 feim feinem. gar
gänzlich« 133 wu wo. nur nur; die Form ift hier wie 398 und
407 durch den Beim gehalten. Früher niur aus newaere, ahd. ni
wiri es wäre denn, au^er. 138 fal niederdeutfch für fol. 142 es
reint es regnet. 151 ein d.i. einen nemlich ft ecken. 177 nein
hinein. 190 iderm wie 442. 444 Accuf. idern. 192 trauu; in der
alten Sprache in trinwen, entriu wen in Wahrheit, dann blos triuwen
tri wen, nind. trftwen, truwen, snf. gez. trün und daraus neuhd.
traun. 200 ich thar hier (mit Vermifohung und Übergang der Be-
deatong von turren nach dürfen) ich darf, habe die Erlaubnis.
206 nein wie 177 hinein. über fiel) in die Höhe, wie hinder
Heb zurück, rückwlrts. 224 feuberlieh fchön. 241 wereu
thar zu wehren wagt, hier wieder thar in der eigentl. Bedeutung.
242 lar Lehre. 245 an uns bei uns. 248 wer dann daD got
Dicht haben wold es wttre denn daß es Gott nicht haben wollte.
286 zu fnr zuvor, wie 401 und 410 zufür. 293 ie jemals.
299 ir wert ir werdet. 303 die Orten die Zeche. Vgl. Schmellers
luLir. Wörterb. 1, 114. 304 du leift du liegft. 319 drümlein
Stackchen; da) drum in der alten Sprache ift EndftUck, dann Ende,
Grenze. 335 fär dir d. i. vor dir caufal. 338 eines dinges
dank haben wofür belohnt werden. So auch in der alten Sprache
>• B. Iwein 2138 fag ün, er h&ts iemer *danc, und da} e; im lange
namt, ob er morgen wider kumt. 375 icht, mhd. iht, ahd. eowiht,
iowiht eigtl. PronominalfublUntivum irgend ein Ding, etwas; mit icht
^a. Gegenfatz nicht, aus ni eowiht, ni iowiht, niowiht, neo-
»iht, nicht. 380 h-eimifch hamifch. Vgl: Schmeller 2, 194 f. v.
^^Aioufch: mit haimifchen kupplerifchen Griffen einem ein Buch de-
^cieren. So auch Z. 385. 436 thar. Die Bedeutung fchwankt hier
<*irchen wagt und darf. 443 wies wie das. 445 fchenderei
TeninglSoipfende Luge. 450 galge Galgendieb, Schurke. Brem.
^<>rterb. f. v. S. 478. 463 uberfchut überfchüttet. 464 pil-
15
226
gram Pilgrim. 479 femptlich nnd Tpnderlich Samt und fonders.
633 fg. Ewir zweimal. 548 qnat fchlecht, böfe. 661 dra.t
fchnell. 601 bedüchft fiir bedöchteft niederd. für bedäcbteft.
614 Gott dor Herr der ift der Mrkfte. 624 da leift du liegft.
668 an zweifl d. i. An a. ohne Zweifel.
xm.
Alter Dmck vom Jabre 1542. 7 Bogen in 4. Titel auf der crften
Seite
Drey Newe vnd
Iftftige Qefprecbe.
WiederWolffl fo etwan | doch
nicht lang | ein menfch | Heintz
Wolffenbiittel genant I jnn ab-
grund der Hellen vor*
dampt fey.
Rheimweis | Ans dem Latein
jnns Dendfch geben*'
Ffalm IX.
Die Qottlofen snr Helle werden hingericht |
Sampt alln die Qott des HBBRN achten nicht.
Anno Domini |
1648.
Die Rückfeite des erften Blattes ift leer. Anf dem folgenden oben
beginnt das erfte Gefpräch. Mit dem letzten Blatte des zweiten Bogens
beginnt das zweite, das dritte anf der Rfiekfeite vom erften Blatte des
f&nften Bogens. Auf der vordem Seite des letzten Blattes Aehen noch
Erklärungen yon Furie, HenlfUs, Charon, Pluto und Minos.
Darunter fleht
Anno Domini 1642.
Den VI. Januarij.
Die Rtickfeite des letzten Blattes ift leer.
Der Druck gibt im ersten GefpiÄch Zeile 2das. 4het
5 geferd. 7 gfchen. 10 keiner. 11 das und fo weiter.
12 gefcheh. 14 fehr. 17 worden zu theil.
20 fteiffer. auff dis m. 26 newlich. 26 Spaciren h. z.
227
RealflüB d. 27 ward ▼. Seeles. 29 gros. widder.
}1 Jnn. 36 Fehrmann. 37 Fehrgelt. 89 Chan.
41 mahnt fie vheft. 42 wardt. 43 Drewt jhn. 45 ge-
lirt: ftaffirt. 48 ang^en. 50 vorglafftrt. 64 gehörten.
55 Aber. 60 rordros. 62 gewalt. 63 widderfar : far.
64 hilf. 67 ftels. geben. lohn. 68 gethan.
69 geweft. 72 Ttehen. 78 mehr. 89 hieng: gieng
Jc. 93 etxlich. 95 auffgefaren. 97 fewer. 08 ver*
«iorben fein Chan. 100 Das Schiff. 105 küneter Tonit
I^kfSehler für künetler. 110 lufammen traffn. 112 angen.
118rh4mlioh frewt. 126 ne wen. 136 heb. 137 Wid
^eift. 189 genant 142 vnehr. 149 grinsten Re,
132 eben. 169 gehaltn. 166 ehrlichen. 169 Jungfraw-
l^in. 171 frawen Zimer. 176 Jnngfraw geftorben.
1S3 woldn. Brandt : Landt 189 gemacht. 194 Heer.
195 Widder. 201 niohs Tic. 212 Badt 221 sn gefar
'v in gef. zu lefen, wie auch der Druck hat 228 gefint fic.
^ Zir. 263 für. 257 bint Hc. 160 negften. 269 Ter-
lew. 980 pflegen ( : wegn). 281 m. leib. 283 jhemalp.
286 Plntone. 287 beiftant 290 alles. 292 an steter
ftri; und Co vom den Druckfehler an beBem. 301 beer.
318 hild. 322 gefallns. 624 gfaln.
Im andern Oefprieh gibt der Dniek Zeile 6 feint t feimt fic.
^ geirt 11c. 39 Eydt : meidt 41 Gerechtigkeit
^Snent fic 44 Gerechtigkeit 45 Jhe. 62 mns.
(^Theft 72 eim I der. 73 mühe | ewr. 85 jhe vud
jb«. 91 Brandt : Landt 93 Bhom. 96 trewlofn.
^1 Tortrawt : gebawt 100 Bheis. 102 gemAht
lOSrerfneht 105 ewrent 106 brauchen. ^ 119 Hirsn
122 gewilligt han. 125 rorftandt 127 gwendt
Kndt 135 las. 138 fehreiht 140 Ahl. 161 war.
^^« gemeldet 163 glibt : geibt 156 hirbey.
1^1 Stand« : ermandt 171 niehs rngeftrafft 176 m&gen
177 hirua». 180 todt 182 freihet 183 gefeit
1^ Truts auch. 187 fchenht 189 allmechtigen.
1^ feinen henden hat 199 Aw. 213 gethftmmel. ge-
^nr He. 214 gefchnnr. 235 fagn. 241 beftelt fie.
^2 Dergleichen nie gebort 261 wider. 266 hat
^ tiffft 266 nach hell ein Komma zn fetaen yom im Texte.
^^ befehlich. 273 getribn : jbn. 277 vnfer feint
^ ^rftmb. 288 Gfetat 292 hat 298 hirbej. 301 der
15*
228
Druck gibt Pliitoni; befier JQdoch wol im Toxte vorn Plntonia zu
fchreiben. 311 Oder. 814 feer. 310 gefcbehn. 332 oii
als gefehr. 333 Etzlich. 334 birgogn. 343 wie jn
etBlich. 347 gfaln Hc. Söl'disfals iie. 365 ander der
Dmck, und fo den Febler.in Texte vom zn beßem. 367 birvan.
377 webr. 373 bilt. 384 gefcbeb. 386 mdcbt, und
danach vom im Texte möcbt für mocbt zu boßern. 394 bat.
405 gefcbeben. 490 acbftu He. 428 rburo. 429 zween.
439 etzliche. 441 erbalden d. Dr. was aucb in Text hatte kön-
nen oafgenommen werden. roeer. 444 gerne 8. 445 Der alte
Druck hat hier Heroules für Acbilies und Zeile 450 Achilles.
458 bebent fic. 468 Ameris He. 471 regiert ; fpolirt«
480 meer. 493 roeer : wer. 501 mehr : ehr. 502 freiden.
508 jtzgr. 515 hellt. 517 gbit. 517 Ottergzicht.
520 rtan. 524 laufft. 528 Hart fio. 530 yber.
532 Bheten. 533 Gericht 534 HUn. 538 vheft
547 aber. 551 hirmit. 556 will«
Im dritten Gefpräch gibt der Druck Zeile 1 Halseirfn.
7 puchn. 9 Gebets. 14 geweft. 16 hanffen. 24 Anff-
rhnr. 26 yngewönlicb. 28 geringen. 35 bebent : nent
Hc. 41 Himel. 80 gfurt. 88 ehe. 99 gth&ntel.
102 halt fic. 108 Radamanthes. 113 angezAndt.
114 Breng d. a. Dr. und vom im Texte anch m lefen. widder.
115 drengen d. Dr. und fo vom im Texte für dringen zn befiem.
118 können d. Dr. 123 Gerichtsknecht. ansgrchriben.
125 gftrenfter. 127 fchrey. 130 hirbey. 139 Kircken-
reuber : Weibr, 142 jhrm. 148 hirbey. 171 frennt-
fchafft fic. 174 drewet. 179 trewen Rheten. 182 brin-
gen. 187 zic. 189 gewAndfcht 191 ehr. 193 gwflndfcht.
194 gefambter. 198 widder. 199 Laar. 203 herligkeit
vorn in lefen für den Druckfehler h artig ke it. 21 9 lies von
glück fUr gluck mit dem Dmcke. 226 entp fangen. 230 prilnt.
238 Raet. 246 Anffs der Dr. nnd danach vom im Texte
aufs für auf. 252 fchir, und fo 253. 279 hirin. 284 han.
285 mer Oc. 291 halt fic. 293 hirbey und fonft.
306 Deudfch land. 317 foUn. 321 blutiger. 324 rhu.
3.38 nichs fic, 340 Sat fie. 345 hirnebn gebiten.
346 fpUn ( : w611n). 352 wider fic und fo häufig. 891 nee-
ren. . 898 rabwartz. 407 Seer, 408 erhn. 414 Betge-
nos. 415 maer. 426 hab^n. 434 wundfchen meer.
442 iwelffte. 448 Ehebruch. 444 Begriffen. 445 aus-
220
laaffen. 488 fchreihen greslich hah. 510 erftart fie.
518 tu^nt habn. 521 leer. 541 Opffeln. 544 bign.
o48 gheling. 552 aaffgelegt. 568 Entpfaagen. 572 tlff*
rten. 584 Thirn. 585 fi yorn Draekfehler für fie. feindi.
58S dem. 602 wer dn. 608 gefeit 610 gelb vnd
plafs. 612 aenbt. 621 furwar febll im Dmcke: ich habe es
bmxiig«retBt um die augenTcheinliche Lücke an nUlen. 628 dar-
neben : ^egebn. 639 Hnit sert. 640 befebl.
Brkiamngen. Erftes Oefpriloh. Z, 1. ich fchwer ich fchwöre.
4 es lüftet mich macht mir Lufk, Freude, Spaa. 5 on alle«
;ferd für on alles gefmre ohne allen Betrag, in Wahrheit, wahrlich.
Das d ilt unorganifch, vieU«ioht aus dem Femininnm die gey^rde ins
Neatmm hereingekommen. 6 des darüber. 7 feilen, niederdeutsch,
fehlen; dAS feilt mir nicht das iA mir nicht entgangen, das merke
ich wol. 8 gl achte OelScbter. 9 hellwütrin Furie. 10 au
keinr f arl niemals. 14 wo auß? wo hinaus willft du? NSiher be-
idchaet durchs folgende: Was ift der Qrund deines Gelächtera? wes
iaterrogatiyer neutraler Genitiy, worüber, warum, wie Z. 6 demonibrativ
<les. 19 erlüften yergnügen. 20 auf di8 mal diefes Mal.
xwar in der That, ae wftre. 29 fo groß daß (daß's) ein fo großes
daß es. hart, harte Adyerb. Althochd. harto fohr. 82 plüs-
ling plötslich. 84 feim feinem. gefind^ Dienerfchaft.
36 ferman Fährmann. 41 yeft und hart, yerftürktes hart, fehr.
43 in ihnen. 44 ftat Gen. ftades starkes Neutr. Ufer, unfer
Gestade. 46 die grade Subst. was fönst in der ültem Sprache auch
geradikeit, gradikeit heißt, agilitas corporis, elegante Leihesge-
waudtheit. ftaffiert ausgerüftet; hier mit von conftruiert, ge-
wönlich fleht dabei mit. 47 plünfchlicht ift wol das bairifche
plunzet (Schmeller 1, 336) und heißt fchlapp, was zu den hangenden
>Vangen Z. 49 lUmmt. 51 totgel todtengclb. 57 er furwant
er wendete yor. 62 mutt mutete, von muten (mhd. muoten) begehren.
74 daß er fich geh Fluten i an daß er fich erft an Pluto wen-
den wollte, um weitere Instructionen über diefen Ausnahmfall einxu-
Wen. 82 fohier hier nicht in der altem Bedeutung yon gleich,
l>^d, fondem fchon übeigegangen in beinahe. aupraftet (mit niederd.
Vorfetsenibe au für hd. ae) aerberftet. 8U. soeben Mascul. Lunte.
90 das drum Ende. 93 über etslich ftunt nicht *über et"
Uche Stunden', fondem ftunt bezeichnet hier, wie fonft auch in der
&iten Sprache , Zeitpunct im Allgemeinen , alfo hier nur eine Verftärknng
»1 seit 94 halt fo fogleich wenn. bfeit bei Seite. 100 da *s
Schiff (das fchiff d. a. Dr) da wo das Schuf. vormacht d. i.
230
vermacht (mit niederd. VorfetEonibe vor für boohd. ver). 103 der
tuek der Kniffi die Lift. Unfer nenbochd. die Tücke ift aos dem
Plnrale des vorigen onorganiTch zn Stande gekommen. 103 halt wie
fogleioh wie. 106 frei grade sa. 107 ftalt AeUte. 114 fein
tück Plural des Masenlins f. Z. 102, (nicht nnfer Femininnm) feine
Tücken. 116 gar gans, dorchavs. 117 leslich soletst, endlich.
181 wenn denn wamm denn nicht? der nnlaft ein Henfch
der nnloftig, nnfirendigi träge zn einer Sache iil. Hier angewandt weil
Lycaon mit der Sprache nicht gleich herans will. 137 wied d. i.
wie da. 149 grinften d. i. geringften. 162 die tarft (ahd.
diu gatnrft Graff 6, 44S) andacia, gewönlioher fonft tarftekeit.
171 franensimer die abgefonderte Wohnoag die am Hofe von Fürften
und Herren das weibliche Perfonal (Damen nnd Dienerfchaft) inne hat.
Vgl. Schmeller 1, 697 ^. Minos fagt cn Lycaon^ er habe die Dame
ans feinem Franenaimmer gebracht, weil er He vom Hofe weg auf ein
einfames SchloB gethan hatte. 176 ein leich gedieht ein Leichen-
begängnis erdichtet 186 leit ligt 189 feint her d. i. feither.
190 fehler beinahe. 192 im lieh. 197 etwan fonft, vormals.
210 vorfchmeoht d. i. verfohmäht. 212 falfch ift dein
rat du bift unrichtig und fchlecht beraten. 220 weilich mit Weile,
gemächlich. 227 durch eine fehr bofe Dienftleiftung haft du dich
in Wert gefetzt, ironifch. 2S1 fein Qenit. Fron, abhängig von nicht:
ich hatte keins. 239 vor zeih d. i. verzeih. 248 hüb fehlich auf
auf eine feine weltmännifche Art. 249 anziehen beibringen, eitleren,
allegieren. 260 es darf es bedarf, es braucht 259 gürte l meift
ft. Hase, doch mitunter auch wie hier ft. Fem. So auch in der alten
Sprache s. B. im Weinfohwelg
dd huob er 6f unde traue
ein tmnc mit grdjer lle :
der wert uns an die wlle
da| im diu gürte 1 aebraft.
269 Das verzeih vom im Texte ift fiüfch. Der alte Druck gibt ver-
zew d. i. veraeu, alfo Singular des Imperativs verziehen : ich
versiuhe — Imp. Sing, venduh, wir verziehen — Imp. Plur. verziehet
Das mittelhochdeutfche verziuh oder verzinoh wird neuhochd. ver-
zeuch, und vemiederdeutfcht konnte wol v erzen mit Ausfall des h
angehen. Oben reimt Zelle 117 fleucht auf freut Nach Analogie
unferes verzeuh läge t» nahe fleuht : freut anzunehmen. Im dritten
Gefpri&che gibt Z. 612 der a. Dr. er zeuht d. i. er zeucht, er zieht»
während fonft nie h für ch angewendet wird. 277 durch-willn we-
gen. 287 vorblten einen gegu dem Plutoni einen losbitten
beim Pluto; verbiten holt verbidden dcprecari, vgl.
u is verbeden u lijf
231
'.m althoUftnd« Liede .vom Zimnermaim, Antw. Liederb. Nr. 164, Hör.
^r* 11- S. 247. 991 hart felir. SOI ber, d. i. herr. Z. 308
ODA wol nnr heifien *der euch vielen Dank dilür (naml. fBrs Über-
tibreii) fa^en wird.' Kaam kann wol an g^nade in einem andern Sinne
H^l^t werden, da ja yon keinnm Untergebenen gegenfiber dem Vorge-
etsten die Rede ilt 811 bed d. 1. bdde beide. 818 fürs beft
11 d meift fürs belle nnd hochfte; meift hier nielit im jetsigen quan-
titaüren Sinne als SnperiatiT sa viel, fondem im alten Sinne von
srteft, kcBcbft. 898 verkart verkehrte. 828 der InTt Be-
Zierde, MTolgrefallen ftark. Mafe. neben die InTt ft. Fem. 835 wand-
le rfer verASrktes fer; hat dnrehans nicht mit dem Begriffe, den wir
Bit Wunder Terbinden, an than. 888 jenft jenfeit; gleichbedentend
nit jeshalp : beides abfolnte Caftisverbindnngen die den Genitiv re-
peren follten. Hier fteht der Dativ dabei. 860 neue mer neue
H&hr, Kunde. Ifier Plural des Neutrams daf miere; durchaus noch
mcfak cn denken an einen Singular des Femin. die mSre, was wir jetzt
kabea. 354 fein Oenit. jetet feiner, abhSng. von gewar.
Zweites GefprSoh. Zeile 1 es ift swar wie etc. es verhUlt (ich
m der That fo wie du beriehteft. 5 wir feint n. a. eraörnt ge-
weft; wir aas dem folg. Verfe au erg&naen. 10 fg. ein falfcher
I «%u fftrbfindiger gefchickligkett fein felbs eine falfche
Hoi&mng auf ausgesetehnete GefchickUehkeit feiner felblt, verkehrtes
"^tien aof' eigene Kraft. Fftrbfindig ift was auObündig. Ffir-
l»iint, aaSbnnt ift das ttb erbunt der Mtern Sprache (wofttr man
vnth der fe häuf alt fagte) d. h. eigentlich das vordere Ende eines
Sackes Tack, das der Kaufinson nach auOen rar Schau legt oder bindet,
vosn er natüriieh das beOe su nehmen pflegt. < Veiigl. Beneeke-MOUer
1, 185. Grimm WB. 1, 840. 16 voraemen nicht unfer vorneh-
men, fondem vernehmen (niederd. vor für vor): und hätte floh
tticht als einer geseigt der etc. 21 meim meinem. 24 luft ge*
lüftet 26 wir gehan (d. i. gehaben) uns des wol wir befinden
nnd benehmen uns darüber wol, befinden uns gut dabei und wiOen dslÜr
n danken. 'SO er thar er wagt, getraut fieh. 32 daS er fich
^errehn daB er mit Vorbedacht darauf gefehn in der Zuverficht, wir
*vdett es auch fo anffaSen. 40 kuntfohaft mit Belcanntfchelt
^^ VerhUtniB su. keinmeit durchaus nicht, bildlich verstXrkte
^^tion. Schmeller 2, 650 führt aus einem Vocab. von 1618 an 'Meit
^Q«&s, minotim, Brabandca voz, qnartam partem nummi ßgnificans.
^«itle minatnlum, gemmulariis eil fexta et trigesima grani Somani
^^* Mit ein meit nequaqnam.* Hans Sachs fagt
ja wol fie gibt kein meit auf mich,
232
d. h. fie hält gar nichts anf mich. Vgl. nnton Z. 140. 504
46 zeihen befchnldigen , meift mit Accnfatir der Pcrfon und Genitir
der Sache, hier mit doppeltem Accofativ* Vergl. Wack. altd. Lefeb.
2. Ausg. 962, 18. 56 nnge feile Unfall, Ungiack. 64 dar dahin.
65 der hoffnnng abfolnter Genitiv, in der Hoffnung. 67 bevor
am meiften, vor allem. 68 zur Unterdrückung der Ehre und Herrlich-
keit Chrirti. 78 beid — nnd fo wol — als auch. 75 befouder
infonderheit, ganz befonders. 82 hart gnng zur GenUge fehr. •
85 ie und ie immer. . 86 Torwnft verwüflet. 103 vorfficht
verfneht. 119 fg. il% die Confbruction zu bemerken 'er hat mir große
Gefchenke geredet, die ich zu gewärtigen hätte,' wo wir jetzt fagen
würden 'ron großen Gefch. geredet.' 122 ich hon d. i. han ich
habe. 123 die Gewalt der Anhänger Luthers. 128 m ochs tu d. i.
moehtftu konnteffc du. 136 der ift eigen dein qui el\ servus
tai. 140 rümpft d. i.r impft; rimpfen (rampf, gemmpfcn) zu-
fammen ziehen. wint windet. 149 kein meit f. Z. 40.
168 ein und ein ein für allemal. 169 hart fehr. 170 zu fteter
fart beftändig, immerfort. und uns obleit z. ft. f. und der beftSn-
dig auf uns liegt, uns drückt d. h. dem wir untergeben und verpflichtet
Hnd. 176 zu keiner fart niemals. 177 vil lufts; der Genitiv
abhängig von vil. hiervan hiervon. 180 am 1. o. t. im Leben
o. Tv 181 es wil fich nicht leiden es ist aus Innern Gründen
unmöglich. 182 einen eines dinges freien einen von etwas be-
freien, gar gänzlich. 206 als alles. 210 von hin d. i. von
hiuneashinnen von hier 214 wemerleichen kann entweder ein
zum neutralen Subltantiv erhobener Infinitiv fein, das wem., oder an
einem fchwachen Subftantiv gehören, desfen Nominativ wemerleich
oder wemerleiche heißen müfte. Im erileren Falle würde es aus
wemer und leiehen znfammen gefetzt fein. Leichen heißt fpielen,
wemer würde wol wd mir fein: es hieße alfo das ganze *Weh mir
(j>ielen.' So vermutet auch Schmeller 4, 75 die Redensart bei Hans
Sachs den wemmerwd fingen fchiene aus wd mir wd erwachfen.
Diefe erftere Erklärung ift die wahrfcheinlichfte. Im andern Falle müfte
man wemer ebenfo wie bereits gefagt faßen und das leiehen wäre
der Accufativ eines fehwachen Substantivs. Aber welches dann? Man
könnte nur an leich Gefang, modus denken, aber das ift ein ftarkea
Masculinum und nirgends läßt fich ein Übeigehen desfelben in die
fchwache Form naohweifen. Sonach ift das wahrfcheinlichfte, daß we-
merleichen fubftantivifcher Infinitiv ift. gefchnur, das, wie unfer
Gefchnurr d. h. ein mit brummelndem Tone (ich umher und durchein-
ander Bewegen, ähnlich wie Getümmel. 215 neulicher zeit abfolutcr
Genitiv, jüngft. 227 auß der anr. aus deren Anr. 228 im fich.
233
t$t g'ot des hern Gottes des H.^ 287 nbermacht tibertroffen.
S88 das er haigetraoht wonach er getrachtet bat. Conftmiert
mit dena Aeenfatiy (tatt des gew6nlicheren 'nach' oder des Genitlvs.
247 fg. einen vorstant machen ein Verftändnis, Einverftändnis,
einen Bund biMen. 258 hat er yorfohaffet zwar hat er anch wirk-
Hch ia der That yerfchafifl, beCtimmt. 270 geftrackts ßracks, anf
der Stelle. 278 farn verfahren. 296 Die Änderung von ift in hat
würde die Schwierigkeit des Yerfes etwas heben : doch brauchen wir
lie nieht. Yermelt ift des Reimes wegen abgekürzt ans vermelden :
*aaBer was ihm Pinto vermelden ift, verm. gewefen ift* d. h. dann 'ihm
vermeldet hat.* Er hat keinen andern Fiirften gekannt als den Pluto,
desfen Befehlen, er nacbgelebt hat. 297 es fpeierf mich es wird
mir übel und kommt mir das Speien an. frei geradezu; hier ein
muBifr^s Wort 809 Bai das ein berühmter Jurift, geb. 1324 zu Pe-
mgia, Schüler des Bartolo» lehrte zuerft in feiner Vaterftadt, wurde 1878
nach Padua berufen, dann nach Pavia und endlich wieder ip feine Vater-
ftadt. Er ftarb am 28. April 1400 im 76, Jahre feines Lebens.
319 seitlich vorwart bei Zeiten verwahrt, Vorkehrungen getroffen.
323 vorkömpt d. i. vorkomt, vorkomen mit Accuf. forgend
zuvorkommen. 843 Das ir vom im Texte ift Druckfehler, es ift in
zu lefen : wie (ich etliche träumen la^en. 844 urkunft Urfprung.
354 p4umbshalbn gehts her, wo alles auf und durcheinander
plumpt. 890 fich eines dinges erwegen Hch zurückbewegen, etwas
preisgeben. 892 neulich zu vort fo eben zuvor. 895 mit icht
mit irgend etwas. 400 fnrbrengen vorbringen. 400 ermals ehe-
mals, vorher. erzalft du d. i. erzalteft du. 404 vor Adv.
früher. 409 fam Adv. ebeafo. 411 nemlich da8 folchs die zw.
418 j« auch um wie mehr einen dergleichen lüftet, um fo gleicher
ift er einem Henfchen. 416 die ihr unter euch felber fteht, d. h. die
ihr euer eigenes Oberhaupt felber feid. 420 achftu d. i. achteft
da. Es ift die Frage, ob man im folgenden lefen foU wie ich vom
in den Text gefetzt
wie achftu keifer Julium,
Auguftum und vil andre mer —
mit dem Komma nach Julium, fo daß alfo Julius und Auguftus als
zwei verfchiedene Perfonen erfcheinen, oder
wie achftu keifer Julium
Aagnftnm und vil andre mer —
wo keifer Julius Auguftus als eine Perfon gefaßt wird. Im erftercn
Falle wird unter Julius zu verftehen fein Cajus Julius Caefar, unter
- Auguftus aber C. Julius Cfefar Oetavianus Augustus. Im z^veiten
Falle kann nur der Imperator Augustus Oetavianus gemeint fein. Man
234
wird deshalb (tatsig, ob mim der erftea AuflMung den Vorsag geben
foll, da JulinB Caefar als 'keifer' beaeiehnet wird^ was er doeh nie ge-
wefen. Dagegen ULQt Geh einwenden, daß durch die« 'keif er' fein
Name Casfar hat wieder gegeben werden foUen, oder doch wenigstens
SU diefer Beziehung yerfubrt haben kann. Der alte Druck hat nach
Julium ein Frageseichen; und wenn auch faft im Allgemeinen auf die
Interpunction desfelben nicht viel Gewicht su legen ift, trennt er doch
(treng snfammen gehöriges nicht durch Soheidezeichen, seigt auch nicht
den Qruudfatz, hinter jede EndseUe ein Komma oder dgl.su fetsen, was
fonTt öfters in altra Drucken der Fall iCU £iu paar Verla weiter unten
429 fgg, heißt es
wie yil habn abr die erften swen
(wie ir mir all des müßt geitehn)
eriicher Weibsbild umb ir er
wol bracht? ich fchwefg. fonft anders raer
.Tom Alexander m«rkt hierbei,
nicht wil ich fagn von hurerei :
fo blutdttrftig er aber war etc.
Hier wird jenen erften zweien und ihrer Hurerei Alexander gegenüber
geftellt mit einer andern böfen Eigenfchaft. Erwäge ich alles hin und wie-
der, fo muß ich der Auffaßung, wie He der Text vom zeigt, den Vorsug
geben. Ich ftreite jedoch nicht, wenn einer die andere für beßer hält.
446 fg, Brifeis, des Brifes Tochter« die dem Achill nach der Zeritö-
rung von Lymeibs als Gefangene sufiel. Hias 2, 689 £gg, 448 8taU
Phebantis follte es Phorbantis heiiSen, denn des Phorbas, eines
Königs auf Leabos Tochter war jene Diomeda, die nach' ihres Vaters
Befiegung des Achill Sclavin und Kebsweib wurde. Ich habe den Na-
men nicht beßem wollen, da es eben fo gut ein Verfehen des Autors
fein kann. 451 Pyrene Tochter des Bebrix. Auge Tochter des
Aleos und der Neära, die dem Herkules den Telephos gebar. 461 Ge*
meint ift Ar face s (Afchak), der Begründer der Dynaftie der Arfadden
und des parthifchen Beichs. Er war Unterftatthalter von Antiochus II
Theos (Enkel des Seleukos Nikator), empörte fieh aber, während Antio-
chus in einen fchweren Krieg mit Ägypten verwickelt war, 256 v. Chr.
und gründete ein eigenes Beieh, das Partherreich. 468 Unter Arne-
fis ift gemeint Amafis, der igyptifche König. Herodot erzält 2, 174,
er fei, als er noch nicht König war, ein luftiger Zechbruder gewefen,
der aneh, wenn ihm das Geld aasgegangen, für Befcfaaffiing desfelben
nicht eben ängfttich gewefen fei. Er fei dann umhergegangen und habe
es geftohlen. Die BeftoUenen hätten ßch an das betreffende Ora-
kel gewendet und mitunter fei er wol feines Vergehens gesiehen.
235
ffiitiinter auch frei gefprochen worden. Als er König geworden, habe er
aber die Orakel, die ihn frei gefprochen, Temachl&Oigt , die andern
die ihn überführt, habe er hoch geehrt nnd anf alle Weife bedacht
471 %g. Was hier Ton Nero (Nero Clandina C«far regierte von 54—68
n. Chr.) erz< wird, itt wahr. Es ift bekannt, wie er die Tempel in
allen Provinsen plünderte, um fich die Mittel an feinen enormen Ver-
fchwendnngen au rerfchaffen. Gana befonders that ers in Achaja (Grie-
chenland), wohin er im Jahre 67 gegangen war, nm die Wettfpiele au
feiern und in allem (Ich ala Sieger prooUmieren sj^ la^en. 492 Bar-
toriua« Gemeint ift Q. Sertorins der in den Bürgerkriegen swifchen
Marios und Sulla eine Bolle fpielte, der die MordfdaTen dea- Marina, die
in Rom fo entfetalioh gewütet und geplündert hatten, dea Nachta über-
fiülen und bei viertanfend niederhauen ließ. 67 t. Chr. Er war dann
PropriUor in Spanien, muTte vor Sullaa Feldherrn Anniua weichen und
fahrte einen Guerillakrieg. £r brachte bald über die Hälfte Spaniens an
ßch und fchaltete dort unabhibigig vom römifchen Senate und der Partei
Sullas. Von Pompejns und Metellos bekriegt, behauptete er fich trotz«
dem mehrere Jahre, bis er der YerrJUerei erlag und ermordet wurde.
72 T. Chr. 498 sweivels an d. i.Ane. Zweifels ohne. 504 für ein
meit für nichts. Vgl. oben Z. 40. 612 Diefes gefer (gefdr) hat
nichts mit dem fonft häufig yorkommenden gefdr (ft. Neutr.) Betrog
(x.B. in der Redensart on alls gefdr) zu thun; es iTt das mhd. (tFem.
vAre, yärin activer Bedeutung Nachltellong, in ^vMRyet Gefahr, wosu
das niederd. verTdren erfchrecken gehört. Bei au ewign gfer fehh
am Snbftantir der Flexionsendung das Dativ Pluralis, es feilte heilen
gfern. 613 durch die Gewalt des Urteils fremder Richter.
524 druck fen, trukfen sogem, au keinem EntfchluB kommen können.
Schmeller 1, 476. laufen d. u unfer heutiges lauf oben träge thun,
sogem. Schm. 2, 606. 626 la8 läfiig. 628 hart d. i. harret
Torfehn verfehn; die fchana v. eigentiich den Glüokswurf nicht
gehörig beachten. In weiterer Bedeutong heißt auf fein fchana fe-
hen rem fuam agere (Schmeller 8, 874), das Gegenteil davon ilt unfere
Bedensart die fchana rerfehen. 630 befelchs Befehles, Genit.
sbhängig von was. 638 zu fteter fart ftets. 648 fg. ftehen
ab göt liebem gwalt. Dem Sinne nach läuft es auf eins hinaus, ob
man die Präpofition ab zum Yerbum zieht (ab ftehen) oder feibftändig
iaBt, wie z. B. unten im 8. Gefpräch Z. 294 als der ab tugent hab
ein fcheu : doch gebe ich der letzteren AnflTaBung den Vorzugs Ab
heißt 'weg von.' Die obige Redensart bedeutet 'weg treten von der
göttlichen Gewalt' d. i. ihr nicht unterwürfig fein und nicht Gehorfam
leUlen. Gewalt iilfc noch im 16. Jhdt häufiger fttrkes Masculinum als
23C
ft&rkes Femininum. 550 die Bedeusart den Hund hinken la^en
kann wol nur bedeuten eine Sache nicht fauber au£i reine bringen.
' Drittes GefprUch. Zeile 1 dieglatzen Glatze, hier Schimpfname
für eine Perfon die eine Glatze hat. 3 gnippen, wie gnappen,
knappen eine plötzliche kurze Bewegung auf und niederwärts machen,
mit dem Kopfe wie mit den Fiiden, Taciilare. Schmeller 2, 874.
grabenfucher wie Z. 80 Grube nkücker könnte einer fein, der nach
einer Grube fucht, na^h ihr guckt, wKre alfo ein bergmftnniTcher Aus-
druck. Doch was will das hier fag^n, wo das Wort offenbar ein Schimpf-
wort fein foU? Hieße es krippengöker, fo wäre geholfen; das ift nem-
lich eine Bezeichnung für ein Pferd, das die böfe Gewonheit hat, fich mit
dem« Maule In die Krippe feft zu beißen, Luft Hch einzupumpen und
dann ftöhnende Töne von ßch zu geben, zu göken. Krippengoker
Wird dann überhaupt als Schimpfwort gebraucht. 5 hie hinn d. i.
hie hinne tautologifch , da hie fchon in hinne (hie inne) deckt.
7 wes warum. 12 gefchwürm Schwärmen. 14 fchwerl icher
mit mehr Mühe. 80 grimgranen für grimgramen, verftärktes
gramen die Zähne hörbar über einander reiben, knlrfchen, dann fre-
mere, rugire. Vgl. Schmeller 2, 109. ie lenger mer gewönlich ie
lenger ie mer je länger um fo mehr. 24 die aufrur der Aufruhr,
die Emeute, ahd. hr6ra, ruora Fem. motus, Graff 4, 1178. 31 fie
nemen in iren fin ße glauben. 32 als alles. 50 heifchen
(heißen) citioren. 58 fal niederdeutfch für fol, folL 62 ein-
fezen feftfetzen, beffcimmen, das Recht zuteilen, urteilen. 65 baß
Adverb, beßer. 72 nerlich d. i. neherlich propius, dann bereits.
75 weidlich, weidelich (wie auch jegerlich gebraucht wird)
frifch, tüchtig, (tattlich. 76 geberd (mit unorganifchem d) gebsere
Benehmen. 79 wie daß er wie kommts daß er. 84 fehl echt
fchlägt. 101 fr ach, d. i. frech, kühn, tapfer; es braucht noch nicht
unfere Bedeutung von 'keck, drelft, unverfchämt' zu haben.
128 zwir zweimal. 128 laub d. i. urlaub Erlaubnis. 129 zeter
fchrein. Mit Gefchrei wurde über den Übelthäter vor Gericht geklagt :
dergleichen Schreie waren wftfen, heilal, zett^r u. a. Vgl. Grimms
Rechtsaltertümer 2. Ausg. S. 876 fg. 134 heubt Haupt.
146 fchelmstreu d. i. Treue eines Schelmes, Untreue. 151 es ift
nicht an d. i. Ane ohne. 180 Ich hatte vor mir einen Sinn, d. i.
eine Abfieht, Entfchluß. 181 wer nun fein mag. Das nun hier iHt
nicht unfer gewönllches nun, das alte nü, nu d. i. jetzt, fondem ift
das alte niwau, niuwan (niht wan), nur, das in der Zufammenziehung
niun, nun wird. Hier alfo ganz in der Bedeutung dos heutigen nur :
wo er nur fein mag, d. 1. wo er auch irgend fein mag. 194 in eim
237
. i
Hni in einem Hai, in einem Nn, wie 19G flu||;8, 199 lar Lehre.
206 entpfnnt empfand. 253 nun wenn denn nnn warum denn
nicht; vgl. ira erften Gefpr. Z. 131. 268 befelich d. i. befolch
Befelil. 275 befckeidenheit Verrülndigkeit. Die Stelle ift fchwie-
Tig mehr dem Wortlaute als dem allgemeinen Sinne nach. Ein urteil
welch8 mit der befcheidenheit fich leit wird bedeuten: ^ein Ur-
teil das unferer Yerftändigkeit, die wir auch fünft an den Tag legen, ge-
mäß ift, d 1. fo verftändig ift wie gewönlich. Waü lA aber fich leit?
£a kann von dreien kommen, von legen, leiden und leiten. An das
erfte ift hier wol nicht zu denken; fich leiten heißt fich fähren, fich
aufführen: es müfte dann aber heißen nach der befch. fich leiten.
Hb bleibt nur fich leiden übrig. Es leidet fich ein fache mit
einer andern heißt fie verträgt fich mit ihr, ift ihr nicht zuwider, ift
ihr gemäß. Und fo wird diefe Stelle zu faßen fein. 295 feil, and
kab fond. neigl. fonderliche neigligkeit ganz befondere Nei-
gnng, 312 nebn der v. p. d. i. nebn der plane der vorh. neben
der Ebene d«r Y. 315zwarin Wahrheit. 320 praften berften.
321 fpeiworte find Spottreden. Spei ilt fpöttifch, höhnisch, fo
im Beineke Yos 659
do Brün al defi^e fpeien wörde
to fyneme fchaden van Beinken h6rde.
und 6336 Bciuke gaf eme fpeie wdrde.
Spei ift althochd. fpAhi mhd. fpiehe weife, klug, fchlaa. Über die
I^edeutung 'kunfbreich, fubtil' geht es dann in die des Gefpöttes über.
328 zurfüllen d. i. zu erfüllen voll zu machen, zu Aittigen.
336 Tityos, ein Biefe, Jupiters und der Qfta Sohn, wollte der Leto
Gewalt anthun, ward in den Tartarus gefchleudert, wo er auf dem Boden
ausgeAreckt über neun Hufen Landes hin lag. Zwei Qeier neben ihm
hackten befiändig an feiner Leber. OdyfTee 11, 676 fgg. 342 zur-
fleifchn d. i. zerfl. 343 geizig (gitec) gierig. beid — und
fowol — als auch. 362 Cambyfes II ift gemeint, der Perferkönig,
Sohn des Cjrus, der feinen Bruder Smerdis tödten ließ. 369 hat
gewant hat verwendet. 370 zu größerer Übung von Sünde und
Schande. 371 Ob Diouyfius der Altere oder der Jüngere ge-
meint ift, läßt fich nicht fagen. Beiden Tyrannen wird Tempelraub zu-
gefchrieben. 372 Phlegyas, König der Lapithen, der über das Lie-
besverhältnis feiner Tochter Koronis mit Apollo fo außer fich geriet,
daß er den Tempel diefes Gottes in Brand fteckte. 886 verheifchen
niederdeulfehe Form für verheißen. 391 fteigreif ift ftegreif.
394 Sifyphus Od. 11, 593 fgg. 410 gnaden, mit Dativ oder
Genitiv conf^mlert^ gegen Jemanden Gnade zeigen, ihm gnädig fein, fich
über ihn erbarmen. 411 feiner treu ungeacht ohne auf feine
238
Treue, fein gegebenes Wort geachtet zvl haben. 412 franencimer
flehe im 1. Gefpr. Z. 171. 418 avlQ feinem rat nach feinem Rat'
nach f. Befehle. 424 halt wie genaa an der Stelle wo. 127 Cy-
niras, ein König auf Cjpern, in den feine Tochter Hyrrha ßch ver-
liebte und von ihm den Adonis gebar. Ovid. metam. 10, 300 fgg.
429 Thyeftes, der mit der Frau feines Bruders Atreus Blutfchande getrie-
ben haben foll. Nycteus der mit feiner Tochter Nyctimene in Liebes-
verhältnis geftanden. Ovid mctam. 2, 691 fgg, 432 uberhabn tiber-
hoben. 433 wunder fer verffcSrktes fer. 488 one zil unaufhör-
lich. 442 Johannes XII, eines römifchen Patriziers Sohn, ward am
23. März 956 im Alter von 18 Jahren Papft. Er war allen erdenklichen
La(tem ergeben und wurde deshalb in einem Concilium der BifchÖfe
963 abgefetzt. Er darb den 15. Mai 964 bei einem Ehebruche ertappt
und zu Tode geprügelt. 445 das auslaufe n der Durchfall.
457 Leo X, der am 11. M%rz 1513 auf Julius II Papft wurde.
Clemens VII, Julius Medicis, natürlicher Sohn des 1478 durch Pazzi
in Florenz umgebrachten Julianus Medicis, wurde von Leo X im J. 3613
zum Cardinal erhoben und folgte desfen Nachfolger Adrian VI auf dem
pttpftlichen Stuhle 19. November 1523« Unter ihm wurde Rom 1527
von den Landsknechten erobert Er ftarb am 25. Septbr. 1634«
458 Paulus III, Alexander Famefe, nach Clemens VII Tode zum
Papfte erwählt am 18. Octbr. 1634. Er war der BeftStiger desJefuiten-
Drdens. 466 gferd, eigtl. gevsere Betrug. Siehe im 1. Gefpr. zu
Z. 5. 471 bekomen gekommen. 472 dies die das. 472 dahin
des Ortes, wo d. i. an den Ort hin, wo. 485 auOgefchert d. i.
auDgefchart ausgefondert. 494 zufurt zerführt, aus einander ge-
fuhrt. 498 abgepelzt abgebeizt 505 fehler beinahe. an
d*arm an die Arme. 509 derr dörre. 512 vol voll d. i. fatt
513 an und an beftändig. 520 fcheint erfcheint, fichtbar wird, viel-
leicht noch mehr nach dem früheren Begriffe des Leuchtenden hin«
542 der in glüft nach denen ihn gelüftet 548 gehling d. i. gsh-
ling fo viel als gftiies, geehes fchnell, plötzlich; fonft auch gachlingen,
gechlingen, das heutige jählings. 550 ergrapt, er-grapen;
grapen altf. grapian d. i. garapian raffen; ergrapen wonach rafch
greifen daO maus erreicht und bekommt 560 furnem vornähme.
610 bla6 f. Grimms Wörterb. 2, 72 fg.
Ich bezweifle, daO es mit der Bemerkung auf dem Titel, diefe Ge-
fprilche feien eine Übertragung aus dem Lateinifchen , feine Richtigkeit
hat. Für eine Überfetzung find Re zu felbftändig. Aber daß de eine
gelehrte Hand gefchrieben, zeigt Anordnung und Inhalt auf Jeder Seite.
Oberhaupt gehören Re nach Anlage, Inhalt und formeller Ausbildung zu
239
dem heften w«8 iu diefor Art daniAls g^efohrieben worden ift. Wir wer-
den auf diefes Stack bei einer andern Gelegenheit zurückzukommen und
es dann ausführlicher zn behandeln haben.
XIV.
Alter Druck 2 Bgg. in 4. v. O. n. J. Auf der Titelfeite fteht
Newe Zeytung.
Pafquillus vom faltz-
burgifchen Bawrn gjaid | gefche-
hen im Siben vnd fünfftzigift^n Jar |
vmb Rupert! im Herbft. ,
Ein Gebet zu Gott
Ach Gott gleich wie der Low fo kegk |
Vom Schlaff feine jungen anfferweckt.
Recht mit feinem gefchrey. Alfo thut leben |
Durch Chriftnm der todt | das Ewig leben.
Gott la^ mich, dein heiligs Angefleht |
Im aufferfteen des Jüngften Gericht |
Anfehen mit frewden Ewigklich.
AMEN.
Rückfeite des erften Blattes ift leer Auf dem zweiten beginnt der
Pafquill der bis zum Ende der vordem Seite der achten reicht. Die
letzte Seite ift leer.
Der Druck giebt Zeile 1 FVrwar. 5 baldt geen. newe
meer. 8 Pdltzl zu holln. 10 ich fehlt 14 loe^.
18 jnn das. 21 einem. 28 fint fehlt 83 verbleirdt :
endt 86 fch6n. w&rfft züngen. 68 wilkolSIb.
65 behendt : fendt 69 Bewrlein. 67 meinen.
68 Bawrn. 74 geht der Gwslt 81 Pedäll. 86 Syn.
87- gefindt : Kindt 96 folchs. 101 deinen Syn.
103 alln. theft 105 piffen. 109 tiitSh : vernimb.
112 So altr kaum. 116 weitem feldt 141 Schaff oeltz.
142 ftelln. 155 kinder den. 160 Haydn. 233 ver-
240
traweo. 23G rathn. 261 Pfaffen, 271 thno. 272 gc-
fcbwornen. 282 Stigs. 296 borg fein.
Zelle 7 fcheacht fcheut. Schm. 3, 338 fg. 8 hölzel und
polzel kleines Holz und Bolzen; fprichwörtliche Redensart, die ich fonA
nicht nachweifen kann. 11 als wenn immer wenn, fo oft; als d. i.
mhd. alle| immer. Pangedirn wol Bangedirn d. i. bange dirn!
nimm dich in Acht und fürchte dich, Dirne I nemlich vor Verführung:
imperativifch gebildeter Name. 20 fleh eine kappen faufen wie
fpüter (ich einen Haarbentel trinken. 23 ftet fUIts. 24 vorgeer
Vorgeher d. i. Vorbilder. 28 weils halten weil He glauben.
29 urftent Auferftehung. 88 einiften fonft eins irgend einmal.
48 der laur, lauer fchlauer hinterliftiger MenTch, hier ftärker und
nneigentlich : Lumpenkerl. 64 fchaffen befehlen. 102 lieft ließeft.
104 z enden Zähnen. 105 Afeon. Offenbar ift Actäon ge-
meint. 116 und Conjunction hier in der Bedeutung 'ungeachtet, wie-
wol.' Der Sinn ift: ungeachtet ich fo viele Hirfche gefallt, foU mein
treuer Dienft nun fo fchMcklich gelohnt werden. 123 ficheinesdinges
nieten oder genieten ftch mit Eifer befleißigen. 133 Scheinbar
wilde Thiere die in Thierhaut gefteckte Menfchen find. 135 Anteon
fehlerhaft fdr Actfton wie Zeile 105 Afeon. 145 fägen paffen.
154 falken baiß d. i. F. baiße Falkenbeize. 155 wem für
werden. 157 was urfach abfoluter Accufativ (was) mit davon re-
giertem Genitiv (urfach) warum. 161 freit (der Druck gibt frejdt)
für frei de übermütige Luft. 169 oft hier nicht von der Häufung
in der Zeit, fondem im Baume (vgl. häufig) : He haben fo viel Mord-
gedanken wie Haare auf dem Kopfe. 172 vermailigen beflecken;
mhd. da| meil Befleckung. 173 went gekürzt für wende
Imper. 178 ran fchlank, fchmächtig Schmeller 3, 92. 180 mar-
grafAlbrecht. Gemeint ift hier Albrecht IV Alcibiades (ein Urenkel
des Churfürften Albreeht Achilles, Sohn des Markgrafen Cafimir von
Brandenburg, geb. 28. März 1522 zu Ansbach) wegen feines Verfahrens
gegen die Bifchöfe von Bamberg und Würzburg, Worms und Speior und
den Erzbifchof von Mainz, die er teils verjagte, teils brandfchatzte. Er
ftarb. am 8. Jan. 1556 zu Pforzheim. 184 palieren polieren.
186 fonnencron dictus non a fole nt vulgus fed a folido, eft folidus
aureus, valet cruciferos centum vel amplius. Schmeller 2, 388.
188 geweicht geweiht. 189 fg. für die Koften folch eines teuren
Bifchofhutes kann man viel tüchtige eifeme Helme fwc Krieger befchaffon.
195 derfclwBUch Furcht, Grauen; hochdeutfch in etwas modifl-
cierier Bedeutung die Scheu. Schm. 3, 339. 207 falzmeut Salz-
zöUe; meut Plur. von mant. Vgl. Schmeller 2, 646 ig. auffchleg
241
Aaffchlftge, Plar. von anffchlagr Preiserhöhung von Frucht, MetAllu.r.w.
Grimm Wb. 1, 722. 212 der bracht (mhd. der braht) eigtl. lär-
mendes Gefchrei, dann Luxus, nhd. die Fracht. 214 Tech fSho,
221 mits Wirts d. i. mit des wirtes. 262 die manltafchon
Schlag aufs Maul. Schm. 2, 566. 266 karrock wol korrock
Chorrock gemeint. 273 fner Fuhre. 280 Tch äffen befohlen.
263 Terzetten versetteln, verlieren.
Die Heimat diefes Stückes kann dem Schauplätze der fchrecklichcn
Begebenheit die es emält nicht fern Hegen. Salzburg felber wird es
nicht fein, vgl. Z. 226, wol aber das benachbarte Öfterreich oder wahr-
fcheinlicher noch Baiern. Darauf weift die Sprache entfchieden hin,
wie die lUime lehren zumal der Reim thftn : kftn, denn kftn ift die
mundartliche Ausfprabhe für kain. Freilich ift diefer Reim erft hergc-
ftellt : der Druck gibt t hu n : kein. Die Emendation fteht aber außer
Frage. Die in Süddeutfchland damals häufige Form th&n fiirthun.
thun findet Hch durch den Reim bczugt nach Z. 111 (: kan polTum)
und 271 (: an). Auch eine Reihe anderer Sprachformen find diefer Hei-
mat nicht zuwider. Einkleidung, Darftellung, Sprache, Versbau und
Reime unferes Gedichtes find meift roh und ungcfchickt und geradezu
das Wiederfpiel der vorigen fo fein angelegten und gearbeiteten drei
Gefprach^. Seine Wirkung ift recht auf die Maffe berechnet
Über den dicfem Pasquill zu Grunde liegenden Vorgang finden wir
bei Joh. Wolf in den Lectt. memorab. tom II. centenar. 16 pag. 010
folgende Erzälung:
Pnblico fcripto et pictura anno domini 1537 divulgata eft fequcntis
non epifcopi fed crudeliftimi et immaniffimi tyranni hiftoria. Michael
enim epifcopus Salisburgenfis cum in proximo luco ad infaniam
ufque venaretur, cervus autem quidam ictus extra faltum curreret et in
panperis cujusdam fegetem deveniret ibidemque veniente morte conci>
deret, eum vero confpicatus inops cui domi foboles cffet plnrima,
vix tamen Interim panem haberet quem e deret, tanquam divinitus oblatum
fibi domum deferret excoriaret ederet feque ita fuosque fuftentaret, at
epifcopus id tandem exploratum haberet, hunc miferum hominem in car-
cerem acerbiffime detruHt ereptumque inde judici fuo, qui illi vitam adi-
meret, tradidit. Qui ubi tam indignam fententiam ferro recufavit, ipfe
tribunal afcendit hominemque ad mortem longo deterrimam damnavit
iliumque corio devorati cervi infui canibusque fuis interiraendum dari
mandavit, hac tamen poenie mitigatione vel potius nequiffima illuHone,
ut n quando evaderet quemadmodum illa beftia, plane libera effet. Ita
impactom cervina pelle virum innocentem in foro venatus eft et ipfe
16
242
coram animi fui declarandi gratia, quam id ßbi arridoret, corna in ma- '
nus famfit ooqne inflato caaes et moloffos atrocifilmos in liane, qui jam
animam fuam deo commendabat canfamque iniquliTimam ipHos judicio
deferebat, incitavit, qni eam nudique a^grefn miferrime in morem ferae
dilaniaverant. At damanto in coclum innocentis fang^ine, deus hanc
impnnem iilam nefarinm epifcopnm habuit, quem venationi poftera die
indulgentem ab eqno repentino morbo praecipitavit et juftifnme intorcmit.
-— Imp. Rud. 2. Papa Greg. 13.
Das Jahr 1537, das für diefen Vorgang hier genannt wird, kann
nicht richtig fein, denn Michael bekleidete die erzbifehöflicho Würde
von 1554 bis 1560. Er ftarb am 17. Nov. diefes Jahrs (wie es in einem
Salzb. Chron. heißt bei Sim. Fried. Hahn in der Collect, monnm.
Bmnsv. 1726 tom. 2 S. 773) eine halbe Meile Wegs vom Klofter Geyfen-
velden anf einer Beife ans Baiem nach Hanfe begriffen in 8. Colmans
Wald bei einer großen Eiche. Diefer Michael war aus der Familie
der von Kücnburg (auch Khienburg gefchrieben), unfer Pasquill
gibt KU en borg Z. 203. Es wird mit dem Jahre 1557, auf das der
Pasquill dicfe Begebenheit fetzt, feine Richtigkeit haben.
XV.
2 Bogen in 8 vom Jahre 1587 ohne Angabe des Ortes. Die RUck-
feite gibt
Ein Gefprech
des HERRN \ mit
Sanct Petro.
Von der jetzigen Welt lauff | vnd
jrem verkerten bofem
wefen.
nützlich vnd zugleich mit kurtz-
weil ig zu lofcn.
Darunter ein Holzfchuitt: Sanct Peter mit dem großen Schlußcl
über der Schulter. Unten fteht
Anno 1587.^
Auf der Riickfuite des erftcn Blattes beginnt das Gedicht, das bis
zur vordem Seite des letzten geht.
243
Der Druck gibt Zeile 10 nicht. 12 rhu* 13 gerewt :
▼ ernewt. 26 ftott genaue lies genante Yom im Texte, wie auch
der Dr. gibt 33 zerrüt : vberfchüt. 72 Todt : Gott.
79 quael. 81 feltzam. 112 lies vom nicht mich Tondem
mein. 147 Vnd das Hertze. IGl ertod vnd ermord.
162 Stad. 183 ewele. 244 verdrückt. 296 fraffen.
298 jhn den sthem. 306 Vnd trinken. 313 fpiegcn.
405 gehorcheft 601 lies v<pm da man uns mit plagt
650 im KretzTchmer. 663 fuchen.
Zeile 8 niden unten, £o 21. 23. 48 24 verzogen werden
hingezogen, aufgehalten werden; verzug Aufenthalt 43 verändert
▼ei&idert. 46 acht achtet. 61 regen für regenen. 66 tau|^
in noch die richtige Form, mhd. touc ftarkes Präteritum mit prSfeh-
tifcher Bedeutung. Jetzt hat fich aus diefem Prätcritopräfens ein
Ichwaches Verbum ich tauge taugte getaugt entwickelt Grimms
Gramm. I S. 963. 988. 69 Ich halte die Kraft zurück, verzögere He.
Über enthalten c. Acc. f. Benecke-Müller. 1. S. 621b. 79 quel
Qual. 106 drüs ahd. druos, druofi Graff 5, 263. Grimms
Gramm. 1, 416, 462, mhd. druos, druofe ft u. fchw. Fem. nhd. die
Drüfe Gefchwür, fchwürige Beule. — der ritt ahd. rito hrido mhd.
rite ft u. fchw. Mafc. das Fieber das fchüttelt, daher die Verwün-
fchung *fchütt dich der ritt* Vgl. Schmellers bair. Wörtb. 3. S. 165.
108 in nicht etwa ein Latinismus: nihil utile fcio in ecclefia effc,
wie er mitunter in diefer Zeit vorkommt, fondem heißt: ich für meine
Perfon bin höchft unnütz in der Kirche, wei6 nicht was ich darin foll.
123 zeren verzehren. 129 berußen mit Büß befchmutzen,
bildl. an der Ehre beflecken, vielleicht hier mit obfcöner Nebenbedeu-
tung. Schmeller 3, 138 berueßen, rueßigen. . 137 das gelfen
übermütige ausgeladene Freude. 154 fchnciden in welcher Bedeu-
tung hier? vielleicht 'auffchneiden,' damit prahlen, viel davon wißen
wollen. 181 Unter Pikarten oder Pikarter find die böhmifchen
Bruder gemeint 200 die großen Haufen d. h. Leute niederer
Herkunft die fich aber auf die großen Herren fpielen. Vgl. Schmeller
2, 216. 218 der Cifioianus, auch Cifianus genannt, war eine
Art Calender: zwei Hexameter auf jeden Monat, von fünft nichts bedeu-
tenden Wörtern zufammen gefetzt, gaben die erlten Silben der beweg-
lichen Fefte an, die auf einzelne Tage des Monats fallen. Vgl. Hannöv.
geh Anz. 1761 St 19. 219 der Grobianus war eines der gele-
fenilten Bücher im. 16. Jhdt. Es werden darin mit itreng durchgeführter
Ironie in derber Weife und Sprache die groben Sitten der damaligen
Zeit gegeifelt Zuerlt lateinifch behandelt von Fr.Dedekind Frkf. 1549
244
In deutfcho Reime übertragen von Cafpar Sclieidt von Worms, Worms 1551
nicht oline einzelne Umarbeitungen und Zufätse, die Dedekind in einer
neuen latein. Ausgabe benutzte 1552. Nach Scheidts Tode (1565) gieng
Wendcliu Uellbach aus Mülberg in Thüringen von neuem an eine Bear-
beitung diefes Buches, die 1567 erfchicn und mehrfache Auflagen or^
lebte. Von Wenzel Scherffer wurde der Grobian in Alexandriner umge-
fetzt (Brieg 1640). 237 vor Adv., zuvor, früher. 251 betöbert be-
täubt, taub und dumpf gemacht; .tob ein, tob ein Schmeller 1, 425-
266 einen vejnugen ihm ein Genüge thun, ihm zur Genüge ge-
ben. 282 quatwer, es, zinken Zahlen im Würfelfpiele ; der
zink, zinken der Fünfer auf dem Würfel, ahd. z i n k o quinio ; e s mhd-
effe latein. affis die Eins auf dem Würfel; quatwer, qnater die
Vier. Renner 11406
von zinken quater effe
ntzt manger in kumbers^effe.
Eine Priamel in Efchenburgs Denkmälern S. 415 lautet
Von dem zinken quater und es
komt mancher in des tenfels efs. (ncfs Hs.)
von quater zinken und von dreien
tut mancher wafengo fchreien.
von es fes und von taus
hat mancher gar ein ödes haus.
von quater drei und von zinken
muß mancher lauter waßer trinken.
von zinken drei und von quater
weint ofte muter kint und vater.
von zinken quater und von fes
muB Jungfrau Metz und Agnes
oft gar lang unberaten bleiben,
wil er die läng das fpil an treiben.
290 aul^macht d. i. austrinkt. 338 die da gehn auf der gru-
ben d. i. die mit einem Beine im Grabe ftehn. 387 auf der gart
ziehen von Landsknechten gefagt, bettelnd herum ziehen. 388 nein
d. i. hinein. 440 fich hoch erbrechen fich übermütig erheben*.
So noch Z. 476. 443 zu keiner fart niemals. Der Druck hat zu
deiner fart; es könnte daher vielleicht dh einer zu fchreiben fein,
eine Fonn die ßch im 16. Jhdt. noch hin und wieder findet. 510 wez-
ker, bei Hans Sachs wetfchger und da Reifetafche, Sack bedeutend,
mnQ hier etwa eine kleine Tafche fein, eine Art Strickbeutel, an den
Arm zu hängen. Vgl. Schmeller 4, 203. 617. bocken d. i. bücken,
bücken. 650 kretfchem Kneipe, Wirtshaus, ein Havifches Wort,
in ScMeficn und der Laufitz noch heute fehr gebräuchlich; kretfch*
245
mar, kretfchm er Kneipwirt. 652 das ort eine kleine Münze.
654 Sie fprachen rotwelfch, die Gaunerfprache. 685 bidern utiliter
adhibere, ahd. piderban, mhd. bederben. Grimm Wb. 1, 1813.
Die Heimat diefes Stückes fcbeint Schießen zu fein. Damit
ftimmt der Gtobraucb des Wortes kretfchem Z. 650, fo wie die durch
den Beim gehaltenen Formen bocken (bücken) : rocken 617, loft
(la(t) : kort 572, die Heb auch bei den rchleßfchen Dichtem des nach-
ften Jahrhunderts finden. Die Zeit der Abfaßang unferes Gedichtes
ISBt fich annähernd bcftimmen durch die Erwähnung des Grobianus
Z. 219. 329. Ob nun damit Dedekinds lateinifches Gedicht, das zuerft
1549 erfchien, gemeint ift, oder (was wahrfcheinlicher ift) Scheidts deut-
fche Überfetzung von 1551 , die beide ungemein fchnelle Verbreitung
und breite Popularität gewannen, immer würde unfer vorliegendes Gedicht
'feiner Entftehung nach in die fünfziger Jahre des fechszehnten Jhdts. fallen
können, zumal eine frühere Ausgabe desfelben als die uns vorliegende,
eine vom Jahr 1561 bezeugt ift (f. Büchcrfchatz der deutfchen Nat. Litt,
des 16. und 17. Jhdts. Nr. 1604 S. 104), die Heb felbA als eine be-
reits geheuerte und vermehrte gibt Als Verfaß er wird in diefer
letzteren Ausgabe von 1561 Conrad Hafe genannt, allein diefe Autor-
fchaft kann fich auch nur auf das dem Drucke angehängte andere
Stück, vielleicht mit auf das *anfs neue überfehen und gebeßert' be-
ziehen. In formeller Beziehung, in Sprache, Versbau und Beim, gehört
das vorliegende Gedicht keineswegs zu den bellen feiner Zeit, ebenfo ift
die dialogifche Einkleidung ohne alle ktinltlerifche Gabe gemacht : dafür
werden wir durch den Inhalt entfchädigt, der mannigfach intereffantes
über Leben, Treiben und Sitten jener Zeit bietet.
16**
SATIREN UND PASQUILLE
AUS DER
REFORMATIONSZEIT
HERAUSGEGEBEN
VON
OSKAR SCHADE
ZWEITER BAND
2SWKIXK JkXJSO-^BS:
HANNOVER
CARL RÜMPLER.
1863.
SATffiEN UND PASQUILLE
AUS DER
REFORMATIONSZEIT
HERAUSGEGEBEN f tln^^^""*'^^
VON
OSKAR SCHADE
ZWEITER BAND
ZWKIXS A-USGA-BSi
HANNOVER
CARL RÜMPLER.
1863.
Xliermit übergebe ich verfprocheuer Maßen nicht zu lange
nach dem erden den zweiten Band der Satiren und Parquille
aus der Ueformationszeit. Die einfichtige Freundlichkeit des
Herrn Verlegers hat ihm durch Zugeftändnis größerer Bogen-
zahl eine gewis willkommenere Reichhaltigkeit gefiebert. Wir
beginnen mit der für jene Zeit politifch und religiös fo wich-
tigen fickingifchcn Angelegenheit (No I — III), in der wir
leider die eritt-ebte Vollßändigkeit nicht erreichen konnten, da
mehrere hier einfchlagige ratirifche Schriften uns unzugänglich
blieben: eine Lücke, die wir in einem fpäteren Bande (wenn
('S dazu kommt) forgfaltig auszufüllen uns bemühen werden.
Das näohfte Stück (No IV) leitet zu den Urfachen des Bauern-
kriegs über, den wir felber einer fpäteren Darlegung aufTpa-
ren. Es folgen zwei in jeuer Zeit lateinifch und deutfch viel
geübte und fehr fcharfe Arten von Pafquillen, die eine (No V
— IX) Manifeße des Höllenfurllen Lucifer als fingierten Ober-
hauptes der päpftlichen Kirche, die andere perfiflierende Um-
dichtuugen biblifcher Stücke (No X — XIII), wozu die An-
merkungen S. 310 — 314 und 318 fg. noch weitere Boifpiele
beibringen. Darauf kommen (No XIV — XVII) vier fehr
eharakterifiifche, wenn auch an innerem Werte eben fo un-
gleiche Dialoge, von denen der erfte und dritte die Hand des
Kenners verratend, ungemein lehrreich find. Jetzt erß gehen
wir zu Stücken in poetifcher Form über (No XVIII — XXII),
unter denen befonders das letzte, auch durch feinen Umfang
hervorragend, alle Beachtung verdient. Zwei recht harte
und bösartige Satiren (No XXI II und XXIV), vom Tode
der Seelmeffe und das papiftifche Ilandbüchlein , befchließen.
IV
Was die Behandlung der fo verfchiedenartigen Texte an-
langt, fo kann ich auf die Vorrede zum erften Bande verwei-
fen; vor aUem habe ich mich vor eigenmächtigem Beßern
gehütet und der Oberlieferung ihr zulländiges Recht gewahrt,
fo weit dies höhere Rückfichten nicht geradezu verboten. Die
Anmerkungen, treu dem angencmimenen Grundfatze auf ver-
fchiedenartige Lefer berechnet, find in ihrer Lehrhaftigkeit
durchaus populär gehalten wie früher. Da ich nicht voraus-
fetzen konnte, daß jeder mit dem erften Stücke beginnen und
dies vollftändig durcharbeiten würde, bis er der Reihe nach
zu den übrigen fortfch ritte , fo ift manches mehrfach gefagt,
wo es nicht mehr Raum als eine Verweifung erforderte. Da-
her wird der Kenner über folche kleine Wiederholungen, die
dem Laien doch nur nützen können, nicht ungehalten fein
und fie mit der guten Abficht des Herausgebers entfchuldigen.
Doch habe ich hier fchon mehr als im erften Teile auch ihm
(wenigftens hin und wieder) etwas zu bieten gefucht und
mancherlei beigebracht was dort verbannt bleiben mufte, na-
mentlich find einige fprachliche £rfcheinungen eingehender
behandelt worden. Sollte die Teilnahme des Publicums den
wackern Verleger, der unferer Wißenfchaft fo große Opfer
bringt, die Fortfetzung des Unternehmens möglich machen, fo
könnte dann in fpäteren Bänden ein ftrengeres, eingehenderes
und fiir die Forfchung ausgibigeres Verfahren eintreten.
Zum Schluße muß ich die Freundlichkeit des Lefers noch
auf eine verdrießliche Probe ftellen, indem ich eine Reihe von
Druckfehlern vorm Gebrauche des Buchs ihn zu verbeßern
bitte. Zugleich füge ich noch ein paar kleine Änderungen bei.
Seite 2 Zeile 28 lies im fent iur in fand S. 4 Z. 4 lies der geift-
lichen fo r\\ in euch fchützen wolt Z. 19 z& Z. 25 geacht
für eracht 5, 5 lies mfiß für mu0 Z. 14 fölichs för folichs
6, 32 1. th{i für th& 7, 4 fich für fich Z. 28 1. z& für su
8, 13 komen.' (mit den Anlührungszetchen) 9, 8 gefchriben
Z. 27 fg. beßere der feine p riefte r wil b. Z. 30 prieftern? hör!
'wer nit ab f. 10, 24 ein- (mit dem Trennangsftriche) 11, 7 lies zd
für zt 13, 5 1. Terf&rt Aatt yerfürt 14, 20 1. pflegel Z. 21
fchantlich Z. 37 nit fei als in (das letzte Wort hinzu zufügen)
16, 16 alein Z. 29 bimltfch 19, 35 feind: noch leiden w.
(mit Doppelpnncte) Z. 36 l. bös für bös. 27, 8 nemen, mit demü-
tigkeit (mit Komma) Z. 38 Tilge nach felbs den Trennungsßrich.
28, 1 Beßere zeucht far zengt vgl. S. 284 zu 28, 7. 30, 21 Tilge fo
33, 12 habft 34, 18 1. menrchena 37, 20 wfirt 41, 1 1.
er fär der 43, 24 1. z& far z{l 44, 15 vielleicht rucken für trncken
zu leren. 48, 2 hab ich (getrennt) 48, 9 erfocht 49, 24 gna-
den 50, 10 inkomen, zins (mit Komma) 57, 2 furften Z. 15
fchatzung 61, 18 fidein : we dem 62, 21 verftand far ftand
Z. 22 nie far nit. Aach in der Lesart daza S. 293 Z. 13 ▼. o. lies
nie für me. 63, 16 1. fol f&r vol 75, 19 1. laahen für lanhen
90, 3 haben, alfo (mit Komma ßatt des Punctum) 103, 4 daß er
ja 118, 5 1. fectatoribus für facerdotibas Italia. et hie
(mit Punctum) Z. 20 fg. beBere nonne hie erat für quoniam hie
eft Z. 25 fg. 1. convalefcebat 126, 9 1. gebot Z. 12 anhan*
gend, und (mit Komma Ilatt des Punctum) 131, 26 Das Punctum vor
die zu tilgen. Z. 27 Nach boshait ein Punctum zu fetzen. 163, 220
daß für das Z. 233 Die Reimzeile auf diefen Vers findet Üch nicht im
alten Drucke. 168, 121 weifchem 178, 106 Niemant 179 in
der letzten Zeile unten ändere die Verszahl in 145 204, 275 offenbar
Z. 284 1. Tich für viech 237, 1523 unchriftlicher 257, 16
beßere gemachfam far gewachfam 260, 23 fgg. zu beßern wie es
hinten S. 379 in der Anm. zu diefer Stelle angegeben ill.
Die freundliche Au&ahme, welche der erfie Band iiber-
all erfahren hat, läßt den Herausgeber hoffen, fie werde auch
diefem zweiten reicheren zu Teil werden.
Weimar den 10. December 1856.
D« OSKAR SCHADE.
INHALT.
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\^ 1. Gefprech büechlin NEÜW KARSTHANS 1
II. Dialogud fo Francifcas von Sickingen vor des himels pforten mit
fallt Peter und dem ritter fant Jörgen gehalten znvor und ehe
dann er ingelaßen iA worden 45
III. Ein gefprech eines fuchs und wolfs, fo die andern füchs und
wölf auf dem Staigerwald zufamen gefchickt fich . zu underreden,
wo und wie die beide partei den winter fich halten nnd neren
wollen. MDXXIIII 60
IV. Von der gült. hie kompt ein beuerlein zu einem reichen burger.
fo kompt ein pfaff auch darzu und darnach ein münch. gar kurz-
weilig zu lefen 73
V. Epiftola de non apoftolicis quorundam moribus, qni in apoftolo-
rum fe locum fucceHiIfe gloriantur 80
VI. Ain großer preis fo der fürft der hellen genant Lucifer iezt den •
gaiAlichen als bäpft, bifchoff, cardinel und der gleichen zu weift
und embent. 1521 85
VII. Ain neuwer fendbrief von den böfen gaiftlichen gefchickt zA irem
rechten herren. ain anlwort von irem erbherrn. fad luftig zu
lefen. anno MDXXI 93
VIII. Neue zeitung auf das jar MDXXI. eine fchriftliche Werbung
gethan von dem furften der helle feinen lieben getreuen aller
und iedes ftandes feines reichs 99
IX. Beelzebub an die heilige bepftliche kirche. MDXXXVII 102
X. Ain ewangelium Pafquilli, darin das romifch leben gegründt und
bcftetiget wirt , 105
XI. Doctor Martin Luthers pafGon 108
XII. Evangelium fecundum Pafquillum Romse in adventu Ctefaris edi-
tum. MDXXXVI 114
XIII. Epiftola de converfione Pauli III p. m. MDXXXVI 117
*^XIV. Ain fchöner dialogus. Cunz und der Fritz 119
XV. Ain fchöner dialogus von zwaien g^ten gefeiten genant Hans
Toll und Claus Lamp, fagent vom Anrechrift und feinen jungern. 128
VII
Seite
XVI. Ain fehöner dialogiiB zwifchen aiin pfarrer und afm rchulthaiß
betreffend allen übel Hand der gaiftlichen und bös bandlung
der weltlichen, alles mit geizigkait beladen 135
XVII. Ain fehöner dialogus wie ein bauer mit aim frauenbruder mü- ^
nich redt, dafi er die kutten von im wirft. Inftbarlich und lieb-
lich zu lefen. 1525 155
XVIII. Ain kurz gedieht fo neulich ein thurgonifcher banr doctor
Martin Luther und feiner 1er zu lob und feinen widerwertigen
z{L fpot gemacht hat 160
XIX. Ein neuwer fpruch und warhaft bericht,
wie es kompt und warumbs gefchicht,
daß fo vil mnnch feind prielter worden,
an fich geuomen fant Peters orden
und die kutten udgefchütt.
kouf den fpruch! es ruwt dich nit.
Vincit veritas IG5
XX. Ain flrafred und ain underricht
wie es des bapft junger auf geiz hond zu gericht
darwider ift auf erftanden ein baur und ain reiter.
lell fnrbaß, fo wert ir hören weiter! 175
XXI. Ein kurze anred zu allen misgnnftigen doctor Luthers und der
chriftenlichen freiheit. 1523 190
XXII. Trinmphus veritatis. fik der warheit, mit dem fchwert des
geißs durch die wittenbergifche nachtigall erobert 196
XXIII. Ein klegliche botfchaft an den bapft die felmefs betreffend,
welche krank ligt und wil fterben. fampt einem gefprech etlicher
perfonen 252
XXIV. Der papiften handbüchlein, fleißig zu merken und heimlich zn
lefen, damit es die leien, denen der bapft die heilige fchrift
Yerboten hat, nicht erfaren. mit d. M. L. benedicite für den
bapft und feine fchüppen und der barf&ßer münch zehen gebot,
auch des bapfts Tater unfer, grüß und glauben 264
Anmerkungen 275
I.
GESPRECH BÜECHLIN
NEUW KARSTHANS.
zu DEM LESER
Ein neu wer Karfthans kom ich her
Vol guter manung, rechter ler.
Mit edlen bin ich worden eins,
Als was ich weiß do fchweig ich kein»
Und würd mit henden greifen zu:
Ein ander auch fein befVes thS.
Die underreder
KarßhaiiB und Franz von Sickingen.
Karfthans. Gr&ß euch got, junker Franz!
Franz. Dank dir got, mein fromer Karfthans! was bringft
du uns neuwes?
Karlthans. Junker, ich wünfch euch vil glucks zu dem
befelch und loblichen kriegszeug, darzfi euch keiferliche ma-
jeftat verordnet hat. got geb daß es euch glückfeliglich gang!
Franz. Glücks und gottes hilf darf ich vaft wol. was fagt
man aber daußen und wie bift du fo ernAirch?
KarAh. Junker, es war wol von noten daß ich emnirch
war, dann es geet mir auch darnach.
Franz. Wie geet es dir dann, lieber gefoH?
Kar Ah. Junker, die pfaffen plagen mich für und fiir, duß
ich fchier nit weiß , wie ich meinen fachen thuu Fol. ^nd
folt es lenger wären, ich würd micU ein mal gröblich Ver-
geßen, dann fie übermachen das fpil. ' .
5 Franz. Leid dich und hab gedultl es würt etwa bePen
Karßh. Es wiirt wie es mag. ich hab fo lang geh9fft
daß ich zu lezt in verdruß koip, dann ich find weder hilf
noch rat.
Franz. Hab gedult! got würt in die fachen fehen und die
10 geilUichen väter werden fich felbs erkennen.
Karfth. Ja wol erkennen, ir ungeber meret fich ie lenger
ie mer und ich verfich mich gar keiner beßerung zu in.
Franz. Hei warumb? fie werden anfehen, wie die fachen
iez gelegen und daß doctor Luther vil menfchen zu er-
1» kantnüs der warheit bracht, der halben fie dauuocht vil
zu bedenken haben.
Karfth. Lieber junker, fie keren fich gar nichts daran,
funder bochen uf iren ban und verlaßen fich uf ir Freiheit,
iezund bin ich aber im ban, ob ir das nit wißent.
20 Franz. Wie geet das zu? was ift die urfach?
Karßh. Junker, ße iß wol lächerlich: aber mir armen
ift fie zu fchwär worden.
Franz. Wie dem?
Karfth. Junker, ich hab ein junges pfertlln, ifi vaft ein
85 hüpfches tierlin und ift mir feer lieb, darumb oft wann
ich das uß dem ftall gezogen, hab ich' es geO:reicht und
geliebelt, auch etwa uf fein köpflin geküfiet. als nun
einer von meinen uachpauren das in fand ger&get, hat es
der official für ein ketzer iluck erkennet und mir zweiuzig
ao guldin zur ßraf abgefordert, doch ift es z& lezt uf zwölf
komen, die hab ich im mfißen zufagen uf ein zil zu bezalen.
nach dem aber das felbig zil verloffen und ich armer in
mitler zeit mit meiner fuuren arbeit fo vil nit hab erfchwin-
gen mögen, daß ich die zwölf guldin, wie ich doch.ge-
ih hoffet, erüberigt hette, funder im fechs gegeben und umb
gottes willen gebeten, mir mit den andern fechfen biß
zu fanct Bartholomes tag, wann ich ußgetrofchen und* et-
was von fnicht verkauft hette, zu beiten, ift er gar nit zR
erweichen geweft, lunder hat mich am nechilen fontag in
ban verkünden laßen.
E/anz. Warlich das ift ijfnrecht und verdrenßet mich
i^on herzen auf den-^aoenteurer;* Tag auch, hetteft du im die
fitohs guldin nit gegeben, du folteß im keinen pfenning ge- &
hen. ich wolt dich wol vor im vertädingen, dann er hat
kein fSg noch urfach gehabt dich zfi bannen, ich wil es
auch dem bifchof Ibhreihenj,.^
Kar^. Lieber junker, das woUent th&n, ob ich die
fechs behalten möcht, dann mit den andern fechfen wil lo
ich thun als hett ich die verfpilet. kompt es aber ie darz&
daß man allerlei mit den pfaffen reden würt, wie ich dann
hoffe gefchehen werden, ich wil des und anders nit verge-
ßen. furwar feiet es alein daran, daß wir der fachen ein
hauptman betten, fo wiird es geen. 15
Franz. Ah, mein lieber Karfthans, wir follen das nit be-
geren, lunder iie in der gAtigkeit vermanen, daß fie felbs ein
reformation under in machen, dann es feind doch ie noch
redlich leut under den geiillichen, und folt man fie mit ei-
nem gewalt überfallen, fo war zä beforgen, daß der un- 20
fchuldiff mit dem fchuldigen gieng und einer des andern
eiitg^lien'mSIl: dann du und dein häuf fchlahent mit Unver-
nunft darin.
Karllh. Warlich wnrt es darzfi komen, würd ich nit vil
vmnanfl brauchen künnen. Iie folten es aber iezimd be- »5
denken und irem wefen ein gefialt geben.
Franz. Die warheit zä reden, hab ich felbs forg, wie du
£agA, fie werden mit irem zä vil übermäßigen hochmät und
unbillichen ftirnemen den gemeinen man erwecken und in
ein böfes fpil machen, hab ir auch oft etliche darvor ge- 30
warnet, wollen fie in nun nit laßen raten, fo wirt in auch
nit z& helfen fein, das gib ich in zä bedenken.
Kar Ab. Ich hoff, ir werdent felbs im fpil fein; und ift
mein und meins gleichen velle zuverficht und vertrauwen, ir
werdent noch als ein hauptman ire böfe ftuck helfen ßrafen. 3s
Franz. Das weiß ich nit. ich hab es noch biß här unferm
heim got bevolhen, wie wol ich vil Übels durch fie ge&bt
werden fiob.
1*
• Karßb. Man weißt nit anders, dann ir werdt ob doctor
Luthern ßät und veA halten, habt auch danimb iden Hüt-
ten bei euch, daß ir in vor vergwaltigung des bapftes und
der geiltlichen Ibhützen wölt^ laßent in auch derhalben in
5 euwerm haus wider den bapft und genante geilUichen was er
wil fchreibcn.
Franz. Karßhans, in dem wil ich dir nichts bergen, alles
was ich noch von doctor Luthers fchriften gelefen, mag ich
bei meiner feien feligkeit Tagen, daß ich das anders nit
10 dann chriAlich und wol gefchriben erkenne, folt im nun
umb der götlichen warheit und gerechtigkeit willen gewalt
und unrecht widerfaren, furwar es.mocht mir nit lieb fein,
wo ich auch von mir felbs oder gefordert darz& kam, ich
würd im gar ungern abfteen, dann mich weift gotes und
i& brüderlich lieb, der war chriften glaub und mein eigen ge-
wißen dahin, daß ich in und feins gleichen in folichem fall
mit hilf und rat nit verlaße, des Huttens halber hat es
dife geftalt. den halt ich bei mir als meinen g&ten freund
und der in feinen nöten zäflucht bei mir, als einem zu dem
so er fich leibs und g&ts verficht, gefacht hat, von dem ich
auch anders nit weiß dann daß er noch biß her die lutfu:^
. warheit gefchriben hab und das felbig nit uß bofer urfach,
funder nach dem er das romifch und der geiftlichen regi-
ment und ergerlich leben grüntlich erfaren und das aller eer
85 und redlicheit entgegen erkent, hat er fich fcfauldig eracht,
das felbig mit fchriften und vermanungen anzfizeigen, auch
wo im müglich fein würd, mit der that z& widerfechten,
folich fürnemen kau ich nit unbillichen, würd in auch, fo
lang er bei mir ift, nit vergwaltigen laßen, furwar f&cht
. ao er ie nit fein eigen nutz darinnen, dann ich weiß was er
difes handeis fchaden hat und was im nutzes widerfaren
mocht, wo er darvon abfteen wölt.
Karfth. Anders hab ich auch nit gehört und dunkt mich
von euch billich und recht fein, ir werdt auch der halben
35 mer dann umb kein euwer thaten gelobt, dann der pfaffen
wefen hat als gar kein form noch geftalt. ich höre fie fich
felbs berfimen, fie feien uns an ßat der apoftel als herren
der fchaf Chrifti furgefetzt. nun ftat ie keinem g&tem hirten
zfi, daß er lieh nit alein des iichs nere, funder auch die
weide, die das fich zfi feiner entbaltung brauchen folt, nit von
notturft wegen funder uß überflüßigem gfti?s abetze und
dem armen vich fein leibes narung entwende, dardurch es
▼on not wegen nß hunger verderben mfiß. s
Franz. Es ift wie du fagft. fie wollen an ftat der apoßeln
gehalten fein und thSn doch nit apoftelwerk. ich fich auch
nichts an in, das fich uf der hirten beifpil zeucht, funder
werden fie mit iren werken als reißende wölfe funden. dann
ir fach ftat nur uf z& inen ziehen , ^ infordern und nemen, lo
"uf zucken und rauben, uf'fchlinaen und freßen. der hal«
ben fie auch nit alein die arme fchäflein irer notturftigen
weid berauben, funder auch reißen und wiirgen fie die. nun
ift folichs Chriftus meinung gar nit gewefen, funder hat er
uns alle underweifet, vor allen dingen gotlicher lieb uß gan- t»
zem herzen, uß ganzem gem&t und in allem ßnn zä pfle-
gen, darnach den nechften lieb zu haben als uns feibs, weiter
die, fo wollen volkomenlich leben, geheißen, auch ir feind
lieb haben, aber der pfaffen (wie die iezund leben) ge-
•^ fchwindigkeit gibt folicher 1er gar kein anzeigung und hat m
weder gotes noch br&derlich lieb in ir, dann all ir werk
feind dahin gericht, daß fie göt mit recht und unrecht er- .
werben: davon Chriftus fagt 'ir mögt nit got und dem
reichtumb dienen.' und darumb hieß er fie, uf daß fie dem '
rieh der himel defter näher zfikomen möchten, was fie het- n
ten, verlaßen und im nachvolgen. do er fie auch ußfendt
zfi predigen, fprach er nit 'ziecht hin! fuchent reichtumbl
erwerbent götl ftellent nach gewin T funder hat er zu in
gefagt 'geet hin, predigent und fprechent, das reich der hi-
mel nahet fich, machent gefund die kranken, weckent uf ao
die toten, reinigent die ußfetzigen, werfent uß die teufell
ir habts umb fünft empfangen: gebt es wider umb fünft hinl
ir folt nit befitzen gold noch filber noch gelt an euwem
gnrteln, nement keinen watfack mit euch uf den weg, auch
nit zwei kleid, fch&ch noch ein ftecken, dann der arbeiter ss
ift wirdig feins lones.'
Karfth. Lieber junker, wo fteen dife wort gefchriben?
Franz. In fant MatÜieus ewangelio am zehenden capiteL
fo fohreibt Marcus am VI und Lucas am IX und X auch
der gleichen meinung, wie mir das dann Hotten angezeigt hat
Karfth, Was fei ich Tagen? diß feind fehone wort, tod
den auch vil z& reden war, wer den verftand hett.
& Franz. Ja wie du fagft, es feind fchöne wort und clärlidi
ußgetruckt, die fich auch nit verbl&men noch umbkeren la-
ßen, und mögen die pfafien nimmer mit der warheit Tagen,
daß fie an ßat der apoftel Tollen gehalten werden^ fie kö-
rnen dann mit dem leben diTen werten nach.
10 Karßh. Das wil ich auch und daß fie nit gelt zä Tamlen
Tunder das reich der himel zu yerkünden ußgeTant feien,
fie wöllent aber iezunt niergen hin zu predigen, Tunder
bleiben fie da heimet, pflegen guter ru und alles luftes, hei-
ßen uns in gelt und gät zu hus bringen, und wenn wir nit
16 zä irer zeit damit komen, bannen fie uns, und ie naher fie
den apofteln Tein wollen, als pröbß, biTchof, cardinal und
bäpft, ie weniger fie werk der apoftel fiben. dann die Tel-
bigen großen HanTen ficht man nimmer predigen noch leren
das Volk, Tunder land und leut regieren und mit einem weit-
M liehen bracht herTchen.
Franz. Wie du Tagß, die groAen und oberften pflegen irs
ampts am minßen, Tunder entTchlagen fich des To gar, daß
es iez für ein Tchand geacht würt, Tolt ein bifchof predigen,
2& voran in TeutTchland, da fie all furßlichen ßand f&ren.
n und reiten iß ir arbeit, uf dem gejagt umbziehen oder aber
krieg fTiren und im harniTch reiten, aber ir rfiw iß mit
Tchönen Trauen iich bdußigen, banket und dänz halten, ins
bad geen, im bret Tpilen, für die langen weil Außen, fie
ligen und fitzen auch gern uf pflaumfedern und weichen
w küAen, behenken fich mit gold, filber, edel geßein und der
gleichen Qleinoter, eßen und trinken wol und überflüßiklich,
treiben oder handeln nichts , es thä dann dem leib wol oder
kome fie mit luß an. ChriAus Irrt aber nit alTo, Tunder
Tpricht, do er die fiTcher ber&ft, ich wil euch machen fiTcher
S5 der menTchen, nit des golds und filbers. dann Tein mei-
nung was, fie Tolten in die Telen der menTchen ererben und
uf den rechten weg bringen, als dmm auch darnach ge*
Tchehen, wie Lucas Tchreibt am andern capitel im bfich der
apoAeln gefchicht, do die a|>ofiel nach Chrißus uferftentnüs
aDhfiben x& predigen und tebfen mit difen werten: an
0 dem tag feind bei drei taufent feien überkomen worden,
und darumb berfimbt fich Paulus gegen den von ThelTalonica,
daß er nit ire gab funder in ssu gut ein überflüßige fruoht 5
bei in zfi fchaffen begere. und fchrcibt zfl den Philipenfern,
> er acht allen feinen eigen gewin fiir fehaden umb Chriftus
willen und alle andere ding fchätz er gleich dem ftaub und
^ ^ mift, uf daß er C^iilum gewinnen mög. danimb fchreibt
er auch den felbigcla^got ift mein gezeug, daß ich euch alle 10
in dem ingeweid Chrilli zfi fein begere."" folichs ift der rech-
ten apofteln fieiß und trachtung gewefen und nit nach zeit-
lichen g&tem zA fehen. dann Chrilbis hat in geboten, gar^
nit forgfaltig alhie z& fein, auch nit für eßen und trinken,
funder fpricht Matthgus am X U&chent erftlich das reich der js
bimel und fein gerechtigkeit, fo werden euch all andere ding
felbs zäkomen.' und bald darnach fpricht er Verkauft was
^ ir habt und gebt alm&fen' und Mattheus am XIX zfi dem
reichen Jüngling *wilt du volkomen fein, fo gang hin, ver-
kauf was du hall, gib es den armen, fo würft du ein fchatz 90
im himel haben; darnach kom, volg mir nach.^ item Luce
am XII Techt und hAt euch vor aller geitigkeit, dann des
menfchen leben iß nit in den dingen die ex befitzt.' und
am VIII ^keiuer der feine hent an den pflüg legt und ficht
lieh umb, ift bequem dem reich der himel.' daruß zfi er- m
kennen, daß er fie gar hat wollen fich der weit und zeit-
licher gfiter entfchlagen und alein darnach denken, wie fie
in gottes dienft nutz fchafften. und darumb fagt er zu den
apofteln Johan. am XV 'ich bin ein weinftock, ir feind die
rd>en' und nechft darvor 'ich bin ein warer weinftock und so
mein vater iß der bauman. ein iede reb die in mir nit frucht
bringet, würt er abbrechen.' horß du nun daß die pfaffen'
fchuldig feind, nach gewin menfchlicher feligkelt und nit
p zeitliche reicbtumbs zfi ßeen?
Karfth. Ja ich hör es wol. aber es iß in iezunt nit alfo ge- S5
legen, feind anders gefitt, und fragten nit vil darnach, ob
wir fchon all verlorn wären und fie nur gftt und wolluft
betten.
Franz. Das fei got geclagt, daß die chrilUich lieb fo gar
bei inen verlofofaen ift. Paulus thet nit der geleichen, fun-
f der do er die(Pbilipenfe^/underweifet, heißt er lie einieden
' nit^uf das fein, funder andern z& g&t fleiß haben, und do
5 erCXimotheum^lobt, fchreibt er, etliche ander fprechend, fie
fachen all iren nutz und nit Jefu^hrifti. und ennanet die
von( ThelTalonica, wie er tag und nacht mit feinen henden
arbeitend das ewangeliuni gepredigt hab, uf daß er in
mit nichten befchwärlich wäre, do er auch von deuEphe-
10 fiern/fchied und fie gefegnet, fprach er, als Lucas fchrribt
'ich hab euwer keins filber noch gold noch wat ie begert,
ja faier feind dife hend meiner und der jenen, die mit mir
gewefen, notturfb zä ßeur komen. wie aber Petrus ? do der
arm krüppel vor dem tempel das almäfen von im bat, fprach
15 er 'filber und gold hab ich nit. das ich aber hab gib ich
dir in dem namen Jefu Chrifti Nazareni. ßee uf und wandelt
Karßh. Von folichen apolleln halt ich etwas, die f^nd
warlich recht gewefen und glaub auch^ die weil unfer geift-
liehen fich der weltlichen ding nit entfchlagen (vrie dann
ao die gethon) und mer nach dem geifi; dann in leiplichem luft
leben, mog der heilig geiß nit durch fie würken : dann ich
fich fie auch kein lamen noch blinden gefund machen oder
andere mirakel thun.
Franz. Iß nit wunder, dann als Salomon fpricht, würt
S5 der heilig geiß nit in ein böswillige feel ingeen. eins bi-
fchofs und prießers ampt iß, dem chrißlichen volk vorz&-
ßeen und desfelbigen nutz fachen, dann Ambrofius fpricht
'des prießers ampt iß , keinem fchädlich funder einem ieden
nütz fein wollen.' fo fpricht Paulus in der erßen epißel zA
'io den Corinthiern am IV capitel 'wir predigen nit uns felbs
funder unfern herren Jefum Chrißum.' mögen das auch un- .
lere bifchof und pfaffen iezunt fagen?
Karßh. Nein furwar, dann fie predigen in felbs z& g8t,
als von dem bapß, von dem ablaß, von iren örden und wie
85 man fie in eren halten fol, vil kirchen bauwen und die reich-
lich begaben fol, daß man in auch fchuldig fei zehend, rent,
zins, und irem gebot gehorfam z& fein und der gleichen.
Franz. Darumb fagt fanct Augußinus über die felbigen
wort Pauli Verden wir von uns felbs Tagen, fo werden wir ^*' '*-'■<■
hirien fein die £ch felbs und nit die fchäf weiden, werden
wir aber von Chrifto fagen, fo würt er uns weiden und fpei-
Ten.' darz& fpricbt fant Hieronimus *wer fein eigen nutz
f&cbt, der predigt nit Chriftum funder fich felbs, als die je- h
nen die irem baucb dienen.^ dem nach meinet (An.Qt Am-
brofius, ein priefter fei Ichuldig in der warbeit von im zu
fprechen die wort im pfalter gefcbrieben *den wege der
warbeit hab ich erkoren.' folichs mag oder kan aber keiner
warlicb fagen der weltliche g&ter begert oder händel uf ge- lo
winne treibt dann warumb fpricbt er, der weg der war-
beit ift nit fleiß und begir, zeitlich g&t oder eer zu gewin-
nen, erlangen und befitzen oder aber in forgfaltigkeit di-
fer weit leben? aber folichs unangefehen wollen unfere geiß-
lichen in iezund nit ben&gen laßen reichtumb zä haben, fun- t5
der auch underwinden fich der öberften regiment und fur-
ftentumb. darwider gibt in der aller chrilUichll lerer Ori-
genes gar eine büpfche leer fprechend Vilt du wißen was
unterfchied fei zwifchen den prieAern gotes und den prie-
ilern des künigs von Egypten Pbaraonis? Pharao gibt fei- so
nen prieAem land, aber der herr gibt den feinen kein teil
uf der erden, funder fpricbt zu in: ich felbs bin euwer teil,
hierumb, o all ir priefter gotes die difes lefent, bebaltent
es und fehent, was underfcheids in der priellerfchaft fei, uf
daß die teil uf der erden haben und weltlicher narung s&
nacbgeen, nit mer gotes funder alsdann Pbaraonis priefter
gehalten werden mögen, dann Pharao ift, der feinen prie-
ftern wil befitzung uf der erden haben und die äcker, nit
ire gem&ter bauwen. aber Chriftus was gebeut der feinen
prieftem? wer nit abfagt allajo^ das-ev balitzt, mag nit mein so
. Junger fein»'* dife wort hat Origenes in wint geredt, dann
es nimpt fich ir iezund niemant an.
Karfth. Und darum folt man mit pflegein und kärften da-
rin fchlagen.
Franz. Ah, mein lieber Karfthans, laß unß mit gedult 3&
handien!
Karfth. Ich fich iezund gar keinen umb gottes dienft wil-
len oder aber daß er predigen und das volk underweifen
10
woll , fiinder uf daß er reich werd und ein fanft faul leben
för, pfaff werden, und darumb bor ich etwan von den el-
terrf, wann fie ire kinder geiftlich zfi werden überreden 'lie-
ber fun, du folt ein pfaff werden, fo würft du ein großer
» herr und magft ein gut leben haben, kanA allen deinen freun«
den nütz fein, wann du uß der kirchen gail, fo ift dein
tifch gedeckt und man muß dir wein und brot ins haus
bringen, ißeß gefottens und gebratens, darfll nit wie andere
deine freund im regen, fchnee, kelt und hitz leiden und wan-
10 deren, noch für narung oder ichtes forgen, funder magft wol
eßen und trinken, in gwar leben.'
Franz. Du haft recht gebort es würt dergleichen allent-
liülben geredt und leider am meißen bei uns vom adel. und
difes ift der grund, daruf wir unfere geilllicbeit bauen;
15 darumb mag ße auch nit beftändig fein, funder muß bre-
chen und zergeen. dann war , lautere und unbefleckte geift-
licheit (wie fant Jacob in feiner epiftel fchreibt) ift witwen
und waifen in iren anfechtungen mit hilf und rat befächen
und verforgen, fich felbs unbefleckt «von der weit halten.
20 aber iezund fcind die fich geiftlich nennen mer dann all an-
dere weltUch, und find die ding, die nit mögen bei einander
fteen,^ wider ir natur vermifcht. darwider Paulus hart und
veft geweft, fragt allo : 'was kan für ein gefelfchaft fein
zwifchen dem liecht und der finfteniüs? was mag für ein
25 trächtigkeit fein zwifdien Chrifto und Belial ?^ als folt er ant-
wurten 'gar keine.' darumb fchreibt er zä den lipmcrn
'brftder, ich verman euch durch die barmherzigkeit gottes,
gebt got euwere leib und gemuter zö einem lebendigen hei^
ligen und angenemen opfer. und nit nachbildent euch difer
to weit, funder durch erneuwening euwerer gemftter verwand-
lent euch, daß ir mögt erfaren den angenemen und volko-
men gottes willen.' diß ift Paulus rat gewefen. und da-
rumb hat er allem weltlichen wolluft, zeitlichen gutem und
' begir des fleifches abgefagt, fich aber doch nit, wie iezund
ai etliche münch thun, von der weit verborgen und niemant
I zÄ gut gelebt, funder dem arbeitfamen gottes dienft erger
ben und fich das zfi thun fchuldig erkent, als er dann fchreibt
y.xi den Corinthiern *wee mir wo ich nit predigen würde.'
11
and diß ift dantf er allen fin und m&t gefetzt, allen eigen
nntz nnd gewin übergeben hat. das fchreibt er auch den
Corintbiern zfi, fie heißend der gleichen th&n : 'br&der,
enwer keiner f&ch feinen eigen funder eins andern nutz.' und
widenimb dg er fie zfi chriftlicher lieb reizt, fpricht er 'die &
lieb facht nit iren gewin' und ermanet fie daß er in das
ewangelinm umb fünft geprediget hab. fchreibt auch z& in
*do ich bei euch was und arm&t leid, wolt ich euch dan-
ttocht nit befchwarliph fein.' und bald darnach fagt er Ton
<tifen unfern geiftlichen, die gereit z& dcrfelbigen zeit an- lo
hüben zfi geilen, wurden aber durch gute und chriftlich pre-
diger gehindert, dife wort ^folichs feind falfche apoftel, be-
trugliche arbeiter, die fich verwandlen zfi apoßeln Chrifti..
und das iß nit wunder, dann auch Sathanas verwandlet
fich zfi eim engel des liechtes. hiemmb iü es nit ein großes i»
ding, ob feine diener fich verwandlen zä dienern der ge-
rechtigkeit. aber ir end wirt fein nach iren werken.'^
Karfth. Fftrwar aldo hat fie Paulus recht troffen.
Franz. Wie dann do er zä Timotheo fchreibt *der geiß
fiigt mir gewisUch, wie in den lezten zeiten etliche werden so
von dem glauben weichen udd anhangen den betrüglichen
geiften und 1er der teufe] durch falfchredend furgeben.' die
haben eitfgebrent confcienz, verbieten die ee und fpeis, die
got gefchaffen hat, daß fie ein ieder glaubender und alle fo
die warheit erkent haben mit dankfagung nemen mögen. 95
dann alles das got gefchaffen hat, iß gfit und keins z& ver-
werfen, wo man es mit dankfoguug nimpt.
Karftb. Dife wort feind wider die bäpßlichen gefatz, da-
rinnen, als ich bor imd die pfaffen predigen, verboten würt
nf faftag fleifch, eier und milch zfi eßen und daß die pfaffen 10
nit weiber foUen haben.
Franz. Ja freilich feind fie darwider, wie wol es darzä
komen, daß leider iezunt mer geacht würt was die bäpß ge*
ftift, dann was Chrißus felbs mit feinem mund geredt und
die apoftel gerodt und gefchriben haben, und würt dem bapft 35
mit größerer forcbt dann ^ot felbs gedienet, das halten imd trei-
ben die pfaffen und verke^en die rechten heiligen gefchrift mit
iren menfchlichra, ja wol teufelifchen decreten. darumb fchreibt
12
Paulus von in z& den Romern 'fie haben die warfaeit gottes
verwandelt in lugen und haben mer gedient der creator
dann dem fchöpfer.^
Karfth. Junker, mich wundert, wo ir folich ding gelemet
& habt ich bin an euch nit gewont, daß ir alTo grüntlich
pflegt uß der heiligen gefchrift z& reden.
Franz. Seit här die lutherifchen b&chei;* oßgegangen und
Hütten bei mir zfi Eberburg gewefen, hab ich meinen gan-
zen fleiß uf folichs gelegt und dank dem almechtigen got,
10 daß er mich zö erkantnüs feiner rechten 1er hat komen
laßen und von den falfchen predigem und [j^^hriAirchen
lerern. abgefordert, fo haben wir difen winter zSl Eberburg
ob meinem tifch und nach der malzett allwegen und on un-
derläßlich die lutherifchen b&cher gekfen, von dem ewan-
ih gelio und der apoßolifchen gefchrift geredt
Kar Ah. Wie mögt ir es aber alles behalten?
Franz. Solich 1er, wann fie ein menfch begirlich annimpt,
geet vil tiefer in dann ichtes anders, bleibt auch länger in
gedächtnüs: dann aldo ift die gnad gottes, die würkt dar-
so neben, der halben fichft du iezund manchen ungelerten leien,
der alein hat lutherifche gefchrift lefen hören, mer von dem
ewangelio und grund unfers glaubens wißen zä fagen dann
manchen pfaJSen der X oder XV jar gepredigt und vil bu-
cher durchlefen bat das fchaffb daß dife 1er, wie ich ge-
2& fagt, tief ingat, lang bleibt undfrucfat bringt, und iß gleich
als wie mit der leiplichen fpeis.
Karfth. Als wie?
Franz. Du fichß daß nit die fo vil und mancherlei fpeis
eßen, funder die wenig und nützliche, gelunder feind.
ao Karfth. Das ift war, w^ie wol mir (got fei gelobt) allerlei
fpeis und wie vil ich der iemer neuße, wol bekompt
Franz. Das machen pflegel, kärft mid dein arbeit: davon
magß du wol deuwen. dann anderß iß es mit den reichen
und zarten m&ßiggängern. aber als ich gefagt wie es mit
35 der fpeis, alfo iß es auch mit der 1er. nit werden gelert die
vil hören oder allerlei b&cher durchC&chen, funder die das
wenig und nutzlich mit fleiß faßeu und im nachdenken, ich
dauk dem almechtigen got, der mich hat erleben laßen die
13
«
zeit, da fein heilig teur wort und gotliche warlicit, die lang
durch die falfchen geißlichen yertmckt gewefen, wider her-
fiir und z& Hecht komen.
Karfth. Wollen 'wir dann nit die jenen, die uns fo lang
verfurt, uxnb ire übelthat llrafen? :i
Franz. Darin fcbaff got feinen götlichen willen; wie wol
ich mich felbs bedunken laß, es fei fchon die zeit, daß fie
follen geftraft werden, dann es fehickt fich allenthalben
darzä, maß auch fein, iea gefchehe langfam oder bald, das
Dim ich ab bei dem gots'wort das er fagt Matth. am VII lo
'einieder bäum der nit frucht bringt, wirt abgehauwen und
ins feuwer geworfen.' aber mir ift anders nit zä finn, dann
es fei umb die zeit^ lAe von der fant Johans der.teufer fagt
Matthei am drittea 'A ift fchon iezund die axt an den bäum
gelegt.^ wil mich nun got auch zä folichem brauchen oder is
nicht, bin ich bereit fein götlich gebot zii eritülen.
. Karfth. Junker, ir müßent furtl und wölt got, ir hfibent
fchon iezunt an: ich wölt meinen leib auch zä euch fetzen.
Franz, Unfer allergnedigßer herr keifer Karlin fol anhe*
ben und dem wollen wir all darz& dienen. su
Karfth. Ach junker, ich hab forg, er werd es nit thSn,
dann er ift g&t bäpftifch, hat der halben doctor Luthers
bucher verbrennen laßen und mit grimmigen fcharpfen man-
daten in die acht gethon, vervolget auch den Hütten, als
ich höre. »&
Franz. Lieber, das laß dich nit irren! was gefchehen, ill
viOeicht nit in böfer meinung gefchehen. fo hat er Hütten
iezund z& diener ufgenomen und hoff ^nz , er werd nit lang
bäpftifch fein, es fehickt lieh wol darzä.
Karfth. Wann das got wölt, fo möchtden dingen geraten so
werden, wie aber daß fie fagen, ein bapft fei über den keifer,
hab in zSl fetzen und entfetzen, fagen auch, die weltlichen,
furften und andere , mögen nit haut an die geißlichen
legen?
FranzJ Da wollen wir darnach von reden Amd iezund die 3&
weil der 1er Pauli gctrößen, der in allen feinen gefchriften
vermanet, dem weltlichen gewalt underthon z& fein und
fdireibt z& den Römern 'ein iegliche feel fei der oberkeit
14
iinderthon* etc. darauf fagt Origenes 'uß difen worten erfchemt
daß die weltlichen richter den gröften teil des götJicben
gefatzes erfüllen, dann alle übeltbat, die got ftrafen^^^wif er
nit durch bifchof und öberßen der kirchen funder durch die
s weltrichter ßrafen.'
Karfth. Das hör ich gern und würd es behalten, uf daß
ich inen antwurten mog, wann fie fagen von irer freiheit
und weihe.
Franz. Das magft du th&n und dich auch ziehen uf die
10 wort fant Peters, von dem üe doch urfach und anfang foli-
cher irer Freiheit und gewalts nit anders dann ein erbteil
uf fich komen fagen. der fchreibt in feiner ^Ben ^iA§t
%it underworfen einer ieden creatur umb des herren willen,
es fei gleich dem künig als dem furtreffenden oder feinen für-
u ften als die von im beßelt werden zä räch der fchuldigen
und lob der jenen die recht ibfin. dann alfo ift gottes will
daß ir wolth&ende zuftopfent iren mund den unwißenden
menfchen als frei und nit als die zä befchonung irer bos-
heit ein freiheit furwenden' etc.
90 Karßh. O karil, pflegel imd ir verlegene kolben! ift das
Cant Peters meinung gewefen, wie fchantUch haben uns
dann die ketzerifchen hüben fo lange zeit her betrogen, do
fie uns von fant Peters gewalt und Chrißus vicari gefagt
haben, wie gern wolten wir fie eren und neren, wann fie
2:1 irem ampt nach giengen. fie haben uns aber alfo lang die
meuler nit mit göten werken funder mit böfen worten z&-
gellopft. darumb kan es nit lenger alfo bleiben, muß geen.
Franz. Es würt ge'&n, daran zweifei nit! aber wann es
darzu kompt, würt dir gebüren zfi fehen, daß du auch ein
90 chriftUche gute meinung darin habeft und nit deinen eigen
nutz funder gottes dienfi; fächeft, auch nichts uß neid oder
als der räch beging, funder von gottes und fdner götUchen
warheit und gerechtigkeit wegen handeleft. als dann mag
es dir wol erfchießen und fünft gar nit
s» Karfth. Die 1er nim ich an, wil die, fo vil ich vemunft
hab, bedenken, fagt mir aber eins, ift es wie ich hör, daß
Luther und Hütten fchreiben alfo, daß der bapft nit fei als
die pfaffen ußgeben, ein haupt der kirchen?
15
Franz. Wie er iezimd und feine vorfaru etliciic hundert
jar här gelebt haben, mag ich in nennen ein haupt aller
I bosheit, fcfaand^ lafter und übelthat^ vi»ber der kirchen haupt
ift Chrifhis felbs, als Paulus fchreibt zu den Coloflenfem
*er ift ein haupt feines leibs der kirchen, der da ift ein an- ft
fang und crftgeborner uß den toten, uf daß er in allen din-
gen felbs die oberkeit hab."* und widerumb fchribt er *ir
feit erfölt in dem der ein haupt ift aller furfichtlicheit und
alles gewalts.' und das ift von dem haupt gefagt. fo ift
es auch nit war das fie fagen, Chrißus hab fein kirchen uf lo
Petrum gebauwen und darumb fei er und feine nachkomen,
die bifchof zu Rom, ein grundveft der kirchen, funder hat
er iie uf einen ftarken veßen beftendigen glauben, wie Pe-
tras zu derfelbigen zeit in Chriftumhet, gebauwen: und das
ift ChriftuB felbs. darumb fagt Paulus zu den Corinthiem u
'niemant mag ein ander iundament oder grundveft legen dann
gelegt ift, ühriftus Jefus."*
0 Karfth. Dar hör ich die rechten meinung und würd mich
' fürt an nit an ire fabeln und gefchwätz keren, ob fie fchou
1 fagen, es fei alfo in gewonhett und gebrauch komcn, dann 30
ich halt mer von Chriftus und der apoftel 1er dann von irem
bofen gebrauch.
Franz. Das heißt dich auch fant C^pxiauus thun, der
fpriclit 'ein gwonheit die bei etlichen ingefchlüpfert ift, fol
nit verhindern, daß die warheit defter weniger furtreff und «
überwinde: dann ein gewonheit on warheit ift ein veralter
irtumb. darumb follen wir den irtumb verlaßen und der
warheit nachvolgen.''
Karfth. Ach got, dir fei geclagt, daß wir fo lange zeit
der waren erkantnüs deiner heiligen 1er beraubet gewefen to
feind und man uns fabeln und unnütz gefchwätz gepredigt
hat. het ich in meiner jugent foliche 1er gehört, ich wöH
mein leben anders angeftelt haben.
b Franz. Thu noch fleiß, dann es ift kein zeit z& langfam
etwas zu lernen oder recht zä thun: du magft noch bei gu- 3&
ter zeitkomen. dann auch Chriftus im ewangelio fagt, daß
die erften mögen werden die lezten und die lezten die er*
Ren werden.
16
Kar All. Ob got wil, fo bald ick heim kouie, wil ich
all lutherilche b&cher kaufen und mir einen fchujj^r, wann
ich nit arbeite, darin leien laßen.
Franz. Das folt du auch thfin. doch war gut, du hör-
5 teil auch einen giften prediger. ^^
Karfth. Ach junker^ wo;fol ich den^nden? unfer pfarrer
ift wol ein gut^* ze<c0ge/ell,..iWeißt' aber Bit vil von jjlor
fchrift zu Tagen.
Franz. Das id bös und wol zu erbarmen daß man das
10 chrifllich volk nit anders mit pfarrem verficht, hierumb
wil von nöten fein, daß man den geÜUichen heuptern ia ir
regiment trag und in mit nichten geilatte, der kirchen g&*
ter in woUuft und mfißiggang zu verzeren, funder fie heiß
^ die fchaf Chrifti, wie fie von got geordnet feind, weiden.
15 das haben die apollel und alte bifchof und pfarrer gethon,
deren forg allein geweß, wie fie das volk mit guter chrift-
licher 1er verfehen und haben der halben oft ir felbs not-
turft vergeßen. als Cyprianus der fchreibt zö dem bapft
Comelio *o bräder, uns gehört zu und eignet fich unfern
90 confcienzen und gewißen, fleiß zu haben, daß ir niemant
durch unfer verfaumniis von der kirchen verderbe.'
Karfth. Wie heißt fant Cyprianus den bapß bruder?
Franz. Warumb nit? zu der zeit feind alle bifchof gleich
gewefen, wie auch die apollein, und folt noch alfo fein.
2s dann in der kirchen Chrilli foL ein vergleichung fein und
wir follen uns all under einander für br&der erkennen, da-
rumb beten wir auch all zfigleich 'vater unfer,' dann Chri-
Ilus fagt im ewangelio *ir folt keinen vater nennen, dann
einer ill euwer vater, der himelifch.'
80 Karilh. Warumb heißen wir dann den bapll vater und
darzü allerheiligften vater?
Franz. Warumb thun wir vU das nit von nöten ill? er
folt es uns, ^wann wir das uß freiem willen thun wölteny
nit geüatten , funder fich dem&tigen. aber er hat feinen
35 llul über gottes öxd geruckt und darumb muß er Lucifer
nachfaUen.
Karflh. So fall er in aller teufel namen und der teufe]
helf im darnach widerumh auf!
17
Frans. Bis geduldig! aber daß ich wider an die vorige
red kom, fpricht fanct Auguftinus Volcher probft, prelat
oder biTchof alfo gefint daß er fich des felbigen ampts fi'euet,
fScht fein felbs eer und ficht alein feinen eigen nutz an, der
weidet fich und nit die fchall'' &
Karilh. Und als ddnn. tbut er nit, wie 4r gefagt, die apo-
ß^^ thun Tollen, die hatOhriftus g^dßen,* ir felbs verge-
ßen und gar nichtes für fich forgen, funder allen fleiß und
gedanken uf das volk Chrißi legen und keren, daß es mit
gäter underweifung yerfehen werde. ' lo
Franz. Wie du höreft, und war noch vil zu fagen, wie
fie leben und wie fie das prießerlich ampt annemen und ver-
forgen follen. als Chriftus fagt Johannes am X 'furwar fag
ich euch, wer nit in fchafllal geet durch die tür, funder an*
ders wo hinin fteigt, der iß ein dieb und rauber. der aber is
z& der tür hinin gat, iß ein hirt , und der türhfiter thät im
uf und feine fchaf vernemen fein ßimm.' nun möchteß du
»
fragen: wolches iß aber die tür des fchafiftalles? das fagt
dir Chrißus am felbigen ort fprechend 'fiurwar fag ich euch:
ich bin die tür der fchaf.' und bald darnach 'ich bin die tür. 20
wer durch mich in geet würt behalten und würt in und uß
geen und weid finden, ein dieb kompt umb anders nichts
willen dann daß er ßele, totfchlage und verderbe, aber ich
bin komen daß fie das leben haben und daß fie das über-
flüßiklich haben, ein gftter hirt gibt fein feel für feine fchaf. »
aber der taglöner und der nit ein hirt iß , des auch die fchaf
nit eigen feind, ficht den woIf komen, verlaßt die fchaf und
würt flüchtig, fo reißt und zerßreuwet der wolf die fchaf.
aber der taglöner fleucht hinweg, dann er iß ein taglöner,
und forget nit für die fchaf. ich bin der gut hirt und er- ao
kenn meine fchaf und würd auch von in erkent.' alfo iß
Chriftus ein hirt gewefen und alfo hat er fich den nachko-
menden hirten z& eim beifpil gemacht, nit als iezunt die
bifchof und prelaten in irem gebräng leben und all ding uf
gewin, reichtumb und wolloft fetzen, darumb fie auch des ss
geißlichen fiands begeren : funß wollen fie des z& nichtes. und
folichs feind die dieb und rauber^ die nit zd der tür hinin
geen, das iß durch Chrißum, funder umb zeitlichs reichtumbs
2
18
und eer willen werden fie pfaffen. und wann fie dann aJfo
in fcfaafltall komen , denken fie gar nit äh Cbriftus bevelcb,
daß fie vom reich der bimel predigen, die kranken bellen,
die toten uferwecken etc., geben aucb nit die gnad gottes
5 wider umb funfi wie fie die empfangen, funder bier gegen
reißen und würgen fie die armen fcbaf , wie man dann ficbt,
mit gelt abforderen, fcbinden, fcbätzen, bannen und achten,
das in doch nit zugebort, dann feiiger ill; (als Paulus fagt)
geben dann nemen. und er fchreibt z?\ den Corintbiem,
to fein gewalt fei im gegeben zu einer ufbauwung, nit zu ei-
ner zerbrecbung. Aind als er in tein z&kunft verkündet,
fchreibt er alfo *ich bin bereit zfim dritten mal zfi euch zfi
komen und wil euch nit befchwärlich fein, dann ich beger
nit euwers gutes funder euwer feien.* / alfo haben die priefter
1» g^alt über uns und nit mit irem ban zö fchrecken und
zfi notigen, funder wie Paulus pflag, wann wir irren, in
fanftm&tigkeit und fitlicher weis zu bitten und yermanen.
dann als fant Jobannes Chryfofiomus fagt, ift Cbriftus ko-
men daß er die Ilerblichen menfchen mit miltigkeit feiig
so^mächt und nit mit fchrecken darnider würfe, und der hal-
ben ift auch des felbigen lerers meinung, got troue uns uf
das ewig feur, nit daß er das über uns fören wol, funder
uns zfi überreden, daß wir uns davor hflten und es fliehen,
fo weißt man wol, wie die alten bifchof iren gewalt ge-
S5 braucht haben anders nit dann wie Hypriany; fchreibt zfi
einem bifchof, den einer von feinen prieftern übergeben und
uf das hochft gefchmächt het, dife wort: Vürt er dich fur-
ter mer mit feinen fchmächworten erbittern und reizen, fo
gebrauch dich gegen im des gewalts deiner eren, daß du
so im antweders entfetzeft oder aber dich feiner gemeinfchaft
entfchlageft. und folichs iß die höchß ftraf gewefen , die
Cbriftus feinen apofteln gegen den ungehorfamen fiir zfi wen-
den bevolhen hat darumb fagt er zfi Cfiifo, wann fein
brfider im nit volgen wölt und auch der kirchen nit gehor-
S5 fam fein, folt er fich fein abthfin und in halten als ein ab-
gefünderten und verachten menfchen. uf das fchreibet Pau-
lus' zfi feinem jnnger Jpto. 'einen ketzer oder abtrünnigen
Iblt nach einer oder zweien ermannngen vermeiden.* und
19
zu den The^Jfinißlieni 'brfider, ich verkünd euch in dem
namen Jefu Ohrißi unfers herren, daß ir euch abfundert
von einem ieglichen bräder der lieh unordenlich und nit nach
nnfer 1er, die wir gegeben haben, halte.^ das ift der ban.
aber iezund ift der geilUichen ftraf fcherpfer dann keins ty- s
rannen grinmiigkeit, als man fchinbarlich ficht in des bapßs
bullen, die all gr&n donerstag zfi Rom gelefen würt. die hat
mir Hütten verteutfchet und ich find bei fechzigerlei menfchen
die in der felbigen bullen durch den bapft järlich verbannet
werden, alfo leind fie iezund bäpft und bifohof , nit mit chrift- lo
licher fanftmfitigkeit, funder in tyrannifcher wfiterei, nit mit
g&ter 1er und vcrmanung, funder mit fchelten und verfl&-
chnng. darumb mag ich von in fagcn wie im pfalter ge-
fchriben *fie haben lieb gehabt die vermaledeiung und fie
würt in komeu; die benedeiung haben fie nit gewölt und^'fie »
würt weit von in fein«*
Karfth. Wie komen fie aber damf daß fie eben uf den
gr&nen donerstag alfo verflachen?
Franz. Des weiß ich andej^s kein urfach dann daß ich
acht, fie haben in furgefetzt, Chrißo ganz und mit allen ao
dingen entgegen zä fein, dann er hat uf den felbigen tag
das brot und den wein gefegnet und gebenedeiet und uns
das facrament z8l einer heillamen narung und arznei unfer
feien gefiift. dargegen teilen dife folichs ir j;ift uf denfelbi-
gen tag uß, damit fie fo vil in inen die feien verdammen, as
verwandlen die barmherzigkeit gottes in einen menfchlichen '
zom, die br&derlichen lieb in ein feintliohe vervolgung, den
friden in krieg, den fegen in ein fluch, und darumb heißt
nns fant Augußinus von in laßen und fie meiden als die
wolf fprechend Verkßent die flinmi des wolüs und volgent so
nach der Itimm des hirten V und über folich ir tyrannei fchreit
der prophet füsj^niias fprechend 'wee den hirten die zer-
Areuwen und zerreißen die herd meiner weidl fpricht der herr.*
KarAb. .Als ich hör, ift alle gefchrift vol und wir fehen mit
mifem auge;i daß wir nit verforgt feind nooh leiden wir bei a»
nns der pfaffen tyrannei und ärgerlich b6s leben.
Fr ans. Das foUen wir unib gotes willen thun: der würt
es zfim heften fehicken. dann als Paulus fchreibt zä den .
2-
20
Coloffetifern 'wer einem unrecht hat gethon , wiirt umb feine
übelthat Vergeltung nemen.' und darumb foUen wir es got
heim geben und in feinen willen fchaffen laßen, wie wol
Cyprianus, als ich underwifen bin, meint, das gemein volk
5. fei nit entfchuldiget , wann es^einen ungefchickten bifchof
habe, funder gebür im lifäie^s zu haben, wie und wer zu
hirten gewelet werde.
Karßh. Das halt ich auch* wie wol iezund die pfaffen
fagen, wir haben nichts darin zu fagen, wie fie es in der
10 geißlicheit machen, heißen uns grobe rul2en und knotafiien,
haben uns auch anders nit dann wären wir unvernünftige
tier. daä^thut mir wee und wie wol ich biß har weiter
under weifung nit gehabt, hat mich danuQcht bei mir felbs
bedaucht, es fei nit billich alfo mit uns z& handien.
15 Franz. Es ill nit billich, dann fie follen niemants uß der
kirchen fchließen. wir feind all die kirch und keiner mer
dann der- ander, es follen auch wir (die fie leien nennen)
die bifchof und pfarrer helfen welen und uns felbs verfehen.
Karlth. Das halte ich auch, aber iezunt welet man kei-
20 neu bifchof noch pfarrer, funder werden foliche ämpter umbs
gelt erkauft, dann ob man fchon ein bifchof welet, hat es
doch kein kraft, er geb dann dem bapft gen Rom fein
fchatzung. und iß ie ein erbärmlich ding zu fehen, daß fo
ungelerte, untügliche, auch oft jung perfonen z& den ämptern
S5 komen, dann fie nemen wol die zins und renten in, aber
der arbeit geen fie ganz m&ßig, funder fetzen an ir ftat an-
dere dahin, die richten fie mit wenig geltes ab: darumb
thÄn fie auch wenig arbeit, und folichs feind die taglöner
(als ich verllee), von den der herr fagt, 'fie fliehen wann
ao der wolf kompt, dann fie nemen fich der fchaf nit vil an.^
f'ranz. £s iß bos gnüg: hoff aber, es foll beßer werden,
got hat es uns auch verheißen^ do er durch den propfaeten
Qieremias fprach 'ich wjl euch geben hirten nach meinem
herzen und die felbigen werden euch in kunft und 1er weiden.'
35 Karßh. Gib, herr got, gib uns foliche und erlös uns von
dem bäpßifchen b^wang und der pfaffen übermAt, die in
irem brächtifchen, ärgerlichen leben dein götlich wort fohant-
Uch undertrucken und uns die heilfamen felenfpeis frävenlich
21
enziehen! haben uns an ftat deines leichten jochs ein un-
triglich befchwarnis nfgel^t
Franz. Das geb got als er auch th&n würt. dann er kan
und mag ir bos regiment länger nit gedulden, hat in ^uch
die ftraf getrouet durch den propheten Ezechielem fprechend s
'wee den hirten Israel die fich felbs weiden! folten nit die
herd von den hirten geweidet werden ? ir habt die 'milch
geßen, euch von der woU gecleidet, und was feift gewefen,
habt ir gemetzget, aber meine herd habt ir nit geweidet, was
fohwach gewefen iA, habt ir nit geheilet, was zerbrochen, lo
habt ir nit verbunden, was verworfen, habt ir nit wider
bracht, was verloren, habt ir nit erquickt, und *was krank
gewefen ift, habt ir nit gefucht, funder h»bt ir mit einer
gefcbwindigkeit geherfchet und mit gewalt: dardürch feind
meine fchaf zerlirouet. dann da ift kein hirt gewefen und is
feind worden ein verfchlindung der wilden tieren* etc. und
bald darnach %ierumb, ir hirten, hörent das wort des her-
renl alfo fpricht got der herr. nempt war! ich wil über die
hirten von iren henden meine herd forderen und wil^ fie
ofhoren machen daß fie fürt an nit mer weiden meine herd so
und fich auch nit mer felbs weiden und wil meine herd erlöfen
von irem mund, daß fie in nit me^ zu einer fpeis feind*
etc. ift das nit .ledll .troftliche prophecei zu difem handel?
Karßh. Ja furwar und wie der prophet gefagt, gicht es
auchiezund mit den pfaffen. fie weiden fich felbs: das ficht 9»
man wol an iren feiften beuchen und glatten bälgen , an iren
d^ungen, heufern, braiferei und fänftem vollem leben, aber
uns armen weiden fie gar nit, dann wir geen in großem
hunger des götlichen wertes.
Franz. Ja billich hunger, wie du fagft. dann warlich iezund so
ift die zeit, von der Arnos der prophet gefagt 'nim wai^
(fpricht der herr) es komen die tag daß ich würd fenden
den hunger uf die erden, nit hunger des brots oder dürft
des waßers, funder jk& lioren Has wort gottes."*
Karfth. Fürwar ift es dife zeit dann ich glaub nit, dal^ss
ie die weit begiriger fei geweft z& hören das ewangelium
predigen dann iezund, als das von den böswilligen und un-
gefcbickten geißliuhen verhindert und zä ruck gefchlagen
22
iß. darzd freßen fie uns biß uf die bein, und glaub, wann
fie uns gar freßen betten, fie wären dannodbt nit erfettiget.
Franz. Der geleichen hat Chrißua felbs auch zu verfteen
gegeben in dem gleichnüs Marci am zwölften und tmce am
i zweinzigften, do er fagt von einem reichen der feinen Wein-
garten etlichen verlihen het, und da fie im feine gerechtig-
keit darvon iiberfchicken folten, handleten fie im feine bo-
oten und diener iibel und gaben in nichtes. z& letft fchlügen
fie im auch feinen fun zA tode. fragt Chrißus: was wurt
10 difer herr mit den felbigen pauren machen? und antwurt
felbs darauf: er würt komen und die pauren wurt er ver-
derben, aber feinen Weingarten würt er andern verleihen,
merkft du was zu hofien? biß här ift der weingart gottes,
das ift^ die kirch, den pfaffen verlihen geweft, die haben iren
15 nutz darinnen gefchafft; aber got dem herren haben fie kein
frucht oder nutzung zugeftelt, funder haben im auch feine
diener und gefanten, das ift, die vermaner der chriLllichen
warheit und g&te prediger übel gehandelt, und darumb wil
got feinen Weingarten (die kirchen) von in nemen und den
so andern verlaßen.
Karfth. Ich fehe es gern gefchehen.
Franz. Wil got, du würft es auch fehen, dann es hebt
fich fchon an und die weit ift (wie du gefagt) dürftig nach
dem ewangelio, begert göte lerer und prediger zu haben.
S5 fo heben die lutherifchen fchäler allenthalben an zS predigen,
und mir ift ungezweifelt, es würt geen und wir wecdfiD. nach
ußreutung der bofen gdte hirten überkomen. die felbigen
werden gefchickt fein wie von den Paulus fagt z& den Th^f-
falonicenfem 'ir wißent wie man uns nach volgen muß , dann
M wir feind nit ufr&rig bei euch gewefen, haben auch unfer
brot nit umb fünft von iemant geßen, funder in arbeit und
m& tag imd nacht werkend, uf daß wir euch nit befch war-
ten.' er leret auch feine nachvolgende, fie follen bei den
frembden ein eerlich from leben f&ren und keins andern gdts
35 begeren. und zfi den Theflalonicenfern fchreibt er 'als ir
wißent, feind wir nie in fchmeichelreden bei euch fiinden
worden oder in verurfachung der geizigkeit oder als die eer
forderend von den menfchen' etc. in wolchen werten er
23
ußtraokt ein wäre biltnüs eins gerechten bifchofs und hirten,
der (ol die warhcit predigen und niemant zfi lieb oder
leid reden, als iezund.gefchicht, do üe dem bapft hofieren
und feine gefatz, ob fie diefchon unrecht und z& verwerfen
erkennen, lur gottes gebot ziehen, woiches zfi förkomen s
bat^ Chriftus felbs die Juden geftraft Mattbei j^m^XV und
Marci am VII, daß fie umb menfchlicher gefatz willen die
gebot gottes überträten, und do er feine apofteln außfchickt
and in z& predigen befalch, als Matthei am X und Luce
am XII, gebot er in, fie folten nit forchten die jenen die lo
den leib töten mögen, funder got der die fei mag toten,
und darumb fagt er in, wie fie von feinent wegen und umb
der warheit wiUen vervolgt werden folten und fprach 'wer
aber biß zu endbeßendig bleibt, der würt feiig.' und fpricht
LfUceamIX 'wer fein feel behalten wil, der würt fie verlieren. i5
wer die aber umb meinent willen verleurt, der würt fie be-
halten.* und Luce am X, do er die LXX jünger ußfchickt,
fpricht er z& inen 'ich fchick euch als die lämmer under
die wolf.* dardurch fich Paulus gar gät dunkt und ber&mbt
fich in einem geiftlichen und chriftlichen fiolz feiner marter so
und anfechtung, do er den Corinthiern erzelet, wie oft er
gegeifelt, verfteinet, gefangen und gefchlagen fei und was er
gelitten hab umb der warheit und Chriftus willen, und die
iqpofteln, als^Lucas Schreibt am V capitel im bfich der apo-
fteln gefchicht, als fie eins mals von den bifchoffen und ober- ss
Aen gefchlagen waren, giengen fie mit gutem mät von in
und freuweten fich daß fie wirdig wären worden , umb Chri-
ftus willen fchmach z& leiden, aber iezund förcht man den
bapft und nit got. und dammb feind leider wenig die uns
frei die warheit verkünden, es wöUen auch die pfaffen fanciiso
Paulus 1er in dem vorigen fpruch, do er in von der geizig-
keit fagt, nit annemen, funder bleiben wie fie feind und als
die von den Chriftus fagt Luce am XX 'fie verfcl^linden die
heufer und narung der armen witwen.'
Karfth. Das thun fie warlich, und uns armen leut fchätzen 85
fie biß uf den grad, thönd anders nit dann als wölten fie
es gar haben, wie wol doch Chriftus das himelreich gar
teur hat gemacht den die alcin nach zeitlichem reichtumh
24
trachten, do er Tagt (ab ich hör) *o wie fchwärlich werden
die fo ir yertrauwen uf dae gelt fetzen, ins reich der liimel
geen.** und meint, es fei müglicher einem kämeltier durch
ein nadel ör zugeen dann eim reichen zu himel. darbei mag
^ ich mein meinung auch fagen. ich glaub müglicher Tein daß
mein apfelgrau pferd fchreiben und lefen lerne, dann daß
unfere pfafien und bifcbof, wie die iezund leben, feiig werdem
Franz. Noch großer ift, daß He in mit nichts ben&gen
laßen, funder ir fack hat keinen boden. darumb mag ich
10 z& in lagen, wie ich von Hütten hör, daß der poet Flau-
tus fprech z& den geizigen frauen *das mör ift nit das mör:
ir feit das aller geizigß mor.'
Karfth. Ja furwar feind fie mit dem mor zu yergleichen.
dann wie alle waßer darin fließen und mögen es doch nim-
u mer* erfüllen, alfo nemen, ziehen, reißen, rauben, ropfen
und ßelen die pfafien täglich, noch werden fie nit erfult oder
erfettiget, funder forderen iemer noch mer.
Franz. Es war wol billich, daß die jenen fo dem altar
dienen, auch von dem altar (wie Paulus fagt) lebten, dann
so er fchreibt alfo zA den Cpri^thiern 'der herr hat es veror-
denet daß die das ewangelium verkünden, foUen von dem
ewangelio leben."" aber dife nemen nit ir notturft, funder
fachen Überfluß und thän doch nit dameben das fie fchul-
dig feind. dann die unfere fleifchliche ding, das ift weit«
23 liehe g&ter, von uns fchneiden wollen, feind fchuldig dar-
gegen geiftliche ding, das iß das ewangelium und gäte chrift-
liehe 1er zu fewen und pflanzen, wie das Paulus hat ge-
fchriben, den fie auch in dem nit hören wollen, do er fie
von weltlicher eer abzeucht, funder wollen nur atein in der
90 weit geert fein, erheben fich über keifer, künig und (urßen,
ja mer heißen fie in die felbigen ire f&ß küffen. aoh got
von himel, war zu iß dein heiliger glaub komenl was hat
man uß dir gemacht! wie ift dein gotlich gefatz und gebot
fo gar verkeret! du haft deinen jungern ire füß gewafchen
35 an dem letften nachtmal und fie das felbig beifpil annemen
geheißen, do du zu inen fprachcß *wißent ir, was ich euch
iezunt gethon habe? ir heißent mich meifier und herre und
fagen t recht, dann ich bin es auch, fo nun ich euwer meifier
25
und herre euwer föß gewäfchen bab, fo follent auob ir
einer dem andern feine f&ß wäfcben, dann icb bab euch
ein beifpil gegeben.' o almechtiger ewiger got und herr,
wie bafl; du es fo gar gut mit uns armen fundem auf difem
ertreich und eilend gemeint und wie gar würt dir nit gevol* &
get! du haft in difer weit nie wollen g&t nocb eer baben.
und do man dicb zfl künig weit erbeben, de floheß du
von dannen. du fpracbeft aucb z& Pilato, dein reich war
nit von diCer weit, aber dife fechten mit waffen und wor,
mit eifen und feuwer und mit allem irem vermügen nach to
ftetten, landen, künigreioben, herrfchaften und gebieten,
treiben uß die furßen und berauben die künig. du fprachß
von dir felbs 'der fun des menfchen iß nicht komen daß
man im dienen fol, funder daß er aodern diene;' aber dife
zwingen und überkomen die ganzen weite under ir geböte, i»
da haß in deinen großen eren, do du zu Hierufalem inrit-
teß, geweinet; dife haben ein behäglicheit in irem bracht
und machen uß in ein bild des künigs Nabuchodonolbr, wol-
len an allen orten globt und geert, ja auch angebetet fein,
das fei dir, barmherziger got, von aller fromen chrißen we- ao
gen gedagt I wölß dein barmherzigen äugen nif thän und
uns von den wütenden tyrannen erlöfen!
Karßh. Solichs wil ich nit ufhoren täglich z& bitten, biß
fo lang ich hilf befinde und erfüllet werde die prophecei der
m&ter gottes Marie, da fie fpricht *er bat die hoffertigen in ss
den gedanken feins herzens zerßreuwet'
Franz« Sie wirt eigentlich erfüllt werden.
Karßh. Was iß es aber (falt mir iezund in gedachtnüs)
das fie fagen, ir brangen, hoffertig geber und pomp treiben
lie es got zä eren? so
Franz. Ja wol.got, als got mit lund wolt geeret fein,
aber nichts deßer weniger fprechen fie wie du fageß und
liegen fchälklich daran, dann fie dienen dem teufel und nit
got damit, und darumb fagt von folichen Gerfon, gar ein
ohrißlicher lerer, als ich in ber&men hör: 'der unnütz ßolz, 35
weibifch pomp und gebräng der geißlichen eret nit die kir-
eben gottes, funder befchwärt die vil mer. dann die eer
der kirchen würt erleuchtet nit in weltlicher reinlicheit,
26
rcheinbarlicbem bracht und weibifchem g«zier, funder in
einem reinen geift und in heiliger betrachtung.'
Karßb. Was fol man dann alhie fagen von dem großen
gefehmück in den kirchen, der von gold, filber, perlin, edel
i geßein und allerlei gefchmeid zfifamen gebettelt ift? von
den koltlicben gemälts darinnen, von bildung und tafeln, die
zäm teil der materien , zäm teil kunll und arbeit halber un-
fprachlich vil gekoft haben? und zä voran von dem ge-
fchlagen gold das man an wend, feulen, tafeln, holz und
10 ftein gefchmürt, und mag, daß es zfi einigem weitern nutz
kam, nit mer von dannen genomen werden? was fol man
auch fagen von den orgelen und von den glocken, die fo
gemein worden feind daß iezund nahent kein dorf ift, es
wil drei oder vier oder fünf haben? in dem allem ich gar
15 kein andacht fpür, kan auch nit denken, wie etwas gfits
von folichem gezier komen mog. furwar do ich ein Jüng-
ling was, wann man in kirchen uf den orgelen pfiff , gelüftet
' mich zä danzen. und wann ich hört fingen, ward ich im
fleifch aber nit im geift bewegt, het auch oft bofe gedanken
90 in anfchauwung der fröulichen bildungen auf den altaren.
dann kein b&lerin mag fich üppiklicher oder unfchamhaftik-
licher becleiden oder zieren dann fie iezund die muter got-
tes, fant Barbaram, Katherinam und andere heiligen for-
mieren.
Tb Franz. Was folt man darvon fagen? es ift alles nit vaß
g&t, gleich wie auch die kirchen felbs, deren fie mer dann
zä vil und all zä koftlich bauwen : darvon wir hernach re-
den wollen, als auch die großen ftiflung der pfründen, daran
mancher unnüzlich wendet das feine kinder hernach gar
30 fchwärlich emberen mäßen : und kompt doch gar kein nutz
darvon, dann es reicht zä erhaltung m&ßiggänger, voller,
unzüchtiger heut, die nennet man iezunt geiftlich und fie
geben fich auch darfur uß, wie wol fie weit von geiftlichen
gedanken und werken feind. aber das unverftändig volk zä
35 betriegen, machen fie den leuten ein fpiegelfechtens vor äu-
gen mit iren ceremonien und gauklerei.
Karfth. Junker, was feind cqnnonius?
Franz. Ceremonie (als mich Hütten bericht) heißen ußerliche
27
geberde die man in den kirchen z& gottea dienft ftbet als
mit neigen, bücken, cleidnngen, fingen, reuchep, fanen und
(renz tragen, fich her und dar wenden, dife und jene orde-
nung halten und der gleichen on zal. der waren in der al-
ten ee vil Ton got felbs geboten, aber nun war ir keine von &
noten. dann iezund fol man got im geift dienen und ußer-
Höh gar nichts anders dann gäte werk, darvon andere bei-
fpil nemeu mit dem&tigkeit erzeigen, darvon Chriftus /agt
*euwer üecht folleuchten vor den menfchen, daß fie euwere
gAten werk fehen und meinen himelifchen yater dardurch lo
ere.* und darumb fchreibt fant Jacob in feiner epiftel 'wer
iß under euch weis und mit kunft geziert, der beweis feine
werk durch ein gutes beiwefen mit fanftm&tigkeit.' fant Hie-
ronymus fagt auch 'in der kirchen gottes muß man nit alein
leren funder auch thün, uf daß nit die wort durch die werk t5
zerbrochen werden.^ aber iezund findt man pfaffen und lei-
der den meiften teil der geißlichen, die nit alein bofe werk
nit fliehen, funder fich auch der nit fchämen, treiben die
öffentlich und on alles fcheuwen, darvon groß ärgemüs
kompt Paulus fdireibt z& den Theflalonicenfern 'ir folt euch so
auch vor einem ieglichen fchein des Übeln h&ten.^ damit hat
er gewolt, daß fie follen auch verh&ten daß fie nit übel ge-
thon haben gefehen werden, ob in fchon unrecht gefchäch;
alfo ganz hat er fie rein haben wollen, das folten unfere
prießer iezund beherzigen und ire fchand nit fo öffentlich >5
treiben, daß man nit, ob fchon einer under in from war, fich
doch nichts gStes (wie iezund gefchicht) zii im verfehen
dorft umb des gemeinen böfen lebens der pfaffen willen.
Karßh. Das iß war, und in iren heufern findt man allwe-
gen mer hSiven dann betb&cber. aber die bifchof haben als so
gar nichts mit der geißlicheit zu fchicken, funder warten
alein irs furiUichen brachts, daß fie den ßätlich f[\ren und
dkß es recht am hofe Zugang, fetzen an ir ßat weichbifchof,
die heißen fie der geißlicheit (der fie fich felbs fchämen)
i^ußwarten. das iß freilich Cbrißus meinung nit gewefen. 35
Franz. Gar nit, funder do er Petro das hirten ampt be-
falda, fragt er in zä drei malen, ob er in lieb und mer dann
die andern lieb hette. do nun Petrus fich uf Chrißus felbs-
28
erkantnus zeugt daß er in lieb het, befalch et im die fcbaf
zu verh&ten. )a die fchaf zä yerh&ten , nit zd fraßen, zfi
würgen und 'z& verw&ßen, befalch im auch nit die eer Xun-
der das werke, nit den bracht funder die arbeit, wolcher
& bapß oder bifchof h&tet aber iezund der fchaf Chrifti?
Karfth. Sie h&ten daß ee got erbarm, alle fachen fie zeit-
lich eer und g&t, keiner pfligt der arbeit feins ampts: ziehen
lich^ doch uf fant Peter und ber&men lieh der fchlüßel.
Franz. Wann fie den herren recht lieb betten, möchten
io fie fich der wol ber&men, dann als denn verweften fie auch
ir ampt das in bevolhen. als fie aber iezunt leben, magftu
frei glauben, fie haben weder fchlüßel nodi gewalt. dann
folt der für den grollen liebhaber gottes erkent werden, der
am meißen ßet, leut, lant und herrfchaft under im hat, fo
15 war ein ieder tyran und w&terich gottes liebhaber und der
türkifch keifer iezund war an fant Peters fi;at, dann ich acht,
er fei der mechtigß under allen die iezund leben. ea_Juit
aber die geßalt gar nit, funder wie Chriftus die forg und
verh&tung feiner fchaf, das ift des chrißlichen volks, Petro
80 bevolhen hat, alfo hat die Petrus fürt an feinen mitbr&dern
und nachvölgenden bevolhen.
Karßh. Das wil ich gern hören, wie hat er das gethon?
Franz. In feiner erßen epißel am fünften capitel fohreibt
er alfo ^euch die ir prießer feind, als auch ich prioßer bin,
36 bitt ich« verhätent fo vil in euch iß die berd Ghrißi, acht
uf die habend nit bezwänklich, fundei^^mit g&tem willen,
nit fchantlich des gewins darin begefedd, funder mit einem
zuneiglichen gem&t und nit alfo daß ir euch einer oberkeit
über euwere mitbruder annement, funder daß ir der herd
30 beifpil feit, fo wer dt ir, wann der furß aller hirten kompt,
ein unzergänkliche krönen der eer empfahen.'
Karßh. Das iß recht underweifet foliche bifchof und
pfarrer folten wir haben, und die möchten fich billich.uiiant
Peter ziehen, wir wölten fie auch nit münder dann die apo-
3& ßel achten.
Franz. Das war auch billich. und wann foliche hirten in
Teutfchland wären, dörft niemant lagen, daß den feien
nit geraten oder fie nit verforgt wären, nun hat der frum
29
Pelrus feinen fleiß gethon: ße halten fich aber gleich gegen-
wegs. dann erAlich wie er fie bittet die herde zu verhüten,
das ift ein fchimpflich red, geet in zä einem or in, zäm an-
dern uß und ift in gar ein kleine forg.
Karfth. Aber in dem (bednnket mich) volgen fie im, daß 5
fie die pfrühden unbezwänklich annemen. dann fie rennen
und laufen darnach und beitet keiner biß man in bitt die
anzunemen.
Franz. Das ift wol war. fie begeren aber der pfründen
genieß, nit der arbeit (wie Petrus wolt): der befalch in (wie lo
ich gefagt) das ampt, nit den gewin oder nutz.
Karfth. Das fihe ich wol. und er hat wol forg gehabt,
es werd etwan darzä komen daß fie es alles in der geift-
Ucheit uf gewin und plackerei fetzen würden, darumb bitt
er fie zfivor darfur, daß fie nit iren nutz und gewin darinnen is
Ijicfaen wollen, und daß er fie defter häftiger bewege, nent
er das ein fchantlichen gewin und heißt fie in annemnng di-
fes ampts ein zfineiglich gemftt haben, nit (achte ich) daß
fie des nutzes, funder der m&, forg und arbeit beging wären,
und als er gereit zu der felbigen zeit geforcht, fie werden so
noch ein tyrannei under in ufirichten, hat er fie difes ampts
nit als mit gebiet und herfchung ira mitbr&der z& bezwin-
gen , funder als mit einem erbern fromen leben das chriftlich
▼olk durch g&te beifpil uf tugent und gerechtigkeit zä reizen,
pfl^en geheißen. 2h
Franz. Fürwar du haft es recht verftanden, und als ich
fihe, war dir leichtlich z& helfen, daß du zd rechter erkant-
nüs des chriftlichen glaubens kämeft. darumb laß dir die
kitrifchen bftcher, wie du vor gefagt haft, lefen. ^
Karfth. Das wil ich, ob got wil, thän imd dameben die so
ewangelia, wo ich die anders teutfch bekomen mag, mit
fampt ISftnt Paulus und der apoftel 1er.
Franz. Darin würft du wol faren und wiirft, wann man dir
fant Paulus epifteln liß, hören , wie er die bifchof und pfar-
rer hat geftiftet. a»
Karfth. Das wolt ich iezund gern hören.'
Franz. Seinem junger Timotheo fchreibt er in der erften
epiftel am dritten capitel 'ein bifchof oder pfarrer (dann zA
30
den Zeiten und ein weil damaeh ill es ein ampt gewefen)
maß unfiräflich fein, ein man eines weibs, wacker, nücHier,
fitlich, gaftfrei, gefebickt andere 2& leren, nit ein weintrin-
ker, totfchläger oder fcbantlicb des gewins beging, fander
s gerecht und dem gezenk und geitigkeit frembd fei' etc. nun
kauft du erkennen, ob wir iezund der gleichen bei uns haben.
Karßh. Ich glaub, wir haben lang keinen folichen gehabt,
. wie wol fie uns taglich neuwe heiligen machen.
Franz. Als z& voran die münch, die wollen ieder orden
10 die meiften heiligen haben, und ift die urfaoh, daß man in
defter mer in ire clößer gebe.
Karßh. Anders nit.
Franz. Got weißt am baßen ob foliche heilig feind oder
nit warlich ich halt wenig darvon, dann ich floh daß fie
ift dem bapß gelt geben, der canouiziert fie.
Karßh. Was iß das gefagt?
Franz. Das heißt in die fchar der heiligen fetzen« darumb
wo fie etwa einen alten bräder im grab ligen haben, von
dem fie etwas fagen künnen, fchicken fie gen Rom, fchrei-
90 ben dem bapß, er hab zeichen gethon, fo fordert der bapß
feinen Ion für die bullen, und wann er den hat, fo macht
er in heilig, das haben wir bei unfern Zeiten mer dann ein
mal alfo gefchehen mit angen gefehen.
.Karßh. Hilf, got von himell was hör ich! würt auch die
95 heiligkeit der heiligen umbs gelt erkauft? nun fich ich daß
es doch gar b&berei mit den geißlichen iß.
Franz. Wie dann unfers hergots rock z& Trier. . ^
Kar^ßh. Iß es warlich Chrißus cleid geweß?
Franz. Da wil ich nit von urteilen, das weiß ich aber
ao wol, daß der bapß beßätigt hat, er fei es, hat aber etliche
taufent ducaten für fein guten willen genomen und ein teil
Ton dem gelt das zfi der walfart gefeit, mfiß man im auch
jarlich überlifern. das feind die trierifchen pfaffen wol zö
firiden , dann fie haben dannocht gmßen gewin darvon. alfo
35 behilft fich einer mit dem andern. Über wir einfaltigep -leien
yerßeen die fachen nit und iß ein zeit lang groß laufens
gen Trier, den heiligen rock z& fchauwen, geweß.
Karßh. Er geßat mich felbs ein guldin oder fechs.
31
Franz. Die lieiteft du baß angelegt, betteft du deinen kin-
den' brot darumb gekauft
Karfth. Ja fiirwar baß. aber mit fchaden würt man weis.
es fol ob got wil hinfur kein pfafi* keinen pfenning von mir
iemer bringen. »
Franz. Wir underlaßen aber von den bifchoffen weiter zu
reden.
Karftb. Sagt här, jnnker, was ir woit! warlich ich hör es
alles gem.
Franz. Weiter fchreibt fanctus Paulus z& einem andern lo
feiner jungem^ Titus genant, auch die yorigen meinung on
das er weiter fagt *ein bifchof fol fein wie ein fchaffner go-
tes, nit zornig, funder der ganz hart ob der heiligen ge-
fchrift halte, auf daß er mit einer macht zu gilter 1er ver-
manung geben möge und die widerfprecher überwinden.' i5
Karfth. In allen difen leren, fo den bifchoffen vorgefchri-
ben feind, fpur ich nichts das iren weltlichen bracht, küniklich
regtment, die großen g&ter und reichtumb, auch den teu-
feUfchen bau, damit fie uns plagen, betreffe.
Franz. Gar nichts magß du fpüren , wie wol iezund der so
geiftlichen fach alein an den felbigen ftncken gelegen, wie
mochten ßi aber göte werk th&n , fo ße ganz ungerecht und
nit gfit feien, es mag doch (wie dann auch Chriftus fagt)
kein gfiter bäum böfe frucht noch ein bofer bäum g&te frucht
bringen, darumb gab er uns auch ein 1er dayon fprechend »&
.*bei iren fruchten werdet ir fie erkennen.*
Karfth. Das gefchicht auch warlich, wir erkennen fie ganz
wol darbei und darumb Collen wir fie auch nit kaufen, fur-
war ich (als ich. fie leben fich) wölt ich nit einen pfenning
umb alle bifchoff in teutfchen landen geben , dann fie follen so
nichts.
Franz. Es feind ir etliche, die wir mochten redliche man-
Der nennen, und fie feind es auch on zweifei. aber einen
rechtgefchaffen bifdiof weiß ich bei meiner feel in ganzem
teutfchem lant nit z& finden. S5
Karfth. Wammb blmben fie dann nit ußwendig dem fchaf-
ftall , fo fie die fohaf nit zä weiden wißen oder wollen?
Franz. Für war beßer war, fie hüben herauß. und weiß
32
einen, dem günt ich wol, 6r war des bisturobs mfilMg ge-
gangen, dann er würt fein fei dardurch yerdammen.
Kar (Ib. Vaß ift z& wandern, daß die weit fo lang blind
gewefen und man folich merklich und daran hochgelegen
5 gebrechen, nit erkennet hat.
Franz. Lieber Karßhans, es feind all wegen leut gewefen,
die es erkent und gewiß haben , es hat aber nit herauß ge-
wölt, /etliche haben den fuchs nit beißen wollen, umb daß
fie die leut mer dann got gefarcht haben, etliche omb ires
to eigenen nutzes willen daß fie auch mit pfrunden begabt ge-
wefen, etliche dahimb daß fie freund under den pfaffen
gehabt, von der wegen fie die warheit gefchwigen,/ etliche
in gäter meinung daß fie beforgt, es werd ein ufrur, darin
(wie ich noch forcht gefchehen werd) der unfchuldig mit
16 dem fchuldigen gang, i es haben auch etliche gefagt und ge-
fchriben, als Wiclef in Engelland, Hufs und Hieronymus
in Behem, Wefalin zä Meinz, Gerfon in Frankreich, Hie-
ronymus von Ferraria in Italien und vil anders wo. fie
find aber durch der pfaffen gewalt verdämpft worden und
20 der meiß teil hinweg bracht als ketzer: damit ifi die war-
heit dahinden bliben. auch fo ift vor difen Zeiten das ge-
mein Volk durch der münch gleifnerei uf ein misglauben
komen, darvon es nit bald hat mögen gewendt werden, als
du dann noch fichß, daß etliche gar hart darwider halten,
sft was in durch folichs iß ingefprochen. und zä voran wer-
den die bäpßlichen gefatz ganz veß und ßat, aber das ewan-
gelium und Chrißus 1er in geringem anfehen gehalten, das
kanß du bei einem Duck erkennen, du findeß iezund noch
wenig die nit der meinung feind, es war ein unchrißlich bös
30 ding, wo einer auf einen freitag fleifch äße, das doch nit
gottes, funder der bäpß verbot iß.
Karßh. Das ift auch war. aber in meiner törichten ver-
ßentnüs hab ich allwegen alfo gedacht, fie haben darumb
den grauslichen ban erftmden, daß fie uns darmit, wo wir
SS in ir fach widerfprechen wölten, abfchreckten.
Franz. Das iß auch die urfach und darumb fagt ich daß
etliche von forcht wegen nit haben die warheit offenbaren
wollen, aber foliche ir forcht iß nit eine gfite forcht gewefen,
83
fander da von David im pfalter (agt 'fie forchten da kein
forchte was.' gots forcht foUen wir all haben und die fei-
big..iß ^wie Salomon fagt) ein anfang der Weisheit, aber
von folichem der geüUichen fchrecken , wie ein unbillich ding
es fei und daß fie darin über all chrilUich gebot und ders
apofteln ler handien, wie uns auch Chrißus mit den unge-
horfamen zu handien underwifen und was fein letfte Ibraf
gewefen , wie es auch die apofteln gehalten und daß wir un-
der einander br&derlich leben feilen und einer den andern
freuntlich und in aller lanftm&tigkeit underweifen und umb lo
feinen irtumb g&tlich ftrafen, hab ich hie vor gefagt, ver-
fich mich, du haft es auch wol verßanden.
Karfih« Wol. aber eins bedunkt mich das aller unbillichß
fein, daß fie iren ban nit brauchen in dingen den chrißli-
chen glauben, g&t fein oder hei] der feien betreffend, funder u
wann man fie an irem gewalt hindert, oder wann es in an
IT gelt \mäL gät geet, oder wann iergent einer ein pfaffen
übel angefehen hat
Franz. Wie du fagft ift es unbillich gnfig, dann fie folten
(wie du zfivor gehört) gar nit iren eigen nutz, funder heil so
und wolfart aller chrüUichen feien in aUen dingen fachen,
fie folten auch in keinen weg der räch beging fein, ob fie
von iemant geletzt wären ^ funder auch iren feinden und al-
len, von den fie vervolgt, mit demfitigkeit und chriAlicher
lieb b^egnen. dann Cbriftus fagt MattL am V und Luce »
am VI 'ir habt gehört daß euch von den fchriftweifen ge-
jagt iß, du folt deinen nechßen lieb haben und deinen feind
folt du baßen. aber ich fag euch, habt auch lieb euwern
feind, thut wol den jenen die euch haßen, bittent far die
fo euch vervolgen und fchelten.' und bald darnach fagt er, so
es fei ein dein verdienß, einen der uns wol gethon hat, wider-
umb wol thfin, dann folichs pflegen auch die fündigen ver-
ruchten menfchen. aber feine nachvolgen wil er volkomen
fdn und fagt Luce am VI 'ein ietlicher der etwas von dir
bitt, dem gib es, und wer dir etwas nimpt, von dem forder 35
ee nit wider.*
Karßh. Das thfin warlich unfere pfaffen nit,, dann wo in
das minfi entwendet wurt, darf man nit mer in der kirchen
3
84
fingen noch lefen, dann .gar bald legen fie den gots dienfl
nider.
Franz. Sie tbun es ja, iß aber nit g&t: und man erkent
alda zu vorderft ire bosheit, daß fie fo gar räch beging
sfeind, daß fie ee gottes eer abbrechen, ee fie ungerochen
bliben, und berauben das chriftlich volk umb ires ftinkenden
gewins und' i'chantiichen nutzes willen des facraments, das
fie uns zu darreichen gefetzt feind. darumb fagt von in
ChriAus Marci am XI *wee euch, ir fchriftweifen, ir habt
10 zu euch genomen den fchlüßel der kunft und ir feit nit hinin
gegangen, und die haben wollen hinin gcen , den habt ir das
verboten/ es ßat auch gefchriben Luce am IX: do die
Samaritaner Chrißum mit den feinen nit wolten inlaßen,
fragten in die apoftel Johannes und Jacobus, als noch nit
15 volkomenlich durch die gottes 1er erleucht 'herr, wilt du daß
wir heißen das feur von himel abher fallen und fie verbren-
nen, als Helias gethon hat?* ftraft fie Chriftus und fprach
'wißent ir nit, wolchs geifis ir feit? der fun des menfchen
iß nit komen zfi verderben die feien der menfchen, funder
so zu behalten.' aber die unfern iezunt, anders nit dann wie
die wolf in den pferrich gelaßen, w&ten under dem chriß-
lichen volk, und iß gar kein brfiderliche lieb bei in, funder
all ir gedanken fetzen fie dahin, ir g&t und weltlich eer mit
dem ban, ja iezund auch mit dem fchwert zä verfechten.
25 wie hat aber Paulus gethon? er fpricht *nit uf daß ich mich
fülle, funder daß nur ir nit leer bleibent.' und fchreibt zä
den Bomern 'redent wol den die euch fchelten.* und zfl den
Corinthiern ber&mbt er fich der apoßolifohen volkomenheit
fprechend Vir werden verflacht und gebenedeien, wir lei-
so den vervolgung und haben gedult, wir werden verflocht und
beten.^ er fchreibt auch zä den TheHalonicenfern Techt daß
euwer keiner bos für bos gebe, funder allweg wendent das
gät für.' fo fagt Chrißus *ob dich einer fchl&g an rechten
backen, reich im auch den linken! und der mit dir am ge*
35 rieht kriegen wjl und dir deinen rock nemen, gib im auch
den manteir alfo gar hat er nit gewolt daß wir unfern
eigen nutz und*firumen anfehen3 und das folten zfi voran
die pfaffen als die volkomene betrachten und uns in guten
35
beifpilen vorgeen, üch nit alein folicber ding enthalten , Tun- i
der auch der weit ganz abthun. dann fant Jacobus Tagt in
feiner epifiel *ein ieder der wil fein ein freund der weit,
wiirt gemacht ein feint gotes.' und Chriftus fpricht Luce
am VIU *wer mir nachyolgen wil , der verleugnen fich felbs 5
und nem taglich fein creuz und volg mir nach,^ und do er
feinen himelifchen vater für fein junger bat Johannes am
XVIl 'dann warumb fie find nit von der weit, als auch ich
nit von der weit bin. und wie du mich haß in die weit ge-
fchickt, alfo fchicke ich fie auch in die welt.^ daruß clärlich lo
zu yernemen, daß er hat gewölt, die apoftel und ire nachko-
men, prießer und geüUichen im am nechilen nachvolgen und in
feinem beifpil leben, darumb folten fie fich nimmer der apo-
fiel gewalt berfimen, fie wären in dann mit den werken
gleich, oder fich gotes vicarien nennen, fie wären dann eins i5
Yolkomenlichen lebens. dann fant Johannes fagt in fei-
ner epiftel *wer fpricht, er bleib bei Chrißo , der föl wandten
wie auch er gewandlet hat.* wie wir aber vor darvon geredt
haben, iß es in nit umb die werk, funder umb weltlich eer
und gfit zu thun, geilen und heifchen nur ie mer und mer so
zu den kirchen. und wer in etwas nimpt, der hat es der
chrißlichen kirchen genomen und got felbs. fie haben auch
das Volk uberredt, daß kein großer rauberei fei dann den
kirchen etwas enziehen, kein beßer werk dann vil an die 2b
kirchen geben, und bedenken nit des propheten Ofee wort,
darvon Cbrißus oft im ewangelio fagt 'ich wil barmherzigkeit
und nit das opfer.'
Karfih. Das fihe ich täglich von in und fie fanden für
und für gelt und gut. (aber nimmer kau man den kirchen
zu vil geben.) ob man auch armen leuten etwas näm, als so
in kriegen und funß gefchicht, und es nur zö einer kirchen
oder an ein geifliich fiiftung gab, war es nit mer übel ge-
thon : dann zän kirchen nemen fie allerlei gut , es fei ge-
raubt, erßoln, funden oder erwächert. die fumm darvon zä
reden: was niemant mit recht haben mag, das fftgt in und 35
geben alfo urfach dem böfen, daß vil gefchicht das funß
underlaßen blib.
Franz. Do hab ich oft von gefagt, und daß fie nit bedenken.
36
wie got durch den propheten im pfaltcr lagt 'ich haß
das opfer von dem raub herkomen.' aber furwar taufent
mal beßer war, man gab armen leuten. dann arm chriften-
leut feind die kircb, nit die m&ßiggeenden vollen pfaffen.
5 daramb iß gar ein geringer gotsdienß kirchen bauwen und
die begaben, funder hat ein anfehens bei got, armen leuten
mit helfen, darumb redt fant Stefan, als im bvLQh der apo-
ßeln gefchicht bemelt, gar recht darvon, als er fagt 'Da-
vid hat begert got ein haus z&. bauwen und Salomon hat
10 es gebauwen. aber der allerhochft got ift nit der dem ge-
lieb , in tempeln von menfchen henden gebauwen z& wonen.
als er auch durch den propheten Efaiam fagt 'der himel iß
mein ßfil und die erd ein fußfchämel meiner flliß. der herr
fpricht: was haus wolt ir mir bauwen und wölches iß die
15 ßat meiner rfiw? hat nit mein hant foliche ding all ge*
macht? zfi wem würd ich mich aber keren und in erkennen
anders dann zfl dem armen und der eins reuwigen geißes
iß und meine wort forcht.' fo lefen wir von fant Lorenzen
das, do im die beiden den fchatz der kirchen abforderten,
20 weiß er in die armen chrißen fprechend 'das iß der fchatz
Chrißi.' item fant Hieronymus fchreibt Paulino in einer
epißeln 'ußgenomen eßen, trinken, deidung und offenbare
notturft, folt du niemant ichts geben, uf daß nit die hund
der kinder brot eßen. der war tempel Chrißi iß ßie feel
25 des glaubigen menfchens, die gefchmück, die cleid, der opfer
gab in der empfah Chrißum. dann was nutzes iß es daß
die wend von edelgeßein fcheinen und Chrißus bei dem ar-
men hungers not leidt?*
Karßh. Das iß recht darvon geredt da hat in der heilig
so Hieronymus die rechten meinung gelagt.
Franz. Darumb folt du es darfur halten daß nit die ßei«
neu und holzene beuw die kirch gottes feind, funder wir
• chrißen feind die kirch , und die kirch iß der leib Chrißi,
dann Chrißus iß das haupt. als fant Paulus fchreibt zd den
9» Corinthiem 'wißent ir nit daß euwer leib feind glider Chrißi ?^
und bald darnach 'wißent ir nit daß euwere leib feind der
tempel des heiligen geißes, der in euch wonet?^ und z& den
Ephefiern am V 'wir feind alle glider eines leibs*, und darvor
37
am erflen *got der vater hat Chrülum feinen Tun über
alle ding z& einem haupt gegeben der kirchen, die Tein leib
ilL* und widerumb zu den Ephefiem am V 'Chriftus ift ein
baupt der kirchen und er ift der heil gibt dem leib/ item
auch in der felbigen epiftel am andern capitel *iezund feit s
ir nit mer gell und frembde in woner, funder mitburger der
heiligen und ein häusgefind gottes , gebauwen auf das fun-
dament der apoßeln imd propheten, uf den hochften eck-
ßein Jefum Chrißum, in welchem ein ieder bau fo z&famen
gefetzt ift, wachft uf z& einem tempel in dem herren, in lo
welchem auch ir zufamen gebauwen find zä einer wonung
gottes in dem geift.* darumb ligt im chriften glauben gar
nichtes an den ßeinen und holzen kirchen, dann wir mögen /
on die wol chriften fein, das gib ich z& ermeßen uß den
werten Chrifti Johannes am vierden, de das famaritanifch 15
fireulin mit im disputiert, ob man billicher zä Hierufalem
oder aber uf einem berg, den es dafelbß anzeigt, beten
feit, fprach er 'frau, glaub mir, es kompt die ßund daß
man weder uf dem berg noch zu Hierufalem get den
vater anbeten wirt.^ und bald darnach *es kompt die ßund so
und ift iezund , daß die waren anbcter got den vater werden
anbeten im geiß und in der warheit dann der vater facht
auch foliche, von den er angebetet werde, der geiß iß got
und die got anbeten wollen, m&ßen den im geiß und in der
warheit anbeten.^ fichß du nun, Karßhans, warzu die tem- S5
pel und kirchen gut fein und daß wir der wol gänzlich en-
bereu mochten, ich gefchweig daß wir der fo vil und die
fo kofilich bauwen, auch wie wir got anbeten follen.
Karßh. Erß hab ich den rechten verfland und ich halt
nichts von vilen und hijpfchen kirchen, dann fie feind an- so
ders z& nichts dann zu einem weltlichen pracht, und ir feind
zu vil. darumb hab ich forg, fol die geißlicheit reformiert
«/"Verden, fo muß man (wie in Behem gefchehen) den mei-
ßen teil der kirchen abbrechen, dann die weil fie ßeen, bleibt
allwegen ein anreizung des pißffifchen geizes, und der mis- 85
glaub mag nit von dem gemeinen volk bracht werden , man
nem dann difen Überfluß hinweg und tilg ab alle münichs
orden. darumb iß Zifka kein narr gewefen daß er die kirchen
38
zerbrocheD. dann wo er fie het laßen fteen, war es ge-
gangen, wie er den Behemen zfivor gefagt, ließen fie die
nefter ßeen, fie würden inwendig X jaren die vogel all wider
darinnen haben, ich kan auch fein hoch yerftäntnüs nit
ftgnug breifen, daß er alle münich ußgetriben und vertilget
hat , dann er hat in dem recht bedacht den grund aller
misglaiiben von den felbigen glcifnern komen und daß fie
nimmer zu erfettigen feind, dann gibt man in fchon uf ei-
nen tag genug, daß fie felbs verjehen, fie haben genfig, fo
10 hören fie doch nit auf z& betlen und nemen, daß fie noch
mer clofter bauwen. und alfo haben fie kein ende dann die
zerAorung. und wo die nit bald kompt, muß die chrillen-
lich weit durch fie verarmen.
Karfth. Hierumb gelaub ich von noten fein, daß in Teutfch-
15 land der geleichen auch wie in Behem gefcheh.
Franz. Und daß alle geiftliche Iliffc und clöfter, auch die
ewigen gedächtnüs (als fie die nennen) und jarzeit begänk-
nüs ganz abgethon werden: dann durch foliche feind wir,
zu voran der gemein adel, uf das höchß befchwärt und in
20 armut gefetzt und mußen noch als 'fe mer und mer abnemen.
wie wol etliche torechte uß irer unwißenheit fagen, die tumb-
Aift feien fpitäl des adels, und w;ollen nit erkennen, daß fie
mer raubbeufer des adels feind. dann erftlich haben unfere
alten die pfründen gefiifl, darnach haben die pfaffen ie mer
S5 und mer (wie fie noch thun) von uns an fich erwfichert und '
gekauft, vil nemen uns auch die bifchof mit gewalt. fo
thut kein edelman iezund feinen fun uf ein fiift, er gab im
fdnfter ein weib und ließ in fich neren, wie er mit eren
mocht und als mancher armer thun maß. dann die pfrün-
30 den muß man zfi Rom kaufen, darzä erwerben fie am mei-
ften teil die curtifanen; den muß man darnach penfion geben,
alfo koftet es gar vil, einen jungen in Teutfchland auf ein
ilifl zä bringen, dann alda wil bereit gelt fein, das nit
iederman alwegen haben mag, er woll dann fein großen
S5 fchaden thun, äcker, wifen, Weingärten, höf oder dorf ver-
kaufen oder verfetzen. feind difes fpitäl des adels?. ja mer
mögen es genant werden fpitäl der verräterifchen curtifanen ^
und romauiften: die werden den meiften teil daria verfehen.
89
haben auch das regiment in allen ftiften und kompt durch
fie das- gelt gen Rom.
K^xilh. Etwan hab ich gebort, die pfaffen wären lang ge-
recht verjagt, wann der adel thät; dann fie Tagen, ir wolt
nit wider euwere freund tbun. 5
Franz. Wol mag alfo darvon geredt werden, es mögen
auch etliche unweifen (wie ich vor gefagt) anders nit wenen,
dann wir feien zu mal wol daran mit den Itiften. aber war-
lich z& reden, ift niemant in Teutfchland, den die pfaffheit
väfter befchwärt dann den gemeinen adel. es fein auch die 10
tfimherren iren eigen freunden untreuw und allweg ziehen
fie den ab und iren kirchen zu. aber wann fie krieg und
not haben, wißen fie uns wol an zu r&fen und als dann
feind wir ire freund, hierumb wil ich es nit hindern, gang
wann es wöll; acht auch nit, daß iemant redlichs oder ver- i&
ftendigs under uns vaft darwider fein werd. aber von den
förßen, die kuch veter und bruder haben uf den iliften und
z& bifchofien, weiß ich nit zu fagen: die möchten wol ein
hindemüs thun.
Karfib. Im fei wie im woil, fo Iblt die gemeine fach vor- 90
geen und folt keinem fein freund oder eigen nutz lieber fein
dann das ganz Vaterland und gemeine wolfart. aber under
allem wundert mich vaft und feer, daß man nit erkennen
wil den großen raub, den die Römer järlich von uns nemen
für die pfrunden, die wir von in kaufen m&ßen und die bi- %5
fchofmäntel, ablaß und ander ding, das ich alles uf ein
unfprächlich groß gelt fchätzen höre, fo fich ich daß der
ftift Meinz dar durch verdorben ift, daß man inwendig men-
fchen gedächtnüs Gben bifchofsmäntel hat kaufen m&ßen.
und geet der felbig fchad über niemant mer dann über das to
arm gemein volk: das mu^ ein fchatzung über die andern
darzu geben: noch dannocht hat man bißher gedult gehabt
und wil niemant fich wider die befchwärung fetzen, es ift
auch die arm ftat Meinz dardurch in grund verdorben: noch
mag fie die pfaffen bei ir leiden, der gleichen ift das Fran- S5
kenland mit pfaffen befteckt und befetzt, von den es taglich
f ie mer und mer uf das äußerft befchwärt würt: noch wil
man nit .nach rat denken, wie dem land geholfen werde.
40
aber wen fal wunder nemen, daß die fchanthafUgen
pfaffen von den leuten nit geftraft werden, fo fie auch got
nit ftrafet?
Franz. Gottes ßraf ift langfam, fie ift aber fcharpf und
figefchwind, wie wol ich auch oft ungedult hab in difem han«
^ del. und wann ich fich, daß fie bei irem fundigen leben fo
gute ruw und was ire herzen begeren haben, r&f ich mit dem
Propheten Hieremia *warumb haben die ung&tigen glück in
irem leben? al die das gefetz übertreten und wider got
10 feind, den gat es woL' etwan würd ich auch erzürnt und
fchrei mit dem propheten Abacuk 'herr, warumb fichft du
an die jenen die dich verachten und fchweigft, wann der
ungerecht den gerechten undertrit?*
, Karfth. Was fol aber z& letft darauß werden? oder wie
iV mögen die gebrechen abgelegt werden?
Franz. Ich acht anders nit dann wie Chrifius fagt, daß
man das fchantlich glid vom cörper abfchneide, auf daß* es
nit den ganzen cörper Ichende, und es hinweg werfe, ob es
auch fchon ein aug war. dann als Ambrofius fagt, ift ein
90 bifchof das aug feiner kirchen. wie wol beßer war, wir
möchten fie mit guten vermanungen dahin bringen, daß fie
uns den chrülen glauben, wie uns den Chriftus und die apo-
ftel gegeben haben und fie uns mitler zeit genomen, widejr-
umb gäben, als dann wölten wir allen fachen wol th&n.
SS die weil fie das aber nit wollen, förcht ich, man m&ß fie
mit irer zerbrechung darzu zwingen, und würt als dann we-
nig angefehen werden, daß fie fich uf ir freiheit berufen,
dann wir werden uns fant Pauls halten, der fpricht z& den
Corinthiern 'wo der geiß gottes ift, do ift freiheit.'
so Karfth. So es im chriften glauben alfo verkert ift, halt
ich , es nähe fich dem end der y^t und werd bald der End-
chrift komen.
Franz. Was meinft.du daß der Entchrift fei?
Karfth. ich weiß es warlich nicht, dann daß di^pfaffen
35 und münich predigen, er werd ein neuwer got fein, und
wann er kom, fo werd die weit bald darnach zei^een.
Franz. Ja lieber Karfthans, es hat vil ein andere mei-
nung. er heißt nit Endchrift als der am ende* der weit
41
komen werde, fondar heißt der Antchriß, das ift ein krie*
ohifch wort tmd ilt f o vil gefagt im teutfchen als ein Gegen-
chrift oder Widerchrift: der feind vil gewefen und noch,
darvon fagt Jphfmnes in feiner epiftel *ein ieder geift der nit
bekennet daß Jefus Chriftus menfch geboren fei, ift nit von 5
got. und das ift der geiß des Antcbrifts, von dem ir ge-
bort daß er zukünftig fei, und er ift iezund gereit in der
weit.* von dem fagt auch Chriftus Luce am XII Ver nit
mit mir ift, der ift wider mich, und wer nit mit mir fandet,
der zerftrouet.' von folichen Antchriften ift alle gefchrift 10
YoL aber kein großer Antchrift ift nie gewefen, mag auch
nimmer werden, dann ein bapft zSl Rom der das ewangelium
ganz verkeret und fich in aUen dingen (wie ich etlicher maßen
..4ingezeigt hab) wider ChriAum richtet, vor dem warnet uns /
fant Paul zu den Theffalonicenfem: 'wir bitten euch, brftder, is
ir wollent euch in keinem weg betriegen laßen, dann der
herr würt in feiner letfted zukunfl nit komen, es fei dann
s^vor ein abtrünnung gefchehen und fei erkennet der fchalk-
haftig, ein verdorbener fun, der da ift ein widerwertiger und
erhebt fioh vnder ein ieden der got genennet würt oder got- so
tes gewalt, alfo daß er auch in tempel gottes fitze und fich
für einen got ußgeb.*
Karßh. Fürwar das reimet fich eben uf den bapft, dann
er thfit der gleichen (als ich hör), gibt im mer zu dann im
Chriftus felbs uf erden zu gab und laßt fich ein ir^fchen ss
got nennen, darbei hanthaben in dann unfere pfaffen und
richten uns an gottes ft;at einen vermaledeiten abgot uf. dar-
umb acht ich, wir m&ßen ein teufel mit dem andern auß-
treiben. aber ich hab warlich heut vil guts dings von euch
gelernet, und het nit glaubt daß ich folichs bei euch het fin- so
den mögen, mag mich nun auch hören laßen daß ich wiße,
wie 'die pfaffen follen geftalt fein und was der chrißlichen
hirten ampt, wie brfiderliche lieb von uns ge&bt und gottes
eer ^eh&ken werden fol, auch was der geiftlichen gewalt
und (wi|9 der Endchrift' fei. darnmb dank ich got und euch 35
bittend, ir wöUent mir verzeihen daß ich euch gem&het hab.
Franz, Lieber Karßhans, alzeit wil ich dir gern , fo vil ich
von andern gehört, mitteilen und gar nichts verhalten.
42
Karßh. Dargegen wil ich alzeit euwer williger diener fein,
hoff, ir werdent mir ein gnediger Junker fein und mein nit
vergeßen mit dem fcfareiben an den bifchof.
Franz. Ich wil dein gedenken.
5 Karßh. Got dank euch, lieber Junker, und geb euch vil
glucks zu euwer hauptmanfchaft, daß ir eer und gut erobernt
und gliickfeliklich wider anheim koment alfo foheid ich
difes mal. ade, junker!
Franz. Geleit dich got, lieber frumer Karfthanel
% Hie endet £ch der Karfthans und volgen hernach
dreißig artikel,|fo junker Ilelferich/ reiter
Heinz und Karilhans^mit fampt irem
anhang hart und veil zu halten
gefchworen haben.
Zum erllen, daß fie hinfur diepfaffen, wie die iezund leben,
90 nit geüUiche väter funder fleifchliche hüben nennen wollen.
Zürn andern, daß fie alle münch für gleilher halten wollen
und fich zu keiner kutten giites nimmer mer verfehen.
Zum dritten, daß fie hinfur der obgemelten pfaffen ban
gleich achten wollen als ob fie ein gans anblies.
25 Zum vierden, hinfur an kein ßiftung, brfiderfchafl, walfort,
kirchen, ablaß oder der gleichen einen pfenningiemer zügeben.
Zum fünften, den bapll zfi Rom für ein Endchrift z& halten
und im in allen dingen entgegen zu fein.
Zum fechllen, daß fie die cardinäl, protonotarien, officiäl,
90 bifchof, auditor und andere zu Rom des teufeis apoßel nen-
nen und halten wollen.
Zäm fibenden, daß fie den hof zu Rom und des bapits ge-
find die vorhellen nennen wollen.
Zum achten, daß fie herr Ulrichs von Hütten helfer feiu
35 wollen wider die curtifanen und ire anhänger.
Zum neunden, all curtifanen gleich den unfinnigen hunden
zu halten und zu glauben daß in die z& fchlagen, fahen,
würgen und töten gezeme.
43
Z&m zehenden, daß fie ein ieden bäpftifcben legalen für ein
Verräter teutfcher nation und gemeinen feind unfers Vater-
lands halten wollen.
Zäm eilften, daß fie ein ieden geißlichen hinfur gleich wie
ein andern nach feinen werken halten und urteilen wöUen. s
Zäm zwölften, Terfto£% oren zu haben, fo oft die pfaffen
(wie iezund) von irer ireiheit und weihe Tagen.
Zöm dreizehenden fchwören fie ein ewige feintfchaft den~^
geiftlichen rechten, allen bäpAifchen bullen und briefen und«
allen den die fie umbf&ren, ußgeben oder über in halten lo
und fie befchirmen. i
Zäm vierzehenden, in fürt an kein gewißen darüber zä ma-
chen, ob fie gnögfamlich verurfacht einen pfaffen oder de-
riken fchl&gen oder träten.
Zfim funfzehenden, daß fie hinfur an freitagen und andern i»
fafttagen antweders gar fallen oder aber on underfchidlich
fleifch, vifch und was in furkompt, wie an andern tagen eßen
wollen.
Zfim fechzehenden, eim ieden bettelmünch der in ein kes
abfordere, ein vierpfundigen Hein nach zu werfen. so
Zum fibenzehenden, in ir behaufung keinen münich laßen,
und ob einer unverfehener fach darin kam, in uß zu jagen
und in mit befem biß über die türfchwellen nach zä keren.
Zum achtzehenden, auf keinen fent hinfur zu geben uud
auch iren nachpauren fo vil in müglich nit gefliatten fürt an 85
¥rie biß her zä r&gen, funder wollen fie fich felbs br&derlich
under einander ßrafen und zäm befien underweifen.
Zämneunzehenden, ob ein official oderfendpfaff zä in kam,
daß fie in .wollen mit hunden ußhetzen und die kinder laßen
mit kat bewerfen. «o
Zum zweinzigfien, daß fie allen pedellen, die citation oder
banbrief zä in bringen, zäm erfien die oren abfchneiden,
darnach ob fie wider kämen, die äugen uß Ilechen wollen.
Z&m ein und zweinzigften , daß fie keinen pfarrer bei in
leiden wollen, er fei dann genäglam das ewangelium und 35
chriftlich gefatz zä predigen und dameben eins erbem frü-
hen lebens.
44
Z&m zwei und zweinzigften, hinfur nit mer zu geßatten daß
einer ein pfarr hab und die nit felbs verforg.
Zäm drei und zweinzigften, kein biltnü« fürt an mcr, üe
feien von Hein, holz, gold, filber oder wie fie gemacht, fün-
ft der alein got im geiß an z& beten und im zfi dienen.
Zäm vier und zweinziffften, keinen tag mer dann den eini-
gen fontag zu feiren und lieh in dem nichtes an der pfaflfen
gebot zil keren.
Zumr fünf und zweinzigßen, kein brot, wein, falz, waßer,
10 kraut, wachs oder anders hinfur zii weihen laßen, funder
alles das £e mit dankfagung nießen, fiir geweicht und ge-
fegnet zu halten.
Zum fechs und zweinzigften, daß fie den ßationierem, wo
fie die uf der firaßen ankomen, irc pfert nemen, die feckei
» räumen, fie mit trucken fchlegen, wie vil fie pfund haben,
wol überfchlagen, darnach mit dem heiligtumb faren laßen
wollen.
Zum fiben und zweinzigllen, ob ir einer eim geizigen un-
geiltlichen pfaffen etwas nemen oder entfirembden mocht,
90 das wollen fie fo fund achten als hetten fie uf ein würfel
getreten.
Zfim acht und zweinzigfien fchworen fie ein feintfchaft allen
doctor Luthers feinden und abgündern.
Zum neun und zweinzigften, der heimlichen beicht halber
S5 doctor Luthern und andere der fach verftendigen und un*
parteifchen an zu fachen und ires rats darin zu pflegen,
unangefehen wie es die geizigen pfaffen biß här gehalten.
Zum dreißigften, daß fie in allen obgefchribnen artikeln ire
leib und gut zufamen fetzen wollen, und r&fen got zä ge-
so zeugen, daß fie nit ire eigene fach hierin, funder die got*
lidie warheit, chriftcn glaub und des gemeinen Vaterlands
wolfarn bewegt, und was fie thun, gefchicht in einer chrift-
lichen erbern guten meinung.
IL
DIALOGUS
SO FRANCISCüS VON SICKINGEN
VOR DES HIMELS PFORTEN MIT SANT PETER
UND DEM RITTER SANT JÖRGEN GEHALTEN
ZUVOR UND EHE DANN ER INGELASZEN
IST WORDEN,
Franz
Wann es der gebrauch bei difem torhftter were, wie fünft
an knnig oder furften höfen etwan gewefen ift, fo wiird ich
on yereerung oder fchanknng nit ingelaßen, doch wil ich
mich anzeigen und melden. 5
Sanct Peter
Wen Temim ich an der pforten?
^ Franz
Ich bin Francifcus von Sickingen, ein verordneter volzieher
^ A ^^^ gerechtikeit. 10
Peter
Ein volzieher der gerechtikeit ? fag mir, welcher gerechtikeit.
% Franz
Ja, der gerechtikeit, fo vil man der auf erden gehaben kan.
Peter is
Findet man dann noch etwas der gleichen?
Franz
Ja contrafehet und f o vil fiofa ein ieder darbei hanthaben kan.
46
Peter
Warumb haftu dich dann nit lenger hantgehabt oder die
gerechtikeit uf erden volzogen? ich beforge, du werdeft
hie oben nit dienft finden zu dem handel.
& Franz
Ich begere nit dienll anders dann meiner verdienter belo-
nung und außßändigs folds.
Peter
Wann du mit dienft und folt umbgeelt, da verllande ich
10 mich nichts uf.
Franz
Verftehftu dich nichts daruf? nun haben wir iezt nit ge-
fch winder kriegsfurften dann dein nochfolger, bäpft, car-
dinäl und bifchof, die dann von dir gewalt haben, dein
15 Patrimonium, künikreich, laut, leut, ßet und fchloß zu
regiem.
Peter
Sagßu, fie haben gewalt von mir?
Franz
so Ja. der maß berflmen fie fich, fie hanthabeü dir das dein.
Peter
Sie hanthaben dem teufel das fein. nSm hab ich doch nichts
hinder mir gelaßen dann mein fifchemetz und fchifflein.
Franz
95 Das fchifflein und netz flicken fie noch täglich, fie meinen,
wann man alle fchätz der weit hett , man künt inen nit zeug
und garn genug z& der notturft kaufen, daß fie gnäg betten
z& beßern.
Peter
30 Mit folichen fchetzen leßt fich mein netz nit beßern noch
mein fchifflein fElren: ich hab andern fifchzeug und rüder
gehabt
Franz
K&n fie brauchen villeicht denfelben auch, er wil aber nit helfen.
S5 Peter
Es wirt helfen, wann fie recht damit umbgehen.
Franz
Du meineft den gewalt der fchlüßel, zu binden, uf zu löfen,
47
deine Patrimoniums, excommuniciem , aggraviem, anathema-
tiziem und der gleichen, nein fürwar man gibt nichts me
daruf.
Peter
Ich verüee nit was du fageÄ. du meinO; villeicht kriegsdorfer. 5
Franz
Ich mein das geilllich fchwert und gewalt
Peter
Ich weiß kein ander fchwert dann das wort gottes in rech-
tem glauben und warer lieb. 10
Franz
Ach vom felben reden wol die prediger die mit alten ver-
legnen fchriften, dem eyangelio und der gleichen umbgeent,
aber folchs dienet dem bapß, oardinäl oder bifchoffn nichts,
es iß yerdrießlich altveterifch ding, es gehört anders darzfi, »
follen fie anderß kurris, reifig zeug, fußknecht, gefchütz
oder dergleichen haben, es wil iezt funß nit von ßat geen.
Peter
Hör uf I ich weiß mit dir nichts z& reden von kriegs fachen,
doch wil ich den ritter fant Jörgen als der fachen verßen- so
dig berfifen, dich abzufertigen.
Der ritter fant Jörg
Franz, nur ift angezeigt deiner begere, etlichs außftendigs
folds und anders fo du forderft. das wil ich vernemen und
dir ferrer daruf befcheid geben. »
Franz
Ich hab nä etlich jar mit volziehung der gerechtikeit uf gfit
vertraüwen dienet, wie wol on beßimpten folt; und wo ich
darzu daüglich, auch gottes will geweß, fo wolt ich noch
gern lenger das beß gethon haben. so
Jörg
Wer hat dich darzä beßelt oder dir folchs außzurichten be-
volhen ?
Franz
Mir iß ein fchrifUicher bevelh zfikomen, durch ein armen ss
man Überantwort, under anderem inhaltende, was ich im
oder einem anderen gleich dem aller wenigßen meinem ne*
benchrißen brfiderlicher heb erzeigt, das woll got im felbs
48
gefchehen im zurechen and auch mit belonung vergleidien.
das habich z& bergen genomen und im e& der gerechtigkeit
verholfen, forter auch andern merern, wo die an mich ge-
langt fint
5 Jörg
Wie haßu im zfi der gerechtigkeit verholfen?
Franz
Ich hab die, von denen die armen auß pracht, hoffart, neit,
eigen nutz und mit dem ban geweitigt fint, g&tlich erföcht,
10 die armen nicht- zfi underdrücken. fo das gefchehen, bin
ich wol zfifriden gewefen. hat es aber nicht fein wollen,
hab ich fie mit heres kraft überzogen, fo vil gethon und
gehandelt daß dem armen gleiche widerfarn iß.
Jörg
15 Solchs ift nit dein, funder der konig, furften und andern
weltlichen oberkeit und gewalt bevolhen worden, den fei-
ben Aehet zu das fchwert zu brauchen z& der gerechtigkeit
Franz
Sie haben anders zu fchaffen.
»0 Jörg
Wie künten fie anders zä fchaffen haben, die weil fie alein
zu dem verordnet fint?
Franz
Ir etlich haben groß mühe, wie fie ir konigreich, furften-
•5 tum, lant und leut erweitem, die andern mäßen jagen,
hetzen, beißen, etlich mit hübfchen frauen und der gleichen
kurzweil treiben.
Jörg
Was dorfen fie erweitem, fo fie denen nit außwarten kön«
80 neu die fie vorhin haben, fo aoch mangel in der gerechtig-
keit ill?
Franz
Du verfieeß die fach nicht recht, wann ße fchon noch fo
vil lant und leut betten, fie künten ir wol außwarten und
as teglich neu fchatzong föraemen.
Jörg
In was weg?
49
Franz
Daß fie z&m wenigften alle jar ein fchatzung oder lantßeuwer
uf fie gefchlagen und dannoch darin niemant überfehen wirt,
der arm als der reich.
Jörg I
Was wollen fie mit fo vil gdts anfahen, daß fie folch groß
fchätz fameln?
Franz
Du Termeinft villeicht, fie behalten das gelt bei einander?
Jörg 10
Wie dann?
Franz
Ein teil gebort zöm kriegen, der merer teil gebort den vi-
nanzem, nit wenig kumpt zä verbankieren , zäm jagen, zfim
braoht oder fünft in unnutz zSl verzeren^ daß gewonlich mee is
brift dann überbleibt, fo m&ß man dann ein ander fchatzung
erdenken.
Jörg
Du fagß feltfam ding, daß icbs nit alles verftee. was fint
doch yinanzer? m
Franz
Ich verftee es felbs nit wol: aber fo vil mich bedunkt, fint
es leut die mit irer gefchicklikeit dem glück und der herrn
gnaden nachftellen und fich damit auch funderlich fchicken
daß fie den großen furtel und gewin haben. k
Jörg
Das mfiftu mir baß verdeutfchen. ich verftee, es fint etwan
der könig und furften ret oder diener, die getreulich dienen
und teglichs in herrn gefcheften vil mühe und arbeit haben,
fo denen dann ein belonung oder gnad befchicht, daß fie lo
fich irer dienft beßern und ufkomen, heißen folche vinanzer.
Franz
Es leit nit an der mühe , arbeit oder an dem verdienen , ndr
alein an der gefchicklichkeit, inen felbs nütz zä machen,
dann die es recht künnen, werden bald reich und mechtig, s&
alfo daß in kürz uß einem fchneider, fchufter, barbierer oder
der gleichen ein graf, großer herr oder naßer knab mit ein-
ander wirL
4
Jörg
le doch mit eern.
Franz
Sunft auch ein wenig, aber fie haben nicht gern daß man
I fie es zeicht oder daß man fie vinanzer heißt.
Jörg
Was nennen fie dann yinanz?
Franz
Das heißen fie vinanz, wann ein herr etwan über alle fein
10 inkomen zins, rent und gülten nit reichen oder fünft nit be-
zalen kan, wo dann einer funß gelt ufbringt, vil verheißt
und wenig wider gibt: das nennen fie vinanz.
Jörg
Wie bringt er einem fünft gelt uf? villeicht daß ein furft
u dem andern entlehet oder furflreckt.
Franz
Ach nein, es hat keiner überigs dann etwan die geiftUchen
• fürßen, die dürfen es etwan nit thfin, es wer dann daß man
inen gät herfchaft zd merung der ftift infetzet und verpfen-
10 det. aber funß fint vinanzer etwan mit eim neuwen Amt
einer fchatzung, ßeuwer, eins neuwen ufichlags, oder bei
den reichen kaufleuten und gcfelfchaften oder fünft iauch
fchloß und ßet umb halb gelt zä verpfenden, und noch vil
ander weg die nit z& fagen fint, doch daß die vinanzer aQ-
» wegen den großem gnoß oder mitteil darbei haben.
* Jörg
Du kanft zimlich davon reden, als ob du auch folch han«
delnng gefibt habft.
Franz
M Ach es hat mir nit wollen gelingen, ich hab nicht fo vil
gnad bei den furften gehabt.
Jörg
Warumb fint fie dir fo feint gewefen?
Franz
SS Von hanthabung der gerechtigkeit wegen.
Jörg
Ob dir fchon darumb etliche heßig gewefen fint, feiten
51
dannoch noch vil gefunden werden, die fo vil luft und wil-
lens zd der gerechtigkeit betten als du.
Franz
Ich widerfprichs nit. auch etlich fint noch nit darwider:
fie befteen alle wie ein ror. 5
Jörg
Auß was urfachen?
Franz
Sie beforgen, daß n&n ufnement glück und wolfart noch grö-
ßer und merern gewalt zfi rolziehung des rechten gebern 10
nnd fie damit underdrücken mocht.
Jörg
Wie wer das müglich daß du einiger fo vil furften wider-
ftaiit oder underdrückung hetteft thSn mögen?
Franz w
Durch anhang oder nachfolg der gemein: fo die teglichen
beinnden betten den unrechten gcwalt irer furften und ober-
keiten, daß fie fich des felbigen widerfetzent, bei mir hilf
gefucht und He auch mir widerumb beiftant gethon betten.
Jörg «0
Darauß wer gefolgt , daß fie ganz frei, ungehorfam würden,
kein firaf , zucht oder gerechtigkeit und darin gedult betten.
Franz
Nein nit der maß, dann der gemein man mag das recht,
funderlicb wo es der erbarkeit gemeß gegründt ift, wol lei- »
den und begert recht: aber es kan im nit widerfam, wie
wol man teglich vil rechts z&fagt, biß daß man das gelt,
ßeuwer und fchatzung berauß bringt, darnach ifts wie vor,
dann was man mit einem fchein thfit —
Jörg 10
Mit was fchein?
Franz
Es wer lang und vil davon zfi reden, aber dir verdrießlich
zu hören.
Jörg . 15
Ich wils gern hören.
Franz
Der lang vergangen gefchichten wil ich fchweigen nnd am
52
ncchften anfahen zA reden, erßlicli ift dir wißeii, daß uns,
auch nit alein der chrifienheit, funder auch allen volkem
ein oberft haüpt geordnet iß uf erden, ich wil aber izt alein
von dem römifchen reich reden, des haüpt ift ein romifcher
5 keifer. nu fol ich an der warheit nichts verhalten, daß ich
nichts anders weiß dann daß wir ein erfamen iromen ver-
ftendigen gotsfurchtigen keifer und haübt haben, aber uß
der hoffart, großen pracht, neit und haß anderer könig und
potentaten, chrißlich und unchriftlich, entßeen vil feltfamer
10 practik und anfchleg , fein macht und gewalt zu underdrücken,
alfo daß er teglich mit kriegen angegriffen und gepeinigt
wirt, und mit folchen kriegshendeln in feinen erbkönigrei-
chen alfö vil zu fchaffen hat, daß er der deutfchen nation,
darin dann iezt das romifch reich fein fol, feither Conftan-
15 tinus feiner blintheit gefunt gemacht und den geizigen pfaf-
fen übergeben hat, maß verlaßen, ie doch hat er in feim
abfcheid deutfcher nation, uf vilfaltig anrufen aller Ilend
umb recht frid und polecei, deshalb im regiment fein bru-
der, den erzherzogen von Oßerreich, zu feinem ßathalter
90 gemacht.
Jörg
Die weil du fo vil tugent vom keifer fagß, fo folt ie fein
brfider auch alfo genatüert fein recht und gerechtigkeit lieb
z& haben.
SS Franz
Er iß nit minder darzu geneigt, und funderlich fo vil in feiner
jugent halb ingebildet und gelert wirt was recht fei, dem
thut er zimlich folgen.
Jörg
90 Was nimpßu dann dich an, dem rechten volziehung zS thän?
Franz
Dem erzherzogen wirt nit allenthalben gehorfam geleiß und
alein in feiu erblanden braucht er fein volziehung des rech-
ten und nemlich was fein camerg&t antrifft.
85 Jörg
Warum auch nit im reich, die weil er ßathalter iß?
Franz
Das hab ich wollen fagen. da fint vil kuriürßen, flirften
53
und grafen, der ieglicher in feinem gem&t lieh fo hoch be-
dünkt, als fei er felbs keifer, und thän kein geborfam, und
weleher den andern übermag, der fchübt den andern in fack.
damß ift erfolgt, die weil die Ilet der fürßen übermöt und
pracht oft mit leren däfchen fehen und funderlioh wo ein 5
ftat ein furften z& einem nachbaum hat , daß die den felben
teglich under den fueßen ligen und m&ßen fich oft in der
felben fchntz und fehirm geben haben, auch befunder bünt-
nüs^ einigkeit und vertrag gemacht, daß £e nit alein vor
der furften gewalt wol ficher fint. und fint dann die furften 10
auch fro, daß man fie auch leßt im bund fein, daß fie un-
▼eijagt bleiben mögen, das thun die furften funderlich dar-
umb daß £e ir ritterfchaft und adel (die doch der furften
rück, hantfeft und ufenthalt fein folten) underdrückten , denen
fie weder getreuw noch holt feint, funder den adel täglich 15
von iren güteren dringen und ußkaüfen. umb eins birßes
oder Jagens willen bedorft ein furft ein landskrieg anfahen,
all fein adel und ritterfchaft bewegen, uf lieh laden und
übergeben, fünft wa fie recht eer, lieb und tugent z&famen
betten, witwen und weifen befchützten undbefchirmpten, darzu so
fie dann gewidempt fint, fo wer man des wol überik. fo es aber
n&n dabin komen ift, daß die kurfurften und furften irer großen
freiheiten und die ßet irer, auch ires überflüßigen gelts und
guts gebrauchen und zwifchen denen dann die gebenedeiten
und gefalbten, bifchof und prelaten, beinach die heften für- k
ßentäm, laut und leut an fich gezogen, iederman nfir das
fein beßem und hanthaben wil, ift das recht nichts anders
worden dann fo vil ein ieder mit gewalt oder fünft bofen
liften durchzfidringen weiß, und fo ein armer mit eim fur-
ften oder geißlichen geweitigen herrn zfi handeln hat, der so
wirt von im geweitigt, verjagt oder das fein genomen, er
rfif und fchrei umb recht vil jar, und wann es im ganz wol
geht, daß er zö verhören kümpt, fo erbeut man im das recht,
fo fol er erft darnach umb das fein vor den felben furften,
feins widerfechers und gegenteils fuppenfreßern und jaherrn ss
ein ttßtrag des rechten annemen. kau man aber ine darne-
ben in ander weg mit gefchwinder vinanz oder practik ab-
fertigen, daß er keins rechten mo bedarf, fo fol auch niemant
54
me davon reden oder die forlllich hocheit, dergleichen der
geißlichen freiheit antaften. ift es dann etwan ein burgers-
man in einer Aat, der dem gemeinen nutz getreuwlich dienft-
Uch geneigt ift und gern gefördert fehe, der dann etwan
5 den gemeinen nutz fordert und den großen Haufen zd vil
darin redt, der muß bar laßen und wirt auß neit verjagt,
begert er rechts, fo fint fein gegenteil felbs richter, urtei-
1er, antworter; oder wo er mit mühe und arbeit zä letft
mit dem bettelftab beßers erlangt, fo muß er in einer an-
te der ßat leut irer freiheit zu recht ßeen: da fint als dann vier
hofen eins düchs.
Jörg
Was thfit dann das regiment darzö, das vom keifer und allen
ftenden geordnet und befetzt ift?
15 Franz
Sie feint iezt zu Efslingen^ fo vil da fint, die leben in frei-
den, eßent zu morgen gr&nen ingber und drinken f&ßen
wein, nachmittag macht man ein ußfchuß.
Jörg
so Was ift ein ußfchuß?
Franz
Man teilt die herm im regiment auß ieglicher partei z8
einer funderlichen fach oder handlung, daß fie nit alle über
einer fach dörfen fitzen.
sft Jörg
So handien fie darnach den gemein nutz.
Franz
Ja für und für. etlich herrn und funderlich die eltißen und
gefchikften und was mit der feder umbgeht, die werden ver-
30 ordnet mit mandaten und in ander vteg z& procediern zu in-
bringung der abfchleg des gelts, davon das regiment erhalten
fol werden, die ander partei fitzt über die fupplication der
armen und fchicken die felben an das camergericht, uf daß
fie defto minder befchwert fein, damit man könig Asverus
15 convivium, banket, fchlafdrünk , zil fchießen, rennen, ß»ohen,
der bulfchaft und abenttanz auch ußwarten möge.
Jörg
Was iß das camergericht?
55
Franz
Es ifi ein folch ding: wer von dem undergericht als dem
fegfeuer erledigt ift, der kompt erft in die hell gar mit ein-
ander, dann ich mein warlich daß kein feel in der hell von
den teufein harter geplagt mög werden, dann wann ein ar- 5
mer denprocurator, advocaten und dem felben roßigen häu-
fen zÄ teil wirt, dann da fint fo vil action, exception, replik,
daplik, tripük, quadriplik, dilation, peremptoriales ferie in
noTis prefaxis und ordinariis, alfo daß kein entledigung iß:
OB muß bl&t und fleifch alles verzert werden, kumpt under 10
hunderten einer zum endurteil, fo m&ß er die excution und
volßreckunge bei der von Ochfenßein küohenmeißer füchen.
der was fo gewältig, Xo er einem ein fupp fchäf, fo warf
man inen die ßieg ab. uß folchem mangel der gerechtigkeit
Tolgt, wo eins armen mans vermögen nit iß, difem langen is
und unanßdreglichen pracht ußzu warten, daß er im fumimpt
ein vede, feintfchaft oder krieg, und fo er dem furßen, der
ßat oder andern fein widerfachern eigen perfon nichts ab-
brechen kan , fo grift er der felben underthon g&ter an. das
heißt man dann den lantfriden gebrochen, da braucht erß 10
das regiment fein gewalt, das heißt man die acht, iß es dann
ein mecbtigen furßen, ein ßat, commun oder funß ein bunt-
nüs berfiren , daß lie ein in die acht brecht hat , fo m&ß es
alles zä drummern geen, fchlößer und heufer, dahin dann
nie keiner der achter hin gefchmeckt hat wer es aber ein ar- m
mer, fo iß die acht und aberacht, nichts anders zu fehen.
folchs und andere mere vil unzalber wider recht gewalt und
unbilliche handlung hat mich bewegt dem armen z& der ge-
rechtigkeit zö helfen: darumb ich dann mein leib, leben,
mein gut, kinder und gfit freunt hab m&ßen verlaßen und 10
verliern und hoS beßer belonung zu finden.
Jörg
Und dieweil ich vermerk, daß dir die furßen am meißen zä
wider iint, warumb haßu dir nit bei den ßetten ein rücken
gemacht und bei inen hilfe gefucht , ob die dem rechten oder a»
gemeinem nutz geneigter gewefen wem?
Franz
Bei dem gemeinen man in den ßetten hett ich wol verho£ft
56
einigkeit und gdten verAaat 2Ü erlangen, dqph daß ich inen
as& entledigung irer befchwerden geholfen het; aber die mech-
tigen burger und kaufleut haben fo vil, daß iie es nit mö-
gen gedulden.
b Jörg
Warumb?
Franz
Wann der gemein burger oder bauersman folt den zäum zfi
lang haben, fo merkt iezt der gemein man den großen wu*
10 eher, bedriegerei, furkauf, eigennützigkeit oder bedeumng
aller gewar und kaufmanfchaft, daß nichts ficher uf der
weit ift, es fei under den großen kaufleuten oder derfelben
gefelfcbaften gewalt oder verbiintnüs. es fint die wechfel,
münz, fpecerei, gewürz, bergwerk von filber, golt, zin,
15 blei, mefl!en, kupfer und auß den vier elementen, feuer, luft,
ern und waßer und was da kan zd nutz bracht werden, das
alles haben fie in glübt und in verftrickung hertiklich ge-
fangen^ daß der arm gemein man an iren überfiüßigen nutz
und gewin nichts davon überkomen mag. darumb ift alzeit
so in beforg gewefen , folten Iie mich über fie komen laßen,
es würd ein ander weis bereiten, daß man die großen ge-
felfchaft abthet, den gemeinen man frei handeln ließ, und
ob wir nit fo vil pomeranzen, granaten, citheronii, capre,
oliven, unzgolt, feiden, famat oder fchamlotten in Deutfch-
S5 laut brechten und dargegen uns an gelt und gät emblößten,
vdr würden dannoch leben und uns unferer fpecerei, als
zwibel, knobloch und was in deutfchen landen gefeit, wol
mögen behelfen. ach was fol ich lagen? het mir der firop
nit fo früe das herz abgeftoßen, ich weit inen noch wol
10 recht laxativa geben haben.
Jörg
Lieber, du redeft widerwertig ding, fagftu war von den
konigen und furften, wie fie fo vil gelts teglich von iren
underthonen fchetzen? das ift wol eine große fchatzung
35 das die kaufleut und die gefelfchaft treiben, warumb ftrafen
fie dann die furften nit?
Franz
Ja wol ftrafen. haAu nit vor gehört daß die pomeranzen
57
den knrfurften und f&rftlichen barmberssigkeiten vil ssfi mech-
tig fint? z& dem fo fint etltch an kouig tind farßeu hofen,
nit die wenigßen, die mit den gefelfchaften ligen als die
fcUangen und nattem, Tagen, man künde fünft z& großem
g&t, königlichen und fOrftlichen geTcheften und funderlich »
zA den kriegs hendeln in der eil kein gfit oder bar gelt uf-
bringen, da findet es man mit dem häufen, das glauben dann
die gfiten furften, als witzig fie dann fint; und ob fie gleich
wol einander von herzen feint fint, fo vereinigen fie fich doch
bald ob dem blftt und fchweiß des armen gemeinen maus, lo
alfo daß fechs zink die drei taus gar verfchlicken, id eft,
die f&rßen loßent Wucherei der gefeifchaft, befchwerung,
bedrug und falfchen gewin alfo för und für geen, daß man
dargegen ire unrechtlich neuw zol und anfchleg, fteuwer und
fohatzong auch nit anflehtet, ob fie fchon ein fart einander is
ein wenig raufen, fo leget der arm man das har dar.
Jörg
Es ift mühe und arbeit allenthalben.
Franz
Ich wil befchließen. es fei alle handelung gefchaffen wie fie so
woll, fo bin ich davon abgefertigt, der kriegsfurll von Trier
hat mir ein bafsbort geben : damit kum ich daher und wart
gAter belonung.
Jörg
Ift der bifchof von Trier auch ein kriegsfürft? ich hab ge- n
meint, er folt predigen und mit dem gotswort umbgeen.
Franz
Ich vermeint ine predigen z& lernen, fo hat er mir den paf-
fion mit dreien ftimmen gefungen.
Jörg 10
Wer hat dann baOiert?
Franz
Der pfakgraf hat uf dem reichstag zft Augspurg in* dem
fonfisehen hundert und achtzehenden jar ein gfiten bafs uber-
komen, aber doch nit kupferwaßer funder ein fpaniolifchen ss
drank gedrunken. und da folchs nicht helfen wolt, machet
man pillulen auß neuwen zollen am Rhein, die er auch ver*
fdilidLet, daß er nfir ein gät ftimm überkeme: dann es waren
58
des felben mala oantores oonfonaiites vaft deuwer die den
bab fingen folten« fie mutierten und gewunnen falfche {Hm-
men, funderlich welche gelb lilien gefireßen betten.
Jörg
5 Wie kumpt es, daß der pfalzgraf fo dem&tig gewe&n ift,
daß er dir ein paf&on hat helfen fingen?
Franz
Er hat fein Aimm gegen mir probiert, dann er hat für und
für gefagt, ich werd im die piUelen, das ift den neuwen
10 zol, zu reiten oder daran verhindern: fo het er ein fchlech-
ten bafs gefungen.
Jörg
Was fingt dann der lantgraf von Hefien?
Franz
1» Ein dilcant. urfach, ich hab im vor etlichen jarn ein liet
gcfchenkt, daran hat er geler t fcantiem: dann ich bin fro
daß ir aller gefank des palfions nun zum expiravit iß ko-
men, daß ich meiner mühe und großer arbeit ein end hab.
Jörg
30 Dein gehabt mühe wirt nä einem andern bevolhen werden
der muß anders exequieren.
Franz
Wann es im als wol gelingt als mir, fo hat er halt fiüer«
obent.
n Jörg
Nein er hat mer gewalt und nachdruok.
Franz
Wer mfiß der fein?
Jörg
30 Der türkifche keifer von Conftantinopel.
Franz
Ja, lieber, es ift langft verkomen mit großen aufchlegen ei-
ner beharrlichen hilf, auch eins großen zols von aller war
die in Deutfchlant und wider ußer dem römifchen reich in
s» Welfchlant geen fol. das wirt fo ein merklich gelt erdragen,
daß der Türk nichts fchaffen wirt
Jörg
Wie kau man es furkomen?.
59
Franz
Uf zweien reichstagen z& Nürmberg fint ob dreißig banket
dem Türken zfi wider gehalten; ich gefchweig der rennen,
gefellen ßechen, fcfalitten fam, mümmereien und andern
ernAlichen anligenden, und daß man alle luterifche fchrifl,
damit daß man das lang verlegen und yergeßen ewangelion 5
wolt wider an tag bringen, zu verleuken ernftlich mandiert
hat, auch yil chrilUicher procelBon in beiwefen des heiligen
geills, der dann zwen tag uf die geilllichen veter alein der
feflion und furgeens halben gewartet, ift furgenomen: in
fumma, es iß nichts vergeßen das dem Türken zu widerAant lo
gehört, ich meint, ich het dir aller fachen gnugfam befcheit
geben, wann es nun zeit were mich in zu loßen und mir -
mein belonung zu geben.
Jörg
Du biß argwenig geacht, du habß folchs von eigen nutz, is
bracht, hoffart, zeitliche eer, gelts und guts wegen gethan,
vil armer leut befchedigt, witwen und weifen gemacht. Kro-
ßen raüber enthalten und anderer böfe Aück under einem
guten fchein ge&bt, das der brüderlicher lieb z&gegen iß.
Franz ao
So vil mir müglich gewefen, het ich der armen gern ver-
fchonet: aber wider die furßen und herrn zu kriegen, leßt
fich uit anders dann ernßlich ußrichten. zu meinem bracht
hab ich nichts anders gethan dann mein heüfer gebauwet
und mich geßerkt, dann ich yerhoffit vor gewalt zfi bleiben, ss
den armen noch lenger zii helfen und der underdrückten lere
des evangeliums ein freien weg zu machen, fo es aber die
ßund und zeit geendert hat, hab ich doch vor meinem ab-
fcheit mir mein funde laßen leit fein und all mein vertrauwen
entlich zfi got geßcUet und meins werks weder zu heil noch 30
verdamnüs nichts zfi gemeßen. das verhoff ich zfi genießen.
Petrus
Das end iß gut: darumb wil ich auflchließen, daß duXelik-
licfa rfiweft biß zfi der uferßentnis der ewigen feligkeit amen
m.
EIN GESPRECH EINES FUCHS UND WOLFS
SO DIE ANDERN FUCHS UND WOLF AUF DEM
STAIGERWALD ZUSAMEN GESCHICKT SICH
ZU UNDERREDEN WO UND WIE DIE
BEIDE PARTEI DEN WINTER SICH
HALTEN UND NEREN WOLLEN.
MDXXniL
V o r r e d.
Mein lieber lefer, du findeß in dlTem gefprechb^chlin fuchs: under den
reiben perfonen verftee den adel, der Geh zu Landau zu Franzen von
Sickingen und feinem fumemen verpflicht, eins teils fchaden darob erlit-
ten, eins teils verjagt, aber ich wolt gern fagen der großer teil, fo den
braten gefchmackt, den köpf wider aoß der fchlingen zogen hat und
lieh der fucKferei gar ait mer wil annemen ; under der perfon der w ö 1 f
die jenen fo in Franzen handlung üch nit alein vergriffen, funder vor-
mals auf das reich und menniklich on anfpruch gezwackt, biß üe billicber
ftraf verjagt worden, dife fo vertriben thun ßch alfo durch ir botfchaft
beraten, wie lie den winter anß halten und zerung erlangen, derbalben
ein ietlicher biderman der das land bauet, hiebei gewarnet fei, daß in
difer fuchs und wolf keiner feile: dann es ift zu beforgen, der winter
werd kalt, darumb folche fuchs und Wolf, dieweil fie vor hitziger magen
fein, vil hnngeriger dann biß her werden, gehab dich wol!
Wilt du wißen one geverd,
Wie Ach den winter neren werd
61
Der »del, fo yertriben Ift
In den Torgangnen fumers frift
Von furfien und des bundes rott,
Lis mich, du findeß es on fpott.
Fuchs
Got gr&ß dich, mein lieber Wolf !
Wolf
Ein felig jar, Fuchs! woher fo tünbauchet durch die hecken?
Fuchs ft
Villeicbt iß es des glucks fchuld.
Wolf
Mocht wol fein, es hat fich ie gar von uns gewent. etwa
lachts uns früntlich an, iez weiß es uns ganz den hindern,
fol und mfiß villeicht alfo fein: wer weiß, es mocht uns etwa lo
wider bedenken, kein mftter fol an irem kind verzagen,
dann enderung gefchidit in allen dingen.
Fuchs
Ja die enderung iß aber oft z& lang auß, biß auch der rock
mit lumpen hinhecht iß dann der winter kalt, thät einen 15
deßer übler frieren, wie theten wir aber den fachen? du
fiheß, wie es uns geet. wir haben gar bofen wint fehler an
allen orten, ungelück wil uns ie den danz fidein, wie dem
der den reien f&rt.
Wolf 10
Es iß war. wie follen wir im aber thün? wir feind vil-
leicht darzS erfchaffen, wir m&ßen darumb nit gar verzagen,
dadn oft komen die überwundnen wider zA beherzter man-
heit, haßu felbs oft erfaren. und heint vergangner nacht
bin ich dahinden bei einem waltbräder gelegen, mit dem fo 15
ich von unferm anligen reden wurd , und er ein fromer man,
der fich nit vor mir furcht, dann er mein wol gewont, fagt
er alfo lieber Wolf, ich beforg, ir habt es alfo umb got
verdient: der fchic^ euch folchen jamer zä. weil er dann
euer herr und erfchaffer iß, mag mit euch wie im gefeit so
handlen, fo folt irs gedultig leiden.* darüber zeigt er mir
62
vil gefchwetz in eim alten bflch, das hieß er heilige gefchrift
und ßtliche leer, ich acht aber fein nit, dann ich war fein
nit gewont, dacht akeit Tchafherl lamb herP het vil lieber
gefreßen.
5 Fuchs
Es mocht wol die warheit fein daß wirs verdient betten,
dann auf difer reis bin ich gewelt im Kertal oder Hall hin-
auß bei einem edlen falken, der faß hoch auf einer tannen.
der felbig faget mir auch folich meinung und wie ir wolf
10 und wir fuchs der fachen w«it zö vil gethon und mer dann
uns hat gezimpt« wir feiten mit löwen und adlern, falken
und habichen auf frei feldgejägt zogen fein: das wer uns,
zSl dem daß wir auch erlich bei inen gepfhaifcht worden,
vil baß angeftanden. weil aber wir haimdückifch hin getra-
15 gen was uns f&rkomen, fo werd uns der gleichen auch zfi-
gegriffen.
Wolf
Wer kan aber die art und gewonheit laßen?
Fuchs
90 Ich fagt difes auch zum falken, aber er antwort mir, ein
bofe gewonheit folt man abilellen. fagt ich, mein ftand wer
nit anderß geweft, dann wir handelten gleich wol; antwort
mir der falk *fo wird nu weis mit deim fchadenT
Wolf
35 Unfer art wer dannocht wol hingangen, weil wirs nit zfi vil
gemacht heten.
Fuchs
Wie haben wir im dann z& vil gethon? lieber, fag her!
und wie wir doch in difen unrat komen. dann ich bin dar-
ao umb von meiner gefellen wegen hieher zfl dir komen, daß
wir uns als die verltendigßen auf beider partei mit einander
underreden, wie wir uns den winter hinauß bringen, wie du
dann uns betagt und befchriben.
Wolf
35 Erftlich als du frageß, wie wir im doch z5 vil gethon und
in difen unrat komen, fag ich: du weiß feer wol, wie uns
wölf die unfern eitern von jugent auf in allem mätwillen er-
zogen haben, nie gewert, wir theten freund oder feint
68
angreifiMi. aufi folicher gewonbeit wir ein prefcribiert recht
(ich maß juriftirch davon reden) gemacht und keinen auf-
richtig geacht, der fich folchs zückens und raufens nit wolt
underziehen, nenten fie hagfchelmen, meinten alles fo wir
zfi feldfehen, wer uns ein zugeeigneter raub, als beten wir 5
das z& leben vom keifer erlangt, auß dem wolten wir uns
nit mer als unfer eitern der gens, hund, fchaf und fchwein
bebelfen, funder wir haben zdm dickem mal den hirten das
feld zfi eng gemacht, manchem förman rofs, wagen, gürtel
und dafchen , den kaufleuten rofs und die großen wetfchger 10
gefreßen, die darzä got feer dankten, daß fie mit dem leben
Ton uns kamen«
Fuchs
Wie mocht ir die wegen, dafchen und wetfchger ii*eßen?
fein doch die wegen holz und wol befchlagen, die dafchen is
vol eifener fperlin, fo haben die wetfchger groß eifen ring,
mit den roffen nimpt michs nit wunder; wann man kumpt
biß auf die f&ß, laßt man das felbig ligen.
Wolf
Das iü nit feltfam noch kein wunder, es fchaffk die hitz m
unferer mägen. dann auß folcher hitz hab ich oft felbs ein
f&rman z& rofs und wagen, ein kramer mit all feiner war
verdaut, mir fchadte nicht, ob der kramer fchon ein ganzen
ßübich vol Steinbacher meßer hat: dorft dannocht darzA
keina enzian noch triackers. »
Fuchs
Es i& feltfam zfi boren, aber weiterl
Wolf
Mit folchem unfern fraß und follerei haben wir uns vi) bnr-
ger und bauren z& feiud gemacht die haben fich nfi lengß so
zufamen verpflioht, unfer keinen, wie fie uns erwifohen, laßen
z& leben.
Fuchs
Wer und wie fein die felben biirger und bauren?
Wolf S5
Die hoben Schwaben, ab Augspurger, Ulmer, Kempter,
Bibracher, Memmingerund den Necker einhin, die Nürm-
berger und in anfioßend Beiern. dife haben darnach zfi in
64
gezogen etlicfa fiirften, fpitzhAt und blatten geier. der
teufel hol fie alll wer an den allen noch nit vil gelegen,
wir betten überal nocb raums genäg uns wie vor z& eme*
ren, biß endlich uns der teufel und all fein gefeilen in Lan-
i dauer faag wol durch euer lieben fuchs anbringen züJamen
getragen.
Fuchs
All die teufel die da leben und fchweben fören den felben
hag und all die uns darein ber&ften, leibhaftig in abgrunt
10 der hellen I dann unfer vil macht folichs z& armen knechten.
Wolf
N& weißu wol, was wir im felben hag befchlußen und zä-
famen verfprachen?
Fuchs
u Ja. wie haben wirs aber gehalten?
Wolf
Wie der has bei eim bauker.
Fuchs
Ei das fchend üe der teufel die noch in den rom fitzen und
90 kiinden ir art fo wol verhelen!
Wolf
Wolan wir wollen das iez nit außfeohten. das iß war. auß
der felben verdampten verfprechung weiftu , wie wir ein
dapfem fiichs zäm hauptman aufrichten, der folt n& auch,
u wie wir vor den fSr und kaufleuten under den Wormfer,
Frankforter und menzifchen bauren gethon, die churfurften
angreifen, vermeinens furften und bauren all z& freßen und
daß alein fuchs und wölf alles land regierten, an dem ha-
ben wir im erß zfi tU gethon, es wer dannocht lang mit
so den f&r und kaufleuten auf unfer wölf feiten in hingangen,
darauß wir und ir in difen großen unrat komen.
Fuchs
Ha ha ha he! ich muß bei got unfer narheit felbs lachen,
die wir des felben mals furgaben, wolten ein eigen neu recht
» aufrichten, botz hani wer es uns fiir fich gangen, fchaf,
gens, hAner, feu, rofs, kelber, kA, bauren und furüen we-
ren teur worden, aber es het yil herren geben, dann unfer
ietlicher het felbs gern wollen regieren.
85
Wolf
Es ift die warheit^ das mfiß ich felbs bekennen, und ge-
fchicht uns eben recht: dann böfer anTchlag hat bölen für-
gang, bofer förgang em unentlich end. alfo geet es uns auch.
Fnehs %
Wolan weiter!
Wolf
Da weift anch wol, wie mir erßlich anfiengen, in das trie-
ii£ch knd hin und wider heraofi bußnierten. wie meinftu,
het derpfakgraf gethon, wirwolt^ g&t feift beiz darob er- lo
langt hon. aber der tenfel hat den felben in das fpil getra-
gen, des mfißen wir iez all engelten.
Fuchs
Es ift bei got war, der felb hat uns alein den fchaden.thon,
des wir uns nit veriahen. u
Wolf
Da aber der pfalzgraf in das fpil und wir fo tief darhinder
kamen, daß wir unfern trutz on fpot nit mer unterlaßen
kunten, meinten, es mftft unfers fumemens außhin gen, the-
ten wir Pfalz und Helfen auch angreifen. »
Fuchs
Dammb haben wir uns wiA belchißen. der teufel wafch uns
wider außl
Wolf
Und erßlich weiten wir Lutzelftein bei nacht hintragen un- »
erwarter ding.
Fuchs
Es war ans aber zfl fchwer: wir gewannen nit vil dran.
Wolf
' Wir gewannen eben als hernach alwegen. denn du weift wol, so
wie in kiurz darnach ein edler wol abgerichter falk auß der
Pfalz uns zwen die liftigften und dapferften fuchs zu boden
itteß. das do was all unfers unglncks ein fonderlich anzei«
gen, hetten wir alein nodi z6r felben zeit mügen aufhören!
Fuchs 35
Ja fie tauren mich noch, wann fie fo gar wol in allen 15-
öhem und heeke» er£Mrra, im Weisgau, Hunsruds bfiheln,
Frankreich, Henegan, Lutringen, Heffen, Weterau, den
5
66
Keinftrom, Mnfcl und Mon auf und ab, daß ich der gleichen
nit mer gefehen. und muß Tagen, da uns der felb fchad
gefchach, daß mir das herst wol halb in die bruch was ge-
' fallen.
» Wolf
Des fitzt der felbig falk iez in guter refier, fo wir nit wlßen
wo über nacht zu bleiben.
Fuchs
Weren wir lowen und andern edlen tieren angebangen, als
10 er und auch etwa unfer elter gethon, wer uns folicfas auch
nit.gefchehen. wir fein aber z& weit über das boglin ge-
treten.
Wolf
Iß bei got war. aber wir gedachten nie des ends, fonder
15 theten ie mer ie mer einen dort, den andern do angreifen,
betten teglich groß tapfer anfchleg, weiten die weit refor-
mieren: war uns doch noch nit bevolhen.
Fuchs
Was hat uns nu in folche vermeßenheit gef&rt?
20 Wolf
Hilf got, was fragßu! alein nnfer fullerei, darauß wir ein-
ander reisdienft, kuntfchaft, gefelfchaft leifien und alles ver-
mügen verheißen, fo wir aber nüchtern werden, folchs on
nachteil nimmer künden halten, fo haben wirs denn wol mit
2& dem Weinglas verßgelt. dann gibt man uns den Ion mit
büchfen und langen fpießen , als uns denn warlich gfcheben,
do Pfalz, Trier und Helfen den alten fiichs zfi Nanßal er-
fchoßen, fein hag im der pfalzgraf z& eim lufthaus einnam
und ander unfer gfite gewild und heg verbrent wurden, et-
so lieh auß uns gefangen, die noch nit ledig fein* was der
gleichen auchfich die bündifchen bauren gegen uns wolfen
fonderlich geflißen hond, das weißu wol, iß on not zä er-
zelen. und warlich ich forg, unfer Unglück werd fich erft
recht machen, fo die iurßen fich mit den bauren Tereinigt
35 und erß ein zech iß drauß word^.
Fuch s
Da Tchlag der teufel z& uäd hol fie all, die uns zu folchem
haben geraten I ei wo fein fie iez? daß fie bocks marter Xchend
67 _
die robiTchen woIf auß Franken, die uns fo große hilf zfi-
tagten, hielten groß gefprech und haben ir heg Telbs nit
künden behalten! ich fchiß eim in das wolfifch maul, der
eim ein berg verhieß und künt im nit ein (lein davon reichen.
Wolf 5
Lieber, zürn nit ! es mag nimmer helfen, die rechten recken
haben fich gefchickt und ir heg behalten, alein die armen
haben verloren: die mflßen alweg (dann ein fprichwort ift)
nnderligen.
Fuchs 10
Botz Veltinl wie mags doch komen daß folch rechtfchuldig
ledig außgeen und die armen alein m&ßen die zech bezalen?
Wolf
Fragil erft? weiß nit wie die bündifchen bauren im land
fein nmb gemmiert, als in die furften beten den weg gemacht, i»
wöIf und fuchs in hecken und löchern gefangen, die heg ver-
brent und de alle der maßen erfchreckt daß floh nindert
keiner mer wolt regen?
Fuchs
Ha ha hei iez maneft mich, daß ich aber maß lachen, daß to
der emIUich wolf auß dem Dautenberger hag den fuchfen ^
von Siddngen ir Eberberger holn fo dapfer bewachen und
auf die haut erhalten wolt vor dem fladenweiher von Trier
und dem hitzigen Heffen« do er aber den löwen hört, war
er fro daß er mit der haut davon mocht komen.- aber der is
teufel macht im den pfalzgrafen fo gnedig, daß er nit ge-
dacht, was im der felbig wolf fein tag het fireuntfchaft be-
wifen. daß in fant Quirin verbrenn in fein wülfifch art
hinein! er hat dannocht mer davon dann die haut und im
vergünt geweft hinweg gebracht. to
Wolf
Ich bin auch ein wolf, maß im dannocht flöohen. daß in
bocka leiden fchendl er hat eben alfo thon, fein lebtag kein
redUch ßuck begangen, wir mfißen uns fein (ob wir fchon
ein g&te lach heten) fchier mer dann des Bocksberger wolfs 3&
fchemen, wie wol der felb dem pfakgrafen ein ganz haus
und ein flecken fraß und het in dannocht lang g^firift und
gezogen.
5*
68
Fuohs
Uefegen ims der teufell dife buben machen das oft ir ein
ganzer bauf möß entgelten, aber weiterl waa haben die
buntsbauren gethon, dadurch die rechtfchuldigen fein davon
i und die armen in der brfl bliben?
Wolf
Sie haben erlUich die wolf zu in ber&ft, die haben fich,
welcher fein hag behalten wol, Tor inen m&ßen fpeien, darin
die bauren gefucht: welehers verdaut hat, iß wol darvon
10 komen. aber die armen, die nit haben fpeien wollen, den
haben fie ir heg verbrent und zerrißen. da hat mancher,
der feins hags gefurcht, gefpien. o gotl het man im recht
in magen gefehen, er wer fo fchlecht nit davon komen.
Fuchs
19 Das walt der teufell ei warumb haben die andern nit auch
gefpien?
Wolf
£i fi fein zd from geweft, haben gefurcht, das fpeien breoli
in das herz, wenn aber einer folcher ftoß gewont, fo ift
so im darnach leicht z& fpeien. als ich noch weiß ein alten
burgifchen wolf: wer ich bei feim fpeien geweß, ich folt
den bauren gezeigt hon , wie noch vil unvertauter bau*
ren, kaufleut und auch etlich vom adel noch bei im iigen.
der bauren recept ift gegen im zu fchwach geweA. ich weiß
u ein recept: betten fie im das felbig in gegeben, gelt es het
in recht fpeien gelernt
Fuchs
Was ift das felbe?
Wolf
M Difes. recipe ein ftrick, bind dem fchalk die hend rucklin«
gen daran, ftreck in über ein ßadelleitern, henk im ein
zentnerftein an die fuß und thfi den ftrick oft weidlich klopfen,
fo th&i fich die bös materi recht zfim mund auß pui^gieren.
Fuchs
35 Der teufel dürf deines erzneiensl
Wolf
Nun wer warlich dem alten wolf dife am gelundeften, dann
er hat etlich edel falken, als weren fie feiner art, vor d^i
69
bauren such angeben , ße belogen, het er aber das vorgefagt
reeept eingenomen, ich weiß, er het fo vil mit feiner fpezerei
sä fchicken gehabt, daß er feines neids und ander aller fro^
men het vergeßen. ich wils aber iez fein laßen, dann das
mfijß ich dir auch fagen, daß noch vil rappen fein, die et- s
wan uns zur reis hülfen, darmit ire neßer auch von dem raub
gefpeiß wurden, nement was wir Keßen ligen. die felbigen
feind iez der furften und bauren diener, fliegen mit inen, ge-
ben alle heg und locher an. folten fie fich vor den bauren
fpeien, fie wurden noch bei manchem feltfame fpezerei fin- lo
den, darob inen der grind würd abgerißen.
Fuchs
Es wil zÄ huig werden, wir wollen es fein Taßen, zö der
fach greifen, darumb wir hie fein, als wohin wir den winter
legen und bleiben, da rat n& ein, mein lieber wolfl 15
Wolf
Ich bin difen fomer in mancher feltfamer herberg gelegen,
wo ich hinanß kernen bin. einer fagt, es fei im verboten
mich zfi halten, der ander förcht, er m5cht mit mir in un-
glQckkomen, und ob mich der dritt fchon herbergt, fo wirt so
er doch mein bald mfid. und das ift mir feer bei den ge-
fpeiten gefchehen. dann mir wil nit iez, als etwa wann ich
ein Auck wilds feilet und bracht in das heim, mich ein zu
laßen gczimen, dann fie furchten der heut.
Fuchs 15
Ach ich hab felbft wol erfaren, daß es mit den gefpeiten
verloren, ich getrau auch ir etlichen nit. ich furcht, fie
feien der bauren heimlich knecht und legen uns kugel ein.
Wolf
So fchend fie der teufell ir vil haben die fach gleich wol so
als wir getriben. wie meinftu aber? wann wir uns mit den
menzifchen mochten vereinen, die feind uns alweg günftig
geweft und der Pfalz und Helfen feer wider, daß fie uns
den winter den Speffert und das Eisfeld, auch die gaßen
der Wetterau z& vergunten : mocht uns zd zeiten nutz 35
bringen.
Fuchs
An den menzifchen zweifelt mir nichts gunft halben, aber
70
ße feiiid auch im bnnd: die löwen betten fie lunll leiigeß
zerrißen. der halben fie fich noch hart mfißen beforgen,
es mocht dann ganz heimlich zfigeen. furcht doch, wann
wir fchon uns der art wolten fleißen, die felbigen Iowen
5 wurden uns fo heftig nachlangen, daß wir darob nider legen,
ich hett am baden luft in arenbergifcher refier: da mochten
wir den fpitzhut von Trier etwan berupfen.
Wolf
In arenbergifcher refier wirt es fpred zd geen: wir werden
10 yil faßtag haben, dann die tagreis feind gar weit, auch
thän die Iowen den fpitzhfit nit laßen. Schweiz ift mir auch
nit übel gefallen.
ITuchs
Da künten wir unfern feinden gar nicht fchaden. man iJl
u auch vorhin Wolfen und fuchfen in Schweiz ganz feind. unfer
keiner dorft fich dafelben recht regen, die weil wir gelt het^
ten und nit lenger ließ man uns da bleiben, ich kenn auch
die Schweizer wol: fie dorfen gelt nemen und verraten oder
ein des lands verjagen laßen, wie fie dem von Wirtemberg
» verfchiner jaren auch gethon: denn wo bei inen nit gelt,
da ift auch kein gunß.
Wolf
So m&ßen wir uns in Bohem fchwenzen.
fuchs
9& Ich beforg, der wald fei uns verhauen: es wer funfi; gar gät
dafelbft herauß von der Pfalz zu nagen« fo lior ich warUch,
die furften und der bund haben ein verllant mit dem künig
gemacht : komen wir hinein, fo werd uns erft recht gezwagen.
Wolf
ao Das erbarm got daß wir fo gar in unrat komen! nun, lieber
fuchs, erzeig dein lifiig gem&t und thä doch zum heften ra-
ten, wie mir den winter bleiben I
Fuchs
£e ich hieher zoch, hab ich mit meinen gefeilen rat gehalten
S5 und darin befunden, doch auf euer der wolf beßern, daß uns
nun mer häufet einzufallen gar unnütz iß und als verloren,
denn wie man uns erfert, fein wir des tods, heck und holen
als verbrent und zerrißen. darumb uns das beß gedaucht
71
(undkan warlich beßers aocb nit bedenken), daß wir uns an
all -ftraß und landfchaft teilen, über drei nit bei einander blei-
ben, zu Zeiten zwen, zu zeiten einer alein, darnach wir vor
uns haben, durch bnfch und hecken ftreifen, haben fleißig
acht, wie wir der furllen undertbon (gegen inen fchaffen wir 5
nichts) und die bauren villeicht herfören: und das wurd uns
in Sachfen und Meifen nit lär laufen, wann hiedurch geet
des villeicht vil gen Nürmberg, auß Bolen, Breußen, von Lu«?
beok und der Schlefing. fo haben wir darin auch nit fo bö*-
fen wind , künnen auch leut^ die uns darzfi helfen, bekomen, 10
was uns dann da und funll an allen orten furftoßt, daß wir
das felbig alles freßen und hintragen , damit wir nit hungers
Kerben, fchadt nit ob fchon zS zeiten einer nider leit. es ift
beßer voller tod dann hnngerigs leben: es ift umb die bälg
und heut zu thfin. es wil on das iez ein ieder baur ein wolfs- u
beiz oder fuchsrock tragen, als weren fie edel worden, aber
die namhaftigen ftdlftet, der ir wölf euch lang gebraucht, d^
m&ßent ir und wir uns n&. ganz entfchlagen, als da find das
Kneblinscreuz, die Bfibenbäum, die Hochfcheiner ßeig und
Winsbeimer hart in Franken, auch der Hauzmar bei Bamberg, »
der Erlinger wald, vor dem Rieß, das Hertfeld und auf Hau-
Ter ßeigen bei dem Schenkenßein, die Kniitlinger fteig und
alleZückmentel: dann dafelbft wurd man ftreng auf uns daufen.
und für folche fellftet m&ßen wir feltfame ort, dar vor nit ge-
feilt worden, einnemen und ein ieklichen bufch nnfem hag S5
laßen fein« fo mügen wir zfi zeiten auch rat fchaffen.
Wolf
Das gefeit mir warlich auch wol und wil darbei bleiben,
folicbs meinen gefellen verkünden und daß fie dem fleißig
nachkomen, mit emft vermanen, biß auf mitterfaften, fo wol- 30
len wir wider hie zufamcn komen und was uns weiter zfi
th&n fei, wider ratfchlagen.
Fuchs
Es fol gefchehen: woUens den winter alfo verfSchen. kompt
zeit, fo kompt rat, wil es die leng ie kein g&t th&n, mößen n
wir uns wider dienßs und gfiten willens gegen den adlem
und Iowen dar th&n. das hat mich der falk im Kochertal
72
gelernt, wer weiß, fie mochten uns begnaden und wider
g&tlicb pfnaifohen.
Wolf
Es mocht wol gegen ein teil gefchehen, aber vil auß ans
5 werden fie nit mer getrauen.
Fuchs
Ei mit der zeit vergißt man vil. ich hab des dinge Tor mer
gefehen und bin nit alt. es komptoft, wann man einen bedarf,
man nimpt in von dem galgen. fo haben wir dannocht nicht
10 gar geßolen, wol der gleichen wollen g&t gewinnen, daß
wir uns lenger hetten zä füllen, wann uns dann die adler
und lowen wider günftig werden, dorfen wir uns nimmer
▼er den bauren beforgen. dammb &x hin, mein lieber wolf !
glück zö auf unfer feiten I du wirft yilleicht heint wider bei
15 deinem waltbr&der bleiben.
Wolf
Ein felig jarl ich kan mein br&der nit yerbeßem.
Fuchs
Lieber, heiß dir heint wider etwas auß feim b&ch lefen.
ao er ift gerecht, ich wil mich da hinein in das nechft weiter
hinder ein fcheuren trucken, ob mir auf morgen ein hau
{urß&nd, daß ich hett anzebeißen.
Wolf
Wolan, lieber fuchs, fo laß dirs wol fchmeckenl
Gedicht durch Hans Bechler tou Scholbrunnen.
IV.
VON DER GÜLT.
HIE KOMPT EIN BEUERLEIN
ZU EINEM REICHEN BURGER. SO KOMPT EIN
PFAEF AUCH DARZÜ UND DARNACH EIN MÜNCH.
GAR KURZWEILIG ZU LESEN.
Beuerlein
Got gr&ß euch, lieber herri got gr&ß euch!
Burger
Guts jar, beuerleint gute jarl wo zeuglhi her ^ liebs beucr-
leip? &
Beuerlein
Ich ziehe da her: ,ioh wolt einft lugen was ir theten.
Burger
Ich weiß nicht zu thun dann ich fitz hie und zel mein gelt
einit 10
Beuerlein
Lieber her, fol ich ein weil zu euch nider fitzen? ich wolt
gern ein weil mit euch kofen.
Burger
Wol an, liebe beuerlein, kos her! was wiltu mit mir kofen? u
Beuerlein
Lieber her, wer hat euch alTo vil gelte geben, daß ir alfo
(itzent zu zelen?
u
Burger
Liebs beiierlein, was fragftii, wer mir das geh geh: das wil
ich dir fagen. da kompt ein bauwer und bitt mich, ich Fol
im X oder XX gülden leihen, fo frag ich in balt, ob er
& nit hab ein gute wis oder ein guten acker. fo fagt er balt
'ja herr, ich hab ein gute wis und guten acker: die zwei
ftuck feint hundert gülden wert.* fo Tag ich zu im Volan,
wiltu mir das gut einfetzen zu pfant und wilt mir ein gül-
den gelts alle jar geben, fo wil ich dir XX gülden leihen.*
10 fo ift der bauwer fro und fpricht 'ich wil es euch gern ein<>
fetzen.* 'ich wil dir aber fägM, wann du den gülden gelts
jars nit außrichß, fo werd ich das gut ann^nen für mein
eigentum.* fo ift der bauwer wul zu friden und yerfchreibt
mirs alfo. ich leihe im das gelt, er reicht mir ein jar zwei
15 oder drei die gült, darnach fo kau er die gfilt nit mer rei-
chen: fo nem ich das gut an und floß den bauwem darvon.
fo überkom ich das gut und das gelt, alfo gefchicht mir
auch der gleichen mit hantwerks leuten. hat er ein gut
haus, ich leihe im auch daruf, biß ichs hinder mich bring.
90 damit uberkom ich groß gut und gelt, da vertreib ich mein
zeit mit.
Benerlein
Ich hab gewent, es wuchern nur die Juden, fo hör ich wul,
ir künden auch darmit
25 Burger
Du fagft Ton wucher. ift doch niemants hie der mit wu-
eher umb geet was mir die banwern bringen, das ift gult.
Beuerlein
Wann euch der wucher nit zu haus kem, wo blib dann die
30 gült? was ift gült anderft dann wucher ? dann ir hapt gelt
uf pfant gelauhen und nempt alle jar euem genuß darron,
als wann ein jud uf pfant leicht, ir wolt im aber einen foli-
chen fubteilen namen geben haben, ja es heiße gült
Burger
55 Du fagft als von dem wucher. hat nit unfer herr got ge-
fugt, wir foUen einander zu hilf kömen in nöten und einan-
der furftrecken?
75
Benerlein
Ja hat aber unfer herr got nit gefagt 'du fok nit genuß
nemen Yon hingelanben gelt, wann der Jbibig genuß iß wucher*?
Burger
Du biß ein gut gefelL folt ich nichts von dem hingehiuhen »
gelt nemen, wer wolt mir dann mein gelthaufen groß machen?
Benerlein
Ich fehe und hör wul, daß ir nur daruf umb gent, daß ir den
gelthaufen groß machent und vil gelt und gut überkoment,
und gehent da her, blafen mit den dicken backen und großem lo
bauch, als wolt ir fprechen Veichent auß dem wegl da her
far ich.' es iß aber eine große Ichwere Cund, tag ich euch
furwar.
Burger
Daß dir got den riten geb als baueml was lagßu mir von is
meinem blafenden dicken bauch! hat didi der teufel hie rein
getragra, daß du mich wilt alfo fchumpfiem in meinem haus?
wer.es alfo unrecht, die pfa£Fen nemen kein gült von ge-
lanhen gelt geh hin auß in daufent teufel namenl wa^
hon ich mit dir zu fchaffen? lo
Benerlein
Ei nein, ei ei ei herr, ir wolt zürnen! ei wöl hom die herm
aUb ungern, wann man in die warheit fagt, fo blitzen fi
binden und fom, als da ein efel ein lack uf im tr^ und
wolt in gern ab werfen, fo iß im doch der fack zu fchwer, 25
er bleibt im doch uf dem hals ligen. alfo bleibt dem Wuche-
rer fein namen auch klaiben«
Burger
Daß dich die drus und beul an kom! het ichs getraut, ich
het dir nit als vil gelagt, wie ich mein gut oder gelt über- so
kom. ich mein daß mich der teufel mit dir hab befchißen.
Benerlein
Ei ei her, ir thunt als wolt ir gern zürnen, ich mach doch
nichts auß euer gült daim was es vor iß.
Burger 3»
Seit ich aber nit zürnen, daß du mir mein gült wilt zu Wu-
cher machen, und dir vor gefagt hab, wer es wucher oder un-
recht gut, die p&ffen nemens nit
76
Beuerlein
Ja ja ir macht daß ich fchier gern lecht. der pfaff darf
eben als halt in dreck fallen als ich oder ir.
So kumpt eben ein pfaff darza und hört was die zwen mit einander
h reden.
Burger
Her, feint mir got willkomen! wol kompt ir alfo gerecht,
ich muß euch fagen,. wie es mir mit dem fchentlichen beu-
erlein ei^angen ift. ich ßtz ober meinem difch und zel mein
10 gelt einll, fo f&rt der tenfel diß beuerlein hie rein und
fragt mich, wie ich das gelt &berkomen het. da fagt ich
im, wie es mir von meinen gulten würd, die ich jars fallen
hab. fo wil er mir aber ein wucher darauß machen, ich
hab dat für, wer es unrecht, ir pfaflen lihen nit alfo gelt
u auß umb gült. was fagen ir dar zu?
Der pfaff fahe das benerlein an und fprach:
Pfaff
Beuerlein, wo kumßu da her daß du wilt auß gfilt wucher
machen? mag einer nit umb fein gelt kaufen was er wil?
M Beuerlein
Ei ei ei ich lacht fchier gern, daß ein grindiger dem andern
fo fanft krauelt. der pfaff leit audi under dem gedeck des
Wuchers, gülte genant ich fehe nit vil gult kaufen, man
fagt alwege, man hab alfo yU uf das oder Jens gut gelauhen.
9» wie kans dann kauft fein, fo es ein pfant iß?
Pfaff
Wir pfaffen haben es macht, daß wir mögen gelt hinleihen
umb gült, dann wir pfaffen mfißen uns des erneren.
Beuerlein
so Botz lung! ei botz bauch! botz hanti wer hat euch die
macht gegeben? ich hör wul, ir hapt ein andern got dann
wir armen, wir haben unfern hern Jefum Chriftum, der hat
folichs gelt leihen verboten umb genuß. es ift aber darzu
komen, wo ein gut ift, es feind ecker oder wifen, gerten
35 oder heufer, es wirt durch die leut befchwert als wucher,
gült genant, alfo daß nichts nit mer frei ift.
Der pfaff und bürg er fagten zu dem beuerlein i Du wilt
uns lauter geheien mit dem wucher. es ift güH und nit wucher.
77
Beuerlein
Ja man teuft aswei kint das ein heißt Fritzel und heißt
es auch Friderich, das aud^ heißt man Henfel und heißt
auch Hans: noch ift ieglichs ein kint. fragt man, was nun
das feint die zwei, fpricht man, es feind kint« alfo ift auchs
gelt hinl^en umb genuß. heißt maus fchon gült, fo ift es
doch Wucher, als dann ein jud uf pfant leicht der fein genuß
daryon nimpt. wir derfen aber halt keiner jaden mer, dann
wir chrißen habens fein gelernt
So kumpt eben ein mnneh aacfa dansa, fo die drei alfo mit einander to
reden, der barger, der pfaff und da« beuerlein.
Beuerlein
Nun ift der reien ganz, pfeif uf, pfeifer!
Etpricht der burger mit, den dicken backen und mit dem
großen bauch zu dem beuerlein: Schweig in taufent teufd ts
namen als anmechtigen beuerleins! hat dich der teufet in
mein haus getragen, der trag dich auch wider hinauß!
Beuerlein
Bi ei ei lieber herr, nit zürnt 1 dann auß zom entftet nichts
guts. ir mocht heßlich werden, ir fehent wol, wie der münch so
fo glat ift umb die backen, daß in euer frau nit lieber ge-
wenn dann euch, darumb fo h&ten euch vor zorn, dann die
münch fchalkhaftig feint.
Münch
Liebs beueriein, warumb redeftu alfo? n
So hebt der burger gleich an als ein hitziger man, dem
die fach hart an lach, die gült lach im im fin, daß im das
beuerlein wncher darauß wolt machen und fprach zum münch:
Herr, fol ich euch nit fagen, wie es mir mit dem fchendli-
ehen beuerlein gegangen ift? ao
Beuerlein
Herr, ir zürnt aber einft.
Burger
Schweig in taufent teufel namen I kan ich dann nit zu reden
komen vor dir? ss
Beuerlein
lez fcbweig ich.
78
Barger
Lieber berr, ich faß beut ober meinem difcb und zeit mein
gelt einft: !o kompt das beuerlein alfo fein einher ge-
Ibhmeigelt mid hub an mit mir zu reden, wo mir das gelt
»her kom. da Tagt ich im, es wfird mir von meiner gült die
ich jerlioh fallen hab. fo wil er mir aber ein wucher darauß
machen, was fagt ir darzu?
Münch
Lieber herr, feint zufriden! ich wil im wul mit guten wor-
10 ten einreden was ich wil, dann die bauren laßen in nit gern
etwas mit boohen an gewinnen, als ir dann gegen im uf
gewüß feint
Burger
Wol an, lieber herr! nement das beuerlein heimlich zu euch
u an ein ort und reden ir weiters mit im, daß ir in künt dar-
Ton bringen; dann ich und der pfaff haben nichts an im
künnen gewinnen, er hat uns antwort darauf geben«
Der münch der nam das beuerlein zu im und fpraob:
Liebs beuerlein, fagt mir eins! warumb fagAu daß die galt
M Wucher fei und iß doch nit alfo« es leicht einer fein geh
auß, daß er fein genießen wolL ich hör wol, wann ein
kaufman etwas kauft und gewint etwas daran, es m&ß wo«*
eher fein.
Beuerlein
sft Ei der botz lungl ei wol ein hüpfche gleichung ift das!
wann ein kaufman etwas kauft umb fein gelt, fo muß er
im nach ziechen in regen und fchne, in dreck und in
kot wandern, biß er es widerumb yerdreibt. wann er es
yerdreibt, fo ift fchon haubtgelt und verluft bezalt und
so muß darbei große forg haben , daß im 'das gut nit su
fchanden werd. aber mit der gult ift es anders, wann euwer
einer gelt hinleicht umb gült, fo leicht ers nit hinwek, er
hab dann zwifeltig gewis pfant darfur, und ift des gelauhen
gelts zwanzig, nimpt er hundert gülden darvon. dannoch
u ift nichts an dem hauptgelt bezalt alfo gehet der wucher
für und für, gült genant.
Münch
Liebs beuerlein, fchweig ßilll wir haben gnug geredt von difen
dingen.
79
Beuerlcin
Ja ich weiß wol daß ir leut nit gern horcnt die warheit lagen.
Der münch gieng widerumb zum pfaffen und zum burger
nnd fprach: Lieben herrn, ich meint, ich wolt rat haben ge-
fcbafit gegen dem beurlein, ich hab es aber nit zu wegen i
kmuien bringen, ich rat, daß wir lugen daß wir fein ledig
werden, daß er nur fchweig.
Alfo wurden die drei der fachen eins und fprachen zum beu-
erlein: Wol an beuerlein, wir woUen uns fcheiden und alle
ding alfo laßen befton und fchweig alfo Hill. lo
Beuerlein
Wolan ich wolt erll gern mer mit euch gekoft haben, fo t^at
es fcfaon ein end. wolan gnad herr, ir lieben herrni ich
anns beuerlein ich far dar von. aide, aide! gult bleibt Wu-
cher immer mer. ei ei gültl »
V.
EPISTOLA
DE NON APOSTOLICIS QUORÜNDAM MORlBüS
QUI IN APOSTOLORUM SE LOCUM
SüCCESSISSE GLORIANTÜR-
LUCIFER princeps tenebrarum, trillia profiindi Acherontis
regens imperia, dux Herebi, rex inferni rectorque gebenns,
univerfis fociis regni noßri, filiis fuperbiae, praecipue modems
ecclefisB principibus, de qua noller adverfarius Jefas Chri-
5 ftus per prophetam praedixit *odivi eccleliam malignantiuin%
falutem quam vobis optamus, et nofiris obedire mandatis ac,
prout incepißis, legibus, parere fathanaB, et noAri juris prae-
cepta jugiter obfervare*
! Dudum quidem Chrilti yicarii, fequentes ejus veßigia, Iignis
10 et virtutibus conifcantes, et docentes fub quadam .paupere
vita, per ipforum praedicationes et opera quaü totum mun-
dum a DoIh'aB tyrannidis jugo ad fuam converterunt doctri-
nam et vitam, in noftri Tartarei regni illufionem maximam
et contemptum, nee non in noßras jurisdictionis non modi-
15 cum praejudicium et gravamen, non verentes noilram laedere
potentiam et terrificam noitri llatus offendere majeßatem«
illo namque tempore nuUa recipiebamus a mundo tributa,
nee concurfu folito catervatim veniebant ad noilra barathri
limina flebile vulgus, fed via procliyis et lata, quae ducit ad
90 mortem, fine ullo ßrepitu manebat, nullis miferorum grellibus
81
üonciücata , et tota noibra yacante curia ululabat infernus
gemens anzius et fpoliatus. quod nofhri Plutonis impatiens
feritas amplius ferre noiuit, neque dira ducis inclementia
potuit diatius tolerare. Ted prsecaventes et in poßerum ob-
viantes periculis de remedio proyidimus opportuno et loco 5
ißoram adverfantiam prophetarum et duodecim apoftolonim
csteronimgue feqaentiam moribus et doctrina, per noftram
aftutiam atque potentiam fuccedere fecimus vos, qui moder-
nis temporibus ecdefi» prasfidetis, Beut ille de vobis dixit
Osee yill capitulo Vegnaverant et non ex me.^ femel nam-> lo
que promifimus omnia regna mnndi (Mattbaei IV capitnlo),
fi cadens nos adoraret. ipfe vero noluit dicens, quod reg-
Qum fuiim non erat de hoc mundo, et fugit quando turb»
Yolnerunt eum in regem eligere temporalem, in vobis autem,
qui de ftatu gratiae cecidillis et nobis miniltratis in terris, 15
impleta eft promüBo et jam per nos et a nobis terrena qu»
vobis contulimus humana imperia polfidetis. ille enim de
vobis dixit, ut fcitis: 'venit princeps mundi bujus et in
me non habet quicquam.* fed fuper omnes filios fuper-
bis voluit nos regnare. fubjidebantur itaque principibus io
hujus feculi in temporalibus noftri adverfarii antedicti et hoc
docebant dicentes *fubjecti eßote omni creaturae propter deum
five regi* etc. et rurfum; 'obedite praepofitis veftris.^ fic enim
magifter eorum prafpofuerat et prseceperat dicens 'reges gen-
tium doroinantur eorum et qui poteßatem habent, benefici 95
vocantur.^ vos autem non fic. et (ficut praediximus) defpi-
cabilem vitam et inopem gerebant in continuis laboribus et
asrumnis, ut nos vobis diximus. vos autem non fic. vene«
nnm diu eft effufum. jam eftis inflati. jam et ipfis primis
patribus eftis non folum dispares, fed penitus contrarii in ao
moribus et vita, fuper omnes elati et omnia pollidentes ef-
fecti, nee reddentes quae funt Casfaris Cabfari, nee quae funt
dei deo. primo fecundum noftra decreta utriusque gladii
jufticiam exercentes vel jurisditionem, vos mundanis immif-
cetis et nobiscum militantes faecularibus negociis implicati, ss
de paupertatis miferia gradatim afcenditis ad culmen hono-
nun et ad fumma faftigia dignitatum per aftutias, practicas
et fallacea fabricas, per hypocrifim, adulationem, mendacia,
6
perjuriA, proditiones, fraudes, limoniae et cseteras neqnitias
ampliores, quam excogitare poITent noftrae ftiriae infernales,
cum autem illuc perveniAis, non fufficit, Ted eftis famelici
plus quam ante, pauperes opprimitis, omnia rapitis, totum
I pervertitis inflati fnperbia luxuriofe viventes. in deliciis et
fruitionibus corporalibus ducitis in bonis dies veftros, Yoca-
tis Tobis nomina in terris, tos deos fanctos et fanctillimos
appellando. bona etiam, quse aut violenter rapitis, aut per
abufiones dolofe fubripitis et fallaciter extorquetis, aut falfo
10 titulo poflldetis , qnas pro fufientatione pauperum .Cbrifii
(quos odimus) fuerunt antiquitus erogata, in ufus vobis pla-
citos expenditis. unde meretrices et lenonum turbas nutri*
tis, cum quibus equitantes pompatice velut magni principes
inceditis, aliter quam illi pauperes Chrifti facerdotes eccle-
15 fiae primitivse. vobis aedificatis palatia onmi amenitate et
pulchritudine plena fpectabilia. comeditis cibaria et bibitis
vina omni curiofitate, delicatione .et leccacitate exqiiifita.
thefauros coadunatis infinitos, non ficut ille qui dicebat 'ar-
gentum et aurum nön eil meum.' vos aürea fascuJa repara-
90 ftis. o focietas gratüüma daemonibus, nobis olim per pro-
phetam promiflTa et ab illis priTcis temporibus antiquitus
reprobata, dum te ChriAus vocavit fynagogam fathanae et
te iignavit per meretricem magnam, quae fornicata eft cum
regibus terrae, facta de matre noverca, de fponfa Chrifii
» adultera, de caßa meretrix. confractae funt mammas puber-
tatis tuaß, charitatem tuam primam reliqiüfti et nobis adhae-
Mi. o dilecta nofira Babylon, o cives nofiri, qui huc de
Hierufalem transmigraftis, tos merito diligimus, vobis ap-
plaudimus, quia leges Simonis Petri negligitis et legibus
so Simonis ^agi amici noßri penitus adhaeretis. ipfas tenetis
ad unguem et publice exercetis, in templo dei vendentes
et ementes fpumalia contra Chrifti prascepta. dülribaitis
beneficia et honores aut prece aut precio aut pro turpt
fervitio feu favore et ecclefiaßicas dignitates , reprobando
8s dignos et indignos promoventes, utpote garciones, lenonea
aut ignaros veßros nepotes aut filios proprios ad Cbrifti
haereditatem evocatis, ut fanctuarium dei hsreditarie polli-
deatis, et uni puero multas confertis praebendas, quarum
J3
minimam probo pauperi denegatis. perfonam accepitis et
innnmeram curam habetis pecuniarum et non anknaruin. do-
mnm Chrifti feoißis fpeluncam latronum. onmes ^abtifus,
omnes extorfioneB in ßilo veßro plus millefiee practicantur
quam apud faBCuIares tyrannos. leges Aatuiflis et' eas non i
tenetis et totum veftra dispenfatione ad libitum dlflipatis.
jnftificatia impium pro muneribus et julticiam jußi anfertis
ab eo. et omnia genera fcelerum et fcelera generum, prout
▼ofamms, perpetratis et multum veftri. gratia in noibro fervi-
tio infudatis , potiffime quantum ad deßructionem fidei lo
Cliriftian». jam enim laici de fide haefitant et fi quas fibi
prasdicatis quandoque (licet raro) tarnen non credunt, quando
▼ident manifefte, quod quilibet veftrum contrarium operatur
et fic oftenditis aliud. elTe quam dicitis. unde ipfi vos fequen-
tes, qoi fibi ellis in exemplum jam ut phirimum bene utuntur u
regidis noßris irruentes in pelagus Titiorum. et ad firmatas
fedes barathri aüQdue confluit ipforum maxima multitudo. tot
enim ex omni hominum genere nobis quotidie transmittitis,
qnot eapere non poITemus, nifi noflrum chaos inlatiabile
milie faacibus additis innumerabiles animaa deglutiret. et lo
fic etiam per vos noftri imperii principatus extitit reformatus
et damnom nobis importabile eil refiitutum. unde vos habe-^
mns Tiriliter commendatos atque Tobis grates magnas refe-
rimus, tos nihilominus exhortantes, ut perfeTeretis ficut
fiicitis uHerins procedendo, quia per tos intendimus totum 95
mundnm fub nofiram ditionem iterum revocare. jam enim
mnltitudine, quam nobis quotidie defiinatis, bis obfcuris re-
ceffibas mirabiliter occupati, vobis interim committimus vices
nofiraa et volumus vos nofiros efie vicarios vel minifiros,
qnia etiam de milBone propinqua AntichrüU cogitamus, cui so
viam optime prasparatis. in vefirum tarnen confilium et
auxiKum de Stygiis eminentibus et fatrapis inferni aliquos
deßinamos vel deputamus, quorum fuggeltionibus acquiefcere
et dolofis inventionibus addere veftra aßutia confuevit et
novit prudentia. infuper vobis, qui fummum tenetis apicem, u
confiilimiis ad cautelam, ut inter principes feculi pacem
fioticie procuretis, fed ecclefiaß caufa discordiam nutriatis:
et fic aftute Komanum imperinm defhiietis. ita nee permittatis
6*
84
aliquod regnum nimiuin ampliarin ne forte nimis fortificati
et pacexn habentes velint deprimere veftrum Aatum et a vo-
bis auferre thefauros, quos apad tos in depofito pro Anti-
chrifio fecinms refervari, commendatas habentes noAras
5 charilBmas filias Superbiam, Avariciam, Fraudem, Luxu-
riam et alias, praccipue dominaln Simoniam, quae tos fecit
ac propriis lactavit uberibus et nutrivit ipfamque non vo-
cetis Simoniam feu peccatum , quia omnia veAra funt.
nihil poteftis vendere, quia de proprio folvuntur, nee tos
10 eßis fuperbi, quia talem requirit magnificentiam ftatus veßer,
nee avari, quia pro fancto Petro eid quicquid congregaÜB.
et de thefauris ecclefias feu patrimoniis crueifixi promoveatifl
yeftros, ficut Chrüfais ad apoftolatum vocavit cognatos et
notos et ficut ipfi vocabantur ad ftatum pauperem et hu-
ift milem , fic et vos veftros vocate ad ßatum divitiarum et
fuperbiae. ipfique reliquerunt omnia, vos autem non, quia
pro defendendo ecclefiam veflra bona tenetis et fic de aliis,
fed ut melius noftis perpetrate vitia fub virtutum fpecie
palliata, allegetis pro vobis et glofetis distorte et adduca-
so tis ad yefirum propofitum indirecte. et fi quis prsedicet
contra tos aut doceat, ipfum excommunicantes violenter
opprimite et a vobis tanquam haereticus condemnetur. eaque
ideo faciatis, ut valeatis locum habere, quem yobis paramus
fub noftro habitaculo in fecretißimo fundamento , quod vobis
» fingnlariter relervamus, in quod quisquam nondum novit
accedere exceptis majoribus fatrapis regni noftri. vos enim
nee fperatis futurum praemium, nee formidatis sßtemum fup-
plicium, ideoque nee vitam, quam non creditis, habebitis^ ,
fed nobisoum mortem obtinebitis, quam dum vivitis non ti-
so metis. valeatis illa felicitate qua vos defideramus et inten-
dimus finaliter praemiare. datum apud centrum terrae in
noftro pnlatio tenebrofo praefentibus catervis daemonum)
propter hoc fpecialiter vocatorum ad noßrum confifioriom
dolorofum. fub noftri terribilis figneti charactere in robur i
si praemiflbrum. anno apalatii noftri fractioneacconfortum noftro- I
rum fubfiractione millefimo trecentefimo quinquagefimo primo.
Beelzebub
vefter fpecialis amiöus.
VI.
AIN GROSZER PREIS
SO DEli FÜRST DER HELLEN GENANT LUGIFEU
lEZT DEN GAISTLICHEN
AI.S BÄPST BISCHOFF CARDINEL UND
DER GLEICHEN ZÜ WEIST UND EMBEUT.
1521.
Wir Lueifer, ain künig der heUen, ain furß der finßerDUS,
herzog uad regierer trauriger herfchaft ewiger Terdamnus,
embieten allen und iedem, infonderhait nnfers reichs ßinen
und gefellen der ho£fart, den prelaten der chriftenlichen kir-
eben difer zeit, von denen unfer widerfacber Jefus CfariAus 5
durch den propheten gefagt hat *ich hab gehaßet die kirchen
der boshaftigen/ hail, das wir euch wünfchen und difen un-
fern geboten gehorlam ze lein, als ir für genomen habt zfl
leben nach dem gefatz Sathane, alfo foUen ir auch difs un-
ferg hofs litten halten, nach dem leiden Chrifti und feiner lo
himelfart haben lant Peter und XXXII bäpß, ßathalter und
nachvolger Chrifti und feiner fußfiaffen, die erleucht waren
mit tagenden und wunderzaichen und wanderten in dem&ti-
ger annut ob dreuhundert jam biß auf den bapft Silvefter,
dureh ir predig und tugentfam werk bei nahent die ganzen 15
86
weit von unfer w&tender herfcbaft bekert zfl irer 1er und
erbem leben, unferm bellifchen reich zu fpot und Verachtung,
auch nit wenig zii abpruch, befch werden und Verletzung
unfers gericbtszwangs und herfchaften, indem fie nit gefcho-
i net haben unfern furftlichen gewalt und irdifche herfchung zu
fchmeleren. denn z& den felbigen zeiten haben wir gar we-
nig einkumens, tribut oder nutzung von der weit empfangen,
nach dem der gewonlich z&fal der weinenden feien mit fcbaren
z& unferm gebiet ze kumen, erlegen was und blib der weg
logen hellen, der doch zfi tal geet und weit gebaut ift, on-
gewandlet und was ain folichs abnemen unfers hofs, daß
fich die hell mit feufzen folcher entfetzung fchwerlioh be-
klagt, das die graufam ungedultigkait unferer feurigen her-
zen hat lenger nit gedulden noch vertragen mügen. darumb
1» folichs fiirzekumen künftig zeit, haben wir nottiirftig einfe-
hens gehabt und ander nachvolger Chrißi in litten und leben
durch unfer kunil und macht verordent und gefezt, euch, die
z& difen zeiten verwefen fein kirchen, als der felb Jefus
unfer widerfacher felbs gefprochen hat von euch 'fi herfohen
90 aber nit auß mir.* wir haben dem felben Jofus ain mal
zägefagt und verhaißen alle reich der weit, fo er nider fiel
und uns anbetet er hat aber uns und unfer gelüpt ver-
fohmecht. er fagt 'mein reich iß nit von difer weit* und
wich von den fcharen, die in weiten welen zu ainem zeitli-
js chen künig. aber ir die do abgetreten feint vom ftant der
gnaden und dienen uns auf difer erden, ift der obberuert
unfer gelüpt erfült worden, iezunt werdent durch euch 'be-
feßen g&ter und herfchaften, die wir euch verlihen haben,
aber Jefus hat von euch gefagt, als ir wißent 'es wirt kn-
ao men der fürft der weit und wirt regieren über die fiin der
hoffiurt.* der felb Jefus hat fioh underwirfig gemacht s&
zierlichen dingen den furften der weit er hat gefagt z&
feinen jungem *ir follent allen creaturen underworfen fein
nmb got^es willen und beiunder dem künig als dem fume-
ts migen.' mer hat er gefagt 'feint gehorfam denen die euch
furgefezt fint* alfo hat gethan euer herr und maifter und
das felb geboten fprechende 'die künig der völker herfcheu
über li und die da gewalt haben, werdent genant wolteter."
87
ir aber nit alfo. als wir vor gefagt haben , da hmii.
fi ain arms verfchmechts leben geföert ftetigs in dem&tigkait.
und mir iagens euch auch, ir foUent nit alfo thun, Tunder
ir Tollen Hellen und trachten nach reichtämb, er und her*
fchaflen. wir haben das gift lang anßgegoßen. iezunt feint s
ir aufgeblafen und dem felbigen erften vater nit alain ungleich,
fonder ganz widerwertig in fitten und leben, über all ander
ho£fertig, und befitzen alle ding und geben doch nit dem
kaifer das des kaifers ift, noch got was got zugehört, fun-
der nach unferm befohaid nement eucli an baider fchwert 10
gerichtszwang zu &ben, vermifchen euch in weltlich herfchaft
und laifche hendel. den fint ir fo inbrunftig geflißen, daß ir
euer gemüet von dem ftant der arm&t auf die fpits^ der zier-
lichen eeren und nit die ffißftapfen der patriarchen werden
richten durch neuen funt, practifch gefcheid, lißig betrieg- u
liehait der kirchen gebot, durch gleifaerei, mainaid, falfch
ablaß, gaiftlichen wucher und wU mer ander boshait dann
unfer wüetende und grim tobende gefelfchaft der hellen er-
denken mochten, und fo ir dannocht das felb überkumen,
fint ir nit benüegig, funder mer dann vor truckeut ir die so
armen nnder , ir nement alles das euch werden mag
mit fcbalkhait und bueberei, ir verkerent die gerechtig-
kait vil zu ril und* fetzen euch felbes recht alles z&
eoerm yortail und ziehent all hendel und gericht an euch
and iagent, es fei kirchen freihait. ir fint z& überflüßig »
aufgeblafon in hofiart, unkeufchlich woJleben, in begirlichen
lüften des gemuetes und des leibs. in ainem fchein des gd-
ten erzaigen ir euer tag, fetzent euch felbs namen auf er-
den, daß das ainfaltig volk von euerm großem titel erfchreokt
werd, dardnrch ir alle g&ter und reicht&mb oder mit gewalt m
anoement .oder durch misbrauch betrieklich an euch ziehent
und den leuten abtringent. ir befitzens mit ainem falfchen
titd das da außgetailt, gefetzt und auch geordnet iß zu auf*
entiialt der armen chriften. das alles gebeut ir auß nach
euerm ge&llen. davon ziehent ir b&ren und b&ben« ir er- ss
zaigent euch groß herlieh vor der weit mit gepreng des
reitens, daß ir gefehen werden furfien zfi fein und treten
daher förwar nit als die frumen priefter der erften kirchen.
88
ir bauet euch groß palläft nach allem wolluft mit beCbnder
ertrachtung neuer künßen, laßent euer fpeis wol geziert
fein, euer wein in faßern nach allem luß zägericht, daß ir
euerm lull und begirden genäg mügen thun« von dem das eadi
5 über bleibt, werden nit gefpeiß die armen, funder die büe-
bin und die kupier, ir famlen euch groß fcbätz. ir ih&nt
nit als da Petrus Taget 'ich hab nit gold oder filber«' ir
machent euch guldin und lilberine trinkgefchirr. o wee
unfer liebe gefellfchaft, die uns vor zeiten durch die pro-
10 pheten verhaißen und von inen größlich, gelfaraft ift, und da
euch fant Johannes bat gehaißen die veriamlung des teu-
fels unfers gefellen Sathane und euch bezaichent und ge-
leichet mit der großen hören, die fich mit den kunigen der
weit befleckt ir habent gemacht auß der hailigen müter
15 der erften kirchen ain ßiefm&ter, auß dem gemahel ChriAi
ain eebrecherin, auß der keufchen ain bfilerin. ir habent
die erften lieb verlaßen und feint uns angehangen, o liebe
ßat Babilon, ain ßat aller boshait, und o ir lieben unfer
burger, die da abtreten von der ftat Jerufalem, das ift die
10 ßat des irids I wir haben euch billichen lieb und iint euch
günftig und genaigt, dann ir verlaßen das gefetz Simonis
Petri und hangent an dem gefetz Simonis Magi, des zaub-
rers, unfers freunds: das nemen und halten ir offenlich.
ir kaufeqt und verkaufent in dem tempel gots gaiftlich ding,
SS zerprechent die gebot Chrißi und verleihent pfründen und
wirdigkait umb gunß oder umb bitt wegen, umb miet oder
umb gelt oder umb fchnöde dienßbarkeit. z& kirchlicher
wirdigkait fetzent ir herfur die unwirdigen lotterbfiben und
hadrer, euer aigne kinder und enklen, die der weit unerkant
80 feint: und th&t alles das darumb, daß ir z& erbfohaft be-
fitzen das got gehailiget hat ir verleihent ainem kint vil
pfründen, der ir die minften ainem armen firumen prießer
verlagent ir fehent an die perfon und gaben, ir habent mer
forg umb das gelt dann für die feien, und das haus gottes
35 habent ir gemacht zä ainer mortgr&ben. aller misbrauoh,
alle unrechtfertige fcbatzung iß an euerm hof hundertfil-
tiklichen mer dann etwa bei den weltlichen tyrannen iß
89
gewefen. und das gefchicht alles durch euer zfilaßea
oder dispenfiem. ir nement euch an, das reich z& recht«
fertigen, aber zerAören das reich umb miet nnd gaben
und kerent ab dem gerechten die gerechtigkait , und
kurzlich alle fchwere lafter und fchand treibent ir nach eu-
erm willen und ir &bent euch fiift in unfern dienllen, aller 5
minil zä beraiten den chriftlichen glauben, dann iez zweif-
len vil leut am glauben, und ob ir z& Zeiten fleißiklich
predigen, glauben fi euch nit: fi fehen öffentlich, daß irs
felbs anders th&nt in* werken, und ir gebeut damit zä er-
kennen, daß ir anders gelaubent nnd anders reden und an- 10
ders leben, darumb fi euch nachvolgent nach euem exem-
peln und gebrauchen fich gemainklich euer regel finkende
in das mer der lafter. und iß taglichen fo ain großer zft-
fal an underlaß zfi unfer totlichen behaufung. ir fchickent
uns ain foliche große menig von aUen nacionen, crcaturen 15
und gefchlechten der menfchen, daß wir fi nit wol behalten
mochten, wo unfer unerfetliche hüli, die da mit taufent
fchlinden unzelich feien einfchlicket, nilf fo tief were. alfo
Wirt unfer reich erfetzet durch euch und enthalten, und der
unträglich fchad, fo euer voreltem der erften kirchen uns w
zägezogen betten, wider erftattet. darumb haben wir in
▼il weg vor äugen, fagen euch großen dank und ermanen
euch doch hiemit , daß ir feftiklich heftet und fortfart
allb für und für. dann durch euch fo wollen und hoffen
wir die ganzen weit wider z^i bringen in unfern gewalt ss
aber iezuut durch die menig, dir ir uns taglich z&fchicken,
fein wir fo faft gem&t in der finß;emus und bevelhen
euch da oben auf der erden unfer ampt und daß ir unfer
diener und ftathalter feient, dann wir gedenken bald euch
zu hilf und rat zfi fenden den Entchrift, dem Ir den weg gar so
wol beraiten. darbei woll wir euch verordnen auß unfer
peinlichen freihaiten etlich unfer alten weifen ratgeben,
der felben einblafungen follent ir volgen und eure betriek-
Hdie fchalkhaftige fönd darzä thän, als euer argliftigkait
wol kan und gewon iß. wir raten auch dem nach auf ain as
fnrlbi^ euch die obriften fpitz halten, daß ir euch annemen
erdichtlich friden zä machen zwifchen den weltlichen förften
90
und vermifcheut euch doch darein auß. urfach des kri^s
und als ir aufTetKlich dem romifchen reich fein flügel der
herfchung abgefchnitten und beropft haben, alfo follent
ir auch nit laßen aufwachfen ainich reich oder herfchaften:
I dann fo fi friden heilen, wurden fi fich fterken und moch-
teu euem hochm&t undertrucken und von euch nemen die
fchätz, die wir bei euch hindan gelegt habent, dem £n*
techrift zä warten, ir follent euch laßen bevolhen fein
unfer liebAen töchter Hoffart,' Geitigkait, Betr&gerei, Un-
10 keufchait und die andern lafter, fonderHch frauwen Simonie,
das iß der gaißlich wficher, der euch alfo gebom und mit
aigen brüllen gefeugt und erzogen hat ir follent es nit
nennen fimonie oder lund, dann an euch fteet alles urtail:
ir mugent dem wol ain andern namen geben und fund
IS machen, wie ir wolt. es Hat zSl euch: alle ding find euer,
ir mugent nit verkaufen das nit mit euerm aigentämb
bezalt werd. wir achten euch auch des halb nit heftig,
dann euer Hat fordert ain foliche herlichait. wir mugent
euch auch nit geitig fchelten, dann was ir fandet iß fant
so Peters, und auf daß euer reichtfimb beleib und gemert
werd in euerm nutz, fol ie ainer des andern riehter und
hanthaber fein zfi einbringen der weltlichen g&ter. nit
achten der feien, die euch bevolhen fint. laßen die laien
euch nit merken euer aufiatzungen und betrug und nement
u euch des keklich an als des euern, dann ir feint gebr&der
zelamen, und in dem iß biUich daß ein br&der den andern
erb. und laßent foliche gueter und reichtumb nit kumen
an die laien, dann ir müeßent es mit arbait und gefchei-
digkait wider von in bringen, darumb bebaltent es mit
so ßarker haut und wie euch liebt, fo fiiterent und verfefaen euch
mit eren von dem fchatz der kirchcn, von dem erbtail
Chrißi des gekreuzigten, der durch fein freunt unbekant
euch berüeft hat zä apoßeln. doch fcHweigent und fagents
nit, daß die felben gehaißen fiut von dem ßant der hof-
SS fart difer weit z& dem ßant der armöt und habent alle
ding verlaßen. das geet euch nit an: ir mügt die heften
und großen gfiter fanden, und fprechent, es fei Patrimonium
crucifizi und gebür fich z^l hantbaben dife erßen gaben und
91
macht, alfo für und für treibent vil b&berei und verwerrent
die leut, es fei in g&ter mainung gefchehen, aaf daß es das
torifch und laifch volk nit verftee und verbleut werd.
nement auch die hailigen gefcbrift für euch und glofiert
die nach eurm vortail und fchicklich und bequemlich weis, i
laßent euch nit irren und Terbl&mbt euer laßer und bos-
hait leident nit daß euch iemant ilrafk und in euer fach
redt , und fagent , es gebür fich dem laien nit , daß li
ench in euer freihält tragen, und ob euch iemant in fo-
lichem widerftreben und euch furwerfen wurd die hailigen lo
ewangelien und daß die erß chriftenlich kirch ain gaift-
Uehait ains frumben gotlichen erbern lebens gewefen wer:
da gegen Tagen kecklioh , man mfiß die zeit tailen , fo
gleichen fich die . gefchriften. und weit iemant getnrß-
lich wider euch reden, euer bosbait und lund offenbarn ii
(das doch niemant thän dar) den felben rollen ir als ain
lätzer und ungläubigen in den bau thiin und verdammen,
auch mit euerm gewalt angreifen und fagen, er hab wi-
der die chriftenlichen kirchen gethan , man fol in ver-
brennen, das alles foilent ir unverfchempt th&n, trutzHch so
und getürfUich alfo durch drucken und euch nichts hin-
dern noch irren laßen, daran thdnt ir euer emIUich mai-
nung, auf daß ir auch beßtzent die Hat, die wir euch
berait haben und fonderlich vorbehalten in dem grünt
unfer haimlichißen wonung , dahin ir und kain andern si
der maßen verdient haben zu kumen, außgenumen et-
li<^ der eltißen obrifteu baimlichen rät unfers reichs. dann
ir forgent nit auf zukünftige belonung, ir furchten auch
nit die ewige pein : darumb werdent ir auch nit befitzen
das ir verachten , funder ir werdent erlangen mit uns 90
den ewigen tot. dann die weil ir lebent, folt ir euch nit
förohten* ir feint auch die, darvon fant Hieronimus
fchreibt *ich hab gelefen und wider lefen vil hißorien und
kan nit finden, daß iemant die kirchen zertrent und die
Volker von dem haus des herrn verfuert habe, dann die ss
püSkn feint die fie bekem in ainen betrieklichen ftrick ^
an aUen orten eingelegt darumb feint tröß und ficher
92
der feligkait, die wir euch wollen mittailen. Geben im
mitlelpuncten der erden in unferm fal der finfternus bei
ainer großen menige der teufel funderlicb beräfen zä nn-
ferm peinlichen gerichtshaus , under unfers erfchrecken-
* liehen gerichtftfils karacter zfi befeftigung aller oben ge-
fchribner dingen.
Datum anno MCCCCCXXI.
vn.
Am NEUER SENDBRIEF
VON DEN BÖSEN GAISTLICHEN GESCHICKT
ZU IREM RECHTEN HERREN.
AIN ANTWORT VON IREM ERBHERRN.
FAST .LÜSTIG ZU LESEN.
ANNO MDXXI,
Den großmechtigiÄen fürften und herren,
herrn Lucifer fampt ganzer hellifcher Yerfamlung,
unfern gnedigillen herren und junkherrn.
Wir Leo der zebent, ain bapft zSl Rom, fampt unfern cardi-
nelen, bilchoiSen, abten, probllen und gemainer gaiiUichait
cbriftenlicbs gelaubens und befunder den curtifanen und an-
dern, die von großer ere, wolluft, gA und nit auß andacht
oder dem&tiger meinung, als wol billich were, gailUich wor- 5
den fein etc. empieten unfere underthenig geborfam dienll,
der unfer vorfam und wir uns lange zeit in aller gehorfame
gegen euer majeßet und aller hellifchen verfamlung gebraucht
liaben, und f&gen E. M. ze wißen, wie uns durch warhaf-
tige kuntfcbaft furkomen iß, daß fich Carolus, nächfl; ge-.io
krönter römifcher künig und erweiter romifcher kaifer,
underfteen wolle uns zu reformiem und in ain gaiftlichs
_94
ordenlichs und demfttigs leben z5 dringen, auch fo fei er wil-
lens, ain gemain frei conciliom zfi befchreiben und uns wider in
annut, gleich wie die apofiel geweft, zfi fetzen, der ftathalter
wir dann fein, und uns alle weltliche öberkait zA nemen, die
I dann von recht uns auch nit zfigehoret das dann alles
wider E. M. ift und uns als euer weishait underthanen zä
merklichem nachtail und fchaden raichet. dann fol Karolo
fein will in dem ain furgang haben, fo wirt E. M. hellilbh
reich (das dann bißher durch unfer reichtdmb, hoffart, gei-
10 tigkait, uukeufchait, liegen und alle lafter hoch und vaft
gemeret ift worden) gar zu nichten und größlich gefchmecht»
was wer uns dann geholfen, daß unfer vorfam und herr
bapß Silvefter durch E. M. hilf und große behendigkait
Conßantinum dahin gebracht het, daß er das ganz Italien
19 wider fein aide und pflicht dem romifchen kaifertdmb enzo-
gen, ime geben, und uns damit zSl E. M. dienße mit hof-
fart und allem lafter geiurt hat. wie wol kaifer Fridricfa,
Barbarofta genant, ainem haidnifchen künig durch ains bapfis
verraten (das lieh in der beicht begab) übergeben ward,
90 und doch auß fonderlichem mitleiden ließ kaifer Friderich
gemelten bapß ftrafens ledig: noch dann kam es durch euer
majeftet hilf darzfi daß er dem felben bapß fein füß hat
m&ßen küften, der doch billicher als ain Verräter z& ftralen
wirdig geweß wer. fo iß £. M. unfern vorfam auch mit
2» troßlicher hilf erfchinen zu zeiten als kaifer Sigmund ime
fumam ain reformation unter uns aufzfirichten und von wir-
den ainem ieglichem gaißlichs ßands ain eerliche compotens
zÄ machen, und wie wol die felbig genSglam were und mer
dann durch Chrißum Jefum zfigelaßen iß worden, noch dann
M do uns die weltlich ob* kait und der gewalt hat foUen en-»
zogen werden und zfi beforgen daß mir unfer hoffart, gei-
tigkait, unkeufchait, liegen und ander laßer (da mit E. M.
mit fleiß gedient wirt) verlaßen müeßen, alfo daß wir E.
M. fo ßatlich nit mer dienen und das hellifche reich wie
S5 vor meren mochten: fo haben unfer vorfam den felbigen
kaifer umb feiner frümbkait willen mit E. M. rat und hilf
ertoten laßen, dann der felb kaifer Sigmund het fchon die
not der armen chrißen bedacht, fo er bei dem leben wer
95
kliben, wie dann uns das bftcli kaifer Sigmunds reformation
außweifet. feither fein wir bei unferm bracht, reichtumb und
hoffart, geitigkait, unkeufchait, liegen, triegen und allen
febanden^uttd laftern, mer dann ie bei unfern vorfarn ge-
fchehen, geruewiklioh beliben und durch E. M. und hellifch *
reich gnediglich gehanthabt, dardurch dann E. M. hellifch
reich nit klain gemert worden. E. M. wißen auch, daß
wir E. M. als unfern herren eren und dienen mit allem fleiß
und wolgefallen biß auf den heutigen tag, daß wir uns kai-
nes laßers oder ainicherlai boshait befchemen» wir trachten lo
auch on underlaß mit falfchem ablaß alle leut chriftenlichs
glaubens umb ir gAt und gelt betrieglich in unfer gewalt ze
bringen, krieg und hader damit ze fuern und das in leibs
^olluft üppiklich zä verzeren, zfi dem felben alzeit ire weih
und kinder zSl verlachen und mit unferm reichtämb zu un- »
ferm willen ze bringen« und ob fie darumb murren, fo tbfin
wir fie in ban mit bedrouung daß wir an Hat gottes fein
und des alles gewalt haben, wir fein auch in hoffnung, daß
wir E. M. hellifchem reich mit unfer übermeßigem gebracht,
ho&rt und aller üppigkait (damit wir von E. M. begabt ao
fein) nit ain klaine merung gefchafflb haben, mit dem daß
wir zfi andern fimoneien iezunt dem volk vil prebenden und
andre der kirchen gaiftlich lehen und pfründen mer dann
unfere vorfarn, (die fich doch auch bofer ftuck genög ge-
flißen) auf w&cher verkauft und die umb gelts willen in »
der laien band gefielt haben, ift nit durch euer majeßet
underthonen und unfere ampts verwanten, die münch pre-
diger ordens, ain fubtile ketzerei zu Bern angeftelt worden?
was hat daran gemangelt daß es übel verfchlagen und
dea laien geo£fnet wart? euer majefiet fol aber bedenken so
daß inen der gleichen vil verborgen und hinfur nit mer
wißen geihon worden, wir haben ain irrung des chrißen-
lichen glaubens z& Straßburg aufgericht und im den namen
des balligen fonts geben, und do hat man auch hailige be-
dentong und zeichen als ein rfite, ein fchere und der glei- ss
eben, damit dringen wir den laien, uns gelt und g&t z&
merung euers reichs und fterkung unfers lafiers zä geben.
wer nns auch das gibt, dem erlauben wir all fchand und
96
laßer, auch was er wiL im wirt anch erlaubt ein uneeUoh
haus zu halten: ift er eelich und wil fein eelich gemahl nit
bei im haben oder wonen, man nimpt gelt und leßt fie han-
deln ivie fie wollen: aber one gelt wer es große funde.
5 welicher auch unrecht gut hat, das nemen wir ains tails
und laßen im zä, das übrig als fein gerecht gut on ßinde
zfi behalten, unangefehen daß nach vermügen der hailigen
gefchrift kainer mag iälig oder die lund vergeben werden,
es fei dann unrecht g&t erfiattet und bekert. wir betrach-
10 ten taglich mit großer müe und arbait, wie wir den laien
dahin bringen, vermanen wollen, daß er bei dem bau fchul-
dig fei, unfern bofen ßucken, fchand und laßer z&zefehen
und darwider nit z& reden oder ichts furzenemen. mit was
boshait, fchanden oder laßers wir E. M. ganzem helli-
15 fchen here und verfamlung mer oder großer dienß beweifen,
wollen wir alzeit, wo wir böfers erfinden mügen, (dem wir
ganz fleißig und aufs hochß nachdenken wollen) in aller
underthenigkait willig fein.
Dem allem nach bitten wir folichs anzenemen und uns
20 wie bißher bei unfern böfen ßucken und aUer boshait, daß
vor E. M. reich zfi mem kains befchämen haben mügen,
laßen wollen, gnediklich hanthaben, auch hilf beißendig und
hierin ratlich fein, damit Karolo fein will nit f&rgeen oder
uns zfi unferm furnemen nit verhindern oder von E. M. als
25 unferm rechtem regierendem herm dringen, den wir alzeit
in aller gehorfam nit verlaßen, das wöUen wir in aUer
underthenigkait thfin und E. M. rates und hilf und beißant
hierauf gewarten.
Datum Rom» des 39 tags Decembris anno etc. vicefimo.
Dem allerhailigßen berrn Leoni dem zehenden
aus hellifcher fürficbtigkait bapß
s& fampt feinen cardinelen und ampts verwanten
zfi Rom, unfern lieben getreuen.
Wir Lucifer ain (urß von der hellen etc. empieten unfern
87
vicarien und lieben getreuen, bapA Leo dem zcbenden zfi
Korn fampt feinen aoipts Terwantea nnd cardinelen, bifchof-
fen und gemainer gaifUiehait cbrilVenlicbs glanbens und be-
funder den curiifanen unfern gräß und alles gfits 9:ft voran,
uns fent die brief zukomen, darin ir fampt cardinelen, s
bifckofen und aller gaiftlichnit chrillenlicbs glaubens euch
vememen laßen, wie euch allen aigentlich mit botfcbaft für-
komen, daß Karolos, nechft gekrönter romifcber künig und
erweiter romifcber kaifer, in willen fei, euch zä reformiem
und in ain gaifUichs, ordenlichs, dem&tigs leben zu dringen, lo
auch ime fürnem ain gemain frei conciUum zö berchreiben,
euch wider in armut (gleich wie die apoßel geweß) zu
fetfttti, euer reichtfimb und alle weltliche oberkeit von euch
ze aemen. das haben wir auch von andern unfern legaten
und botfchaften (fo wir in unfern gefchaften bei den gaift* n
liehen, damit wir in manidierlai weg taglich zä fchaffen ge-
hapt und noch haben) zäm tail erkundet und er&rn. darumb
wir das mit unfern hellifchen raten hoch und wol bedacht,
als nemlich Mamman, Belzeboch, Belial, Federwifch und
der gleichen, auch unfer aftronomen darnmb befragen laßen, m
was fie doch von difem Carole und feinem furnemen hal-
ten, und, bei den felbigen beftmden, daß ainer auß Hispa-
nien ofterreichifchs gebluts fich underfteen foUe, euch zA
reformiem und von unfern dienften in ain gaißlichs erbers
wefen zfi dringen, er werde aber nichts fchaffen. darumb 2s
wollen euch nit erfchreeken oder an euerm böfen furnemen
verhindern und alfo von uns dringen laßen, und befonder-
Uch betrachten, wie ir den kraiß der ganzen weit unter
euch bringet und die laien vermainen mochten, daß euch
folichs von rechts wegen z&ftee und ir feit die, die für uns so
Chriftus geben habe und was euch daran verhalten werde,
das gefchehe mit gewalt und kainem rechten, fo wollen wir
daneben durch die unfern bei Karolo fo vil handel anhängen
laßen und anzaigen, wie ir uns zfigethon und verwant feit
und fo lange gedient habt nnd wie mit willigem fleiß das 95
befchehen iß, auch unfere hellifch reich fo hoch und vaft
durch euch gemert und vil gar nützlicher dann ganz Afia
geweß feit des halben wir euch als unfern getreuen un-
7
98
derthonen ganz nit Tcrlaßen und eneb ron ettcrn böfeii
Aucken, fclianden und laftern zA dringen nit folien kiin-
nen noch wollen, wil denn Karolas ie daneben auf feinem
färneinen beharren, fo folt ir in in ban thän. wil das nit
5 helfen, fo wollen wir euch als die unfern (wie vor zilm öf-
tem mal befchehen) nit verlaßen. ir folt euch auch darzu
fehicken, daß ir auf allen reichstagen feit und aigentlich
auffehen habt, ob etwas von den laien wider euch gerat-
fchlagt oder fürgenomen woH werden, der gleichen wollen
10 wir auch thän und die unfern darfchicken, damit uns und
euch zft nachtail nichts unwißent gehandelt mocht werden,
und vor allen dingen folt ir behiieten fein,- kainen laien in
euem rat komen und euere bofe ftuck und handlun*
gen vernemen zfl laßen, und fo ur euch der maßen haltet,
16 fo hat es kain not. Carolus wirt euch bei euerm f&meinen
laßen bleiben, er wirt euch auch nit von uns als euerm
rechten herm underfteen ze dringen und uns zfi weiter band-
lungen urfach geben.
Datum in der helle des erden tags Januarii.
VIIL
NEUE ZEITUNG AUF DAS JAR MDXXT.
EINE SCIIRIFTLICUE WERBUNG
GETHAN VON DEM FÜRSTEN DER HELLE
SEINEN LIEBEN GETREUEN
ALLER UND lEDES STANDES SEINES REICHa
Wir Ludper, an di gnad gotes ßorer der heiligen chriften-
beit, guter fiten und dugenden und aller gutbeit, erzbub in
allen landen, merer der funden^ alles unends und aller bu«
berei, ewiger landgraf zu hell, des reich kein eut nit iß,
enpieten unfern lieben getreuen, babß und cardinalen, ers* 5
bifchoffen, bifchoffen, epten, brobßen, prioren und allen pre-
laten der kirchen, snunichen, pfaffcn, minnen, romifcbem
keifer, knnigen und curfurften, furfien, grafen, freien, rittern
und knechten, junkfranen, Witfrauen, elichen leuten und
allen anderen, in waferlei wirde oder in welchem ßand vom 10
hochßen biß auf den niderßen die in unferm gepiet fein,
ewige flncbs und verdampnus« lieben getreuen, ir erfreuend
euch und auch erfreuen wir uns felbs, daß ir iez in der
unfinnigen seit fo gar fleißig gemut feit in unferm dienft
und euch alfo ernfilich bemut alles unends und aller buberei n
nach allem unferm willen und wolgefallen« nun fo begeren
wir an ench mit funderem ernlUichem fleiß, daß ir euch des
uarreten lebens nit laßet verdrießen, funder feit tag und
nacht on underlaß wider got euren fchopfer und wider fei-
7*
100
nen eingeborncn fiiii, der euch dan erloft hat, auf daß fein
piter marter, fein heiliges rofenfarbes blut und grimiger
dot an euch ewiklichcn verloren werd. darumb fo keret euch
nit an got, auch nit an feine gepot, noch an mefs oder an
5 predigen I hut euch auch vor peichtl kert euch auch nit an
die lef der frumen und gotsforchtigen , funder an di werk
der boshaftigen, wie hie vor von in gemeldet und li itz im
brauch feint darumb fo verman ich euch all in gemein, alfo
zu leben in aller der weis und maß, als euch meine ampt-
10 leut di weißen moren und fchwarzen engel eingeben, als
k dan biß her habt gethan, daran wir guts genügen und
wolgefallen haben, wir tragen wol an einer Hangen waßer:
wan in der narrechten zeit die narren und nerrin erfreuent,
entpfinden wir auch euern fleißigen dienß gar wol und mer-
15 ken daß ir mit vleiß betrachtent unfern merklichen nutz,
daß wir euch dan von ganzem herzen und auf das aller
hochft fuud und laßer fagen und in ungenaden erkennen als
euer ungencdiger herr, wann durch euer unfinnigs, nnge*
fchickts, unkeufchs, unendliches, fchentlichs, fundlichs, bne-
20 bifchs und leckerlichs leben, dann durch euer bos exempel
und beifpil ünfeglich vil und große fcharen der armen fe-
ien teglich zu uns gehen und in die hell in unfern vioftem
fal abfaren, dardurch fich unfer hellifch reich großlichen
wider meret und heufet. darumb fo thut als guet leut und
25 laßet euch alle fund und fchand übel nachreden und alle
bosheit mit fleiß bevolhen fein, als wir uns des zu euch
genzlich verfehen, wan wir das in künftigen und ewigen
Zeiten gegen euch allen und iedem in funder nach eines
ietslichen werk wollen nnvergeßen halten in erkentnus mit
so dem ewigen feuer, in den grimigen flammen mit pillicher
Widerlegung, an dem grünt der hellen, mit unfeglicher, un*
fchetzlicher, unleidenlich und unzelicher pein. weiter, ir lie-
ben getreuen, als ir wol wißt daß der loblich tage uoferer
hochzeit zu nahet, darum bitten wir euch mit allem fleiß,
35 daß ir euch mit allem fleiß darzu bereitet, mit allem dem
uilend auf das aller hochft und ir kundent erdenken: dan
fo ir iez werdet haben di pfeifen auf der pauken und die
fchalmei neben der fackpfeifen, den koohleffel rumplen aber
101
das teller obc dem hafen, auch das trumelfcbcit bei der lau-
ten und den iidelbogen neben der geigen und andre uufer
feitenfpil, daß ir dann bald on verzihen kumet in unfern
furßlichen hof. daran thut ir unferm fcbweber dem Lucifer
und allem bellifchem her ein groß mecbtigs wolgefallen und r.
unfer ernßliche meinnnge. damit feit der hellifchen glut und
allen teufelen alzeit mit fleiß bevolhenl
Datum an dem funtag vor dem montag in der narren
. Wochen an dem achten kidends des fpeckbuben Machometis,
unfers regiments unaufhoerung jerlich tag und nacht, fiunt lo
und minuten biß auf den minften quadranten.
1521.
IX.
BEEI^EBUB
AN DIE
HEILIGE BEPSTLICHE KIRCHE.
MDXXXVII.
Wir Beelzebub, fürß aller tenfel, gewaltiger herr und re-
gent über alle kinder des Unglaubens, entbieten bapft, car-
dineb, bifchoven und allen der bepßlichen kirchen gelidem,
unfern getreuen unterthanen, unfern ganz freundlichen grüß.
i Nach dem wir mit allen unfern engein, fiirAen und gro-
ßer macht außgereifet find wider die verzweivelten bofe
wichter und •erfiorer unfers reichs, die neuen Galileer, ge-
nant die lutherifchen ketzer, haben wir euch als unfern
treuen ßathaltern und hindergelaßenen reten gar ernfllich
10 befolhen, daß ir nach unferm empfismgenen befelh, du bapß
zu Rom fampt deinen cardinelen und ir andere bifchove
fampt den euem, foUet die weil treulich haushalten und
unfer reich beßem, nemlich daß ir keinen foltet cardinal
machen noch bleiben laßen oder irgend in einen hohen
li geiAlichen ftand fodern , er fei denn in unferm dienit wol
geübet und erfaren, daß wir hoffen mügen, er werde treu-
lich helfen wider die neuen Galileer toben und wüten, und
zu Toraiiß daß bapft und cardinal ja nicht unter fich den
eheftand leiden, auch keines natürlichen brauchs der weiber
90 achten, fondem fich vleißig üben und bleiben in der bepR-
lichen und cardinalifchen keufcheit und meiden der Galileer
keufcheit, wie bißher wol angefangen und noch gefchicht,
auch daß er ein herz mit geiz durchtriben habe, den keiner
103
wdt gut fettigen mfige, der über aaß wol liegen ,. triegen,
falfcb fchweren, rauben, Helen, morden, vergiften, fchinden,
fchetzen, keifer und konige verraten, land und leute yerfu-
ren und verterben muge; für allen dingen aber, daß ir ja
nichts halt vom künftigen leben, es heiße der himel oder die &
helle, laße £ch folchs die narrenpredigt der Galileer nicht
bereden, fondern fpotte und verlache alles was er davon
höret, denn folche narrenteidinge machen den leuten nicht
bonum wultum fondern angß und forge, traurigkeit und vil
leides. auQh fo ftehets euch als den nehellen unfern dienern, lo
bapft und eardineln, nicht wol an folche narrenteidinge zu
gleuben, die da mit vil hoher Weisheit durch uns begäbet
und geziert find, denn daß fie folcher narren und Galileer
gefchwetz folten gleuben. folchs und der gleichen haben wir
euch treulich zu treiben befolhen. u
Da wir aber nu in das werk komen, vil fchlachten ge-
tban und der felben buben mit fcur, fchwert, waßer und
allerlei pjage vil umbgebracht und mit aufrur, fecten, rotten
und andern unfern rüßungen faß feher gedemütigt hatten,
daß wir uns ganz gewifchlich verfahen, der fig und triumph so
folt in zwei oder drei jaren unfer fein, fo kompt uns glaub-
liches gerüchts und nicht unrechtlichs gefchreies zeitung zu,
wie daß du bapß zu Rom folteß furgenomen haben, deinen
bepIUichen hof, unfer haubtfchloß und refidenz zu reformie-
ren und ^ie ganze ßat Rom von uns .wendig und abfellfg n
7.11 machen; des wir zum erßen hochlich bewegt und billich
erzürnet lind und uns befchwerlich furfellet, daß, die weil
wir abwefend für euch und alle die euem fo hefiiglich wi-
der die genanten Galileer, die lutherifchen, an allen orten
ßreiten,. euch und uns zu fchützen, ir felbs foltet verreterlich lo
hioder unfern wißen und willen auch galileifch und luthe-
rifch werden, und wo wir uns nicht unfer großen gotlichcn
macht und recht, fo wir gar gewifchlich über euch halj^en,
hetten wißen zu troßen, folten wol durch folch groß ge-
fchrei und gebucht unfer fürfien und hervolk, fo im teglichen u
ftreit erbeiten, verzagt worden fein.
Aber da unfer getreuer legatus natus Belial zu uns ins
feldlagcr kam und anzeigt, wie daß ir folch reformation gar
104
nicht Ulli crnft bettet fiirgi^noiiieii (als wir uns denn alzeit
zu euch gar gnetliglich verrelien haben), fondern daß ir da-
mit den konigen und aller weit eine nafen drehen und den
deutfchen narren pferddreck für feigen ins maul gankebi
5 wollet, find wirs zimlich zufriden geweft, yerfehcn uns auch,
dem fei alfo, und begeren dem uach, ir wollet alfo fort fah-
ren und tinfers hofes weife i;\ie bißher treulieh halten, denn
ir wißet daß wir der Oalileer und lutherifchen got, fo
imerdar wil die warheit und gerechtigkeit haben, nicht lei-
10 den können, wo ir aber w&rdet mit ernft folch reformation
iurnemen, habt ir zu bedenken, daß wir dadurch verurfacbt
würden, gegen euch nicht geringem ernft zu gebrauchen
denn wider die lutherifchen, und folten wir gleich Rom felbs,
fo auf unfer hellen gebauet ftehet, abbrechen und in die
15 helle laßen regen und fchneien feur und febwebel und allen
zorn des Galileers. wir hoffen aber, fo vil unfer got-
liche macht und recht bei euch gilt, ir werdet bei unfer
und eur alten gewonheit bleiben und unfern feind, den lei-
digen amechtigen Galileer, auf den die giftigen Ititherifcben
20 buben pochen, nicht einreumen, auch nicht ein bar breit.
Solchs haben wir euch gnediger meinung nicht wollen
verhalten und verhoffen, wenn wir noch ein Unglück oder
zwei wider die Galileer angericht haben , wollen wir wider
heim komen zu euch in unfer Tefidenz und mit euch ins
25 concilium gen Maniua ziehen, dafelbs euch treidich einge-
ben, beilleheu und helfen mit aUer macht, den Galileer mit
feinen lutherifchen außzurotten und zu vertilgen, damit un-
fer reich von folchen ungehorfamen aufrürifcben unrugigen
buben erledigt, wider in feine rechte rüge bracht werde,
so fonderlich weil wir durch unfer gefchworne engel erkundet
haben, daß der geift des Galileers, welcher fich uns zu
großer fchmach und verdrieß den guten heiligen geift rü-
met und uns für böfe geifter in der weit außtregt, in ob-
genantes concilium zu Mantua fclilechts nicht komen, auch
S5 nichts damit zu fchaffien noch davon wißen wil, daß wir
wol räum und llet haben zu machen was unfers gefallens HL
Geben in unferm feldlager fo mir haben allenthalben
wider den leidignn Galileer. anno uufers reichs 5429.
X.
AIN EWANGELIÜM PASQULLI
DARIN DAS RÖMISCH LEBEN
GEGRÜNDT UND BESTETIGET WIRT.
'In der zeit (fprach der wfitent bapft zu feinen carpinelen)
wann komen wirt ain fnn des menfchen z3 dem A&l unfer
majeftat, fo fag der tfirh&ter zfi im 'freund, wanimb bißu
daher komen ?* und fo er wirt anleuten, für gon und nichts
geben, mit gebnndnen henden und f&ßen werft in in die s
aoßwendigen finßemus/ aber die carpinel fagten zfi im
*maißer, was ift z8 thän; daß wir das gelt beßtzen?' da
fprach er zfi inen 'in unferm gefatz ift gefchriben: liebent
gold and filber auß ganzem eurem herzen und auß ganzer
eur feel und das gelt als euch felber. das thät, auf daß ir lo
lebent. wann difes gebot gib ich euch, damit wie ich thu,
ir auch alfo th&t und mir nach yolgent.'
In difen zeiten ift komen an den romifcben hof ain prie-
fter vaft arm, der befchwert was von feinem bifchof oder
fpitzhut, ain warer Ifraelit, in dem kain betrieglichait nie n
erfunden ward, aber er mocbt nit ein gon zft dem bapft,
wann er was arm. aber die turhftter fchlilgen in fprechende
'gank wek, teufel! wann du biß unverftendig und arm. es
zimpt fich nit daß ainer mit leren henden erfchein vor dem
angefleht unfers gottes des bapfts.* da fchri der arm prie- so
ßer 'erbarment euch mein! erbarment euch mein, o ir tür-
hftterl wann der gewalt der armät alain bat mich ber&rt/
106
da fagtcu fi 'dein armut fei mit dir iu der ewigen verdam-
nusi du wirft nit eingon zu unferm got, biß du bezaleft den
letften puncten/
Nach dem ift der arm priefter hinweg gangen und hat
& verkauft alles was er hat, darnach widerumb komen und
geben den türh&tern das gelt da fpraelien fi 'was ift es
undcr fo vil?' und warfen den armen priefter hinauß von
dem hof.
Nach dem armen priefter ift komen ain bifcbof an den
10 romifchen hof, der was ain gaiftlicher wuchrer, wol gemefcht,
außgebrait, vaift und aufgeplafen, der in ainem auflauf ain
totfchlag gethon het. und er was vaft reich, aber die car-
pinel als fi in fachen, da fchrien fi fprechende 'gebenedeiet
ift* der da kumpt in dem namen des golds und des filberf
i& darnach difer bifchof aufgethon hat fin fchetz und zu
dem erften verert die türhuter, zum andern geopfert den
carpinelen koftlich gaben und fcheinparliche klaider nnd dem
kamerer und kanzler der geleichen, und fi mainten etwas
mer zu ncmen, aber der bifchof begert fich rechtvertig zu
80 machen und gab zechen pfund* als difes der bapft erhört,
der biß in den tot krank lag, ift er groß erfreut worden
und hat fich gewendt zu den carpinelen fprechende 'furwar
furwar fag ich euch, ich bin nit ingedenk aines lolichi^n ge-
lauben in lirael und in dem ganzen Judea als difer bifcbof haC
S5 Nach dem ift der bifchof, ain w&cherer gaiftlicher guter,
gangen durch die erften und andern behut des bapfts, ift
komen zu der tür, die ift im williklichen aufgethon worden,
als der bifchof fach die krankhait des bapfts biß in den tot,
da hat er gelegt gold und filber zu feinem bct, und zuband
30 ift difer menfch der bapft erlolt worden und auf geftandcn,
hat eer geben dem gold und filber und hat den bifchof umb-
fangen fprechende 'du bift wol daher komen.* aber die car-
pinäl haben ainhelliklich und all geleich gefagt zu irem
fchopfer 'warlich der menfch ift gerecht.' da antwurt der bapft
33 'fo er etwas wirt biten in dem namen des golds und des
rUbers, das gebt im.'
Darnach ift der bapft auf den ricbterftfil gefeßen in der
f)at die genant wirt Fbilargyria, das ift auf dem Afil der
k
' 107
geixigkait und fcfainderei, und Tagt 2& feinen carpineleu Telig
feind die da geben und bcützen das gelt, wann ir ilt der
ronülcli liof. und der nit bat, dem werd genomen was er
belitzt, und werd beklaidet mit fcbanden und er fei euch wie
Hin baid und offenbarer I&nder. es zimpt fich daß im ain s
mülftain an den hals gehenkt werd und geworfen in die tiefe
des mers.* und fagt widcrumb 'habt ain aufmerken, daß
euch niemant betriegl ain ictlicber der da wil uns gelt ge-
ben, den fürt herein! und fo er gelt hat, der wirt erlangen
was er begert und der nit hat, der fei euch ein vermale- lo
deiung.^ da fagten die carpinel *wir werden die ding alle be-
halten mit unferm ganzen gewalt und ßerk/ als difes der bapft
bort, verwundert er fich vaft und fprach 'furwar fiirwar fag
ich euch, ich bin nit ingedenk ains folichen gelaubens in
Jenifalem, als ich in euch find, das thut in der gedechtnus ts
des golts. ich verlaß euch ain exempel, darmit wie ich im
tb&, ir auch all'o thut in der aunemung des golds und
filbers.'
Eer fei dem gold uud dem filber.
XI.
DOCTOR MARTIN LUTHERS PASSION.
Es iß außgangen der Luther mit £einen jungern über den
fluß des Reins und eingangen gen Wonhbs, da der kaifer
ain reichstag bei. als aber die furften der prieiler und die
gleifner erfSm daß er komen was, haben fi fich erfamlet in
5 dem bof des menzifchen bifchofe, der genent ift Caiphas»
und fend zö rat gangen mit den gfatzweifen, daß im das
frei licher glait nit folt gehalten werden, aber daß fi in mit
lißen fiengen und verbrenten. dann fi fpraohen *er ift ain
ketzer: im mag nit frei glait geben werden, er fol gefan-
10 gen werden und getodt, aber nit an dem reichstag, damit
nit ain aufrfir werd im Tolk.* da aber Luther was in
dem haus des conventoris S. Johannis, haben zu im ge-
fchickt die diener des bapft, Caracciolus, genant Pedico,
und Aleander Jud, die in under dem frid des kaifers ver-
15 raten wolten. aber Luther wißende alle ding, die über in
komen wurden, iß herfur gangen fagende 'wen fucht ir?*
haben ß geantwiurt 'den doctor Luther.^ fagt Luther 'ich
bins/ als aber Luther fagt 'ich bin8% haben fi gefagt, ob
er wolle geen zu Caracciolum und Aleandrum Jud, oder
80 fi wurden felbs zfi im komen. welchen Luther antwurt
'ich hab teglich im tempel gelert und fi haben mich nie
109
gefScbt, aber iez wil ich nit mit in reden, wann fi fein
durch mich vcrpant, fi wollen dann in o£Ener dispntaz mit
mir Areiten.* da die das horten, feind fi hinder fich gangen
und auf die erden gefallen, da iß ainer vom fal des richters
gangen, der genant was Capra, zS den förften der priefter s
und bäpftifehen und fagt zu inen *was wolt ir mir geben,
fo wir ich in euch übergeben.' und fi haben im ain große
fumma docaten beftimpt mit fampt anderen großen pfiründen,
prelaturen und digniteten för fein enkle, der in auch liber-
gebea hat. aber nmb die drit ftund fend zum Luther komen le
feine junger fprechende 'z& welcher ftund follen wir dir das
mal beraiten?' fprach Luther 'zär fünften ftund.' und die
junger haben thon als iu Luther befielt hat und hond das
nachtmal zugericht als aber abent ward, faße Luther mit
feinen jungem und freunden zSl tifch, und als fi aßen, hat u
er geGugt 'furwar fag ich euch, es feind vil in difer ftat, die
mich umb gelt Terraten werden und tu auß euch werdent
geergert in mir, wann es ift geCbhriben, ich wnrd fohlagen
den hirteu und die fchaf der herd werden zerftreut.' aber
ainer aatwurt und fagt 'und fo fi all in dir gefdient wer- »
den, fo wirt doch der Sachs nimmer von dir weichen.' fagt
zä im Luther 'fiurwar lag idx euch, tot zwen tagen wirt er
drei mal mmn Terlaugnen.' und fi haben geantwurt 'und
wann wir mit dir follen fterben, fo wollen wir dein nimmer
Terlangnen.' und Luther hat in gefagt *ir werdt bei mir »
fein in meiner betr&bnus biß zSm creuz.' aber am an-
dern tag umb die yiert ftund, als er mit feinen jungem
redte, uempt war da ift der her von Pappenheim komen
und mit im ain große fchar mit fchwerten und kolben, ge-
faut von dem richter und furften des reichs und haben den ao
Luther gef&rt auf das gerichthaus, und die bepftifcheu feind
nit auf das gerichthaus gangen, daß der Luther kain urfacfa
hette mit in zä disputiern, aber daß er on redliche urfach
verurtailt werde, dann da was Annas Gurcenfis ain cardi-
nal, auch der menzifch cardinal. aber er was der Annas a»
der ain rat het geben 'es iß nutz daß ain menfch fterb für
die bq>ftifcheD, daß ir b&berei nit offenbar werd und daß
nit die römifch fchalkait abneme.' aber der Sachs folgt lang-
fam Itinach und iß komon ins gericliflians. niul als or hin-
ein ift gangen, faßc er mit den andern, daß or (ech das
end« aber die fürften der priefter nad bäpßifcben rächten
fidfehe zeuknus wider -den Ijuther, dafi fi.in venirtailten
ft zfim feur, und fi haben kaine ftmden. da aber tU f^Ifcbe
Zungen hin zögiengen, aber am letften die zwen lugenträger
Joannes Sabula und Joannes von Eck, trierifcher official,
und hont gefagt Mer hat gefagt, das coneilium zä CofteuK
hab geirt und der bapft fei ein Eiitcbrift, der doch nit fön«
10 den mag% da ift Caiphas der bifchof von Menz auf gfian*
den und bat zu im gfagt 'was antwerftu zä difen dingen,
die fi wider dich reden? ich befchwer dich bei dem leben-
digen got, bekenn die ding war feinT aber Luther bat
unerüchrecklich geantwurt 'du haßs gefagt. aber fürwar
15 Jag ich euch, ich mag mit dem hailigen evangelio probieni
was von mir in b&chem gefchriben iß: und es fei dann daß
ich mit der hailigen gefchrift oder lauterer urfach fiberwun*
den werd, wil ich nit wider r&fen, hab ich übel geredl,
fo geben fi zeuknus vom übel, ^leeren fi beßers, ich bin
M berait meine b&cher ins fisuer werfen, hab. ich aber recht,
warumb fchlagen fi mich, warumb hören fi nit, warumb
antwurten fi nit?* da ward der menzifch Caiphas erzürnet
und fpraofa 'er hat geleßert was dürfen wir nodi zeugen ?
fecht, ir habt iez gebort die gotslefternng. was bediwkt
sft ench?^ und fi all mit ainaiider habeat geantwurt 'er ift
fchnldig des tods** da haben fi auf die erd gefpiben und
woken in nit mer boren, dann fi künden im nit widerspre-
chen, aber etlich fchrien 'er hat ain teufeL* und der Sachs
faß bei den andern und der bifchof von Lütich ift zfi im
10 gangen und hat gefagt 'und du biß ein lutherifcher.* aber
er laug&et vor iederman fprechende 'ich weiß nit was du
fagß.* nis er aber für die tür hiuauß gieng, fach in der cardinal
von Bellia und fprach zö denen die da waren 'und der er-
nert den Luther in feinem vaterland.* und er laugnet vor
8& iederman fprechent 'ich kenn den menfchen nit.* und über
ain weil gieagen hiuzA die da ftfinden und fagten dem
Sachfen 'warlich bißu auch am lutherischer, wann deine wort
offenbar^nt dich oft.^ da fieng er an zA hefteten, er het
111
ahrog andere gfcheft gehabt, dann daß er des inenfcheu
adit bei gcnomen. und von Aund an ift abent und morgen
der ander tag worden und der Sachs hat an das wort ge^
dacht, das er vor zwen tagen bat gefagt 'er wirt mein drei
mal verlaugnen' und i& hinauß gangen Tagende, er welle in s
wider alle menfchen befdiirmen. als nun morgen wart, feind
alle fnrften der priefter zfi rat gangen und die pepftifchen
auch wider den Luther, daß fi in dem feur geben. und
haben in herzä gef&rt und dem bifchof von Trier geben«
und Luther Mnd vor dem riditer und der bifchof fragt in h
fprechende Mu bift ain leerer des evangelitims and der war-^
bait?^ und Lutherus hat gfagt 'fagfiu das von' dir felbe
oder haben dirs die Romer von mir gfagt?' antwurt der bi-
febof *bin ich dann ain Romer? die fo nit mügen leiden die
evangelifch warhait und die wort Pauli, haben dich mir über^ u
geben, was haßu gethon'r* Luther hat aber chrißlich ge*
antwurt 'mein gfchrijPt feind nit von difer weit aber auß got'
wann die bepftifchen betrachteten die evangelifchen warhait
und diefprnch S. Pauls, wer ich dir durch fi nit übergeben
worden.* antwurt der trierifch bifchof 'darumb bißu ain»
lerer der evangelifchen warhait und fant Pauk?^ antwurt
liUtherus 'du fagfls« wann ich bin darzö geboren und in
die weit komen, daß ich die wort des evangelinms und S.
Pauls z& der allen und waren verftentnus emeuwem fol^ fo
fi durch die bepftifchen in irem nutz und gunft des romifcben k^
boft biß hie her gebogen und krimpt feind zS großem nach-*
tail und fchaden der tentfchen' nacion. wann fo die teutfch
nacton meine wort wirt hören und behalten, wirt fi erlöft
auß dem rächen der Romer und curtifanifchen hftrnkinden^
und da er anklagt ward von den furften der priefter und n
Romer bfiben, bat er nichts dann chriAlich geantwurt. da
fagt zfi im der Trierer 'wiltu nit dein gfchrift dem urtail
des kaifers fibergeben?* aber Luther gab alfo befcbaiden-
Keh antwurt auf alle frag, daß fich der richter verwundert
und fprach zfim Luther 'was ift boshait der romifchen bfi- ss
bon und bepftifchen.^ und als er des het gfagt, fSchte er^ wie
er in mocht erledigen, wann ep wift daß in durch neid die
furften der priefter und bepftifchen dar geben betten, und
XU.
EVANGELIUM SEDUNDUM PASQülLLUM
ROMAE IN ADVENTU CAESAKIS EDITÜM.
MDXXXVL
In illo tempore ante decem dies Pafcbae venit Carolus in
monafterium, poßquam Clemens mortuus erat fecerunt au-
tem ibi coenam ei fcribae et pharifei et religio miniftravit ei.
Koma ergo princeps latronum accepit libram unguenti.
5 dixit ergo unus ex Gallis qui erat cum dcfamaturus 'quare
hoc unguentum non venit ad nos decem millibus et nou
datur Francifco?* dixit autem hoc, non quod Francifcus
illi curse elTet, fed quia für erat et marfupium habebat ea-
que quse mittebantur vorabat. dixit ergo Carolas *fine il-
10 lam! in diem enim victoriae meae hoc unguentum fervavit:
vos enim Gallos femper Roma nutrit, me vero non femper
cognovit.* ergo turba multa ex Chrißianis, quod illic Ca-
rolus effet, venerunt non propter Carolum tan tum, fed prop-
ter victoriam quam habebat. et videntes principes facer-
15 dotum quod multi ad illum currebant, cogitabant ut eum
introducerent et in brevi ejicerent poftero die multa turba
quse venerat ad diem feßum, cum audiß*ent quod veniret
115
Carohis in urbem, acceperunt enfes artifionm et proceffe*
nint obyiam eL alii vero clamabant 'hofanna! benedictus
qui renit in nomine donuniP Carolus vero nactus erat
velum umbratile quo opertus eft, ubi fcriptum eil *noli timere,
filia Babilon.' ecce Carolus fpirans adhuc minamm venits
ut videat ruinas temploruin. hoc autem non cognovenint
discipuli ejus primum donec viderunt, tunc recordati funt
quod omnia propter eum parata erant. teß;ificabat)ir ergo
turba quae erat cum eo, quando Alexandruni ducem fuf-
citavit a mortuis et quando Africam devicit. propte- lo
rea et obviam venerunt ei, quod eum audierunt hoc fignum
edidifle. pbarifei ergo dixerunt inter fe 'ecce mundus poft
illum abit, fi permittemus eum diutius in pace effe: fic om-
nes credent in eum et csefariani omnes et non papißae erunt''
erant autem quidam ex Italis ex Ungaris, qui accelTerunt is
ut adorarent in die feßo. hi ergo acceflerunt ad amicos,
amici ad Hifpanos dicentes 'domini, volumus videre Caro-
lum.^ Hifpani rurfus dixerunt Carole. Carolus autem re-
fpondit eis dicens Venit hora ut glorificetur Carolus Omni-
bus, amen amen dico vobis, li quis mihi minülrat, me au
fequatur, et ubi ego fum, illic et minißer meus erit.' et
accipiens linteamen mundum praecinxit lumbos fuos humili-
ter et aquam in pelvim fudit et lavit pedes diTcipulis alienis.
et confurgens dixit *nunc anima mea turbata eß et quid di-
caxn? pater fancte, fervate me ex hac hora et tranfeat a 25
me calix GalliT venit ergo vox de fummo palatio 'fic il-
lußrabo nomen tuum.^ turba ergo Hifpanorum qua; ßabat
et andierat, dicebat tonitruum eKe factum, alii dicebant
'angclus ei locutus eß.* refpondit Carolus *non propter me
haec vox venit, fed propter vos. nunc Judicium eß mundo, 30
nunc princeps Turcarum ejicietur foras et ego 11 exaltatus
Aiero in victoria^ omnes traham ad me ipfum."" hoc autem
dicebat fignificans unum fore ovile. refpondit ei turba
pharifseorum Vos audivimus ex lege omnes reges exaltatos
et quomodo tu dicis?' et continuo gallus cantavit et Ca- ss
rolus digreffus parumper flevit amare. et poß pulillum
tempus cum fuo pontifice oravit Hifpanis vigUantibus et
116
iterum venit ad faos. *qui habet duas tnnicas (inqnit),
▼endat xmam et emat fibi gladium: non emm ibo ponere
pacem fed gladium inter patrem et fiUiim.' et com luec
dixüTet yidentibtis conctis aTceudit Florentiam. ego vero
i PaTquillus expecto coDCordiam et hymnum dicam fempiter-
nam. alieluja alleluja amen.
xnL
EPISTOLA
DE CONVERSIONE PAULI lU P. M.
MDXXXVL
PAULUS adhuc fpirans minarum et caedis in fectatores
Caroli, accefllt ad principes facerdotum et petiit ab eis fa-
Torem in Italia et aliis locis, ut fi quos inveniret hujus vitas
principes et poteßates, tanquam inimicos chrilUanse religionis
produceret in deditionem. cumque ita cogitaret, contigit uts
▼ifitaretur a Carolo et fubito circumfulfit lux eum fonitu
niagno et cadens in terram audivit vocem dicentem fibi
"Paule, Paule, quid me perfequeris?* qui dixit 'quis es,
domine?* at ille 'ego fum Carolus Quintus Caefar Augu-
ftos quem tu perfequeris. durum efl contra Rimulum cal- lo
citrare.' cui tremens ac ßupens dixit 'o Carole, quid vis
me facere?* et Carolus ad eum *furge et ingredere palatium
^ ibi dicetur quid te oporteat facere.' viri autem qui
comitabantur Faulum , cum eo Ilabant ftupefacti audien-
tes clangorem, ftrepitum, hinnitum et tanti hominis vocem is
et ipfius humUitatem videntes. furrcxit autem Paulus de
terra apertisque oculis panim videbat. ad manus autem il-
Inm trahentes duxerunt ad palatium et erat ibi tribus die-
bus parum videns et uibil mauducavit neque bibit. erat
qnidam Romas Caroli iectator nomine Petrus et dixit illi so
die Tequenti Carolus 'Petrel' ille *en adfum, domine/ et
118
dixit Carolus 'feftina et vade in ambitum qui vocatur Cle-
mentis VlI et quaere in camera Alexandri IV Paulum no-
mine Farnefum.* refpondit autem Petrus 'domine, audivi a
multis de viro hoc, quanta mala a tempore juventutis Aiae
5 fecerit facerdötibus tuis in Italia et bic conllitutus princeps
lacerdotum habet poteAatem ligandi omnes qui invocant Do-
rnen tuum.'' dixit autem ad eum Carolus Vade, quoniam
caufa everfionis Galliae erit mihi iße, extoUens nomen meum
coram Veneto, Mediolanenfi, Urbino caeterisque dueibas et
10 Italise populis. ego enim ollendam, quanta illum et patriam
oporteat pro nomine meo pati.* et abiit Petrus et introivit
et ofculans illi manus dixit 'Paule pater, Carolus V Augo-
ßus mißt me, qui locutus eil tibi in via quando veniebas, nt
eum cognofeas et implearis animo bono.* et confeftim re-
is ceffcrunt ab eo perfecutiones et pravae voluntates de mente.
et Carolum amare coepit et furgens fincero amore repletus
efl. et cum accepiflet cibum, confortatus eft. fuit autem
cum amatoribus Caroli, qui erant Romas per aliquot dies,
pollea ingrelTus in confißorium praedicabat Carolum. Itupe-
20 bant autem omnes qui eum audiebant dicentes 'quoniam hie
eft qui expugnabat in Italia eos qui fe eSe fub imperio
Caroli profitebantur et hunc pontificium honorem femper
afpiravit, ut imperiales bonis fpoliaret et eos Italia abigeret,
injurias tempore minae urbis illatas fibi et principibus facer-
25 dotum ulcifceretur.^ Paulus autem multo magis convalefce-
batur et confundebat Gallos qui babitabant Romas, affirmans
quia is eflet Carolus Quintus, Romanorum invictiflimusimpe-
rator, qui debet Gallos et Turcas debellare et totius mundi
monarchiam foeliciflime tueri.
XIV.
AIN SCHÖNER DIALOGÜS.
CUNZ und der FRITZ
Die braachoDt wenig witz.
Es gilt umb fi ain klains,
So feinds der fach fcbon ains.
Si redent gar on trauren
Und find gut Intbrifch baaren.
Fritz
erlicht Cunzen, fpricht: Verden lung! da fich ich ain feltfa-
men gfellen. bis mir got wilkumen, lieber CünzI dich fich
ich von herzen gem. mir hat erft nachten von dir getrombt:
nun wolt ich doch nit weggen für dich eßen. .^
C&nz
Dank dir got, lieber Fritzl ich freu mich auch, daß ich
dich fehen Fol.
Fritz
Lieber Cunz, wo bift du fo lang gewefen, daß ich dich nit lo
gefehen hab?
Cfinz
Zä Tübingen under den (hidenten.
Fritz
Was fagt man guts zu Tübingen? wie hclt fich die hoch ih
fchul gegen dem Luther?
Cfinz
Es ift gleich wie anders wa. welcher fil pfründen hat, der
ifi; dem Luther feind und fchelten in ain ketzer: aber die
arm rot hat in lieb. ^
120
Fritz
Lieber, ich hab gehört, wie ain doctor da fei, der haiß
doctor Fetz , der wil den Paulum nit laßen lefen, nur darumb
daß in der Luther als oft herfur zeucht
5 C&nz
Ei er haißt nit Fetz, er haißt Lemp.
Fritz
Fetz und Lemp ift nit faß ungleich, er haiß halt der Hader:
wann er folichs thfit, fo ift er nit beßer dann ain Hinkender
10 fäßhader. ich hab in zwar wol kent. vor XXIIII jaren lebt
er noch der alt fophift mit den wirtenbergifchen vocalen au
ai ei ao aw. daß dichs gicht ankum in groben büffel! lie-
ber. Tag anl ift es war daß er den Paulum verboten hat
zfi lefen?
ifi Cönz
Ja. es ift kurzlich ain gelerter man da hin komen, der hat
angefangen Paulum zfi lefen nach des Erasmus fchreibung
und hat ain großen Zulauf gehabt, dann iederman hat luft
zfi der gotlichen lere, das hat nun den Lempen verdroßen
80 und* hat ain ftatut gemacht, welcher lefen woll , der fol die
alten doctores, als Scotum, Thomam, Tartaretum und der
gleichen lefen, fünft werd man im das ftipendium nit geben,
alfo hat der gät frum man auf m&ßen hören zä lefen.
Fritz
95 Ei daß dich der teufel fchend in fetzenlumper hinein, du
alter tanhaufifcher efelßitrer, mit deinem fubtilen narrenkopf!
foltu dann die götlich hailig gefchrift verbieten zfi lefen?
ift das nit ain wunder? wie feind die onmechtigen leut fo
gar erblindet, daß fi umb irs aigen nutz willen die gotlich
30 1er undertrucken wollen I es feind des rechten Entchrifta
boten.
Cfinz
Du waift wol daß die alten patres fchlecht gelert feind,
dann fi haben nur am Pirlipars und Peter von Hifpanien
35 gelemet, wißen nit vil von dem zierlichen latein Ciceronis
und Virgili zö fagen: darumb fchmeckt in nichts dann das
fi gelernet haben, und fo fi nur den alten Tanhaufer geler-
net haben, künden fi auch den Erasmum und ander gelert
121
Uli Terllon« das iß die urfach daß fi iolichen haß tragen den
gderten und weren mit henden und Gißen daß das g&t la-
tein mt h^rfnr knm und daß fi auf irem dreckigen lankfa-
men weg beleiben und gönnen nit den andern das fi nit
wißen. wa haß du ie gefehen daß ainer den Paulum fo 5
hüpfch herfur bringt als iez Erasmus gethon hat? aber die
alten rutzigen geul verßond nit fo vil latein.
Fritz
Ja, du haß war. derteufel m&ß in Ionen mit irem neid und
untreu, ich trau got, die zeit fei komen, daß die recht war- 10
hait an das liecht kom und die vinßemüs, darin die alten
grauen efel gelegen feind, verfchwinden werd. lieber, es feind
hie auch etlich fchelmen des unflats, etlich h&ner jagen ich
wolt daß fi der hagel fchl&g in boden hinein, die kainnfitzi-
gen eckiTchen leuskopfl 15
Cfinz
Wen mainßu? du biß zornig.
Fritz
Ja es iß mer dann ainer hie, und befunder ainer, faß ge-
fehwoUen in oren, dem Lumpen und Lempen nit vaß ungleich, to
ich dar in nit nennen: ich furcht, man hör uns. lieber, laß
uns von der wend goni ich wil dirs in ain or lagen, N.
kenßu in aber iez? der fich dann alain auß des bapßs epißeln
neren m&ß und auß dem großen codex und zwain de geßis
ff. in jura. er iß des Hänfen Mairs von Eck innerßer rat 95
uid wil den Luther gar verdammen darumb daß er im die
decretales zfi Witenberg verbrent hat, darmit er eben vil
der gfiten guldin pfenning verdient hat.
Cönz
Nun wie iß dann das widerkopflin? das dunkt fich doch gar ao
witzig fein?
Fritz
Ich waiß nit wen du mainß.
Cunz
ßi ich mfiß dirs auch haimlicb fagen, der tcufel mocht uns 35
funß befcheißen. wenn fi es von uns innen wurden, wir müe-
ft^n im ban ßerben. los herl N.
122
Fritz
Ja wol 68 ift gleich vier holen ains tüehs. fi feind auf ain
laift gefchlagen. fo waiftu wol daß der von ampts wegen
wider den Luther muß fein, ob ers fchon nit gern thät
5 doch geh er gern den Ecken dem teufel, daß der Luther
am galgen hieng. des felben halb iß, er unparteifch.
Cönz
Ach du lieber Luther, du haft feintfchaft unverdienet! ich
gedacht, es wer iederman lutherifch hie.
10 Fritz
Ho es gieng wol hin daß & fchon wider den Luther wären,
ea thut dem Luther nit we, wenn ü nur das hailig evangeli
bleiben ließen, fi halten aber mer auf ir Itimplerei, auf ire
aigne aufletzung und menfchlich gebot fi feind alain dem
15 Luther feind, daß er auß den hailigen leren Pauli und Chrifii
inen ir verdampten weis, fchalkait und büeberei anzaigt
er bringt nichts neus herfur. es thut in aber zorn, daß er
inen die warhait fagt: wann, was mainßu daß die decreti-
fchen doctores und der ganz babilonifch . hof z& Rom mit
so iren cortilanifchen ftucken gelten werd, fo man die decre-
tales, decret copißerei und der gleichen lugenfchulen und
bäpßlich tröm abthfit?
Cunz
Es mag nit wol erlitten werden, dann ir mechtiger gewait,
25 eer und gut und große titel wurd gemindert und idlleicht
gar undergeen. dann glaub mir, wenn wir recht chriften
weiten fein und der leer Chrilli, nit den menfchlichen erfin-
dungen anhangen laßen, fo wurden nit fo vil roter filzh&t-
len fein, man wurd wenig der romifchen buben achten, aber
30 das Unkraut hat ganz überhand genomen: muß vil müe ha-
ben, wil mans als auß reuten.,
Fritz
Du haß war. ich muß dir fagen den großen neid des ob-
gemelten bäpßlicher und codicifcher epiftel doctor. er lauft
35 in der Hat umb allenthalben und wolt gern betriegen die
fromen lutherifchen. burger, daß fi den prior von den Car-
meliten mit fampt feinen münchen auß dem cloller triben.
123
Cfinz
Warumb das? nun wän ich doch, die manch feien all wider
den Luther.
Fritz
Nain nichts da felbft. man findt noch vil die baimlicb junger s
feind, fi dürfen fich aber nit merken laßen von forcht wegen
der Juden, irer prelaten. aber dife br&der bekennen offenlich
des Luthers lere für g&t, fiirchten fich nit, dann got ift mit
inen und die frumen burger. der prior ift ain gelerter firu«
mer naan und fein prediger, der etwa vil an feiner predig to
wider folich knaben redt, und des Luthers lere, ja Chrißus
1er herfur zeucht, ir frafchgarei und kalt recht, veraofatet,
macht inen großen neid. das mag der dootor nit erleiden
und ander mer.
Cimz u
Kit unbillich wirft fich das wunder auf wider die liebhaber
gotlicher 1er, dann inen klainer nutz darauß entftet, wa*die
warhait Oberhand wurd nemen.
Fritz
Hafin auch hören fagen oder kenßn Johannem Ecolampadi? so
Cönz
Seine büecher hab ich gelefen, aber in hab ich nit gefehen.
als man aber lagt und fein gefchriften anzaigen, fo ift er ain
fander gelerter man; dann freilich wen Erasmus von Roter-
dam lobt, der ift kain nar. »
Fritz
Ja er ift ain frumer man darzfi. dann fo er gniig von fei*
nem väterlichen erb het mügen haben, fein leben in großem
bracht und eren z& anderhalten und ift darzfi im hohen
fiift zfi Augfpurg prediger gewefen, fo hat er doch die weit lo
mit irem geprenk und neid veracht und hat fich in ain fun*
derlich leben gethon oder gegeben, ift zu Altenmünfter ain
manch worden.
Ciinz
Dank hab er daß er der boshait der weit gewichen ift. S5
Fritz
Ja wol gewichen: er ift crft darein komen.
124
Ganz
Wie dem?
Fritz
Ha fragftu erß? haibi nit gelefen die büechlein die er ge-
6 macht hat? nemlich ains von der beieht, in welchem er gams
chrillenlich (ich fprich mer dann lutherifch) fchreibt. darumb
aber daß er den decretaUfchen junkherren zSl hart antaft,
hat der obber&rt jurift fein blall außgelaßen und gefprochen,
man fol den fantaßifchen münch vermauren.
w Cfinz
So hör ich wol, welcher etwas gSts lert und Paulum her-
f&r zeucht, der ift ain fantaft. fo woU got daß vil fantaften
werden, daß fi die witzigen fpitzkopf zerbleutenl pfei der
fchand! ich glaub, wenn es inen müglich war daß fi die
15 hailigen evangeli und Paulum gar ab künden th3n, fi wur-
den allen fieiß ankeren daß es gefchehe.
Fritz
On zweifei. dann fo fi die diener und außrfifer des evangeli
alfo durchächten, wie vil mer mainllu daß fi der gfchrift
so thäten. des übel alles iß ain urfach und aufhalter der trun-
ken Hans Mair von Eck.
Cünz
Wie kau ain mair in aim dorf fo vil unr& machen?
Fritz
sft Ei er ifl; kain paur den ich main, der ain mairhof in aim
dorf hab. es ift junkherr Eck oder Geck, wie man den
haißt, der groß doctor von Ingolftat, der alfo kempft hat
z& Leipzig mit dem Luther und Karlftat und darnach z&
Wien und vor zeiten zä Bononi und iez, als er am narren
90 befchnitten ward, der dann fo groß in im gewachfen iß und
überhand genomen, daß fich ain groß wunder dils dings in
im erhebt hat, zoch er gen Rom. da hat er fich nit wol
gehalten, in der felben erznei iß die wund wider auf bre-
chen und iß der nar vil großer worden dann er vor was.
35 und wirt er in nit bald wider fchneiden laßen, fo het ich
forg, er müeß daran ßerben oder er wurd BoUingen, da er
iez iß, das ganz cloßer mit narren befetzen. kenßu in iez?
125
C&nz
O ja. er hat fein namen in die ganz weit wollen bringen,
der ablaß nan ich wolt im nit ain pfenning umb ain Zent-
ner ablaß geben.
Fritz $
Läeber, er hat mer darauß gelöft dann ain pfenning: es ift
mit guldin zu gangen.
C&nz
Ja die entcbrüUfche bull hat im etlioh hundert dncaten
tragen. lo
Fritz
Mainft nit, ob er auch Criftum verkaufet, der fein aigen
Volk und Vaterland alfo auf die babilonifch flaifchbank ge-
ben dar?
Cfinz 15
Er ift dannocht frumer dann Judas, er hat den Luther umb
vil gold verkaufen woUen: fo hat Judas Chriftum nur umb
dreißig pfenning verkauft. wU gern fehen, wann er wöU
aufhören unfinnig zu fein.
Fritz so
Die weil im der bapft ducaten fohenkt und die narren krank-
bait fo hart in im ßeckt, hört er nit au£ wann man im aber
die pfirnnden wurd nemen, fo wurd er on allen fchmerzen
des narren ledig.
C&nz SS
Ich glaub nit daß er die pfirunden darumb laß: er lit ee
taufent narren in feim kop£
Fritz
Nun wie wellen wir im th&n? du fichft daß die hohen großen
heapter ains tails auch nit anders wollen, dann als ich hör, so
fo ift großer hagel von in vorhanden über den Luther und
all fein anhenger.
C&nz
Man wirt uns baß bedenken dann wir uns forgen, dann
ich hör, die fach werd noch g&t werden, die firumen chri- u
ften die das gefatz gots lieb habent, die werden /ich kain
bofen gewalt erfchrecken laßen, als da der Eck mit der ge*
126
malten bull ain hagel wolt machen, man maß oft, umb args
und Übels zä furkumen, ain weil ain aug zfi th&n und dar-
bei fchweigen biß sä der rechten ßund. dann du waid wd,
wann man wil fuchs fahen, was man in die lucken Hellen
5 maß. laß uns ain weil fparmunde machen und laß die
fchwarzen wölken in dem raufch iez mal über goni dann
wann die recht zeit kumen wirt und der frum chrifUich ge-
walt das fchwert recht ergreift, glaub mir, es wirt anderlt gon.
warlich was Unrechts wider got und fein hailigs gehet vtm
10 menfchen gedieht furgenomen iA, es wirt gerochen werden
und alle die erfreut die das gfit verkünden und dem felben
anhangend, und die befchomen b&ben des unrechten ftime-
men geßraft.
Fritz
15 Es wer wol g&t, wann es manchem nit zfi lang wurd und
gefchiht die weil manchem z& kurz.
C&nz
Des müeß mir got laßen walten und das glück, aber ains
waiß ich, das wirt nit falen. dann alle die fich iez freuen und
90 mainen, fi haben den ris Sigenot und Afprian überwunden,
werden nit lang freid haben, dann ich fich vor meinen au*
gen, daß der engel gots das fchwert emplößt und inen den
tod treuet, die <Üe warhait fo offenlich belhreiten und wider-
fechten türren, under welchen die rädlein förer feind Ju-
Bsdas Aleander und fein gefeUen und fünft etlich braite
hüeüe, der Rolling, der Murnar, junkherr Oeck,
bock Emfer, Lanzilet, nit der edel ritter von der tafel-
rund, es ift aber der macülift prediger münch von Senis und
ander ain g&t anzal. die all werden noch in kürz feben fidi
to gefchent Hein und dem zom des gerechten gots nit entrin*
nen mugen, dann wann fi fchoo willen daß Luther nit
überal recht het, fo ift doch das ir mainuug nit, daß fi das
anzaigen durch die eer gots, alain daß ir unermeßne gei-
tigkait nit zfl grund gang.
u Fritz
Nun wol anl got waißt wol, wie er im thän foL wir wel-
len gfit chrifien fein, das eyangeli und fant Pauls 1er för
127
uns nemen: nach denen wellen ^r unfer leben richten und i
wollen die römifchen bfiben b&ben laßen fein, wol auf mit
mir in die herbergl fo well wir weiter von fachen reden,
dann ich hab dir noch vil zfl fagen in gehaim: man möcht
uns hören. 5
Cfinz
Wolan! fo geen wir von der wand.
XV.
AIN SCHÖNER DIALOGÜS
^ VON ZWAIEN GUTEN GESELLEN
GENANT HANS TOLL UND CLAUS LAMP
SAGENT VOM ANTECHRIST UND SEINEN JUNGERN
SITZENT BEIM WEIN GUTS MUTS UNVERHOLEN.
AUSZ DER EPISTEL PAULL
V O R R E D.
Lieben chriAen und lieben br&der, wollen wir den Antechriß kennen
oder wißen, fo m&Sen wir zfL den br&dem gon die lefen künden und
& bitten, daß fi nns lefen die epiftel Pauli die er Tchreibt z& den Thef-
fUonicenfem, die ander am andern capitel. da finden wir in klar mit
s weis und gebärden, wie er lieh gehalten hat and noch helt nnd wie er
iez offenbart ift und wir kains andern dürfen warten nnd foleher lar-
ven acht nemen, wie uns der tenfel durch feine knecht hat laßen ein-
Plenen und wie in die alten weiber foUen fegen und die badmaid. es iH
als lug nnd betrug des Satane, des teufeis, auf daß wir vor lang blint
10 bleibend, duß wir die gotlich wamung durch Danielem, Paulum, Chriftun
und Johannem Apocalipfis und auch Petmm, daß wir difer ding mir
nit acht haben, plagt uns got mit larven und fasnaohtbutzen, daß wir
all mit in die hell fam. was lelt got daran, wann er dir fein heilige
wort dar beut, wilt du es nit, fo far z&m tenfel. es ift iez vor banden.
15 der f&cht, der findt und hat.
Es hat fich begeben daß Hans Toll und Claus Lamp ha-
ben gefficht ainander und zfi abent haben! ß ainander ge-
funden, fpricht der
129
Claus Lamp
Mein gefeH Hans, wo biß hent den ganzen tag gewefen?
ich hab dich geföcht. der richter hat ein göten wein umb
swen Pfenning, ich wolt ain maß mit dir getrunken haben.
Hans Toll &
Lieber gefeil, ich bin an aim ort gewefen, darfur nem ich
nit fechs maß weins.
Clans Lamp
Lieber, fag mir, wo bill; gewefen?
Hans Toll lo
Idi wil dir wnnder fagen.
Claus Lamp
Lieber, was? doch fag anl
Hans Toll
Ich bin an aim ort gewefen, da hat ain gfit gefell nnfer fie- is
ren gelefen in der bibel, und hat uns gelefen in der andern
epifiel Pauli 7Ä den Theffalonicenfem am andern capitel vom
Antechrift oder Widerchrift, wie man in haißen fol.
Claus Lamp
Lieber, odaß ich auch da wer gewefen! ich geb ain plap- so
part drum.
Hans Toll
Ich wil dirs wol glauben, ich habs mein lebtag nie gehört:
ich nems nit für drei plappart
Claus Lamp »
Lieber Hans, haft nichts behalten, daß du mir etwas moch-
teft fagen?
Hans Toll
Ich main, ich woU dir nit vil feien: ich wil dir fchier das
ganz capitel lagen. ao
Claus Lamp
Lieber, fo gee dan! wir woUen zum wein gon. ich wil für
dich zalen die ganze zech.
Hans Toll
Gdt wol! M
Claus Lamp
Wirt, pring ain maß wein!
9
130
Hans Toll
Was gilt er?
Claus Lamp
Er gilt zwen pfenning. nun Tag an! ich wil doch gern hören
r. was du doch Tagen wilt vom Antechrift.
Hans Toll
Das wil ich dir Tagen und es wirt dich irembd nemen.
Claus Lamp
Wie To?
w Hans Toll
Es hat mich auch frembd genomen und TeltTam, daß der
menTch oder das reich Tolt der Antechrift Tein.
Claus Lamp
Lieber, Tag an! du machft mir die weil lang.
15 Hans Toll
Nun los aufl alTo laut das capitel. Lieben br&der, (Tchreibt
Paulus zu den TheflalonicenTern) wir bitten euch in der zfi-
kunft unTers herren JeTu Chrifti und unTer verTamlung in
der Telbigen, daß ir nit werdt bewegt in euern finnen (oder
io von euern finnen) noch erTchreckt durch die gaift, noch
durch das wort, noch durch die epißel, als weren fi geTant
von uns, als were iezund bald der tag (oder iez anfteen der
tag) des herren. kainer verför euch in kainerlai weis, wann
nur eskumptzum erßen mishellung, unainigkait (daß fi mit
25 nichten ain ding predigen und glauben das ainig ewangeli
und Chriftum) und der menTch der funden werd eroffiiet
(oder offenbar), der Tun der verdamnus, der da ift widerwertig
dem ewangelio und wirt erhebt — da los, Claus! — über
alles das do ift genent got oder das da wirt geert, alTo daß
30 er fizt im'tempel gottes und laßt -fich anbeten als Tel er got.
Claus, wie gefeit dir der? kenft in?
Claus Lamp
Nun m&ft dich all teufel holen! es iß kain anders tier dann
der bapß und Tein reich, das het iph mein lebtag nimmer
35 erfaren, wer das nit geweTen. ich wil dir zwfi maß weins
kaufen.
Hans Toll
Schweigt ich wil dir mer Tagen.
181
Claus Lamp
Mein herzgefell, noch mer!
Hans Toll
Ja freilich, es kumpt erfl; das recht, warumb mir iez fo lang
geirrt haben, wie man iez hört. 5
Claus Lamp
Mein gefell, ich bit dich, Tag an durch gotl
Hans Toll
Nun los aufl das ift der text Paulus fpricht: behalt ir
dann nicht die ding, die ich euch Tagt, da ich bei euch was? 10
und nun wißt ir, was enthalt (oder auf was ir achten folt),
daß er wirt eröfinet zu feiner zeit wann ich fag euch, iez
wirkt er die haimlichkait der boshait fo vil, daß wer iezund
helt, der halt fo lang biß er kumpt zfi dem mittel feiner
zeit, und dann wirt er geoffenbart der bos menfch, — los is
auf, Claus! — den der herr Jefus Chriflus wirt erfchlagen
mit dem gaiß feines munds und wirt in gar erftören mit der
erleuchtung feiner zükunft. aber des böfen Antchrifts zfi- *
kunft ift auß Wirkung Sathane des teufeis in aller kraft und
in zaichen und in lugen wunder und in aller verfärung der so
boshait denen die da werden verderben, darumb daß fi nit
empfangen haben die lieb der warhait (das ill das ewangeli
klar), daß fi wurden behalten, und darumb fo wirt in got
fchicken die Wirkung des irrfals, daß fi werden glauben der
lug und daß fi all werden geurtailt die da nit glauben der n
warhait, aber fi verwilligten (und haben angendmen). die
boshait fich zu, Claus I iez haft gehört, warumb uns got
alfo hat irren laßen, und fo lang noch wöUen wir nit geirrt
haben, fo gar herte köpf fein wir.
Claus Lamp ao
Da fag vil von! ich het mein leben daran gefetzt, es wer
nit halbs alfo wie maus fagt. nun fich ich und hör daß got
gar wenig wißen laßt.
H^nsToll
Ja was ift urfach ? fi wellen das merer tail nit wißen, kumcn sr.
nit über die bibeL got hat fi gar verßockt, und wir feind
fo gotlos, daß wir nit darnach fragen, und trachten: des laßt
9*
132
UU6 got entgelten, wann wir nnr halb fo groß forg betten
gehabt umb unfer feel hall, als wir gehabt haben umb zeit-
lich gut, fo wem wir nit fo weit von der rechten ban ka-
men, got het uns nit alfo gefchickt der lugen prediger, wie
5 dann du gehört haß. darumb daß ich dirs gar Tag, fo fpricht
Paulus mer: lieben brftder, wir foUen got alzeit dank Tagen
daß er euch zu dem erften hat erweit, daß ir berueft feit
durch das ewangeli, (nit durch ander merlin, wie man iez
fagt).
10 Claus Lamp
Du haft war. laider ich hör iez feltfam ding Ton dem ant-
krißifchen vich, pfaffen und münchen: es mocht got er-
barmen.
Hans Toll
15 Ja es ift not daß wir got emftlich bitten umb recht pre-
diger, die uns das ewangeli lauter predigeten und da haim
beliben mit den merlin.
Claus Lamp
Lieber, ich denk noch an den Antchrill, daß er fo vil teuflifch
20 dings hat angefangen, dardurch er die ganz weit alfo zfim
narren hat gemacht.
Hans Toll
Es nimpt mich iez auch wunder, aber du haft wol gehört
von Paulo daß er fagt: darumb daß fi nit haben angeno-
25 men die warhait, wirt in got fenden die Wirkung des irr-
fals. folichs haben wir nit geacht und die pfaffen habens
vor uns verborgen.
Claus Lamp
Ich glaub daß der teufel fi all befeßen hab, daß fi uns
.10 folich ding nit gepredigt haben.
Hans Toll
Si haben gefurcht, man wurde den Antechrilt iren got, den
bapft, kennen, den felben maß man gleich eren und anbe-
ten, wie Paulus von im fagt. das haben fi gefurcht.
35 Claus Lamp
Es ift warlich war. fi haben gedacht, wann wirs den laien
fageu, fo werden fi ain aufinerken haben und werden
138
gedenken, wie man im die fueß mfiß külTen und in baißeu
den aller hailigißen. und eilich vifegunklen lagen, er mug
nichts Unrechts tbon, er müg nit lunden.
Hans Toll
Es ift wunder, daß ins got fo als lang verhengt hat, daß &
nit offenbar worden ift, daß wir fo blind fein gewefen: das
macht als daß wir gewichen feiud von der warhait. lieber
bröder Claus, laß uns got anrüefen umb ein rechten glau*
ben. ich fich wol wa es auß wil. der jiuigß tag der iß; an
der tür. lo
Claus Lamp
Lieber br&der Hans, ich habs lengeft dacht w51Ien wir
haim gan?
Hans Toll
Ja, laß uns gar außtrinkcn. ir>
Claus Lamp
Ich mag nit mer , alfo bin ich erbarmet, ich lieh, wie es zu
gat mein Hans, ich wil zfi nechßen mit dir gan an das end
da man lift. ich mfiß iez fragen, wie gats zA daß iez ein
folichs gefchrei ift von dem Luther und feim fchreiben? 2»
Hans Toll
Ich glaub, das mach daß er hat den Antechrift aufdeckt,
das mag er nit leiden und ich glaub, er werd vil martrer
machen, ich hab gehört, man hab fchon an etlichen enden
angefangen, zfi Antdorf hat man drei verprent von feiner 2:»
leer oder anhält willen, und han gehört, an etlichen orten
facht maus und verjagts.
Claus Lamp
Ja ift das war, fo ifts der recht, ich habs all mein tag ge-
hört, der Antechrift werd marterer machen und gelt außge- 30
ben, daß man die martert die das wort gotes predigen und
nit an in glauben wellen.
Hans Toll
Ich habs auch alfo gebort, nun zfim uechften wenn ich mer
zum lefen gan, fo wil ich dirs fagen. .i>
Claus Lamp
Lieber herzgefell, ich wil all fachen laßen anftan und aui*
fein, ich fich wol, was darauß wil werden, ich üch wol,
134
wil ich feiig werden, fo mSß ich wider zä dem rechten
glauben komen, darvon uns der Antechriß und fein ge-
fchlecht gefuert hat on zweifei.
Claus Lamp
5 Got geh dir ain gut nacht!
Hans Toll
Got geh dir zwd. fchau, vergiß nit was ich dir gefagt hab!
Claus Lainp
Mein lebtag nimmer mer.
XVI.
Am SCHÖNER DIALOGUS
ZWISCHEN
AIM PFARRER UND AlM SCHÜLTHAISZ
BETREFFEND ALLEN ÜBEL STAND
DER GAISTLICHEN UND BÖS HANDLUNG
DER WELTLICHEN
ALLES MIT GEIZI6KAIT BELADEN.
Schulthaiß
Herr pfa^er, bona dies! feind wilkum ins wirthaus! wo
her kreu^rir? was fagt ir neuwer mär was iez verbanden
ift? fagt mir etwas, da bit ich euch amb!
Pfarrer^
Lieber fchulthaiß, ich kum erft von Hagnau und hab vil
feltfamer mär gehört, befonder fagt man vil vom Türken,
auch vom herzog von Geller, wie im der künig von Frank-
reich wol woU, auch vil vom Welfchland zwifchen bapß
und Mantau und der gleich vil.
Schulthaiß
Was hört ir dan vom Luther, fo iez zä Worms gewefen ift?
Pfarrer
Was gat midi der münich an! er ift ain ketzer, er redt
und fchreibt widern glauben, warlich er wirt fein Ion fin-
den, den er verdient hat und alle die im anhangent.
w
Jr
186
Scbulthaiß
Warumb, herr pfarrer? nun hat er doch gflt und chriAen-
. - lieh ding gelert und gefchriben, das dem glauben nicht ab-
. nimbt. er macht in wol gut und vergründt all fein gefcbrift
ft in rechtem ^Iwben und auß den hailigen ewangelien und
, auß fant Pauls leer und|fuert uns aüß vil Ihicken, die uns
, , / >' '''2^ die gaifilichen- lang her gelegt hond umb gelte und gfits
/wvA'l^ ^.* . i^^ willen, /dar zu hat er uns erß ain gäten rechten verftand
'' . l' "^'^ . in^dem hailigen gebet des vater unfer gelert, das er in aim
iM ^ -tfl^^uchlein fo fchön erklert hat, des fich ain ietlich chriften-
'yA ^'^* menfch freu wen fol, wertes liß, als mir es dann mein fchft-
1er fo gar hübfch gelefen hat« / dar zfi hat er uns auch leren
recht und gr&ntlich beichten mit aim . kurzj^n fchonen begriff
und uns auß vil irfal entlediget und OAfl. ^ebot gots tII rin-
ift ger angezaigt, das ir pfaffen all uns vomn fo gar fchwar
gemacht hond. ^ x^j^^ixaä. to Ky^4KM^^
^f.\, Pfarrer ' u ^^
Wie kan das fein? was von dem bapft und von den feinen
vorfaren gemacht iß, ift gut und gerecht; was aber Luther
10 fchreibt, ift wider die chrißenlich kirch und wider die gaiß«
liehen recht. , .i
M Scbulthaiß
Wer ift die chriftenlich kirch?
Pfarrer
9» Habt ir es nit oft von mir an der predig gehört? der bapft
und feine cardinal^ all bifchof und prelaten«
;^ ' Schulthaiß
. • -^ Solt dann der bapft und difer anhang die chriftenlich kirch
JGein? das glaub ich nicht, fo lagt man^ er fetz felbs das
80 gaüUich recht» das mag er machen wie er wil: ich forg,
• ^^es ftand wenig aiiß dem gefatz gottes dar in) als ioh dann
• bor da haim von meinem fchfiler, der mir die bauren mit
t kreiden an der wend an fchreibt dton wann die chriften-
lich kirch alain an im und feinem anbang ft&nd, fo hct wir
si armen chriften.^in verloren fpil. kan \ler bapft und die fel-
bigen nit auch irren und funden , fo maip on des nit vil gAts
von in lagt? was fol ich dann gfits von in gedenken?
bort ir nit was doctor Martin Luther v^n in allen fchreibt,
^.^Mcf'
137 -<5'.H.-^
-^^^^'
r
WB8 großer bofer ftuck fi handlen und thänd z& Korn mit , ^ /\
pfiründen kaufen und verkaufen, taufchen, verwechilen, dar \' /^«<.>-
▼on nemen und nit . befitzen noch yerdienen und des dings d/^-^^ ^'f^ ^^y
vil, wie fi auch durch die faßen und alle zeit flaifch eßen ^^'^^'^ ' <^ < >
und uns alle ding verbietent, und wie fi mit fcbantlichen 5
dingen überladen feind. . dar z& iß; aU ir ding auf das g^t • * --* * •
▼on uns mit haujen^^y fordern gericht. z& difem allem fo
fiGE^ich hie im Teutfchland von den bei uns wonent auch
nit vil g&ts, dann daß fi mit großer herfchaft und fili aer ,,.. /
pfranden vil unnütz brachts halten, mit großem gebreng to
der klaider von allerlai fort, feiden rock und überigem gwant
und kleinat Ton golt und anderem geziert, una dttf iyeltli>
ohfisn fffrftffli Bfld fl^"^-^" ^Mxv^ das folleut unfer prelaten,
fekrager und förbitter fein, fi bekümmert nit wie Paulus
''^' z& den Römern am XII fpricht 'fuerent gut wandet vor got t^^
und den menfehen.^ und daß ichs baß bellat, fo bin ich
iez am ollertag zft Straßburg gewefen: da lach ich ain ge-
brenk und hoffart under den pfaffen in der kirchen und auf
der firaß und wenig andacht darbe|, daß mich erbarmet,
daß fi fo vU rent und gült fo üEel verzerent fi haben vil so
knecht, fchreiber und buben, das in dient und nach gat on
das fi in iren hofen nerent von liederlichen weiber, kuppler '^-
und fch^lksnarren, des gleich vil überiger rofs und der hund,
federfpil, das ifi ir liberei, und bftcher, darin laudieren fi
(furwar fpotlich ift es zfi fagen), und z& dem allem fo flei- »
ßent fi fich fo groß tagleiften gen Rom umb prelaturen,
pfarren und der gleich, *|^ ^ft1lA"<* *^^%>?^h J^bfiti. auch
b^^abt man iez kinder in der wiegen und rotzig b&ben mit
großen pfiünden. die. felbigen nimpt man in der jugent, fo
kain Vernunft da ift, enzuckt fi got dem herrn und fohenkt ao
fi dem teufeL warumb gefchichts aber? ir elter br&der und
fireund nerent fi mit in, haben ain auf und zfi reiten und
gont z& in. alfo werdent die gotsgaben verzert,,.upd wann
ichs reden dorft, fo thönd fi all mit in den bettel freßen.
da Celbfl; fol der ainer fo vil verdienen von fili der pfrun- u . , . •
den, großen gotsgaben, Idar binder weder kunftg^ verfland und ^^ ^ .
kain gefchicklich^^APch andacht iß (da mit dann die ab-
geilorbnen ßifter getroft und gegen got erbeten oder die ^
138
armen menfcben gefpeift folten werden), nur alain betrach-
tung zfi wolluft in allem übeL merken! darnach auf die
\ mindern pfaffen, als vicarien, caplön, helfer oder pfarrer
auf den ßiften oder fünft, was erberkait und andacbt bei
» etlichen und der merer tail ßch halten th& in kirchen oder
^ auf den ftraßen , des geleichen ir kunft und gefchicklichait.
\^^^y/(^^nn was li in den kirchen thfin, es fei auf lüften, pfarren
jj^^'S. ' I oder in klöfiern, [das gefcbifbt. Alfl^^n j^rch betrachtung des
. ^ V vi '^^ ^^geiziy* man findt iez wol etlichen pfaffen in amer kirchen,
} ^X^*^ '^ wann er ain altar zfi ainer mefs thfit beraiten, fo berait er
^ mer dann ain fiund dar an und macht ain gebrenk vor als
;J woll er gauklen. befonder auch fo beklait und ziert er die
'.''';;.vcc, > hülzin und gemalte götzen auf dem altar umb geiz willen,
wt^^ioamit die felbigen vom ainfeltigen volk angebeten und geert
I '^ ^i» werden: das dann got hoch verbeut durch deu-^jropheten
Baruch am VI capitel. da fpricht got *die üollent werden
^ gefchänt,' die folch hülzin gmalte oder filberin bildnus an-
beten.* auch verbeut got, folichs dem volk nit zu offen-
baren, für oder neben got an zS beten oder kaine liechter
10 oder laternen für z& henken., ^ber iez die pfaffen und mü-
nich die laßens als durch hin gan und raizen dßs volk dar
. i zu alain von des fchantlichen geiz willen, fach ' ainer auf
^^^ in klöilem, wie fi mit aim häufen zedel zu verkünden auf
die kanzel llond und wißen daß es wider got ift, befunder
9ft wa es den bofen geiz antrifft. /wa aber foliches antraf die
' ' ' werk der barmherzigkeit, die menfchen fiir ain ander zä
bitten oder für die armen z& erneren, das wer ain gfit werkrj
dann wann folich prediger fleißig betrachten thaten^und
hielten die hailig weißagung Malachie am andern capitel,
so da fpricht der herr *o ir priefter, ob ir nit wölt geben glori
meinem namen, ich wird euch verfl&chen euwer gefegnungen:
wann die lefzen des priefters behueten die weishait, dann
ain folicher ift ain engel des herren. aber ir feind gewi-
chen von dem wege und haben manigen geergert in der ee,
u ir habt eitel gemacht das gelüpt Levi.* folichs ift kain be-
trachtung bei euch, dann wann ain folicher den hals fur-
flreckt, es fei kir weich oder fünft, fo ficht er fich umb wie
ain Vogler dem die vogel einfitzen (oUent, oder gat vor umh
(^
von aim zäm andern, äs woU er z&m danz laden, ob im
iendert z& opfern werd, oder hat etwan zwaien oder
dreien ain mefs verrprpchen, nimpt von iedem gelt, als fei
die mefs alain fein, ^vernimpt er dann ain prefenz in der
kirch, fo lauft er in kor hin zfi, fielt ficbi in ain ßfil und s
krumpt üch wie ain fackpfeifer, treibt. mcht dann unnütz *^#
gefchwetz, nimbt die prefenz ein und fprech' der feel nit ain
vater unfernach, wirft fich umb, lauft z&rkirchtür hin auß,
den UQchlten feim haus ztf. fo kumpt im fein kochin entge-
gen, ^^die beficht im den^prunei^'im feckelJ Ip, hat er dar- lo
nach der kirchen gnfig : denn fo Hellt er fich für die krom- * ' *'
laden, da ßudiert er alle menfchen auß, wer auf und nider
gat oder fetzt fich ainer ins weinhaus, wa er feins fSgs
findt, da lernt er rechnen uiid münz kennen auf der karten
oder Würfel, leut man dann z& vigilg, trägt es nit vil, fo »
bleibt er fitzen, trägt es aber etwas gäts, fo lauft er fluchs' '
in die kirchen wie ain wolf in fchafßal. fo bald er die pre- ^
fenz ergreift, Kozapft er Öch b^d wider darvon deii'^imch-
ften wider z& feinen künden ^**den bringt er ein neus gelt-
lin, da betet er die vigilg felb viert, fitzt darnach, füllt so "
fich biß mittemacht daß man in haim fdiren maß : am mor-
gen ficht er wie ain abgellochner kalbskopf. ift dann fünft
ain ander fo erber, der folichs nit thut und bleibt da haim,
fo hat er fünft ain kirchtag mit feiner (Sreirträüten. die ift '' ^<
herr im haus, jgat zfi kirchen und ftraß her brangen^ .als as
ob fi ifiönfrauw nchterin fei. wm ß nit k^nt, derhara für
erber, fo fi fchon darvor vil ftäll durcbloffen hat die ift ge-
fchickt zfi gaißlichait, der pfründ gfit und gült zfi verzeren.
/loUchs ift dann euwer aller arbeit, fchau dann ainer, wie ir
fo erber ains tails geklaidt da her gond mit außgefchnitten au
Tchfichen und lappeten baretten wie die landsknecht^^/' iner
wil ich euch fagen. als ich kürzlich von gefchäft wegen zfi
Worms gewefen bin, da hab ich vil feltfamer wunder gfehen
mit großem gebrenk der gaiftlichen, des gleich von unzim-
lichem freßen und z&trinken an iren hofen, das mich war- s»
lieh zu grob gedaucht' fo hab ich gehört, daß die Romer,
fo da gelegen find, die ganz faften flaifch geßen habent, und p y^^
gebietent doch uns zfi faften und 51 und anders eßen. warumb
140
ift es uns verboten, daß wir es ains tails mit gelt von in
kaufen m&ßen? alfo macht man uns z& narren. lolicbs und
der gleichen treibent iez die gaiftlichen. fol das die chri-
^ftenlich kirch fein, fo haben wir ain rdtTame kirch überku-
, s men. .dijß als ßraft der Luther warlidi meins bedunkens
'^..^Mr^^^iihTwiC^"'^
'^ : ^ Pfarrer
. , u^*^;^Ach lieber fchulthaiß, ir thänt im zu viL ir folt nit alfo re-
.' \^^c^^* ^ 'den: ir verllonds nit man hat euch etwan auß neid alfo
^^ . * 10 von in gelagt, fo glaubt ir leichtlich.
Schulthaiß
'^' Wie maint ir ob ich zä bald gelaub, fo fragent den frumen
^y{:V^ ' . (^ Pafquillum von Rom, wie es da felbft zfigang, und herr
fy.'M'' Ulrich von Hütten: den felbigen glaub ich woL auch waiß
tft der SixQQp. Hels wol darvon z& fagen, wann er es dorfte
thün und er nit des bapfis diener war. fo hab ich folchs
iez zu Worms felbs gefechen, fo waiß ich wol wie es zu
Straßburg und Speir auf beiden ßiften zägat* fo hör ich,
es fei auf andern ftiften überal auch alfo, daß nit wunder
10 wer, daß ß uns mit irem böfen leben aberglaubig mechten.
Pfarrer
V ^ Und wann in gleich alfo wer, fo band ir oder kain lai fi
/ umb folchs z& lb'afen,^dann got fpricht Matthei am XXIII
rbapitel 'ir lolt nit nach iren werken, befunder nach iren wor-
4.ten thän.*
Schulthaiß
Sei ft niemant (trafen? mein fchfiler lagt mir nähermals, es
ftand Mathei am XVIII gefchriben 'fandet oder irret dein
br&der,~Tb Araf in. nimpt ers nit an, fo nim noch zwen
ao zfi dir. hilfts nit, verklag in vor der gemain.* Itraft doch
; . laut Pauls Petrum ad Qalatas am andern capitel als ain irrigen
' etc. dann wann euwer leer kain nütz ift und daß ir ander
ding fagent dann die recht gots leer iß und uns vil an die
^y-' -gots leer wend henken, wem fol man dann Volgen? dann
36 als ich von meim fckuler bericht bin, fo Hat Mathei am
fünften 'nit ain fpitzli aina buchftaben fol z& dem gebot gots
zu oder abgon oder gethon werden.' mer in Apocalypfi ftat
../-''
141
n<' < ^^j 1
am letßeii capitel *der ift fiUig der da behAt die wort der
wcißagung difs bficbs.'
Pfarrer
.^ Ei, lieber fcbulthaiß, der fcbfiler verftats nit. laßt in nacb
^_partegen goni wißent ir mt,Ldaß dife unfer obem und 5/
gailUicben nit z& firafen feind und. haben den gewalt yps i>n«.«w
gQt? fragent euwem fchfiler, ob er nit wiß, was Pralus z&J^^^*
den Römern am XIII lagt 'wer dem gewalt wider ftat, ^^^^''/( '^.,'
wider Hat got.* n ^> ''^^ '
Schulthaiß , ■ . ,^ • 10
lieber, lagts toI hin anßl ftat nit hernach 'der gewalt tragt
das Waffen nit nmb fünft*? da maint er das fchwert des weit* y y*'- ^
liehen gewalts. auch mer ftat her nach *dem felbigen gebt' ;^rVl/<
auch den zins oder den zol oder die eer.' oder wen maint ./ ^ ^ /'c <
ir, den got oder fant Pauls anders gemaint hab? u
Pfarrer
Den bapft, cardinäl, all bifchof, prelaten und pfarrer. urfach
daß ir uns fchuldig feind. zA opfern , zehenden zft geben,
beichtgelt, taufgelt, facramentgelt und des mer on not hie
zfi fagen. so
Schulthaiß ^
Warumb hat dann got der herr S^fi|K^^^9 ^^ ^^® j^™* "^/^^^\ ,^
ger fragten, welcher under in der^mer^Tolt fein, do gab ^' ''. y\
er in antwurt, welicher der merer wollTei^, der foll der ander > ' ^
aUer diener fein, er wolt ir kainen in funderhait ernennen, m^
er hieß fi fall gele^ predigen, auflofen und binden, ich
waiß wol daä'ir viTbegerend, auch nemen und haben wend
das weder recht noch zimlich ift. wo her ift man euch '
ßlichs alles fchuldig, daß man euch fol fo vil^brot und
wein, fchmalz, mel und aier und gelt opfern, ^as ir mit w
euwem bolftermfimen yerfreßent/ wißt ir auch daß lolichs
Opfer am almißfen ift ? Und wo (fie menfchen auß andacht on
' bezwungen das her trüegent, fo^ hört es armen leuten und
nit euch, wie dann bei der erßen kirchen der brauch gewe- J * '^
fen ift, ^fo habt irs zu euch gezogen, (o kumpt ir mit dem ss ' '
zehenden, da wolt ir uns gar mit fchinden, es fei von kom, ^'^ *
aUerlai traid, kelber, immen, fchaf oder lemmer, ops und
^es, nichts kan vor euch auf kumen. wammb forderent ir
•^ P\>^^ 142 ^- •"' .,^-^^
^ v^ ^^ nit auch von neuw gebomen kinder? fo mecbten wir äüj ku-
men, fo hülft ir uns auch die felbigen erziehen: dann [was
die felbigen follend eßen, m^ß^^wir euch geben, zaigrmir
Ji/fr^^^'C^C.>'^ ^^^'^^^ wo bats got euch alfo zö geben bevolhan? und darzfi fo
^ ^ußL^ * ^^^^ ^ ^^^^ ^" *^'^" dingen ftfii^welt fein, ^keinem weltlichen
r^ f J C^wolLnifiHtq ^Ti gfihft"^ euch benögt nit, fo ir fchon in
y etlichen reichsßetten ßeurfirei, wacht und ungelt frei und
,. f wol verwart fitzt, ir woltent gern grund und boden, tum
^""^ und tor darzfi haben. /(wolt doch got der herr auch dena
10 weltlichen gewalt auf erden :apderthanig fein, do er z& Pe-
^,cM^ tro fagt *gang ans merl den erften fifch'den du faheft,^ä
find ain pfening bei: den gib für mich und dichP er hat
nit gehaißen den prieAem oder ^eichfner geben, er maint
den kaifer und weltlich gewalt //mer fo bor ich von meim
lA fch&ler (dann was ich red, kumpt auß meim fchuler, ich kan
\ weder fchreiben noch lefen), der felb fpricht, es ftand Ma-
^;( u ^h§i am X capitel, got fpricht zu den apofteln und zd euch
jpfaffen allen 'predigent des himelreichs zfinahungl heilent
"^l^"^^ kranken! erkückent die toten! reini^ent die außetzigenl
A.^^",!^^ 80 vergeben habt irs empfangen, vergeben folt irs außgeben.];?^
v^4,t' nit wolt befitzen gold oder filber!*l/mer miSß ich euch wei-^ '^'^'
. ,[ ■-'•'' ter von gwalt fragen nach euwerm gedunken. welche mainenff' ''
ir die den rechten gwalt tragent , die gaifllichen oder
weltlichen?
85 Pfarrer
Die gaiftlichen tragent in. dann wann man uns nit gibt
das uns zu gebort, darvon ir uns nit reden werdt, fo ha-
i^ ben wir den rechten gewalt des bans.
Schulthaiß
30 Sol das euwerfchwert oder wafFen fein, warumb wert ir nit
dem Türken mit euwerem fchwert? fo nem er nit fo vil
chriftenlicher land ein. ich frag euch, wer iß die recht
oberkait, bapft oder kaifer?
Pfarrer
ift Der bapß: dann er fol den kaifer krönen und der kaifer den
bapß nit.
Schulthaiß
Solt darumb, der bapß ob dem kaifer fein? da fag ich;naini
143 ioo^-'-'^ \ r<^^-
XU. fo wer oft ain pfarrer gewaltig über fein lehenberren
der pfarr« dann die krön gehört gpt zfi als am ietlich kir-
eben bailtum oder klainat und ifl; der bapft gottes und der '
kirchen diener und knecht. alfo feind all pfaffen unfer diener,
fQ„wir e.twa8 Ton der kirchen begeren umb gottes Ordnung and s
notturft willen, und foUent ir uns das umb fünft geben, "^
wie ir vor gehört hond. dann folt ain pfarrer ob uns im
dorf fein, fo m&ften wir im raitung iunb alle ding thon und
nichts on in handien: da wirt lang nichts anß. ich wird
auch bericht von meim fch&ler, daß da gefchriben Aand lo
Petri die erft epiftel das ander capitel 'ir^feind alle ain.Jui*
nigjinliA _pn^nr><>rfAl^i^ft ■ feind underthänig aller menfchlichen
gefchopft umb gots willen, es fei dem künig als dem vor- ^ ■ -<:
geer, es fei den herzogen als den gefanten von im, dann ' ;'
es ift der will gots/ warumb hat er nit nach euwer mainung isi t ^<
gefprochen 'dem bapft als dem vorgeer und den legaten und < ^ ^
bifchofen als den gefanten.' er hat euwer nie gedacht ir
koment oft, fo niemant nach euch fchickt. do hört man
wol daß der kaifer mer ift dann der bapft. mein fchäler
fagt, es ßand Pauli z& den Römern die erft epiftel das so (?^^
XII capitel 'ir folt gfit wandel fueren und vorbilt nit alain /> ^^
vor got, befunder auch vor den menfchen, euch nit gleichen ^.
difer weit* etc. wo wirt folichs gehalten? ir vermaint des ^ '^
kaifers und aller weit gewalt bei euch auch habende zwar
ich i^cb..nit anderft dann daß ir fchon darnach greift und 35
wol biubs bei euch habt ir richtent all krieg, bl&t ver-
gießen und all hadcr auf bei kaifer, künig, furften und herrn^ (.v .%
IT m&ßt in allem fpil fein, was maint ir daß euwer gewalt.
und ampt fei, wann ir es recht halten wolt, es fei bapft,
cardinäl, bifchof, prelaten und pfarrer und alle gaiftlich, umb so
euwere pfründen zii verdienen, das euch als ain almufen ge-
ftift und verordnet ift? nichts anders dann ernftlich und an-
dachtiklich beten und predigen und euch alain mit got und
der gefchrift gots nach arbeiten, maint ir, man geb euchs
von euwers bübfchen hars willen? as
Pfarrer
Mun was gat euch dann in der kirchen ab? wir haben
taglich mefs , fo helt man in all ftiften die ßbcn zeit ordenlich,
144
fo werdt ir alle zeit Terfehen mit den faeramenteii, mit
predigen, mit taufen und was ir von befinknus bedurft.
Schulthaiß
Wie werd wir verleben I ir babt Tor gebort, daß irs umb
6 fünft tbon folt, fo babt ir liberal groß zins und gfilt darauf
geletzt und kan eucb niemant erfüllen, dann fo iemant etwan
/ains feiner verwanten oder fünft zä befingen laßen wil, es
fei mit vigilg, befinknus], fibent, dreißgaft oder jarzeit, was
des ift, fo babt ir ain fölich wochenmarkt darauß gemacht
10 mit dem auflcblag, es fei auf dife vorgemelte ftuck oder auf
waebs, glockengelt und was des ift, mit fampt dem opfer,
^ daß manidier armer kaum zfi bezalen fo yfl hat und fein
IC >vJ^^B^^^ ^^^^ ^^ ^ ^^ darumb verkaufen und verfetzen
i V
mfiß. folt ir dann aim kranken das hailig facrament oder
15 die hailigen Ölung zd haus tragen, fo habt ir fo vil auf-
fchleg darauf gemacht: ee dann ir.ain pfening aim armen
nach ließt, ir truegt im ee ain p&nt auß dem haus, das
r ,1 *Pi ihaißt die fchafle treulich verfehen. wie gelebt ir fofchon^es
beveih Chrifti (Petri die erft epiftel das, letft capitd) *f&erent
M die närt gots die da ift under euch, furfeclbent fi nit bezwun-
^|)^»ouv^ * geUch aber williklioh nach got, nit umb willen ains fchnö-
. . ^»»^^Ä^n gewins.' auch fo merkt ir darbei, daß ir uns in der
beicfat nit befchweren und über nnfer gewißne nit ergraben
foh von euch felber, das dann raft euwer brauch ift.
M Pfarrer
^'\^.. .. 'Lieber fcbulthaiß, es hat gar kain geftalt foHch red von
euch, folt kainer umb fein arbait nichts haben, wo wolt
i ' * wir von leben?
Schulthaiß
M Vom corpus der pfrunden.
Pfarrer
Wie kan ieglicher vom corpus gnfig haben! man findt der
mertail pfriind die groß abzins mueßen geben dem rechten
pfarrer z& Rom, Straßburg oder anders wo, wa fi dann ir
15 wonung haben: wann die rechten pfarrer feind nit all zfi
priefter geweicht, fi hond nur ain fchein. (Paulus zu Ti-
motheo II epiftel III capitel.) auch fo haben ain tail weih
und Und. fo feind ain tail fo unglert, daß fi nit ain dominus
145
vobiscum kandeii verfton. £o Teind ain tail der kardinal und ^^"-"^^ /. ^'
biTcbof kamerdien^. '^ la^^^U^^*^^ \y-;^ - .
Schulthaiß
Wer leicht dann fölichen gotzen die pfrunden? ^
Pfarrer ^
Der bapß und die cardinäl und ander bifchof und prelaten.
und warumb nit?
Schulthaiß
Ja nun merk ich erft, wannen her die überig fchatzung hie
▼or gemelt enlTpringt, dann wie im fei, daß es nur über lo
die armen zä fchinden erdacht fei, iß das war daß man die
pfrunden fölichen ßocknarren leicht, die fie nit verdienent — <-
oder verdienen künden. vil^W^ger wers, es wurd ainer ain
Idb^irt dann ain feelverforger. dann Chrülus hat nit umb /^/..,\
fünft zfi Petro gefprochen drei mal *Petre, haftu mich lieb? is c/-t.,.
fo waidne meine fchäfleiur^ wann er die liebe nit hat, die
Petrus bat gehabt zu dem herren, und nit gelert ift, fo ift
es verlorn, fo waiß ich ain göte ärznei darzä. welcher ' '
nichts kan und nit gefchickt zu priefter iß, dem nem man
die pfiründen und jag in auß dem land oder zwing in zu 90 / — ;j ^
arbaiten.^und funß welicher mer dann ain pfiründ hat, dem
nem iie ^n lantfurft oder herr/ und tail fi under arm gelei^jk
pfaffen und laß fürbaß kain auf ain p^ünd zfi Rom belehe-
nen und verleihents die furßen'furnin felbs^, fa^.wficdßa
die armen leut freier undunb^^fohfitzt. dann' es ßat manicher ss
olgotz auf die kanzel und wil den Luther mit feinen guten
b&cher außricbten und vermaint, er woll mit feinem klaffen
uns all erfchrecken vons Luthers leer z& fallen, dar 'dem
frumen Luther jit kynd ain fchächriemen auflofen. und wel« •
lent dannocht etlich Lezeltia& haißen, das iß ain brot we- so
der faur noch lüß, umb der kindlinstag iß es wert und
feind etlich gät magißer im Weinglas, zwar fi gewinnend nit vil
an fölichem predigen, dann wann man darnach auf dei^ platzen
oder in den bedern zälamen kumpt und fölichs von iu z&
red wirt, fo fpricht man *ei wie hat lieh difer pfarrer oder 35,
jener münch fo waidlich umb die narrenkappen gerißenT '
^fo knmpt^ir -g^oße- kunß an tag': da gewint er dann gro-
ßen gunß und lob. dann er maint, fo im iemant in der
10
r
146
kirclicn wider fpricht, fo ftand fein fach wol. wann er aber
im weinhaus, auf dem blatz oder im bad darbei war, fo
horte er g&t fproUen.
Pfarrer
h Ach, lieber fchulthaiß, ir treibend feltfame wort warumb
^^ . ./ wolt man uns unfern lang hergebrachten brauch fchwechen?
/^^.^^grwJvöfe wöll got nit! der ket^erifch munich, der Luther, oder
^"^ i V^eJSP*^^* ^^^^ darzS nit bringen.
4 a W-'^ ^^^^^ ^ Schulthaiß
10 Wie haißt ir in ein ketzer? da laßt warlich von oderir werdt
bei dem har im hof umb zogen, das fag ich euch zA: er ift
■^ '^ frum und gerecht,' thut nichts umb gelt, /hat im doch der
bapß ain bistum wollen geben, daß er nit mer wider in
fchreib. das hat er nit wollen thon. wil ee arm fein, ee
15 daß er die warhait gots wöll verlaßen.
Pfarrer
Ich fag euch, lieber fchulthaiß, th&nd gemach! ich bin ain
geweicht man: vergächt euch niti
Schulthaiß
20 Was gat mich euwer weihe an. ir pfaffen bochent aUweg
auf euwer weihe und haben uns biß her oft groß geplagt fo
ainer ain pfaffen ain wenig gefchlagen hat, fo hat er mit
großer miie und fchwären koftnng kaum mögen Ton euch
V ..V- komen.Mr habt uns geplagt und genöt mit dem bau: fchaut,
^v;:^ 25 aber gebt uns urfach mit mätwiUen, als vor oft gefchehen
. , ^A ift, ob ir uns mer mügen mit dem ban alfo erfchrecken.
wir wißeud iez auch was der ban ift dann wann etwan
ain böfer pfaff ainem fo groß urfach geben hat, darumb er
zd tot gefchlagen worden iß, fo habt ir interdikt gehalten
to und von ains toten böfen pfaffen wegen vil g&ter (aliger.
meffen under laßen gon, habt uns biß her mit euwern karak^
f teren alfo ab gefchreckt, als ob ir beßer chriften ßUent fein
/ und die hailigkait der chriftenlichen kirchen alain an euch
{^lige. nun warumb acht ir nit auch hoch, wann fünft ain
S5 chriftenmenfch zfi tot gefchlagen worden ift? darzö wer
helt über die pfaffen interdikt, die im krieg erfchlagen und
erfchoßen werdent? ir gebt oft fo große urfach Jarzfi mit
böfen Worten und werken, auch mit mfitwiU zu nacht auf
der ftraßen oder gaßen, mit Unzucht, mit geplärr, mit ver
147
kerteo kleidung oder wer, daß ee oft billich gefchehen folt.
und fo ir dann auf euwer hailigkait fo vil fchatzt^ fo folt ir ^^^'^"^
nit fo vil mfitwill mit böfea worten und werken treiben und ^^^c ., i
uns nit urfacb zu feintfchaft an eucb geben, maint ir nit,^
ob wir auch als gut chrilten feind, als ir habt vor gebort, i
daß got fpricht das ander capitel Petri 'ir find alle ain kü*- ß<-i.^<i^
niglicbe priefterfchaft.' er f&nderet kain chrillenmenfchen ^
auß. auch fagt mir mein fchfiier, daß da ßand Paulus zfi
den Ephefiem am vierten capitel 'find forgfam zfi beh&ten
die auugkait des gaiJds in dem band des frids, ain leib, ain lu
gaift, ain herr, ain glaub, ain tauf, ain ^ot. wann unfer
ietlidiem iß die gnad nac&^^^maid''ünd'gabclir]fti geben.'
da merkt auf, pfarrerl er lundert kain vor dem andern ^ '^
und macht auch kaiuen hailiger dann den andern , er ^^ ''^
fibe es dann mit rechtem j;lauben und gfiten werken, is
auch lagt ir, der Luther fei ain ketzer. fo fag ich, ir feind
der merer tail felb ketzer. daß das war fei. fo prediireut ' , , ^
ir uns nichts rechts dann menlchen tading a^ AnJtotejQg ^..^
und der gleich haidnifche bücher. wann ir fchon das evan-
geiium ain wenig überlaufcnt, fo iß die überig predig dar- »)
nach von kirchtagen verkünden, von banbriefen und zehen-
den zfi lamlen und an die kirchenbau zu geben, die vor fo
«vol feind, und wie man nit fu^ got mit leren bänden loU
komen. was feind aber die felbigen gäben, die got maint?
der glaub, hoffnung und liebe, darauß wölt ir gelt und 2.s
opfer machen, auch weiter fo kumpt dann etwan ain bettel-
m&nich, der macht uns ain plamär vor von feltfam hail-
tnmb und großem ablaß. da helft ir dann zfi, dann euch
^wirt euwer tail auch darvon. da fchindt man uns umb
gelt, kes und flachs, alfo m&ß wir arm fein, volgent aber «o
gair die^auren ain mal, fo wöl wir lie zfim dorf auß jagen,
daß in die feck enpfalTent, daß uns kainer mer darein kumpt.
dann fie liegent was fie uns vorfagent. fi fagent oft, wann
es in Zentonofelle Mnd, fo wer es fpotlich gnug. dar zä
wer waißt was fi in unfern heufern fuchent , wann wir bau- 35
ren nit da haim feind. danimb ich aberfprich, daß ir mer
ketzerifcb feind dann chrilUicher werk vol. fo fag ich auch,
daß ir uns oft und der mer tail von dingen her lagt und
10*
<- 148
/.<-
das felb au das evangdium und gots wort an henkt, das
. ' ' gar nit dar zu gehört und widerwertig iH, und hör auch von
^ '- ^ ^ jneim fch&ler Tagen, daß da ftand Mittbei am fünften ca-
pitel, wie vor gemelt iß, 'nit ain fpitzlin von aim b&chfta-
h ben Fol von dem gefatz gots nit ab oder zfi gon.^ des glei-
chen fagt er, daß in Deiiteronomium am XXVUI capitel
^y ftand 'ir folt euch nit von dem gefatz gots wenden weder
xA^\^ i "ZU der gerechten oder z& der glinken', mer daß auch ftand
/ ): t^^ . ^^ Paulus ad Galatas im erßen capitel 'ob ain engel von hi-
v>^ 10 mel kem der anderft leret dann die leer Chrifti, das fol
yJ^^' ▼«rflucht fein* , mer weiter Ezechielis am XVIII capitel
^Y X 'welcher behüet mein gebot und bereuet fein fund und helt
r' ',, -^'' die werk der barmherzigkait, der wirt nit fterben des ewi-'
^ *. gen tods/ des dings ift vil daß lolichs (als ich von meim
15 fchiüer höre) angezaigt wirt^ und auch fo hör ich fagen,
daß da ftand Efaie am XXIX capitel, daß got der herr
des menfchen gefetz neben feinem gefats: nit haben wil, des
gleichen auch Jeremie am XVII, da vermaledeit got alle
die von feiner leer auf menfchen gefetz fich verlaßent.
20 fölichs alles nempt zu herzen, lieber pfarrer, und brauchen
nur das evangelium und die. guten leer die daran hangent
und nit weiter und laßt den frumen doctor Luther, der dann
folich misbrauch, fchinderei und menfchen gefatz, das ir all
predigent, für fich genomen, furhin ou gefcholten, wölt ir
94 anderQ; gfit bauren haben.
; . ^*^' ' Pfarrer
:/^^\^ ' Lieber fchultbaiß,. fo der Luther alain den bapft mit den
^.' ^']^S\'^ gaiftlichen für fich gefiomen hat, warumb nimpt er auch nit
^'^ ' * für fich euch weltlichen? ir fecht daß alle boshait under
so euch auf geftanden ift. von erft von der rauberei auf der
ftraß. da ift niemant ficher. für das ander fo ift «J[le Un-
ordnung in allen ämpter der herfchaften uud all hertigkait
über arm leut von euch allen, pflegcr, vögten, amptleut^,
fchulthaißen oder waiblen. wenn ain bauer.ain frevel verfeit
35 oder der herfchaft die gült nit auf iede ftund raicht, fo
fchindcn ir ip mit dem rechten oder blocken und turnen in.
fo dann ain baur abftirbt, er fei wie arm er wöU, er hab
verlaßen vil oder wenig linder, fo feind ir oder alle gewaltig
i f ^
149
amptleut hie und nement den fal mit gewalt und befunder '^"^^ ^t^,';
der herfchafb das beß rofs und euch amptleuten den
beAen rock, und wann nit mer da war, fo laßent ir
nichts da binden, und folt fchon weib und kind zäm bettel
komen und kain acker von in gebauwen werden« wa Hat ft
das felb gefchriben? , r ' j /
Schulthaiß " * ' ^
» 1 V ^ J '
Lieber pfarrer, das ift ain ander dingt fi fitzent auf der
herfchaft grund und boden und muß man 'fi bfchijtzen und
fchirmen uud mit trib iiniä trab und holz furfehen. und wann lo
wetter oder prunft in etwan fchaden thfit, fo thfit in die /
herfchaft un ablaßung der gült^ das. thond ir nit ir ließt -/
nit ain heller nach kainem armen, ob er fchon auf der gaßen
m&ft ligen«
Pfarrer is
Ich maß euch auch mer fagen. des gleichen fecht in ßeten,
was misbrauch ift in allen hendlen mit /kaufleuten , bofer ^
war, klainem gewicht, kurzer eleu und des dings viL des
geleichen iß betrug in allen [hantwerken , darvon fil zfi fa-
gen war: ($s bedörft alain ains großen bfichs, fo vil groß M
falfchait zu fchreiben», leder fteigt auf geitigkait, kein treuw
und glaub iß under in. auch ift betrug mit eßen, trinken,
Ton den maus kaufen muß: jiie wirt felfchent den wein mit
allerlai gemächt, mit waßer und andern bofen fiucken, das
brot ift klain, das zfim&s vermifcht, das gewürz oder fpe- is
cerei iß geferbt und vermängt, kainer bleibt von dem an-
dern unbetrogen. auch mer fo feind^die bauren foller bofer
liß mit was fie zfi markt fuerent, es fei körn, gerßen, ha-
bem, darin vil unflat, ßaub, trefls, wicken, raten, faß un-
lauter, des gleichen holz, außen fchon geladen, innen faul, so
krum und kurz, auch mer wie das heu und ßro fo fpotlich
betrogenlich geladen iß, es fchluff ain kfi hin durch: außen
hats ain fchcin, innen ißs mofig und rietig. bringt ainer
dann aier, fo feinds halber faul, ßinkent. des gleichen von
op8, pim, opfel, klain, ftainig, faul, hagelfchlechtig , wie»
folichs gefchicht von difem allem: und gibts doch all für ge-
lacht und gfit mit der zal hin. ißs nit auch fund? ißs nit
auch geiz? fpricht nit Paulus z& Timotheo am VI capitel
150
*es fol niemant neid, krieg, gotsleßrung in im haben, und Fol
niemant reichtumb, geitzigkait fachen: wer das thöt, feit in
den ftrick des teufeis/
Schulthaiß
.4^Ir habt vil gemelt, damit die weit befchwert ift, ie doch ift
,U'"^ die geijigkait von erA bei euch auf geAanden und bäfunder
,lt^ ' da Chrißus der herr die gierten auß dem tempel mit der
.t^pt^v«^ gaifel trib, als fi die tauben verkauften, die man in wider
'^jü^ opfern maß, und wie die wechller gelt außlihent den armen,
10 damit fi on gab nit auß dem tempel folten gon. da felb
ift euwer opfer und euwer geitigkait her komen, die ir noch
in der kirchen vermaint zfi haben, das als wider got ift. und
wil alfo fetzen, wir feind alle ain leib, gaiftlich und welt-
lich, Chrißus iß unfer haubt im himel: fo iß der bapß und
» ir all der gaißlichait nach mit predigen, beten, facrament
raichen des haupts knecht und diener. fo dann der ganz leib
i ' ' ' ' krank iä; und des haupts diener von der vemunft kiimen,
fo mfiß man der vemunft zfim erß^i helfen und fie erzneien,
/ fo werden die gelider auch darnach gefund. darumh hat
^liöctoT Luther an euch angefangen, dann ir IBlten die lerer
^^.- [' fein und wir volger, als Mathei am XXIII capitel ftat fo
X 1 ' ' . legt ir uns (wie da felb ßat) die bürde mit häufen auf den
rucken und riierent irs mit euwer band nit an. darzü £b
häufet und meret Qch euwer geitigkait ain tag und all tag.
MLwann fchon ain menfch in der wochen ßirbt, fo befingt ir
'' \i.''*' in nit biß an feirtag, fo vil leut zfim opfer kumpt in aUen
dorfern. /auch wann zwai in aim dorf mit tot abgond, fo
befingeni^ irs nit mit ain ander, funder nach ain ander, als
von des opfers wegen, auch iß ain folicher auffchlag in
so den dorfem mit dem opfer, mit mel, wein, aier, fchmalz:
das gebort dem mefner, das gehört meim herr pfarrer. Ida
her kumpts daß die pfafien nit künnen erfult werden. * das
macht des pfarrers putan, die muß vil mel und fchmalz diß
jar haben, darvon der arm pauersman maint, es m&ß alfo
, 85 geopfert werden, fo dann ir unfer felforger folten fein und
nit gefchicht, als nach bericht meins fchfilers gefcbriben
ftat Petri die II epißel das II capitel 'es werden kumen
fidfch Propheten, liigenhaftig maißer, und einfueren falfcfae
151 ^ , ■
leer der yerdamnus und haben geirrt*, J[o wol wir gli- / ^ }
der mit fleiß dem haupt helfen von erften und «Juwer feel
foirg tragen, wo mit aber? wir wollen die furilen und her-
fchaften '^ten und in darzü helfen /daß man euch die übe- /.
rigen pfrunden wider nem. 'ich muß herfur treten, umb gottes i
eer und namen willen auf mich laden feintfchaft aller men-
fcben% wie Chrilhis fprach zu feinen jungern 'es werden euch^^^.^ >>' -« <<
feind fein umb meine namen willen alle menfchen.* /hie mußen ' '- ^ ' ' ''
wir Täter, mäter und die beßen freund erzürnen, ^ie mfißen
wir (wie ich vor auch gemelt hab) ainem nit mer laßen
oder geben dann daß er ain rechte zimlicbe narung hab. fo lo
dürft ir kainer befchwernüs warten von überiger bofer wei-
her, die euch abziehent und euch z& nacht ungefchlafen le-
gen mit unrfiw des kriegs und haders, forg und angft für
weib undkind zu emeren, auch für überflüßigkeit, überig
ftark fpeis und trank, damit ir mit kainer krankhait, poda- 15
gram oder anderen, überfallen werdent. fo dann folichs ge-
fcbeclx, fo mocht ir der kirchen ruwig aiiß warten mit beten,
predigen, laudieren, metten, prim, terz, fext, non, vefper,
complet und alles rfiwig zil volbringen ^/ alfo würden ir an
leib und feel rfiwig und gefund. und fo folich arznei an euch m ^
frucht brecht, fo wurd uns darnach euwer leer baß zu herzen /
gon, fo wolt wir unö" treulich nach euch beßern. in folichen J
wurdtir in all weg entfchuldiget. wie gfiel euch folich felforg? ' |
Pfarrer
Ich fag euch alfo, ir feind nit gweicht, darzu und hört euch i^^ ^""' ^^
nit z&^uns z& ßrafen. der bapft und die bifchof und mani-t«
ger gelerter prelat und pfarrer habent fo vil geihidiert in allen
guten bfichern und gefchriften, daß fi und wir all wol wißent \
was wir thun foUen» iider aber^ euwer. neid alfo in die gaift-
Ushso^ geiiEachlea.^ und der fchantlich münch mit feim so
ketzerifchen fchreibei^euch zu lieb darzfi kumbt, fo maint.
^Li jr.wolt uns all freßen.
Schulthaiß
Ich fag euch, pfarrer, horent auf von difer ketzerei zd la-
gen, oder warlich ir werdt übel gerauft, ich fag euch nit »
mer. ir fagt von großen ßraichen und küniten , lo der bapß
iiüd ir all künt und gelernt habt, warumb band ir dann
AZ-i-'v/
^'^^^.
152
nit doctor Luther mit {difputieren iez zfi Wonns überwun-
den, da er lolichs Tor meniglichem begert hat und feiner
^ b&cher beßendig geweft? und wo loUchs gefohehen war,
hat er fich felbs wollen in die ßraf ergeben und all fein
5 ding widerrftfen. es hat aber niemant an in gewolt, habt
in alfo wider haim laßen ziehen, wie feind ir fo gelert, wie
, ir euch berftmpt? darumb bedürft ir nit Tagen, daß wir
vergeben neid zä euch tragen, dann alain umb euwer fpotltdi
unwefen, großen geiz uns zäfchinden und unergründte leer
10 uns vor zu fagen , auch bös exempel , fo uns Terfuerent.
darumb freilich wol war ift das III capitel Pauli zfi Timo-
/theo in der II epiftel 'fi haben ain fchein ains gailUichen
1^ lebens und lement ie mer und kument nit z& der warhait^
was fagt ir darzä, herr pfarrer?
u Pfarrer
Ich fag nichts darzfi. wann es alfo iß als ir fagt, daß der
Luther z& Worms erfchinen ift und fein ding alfo verant-
wurt und bei feiner gefchrift alfo beleiben wil und die alfo
zä probieren fich erbeut und im es niemant widerfechten
90 kan, fo wil ich auch für niemant mer fechten, wie es aim
andern gang, fo gang es mir auch, ich wil auch durch
(olichs furhin defter mer von im halten, ich wil euch auch
bitten, lieber fchulthaiJß und all ir nachbauren, hab ich zfi
vil geredt und widerfochten, ir wolt mirs verzeihen, dann
>s ich kan mit difem wol merken, daß der Luther yil yftlftrter
, ift dann der bapft, cardinäl, bifchof, prclaten, doctores,
« pfarrer, und pfaffen, fo fünft verbanden feind. dann was
ich da thon hab mit widerpart halten, darzü hat mich doc-
tor Murnar zu Straßburg gebracht der hat fich oft vil be-
po rfimbt und gefchriben wider den hochgelerten doctor Luther,
fo er aber nit gen Worms ift komen, darzu auch doctor
Eck von Ingelftat, der fich auch mit feiner bull vil berüempt
bat und befunder fo hab ich gehört, daß difer Eck mit
doctor Luther zfi Leipzik gedifputiert hab und hab ain große
»5 fau darvon getragen, ie doch was er zu Leipzig mit fpot
gelitten, hat er z& Neuburg ob Ingelftat mit fchoner hof-
zucht wider gebeßert, do er die großen kunft fand daß er
die heufer da felbs mit dem klafter abmeßen wolt und un«
153
^ ^-
derftfind fich zfi lernen auf dem köpf z& gon. darzd hat der
Kai^hans^en Mnrner auch fpotlich gnflg außgericht und
hat im auch recht gethon, da difer rolling fich auch under-
ftanden hat den Luther zfi ftrafen on kunft und Vernunft:
denn ich glaub, er wer beßer zu aim bengelprediger , dann 5
die hailig gfchrift zu widerfechten, dann er hat es vor wol
bewert, befunder da er für fich nam und auß feiner hochen •
fcbarpfen finnigen fpeculaz der weit z& fchoner andacht
ond underweifung herför gebracht hat die hoch ergründten
leer mit namen die narren bfchwerung/ die fchelmen zunft, 10
der Gret millerin jartag, auch den Ülenfpiegel und andre
fchone bftchle mer, darin er freilich wenig auß der bibel
alligiert. fo hat er auch nit vil weder kriiechifch noch kal-
deifcher fprach darzfi gebraucht, ich rechen wol, er hab
loliche hoche fpitzige kund zd Freiburg im faulen beiz er- is
fchnapt : ie doch fing er nach feins fchnabels art fo dann
der bapft fein kirch und hailigkait zfi befchirmen an die
tapfem leut henkt, darumb fo wil ich dem frumen Luther
auch z&fallen und wil auf dife blodrer all nichts mer halten,
wil mich auch fürbaß auf fein ler ganz legen und euch vor« so
gon als ain treuwer hirt. dann ich hör, es feind fünft vil
gelerter leut auf feiner feiten, befonder doctor Erafmus Rot-
terdam, der gefchrift ain ftarker eckßein, des geleich doctor
Andreas Karolfiat, ain krön der hailigen gefchrift, auch
Ocolampadins und der noch vil mer. dann ich vernim, dife 59
hoofagelerten menner haben den rechten kern der göten b&-
cher in üebung kriechifch, hebraifch, lateinifch und vileicht
kaldeifcb: auß den allen, die dann bei kurzen jaren her für
kamen feind, ligt (als ich bor) der recht fchatz der hailigen
gfchrift. darumb laßt mich fürbaß euwer pfarrer fein, fo wil so
ich euch thon was euch lieb ill: dann ich hab mir lang
gedacht, als wir pfafien uns halten thond, got der wurd es
etwan endern, daß es an tag kern und wir gefiraft wurden.^
Schulthaiß
Lieber herr pfarrer, ir hond gleich war. ich hab darfur, ss
die zeit fei fchon verbanden, warlich hat fölich übel wefen
und bofe Ordnung und regiment bei den großen häuptern,
die fich gaifilich nennent , wol vier hundert jar gewert, daß
i
154
wir all und unfer altforderen die lange zeit her hinder euoh
des gaiMichen hanfens betrieglicb gefangen gewefen feind,
und als ich auch dann bericht bin von meim fchdler, daß
da ßand Actorum am VU capitel 'es fpricbt got der herr tai
Abraham : dein fun wirt ain inwoner in aim fremden land und
5 fid werdent fie underwerfen dem dienß und fie übel halten vier
hundert jar. und den leuten, den fi dienent, die urtail ich,
fpricht der herr.^ wen maint ir den got gemaint hab? da
merkt auf! alTo feind wir unverftändigen warlich euwer die-
ner bezwungenlich die lange zeit her gefangen gewefen und
10 was wir und all unfer vorfordem mit unferm bl&tigen fchwaiß
lang her hertiglich erkratzt habend, iß fchier als mit euwern
liften von uns zfl euch kumen. ir hond fohon drei zipfel
am bett, und wann got der herr und der frum Luther len-
ger gefchlafen und zu gefehen bettend, fo het ir den Vier-
is ten zipfel auch gar bald überkumen. ir band ie Hark dar-
nach gegriffen und noch reißt ir euch, und ift uns not
daß wir in vaß halten, daß er uns nit entwifch: dann ir
hond den golter fo hart von uns aber gezogen, daß wir
fchier erfroren fein, es iß zeit daß wir auch wider erwar-
80 men. das urtail gots iß euch und uns allen wol zä furchten,
darumb, lieber herr pfarrer, fo hond ir fchon ain gflte
chrißenliche mainung vor euch, wollend die andern nit dem
rechten weg nach, fo fchanwent was inen darnach kam.
auf lolichs fo drinkent, lieber herr pfarrer, da mit uns allen
M und fei alles ab und verzigen und geb uns got glück, und
z& aim guten m&t wellen wir am funtag all mit euch zfi
morgen eßen.
Pfarrer
Das gelt wol, lieben naohbauren!
ao Alfo fchied ieder ab und haim in fein haus und der pfarrer
auch, der wart alfo zechfrei gehalten.
xvn,
AIN SCHÖNER DIAL0GU8
WIE AIN BAUR MIT AlM FRAUENBRUDER MÜNICH
REDT DASZ ER DIE KUTTEN VON IM WIRFT.
LUSTBARUCU UND LIEBLICH Zu LESEN.
1525.
Münoh
Aoh was Uge ich alhie und ftirb hungerst ich wil auffieen,
fleiß anwenden, ob ich irgents mocht ain bauren erbitten,
mir ain ftuck brots 7Ä geben, meinen hunger dami^fi b&ßen.
Baur i
Benevenertis, dominel wie lauft ir fo fchwinde? was lett
euch an?
Münch
Mich treibt der hunger: i<?h mfiß fürt.
Baur M
Ud>er herr, wie kumpt das? feit ir nit ain frauenbrfider
münch?
Münch
«a ich bin ainer und vor zwainzig jaren in die kutten komen.
Baur i&
I<^h hab mrin leben lang gehört, die manch haben gilt tag.
Wie klagt ir dann den hunger?
15B
Münch
Ja etwan ift das gewefen, das mich auch geurfacht in die
kutten z5 komen. aber nu die weil der teufel den Luther
auferweckt hat, wils nimmer fein.
5 Baur
Wie kumpt das?
M&nch
Das wil ich dir fagen. iezund wa nnfer ainer hin kumpt,
wein, kes oder anders zfl haifchen wollen im die bauren
10 nichts mer geben, bin* ich vor dreien tagen fünf dorfer aus-
gelaufen und hab nit mer dann ain käs erfamlet.
Baur
Lieber herr, es machts der Luther nit ich wölt- euch wo!
die urfach Tagen, fo ir mir zfihorent.
15 Münch
Sag an!
Baur
Euer Yorfam und ir habt uns lang geprediget, wie got Oe*
nefis am dritten capitel Adam geboten zfi arbaiten und im
90 fchwaiß feins angefichts eßen fein brot. feit ir herm nit
auch Adams kinder?
M&nch
Freund, ja es fteet alfo gelchriben. aber die hailigen väter
haben die kutten gefreiet, daß fi nit arbaiten dorfen.
SS 0 Baur
Herr, iezund bin ich bei meinem haus, eßent mit mir zfi
morgen: ich hab mer mit euch zu reden.
Münch
Ich thu es gern«
so Baur
Herr, ir habt hie vor gefagt, der Luther mach daß ir alle
mangel leidet, nun ßeet Genefis 18 gefchriben, fo zehen frnm
menfchen in den fünf ßeten, die got mit feuer verfenkt,
gewefen, hett got ir verfchonet. nun merk ich wol, daß un-
S5 der euch münchen allen nit zehen oder gar* wenig frumer
feind, die got bitten möchten, daß er den Luther vertilget
und es mfiß on zweifei ain ander urfach oder euer boshait
fchuld fein.
157
Münch
Freund^ ich bab dir mein buiiger geklagt: faaiß aniicliten!
Bauer
leb bab gebort, die weil Saul, der erft Juden künig, in den
geboten gots wandert, überwand er alle feine feind. fo bald 5
er ficb aber von got keret und rat bei der zauberin Cäcbet
(wie am letften b&ch der künig am 28 capitel gelchriben
ßeet), verließ in got und ward auß feinem reicb geftoßen.
alfo ir herm, ir habt das bailig evangelium lang veracbt,
der väter treum und lugen geleret und dem gemainen volk 10
große fchwere und unträgliche- bürden aufgelegt,. aber irmit
dem minßen finger nit anger&rt. febet auf daß ir nit auch
▼eradit und außgeßoßen werdet!
Münch
Wer gedult möcht haben, es wirt ficb ie anders machen. 15
Baur
ir pharifeer, alle werk von euch biß anher feind gefchehen
z& erfuUung der armen ainfeltigen äugen und feit gleich den
gefellen, darvon Chrifttts Mat. am 28 lagt dammb werden
billicb euer heufer und dofi^r w&ft und daß der herr zft- »
föget fchmerzen euem fchmerzen, arbait mit feu&en, und
werdet nit rfiw finden, wie Hieremie am 45 capitel gefchri-
ben ileet.
Münch
Ich bore, du bift gelert oder haft villeicht der geordenten 9»
baimligkait wißen?
Baur
Ich bab dir hievor gefagt, wie got Adam geboten zä arbai-
ten: fo ßeet in Eocle. gefchriben *der menfch wirt geboren
zfi arbaiten wie der vogel zfi fliegen.' Paulus vermant fein 90
}unger Timotheum alzeit fieiß an zu keren und zä arbaiten.
item das ganz leben Chrifti üt alles arbaitlam geweft. er hat
auch feinen jungem Marci am 16 geboten, z& geen undzfi
predigen das evangelium und nit müßig z& geen. aber ir
pharifeer feind alle abgewichen, unnütz worden und ift kai- 3&
ner der guts thut, wie Paulus am 3 capitel zön Kömern
fchreibt, habt gift under euem zungen getragen, dem bauch
för euem got gedienet und müßig gangen, darauß gefolget
1&8
daß vil eebruch, junkfrauen fchwechung und andere (unde
in euem olöAem gefcbehen. were nit wunder daß euch got
langeß wie Sodoma und Gomorra mit dem feuer verzert hett.
Münch
b Freund, du thfiß im ie zfi vil.
Baur
Sag an, was hat mäßig geen gfits bracht? übe anl David
die weil er kriegsleufen anlag, enthielt er fich vor fanden,
fo bald er mfi^g gieng, verbracht er den eebruch mit der
10 frauen Berfabee und verfchfif den firumen ritter Urie zfi tot
fchlagen, wie gefchriben fteet am andern buch der künig
am 11 capitel. alfo ir pharifeer, fo ir mftßig £dt, ift euch
kainer boshait z& vil zö verbringen« im fchein der gleiohf-
nerei habt ir betrogen die ganzen weit euer boshait ift an
15 tag komen, muß geilraft werden, das beihel ift an die Wur-
zel des baums gelegt, vne Matthei am dritten gefchriben fteet.
Münch
O baur, unfer kainer geet im dofter m&ßig, mfißen fiag^i,
beten, faften, auf fteen und melk halten.
so Baur
Ja unfers müllers efel fchreit zu morgens auch auf der mi-
ften daß die magt erwachet habt ir nit gelefen 'non clamor
fed amor*? und daß die falfchen propheten wider Heliam mit
dem opfer kempften lang und leer fchrien, wurden aber nit
» erhört, darumb z& tot erfchlagen? euer gebet ift audi uner-
horlich, dann es gefchicht nit im gaift und der warhait
fonder mit blfitigen henden, welche gebet got haßet. das
faften das ir thut, ift fträflich, dann in dem tag eners faften
Wirt erfunden euer will und ift dem iWften . Chrifti (Malth.
so am 6) gar nit gemeß. fo ift euer mefs halten die zeit her
alain euch nütz gewefen, habt damit von uns armen beur-
lein unfern blätigen fchwaiß gefchuuden, dann ft ift kain
genugth&ung, komet weder lebendigen noch toten zä hilf,
und dem teftament durch Chriftum (Matth. 26 und Luce 22)
3& aufgefetzt ganz nit gleich, wie Luther öffentlich fchreibt.
darumb, herrlin, ftelt ab^ arbait, feit nit müßig und bedenkt
die wort fo ir oft gefung^en aber nit verftanden 'der da ißet
die arbait feiner hend, wirt (alig und im wol werden.
159
MÜDch
U fireund, es ift darzä komen daß die ainfeltigen und ge-
ringen mer wißen von gotlichen dingen zu fagen wann die
großen difer weit was wil darauß werden?
Baur 5
Der bausvater, davon ChriAus Mat 20 lagt, moebt nit
mfißig geen leiden, ftrafib die. darumb Ileet auf, ob eucb die
kochen nicbt nachfolget, arbaiti dem got lo den propbeten
Daniel in der löwen groben z& Babilonieu durch den pro-
pheten Abacnc und Heliam durch die witfrau in Sarepta lo
Sydoniorum enthalten, getrauet! feit nit forgfeltig! wer er-
nert die vogel in dem luft, die weder fäen noch fchneiden
noch in die fcheuren einfamlen und die lilien auf dem acker
klaidet, der himlifch vater, der da waißt daß ir des not-
dürftig leit, wirt euch nit verlaßen: er lebt noch. u
Münch
O herr, dein erbarmung ift manigfaltig. heUt haß du erlöfet
mein Tele auß der tiefe der helle, freund, iezund ftee ich auf
und wirf mein kutten, darin ich «m&ßig gangen, von mir,
bekenne und E&g öffentlich: vermaledeiet fei der tag in wel- 3o
chem die kutt erdacht iß worden! der Mch Petri Actorum
8 fei über dem und feim gelt, fo begert kutten z& kaufen!
der außfatz Griezi ber&re den, fo ain kutten erforderti die
erden th& fich auf und verfchlind oder verfchlick den wie
Dathan und Abiran, fo ain kutten anr&ret! die ftraf Ophin a
und Phinees und ires vaters Heli des priefters übergeen den
fo ain kutten antregt! alle maledeiung und plag Deut, im 28
cap. gemek weiche in ewigkait nit von dem fo ainer kutten
getrauet und glaubet 1 dann von der m&ßigen kutten ift nie
kain gäta komen. alfo, freund*, ich gee hin zfi Mrbaiten. fo 3o
ich z& der eraden herwider kum, wil ich dir dein eßen ab
verdienen.
xvm.
EIN KUBZ GEDICHT
SO NEULICH EIN THÜRGÖÜISCHER BAÜR
DOCTOR MARTIN LUTHER UND SEINER LER ZU LOB
UND SEINEN WIDERWERTIGEN ZU SPOT
GEMACHT HAT.
Des Luthers fach
lil Doch nit fcbwach,
Wiewol vil gwalt
Ganz manigfalt
5 Widr in wirt g&bt,
Das in nit btr&bt
Als umb ain har.
Er hat £ch gar
An Chrißum ghenkt
10 Und üch verfenkt
In dwunden fin.
Er maint, dabin
Sig im berait
All ficherhait,
15 Kains menfchen grim
Halt fich der ftim
Die Chrißus fprach.
Als Ungemach
Das auch gefchicht,
90 Das achten nicht
Und furchten den,
Der auch die pen
Der hell möcht gen
. Und leib und fei
n In ewig quel
Verdammen mag.
Darumb ich fag,
Des Luthers dicht
Iß ganz gericht
30 Auf bwerte gfohrift
Und nit gefiift
Auf abenteur,
Als etlich leur
On alle kunft
u Schriben nach gunß
Und gleichfnerei • ^
Ain bull mit bleL
Da haltens von
Ißl
Daß air mug hon
40 Der pfründen vil.
Des rechten zil
Des felens ganz.
Kaufinans finauz
Gar und zdm tail
45 la aUes fall,
Es gilt in gleich:
Das himelreich
Gend R umb gelt.
All dife weit
fto Wer in nit gnflg
Zfi irm unfSg.
Daruinb fi wol
Den grebem hol
Werden vergleicht.
ulr reu und beicht
Ift ring und leicht
Gleich als der fchaub.
Da ift kain glaub
Noch rechte lieb:
«0 Leichter ain dieb
In himel kam.
Ir 1er und them
Ift als yon g^t
Und übermfit
6s Und leiblich girt.
Wo iß der hirt
Der dfchäflin waid
Auf lieber haid?
Chrift fpracb alfo
70 Zu feim Petro
'Liebeft du mich,
So fich umb dich
Und waid mein fchaff'
Ich acht, es fchlaf
75 lezund der hirt
Der dfchäflin bfchirt
Der wolf der wirt
Verzucken hin
Gottes fcbaflin.
eoDas achtens klain:
Si ftelnd alain
Ir lach auf gwin.
Das ift der fin,
Den Gnato halt:
85 Hat die geftalt,
Alain der gnieß
Iß fruchtbar Oß.
Söliche leut
(Als ichs bedeut)
90 Die nimpt man an
Fürn Rotterdam
Den gierten man,
Halt ire 1er
Als für ain gwer
95 Der chrißenhait,
Alzeit berait
Der falfchen krei
Und ketzerei
Zu widerßand,
100 Meßen die fchand
Dem Luther zii«
Kalb mit der k&
Wirt bald zergan,
Mag nit beftan.
105 Die facrament
Werdent gefchent.
Von erft der tauf
Der hat fein kauf,
Und der altar,
no Die toten bar
Die treit ain gnieß.
Wer hat verdrieß
Zfi beichten vil,
Dem ift ain zil
11
162
11& Gar Ichon geßeckt,
Wanu er außreckt,
Sein milte hant
Und leit ain pfant
In haiigen ftock«
120 Wo lÄ der rock
Den Cb^riftus trfig?
Wer hebt den pflfig,
Siebt hinder fioh,
Dem mag das rieh
195 Nit werden ztail.
Der feien hail
Ift gar verfetzt,
Mit ßrick yerletzt.
On aUe maß
ISO Des himels ftraß
Verwachfen iß,
Mit dorn vermiß.
Doch glat und hell
Iß der wandel
131 Hin zfi der hell.
Gh*oß freud und gfchel
Hat steufels her.
Der Lucifer
lezund regiert,
140 Die weit verfiirt.
Drumb lagt er dank
Der auf dem bank
Oder dem ßäl
Mit großem wdl
14& Sitzet und prangt :
An dem fo hangt
(Als er vermaint
Und fich erfcheint
Mit weis und berd)
150 Der gwalt auf erd,
Im himel auch.
Furwar der rauch
Des inribel
Iß nit fo fchnel,
155 Daß fein gewalt
In der geßalt
Kains wegs mug gou.
In himels thron
Got hat ain gwalt,
160 Den er behalt
Im felbs alain,
Macht den nit gmaiu
Zu tailen auß.
Er hat ain haus,
165 Darin gefchwind
Vil wonung. find,
Hat auch ain lieoht,
Dadurch er ficht
Des menfchen mut.
170 Darumb der gut
Hefiodus
Nit gar umb fus
In feim gedieht
Der gleichen fpricht
175 *Got iß bericht
Nach fchuAres fchlicht
AU unfer gfchicht.'
Es btreugt in nicht
Kain arger wicht
180 Am jungßen gricht,
Do er wirt kon,
Wil rechnung hon
Von iederman*
Der klaineß wan
165 Dann kumpt au tag.
Da wirt groß klag
Gar jemerlich.
Des freu ich mich,
Daß arm und reich
190 Dann werden gleich.
168
Gang hie in dfebäl,
• Du auf dem ftöl,
Stell hoffinrt ab,
Gedenk und hab
m Faft Ueb den frid!
Bis mir ain glid
Und nit ain hopt,
Als man dich lobtl
Chrift iß der felb,
100 Nit dn der gelb
Ganz voller zorn.
Dein kriegrifeh hörn
Du auch abllell
Und bis ain gfell
<o5 Der zwölfer zall
Denk, was die wal
Dir aufgleit hatl
Mit künigs ftat,
Noch cronen drei*
tio Bedenk dabei,
Hetft du das loß
Das Mathis gnoß
In feim bifchtum,
Werft nit^ein tum:
<i& Du ließeft fam
Das fifcher garn,
Damit du faohft
Und nit nach lachft
Der TeutTchen gold,
ao Damit das fold
Dein kri^svolk hab.
Der bifchofftab
Stfind dir baß an.
Ich laß beftan,
sisKer wider dran
Da ichs hab glan.
O berr und got
Von Sabaot
In bimela thron,
330 Sichft gnedig an
Dein chriftlicb volk
Das iez die wölk
Mit im tantmer
So gar haut deckt
f» Und fchier erßeckt,
Sendft inen hilf
Mit hellem gilf
Dein zwaien man,
Herr Rotterdam,
240 Luther Martin,
Die wollen fin
Dein gtrüwe knecht.
Die menfchen recht
Bringen auf dban,
2« Den rechten fan
In tragen für,
Wie fi die tür.
Die Chriftus iß.
Daran nichts briß,
260 Ergreifend fchier,
Die uns gwis £&r
Den rechten weg
Hurtig nit treg
£wangelfch 1er.
255 Noch gar vil mer
Haß uns gefant
In teutfche laut,
Als kumen wer
Der recht muUer
260 Und auch der beck.
Seind frech und keck,
Wend nit abßan,
Das rad m&ß gan.
Die muld iß brait
265 Und außgefprait.
Das gotlich wort
11*
Sol hie und dort
An allem ort
Ewangelifcb,
S70 Nit fophiftifch
Werden verkünt,
Dadurch enzünt
Dein Uebe werd
In deiner herd.
sTsFurwar das hant
Im Schweizer laut
Zwen bauren bdacht
Und davon gmacht
164
Ain hubfch gedieht.
ssoKain ai^er wicht
Noch iromer man
Das fchelten kan.
Dir fig gefeit
Alzeit berait
285 Groß dankbarkait,
Der von der mait
Geboren biß,
Herr Jefu Chrißl
Amen.
XIX.
EIN NEUWER SPRUCH UND WARHAFT BERICHT
Wie es kompt und wammbs gefchicht,
Daß fo vil münch feind priefter worden,
An fich genomen fant Peters orden
Und di« kutien ußgefcbütt.
Kouf den fpruchl es ruwt dich nit.
Vincit veritas
Ich han bi allen meinen tagen
Vil Wunders boren lefen und fagen,
le docb zfim meift verwundert mich
Das ich neuwlicb bor imd fich.
Nämlich die groß Uneinigkeit
Die fich erhebt umb das geifilich kleit,
Under den bettelorden die ich mein*
Es ift die warbeit und nit nein.
Sie reiben einander felber uß
10 Recht wie die huppenbfiben im badhus
Und machen dann ein fprichwort druß
*Criminor te, cratzinor a te.'
Hören zfi, wie got es me!
Der obfervanzer thöt offlich fagen,
15 Uf die conrentual zfi klagen,
Daß fie nit halten iren orden.
Wie er in ufgefezt ift worden.
Sie folten reinigkeit pflegen:
So begegnen in franwen under wegen,
166
w Sie fllirens dann mit in hinin,
Die ein ift ir mfim, die ander ir befeHn*
Grober zö reden fcham ich mich
Das fie ze thun nit fchamen fich.
Noch me hat die regel in:
u Sie foUen willig arm fin,
Gleich prießer nnd die knaben,
Keiner fol befunder gelt haben.
So haben fie befunder beutel^
Damit fie Ionen iren treutel,
so Oder beßern damit ir mol,
Daß fie tag und nacht feind vol.
Auch m&ßen ir kutten geßrichen fin,
Gemacht yom befien dfich oder fatin,
Der gleichen nie hat tragen fant Augnßin,
35 Der ein bifchof was zu Yppon,
Het foHchs fein brfidern nit zSgelon.
Wolt got er were noch in lebenl
Würd mir des auch zeugnüs geben.
Francifcus und Dominicus
40 Hielten gar vil anders hns.
Der oberkeiten iß die fchuld.
Mich wundert daß maus fo lang dult
Dennocht fie fich des nit fchemen:
In iren briefen fich th&nt nennen
4» Dis oder iens ordens offenbar.
Das iß ein falfcher titel zwar,
üf den in alles würt gegeben,
Rent und gult davon fie leben.
Darvor folten fie fich billich hftten,
*o So regel und recht folchs thfln verbieten.
Man wer in ganz nnd gar nit fchnldig,
Sie lebten dann dem titel glich:
Dann unrecht thun hundert jar
Ward nie kein ßunde recht furwar.
»» Diß predigt der obfervanzer überal :
So fpricht her wider der conventual.
So er fich nit verantwurten kan ,
167
Schuldigt er in doch wider drao,
TL&t in dem teufel auch ergeben.
eo Wie er fpricht, das merken eben«
Sie tragen der weit ein fiüfchen fchein:
Vermeinen aUwegen die heften zn fein,
Machen darzii diefe kugler
Recht wie die pharifeier,
«5 Damit man fie für geißlich halt:
Das macht ir ußerlich geftalt
Alfo thfln fie die weit betriegen
Und die conrentual verliegen.
Thet man fie recht erkennen,
70 Man würd fie auch irs titeis nennen.
Alfo thfln fie einander fchenden,
Damit daß fie den leigen blenden,
Setzen im ein brillen uf
Und fchlagen im zä ruck den mufi',
7& Et cetera — ich meld nit mer,
Wie wol fie es doch felber
Vor der weit vil gröber machen.
Wer es hört, der maß ir lachen.
Ift das nit ein wilder fchwank,
80 Darzfl ein teufelifcher zank?
Umb den orden und das kleid
Erhebt fich folich Uneinigkeit,
Damit fie leib und fecl verdammen.
Sie folten vor der weit fich fchamen.
85 Danunb es die ganz worheit iß,
Was do nit gepflanzet iß
Von got dem fchöpfer himel und erden.
Das maß als ußgerutert werden.
So thdt der obfervanzer den conventual verjagen.
^ In kurzen zeiten (hör ich fagen)
Haben fie vil klößer .verzolt:
Des werden fie in nimmer holt.
Underßond einander felber zA vertreiben,
Daß ir keiner weiß ze bleiben,
9^ Sunder nach der ewangelifchen ßimm
168
'Ein iekHchs reicfa zerteilt in im
Mag die harre nit beßon,
Es muß doch zu letß «ergon/
Alfo würt in auch befchehen.
100 Ich darf es mit der warbeit jehen^
Daß ich bei allen meinen tagen
Der gleich von Itiften nie hört lagen,
Auch von der loblichen prießerfchaft.
Got woll in alle zeit geben kraft,
105 Daß fie nit umbgangen mit folchen fchwenken.
Alle zeit irs heiligen ßats bedenken,
AUe fchand und laßer auch thfind meiden,
Bedenken alle zeit das bitter leiden.
Auch die lere Chrifti im ewangelio,
110 Do er nämlich fpricht alfo
'Du folt dein nechßen lieben und auch got:
Das iß das höchß und öberß gebot,^
Darzfi der cbrißliche orden,
Der felbß von got geßift iß worden,
115 Dann er ficht an das herz und nit das kleid,
Verdampt foliche Uneinigkeit,
Die der teufel hat erdacht
Und mit vile der fecten ufbracht.
Darumb weit ich, daß der keifer,
ISO Der bapß und alle meißer
In teutfchem und auch welfehem land
Z& einander würden gefant,
Ein frei concilium darumb hielten.
Ein entlich urteil darin Ipielten
195 Under dem conrentnal und obfervanzer,
Welcher doch des teufeis wer,
Vertilgten ein teil ganz und gar:
Dann würd die warheit offenbar,
Damit die fchentlich zwitracht
ISO Zfi einer einigkeit wiird bracht.
So lang aber folichs nit befcbicht
Und difer krieg nit würt gericht,
Wil ich es für kein wunder hau
169
Daß einer der ein knt hat an,
13S Uß bäpAKchem gewalt und zuloß
Sich do macht der felben bloß,
So auch die kutt kein münch nit macht.
Darumb icbs ganz und gar nit acht,
Vorab fo er fich thflt ergeben
140 Under gehorfam des bifchofs, (das merken eben!)
Fridfam in feim prießerlichen Aot
Begert zfi dienen dem höchßen got
Und difes baders lieh enziehen,
Den ein ieder fol biUich fliehen,
i4> Der vor hellifcher pdn und jamers quel
•Verb&ten wil fein leib und fei.
Dann wie fie iez ir orden halten,
Kan ich nit finden in den alten
B&chem und der heiligen leben.
IM Sie dreten ganz und gar dameben.
Dann wider recht und ordenung
Nemen fie kinder die feind jung.
Werfen in die kutten an,
Sprechen, es werd ein biderman.
IM Und ee er kan die regel lefen.
Iß er drei jar im klofter gewefen,
Maß darin gehorfam th&n,
Verfteet doch minder dann ein h&n,
Darzü hat er den alter nit:
i«> Furwar das iß ein tomer fit.
Von regel weißt er z& fagen nicht,
Dann daß er taglich von in ficht
Ein ganz leichtvertigs leben,
Vil bofer beiipil auch darneben,
i«s Offlich fpilen und hofieren,
Hübfeh freuwlin uß und ine fören.
Springen, danzen auch zfir zeit.
Daruß erhebt fich mancher ßreit,
Neid und haß und jamers vil:
170 Davon ich iez nit fchreiben wil.
Der fairt darf fie darumb nit ßrofen,
i
170
Dann er thüts felber mit den fchofeii.
Auch habens leipgding und eigen gelt:
Das felb dem Jüngling wol gefeit.
175 Hat auch noch ein leichten mSt,
Im klolter zd bleiben ducht in göt,
Nimpt an die felb profeffion,
Daß er do wöU gdt leben hon,
Darzu die jugent iß geneigt,
180 Wie Genefeos das buch anzeigt.
Er meint, die kutt das fei der orden:
So ift er gar betrogen worden,
Dann ich von rilen hab vemomcn
Die feind zu iren tagen komen,
18S Me dann dreißig jar im klofter gewefcn,
Haben dannocht nie hören lefen,
Daß fie betten mögen yerllon
Irs Ordens regel und conftitution.
So es n&n nit wißen die alten,
190 Was fol ich von den jungen haken?
Dann wo ein blinder f&rt ein blinden wallen,
Wie bald fie beid in graben vallen.
So werden die jungen von alten betrogen.
Es iß die warheit und nit erlogen.
195 Etlich andre junge knaben.
Ob fie fchon ein Unwillen haben
Und gerne uß dem kloßer weren,
Kunnen doch mit keinen eren
Durch gewalt und forchtfamkeit
MO * Von der kutt und ordens kleid
Komen und darnach mit fireud
Iren freunden fich genohen:
Sie würden fie villeicht entpfohen
Mit flreicben und vil bofer wort.
:<o5 Ich hab es oft und dick gehört
Daß man in trauwet diß und das.
Man woU in immer fein gehaß
Und fie zu keinen gnaden nemcn.
Ob fie über jar zu bans kernen.
171
210 Werden dann alfo gezwungen.
Daß fic mit iren eignen -zungen
Vil anders m&ßen Tagen
Dann fie es im herzen tragen,
Sprechen widers herzen willen jo.
»5 O wie feind fie dann fo fro!
Wann er fehon kompt z& feinen tagen,
Darfs dannocht nit offlich klagen.
In forcht fo mSß er alzeit ßon,
Dem gwalt fo mocht er nit entgon.
»0 Die ßrafe m&ß er warUch leiden,
ViUeicbt das land nnd klofter meiden.
Ich wil davon nit reden weiter.
Wie wol die ding feind vil verheiter
Dann ich davon iez hab geredt:
S3S Es mocht iemant fein dem es zom thet,
Der mir darumb wolt fprechen zu.
Ich wil mir felber haben rfiw.
Wer nit daran ift fchnldig,
Sol mir verzihen, das bit ich.
230 Dann mir genzUch zweiflet nit,
Daß noch nf erden feind vil lüt.
Die die wai'heit hören gern,
Wiewol fich deren etüch fperm
Und wollen den des lands verjagen,
23ft Der inen z& heil die th&t fagen.
Des wil ich mich nit irren Ion
Und mit der warheit. darthfln.
Daß nit unbillich zu difer frift
Der bapit on allen argen Uft
MO Mit recht und auch mit feim gewalt,
So folichs vor im würt erzalt
Und warlich alfo befindet fich,
Ein manch von der kutt des glich
Ir gchorfame abfolvieren lot
S45 Durch fein bevelch und auch gebot:
Das kan ich ganz nit achten licht,
So klärlich folchs das recht oßfpricbt
172
Als was do haben menfcbHcb fin *
Erdacht inen z& gfitem gewin,
S50 Als der kutten ceremonien,
Auch ander müncbifch fimtaßen,
So cbrilUichem orden widerftreiten,
Wie uns die heilige fchrift th&t deuten, —
Das fol und mag er abelon:
355 Alein gots gebot ewig fton
Und cbrißlichs ordens freiheit,
Als uns fant Paulus lere feit.
Hat Cfarißus darumb geliten not,
Am dam des kreuzs den bittem tot,
360 Wee dem der folichs thät yerachten
Und nach jüdiTchen ceremonien drachten.
Darin er fetz der feien heil.
Für war der wiirt nit haben teil
Mit Chrißo und im himelricb.
S6& Hfit dich dar vorl das rat ich.
Laß dich die kutt nit fechten an!
Magft fünft wol fein ein chriftenman.
Auch wann maus weiter wil betrachten
Und der alten hiftorien achten,
270 So findt man klarlich offenbar,
Daß yil klofter ganz und gar
Z& ftiften iezund fein gemacht,
Under bifchof gehorfam bracht.
Die doch zwei oder dreihundert jor
S75 Münches kloßer warent vor.
So niln folichs gefchehen iß
Und noch die felben zu difer friß
In friden leben fr&g und fpot,
Got dienen in prießerlichem ßot,
980 Das iß der hochß und erße orden,
Darin gar vil feind feiig worden,
In dem wir cbrißen profeffion
Alle haben im touf gethon.
Hierin iß kleiner underfcheid:
3«& Ich fag die warheit uf mein eid.
173
Wann man die fach wil recht erkennen.
Mag man fie mit keiner warheit nennen
Abtringen von eim folichen orden,
In dem fie all ir tag nie worden
»oMit Worten oder werken gelert.
Wer hat fein tag ie folicbs gehört?
Oot wils in lenger vertragen nit
In die harr kein übel verborgen blibt
Daromb ich bit mit ganzem fleiß
>9» Z& merken wie ich hie befchleofi.
Theten fie iren orden halten
Die jungen und darzä die alten,
Ließen kinder kinder fin,
Nemen verßanden gefellen in,
aooDie do betten den rechten alter
Und darzfi künten den pialter,
Auch die regel verAentlich lefen,
Ffirten vor in ein chriiUich wefen.
Damit daß fie das felbig lorten
m Mit werken und darzfi mit werten,
Damach zu der beftimpten zit,
So Ordnung und das recht git,
Zu gehorfame würden angenomen:
Das brecht furwar ein gäten firomen,
310 Theten einander nit vertreiben,
Ließens in chriAIicher freiheit bleiben.
So aber folicbs nit eniß,
Haben ir vil z& difer friß
Von der zwitracht fich fcheiden lan,
US Chrilllichen orden genomen an,
Begeren darin on allen fpot
Zfi dienen in verebt dem hochßen got,
Beßetigend folicbs mit dem eid:
Felen fie, es würt in leid.
190 So fie begeren in friden zu leben,
Wer kan in unrecht darumb geben?
Man maß fie laßen faren,
Ir feien felbs bewaren:
_ 17*
Do wfirt es alles ligen an.
32A Lfig für fieh felber iederinanl
Dann die gefcfariil th&t uns Tagen,
Daß ein ieder zft letß würt tragen
Sein eigen bürd uf dem rucken fin.
Darumb erkenn dich felbß vorhin!
SSO Betracht auch deinen eignen Hat!
Bit got umb gpaden fr& und fpat!
Lau dich nit irren dis gefchichtl
Du haß hierin ein gfit bericht:
Es iß die warheit offenbar.
S3& Got geh uns allen ein gät jar!
XX.
AIN STRAFKED UND AIN UNDERRICHT
Wie es des bapßs junger auf geiz bond zu gericfat.
Darwider ift auf erßanden ain baur und ain reiter.
Leß fürbaß, fo wert ir hören weiter!
All ßend der chriftenlicben kirch feind iez übel regiert,
Seit man in den glanben irrt
Ich glaub, daß wenig an got glauben.
Man acht nit, wie Petrus gieng auf erden :
ft An Petrum hat man kain trirachen krön gefunden ,
Ain ander bapft iß nach im kumen.
O Petre, wereft du iez auf dUem ertreich
Und folteß bei den iezigen jungern fein!
Ich beforg, fi haben zu Rom ain practik gfunden,
10 Damit ii dein junger Lutherum überwunden.
Der hailig gailt th&t zu Rom regieren,
Darumb kündent und mügent ü nit irren.
Hat in auch geben ain neu ewangelium.
Das bSch genant Decretalium.
15 Gotes leer und ewangelium gilt nit mer
Und auch feiner apoßel 1er.
O Luther, ich rat, du blibeft uu verworren
Und furcht des hailigen gaiftes zoren.
Gotes fnn bat feinen gewalt auf erden anheben,
176
30 Er mag im nimmer werden.
Der bapll mag es alles tbfin,
Hat den hailigen gaiß und gotes gewalt fchon.
O Luther, du mainfi; etwas gfits zfi fchaffen:
Kain größer fach ift nie erhört.
25 O we, o we des großen mort,
Daß du des bapßs decretal haß verprent!
Darumb het er dich z& Wurms geren gefchent«
Niemant hat es wellen on dich anzaigen:
Darumb wirftu von im durchächt werden,
so Die apoftel Chrißi hat niemant beherbergt,
Aber difer bapft hat vil mer leut bekert
Der hailig gaift wirt dich ßrafen.
So das romifch reich dich wird verlaßen,
So wirt es troßlos zfi aller friß,
S5 Wann ich beforg, es feien die junger des Anteebrifl.
Wer not, du heteß rat und mochß erkennen,
Wen got der vater woU benennen,
Und ganz und gar niechter
Wereß bitten got den vater.
40 Vil Unglücks unrat auf erden iß kumen.
Biß man die fach hat recht vemumen,
Wa es thut her entfpringen,
Biß man fagt von den dingen.
Darumb fchau auf die wall
45 leglicher hat feiner jüngeren zal :
Der hailig gaiß hat die alten und jungen.
Du haß dich großer fach underwunden.
Ich fchick dir die xil cortifonifchen artikel.
Darumb fo merk eben auf dife apoßel,
50 Daß wir uns in die fach nit th&en flechten:
Es iß bos mit got und dem hailigen gaiß rechten.
O himlifcher rater, ewiger got,
Th& uns hilf und rat on allen fpot!
Laß uns der ding nit entgelten,
55 Davon ich armer liknder thö melden!
Herr, verleich in den troßer, den hailigen gaiß!
Das bit mir dich, got himlifcher vater, aller meiß.
177
^ Die XII cortifoDifcfa artikel des bapfts junger.
Ich glaub in bapft binder und auflofer in himel, erden nnd
helle,
Judas
Und in Simonem feinen ainigen fun unfern herren,
Chaim
60 Entpfangen auß dem geizigen rechten , geboren auß der
romifcben kirchen.
Caiphas
Under feinem gewalt die wnrhait hat geliten, gemartret, ge-
ftorben und begraben,
Balaam
Und durch den ban in die hell ab geftoßen.
Jofeph patriarcha
Ift wider auferllanden durch Evangelium und Paulum,
Cham
Gef&rt für Karolum, fitzend zii feiner gerechten,
Heli
S5 Der dann künftig iß z& richten über gaifilich und weltlich.
Giezi
Ich glaub in das geizig recht,
Chore
In die romifchen kirchen, zerftorung des glaubens und der
gemainfchaft der hailigen,
EckiuB
Ablaß der ßinde, peia und fchuld im fegfeur,
Efau
Auferfteeung des flaifchs under der deck und in ain epicu-
rifch leben : well uns der hailig vater der bapß geben,
amen.
^ Des bapßs difcipels artikel feint KIT.
Der I cor.
70 In den hailigen vater bapß ich geren glaub.
Bei xxilii pfründ hab ich mit feinem laub:
Davon ich vier taufent guldin hab zu genießen.
Si thfind mir gar wol erfprießen.
•12
178 .
Darvon fönfeig prießer mochten gnug haben:
7» Das th& ich von gotes lehen fchabcn.
Noch fo hab ich ir nit gnäg:
Auf aine ich auch noch lag,
Die wirt mir nit auf erden,
Sol frftmelTer in der helle werden.
80 Mein reiter würd dir nit fchmecken,
Damit ich fchand der weit wils got entdecken.
Judas
Judas bin ich genant^
Der gaiftlichait gar wol bekant
Mit kaufen und verkaufen gotes lehen:
»h Bedarf niemant nichts dar zii fprechen.
Die gewaltigen thän es am maißen treiben:
Das kan ich felber nit verfchweigen.
Ich bin dannocht bei in ain biderman,
Hab es nur ain mal gethan:
90 Si treibents tag und nacht,
Simonei haben li in großer acht.
Wers thfit Tagen von in, ift im ban
Und verdampt, fei frauen oder man.
Solich lund wurd von in genomen,
95 Wann mein reiter an das liecht thät komen.
Chaim
Chaim iß gehaißen mein nam.
Meinem br&der Abel ward ich gram,
Daß in got huldet baß dann mich,
Darumb ward ich im häßig.
100 Hab vil kinder hinder mir gelaßen
Under den leien und pfaffen.
Die zanken fich in dem geizigen rechten,
Die thund nmb gotes lehen fechten
Zu Rom in des bapfis fal
10& Und in der ganzen chriltenbait on zal.
Niemaut bedarf nichts darzfi fprechen.
Hilft man nit, li werdent das römifch reich brechen
Und vil ablaß zu in bringen :
Möcht kainem armen gelingen.
179
110 Soliche fach that furkomen meine reiter,
So fi iren ratfchlag thaien leutern.
Caiphas
Ich was genannt Caiphad.
Zu gotes Tun gewan ich haß,
Der mir und meinem volk die warhait that fagen:
11» Das mocbt wir im nit vertragen.
Wir mochten in nit leiden auf erden,
MAft von uns gemartret werden.
Und iezund th&t man ain auf erden vinden,
Wir gaiAlichen wolten in geren yerdeomien,
ISO Wann es iez in der weit vil böfer ftat
Dann da got gellten hat.
Die warhait ili geßorben
Und alle ßend feind nun verdorben.
Das thfit got nit lachen:
ISS Darumb Fol ich ain reiter machen.
Balaam
Balaam ain prophet iß; mein nam.
Mein herr Balak ward Moili gram
Uiid dem armen volk von Ilraelen.
Das that got groß eren:
130 Das folt ich vermaledeien und bannen.
Daß er fi mocht treiben von dannen.
Er wolt mir groß gut und ere geben,
Ich folt fein eben pflegen.
Ich that gut fleiß ankeren,
uft Ob mich got daran wolt ercn,
Biß daß der efel mit mir redt
'Sichß nit den engel gots der vor mir ßet?*
Der efel was weifer dann ich,
Behielt bei dem leben mich.
140 Das folten die officiäl und korrichter nemen war
Und das arm volk nit bannen zwar,
Daß fi der efel auch that lernen
Und nit alfo verachteten den herren.
Dann werden fi es hinfur antreiben,
150 Der efel, der baur wirts nit leiden.
12*
_180^
Man fagt vil von Bockspurg und Abfpcrgen,
Großer raaber wurden nie auf erden:
Kain genad, alle fchand und kain glauben.
Das kind in der wigen berauben,
150 Biderleut von heuslioben eren treiben,
Das mag niemant erleiden.
Si wurden iezund gar leicht geftilt
Bei kaifer Karolus der iezunt gar weit erhilt.
Liederlich die ding weren hin ze legen,
155 Daß man es nit mer höret auf erden.
Jofeph patriarcha
Von meinen brfidem ward ich vor Jacob verklagen:
Des mochten 11 mir nit vertragen
Und thäten mich in Egipten verkaufen.
Mein vater thät fein har außraufen.
160 Der warhait kam ich in große not,
Mit gotes hilf entran ich dem tot.
Alfo thät iez vil manicher frumer man,
Der im die warhait laßt ligen an
Bei got und feiner mäter rain,
165 Ob mocht gemacht werden ain g&ie gmain,
Und thut Evangelium und Paulum lefen,
Daß er der warhait mocht genefen.
Darzü wer nun mein reiter gut,
Dann R brecht der chrißenhait ain ringen möt.
Cham
170 Cham iA mein nam genant.
Noe mein. vater die weinrebeu fant.
Er thät am erften darvon trinken
Und zfi der erden darvon finken.
Ward alda fein fcham entploßen:
175 Da ward ich mein br&der ßoßen,
Do er fich von dem wein thet Ilrecken.
Meine br&der Sem und Japhet wurden in bedecken.
Darum bin ich ain baur und hab fchand,
Meine brfider haben eer und regieren das laut.
180 Ich nenn die fcham der gaißlichen
Meiner vater entploßen unzfichtiklichen.
181
Ich bin Cham ungelert od alle cer.
O Karolus, volg Sem und Japhets leer!
Lieg fcbam und fchand ab in allem laut:
1^.*^ So wirt dein tugent und eer bekant.
Darzu wil ich dir ain reiter geben,
Daß du macheß ain gotlich leben.
Heli
Ileli ain priefier des alten teftament
Wird ich von Juden und chriften genent
190 Das übel thet ich an meinen Xunen nit ßrafeu:
Sie tbeten bei den weibem im tempel fchlafeu.
Das ward ich innen durch Samuel den kneoht.
Ich thät den fachen nit gar recht.
Das nim zfi. herzen, Karl, du edels bl&tl
195 Hab die warhait in großer hüt
Und ßraf das übel zä aller friß.
Wie es dir von got bevolcben iß!
R&f an gotes'hilf und fchein.
Daß du alle weit macheß ain
200 Und acht nit der perfon oder gunß:
Gottes genad verleurß mit Heli funß.
Du biß ain baubt und herr auf ertreicb
Und got dein herr im himelreich.
Wie du des armen thiiß verfchonen,
S0& Wirt dich got im himel bclonen.
Darzü th& ich dir ain reiter machen,
Wie du dich folt halten in difen fachen.
Uiezi
Giezi des propheten Helifeis knecbt.
Mein herr thet den fachen in got recht.
aio Von feinem gebet und gotes genaden
Wolt er fein gewißen nit beladen.
Von Naaman nichts nit nemen:
Das thät ich Giezi mich fchämen.
Ich lief im hitiden nach :
215 Nach feinem gät wart mir gach
Und log an Helifeum den balligen man.
Wie bald kam mich Naamans außfatz an,
182
Ad mich und alle mein gefchlecht.
Airo ift iezund'in dem geizigen recht
»0 Erlaubt den hailigen zu wuchern,
Das lift man in den felben büechem.
Das unrecht erlaubt er vil^
Der bapft macht was er wil.
Was er gebeut, wie das evangelium wirt gehalten,
«5 Dardurch wirt der glaub zerfpalten,
Und zeihens den hauten gaift,
Das er doch gar wol waLßt^
Darumb die weit ftraft manigfalt
Zerllomng der reich, peftilenz, wie es wirt gezalt.
S30 Darwider thät mein reiter dienen,
Ob wir uns mit got mochten verl&nen.
Chore
Chore ift gewefen mein nam.
Ich macht aufrSr underm volk wider Aarqn
Und wolt auch der große priefter fein
m Und bei der weit han ain eerlichen fcbein.
Moifes wart mich ber&fen
Und gar freuntlich ftrafen
'Nim dich des gewalts nit zu yil an,
Es wirt dir nit faft gAt than:
MO Du wilt wider gotes Ordnung ftreben
Und das volk bringen umb das leben.*
Ich viel wider got und Moiii in funden:
Darumb thät mich das ertrioh verfohlinden.
Alfo iez die romifch kirch
845 An irem gewalt fo hoch bricht
Und alle weit wollen betören
Und chriftenliche ainigkait zerßören .
Und große aufr&r machen.
So man nit thfit z& difen fachen.
iw Die gelerien thfin kain volk mer regieren,
Künnen nit funßsehen genfen weren:
Darauß kumbt lafter, fpot und fchande
Iez allenibalben in dem lande.
Si thfin bös beifpil geben:
188
^i Das Volk ihfit auch darnaeh leben,
Alle gemainfchaft der haUigen verwüefteov
Und auch die weltlich furften
Gen Rom th&n treiben.
Laßen niemant bei recht bleiben.
3«o Die reiter wurden vor allem übel, fein,
Wa irem rat würd ein fohein.
Eckius
Eck doctor bin ich hochgelert:
Darumb hat mich der bapA geert
Den Luther het ich gern überwunden,
M5 Sein maul het ich gern mit dem ban gebuudeji,
Daß er nit mer därfte Tagen die warhait
Iß verkündet weit und brait,
Daß in niemant dorfte nennen«
Darumb hab ich fein gefchrift laßen verprenneu
870 Und hab bracht genad und ablaß yil
Ainem ietlichen wie vil er wil
Zä ainem tum gen Ingolftat
Der bapA noch vil mer genad hat,
Vergebung pein und fchuld .
3T5 Und erwerbung gottes hnld.
Ain kint der ewigen faligkait
Das dunk ich Eck mich gemait
Und mit dem ablaß raufchen in das fegfeur.
Die genad wer nit teur:
S80 So ainer ain haller an den bau raicht,
Bedarf kainer büß und beicht
Eitel eer und geiz gebeten umb das figel
Gefeit dem teufel nit gar übel,
Macht die menfchen keck z& lunden,
285 So fi fo vil genad und ablaß finden.
Arm leut werden dardurch irer hilf beraubt.
O we den der daran gelaubtl
Eck, du hochgelerter man,
Du haft vil arbait umb fünft gethan,
390 Gen Rom dein gelt verzert.
Der bapft hat dirs widerkert,
184
Darzö groß genad erlangt:
Und fein vorhin fo vil im lant
Stacionierer, haben mer dann du,
295 Befireichen die maid ander der kä^
Von acht bäbften von iedem den fünften tail
Umb ein haller auch wol&il,
Man gibt kainem. nichts nit wider,
Beleibt in doch der fibentail über,
MO Und von vil cardinelen —
Ich kan es nit als erzelen.
Man fürt in haim in das haus,
Darf nit darnach ziehen auß.
HaA auf gelcblagen ain markt und fchragen:
w& Trau got, du werdeft das ßetgelt nit haben.
Du hall warlich groß müe gehabt,
Man hat dich aber liederlich begabt
Hetten fi dir treulich pflegen,
Ain federn vom hailigen gaift geben,
110 Auf ertrich nie lieber fehen wolt.
Was ich darumb thän folt.
Der Luther wil mit dir Iludieren,
Auf dem reichstag zä Worms durnieren
Und in künden mit dir fechten.
ti5 Trau got, werd dir under die mörhen Ileohen.
Wil im meinen fatelgaul leihen,
Möcht nun die fach gedeihen.
Und th& euch bauren warlich fagen.
Daß got in feinen tagen
noHabe nichts gefagt von fölicher lere.
iß ablaß gerecht, fein fi uns nit treu gewefen.
Daß der lunder leichtlich het genelen,
Es wer dann daß Paulus haimlioh het gefehen
Da von im zimet nit zu jehen
sas In der andern epißel am xii capitel.
Zu den Corinthiern ift der titel.
Das mag doch beweren kein ablaß verkaufer:
Darumb fein fi lant und leut befcheißer.
185
Die ÜEicli bedarft auch meiner reiter,
SSO Daß man die leut nicht betrug weiter.
Auf ertrich iez nichts ift gfit,
Dann was man pfa£Pen und kircheii thfit.
Ich bit dich, h&t dich vor münchen und pfaffen:
Sein bei meiner feiel nit recht befchaffen.
335 Und wer mir nit gelauben wil,
Les Matheum am funfzehenden zil.
Auch am xxiu vil mere
Vindeßu vil hailfamer lere:
Und wie got die pharifeier thät nennen,
MO Soltu die gailUicben erkennen.
Größere freud ich nit het auf erden,
Dann ein henker werden
Und verprennen das buch Decretal
Und vil b&cher dar iiber one zal
34& Und erheben Evangelium und Paulum,
Judam, Jacobum. Johannem und Petrum.
Wer die felbigen thfit erkennen,
Sein die iezigen pfaffen falfcb propheten nennen.
O menfch, ich thfi dir auf mein aid
SSO Geben ain leichten befchaid,
Haiß dir ain artikel des rechten glauben,
Darin du folt haben großen getrauen:
In die gemeinfchaft der hailigen er haißt.
Welcher menfch den felben recht waißt,
855 Darf münchen, pfaffen nit fo vil geben.
Es wirt dennoch got fein pflegen,
Thät feinem nechllen halten treu und eer
Nach der hailigen zwölfboten leer
Und was got hat ainem ietlichen auf gelait
S60 Mit ainer fenften befchaidenhait
In feiner arbait wie er ift befchaffen.
In wurd got nit leichtlich ßrafen.
So er der büß gottes treulich thät pflegen.
Die er dem Adam hat gegeben.
365 Und wer das exempel wil merken,
186
Da mit thät Paulos ßerkee
ZA den Corinthiem im xn zil,
Da Tagt er von goties genaden vil,
Wie fi got etlichen th&t befefaaiden
S70 Und die gelid des leibs außtailen.
So die gelid des leibs werden ain,
Wirt uns der leibe Chriftus auch gemain,
Und thäten des fi^ben leibs recht pflegen,
Wurd uns feinen hailigen fegen geben.
375 Wurdent die prießer die laiigen werden
Alhie auf difer erden,
Davon uns got thfit anzaigen,
Lucas am zehenten befchaiden,
Wolt ich mein reiter zerprecben
MO Und den curtifanifchen glauben nit außfprechen.
Efau
Efau der erft geboren fun Isac.
Hab yerfreßen auf ainen tag
Die erft geburt und gotes fegen,
Umb ein pfan toI mfis meinem br&der geben,
39» Die unfer mäter uns baiden thät kochen,
Fraß alain in meinen rächen.
Hab gebüeßt lang und gewainet fer,
Mocht es erlangen nimmer mer.
Jacob thät im ain abbruch,
390 Gottes genaden er an fich zug*
Alfo iez das gaüUich leben
Thfit nit got funder den leib pflegen.
Das der Efau hat befeßen,
Wellens als alain auffireßen,
395 Vifch, hennen, wilpret und was ift g&t,
Wein Reinfal bringt in firifchen mfit.
Der Jacob wolt den bauren nie nichts laßen,
Sein nit darzfi erfchaffen.
Ain eeweib habens in felber genumen,
400 Da mit daß vil z& in kumen,
Dardurch der eebruch würt gemain.
187
Daß man iez nit bette die Hain,
Solt man den eebruch wie vor alten ftrafen
Under laien und andern pfaflEen.
405 Ift in doch got nichs verbieten
Mathei am xix capitel,
Da er alfo thät fagen
'Wers leiden müg, fol es tragen\
Halten ficb aber nach gefundhait irer leib
410 Und alle tag ain neues weib
Und fingen alzeit *all vol all voll.'
Von Efau hats gelemet der adel woL
'All Yol, all vol, kainer 1er*
Bringt den bauren bofe mer.
415 So fi in das feld dann thän kumen,
Schaffen fi wenig fnimen:
Hangen an den gealen wie die vollen,
Iß in dann ain wolgefallen,
Und thänt mit den geulen herfur fprengen.
4M Das thflt dann der f&rft vememen.
Der lantfurfi darf es nit weren
Und folche &bung zerßoren.
Urfach thu ich melden:
Thän fich zfifamen gefellen
4>5 Und dknn den fiirften kri^en und brennen.
Wie bald es die bifchof vememen,
So der furft nit mer gelt hat,
M&ß im verkaufen ain fiat.
Unfer traid ift uns zwai jar erfirorn:
430 Efau hat alain das körn.
Alfo Itat es in dem romifchen reich.
Mich bcdeucht die fach machen gleich.
Alfo bat difer glaub ain end*
Ain reiter fEir ich an meiner hend,
i^ Die reiter ifi ain ratfchlag:
Got der alle ding vermag,
Der hailig gaift th& uns verleihen,
Daß die reiter künig Karol mug gedeihen.
j
188
Si iß nit groß funder weit
440 Und mit ainer guten befchaidenhait.
Ich hab gelefen vor vil joren,
Ain künig fol werden geboren,
Solte machen ain neue reformacion.
Ich wolt fi geren helfen heben an:
44A Alles übel folt hingelegt werden
Alhie auf difer erden,
Got zä lob und feiner mfiter rain
Und allen Aenden natz und gute gemain
Solten alle menfchen auf difer erden
450 On allen fchaden und fchwertfchleg ains werden.
Wurd auch kainem die reiter wider fein,
Sprich ich auf die treue mein,
Er wer dann ain unmenfch und ain fpot
Und wer verachten gotes gebot,
455 Die lieb gottes und feines nechften
Thät verachten und verfchmähen.
O künig Karol, du edles blut,
Die reiter wurden dir nutz und gut
Und halt fi nit für ein dant!
460 Mit dir wurd fein gottes hant,
Du wurdeß; in die höhe auf. fliegen
Und alle menfchen auf ertrich biegen,
Die Teutfchen alfo hoch wurden erhaben,
Daß es kain alte gefchrifb thät fagen,
465 Dein geleich auf ertrich nie gewefen,
Das mocht kain gelerter lefen, —
Das folt got deinem herren ziitrauen —
Du wurdeft machen ain ainigen glauben. .
Den ratfchlag mocht icl^ ainem erzelen,
470 Ee ainer ain ai tliät fchelen:
Ich wag es aber nit geren,
Mocht under gedruckt werden.
Auch ander urüach der feind vil.
Die ich iez nit nennen wil.
475 Darf mich auch nit offenbaren
189
Vor forcht der großen Juden fcbaren.
Z& Weißenburg iß difer Rindig man,
Im ligt gotes fehand und laßer an.
I>a vindt man difen bauren,
430 In th&t das eilend aller ßend betaaren
Durch got und die muter fein
Und zu nutz der cbrißenhait gemain.
AMEN.
XXI.
EIN KÜRZE ANRED
ZU ALLEN MISGÜNSTIGEN
DOCTOR LUTHERS
UND DER CHRISTENLICHEN FREIHEIT.
1522.
Hort, hört, alle der warheit und des herrn Chrifti freant!
bort, hört, fecht die eilenden, unfelichen und verzweifelten
feinde des doctor Martins Luthers, den ThomaMumer und
den Kreter Wedel, yor wenig tagen feint fi menfchen ge-
5 wefen, aber izo feint fie durch ein betriegung, fo fi inen
felbll gemacht haben, durch eines teufeis zuthun und Zau-
berei, welcher Plutus, das iß reichtumb, heißt, der Mumar
in ein drachen und der Wedel in ein fau, der Emfer in ein
bock und doctor Dam in ein efelskopf und der Aleander in
10 ein lewen und Eckius mit dem queßenwedel verwandelt
worden, welche wir euch darumb öffentlich furgellelt ha-
ben, daß diß euch ein forcht und fchrecken eintreibe, auf
daß ir nit auch in wilde unvernünftige tier verwandelt werdt.
dann es iß ferlich und beforklich der warheit widerßant zu
1» thun und wider di götliche gefetz lang ungotlich und un-
chrißlich handeln, es ergeet nit zu gutem und ane ßrafe.
191
laßt euch frembde ferlichkeit-furficbtig mftchen, datm es iß
noch nie glucklich außgangen alles das bißher wider den
Luther von etlichen frevenlich furgenomen ift. der Eck ift
M gehobelt und darzu gefchniten worden , der Leus ift in ein
fchwein verwandelt, die andern alle feint damider gelegt,
und die fach ßeet durch gotlich hilf wol, weil der alten py-
thagorifchen meinung und wenung nach die feelen der men-
fchen fich in wilde unvernünftige tier verwenden und auß
» einem leib in den andern, wenn man inen alein nit den
weg verfchleußt fich zu verwandeln und ir geftalt zu ver-
andern, weil das fchwert und die zwitracht alle ding ver-
wüften. es iß ferlich, wenn ir nit mit dem furderlicfaßen
widerumb euch bekert die 1er fo ir veracht, ift nit welt-
ao lieh, fonder himlifcb, funder ewangelifch. nempt ir den rat
an, fo ift es gut nempt ir den rat nit an, fo werden wir
in eurm verderben lachen und fpotten und euch difen fpruch
des heiligen ewangeliums fagen 'wir haben euch gefungen
und ir habt nit gefprungen*. man hat erfaren, daß bis auf
S5 den heutigen tag fich kein gelerter und frumer man wider
den Luther gefetzt und gefpert hat, fonder alein grobe un-
verßendige verkertmütige und freche menfchen, der end
gleich iren werken fein wirt fo haben wir auch genugfam
erfaren, wie fie fich in iren difputation erzeigt haben, die
40 munch und theologiften feint verworfen worden, es iß nichts
vorbliben, alein daß wir fehen die hurnkinder und verleumbte
leut, ja auch die wafcherin und badmeide auf difem plan
fechten, die fich auch (wie wir hören) darzu geruß haben,
dann fie tichten und gehn domit umb, wie fi mit den ar-
45 tikelen, fo man dem HuOen felfchlich aufgelegt, dem Luther
den ßrick an hals bringen mögen, aber das gam wirt ver-
geblich vor den angen des fogel gelegt, und wie dife thun,
alfo wirt inen widerumb befchehen. dann R, bcgern ver-
leumpt, erlös und anrüchig zu fein, uufer haben fünfzig wi-
50 der folche hurnkinder und unnutze fchwetzer uns zufamen
verbunden, und fo unfer zu wenig fein, wollen wir unfer
freunde auch um hilf und beißant anrufen, bedingen uns
auch hiemit, daß wir den Murner nie gehaßt haben, mit
dem wir zu Bafel, Frankfort und Trier vor zeiten in großer
192
65 freuntfchaft gelebt haben* aber der gottes leßerang feint
wir gram, durch welche er fich unterwunden hat die ewan-
gelifcbe 1er unfers herren Jefu Chriili und fant Pauls zu
beflecken und vcrunreinen. gegen der injurien, fchmach und
beleidigung uns erzeigt wolten wir ungern ein wort mur-
60 mein , aber in gottes leßerung fchonen wir auch nit des
vatern, der mutter und der brüder, der uns auch feinen
geiß geben wirt, daß fich die Dxne der Ungerechtigkeit nicht
unterlleen werden uns fchaden zu zu fugen, dann der tag
des herm ift wider alle hoffertige, homütige und wider alle
65 fchiff Tharfis, das da feint fchiff der Verfolger der götlichen
ewangelifchen warheit, 1er und gefchrift. gehabt euch wie
irs verdient haben!
Es wirt die warheit gewinnen, überwinden, obligen
und figen und iren glänz erhalten, es fei lieb oder leid allen
70 kinderen difer weit. amen.
O got in feiner majeftat,
Der alle ding befchaffen hat
Und wol geordnet, als man ficht,
Der felbige geh uns izt ans liecht
7t Di rechte warheit und vorftant,
Uf daß uns alhie wurd bekaut
Nach feiner 1er und gutem leben.
Daß er uns hat zu beifpil geben,
Daß wir uns theten hiiten
«0 Vor denen die fo greulich wüten
Und toben wider gottes wort.
Erlangen das weder hie noch dort.
Si fechten wider wäre 1er.
Die felbig ift in fo hert und fchwer,
85 Daß fie darvou nit hören mügen,
Dann daß fi bleiben uf iren lügen.
Als man dife jar hat gefehen,
Wie es dem Luther ift gefchehen,
k
193
Auch was er hat erliten
90 Und wie er hat geftriten,
Auch wie in mancher hat gefcheat /
Und hat fich an im ab gerent.
Noch ift er alleweg fitzent hüben
Und hat das gfpot alzeit erliten.
95 Wo fie ir große kunft haben braucht,
Da hat es in gar nichts gedaucht
Der erß das was der doctor Eck:
Der fcha£fet fo vil als ein butterweck,
Der do an der Tonnen leit,
100 Und ir glaß ßch darauf geit,
Gar bald thut er zurinncn.
Damach do kam von finnen
Ein grauer efel auf den berk:
Sant Annal der treib Wunderwerk
los Und machet alTo lofe fchrifl.
Di felbig was vormill mit gift
Und was geßalt als wer fi gut.
Do das erfiir des beides mut,
Ich mein Martinum Luther,
110 Der felbig nam den wecken butter
Und deq grauen efel znfamen
Und thet fi wie den teufel bannen.
Dem einen vorbot er bald fein fchreiben,
Der ander dorft im lant nit bleiben,
11& Zog wider heim auf feine pfarr.
Wo iß er nun der arme narr?
Damach do kam ein kuner degen,
Der het fichs ganz und gar erwegeu,
Wi er den monich auß wolt richten:
110 Nach folchem fal ßunt als fein tichten.
Der was genant der zigenbock:
Margreten wurm het er manch fchock,
Daß er den felben wurmen
So teuflifch nach thet fchwurmen,
»s Daß er nicht woß was er thet fchreiben,
Daß er den manch mocht vertreiben.
13
194
Di weil ich aber die fach bedenk,
So hat es mit im vil andre renk
Dann ich fie alhie fagon thar:
180 ledoch fo ift mirs an gefar,
Ob ich erzelet feine tbaten.
Bei im da feint geweß legaten,
Di haben mit im gemacht ein bunt,
Ob er mocht finden, drein ein fiint,
i»5 Daß er den frumen furßen thet vormiigen,
Uf daß er volget feinen lugen.
Soliches thuns hat er fich gefleißt
Und das von tag zu tag beweift.
Nu hoff ich, der i'rum furft lobefan
uo Wirt fich darein nicht füren lan,
Sunder wirt der rechten warheit helfen
Und fich nicht keren an fein gelfen.
Ich glaub, der bock hab alfo gedacht,
Daß er hett gern zu wegen gebracht
145 Feintfchaft unter gefipten fründen,
Alda ein feuer an zu zünden.
Lieber bock, das wil ich dir fchenken,
Uf daß du nicht weiter darflt gedenken.
Daß nicht leut wern die dich kenten lenken
uo Oder dich in deinen fchriften krenken.
Di weil du dich haß fo hoch gericht.
So merk daß dir nicht alfo gefchicht
Als dem ochfen und der kroten,
Di thet fich bald enzwei fchroten,
US Do fi fich dem ochfen wolt geleichen.
Alfo wirßu auch müßen weichen.
Got geb es fei dir lieb oder leit,
Du wirß erfam ein andern befcheit.
Ee du ein folches gefpot folß treiben,
160 Es wurden ee die badmeid fchreiben
Und anrichten wider dich ein her
Und wurden verfolgen deine ler.
Du meinß, dein fchrift di fei in allem lant
Alfo wol als zu Dreifen bekant.
195
i«& Im fei nu gleich wol wi im fei.
So helf uns got und lieh uns bei,
Daß wir di rechte warheit erkennen,
Umb welche wir uns chriften nennen,
Und daß wir erlangen gottes kraft,
170 Die leien und die prießerfchaft,
Und eintrechtig leben,
Den leuten gute beifpil geben.
Daß das gefcheh und werde war,
Das helf uns got mit freuden dar!
175 Di gotliche warheit muß haben beßant:
Darvor da hilft kein weltliche haut
I A hat es gemacht do er frölich was.
MDXXn.
13^
xxn.
TRIUMPHÜS VERITATIS
81K DER WARHEIT
MIT DEM SCHWERT DES GEISTS
DURCH DIE WITTENBERGISCHE NACHTIGALL
EROBERT.
ENGEL
Gebenedeit feift Jefu Chrill,
Der du vom tot erllanden bift
Und mit deim tot haß überwunden
Den tot, fund, hei, den teufel bunden
5 Und Adams fal her wider bracht,
Frid zwifchen got und menfchen gmacht,
Daß er zä uns nun komen mag
Mit leib und fei am jüngßen tag,
Da durch dann gmert würt unfer freit
10 Drum fei dir lob und er gefeit
Von ewigkeit in ewigkeit.
DANKSAGUNG
DES GEMEINEN CHRISTENVOLKS
O milter got, herr Jefu Chrifl,
Der du für uns gefVorbeu bift
197
Und uns da durch erlofet haß
i& Vom teüfel und der (unden laß,
Wir Tagen dir preis, er und lob
Umb dein vilfeltig gotlich gob,
Die du uns haft, o her, gethon
Durchs heilig evangelion,
so Durch welches hellen liechten glall
Du uns genedig gfiieret haft
Auß finftemis an liechten tag
Der warheit, die verborgen lag
Und vom Entchriß yerh&tet ier
ti Mit falTcher lügenhafter 1er,
Mit der er uns hat leider btrogen
Und uns von dir zfi im gezogen,
Daß wir dein gbot band nach gelon,
Und niir was er hat giert gethon,
30 BIß du uns haß in teutfche lant
Din boten Martin Luther glant.
Der durch dein evangelion
(Welchs du durch in uns kund haß gthon)
Erlofet hat von feinem gwalt
35 Und uns dir wider zägeßalt.
Daß wir nu glauben veßiklich
Bei dir zfi fein in deinem rieh:
Drum fei dir lob gfagt ewiklich.
PATRIARCHEN
Adam
Freut euch, ir werden ehrifleu i'rom!
4<j Dan der gebenedeiet fom,
Ders haupt dem fchlangen hat zerbrochen
(Wie mir dau got das hat verfprocheii)
Und durch fein tot ganz unverdient
Mich wider hat mit got verlueut
4b Mit fampt euch allen lieben kint.
Die folichs warlich glauben fint,
Der kompt mit freiden manigfalt
198
Und triumphieret mit gewait
Am Antichriä;, fim großen fint
fto Und allem finem ho%efint,
Die er f&rt gbunden vor fim wagen,
Mit dem wort gots alein gefchlagen,
Welche fie hand wollen undertrucken
Mit gwalt und fonft mit bofen fhicken,
ii Das got auß gnaden hat gewent
Durch fein propheten, den man nent
Martinum Luther, weit bekant
In teutfchem und auch welfchem lant.
Drum freuen euch mit mir aUfant!
Abraham
60 Freut euch, ir lieben chriften fromi
Dan hie kompt Jefus Chrift der foui.
In dem all volker difer erden
Gebenedeiet foUen werden,
(Wie mir dan got verheißen hat,
6» Als Genefis gefchriben ßat)
Und triumphiert mit großer freid,
Bringt finen finden fchmach und leid.
Die er fi!irt gfangen und gebunden,
Mit dem wort gottes überwunden
70 Durch fein propheten weit bekant,
Der Martin Luther ift genant.
Davit
Freut euch, ir werden cbrißen from!
Dan diß die frucht iß; und der fom,
Den der barmherzig g&tig got
TS Uß gnaden mir verheißen hot,
Dem er auch geben woll ein reich,
Das er wöU bßetign ewikleich,
Als er dan iez herfcht und regiert
Und an fein finden triumphiert,
80 Von den er euch hat gmachet frei,
Erloß von irer tirannei
Durchs heilig evangelion,
Das er uß gnad euch kunt hat thon
199
Durch Cein gctruwen knecbt Martin.
»» Drum folt ir billich frolicb Gn.
PROPHETEN
Freut euch, ir chriften all gemein,
Reich, arm, jung, alt, groß und auch klein!
Freut euch auß euers herzen grünt!
Freut euch iezund zu aller (hmt!
INI Dan der den wir langft hand verkünt,
Der bzalen folte unfer fund
Und uns erwerben gottes hult
Mit feinem fterben unverfchult,
(Als er dan nachmals hat gethou
95 Am Aam des heiigen kreuz fo fron)
Der kompt mit freidenrichem fchall
Und triumphiert iezt liberal
An feinem fint dem Autichriß,
Den er hat gfchlagen uud zerknitfclit
lüü Und im fein reich on hend zerftrot,
Nur mit dem geift fins munds gedöt.
Wie wirs dan als vor mangem jor
Geweißagt haben offenbor.
APOSTOLI
Freut euch, ir frumen chriften gut!
iw» Freut euch und feien wolgem&t!
Dan der uns hat von Adams fal
Erlöft, der kompt mit reichem Ichal.
Secht, Jefus Chrift, war menfch und got.
Der uns all mit feim bittern tot
110 Erloft hat von des teufeis gwalt,
Von tot und funden manigfalt,
Der fert da her und triumphiert
Von feinen feinden, die da f&rt
Der Hütten gPangen und gebunden,
11» Mit dem wort gottes iiber wunden.
200
Das der Entchrift tief het vergraben,
Unds aber iezund wider haben
Durch den getreuen gottes knecht
Martinum Luther, wie irs fecbt
ISO Daß er den wagen felber fört,
üf dem die warheit triumphiert
Das iß der milt her Jefus Chrift,
Der dan die warheit felber iß.
Er iß der weg und auch das leben,
U6 Durch den euch wirt all fiind vergeben,
Als wir dan das hand kunt gethon
Durchs heilig evangelion,
Welchs wir dan in der chrißenheit
Verkündet haben weit und breit
ISO Mit Worten, werken und auch fchreiben.
Daß es möcht in gedechtnis bleiben.
EVANGELISTEN
Freut euch, ir chrißen jung und alt!
Freut euch in freidcn manigfalt!
Dan der fon gottes Jefus Chriß,
IS» Der unferthalb menfch worden iß.
Willig für uns am kreuz geßorben
Und durch fein tot uns gnad erworben,
Der iß iezt uß dem grab erßanden
Der heiigen fchrift vous Entchrißs banden,
140 Dar in er dan verhütet lag
Vil hundert jar und manchen tag
Vom Entchriß und feim bfcliornen gfind
Mit falfch, betrug und Hßen gfchwind.
Die er dan iezund durch fin knecht
145 Martinum der maß hat gefchwecht,
Daß er thfit gwaltig triumphiorn.
Drum ir auch billich jubiliern,
Dann er hat euch mit feinem tot
Mit got verHint und bracht zfi gnod.
IM All euwer (und hat er bezalt
201
Und euch erloll vons teufcls gwalt
Ja alles das er bat verdient,
Hat er euch gfchenkt und euch verfönt,
Daß weder fand, noch tot, noch hell
IM Euch bringen mag in ungefell.
So ferr ir folchs nur glauben find
Und fürbaß thfind wie liebe kint,
Die fich auß liebe fleißen zthan
Als was der vater nur wil han.
ULRICH VON HÜTTEN
160 Sprecht juch mit freidenreiehem fchal!
Juch juch! freuen euch mit mir aUI
Freut euch mit mir auß herzen grunti
Dan große freud thun ich euch kunt.
Ja freud, der gleich in dufent joren
1« Nie hand gehört einchs menfchen oren:
Dan got hat fich gethon erbarmen
Uß gnaden über uns vil armen
Und hat uns ein propheten gfant,
Der Martin Luther ift genant,
170 Durch den uns der bannherzig got
Solch große gnad bewifen hot.
Daß wir durch in hand widerum
Das heilig evangelium,
Durch welchs uns got anbeut fein huld,
175 Verzeihung aller lund und fchuld
Und uns darz& verheißt z& geben
Alein uß gnad das ewig leben.
^Secht folche troßlich botfchaft gut,
Dies evangeljum bringt und tbut,
180 Hand wir nu vil jar nie gehaben,
Dan es der maßen lag vergraben,
Verhüt mit falfcher 1er und dant.
Da mits der Entchrill hat verbaut.
Daß wirs nun fchier fünf hundert jar
195 Nie lauter haut gehapt und klar.
202
Dan der bapD; hat ans mit finaiiz
Dem teufel gbunden uf den fchwan/,
Daß wir an gota barmherzigkeit,
Durch Jefum Chrift uns zfigefeit,
190 Bei nach verzweifelt haben gar,
£e wir der fach hant gnomen war,
Biß es zu left da bin iß komen,
Daß er uns Chrilhim gar hat gnomen,
Daß wir nit me band gCächt (vernim)
IM Verzeihung unfer fund bi im,
Ja nit me band gehofil nf erden
Durch den fon gots felig zS werden.
Sonder band felbs gnög wollen thon
Mit reu, beicht, büß, nach ablaß gon
300 Und ander vil der gleichen dant,
Da hin fie uns gewifen hant.
Da mit die feien find verdorben
Und Chrißus uns umb fonft ift gftorben,
Unangefehen daß er hat
soA Sich für all unfer milEethat
Ganz willig geben in den tot
Und uns erlöß von aller not
Des tods, der [unden und der hellen,
So ferr wirs anders glauben wollen.
210 Dan wer da glaubt (fpricht got) in mich.
Der wirt nit ßerben ewiklich.
Der gleichen auch Johannes melt:
So lieb hat got gehapt die weit.
Daß er fein eingebornen fon
215 Hat geben , gnug für uns zu thon,
Uf daß wer do gelaubt in in,
Nit werd verderben han zfi gwin.
Sonder vil mer das ewig leben.
Nach iß folch ler (fecht) all vergeben,
220 Dan nieman got herzlich vertraut
Und uf fein wort den glauben baut:
Daran dan einig fchuldig iß
Mit fim gefind der Entichriß,
203
Der uns das eyangelion
225 Mit falfcher 1er hat nnderthon.
9 Deshalb umb difen türen fchatz
Der Luther hat ghapt manchen hatz
Mit dem Entchrift und fim gefind,
Die mit im lilten klug und gfchwind
280 Im band vil widerllands gethon,
Als got bat wider auf Ion gon
Durch in das evangelion:
Dans geltnetz irer faulen zoten,
Geßrickt uß menfchen gfatz und gboten,
23& Da mit fie gfangen band die gwißen.
Hat er durchs wort gots in zerrißen,
Ir fleircblich recht, geiftlich genant,
Hat er als ketzerei verbrant.
^Dar gegen band fie ficb geßalt
240 Z&r wer mit fchwert, feur und gewalt,
Hand in (wie wol unüberwunden
Der warheit, wies ficb hat erfunden)
Mit gwalt, on recht, ganz unverfchampt
Als einen ketzer fchnod verdampt,
245 Hand in verfchoßen und verbant,
Zu Rom, Coln, Worms und Menz verbrant
Sein bildnis und gcgründtc 1er.
Des er zwar doch nit achte fer,
So ferrs betreff nur fein perfon
250 Und nit das evangelion.
Dwil aber da mit auch würt gfchmecht
Das gotlich wort mit fampt dem knecht.
So bat er ficb (wie billicb ifi)
Dapfer zur gegenwer gerüR,
2&» Hat doch kein ander fchwert geiurt
Dann das wort gots, wi6 ob berüert
Mit dem fo hat er umb ficb gfchlagen.
Dem EntcbriH und in allen zwagen.
Hat die ftrebkatz mit in gezogen,
2M Das haupt dem bapft z8r erden gbogeu.
Er bat fo lang mit in gerungen.
204
Biß im zfi letft doch ift gelungen,
Daß was des gefchwiirms iß und des borncn
Von pfaffen, miinchen und auch nonnen,
MS Die mit irem geiftlichen leben
Stracks wider gots gebot thfmd ßreben.
Ich f&r gefangen und gebunden,
Von dem propheten Qberwunden,
Nur aber mit dem fchwert des geifts:
270 Das fie dan auch verdrüßt ufs meid,
Daß fie dem evangelion
Nit kfmnen widerftant gethon.
Und es in aber greift uf d'hauben.
Ir falfcheit in thät furher klauben,
S7S Macht offenhar den Antichriß,
Eröffnet auch den btrug tmd liß,
Mit dem er hat das chrißenblät
Verderbt an leib, fei, er und gut:
Dann er uns armen chrißenleut
iso . Gleich wie die fclaven hat verbeut.
Wir hand im beßicn mfißen fein,
Vol trunken bolz, alzeit vol wein,
Vil minder hat er uns geachtet
Dans viech das man zör metzbank fchlarhtet:
S85 Biß daß lieh got hat gthon erbarmen
Durch Chrißum über uns vil armen
Und uns erlofet von dem joch.
Das wir hand tragen lang mit fchmoch,
Und widerumb (wie wol verletzt)
S90 Uns in die chrißlich freiheit gfetzt,
Darbei uns zu erkennen geben,
Was fei ein recht, war, chrißlich leben:
Nemlich in gottes wort vertrauen,
Mit feßem glauben daruf bauen,
Tii Daß in dar von nit reißen künde
Weder tot, teufel, hell, noch fuuJe.
In tr&bfal, leiden, angß und not
Verficht man fich als gäts zu got.
Got geb, got nem, gilt im als glich.
205
300 Nimpt fauTB und iußs uf williklicb,
Dan er in leid iß troßes vol,
Zweifelt gar nichts, got woU im wol
Durch unfern herren Jefum Chnll,
Der dan fin einig hofinung ill.
905 Dar bei thut er feio nechßen lieben,
Mit willen keinen menfchen btr&ben.
Sonder er fibt lieh alle zeit
In werken der barmherzigkeit
Mit raten, helfen, geben, leihen,
310 Mit leren, ftrafen, fchuld verzeihen,
Fleißt fich uß liebe iederman
Durch gottes willen gfita zu than,
Sucht keinen nutz drin, noch kein Ion,
Thut iederman wie er felb wolt
siA Daß im vom andern gfchehen folt.
Das iß kurzlich in einer fumm
Das gfatz unds evangelium.
Wo nun der glaub folch frucht nit bringt,
Ißs nit der glaub da dfchrift von klingt,
390 Sonder iß nur ein lauter wjOu,
Der in anfechtung nit mag bßon.
Es glaubt auch nieman (iß verlorn).
Er fei dan anderwerb geborn
Ja uß dem feur und hoilgen geiß.
825 Drum bitten Chrißum aller meiß.
Daß er uns feinen trößer fend.
Der folichs als in uns volend
Und alles übel von uns wend.
MAliTINÜS LUTHER
O lieben fromen chrißenleut,
330 Freuen euch mit mir alle heuti
Freut euch, ir lieben gottes frünti
Dan große freud ich euch verkünd.
Ja freud, der gleich bei unfern tagen
Wir nie me band gehören fagen.
206
Mh Dann der g&tig barmherzig got
Uns folche gnad bewifen bot,
Daß wir, o lieben chriften frum,
Das heilig grab band widerum.
Die Patriarchen und propheten
340 Den tag lang gern gefehen betten,
Dern etlich den auch hand vernomen.
Darnach feind die apofiel komen
Mit fampt den vier eyangeliften :
Die band das grab den fromen chriften
345 Verkündiget und ufgethon,
Ir wort in all weit laßen gon.
Zä letft der romfch Türk kpmen ift
(Den man fonft nent den Antichrift)
Und hat uns heimlich und verholn
350 Diß grab mit liften abgeßoln,
Hat das mit bannen und verbieten
Der maß bevolhen z& verhüeten,
Daß wirs nu fchier fönf hundert jar
Nie hand gehapt ganz offenbar.
355 Er hat das grab verh&t fo veft
Mit falfcher 1er als wers die beß,
Daß nieman hat den btruk gemerkt:
Da mit fein reich ie me fich gßerkt,
Biß er uns hat fo gar verblent,
360 Daß wir nit me hand Chrißum kent,
In auch im grab nit türren fachen,
Dan der romfch Türk der thet verfluchen
Mit feinem untüchtigen ban
All die des grabs fich nemen an.
s«5 Dann er forcht (als dan iß gefcheheQ,
Drum wir got billich lob veijehen)
Man wurd den grabßein dannen thon.
Daß Chrißus wider uf wurd ßon,
So wurd fin rieh z& fcheitem gon.
370 Ich mein das grab die heilig fchrift,
Die unfer feien heil an trifft,
Das alt und auch neu teßament,
207
Das billicli würt ein grab geneiit:
Dan warlicli drin vergraben ift
375 Das gotlich wort das got felbs iß,
Welchs in der heiigen junkfrau rein
Ift worden war fleifch, blfit und bein.
Ich mein den herren Jcfum Chrift,
Der einig unfer furfprech ift
SSO Vor got dem liebften vater fin.
Als das die gfchrift eröffnet fin,
Der auch uß lieb für uns iß gftorben
Und durch fein tot uns gnad erworben,
3»:» Verzeihung aller unfer iund,
Und uns gemachet gottes fründ,
Ja auch geraachet gottes kind.
Daß wir auch erben mit im find
Und fine guter all mit ein
390 Des halben mit im band gemein.
Dan (merk) fein tot ift unfer leben,
Sin grechtigkeit ift uns gegeben,
Sein tot hat unfern überwunden,
Sin frumkeit unfer (und verfchlunden,
39A Sin liden hat uns ledig gmacht
Vons teufeis und der hellen pracht,
Er hat uns von dem gwalt erloft
Des teufeis und der hellen roft,
Dan er hat got gen{ig gethon
400 Für alle fund on abelon:
Dar gegen er nit me begert
Dan lieb und glauben hie uf erd.
Den glauben fol man zii im hon,
Die werk der lieb dem nechften thon
40& On allen eigen gfflch und gnieß,
Sonder frei willig on verdrieß,
Dan alfo hat uns got auch thon:
Drum wil er folchs auch von uns hon,
Daß einr dem andern dienen fol.
4(0 Gfchicht es, fo ftond all fachen wol.
Dan da wirt fein kein (und fo groß,
_208^
Die Dit der glaub zd boden iloß,
Wo liebe zjl dem neoblten brint
Im waren glauben angezünt,
415 Wie das dan in der grcbriH iß grünt
Und durcb dpropheten uns verkünt,
Den patriarcben lang zuvor
Yon got verheißen manig jor,
Wie wol fer dunkel und verborgen,
4S0 Biß komen iß der liecht hell morgen,
Daß got fein liecht hat uf Ion gon,
Das heilig evangelion,
Das er uns durch fein liebe firund
Die heiigen boten hat verkünt,
495 Wie das dann die evangelißen
Befchriben haut den fromen chrißen.
^Secht folchen fchatz und reichtfim groß,
Der uns (wie ghört) macht ßinden bloß,
(Ich mein den herren Jefum Chriß^
480 Durch den uns folcb gut geben iß
Und iez durchs evangelion
Iß offenbar und kunt gethon)
Hat uns der romifch Türk enzogcn
Mit feiner 1er falfch und erlogen.
4t5 Nun daß man wiß, mit was b&brei
Solch großer btruk gefchehen fei.
So merk man uf mit beiden oren,
Wil ich es kürzlich offenboren.
^Nach dem als iez die chrißenheit
440 Nach lang erlittner grimmikeit
Eins teils nu was zfi räwen komen
Und dbepß an gät zä hetten gnomen,
Hand lie als bald nach er und gwalt
Und allem pracht mit liß geßalt,
445 Mit falfchem btrug und bhendikeit.
Ein haupt z& fin der chrißenheit,
Das Chrißus doch wil fin alein,
Wie dan auch der verworfen ßein
Der zä eim eckßein iß gefetzt.
209
4S0 Dran fich dan mancher hat yerkretet.
Da in ein kleins nu ift gelungen,
Hands nach dem keifertäm gemngen,
Den keifer von dem reich getrungen
Und fich mit gwalt ins neft gefetzt,
4&& Damit die Ordnung gots verletzt,
In dem daß fie uns dienen feiten.
Mit weltlich herfchen, wie fie weiten.
Hand do mit weltlich oberkeit
Gefchmecht, dies fchwert von got felbs treit
460 Nachmals folch herfcfaaft, leut und lant,
Hand fie lant Peters erbg^t gnant,
Der doch het weder gold noch gelt,
So die bherfchen die ganze weit,
Wie wol fie diß auch haut befchönt,
<<& Aber mit lüg, drums übel tont.
Dan fie band gfagt (vemempt mich eben),
Der keifer habs Silvellro geben,
Sie und die iren alfo gfreit:
Das doch iß glogen und erhoit.
470 Uf folichs band fie (merken eben)
Groß titel inen felber geben.
Als geilUich, heilig, und darneben
Th&t fie fo fer nach hoffart dürften.
Daß fie regiem wie weltlich furften,
47» Ja großren pracht und hoffart treiben
Dan man von küngen ie thet fchreiben.
Dan die alein geherfchet hant
Über ir find, Ilet, leut und lant:
Die aber bn> an folchem nit,
^M Sonder wöln han die fei darmit.
Die doch got als lein eigen gfit
Erlöft , erkauft hat mit fim bl&t
Doch wil ich das iezt laßen fton
Und meidung von irm urfpmng thon,
^ Wo mit fie doch fo hoch fein komen.
Und aller weit gfit eingenomen.
Die doch han folten nur alein
14
210
Ir zimlich narung von der gmein,
Dem gtreuwe hirten fie dan weren
490 Mit predgen, taufen und recht leren.
Hört, drei ding fint (als ich hab gmerkt)
Die im furfcblag ufs meid band fterkt,
Der ban, der ablaß unds fegfeur,
Darneben fonft vil obenteur,
496 Die uß den dreien mit der zeit
Gefloßen find beid nach und weit.
Damit daß irs recht mügt verßan,
So hört zäm erßen von dem ban,
Wo her der gwalt, wann oder wie
Aoo Doch komen fei alein uf fie.
VON URSPRUNG
DES BEPSTLICHEN GEWALTS UND BAN
Do Chrilhis in den tot wolt gon,
Hat er Petro die fchlüßel glon,
Hat die darnach in alln mit ein
Nach oAern geben in gemein,
&c» In welchem in iA gwalt (merkt eben)
Zfi löfen und zu binden geben.
In difer gfchicht klar anzeigt würt,
Daß folcher gwalt der kirch gebürt,
Das ift der chriflenlichen gmein
510 Und nit den bfchornen nur alein.
Nun dife fchlüßel hie erzelt,
Die got der gmeind hat zugeßelt,
Hand fie uf fich alein gezogen
Und das gmein volk darum betrogen,
»15 Hand geben zu verß:an darx neben.
Wie fie got hab dem Petro geben.
Des felben nachfar feien fie.
Wie wol ich nit weiß, wan und wie
Sant Peter ie gen Rom fei komen,
AM Dan ichs in gfchrift nie hab vernomen,
Ie doch der bapß fich gfetzet hat
211
Der fchiaßel halb an gottes ftat
Und alda ander folchem fchein
Fürgeben aller gwalt fei fein,
5S5 Er bab z& binden und zft lofen
Gleich wol die fromen als die böfen:
Dan aller gwalt fei (merket eben)
Von got im in den fchlüßeln geben,
Die er von Petro hab ererbt,
ftso Da mit er alle weit verderbt,
Wie dan fant Paulus gotes firunt
Vom bapft dem Entchrifl; hat yerkünt
Und in ein menfchen nent der (und.
^ Da in mit dem nu ifl; gelungen,
S9& Daß fie uns band den won eintmngen.
Wie in alein fei zägeftalt
Der fchlüßeln volle macht und gwalt.
Daß wen fie binden, fei gebunden,
Wen fie uflöfen, fei entbunden,
«HO Hand fie den gwdt fo weit gefireckt.
Daß fie band alle weit erfchreckt.
Dan in ifi; fo wol mit gelungen.
Daß fie band küng und keifer zwungen
Zfi thon was fie nur band gewollen
«45 Oder zfim teufel gmfifi; ind hellen.
Dan wer in hat gthon widerfireben
(Als fich dan etwan hat begeben.
Daß küng und. keifer fich band gfpert
Wider den bapft und fein gefert),
&50 Hat er als bald fie und ir firünd
Mit irm anhang in ban verkünt,
Ja auch all die in gfits band günt.
Hat fie verleumt, verbaut, verfchoßen.
Es mocht den teufel ban verdroßen.
»» Er hat all chrißlicb Heb verletzt,
Das kint wider den vater ghetzt,
Hat ledig gfagt die underthan
Irs gfchwomen eids irm herren tban.
Er bat gthon fo vil bifits vergießen.
^12
^^ Daß CS ein beiden mocbt verdrießen ..
Dann e daß er het nach gelon,
Es het e als gm&ß zToheitem gon.
Und das nit von des glanbens wegen,
Sonder umb ßet im wol gelegen
5«5 Und umb der gleichen ander ding,
Der fach warlich vil zu gering,
Daß man umb lant, leut, er und gut
Vergießen folte chrißen bißt.
Und nemlich die die Ilets uß fchreien,
&70 Daß fie ftathalter Chrifti feien,
Der ie nit wil daß fie lohi fohlachten
Im feine fchaf und fo verachten.
Sonder mit guter gfunder 1er
Sie dreulich weiden got z& er:
»75 Des ftathalter fie wöUen fein,
So fie wolf find in fchafes fchein.
Der gleich thfind fie den armen man
Nur fchulden halben in den ban.
Doch ftreichens im ein ferblin an,
590 Es fei folichs (fo thont fie jehen)
Der ungehorfam halb gelchehen.
Ja bona dies, domine:
Meinft nit, daß man den bfchiß verlle?
Sag an, wo haihi bfelch von got,
58» Daß du mogft wider fein gebot
Der rechts hendel dich underziehen, .
Die dir geboten feind zfi fliehen?
Weift nit daß du die fchaf folß weiden,
Sie nit beherfchen wie di^ beiden,
5>o Sonder ir aller diener fein?
We euch , ir wölf in fchofes fchein,
Die ir die fchaf thond lebend fchinden
Mit euerm bani es würt fich finden —
Das ich doch iez wil laßen bleiben
195 Und von irm ban nu weiter fchreiben.
Nu dweil wir chrißen furchten got.
Und er des nam fiirgwendet .bot,
213
III 68 im fcblünig naher gangen
Als was er nur hat angefangen, .
600 Ift gdorftig worden in feim herzen,
Mit got gleich wie mit uns zu fcherzen,
Hat angefangen gfatz z& machen,
Die im hand dient zA feinen üachen,
Mit den regiert in unfern gwißen,
«05 Die er dan hat dar durch zerrißen:
Hat fich da mit gfetzt über got,
Dan got folchs reich alein zäftot,
Das z& regieren mit fim wort,
Welchs der mit^glatzen hat zerftort.
610 Dan vil geltßrick hat er erdacht.
Da mit die woU von fcha&n bracht
Und hat mit den umb uns hantiert,
Wie das fant Petrus melt und rurt
Dan dwil fie hand alzeit furgwent
61S Got got, hands uns damit verbleut,
Daß wir hand gmeint, wir m&ßen than
Als was fie gbieten bei dem ban.
VON DEN MENSCHEN GEBOTEN
Die fpeis die uns der g&tig got
Z& nießen rein gefchaffen hot,
SSO Hands uns mit iren lamen zoten
Als unrein bei totfand verboten,
So doch die feien nichts befleckt
Dan was das herz zum mund uß geckt.
Z& fallen gbeut man bei dem ban
625 Beid jung und alten, weib und man,
So es folt frei fein iderman.
Solchs gbeut man uf bellimpte tag,
Dern keins in gmein fin kau nach mag:
Dan wir nit all eins alters find,
630 Nit einr natur, wies fich dan fint.
^ Des gleich zd feiren gbeutet man
Bim ban und totlund iederman.
214
Das doch nur urfach gibt zä lund.
Dar zfi mancher mit wib und kint
«35 Dell größern mangel in fim hus .
Des feiems halben haben maß.
^Vil grad in dem elichen Hand
Si wider got verboten band,
Da durch fie manch ee band zertrent,
MO Mit gelt wider zdfam erkent.
Mit folchen und der gleichen dingen
Kan man das gelt von leuten bringen.
9 Hand fich mit d^m nit Ion vornfigen,
Sonder im gwalt gthon witer biegen,
645 Haben die ee verboten gar
Beider gfchlechten einr großen fchar,
Als dan find nonnen, münch und pf äffen :
Die m&ßen gar nichts band z& fchaffen
Mit dem heiigen eelichen ftot,
650 Den got gebenedeiet bot,
Ja in auch mit befonderm fliß
Selbs uf gefetzt im paradis,
Sonder fie m&ßen uß gezwang
Keufcheit globen ir leben lang,
655 Die fie dan halten wie mans ficht,
Dans ie in irem gwalt ift nicht.
So gibt auch got nit iderman
Solch gab, ob er fchon glüht hat than:
Drum nieman got verfSchen fol,
6«) Er br&f fich dan felbs vorhin wo],
Dan fonll wirt nit me uß gericht,
Dan daß nur groß h&rei gefchicht,
Wie mans dan offentliehen ficht,
Von heimlichen da fag ich nicht.
665 Hat einr mit einer nit gen&g,
Nimpt er zwo drei nach reinemfSg:
Welch im nit gfelt, die laßt er gon,
Nimpt ander, als vil er wil hon
Und hat mit feim fpamörelin
670 Ein frolich fein gfits Hifttelin.
215
Murmau Murnar der betfobt aucb mit,
Dan er laßt fcblecbts fein maufen nit:
Urfach, er bat (bets bei vergeßen)
Ein Huck vom roben narren fireßen,
675 Das er nacb nit verdauen kan,
Deut docb wol dreißig jar nu dran.
Das dan bei mir kein wunder ift,
Dan ers im in nacbgender frift
Der maßen felbs gefegnet bat,
680 Daß er im bilÜQb.wol gerat,
Wie ers dan in der müllerin
Von Sebwindelsbeim anzeigt felbs fin.
Das icb dan izt laß alfo fton
Und fag, burei iß man fo gwon,
685 Daß man meint, es fei wol getbon.
Dan es vil ringer wurt ermeßen
Dan am karfreitag eig» eßen,
So docb bärei verboten ift,
Ja aucb die bgird das minder ift
690 Und dfpeis erlaubt zu aller frift«
Ob man dan fcbon ein fobind umb gelt,
Wann im die magt z& ftucken feit,
Oder man fonft uf ein wil Atzen, >
Daß er das gelt m&ß ußber fcbwitzeu,
695 So laßt man in docb bei der pfründ
Und iß uinbs gelt all facb verfSint,
Daß er ein jar bat aber fiift
Und ein g&ter ber domne ift.
Nem aber einr ein z& der ee,
7üo So wurd CS fein o wei a we,
Er wurd des lands verdriben werden:
Do vor mocbt nieman fein uf erden,
Unangfeben daß er uß macbt
Bepftlicber recbt folcbs bett volbracbt.
705 leb gfcbweig der evangelfcben 1er,
Uß der ers macbt bat noch vil mer,
Dan Paulus fpricbt, er bab von got
Von den junkfrauen kein gebot.
216
Spricht auch , ein bifchof foUe leiu
710 Ein man eins weihe, fchau doch, wie fein
Sich rimpt des Antichrißs yerbot
Mit Paulo nnd auch felbs mit got.
Ja auch wider fin eigen recht,
Das er (wie oben gXagt) felbs fchmecht
71» Nach mfiß der glundet han mit gferdeu
Wider den künig von geberden,
Der ein weih nimpt, wie Paulus lert
Und got wil han, daß man werd gmert.
Dan er nit duldet daß man got
720 Gehorfam fei und brech fein gbot
Dan e er weich nur von feim gdiemk,
Mfill Chriftus e gan under dbank.
Ifts aber nit ein tirannei.
Daß man fo zwingt z& hflrerei,
7» In dem daß man die ee verbeut
Den geiAlichen? als werns nit leut
Die an in betten fieifch und bl&t.
Welche dan, wie fin natur ift, thät.
Und keufcheit nieman halten kan
790 Dan wem got hat die gnad gethan,
Als Chriftus dan (der niemer leugt)
Solche durch fin munt hat felbs bezeugt
Dan wie kan feur on flammen fin?
Got gieß dan tauw der gnaden drin.
735 Nach fecht von difer keufcheit wegen,
Dern fie all zeit (wie ghört ift) pflegen
In irem fo geiftlichen ftant,
Werden fie alle geiftUch gnant —
Ja fleifchlich, vihifch, pfei der fchand,
740 Daß man fol von uns chriften lagen
Das dheiden betten nie vcrdragen!
Ifts nit ein fchand folchs nur zS boren
Vorab von den dies folteti weren?
Wer hat doch der gleich feien mort
745 Von eincher nacion ie ghort,
Daß was von got ift gät geacht
217
(Als dar eeftant) fol fein Teracht,
Und das was got verboten hat
(Als bärerei) fol haben ßat?
750 Ift aber folchs nit teufeis fpil?
Ja warlich fag das wer da wil.
Noch iß nieman fo klag uf erden,
Der merk daß difer kong von gberden
Durch fein furfchleg, gbot und gefatz
755 Und mit fim lügenhaften fchwatz
Uß gwalt der Tchlüßlen ob ber&rt
Solch hurerei in dwelt hab gf&rt,
Dwil fie (wie oben ift gemelt)
Auch vaß fer dieniUich iß; zfi gelt
760 ^ Zfim facrament jerlich z& gon
Gbeut man beim ban: ift übel gthon,
Dwil dife fpeis begert on fcherz
Ein hnngerige fei und herz,
Welchs dan ein menfch nit haben mag,
765 Got geb es dan, ift wie ich iag.
^Zär orenbicht hat man uns gdi:angen,
So fie doch folt fein ungezwungen,
Z& gleich wie dan der glaub auch iß:
Dan zwang macht keinen gdten chriß.
770 Frolicher geber ift got wert,
Dan got alein das herz begert:
Das got dan nieman geben kan,
Dan wem got hat die gnad gethan«
Dan Chriftos der her felber fpricht
775 •Qu mich vermögt ir alle nicht.*
Wie wol dis beicht nit gboten ift
Von unferm herren Jefu Chrift,
Nach dweil fie es band dahin bracht
Daß man fie thfit (wie izt gedacht),
780 Hand fie fich nit vemfigen Ion
An der ghorfam on pflicht gethon.
In dem daß wir in band geklagt
Die funden die uns band genagt.
Und darum gklagt, daß unfer gwißen
218
7as Befridet würd, durch dfudid zerrißen,
Sonder hand uns auch all umbltend
Der iund zä beichten furgewent,
Ja auch die tochter mit den eßen,
Daß ixe all heimlichkeit nurweUen
790 Der furßen und weltlicher hern,
Irm anfchlag deft baß mit z& wern,
Da mit uns gmartert uf den kern^
Daß nieman hat gebeichtet gern,
Hand nns damit ein gut arznei
7»5 Vergift mit irer tirannei:
Dan was da nit mit willen gfchicht,
Id (und vor got und anders nicht.
^ Nach weiß ich einen faulen firatzeu,
Da mit fies gelt thflnt von uns kratzen.
800 Merk! dweil beichthören ift ein bfchwert
Mit kleinem Ion eins pfeanigs wert,
Hand dgroßen köpf die von fich gfohalten
Uf dmünch und pfarher (das got walten).
Doch daß fie in auch etwas trag,
606 So hand fie (merk uf was ich fag)
Vil feil und cafus in vorbhalten,
Ir tirannei mit zu erhalten.
Die gdar kein beichther abfolvieren,
On fondem gwalt den redimieren
»10 Mit eim par plapert oder me:
Das thfit dan manchem pfarher we.
Dan wan er fchon ift redimiert,
Wirt er nit lenger validiert
Dan jares frift: dan möß er hau
S1& Ein neuen gwalt oder in ban.
So treuft die beicht in jerlich z&
Vil nutzlicher dan ein melkkä.
^Noch ift ein griff (hör, nim bericht),
Das ift vor auß ufs gelt gericht,
090 Und nemlich der, daß wan nu fchon
Der pfarher hat das fein gethon,
Daß er den gwalt hat uberkomen,
219
Wirt im nach etlioha uß genomen
Das er noch nit gdar abfolTieren,
«^M Sonder dem berwolf remittieren,
Nit daß er nur der woU begere,
Sonder das fcheflein fchind und foherc
Und im den Teckel gar nß lere.
So mfiß der beichther dan mit gferden
8S0 Am beichtkint ein verreter werden.
Dan thfit ers nit und wurt vermelt,
So troft in got und fin gfit gelt:
Dan da mfiß er ins büchslen blofen,
Er kauft wol drum zwei lündfch par hofen.
835 9 Der gleich verreteri gfchicht auch
Im fent da macht man mangen gauch:
Dan da muß man all die angeben
Die im eeßand unelich leben,
Nit darum daß man gbeßert werd,
MO Sonder daß man befcher die herd:
Dan etlich hand gar g&te woU,
Die inen macht den leckel yoI.
Wan man die fchaf dan hat befcboren,
Laßt man fie fein die fie vor woren:
H5 Leit wer in, daß fie wurden from,
Da mit man zfl jar wider kom.
Dweils dan umb dbeicht alfo ift gthon,
So folt der teufel beichten gon,
Dan folchs (als ich der fach würt bricht)
8M Am meinfien durch die beicht gefchicht
Nu fchau doch an, wie fein und fchon
Das heiß ein heimlich beicht gethon,
Do einer erll maß weiter gon
Und doch nur ift umb gelt zfi thon.
S55 Drum dweil dis beicht, o firumer chriil,
Von got (wie gfagt) nit gboten iß,
Und fie alein mit fchinderei
Umb gond und mit yerreterei,
Wil ich dir gen ein g&ten rat:
^ Dan wen du beichft dein milFcthat
220
Und man dich nit wil abfolvieren.
Sonder dich erft z3n Wolfen f&rcn,
So fcbcnk im dbeicht die du baß thon
Mit fampt der abfolucion,
««5 Laß in ein pfeflfer dar an machen:
Glaub mir, fie werden nit gar lachen,
Wan fie den braten werden fchmecken,
Daß man fich nit me laßt erfchrecken
Mit irem undüchtigen ban,
870 Wie fie dan band biß her gethan.
Drum laß fie farn und gang du hin
Heimlichen in dein kemerlin
Und klag da dein anligend not
Mit reu und leid dem gtreuwen got,
875 Und glaub, was er dir hab verfprochen,
Werd er dir halten (folt drauf bochen)
Wider die funden manigfalt
Und wider dheU und steufels gwalt:
Dan er hat ie (weift wol) gefagt,
880 In welcher ftund der funder klagt
Mit leid fin fund die er thet e,
Woll er ir gdenken niemer me,
Uf difen und der gleichen wort
Bleib veß als uf dim hochften bort,
885 Dan himel und erd würt zergon,
Gots wort würt aber ewig bfton.
Drum wiß, glaubftu in dgotlieh huld,
Bift abfoMert von pein und fclmld.
Dan got hat dir fein eigen fon
«90 Gefchenkt, der für dich gn&g hat thon:
Dar gegen got nit me wil han
Dan daß du fleiß habft gfits z& than
Deim nechften, und das als umb fünft
Uß rechter warer lieb und gunft.
895 Wie wol folch 1er in fchrift ift grundt,
Ie doch fo hat der menfch der lünd
Solches und anders als umb kert
Und ganz das widerfpil gelert,
221
Nemlich daß nieman feiig werd,
i^ Er hab Tein fund dau gb&ßt uf erd,
Uf folchs groß bürden uf gelegt,
Die mit eim finger keinr anregt,
Hand uf gefetzt fchwer ßrof und penen,
Als quadragenen und carenen,
905 Das ift ein fibenjerig bäß,
Die man für ein fand tragen mfiß
Noch gotlicher gerechtigkeit.
Alfo band fie dar von gefeit,
Dan fie band geben zu verßon,
»10 Daß niemand mog in himel goii.
Er bab dan gnfig than für die fund
Durcb reu, beicht und folcb triiglicb fund,
Was nit durch büß iverd abgeltelt,
M&ß man bezaln in jener weit.
VOM ABLASZ
9IS Kmk merk, 'was lift und fchinderei
Uß folchem bflßen gfloßen fei.
Als bald fie uns band trungen in
Zu glauben folchs als m&fts fo fin,
Hand fie uns bei der nafen gfört,
930 Zum ablaß dan fo wol gefchmirt,
Daß fie in band ufs teurß verkauft,
Da mit uns haut und bor uß grauft,
Hand gfagt, wer gelt umb ablaß geit,
Den fag man folcber bfißen queit.
da5 Sie band in auch gelobt fo fer
Mit falfcher und erdichter 1er,
Daß er hin nem leid fchuld und pein
Und mach uns gottes kinder fein.
Da mit hat er im gölten vil,
930 Dan nieman gern bäß tragen wil :
Nach vil ungerner leit man pein,
So ferr man ir mag on gefein.
Da mit es dar zfi komen ift,
222
Daß wan dem bapfi dem Anticbrift
}«3A An gfit und gelt ie hat zemmnen,
Hat er uf gthon den fchatz und bninnen,
Darin der abloß leit verfchloßen,
Hat den reilich umb gelt uß goßen.
Dar zÄ der Türk im wol ift komen,
940 Den ZÄ vertilgen furgenomen,
Des gleich fant Peters bau zu Rom.
Das jubeljar hat auch den krom
Des ablaß gmachet teur und wert,
Daß iderman fein hat begert.
94ft Drum lie daruß gelts kraft band bracht,
Mit lügen doch (wie oft gedacht),
Dan fie den mit fo großem pracht
Hand uß ger&ft und groß gemacht,
Durch fledermeus mit wachs geflickt^
9üo Die lie darzÄ band uß gefchickt,
Ja in erhebt und globt fo hoch,
Daß iderman iß gwefen goch
Gein Rom und anders wo zä laufen,
Daß man mocht folchen ablaß kaufen.
9S5 Dan do (hands gfagt) fei voUer gwalt
Dem bapft in fchlüßeln zfl geftalt.
Daß er mog fchließen uf und z&
Den himel wem er wil und wu,
Dan fein gwalt gang auch under lieh
960 Zfin toten und ins himelrich.*
Drum werd man (fagents) abfolviert
Von lund und ftraf (wie ob berfirt), *
Und wer in folcher unfchuld fterb
Daß er nit lunde anderwerb,
M» Des fei far hin on hindemis
Vom mund in himel, fei gewis.
Des gleich wer gelt in dkiften bringt
Unds darin würft daßs wider klingt.
Der fol ein fei (hört obenteuri)
970 Erlöfen uß dem fegefeur :
So doch der maß kein fegfeur ift,
223
Sonder erdicht yom Antichrift.
9 Nach (fecht) mit folchem gfchrei und brangen,
Da mit die kremer umb feind gangen,
975 Hand fie fo lang gelockt mit ghetz,
Biß fie uns bracht band ins geltnetz.
Daß wir mit häuf find gfallen drin,
Wie in die frucht die wilden fchwin
Oder die fogel in die gam,
9M> So fie fliegen mit großen fcharnr
Dan man mit häuf iß zu in komen
Und ablaß umbs gelt von in gnomen.
Ja mancher hat fein weib und kind,
Sein arbeit, narung und gefind
995 AU wider gots gebot verlaßen
Und fich mit eil gmacht uf die Ilraßen^
Alda mit m& und arbeit fchwer
Den feckel heim bracht wider ler,
Hat fich das als nit laßen tauren, .
990 Nur daß er mocht folch gnad erlaaren :
Da zwifch band aber weib und kind
Groß mangel ghapt mit fampt dem gfind.
Das dan iß warlich wider got,
Wider das erß und vierd gebot:
995 Dan got wil ie daß iederman
In einig für ein got fol han,
Der durch den glauben in fein fon
All pein und fchuld uns noch woU Ion.
Es fol auch (wil got) iederman
1000 Sein nechften als fich felbs lieb han:
Wie vil dan mer ein man fein weib
Sol lieben als fein eigen leib,
Dweil fie beid ein leib foUen fein.
Als das die gfchrift ußweifet fein.
1005 Drum fag ich das, und iß auch war,
Daß ich umb folich jubeljar
Und ander der gleich menfchen gdicht,
Umbs gelt mit ablaß uf gericht, ^
Nit einen heller wolte geben:
224
1010 Dan du biß btrogen, wiß gleich eben.
Dar zfi er dir mer fchaden bringt
Dan nutz, das Tag ich wie es klingt.
Dans glauben würt da nit gedacht,
Der dan alein uns felig macht,
101& Sonder man fetzt all hoffiinng bloß
In reu, beicht, bfiß und ablaß groß.
Da mit würt dan der glaub veracht,
Zu nichts das leiden Chrifti gmacht,
I Der dan alein vertilket hat
1080 All unfer ßind und müTethat.
Dan nit durch reu, beicht, bfiß für dfund,
Auch nit durch ablaß uß gek&nt
Wirt mir verzigen pin und fchuld,
Sonder durch glaub in gottes huld,
loih Welch mir dan ChriAus hat erworben
In dem daß er für mich ift gftorben.
Drum fpricht der herr, wan man würt künden
Sich hie, £ch dort, magß Chriftum finden,
Das iß Verzeihung deiner funden,
1030 Solt irs nit glauben, dan es werden
Als dan yil Entchriß fin uf erden.
Die werden in den felben tagen.
Wie daß fie Chrißus feien, lagen.
Drum fei gewarnt hie iederman,
10S5 Daß man bei got alein bleib ßan:
Dan was nit uß dem glauben iß,
lÄ fünd vor got zu aller friß.
Drum fchlechts wer nit glaubt, iß verdampt
Hie mit fo haßus alles fampt.
1040 ^Wans jubeljar nun rum iß komen
Und man das gelt hat ingenomen,
So iß der fack nach nirgent vol.
Drum dweil man fchmeckt, wies thftt fo wol
Gelt nemen in und nichts drum geben,
1045 Doch tag und nacht vol dar bei leben.
So fchickt man dir (drum fich dich für)
Das jubeljar hrauß für die tür.
225
Da mit was nit hin in iß gflogen
Vor alter, jagend, Unvermögen,
1050 Das felb doch iez kom vol hin in
Und man uns loß doli narren fin.
Da fchickt der bapß uß ßn legaten
Mit vil gewalts, wenig ducaten,
Er gibt in aber fonft dar neben
liKA Die ablaßbrief, dar von zu leben,
Do mit das was in dkißen gfelt.
Im unverletzt werd zu geßelt,
Und uns die flügel mit geferden
Deß baß da durch belchroten werden,
low Wan nu die botTchaft uß gefant
Kompt irgent in ein ftat im lant.
So mfiß man ir entgegen gon
Mit herlicher procefQon,
Sie fören in mit großem brangen,
io«ft Mit kreuzen, fanen und kerzAangen,
Mit großem glang und auch gefchrei
Von pfaffen, münchen mancherlei.
Als dan fo würt ein kreuz uf gßeckt.
Da mit der menfchen herz bewegt,
1070 Und würt der abloß wie der wein
Uß gr&ft mit großem gleiß und fchein.
Da mit kompts gelt dan auch von den.
Die vor gen Rom nit mochten gen.
9 Und e der ablaß ift recht uß,
1075 Kompt dir ein andrer für das hus:
Do iß ein kloßer abgebronnen,
Do find vil münch, hie wenig nonnen,
Do wil man große glocken gießen,
Iez. wil der Kein das land uf fließen,
1080 Und vil der gleichen trumpeltrei
Würt furgewent mit großem gfchrei,
Do mit daß man mog urfach haben
Uns haut und har gar ab z& fchaben,
Dan fie fich gar nit th&nt befchemen
108S Den Teckel zä dem gelt zfi nemen.
15
226
^Nu hört zu einen gdten boflen
Der uß dem abloß ift gefloßen.
Hat einer unrechfertig gut
Und beichtet wie ein ander thfit,
1090 Und wer der ablaß noch fo groß,
Würd er doch nit der lunden los,
Er geb in dans halb oder mer,
Da mit er thfi ein widerker.
Als dan fo meint der from gut man,
109& Er hab der fach fcbon gnug gethan:
So mans doch wenden folt uf die,
Von denen dan das gut wer hie.
Und fo man dan die nit möcht hon.
Den armen folt z& laßen Aon.
noo Dweil aber folchs kein nutz in brecht,
So fol es nichts: diß möß fein recht
^ Nu hör noch einen klugen lift.
Der zu dem bapA dem Antichriil
Der ablaß oft geraten iß.
1105 Wan in etwan (wie wir dan lefen)
Sein ban verrollet ift gewefen.
Das ift, daß er vernichtet ward
Von ieman feiner widerpart
(Wie ich dan oben hab gemelt
1110 Und das der Hütten klar erzelt.
Daß folchs von keifem ußerwelt
Zu mermalen gefchehen fei
Von wegen des bapfts tirannei)
Und er dan nicht mocht mechtig fein,
1115 Gab er ablaß für fchuld und pein,
Riifl dar uf an das weltlich fohwert
Umb hülf. das ward er dan gewert,
Dan er fagt allen denen zu
Die feligkeit und ewig ru,
itao Die fteur und hilf in folchen noten
Der helfchen römfcben kirchen theten.
Und wer in dem krieg wiird crfchlagen.
Der f&r von nmnd uf (thet er fagen)
227
On alle pein ins fchebig leben.
1125 Das was der fold, den er thet geben
Den feinen aller Uebfien kinden
Die fein find theten überwinden,
Unangefehen daß im got
Solichs mit tröu verboten bot,
1130 Als Chrißus Petrum hat befcheiden
Das fcfawert zö Hecken in die fcheiden,
Dan wer do nemen wirt das fchwert,
Der felb auch mit verderben werd.
Nach hat er die im wider ßreben
im (In feinem £n) dem teufel geben
Mit fim vermeinten ban gemelt.
Mit dem er hat erfchreckt die weit,
Daß man im ghorlam ift gefein,
Dweil man hat gmeint, es m&ß fo fein
1140 Und het der ding gut fäg und macht
Uß gwalt der fchlüßel oft gedacht.
^Da mit ich eins den ablaß bfchließ,
So merk nach eins uf on verdrieß,
Dan es ift gar ein lamer bofs,
114S Wie wol fie in nit achten groß.
Die beicht (fagents) fol fein mit ftill:
So machents drauß ein äffen fpil,
In dem daß manger der etwan
Uß zom ein totfchlak hat gethan,
1150 Oder geraubt, gemort, gebraut,
Oder ein Jüdin fonß bekant,
Der mfiß (ob fchon z&r felben friß
Die lund menglich verborgen ift)
Sich gfchenden felbs vor aller weit
nu Mit offner büß, er geb dan gelt.
Er muß ßch offenlich Ion fchlagen,
Ein fchwert, brand oder hund umb tragen,
Daß, ob man dfund fünft nit gdar nennen,
Sie doch mog bei der büß erkennen.
1160 Da mit würt mancher dan verbrent,
Der ander köpft, der drit fonft gfchent,
15*
228
. Dem ich daii ctlich wol ivolt nennen,
Die ich hab gfehn des .halb verbrennen.
Sie achten nit, ob alle weit
lies Würd gfchent, nur daß in wurde gelt.
Ich weiß daß, wiltu dwarheit jehen,
K^n großen köpf nie hall gefehen,
Den man der maß hab umb gefört.
Was thfits? das gelt, wie ob berftrt.
1170 Der gleich thunts, wan eim fromen weib
Etwan ein kind abgeht im leib
On all im willen und gedank,
Daß man fie auch fo fört umb dbank,
• Muß davon eim zfim andern gon,
1175 Sich öffentlichen fchlagen Ion,
Als hets ein mort mit willen gthon:
So ße doch, großem mort begont,
Wan fie mit (pfuch fchweig ftil!) umb gont.
Nu folichs b&ßea, wie maus ficht,
1180 Ufs meift in großem ablaß gfchicht.
Hie mit fei diß auch ußgericht.
^Nach ift ein griff, der fer hat gmert
Des Entchrifts reich: dmm merkt und hört!
Den zehend der got ward gegeben
118& Und den prieftem, do von z& leben,
Dweil fie funfl; anders betten nicht
(Als uns die gfchrifb des gibt bericht),
Ziehend fie in zu mit gewalt
Von reich und arm, von jung und alt,
1190 Vermeinen des gät recht zu hau,
Drum daß mans find gefcbriben fian,
Doch nur im alten tefiiament,
Hand fies doch fin uf fich gewent:
So er doch nur gebüret bot
1195 Den prieftem in dem alten ftot,
Dem prieftertfim nur ift gefin
Des waren ein figur und fchin,
Welchs dan in Chrißo ift volent
Mit fampt dem gfatz und teftament.
229
1300 Drum furthin der her Jefus Chrill
Der ein und ewig priellcr ift,
Nit nach Arons und Levi gfchlecht,
Sonder des küngs Melchifedech:
Dan Chriftus ift (vemempt on zorn)
iao5 Vom gfchlecht und fiam Juda geborn.
Dweils priefiertäm dan ab ift thon
Von Levi gfchlecht und Aaron,
So iß auch damit hin geleit
Als was das gfatz von alten feit,
uio Drum auch im nüwen teftament
Der zehent iezund hat ein end:
Dan wo er gelten folt als e,
So m&ft auch gelten anders me,
Als die befchneidung und verbot
t»i5 Der fpeis, wies got verboten hot
Sampt allem andern zunfelwerk.
Das dan als nichts me gilt, nach merk!
Die weil der bapft mit Um gedieht
Ein prieftertdm hat uf gericht,
1330 Die man maß ölen und befcheren,
Als ob fie drum deft beßer weren,
So meint er und fein gfchmirten knecbt
Des zehends han g&t fSg nnd recht,
Alein drum daß es gfchriben ftot
vrji Im gfatz, das fie doch nichts an got.
Daß man aber auch hell und klar
Drin gfchriben findt vom jubeljar,
Wie man im felben iederman
Ließ wider zfi fin g&tern gan,
1230 Die mancher dan het uß armüt
Verkauft, verpfant umb kleines gut^
Des felben jars auch iederman
Von dienßbarkeit ward frei gelan,
Drums dan auch ein frei jar ward gnant,
im Wie uns die gfchrift das thfit bekant:
Wöln unfer nennen, munch und pfaffen
Nit wißen noch mit han z& fchaffen.
230
Dan foltens dem iez nach geleben,
All keuf der g&ter wider geben
1S40 Im jubeljar, als würt nach heur,
Glaub mir, das lachen wurd in teur:
Dan do mit wurden dan ab gon
Die pfründen, wie lie iezund Ron:
Des ich dan zwar nit vil wolt achten,
1S45 Dwil fie nit leren, fonder fdilachten.
Ich gfchweig daß fie die fchof befcheren
Mit lügen und erdichten meren.
Dar zA wo man ir hundert hat,
Zwen drei gnug wem in einer ftat:
i>öo Die wurden dan lichtlich emert '
Vom zehenden on groß befchwert,
Und wurd nit me von noten fin
Der wacher, zins und fchnöd gewin,
Des Entchrißs gfind mit z& erhalten
mb Im m&ßiggang beid jung und alten
Wider gots Ordnung und gebot.
Wie Genefis gefchriben ftot.
Daß der menfcb fich emeren fol
Im fchweiß fins angfichts (merk mich wol):
1260 Das in dan worlich nitwürd fchmecken
Und der ding vil die dan auch Hecken
Im nüw und alten teftament.
Da fies blat fein han umb gewent
Und nach all irem willen gbogen,
1265 Es fei glich war oder erlogen.
Wie fie dan auch hant gmacht hie vor
Ein jarmarkt uß dem jubeljor
lu dem man (wie gfagt iß) folt Ion
Ein ieden k& fein gfitem gon
1270 Und arm verkauft leut laßen frei:
So hands drauß gmacht ein fchinderei,
Den armen lüten gnomen ab
Ir gelt und gfit und ander hab,
Verkaufent ablaß umb groß gelt,
1275 Bkriegent dar nach da mit all weit:
231
Das heißt in dan die foheflin weiden,
Wan fie fo herfchen wie die beiden.
Alfo hands hie die gfchrift gebückt.
Vom zebend bleibt fie unverruckt,
itso Dan den muß man bim bfichftab Ion,
Das jubeljar geiftlicb verfton :
Nemlich wie man im alten jocb
Hat zeitlich ding gelaßen noch,
AITo laßt man iez geiftlicb ding
1285 Nemlich die landen nach gering.
Doch maß man inen gelt drum geben,
Verzern, verfumen vil dar neben,
Biß manger zwei drei hundert milen
GewaUet oder mer bei wilen,
lido Und doch umb fonft als und vergeben,
Dan do durch kein fand wurt vergeben.
Das ich dan gern wolt hin lan gon
Und kein wort reden me dar von,
Wos nie der fei hett fchaden thon,
129S In dem daß man het drin vertraat,
Nit nf den felfen Chrißum baut.
Auß, auß, pfei, pfuch! zfim teufel hin
Mit folchem felmördifohen gwini
Es ift doch, wan- maus recht beficht,
isoo Um all ir ding ufs gelt gericht.
Man muß gelt geben von den taufen,
Ablaß und firmung von in kaufen, x
Zu beichten mfiß man geben gelt,
Die mefs man auch umbs gelt befielt,
1305 Man gibt auch gelt umbs facrament.
Das got hat gnant ein teßament.
Stirbt eins, laßt im den tot begon.
So muß man geben gelt dar von.
Es fterb eins oder werd geborn,
1310 So hands irn teil, das iß verlorn.
Vil mange ee band fie zertrant,
Umb gelt wider zfifam erkant.
Die fpeis verbietents bei dem ban:
232
Umb gelt würts wider nach gelan.
13U Alib thSnt fie all ding verkaufen,
Do mit fie uns das bor uß raufen.
Das fei nu gfagt vom andern teil :
Nu an das dbrit mit glück und beil.
VOM FEGFEÜR
UND ENTCHRISTISCHEN GOTSDIENST
UND GÜTEN WERKEN
Sebt, mit dem ablaß (wie gebort)
1330 Hat der Entcbrül all weit bedört
Und uns umb unfer gelt betrogen,
Das mark ja uß dem leib gelogen.
Und das alein zö wegen bracht
Uß gwalt der fchlüßel oft gedacbt,
1325 Mit dem er bat all weit erfchreckt,
Zu letß den auch ins fegfeur gftreckt,
Welchs er und fein häuf band erdicht,
Do mit vil gots dienft ufgericht,
Der doch nichts iß dan gleifnerei,
1380 Die urfach gibt z& bfirerei,
Als pfaffen, münch und nonnen werden
Mit mancherlei weis und geberden,
Als kutten tragen fchwarz, grau, weiß,
Groß narren kappen dran mit fleiß,
1335 Das bor abfcheren, dfinger fchmiren,
Die menfcben weit von got abfören,
Mit folcber apoßutzlerei
Und fonft der gleich vil gleifnerei,
Als kcufcbeit globen, die nit halten,
1340 Wie maus dan ficht in jung und alten,
Gehorfam und armSt geloben
Und doch alzeit darwider toben,
Mit gätem vollen bauch und kragen
Sich alzeit großer armät klagen,
134.S Darbei von großem gots dienft fagen.
Als fchreien, heulen, mumlen, kerren,
233
Lang metten in der kirchen blerren,
Prim, terz, fext, nou, vefper, complet.
Wie folchs dan noch einander geht,
UM) Vil meflen lefen, zwo drei fingen,
Und folichs alles fampt toI bringen
Mit wachen, beten, kreuz weis ligen,
Mit knien, neigen, bücken, biegen,
Mit glocken leuten, orgeln fchlagen,
inb Mit hditfim, kerzen, fanen tragen,
Mit kirchen, wachs, falz, waßer weihen,
Darzfi ablaß und gnad verleihen.
Mit reuchen, amplen, kerzen brennen
Und was me ift, kans* nit als nennen,
iMo Uf große feß got jubeUeren,
Mit' langem gfang und fonß hofieren.
Mit orgeln und mit vogel gfchrei.
Mit trommen, pfeifen mancherlei. —
Der roraff thfit das maul auf fperren,
1S65 Daß man wen, er thüi auch drin bierreu
Hulzen gelechter und drommeten,
Schalmeien, fleiten, als von noten
Zu folchem gots dienß felbs erdicht.
Durch hilf des fegfeurs ufgericht,
1370 Das fie dan band gemacht fo heiß.
Daß fie der armen bl&t und fchweiß
Durch folchs gepreng band an fich zogen,
Sie und ir kind dar umb betrogen.
Dan fie haut gmeint^ mit zfl entrinnen,
1375 Daß fie das fegfeur nit foU brinnen:
Das dan in warheit würt gefchehen,
Dan fie das nimer werden fehen,
Dweil in warheit kein fegfeur ifi.
ledoch band fie mit folchem lift
1380 Erlangt was fie dan band begert.
Wer weiß aber, wie lang es wert;
Got wurt furwar (wil ich verjehen)
Nit alzeit durch die finger fehen.
Doch wil ich fie darf&r Ion forgen,
234
1385 Got mag eim wol ein ürten borgen
Ein zeit lang, doch nit ewiglich.
Doch laß ichs fein, hör weiter mich!
^Ich wil euch iezund furher tragen
Die guten werk, von den fie Tagen,
1390 Daß man vil bäß mit mög ablegen.
Uns ufgelegt von funden wegen.
Durch welch die pein in jener weit
Auch gmindert werd, wie ob erzelt,
Als kirchen, klofter, klaufen bauen,
139Ä Die fchier vervallen find, emauen.
Mit zins und gülten die begoben.
Daß man got tag und nacht mog loben
Mit fteur und hülf zö großen glocken.
Die bild uimutzen wie die docken,
1400 Mit filbem kelchen, die vergülden.
Mit fchon monftranzen und brußbilden.
Mit großem koft die altar zieren.
Mit taflen uf die welfch monieren.
Mit kappen und mit mefsgewand
H05 Von färb und feiden mancherhand.
Als weiß, fchwarz, rot, gel, grün, bla, braun,
Darum ein firlefanz und zäun
Von fiden fchon daruf geflickt,
Gold, filber, berlin druf geflickt.
Hio Solchs und der gleichen gaukelfpil
(Die ich nachmals auch melden wil)
Muß aUes heißeq gute werk,
Die doch got haßt, drum, lieber, merk
Und hör was Chriftns felber fagt,
141» Uns got durch den propheten klagt:
'Diß Volk ert mich umb fonft (fpricht got)
Daß es lert menfchen 1er und gbot\
^ Nach weiter band fie uns bedört
Mit falfcher 1er. drum weiter liorti
uao Die heiigen band fie uns gthon leren
lezt fonfi dan fo wie abgöt eren,
Iezund mit faßen, feiren, wallen.
235
Als hettens drin ein wolgefallen,
Izt opfern gelt, wachs« fleifch, feift hennen
1425 Seu, ka, fchaf, kelber, liechter brennen,
Izt wechfen bild, iezt haubt, f&ß, hend,
Do mit das Yolk von got gewent,
Daß man me trofts hat gfetzt in fie
Dan in got felbs, ift abgotri.
1480 Hant nothelfer auß in gemacht,
Sie uß ger&ft mit gi'oßem pracht
Si haben auch uf im gewin
Furfprech und mitler gmacbt uß in,
Da mit yemichtet Jefnm Chriß,
143S Der dan alein der furfprech iß.
Johannes fpricht 'wan iemants lundt,
So band wir ein getrüwen frunt,
Der vor got unfer furfprech ift,
Der war got und menfch Jefos Chrift.
1440 Er ift auch der der für uns bit
Und für uus für den vater trit,
Er ift der mitler auch alein:
Wem andern fädit, würt haben kein.
Drum wer nit an dem mitler hangt,
1445 Der felb kein feligkeit erlangt,
Dan fchlechts kein nam uf erden ift,
Dan difer namen Jefus Chrift,
In dem all folker difer erden
Gebenedeit und feiig werden:
1450 Dan er hat (fpricht die gfchrift) fein leben
Für uns in ein erlofung geben.*
So thfit uns got noch weiter kunt
Durchs Propheten Ofee munt,
'Kein feligmacher iß dan ich,
1465 Drum würft kein got me han dan mich\
Noch haben fie mit bfchiß und btruk
Chrißum geworfen hin zu ruck
Und band mit großem gfchrei und pracltt
Abgotter uß den heiigen gmacht,
1460 Dann es hat in in dkuchen troffen,
236
Daß ße deft baß band gfcblempt und gfoffen,
Wie dan z{l Danielis ziten
Aucb band getbon die Beeliten.
^Mit fabeln die fie band erdicbt
lifii Von feien (das dan nimer gfcbicbt),
Daß fie erfcbinen bie und do
In feuere flam, bald anders wo,
MAß fo vil jar im fegfeur fein
Und leiden unaußfprecblicb pein,
1470 Man tb& in dan vil mels nacb lefen
Und ander der gleicb gaukelwefen,
Hants gtbon vigilg, mefs, jarzeit ftiflen
Und das als ußertbalb der gfcbriften.
Da ber iß iezt all weit vol meflen,
1475 Und docb des recbten braucbs vergeßen.
Dan fie diß beilig facrament,
Das got felbs nent ein teftament,
Uß eignem frevel felbs erdacbt
Zu einem opfer band gemacbt,
1480 Daß von in mog geopfert werden
Für tot und lebend bie uf erden:
So es docb uns alein ift geben,
Ja uns (fag icb) die nacb bie leben,
Daß unfer glauben bie uf erd
i4«Ä In gottes wort beveftet werd
Wider die fiind, tot, teufel, bell
Sampt allem irem ungefell,
Und lunderlicben zu den Zeiten
So fei und leib mit nander ßreiten,
1490 Und uns die äugen iezt uf gon,
Zu feben was wir ie band gtbon.
Zu folcbem ftreit (wie iezt gemelt)
Hat got für uns ficb dar gefielt
Und uns des fin zäfagung tiion,
i4»5 Daß er fein beiigen leicbnam fron
Für uns bab geben in den tot
Und fein vil beilges blut fo rot
Vergoßen als ein gtrauer frünt
237
(Hort) in verzihung unfer fund.
i:.oi» Hat uf folicLs diß facrament
Uns gfezt z& einem tellament,
In welchem er uns, die da leben,
Sein fleifch und bl&t hat (merken eben)
In wein und brot zum zeiohen geben,
1505 Daß wir gwis feien gottes huld,
Daß er hab bzalt all fund and fchuld
Und durch fein tot uns fei gegeben
Ablaß der lund und ewigs leben.
Drum uf folch zufag uns gethan
1^0 Wir uns auch biUich foln verlang
Dweil uns doch wart diß facrament
Als brief und figel furgewendt,
Daß uns got ie wöll halten ftet
Was er uns zSl hat gfagt on bet
1&15 Darum folchs gar nit dienen mag
Den toten nach der pfaffen fag.
^ Und wie wel (fecht, min lieben fründ)
All ob erzelte menfchen fand
Nit find gegrundt in heiiger gfchrift,
i&ao Nach hats der bapll durchs teufeis gifl
Gots dienft und göte werk genant,
Dar zA er dan die leut vermant
Mit falfcher uncftrißlicher 1er,
Ja fie auch dringt mit gboten fer,
15S5 Daß man folch gSte werk volbring,
Dan dar durch werd die bfiß gering.
Die man hie für die lund uf erden
Maß dragen oder gfeget werden:
Dan fchlechts wer hie nit gnäg hat thon,
1530 Der maß (fagt er) ins fegfeur gon,
Darin er got bezalen muß
Sein fund mit folcher fchweren büß.
Dar neben hat man uns beredt.
Als ob got folchs als gboten hett
1595 Und nieman feiig werden mocht
Dan der (wie gfagt) folchs als volbrecht:
238
Da mit (ie uns zd forcht hant bracht,
Daß wir was fie nur hant erdacht,
Als wilh'g hand genomen an,
»40 Do mit vermeint genug zSl thon
Für unfer (und und müFethat
Und z& erwerben gottes gnad,
Und hand darnach daruf gehauen,
All unfer hofnung und vertrauen
1S45 In folche unfre werk gefetzt,
Da mit das leiden gots verletzt.
Den glauben da mit auß gelofchen.
Mit großer mue 1er ßro getrofchen,
Dweil nieman würt gerecht vor got
1550 Dan der ein waren glauben bot
In Jefum Chrißum gottes fon,
Daß der für uns got gnfig hab thon.
Drum folcher gots dienft ob ber&rt
Dweil er vom glauben uns ab fürt, .
irKSü Der durch der werken fchein und glanz%
Verdilkt würt und verdunkelt ganz,
Auch dweil die ding find eußerlich
Und gots reich aber innerlich,
Auch folchs nichts feind dan menfchen fünd,
1560 So ills gwis nichts dan lauter fiind,
Vorab mit folchem won gethon.
Als mog man gnfig für dlund mit thon :
Dan was got nit geboten hot,
Das ift ein greuel groß vor got,
ises Dar an nu einig fchuldig ill
Mit feim gefchwürm der Antichriß,
Die fo lang giert hand und gefchriben.
Biß fie folchs hand ins volk getriben.
^Unds da bei nit hand bleiben Ion,
1570 Sonder damit daß gottes fon
Nur wurde ganz und gar vernicht,
Hands erß ein fireien willn erdicht,
. Durch den der menfch das g&t mög thon
Uß eigner kraft unds unrecht Ion
239
i^n Und durch lein werk fich mog vcrCbnen
Mit got und fclbcrgnad verdienen,
Die uns doch got uß lauterm gunll
Durch Jefum Cfarißum gibt umb fünft,
Und Cbriihis der her felbcr fpricht
1580 'On mich vermögt ir alle nicht*,
Und weiter 'niemant kompt zfi mir,
Der vater zieh in dan herfür.'
So nimpt fant Paul uns nit alein
• Vermüg der werk von herzen rein,
ir.85 Sunder er nimpt uns in eim fchwank
Auch als vermügen der gedank«
Noch iß die weit fo doli und dum
Daß fie durch werk wil werden frum,
Die von den menfchen find erdacht,
1S90 Von got verworfen und veracht:
Dan got ie hart verboten hot
All menfchen 1er, gfatz und gebot.
Das ich dan klar beweren wil
Mit heiiger fchrift und dem nur viL
1595 Got fpricht (merk): du folt nichts zfi thon
Zfi meinem wort, auch nichts dar von.
Du folt nit gehn zur linken feiten.
Auch nit zdr rechten umb ein meiten.
Sonder den weg fchlechs für fich gon,
ißoo Den dir got felbs hat kund gethon.
Du folt nit thfin was dich dunkt gut.
Sonder was dir got gbieten thut.
Du folt alein dem herren thon
Was ich dir gbeut, nichs zö, nach von.
1606 Gehnd hin (fpricht Chriltus) weit und breit
Und lernen was ich euch hab gfeit.
Ir fint min frünt (fpricht auch der her),
Wan ir thon was ich gebeut und 1er.
Wer nit in der 1er Chrifti bleibt,
i«io Der hat kein got, Johannes fchreibt
Des Vaters ßim von himelreich
Gebeut und fagt uns allen gleich >
240
•Das ift mein lieb gehapter fon,
In dem ich ein wol^allen hon:
1615 Den folt ir hören, den, fpricht er,
Verbeut damit all menfchen ler.
Sant Paulus fpricht *und wen z& euch
Ein engel kern von himelreich
Und geh euch ander gbot und ler
1620 Dan ir band ghort von mir biß her,
So fol die ler euch fein ein fluch.*
Drum ieder lüg, was ler er füchl
Dan wer uf menfchen ler hat gbuwen,
Uf werk und uf erdichten ruwen,
16S5 Wie lie mit alter yetlen meren
Uns für das gotswort band gthon leren.
Der wirt warlich ein feler fchießen,
Sinr m& und arbeit klein genießen.
Hangt man aber an gottes wort
ißjhi Mit feftem glauben (wie gebort),
Das fo vil jar tief lag vergraben.
Und aber iezunt wider haben,
Laßt im das fein ein zweck und mol
Als nach dem er Geh .richten fol,
1635 So würt der felb (iß gwis und wor)
Nit fein als vil als umb ein bor:
Dann e gots wort nit folt beßon.
Ja nur ein fpitzlin folt abgon,
E m&ß himel und erd zergon.
1640 Und wie wol folchs ein ieder chriß
Bekent, vergicht und glauben iß,
Noch iß es leider darzö körnen.
Daß dlügen überhand hat gnomen
Und dwarheit in der fchrift verfaßt
1645 Verfolgt, verdampt würt und verhaßt.
Das dan iß uß verhengnis gots
Gefchehen, daß wir feins gebots
Nit band genomen eben acht.
Sonder als was der bapß hat gmacht
1650 On widerred band genomen an.
241
So wir probiert doch folten han,
Ob folche und der gleichen Icr
Uß got oder vom teufel wer.
Dweil wir nu folchs nit band gethon,
16M Sonder folch warnung nach gelon,
Hat got verfaengt (wie billich ift)
Daß uns <ler bapft der Antiobriß
Mit ßm gefind das heilig grab
Mit lift und btrug hat gwonnen ab
I6C0 Und das nachmals veriiät fo Ter
Mit ban, verbot und falfcher 1er,
Daß nu fchir bei fünf hundert joren,
In denen wirs grab band verloren,
Schlechts nieman dar zu komen mocht,
1665 Dan wen der Entchriß oft gedocht
Infonders dar zfi hett beftalt,
Das zu verfaftten mit gewalt^
Da mit fein btruk und falToher liß,
Mit dem er dan umb gangen iß,
1670 Wie wir das band erklert biß bar,
Nit würde kund und offenbar:
Dan nieman gdorß die gfchrift glofieren,
Sonß oder fo interpretieren,
Er tfaets dan biegen oder zwingen,
1675 Daß es mocht gelt dem Entchriß bringen,
Oder fie fonß der maß thet fpalten.
Daß des bapßs gwalt mit würd erhalten.
Das fie dan fleißig band bedacht,
Petrum z& einem fels gemacht,
1680 Uf den die kirchen buwen fei
Und vil der gleichen ßempenei.
Daruf fie band die gfchrift gezogen
Und die nach all fim willen gbogen,
Do mit fie band z& wegen bracht,
1685* Daß der Entchriß (wie ob gedacht)
Sich hat der maß gefchickt in orden,
Daß er das haupt der kirch iß worden.
Da mits zä letß da hin iß komen,
16
242
Daß was er nur hat für gonomcn,
T«9o Ja was er nur hat angefangen,
Im als ift glücklich naher gangen,
Wie das dan ift verkunt zÄvor
Durch Danielem offenbor.
^ Da mit aber nit über nacht
1695 Die warheit an den tag würd bracht,
Daß man würd merken fein falfch wefen.
So man die bibel würde lefen,
Die dan nur gar zu wider ift
Sinr falfchen 1er, betruk und lift,
1700 Hat man uns wit gefiirt vom grab
Der heiigen bibel neben ab.
Hat ander böcher gthon für wenden.
Als von den licilgen die legenden
Und was man me der gleichen findt,
iTOfi Die me dan halbs erlogen fint,
Hand doch mit folchen dantelmeren
Ir lügen fein gethon beweren.
Dun es hat als mit gutem fchein
Das heilig gotswort mftßen fein:
1710 Da mit fie uns diß heilig grab
Zfi letft band gar gewonnen ab.
< Und daß es im deft baß mocht bliben,
Hat er fein gfind dar zö getriben.
Daß fie groß bficher band gefchriben,
1715 Als Clementin und queftionen
Und fonft auch vil dißinctionen
Sampt dem decret und decretal,
Dar über glofen vil on zal.
Der ein die nas beugt dort hin umb,
1720 Der ander macht fie hie her krumb:
Hand folchs genant das geiftlich recht,
Wie wol man kein geift drinnen fpecht.
Hie mit hat man (hab ich vernomen)
So vil zu fchaffen überkomen
1725 Mit lefen, fchreiben und glofieren,
Mit hin und wider difputieren,
243
Da mit uns bei der nafen fZLren,
Daß man der bibel hat gefchwigen,
Sie undem Renken laßen ligen
1730 Und ir gar nichts geachtet mer,
Dan lie nit gelt hat tragen her.
Do mit fie uns den klaren brennen
Der heiigen fchrift hand ab gewonnen,
Den zu geworfen und uns graben
17S5 Cißernen, die kein waßer bhaben,
Hand mfißen trinken uß den lachen,
Das ift irm geifer den fie machen.
Der meißer von den fpitzen finnen
Hat fer geholfen ^s grab gewinnen,
"40 Dan ör gefchriben hat fo vil,
So hoch verßendig und fubtil,
Daß die da gwefen find gelert,
Ir meiße zeit drin hand verzert,
Dan fie dem meißer ob berurt
1M5 Hand all fein wort interpretiert,
Beim quintlein als uß ponderiert
Mit irer klagen fophißrei
Und iren fiben kiinßen frei,
Gfogen uß Arißotile
1750 Und ander gierten beiden me.
Da mit fie uns die heilig gfchrift
Der bibel der maß band vergift,
Daß nieman ir me hat begert.
Ja nit geaoht eins hellers wert.
17&5 Scotus und Thomas hand gewacht
Bei difem grab beid tag und nacht,
Biß fie mit queßen und commenten.
Mit difiinction und argumenten
Das grab der maß hand in genomen,
1760 Daß wir dar zu nit mochten komeu,
Dan fie mit ireu fpitzen f linden,
Mit den fies als hand wöln durchgrunden,
Uns fo vil hand zö fchafien geben,
Daß wir die bibel nit dar neben
16*
244
1765 Lefen konten ein einich moL
Do mit was dan dem Entchrid wol,
Dan da mit bleib deft lenger ligen
Die warheit und die lüg verfchwigen.
Hugo und Nickel von der Leiren
1770 Die band gethon aucb wenig feiren.
Biß fie uns band mit irn commenten
Vom bronnen gfürt zu bloen enten.
Es feind auch fonft vil wilder tier
Mancberlei gfcblecbten und monier,
1775 Die difer greuwel bei im bat
Und für in fecbten fr& und fpat,
Als efel, feu, bock, katzen, fcbnecken,
Die all die zen tbund gein mir blecken.
Drum daß icb in das beilig grab
1780 Mit hilf gots hab gewonnen ab,
Dem icb ein teil der maß hab troffen.
Daß in der rotz ins maul ift gloffen.
^ Es find auch fonft der wolfen vil.
Die ich nit nennen kan noch wil,
1785 Die unfer feien folten weiden
Mit dem wort gottes' uß den beiden
Teftamenten gottes genomen:
So iß es leider dar zu komen,
Daß fie nit weiden, fonder fcheren,
1790 Mit bannen uns den feckel leren,
Ja uns mit büß fo hart th&nd binden.
Daß fie uns haut und bar ab fchinden.
4 Des gleichen find vil andre gfellen.
Die wir nit all erzelen wollen,
179S Die uns mit klAger fopbiftrei
Ycrblent band, daß wir ir bubrei
Nit band gefehen noch erkant,
Biß daß uns got fein liecht hat gfant,
Das heilig evangelium,
1800 Das wir dan iezt band widerum.
Daß man nu wider fehen mag
Die warheit die verborgen lag.
245
Die dan iezunt eröffnet iA,
Eröffnet auch der Aniicbrift,
190& Der uns das evangelion
Mit btrug (wie gfagt) hat underthon.
Das aber iezt zö difer ßund
Eröffnet ift und worden kunt,
Eröffnet auch fein btruk und lift
1810 Durch dwarheit die got felber ift,
Eröffnet ift fein gleifnerei,
Eröffnet auch fein tirannei,
Die er durch fchwere gfatz und gbot
Uns uf gelegt hat wider got,
181& Erofinet iA der menfch der fiind,
Der uns durch Paulum iß verkiint,
Eröffnet ift fein faifch und lift,
Sin gleifneri mit gift vermifcht,
Da mit der greuel iez gemelt
mo Von got bot abgefflrt die weit,
Der greuwel der fich gfetzet hat
Uß Übermut an gottes ftat,
Ja iich erhebt hat über got,
Der ift eröffiiet iezt mit fpot,
1825 Dan got hat in zerknitfcht on hend
Und mit dem geift fins munds gefchent,
Hat im die fchafshaut ab gezogen,
Da mit er hat die weit betrogen.
Daß man in kent nu bei den oren,
1830 Wie müllers efel gfchach vor joren.
Drum foUen wir (wie billicb ift)
Uns freuwen all mit Jefu Chrift,
Daß er durchs evangelion
Die warheit uns hat kunt gethon
1895 Und uns da mit fo gnediglich
Erlofet von des Entchrifts rieh,
Erloft auch von lim regiment,
Mit dem er uns von got hat gwent
Durch feine gfatz und menfchen gbot,
1840 Mit den er uns beherfchet hot.
246
Da vor uns fürtbin got bewar
Und f&r uns an der engel fcbarl
Sprecbt amen, daß es werde war.
SALVATOR
leb bin der dem da aller gwalt
1S45 In bimel und erd zä iß gßalt,
leb bin der weg, warbeit und leben,
Dureb mieb würt alle fünd vergeben,
leb bin des vaters ewig wort,
leb bin das liecbt, die tür und pfort:
1850 Wer dureb mieb ingebt^ würt weid finden,
Die in erlofl; von feineu fünden.
Wer mein red bort und glaubt in mieb,
Der fiebt den tot nit ewiklieb.
Dan ieb bins lieebt das eueb ift komen,
i»5 Daß all die mieb band angenomen,
Den bat got geben gwalt und maebt,
Daß fie feind feine kind geaebt
Drum all die an mieb glauben find.
Sind dureb den glauben gottes kind.
im leb bin der gfit birt der fein leben
Für feine febaf in tot bat geben.
Drum feind ir gweft biß her verirt,
So kompt zä mir! ieb bin der birt,
Ders febeflein, das verloren was,
1B6& Gef&ebet bab on underlaß,
Bin aucb das lamb gots das die fünd
Der weit bin nimpt, wie das min frünt
Jobannes dem volk bat verkünt
leb bin der einig gottes fon,
1870 Der für üeb got hat gnfig gethon,
Das gfatz erfült mit eignem gwalt,
Den fläeb vertilkt, die fünd bezalt.
Den tot der fünden überwunden.
Die bell zerftort, den teufel bunden.
i»7& Drum ir, min aller liebften kiut,
247
Ir die mit fünd beladen Hot,
Kompt her zä mir on alls ebifetzeu!
Ich wil üch alles leids ergetzen,
Mein grechtigkeit fol euwer fein,
i960 All euwer fünd fol wefen mein.
Ich hab mich unders giaiz getbon,
Daß ich erlolte euch dar von.
Ich hab auchs gfatz erfüll alein
Und das euch gfchenkt alin in gemein.
itvHA Darum ob euch die fund fchon nagt,
So feit doch gtroft und unverzagt,
Dan ich hab euch mit got verfönt
Und euch das himelreich verdient,
Hab üch durch meinen bittern tot
1890 Bei got erworben huld und gnod,
Bei got (fprich ich) dem vater min.
Vor dem ich euer f urfprech bin.
Daß euch kein fünd fchlechts mag verdammen.
So fer ir glaubt in meinen namen.
1W5 Daß es euch gfchech, fo fprechen amen.
LOB UND DANKSAGUNG
DER HEILIGEN MARTERER
VON WEGEN IRER ERLÖSUNG
Dich, got von himel, loben wir.
Dir, Jefu Chrill, bekennen wir,
Daß du alein uß lauter gnod I
Uns haft erlolt mit deinem tot
1900 Von fünd, tot, hell unds teufeis gwalt, j
Von pein und marter manigfalt,
Die wir band deinet halb erlitten
Und menlich durch dein hilf erAritteii,
On welche wir in folcher pein
1905 Kit betten mögen bßendig fein,
Und aber doch uß lieb und gunft,
Uß lautern gnaden und umb funß
Dein eigen werk in uns gethon,
Befoldet haft mit reichem Ion,
248
1910 Daß wir iczt und in ewigkeit
Bewaret find vor allem leit
Und uns am letften tag wilt geben ^
Mit leib und fei das ewig leben,
Das du von anfang baß bereit
1915 Uns allen und auch zä gefeit.
Drum fei dir lob in ewigkeiti
ANDREAS CAROLSTAT
Wie wol ich armer würd veracht
Und Luther alein f&rt den bracht,
Als der den Entchrift hab gezwagen
1980 Und in mit dem wort gots gefchlagen,
Seins reichs ein großen teil zerftort,
Wie iezt ift in der leng gebort:
So fag icfas doch in warheit ganz,
Daß würt geraten mir mein fchanz,
1925 Die ich angfangen hab mit fchreiben,
Sins reichs fol nit ein ßützen bleiben.
Des ich mich dan auch wü befleißen,
Und folt der teufel mich drob bfcheißen.
Dans groß, davon der bepfljich häuf
1930 Ift worden gmert und komen auf,
Daß iezund pÜAiSen find on end,
Das ift die melis unds facrament,
Die wil ich gar zä boden ftoßen,
Ja nit ein mit dran bliben loßen,
19S5 Dan Luther hats nur angedaft
Und doch drum ghabt kein r&w noch raft
Von münchen, pfaffen und fopbiften
Und fonderlich von den Thomißen,
Von den er fich vil hat erlitten,
i»4o Biß er zu letft doch hat erftritten,
Wie daß die mefs kein opfer fei
Sonder ein teftament, dar bei
Man den tot Chrifti fol bedenken
Mit dankbarkeit on alles wenken.
249
i9%i Er hat gdiabt «och manchen ftreit
Mit den tophi&esa haige zeit
Von wegen der opinion
Die Hiomas bat aß loßen gon,
NemHch daß in dem Xacrament,
iMo Das man des herren naditmal nent,
Do bleibe weder win nach brot,
Sonder alein war menfdi und got,
Doch bleib do beiderlei gefialten.
Dar wider Lnther bat erhalten,
19» Daß do bleib beide brot und wein,
Und doch m^ fleifch und bl&t do fein.
Hat des ein gleichnis (merkent eboi)
Von eim giftenden ifen geben«
Fürs erA fo hat er fchrift genfig,
19C0 Fürs ander er baß omb fidi 13g,
Dan ich das opfer nit alein.
Sonder auch fleifch und blfit Temein,
Als' ich dan das hoff zfi erhalten
Mit heiiger fchrift vor jung und alten,
IM» Hab mich des halb auch nids verwegen,
Wie wol mir klein dran ift gelegen,
Dan ich das alt gemein fprichwort
'Worheit bringt nit* oft hab gebort,
Kan auch wol bei mir felbs betrachten,
1970 Daß wan ich werd die meGs yerachten,
Daß fie kein opfer fei vor got
Weder für lebend nach für tot,
Auch daß do fei nur wein und brot
Und nit war fleifch, bl&t, menfch und got,
1975 Wie fie dan hand biß her gelogen
Und alle weit do durch betrogen.
Daß ich werd nngunft uf mich laden,
Dan es würt in nit wenig fchaden,
Man würt nit halten vil von in
1900 Und gmindert werden ir gewin,
Den fie biß her erfchunden haut
Von mefTen und der gleichen dant.
250
Ir würdikeit würd fin veracht
Und werden andern gleich geacbt.
1985 Man würt fie, gwin Ichs fpil, nit me
Heißen gnad herr her domine.
Drum wil ich all befchornen knaben
Mit ganzen truwen gwamet haben,
Daß fie got bitten mit gedingt
1990 Daß mir min mnmfchanz nit geling.
Dan gwin ichs fpil (als ich verm&t),
Wil ich den Luther machen g&t:
Dan was er hat lan über bliben
Ans bapßs reich, wil ich gar vertribeu,
1995 Ja nit ein Itützen bliben Ion,
Sonder mfiß gar z& trummem gon,
Und doch on fchwert und feuers flammen.
Got geb das bald gfchech. amen amen.
BESCHLUSZ MIT ENTSCHULDIGUNG DES
DICHTERS
Nempt hin (bit ich) diß gdicht fär g&t
^N)oo Von mir bans ubinrich freibrmut,
Geborn bei Nurmberg uf dem fant,
Wonhaft bei Zürch im Schwitzer land,
Meinen biwonern wol erkant,
Dan ich als ein unglerter man
2005 Nit vil gebl&mter werten kan,
Do mit zu fchmucken min gedieht,
Als ich folt han gethon vilicht.
Plump fohlechts heruß nach gfit geduoken
Als einer der wol hat getrunken.
2010 Drum ob ich im zä vil hett gthan,
Bit ich, man mirs zu gut wöll han,
Dan ich habs guter meinung thon,
Verhoff yon got darum den Ion.
Dan ich weiß wol, daß folt die weit
aui5 Mir darum geben widergelt,
Vorauß die ich hab griffen an,
251
Das lachen wiird mir bald vergan.
Doch weiß ich gwislich daß nieman
Mir fchaden thfin mag oder kan,
»»0 Ja nit ein bor (ift wie ich fag)
On gottes willen krimmen mag,
Dweil unfer hör all find gezelt,
Dem keins on gottes willn ab feit.
In des gewalt hab ich mich gßelt:
2025 Der machs mit mir wies im gefeit,
Dan er am bellen wißen mag,
Was mir nutz fei und im behag.
Drum mach ers mit mir wie er woll
In •glück oder in ungefell,
2030 Dan wie ers macht, fo bin ich fin
Und er der liebße vater min
Durch Jefum Chrift, der durch fin bißt
Uns all beh&t vor hellen glät:
Wünfch ich hans Heinrich freikhmüt.
Amen.
XXIU.
EIN KLEGLICHE BOTSCHAFT
AN DEN BAPST DIE SELMESS BETREFFEND
WELCHE KRANK LIGT UND WIL STERBEN
SAMPT EINEM GESPRECH ETSUCHER
PERSONEN.
Der Cardinal redt zum bapft
Aller heiligifter yater, mir ift auß deutfchen landen ein epi-
ftel zu gefchriben worden: fommer box marterl erfchreok-
licfaer graufamer ding hab ich nie gehört, iß; meiner Vernunft
5 auch nie für komen. beßer wers, daß das ganz Jerufalem
zu trümmern gink und auf einen häufen verßoret wurde.
Bapß
Box angft, herr cardinal, fart fchoni erfchreckt mich nicht
fo ferl ich bin zu dem bade geweß: laßt mirs wol bekomenl
to Cardinal
Es fei gebadt oder gefchadt, fommer box erdrich ! fo bin ich
erfchrocken, daß mir die bofen zene im köpf wackeln und
leiden fer fch windelt
Bapft
15 Mein lieber herr, was ift es dann? betrifffcs das ganz erdreick
oder fonderliche leute, oder gehet es über einen gemeineu
ftAUd?
Cardinal
Ja freilich betrifils den heften fterkften ftein im fundament,
30 darauf unfer ganze pfaffeit erbauet ift.
253
Bapft
Dad walt alle die teufel die zwifchen himel und erden fein,
daß ee nur nicht die melTe feil wo das armbroß ab ginge,
fo find wir alle erfchoßen.
Cardinal s
Warlich, aller heiligfter vater, euer beplllicfae heiligkeit ha-
bens erraten, nicht alein die weisgelarten, ja die groben
bauern fpeien die meffe an und ift inen ein affenfpil und ein
crgerlicher greuel darauß worden.
Bapft 10
Box fchweiß, wie Aehet es dann umb die melTe? iA nicht rat
und hoffnung zu finden? entgehet uns der fchemel, fo ligen
wir gar im dreck und wjrd unfer prangen und hofiart auß fein.
Cardinal
Ich bin ganz verßumpt. radt ir zu! ich hab weder ver- i&
nunft noch othem. mich fcheißert, hofier ich anders nicht
gar in die hofen.
Bapft
Was ift doch der unfal oder welcher geßalt erhebt fich
das? leidt denn die melFe folche große not? ei das got 90
erbarm I
Cardinal
Sie iß angeklagt und berichtigt, fie fei ein menfchen tant,
ein falfcher gottes dienft, ein greuel und gots lefterung und
betrüglich geltnetz, bauchgot, ja ein große abgotterei, fo 23
under der fonnen ift nie erwachfen.
Bapft
Box hirni ift es aber gewis war oder ift es nur einabfchrecken?
Cardinal
O ho! es ift gewis war als der tot allem irdifohen leben: so
alhie ift kein lüge.
Bapft
Was feind es denn für leute die unferer melTe fo widerfetzig
feind?
Cardinal ss
Der bauptfacher ift das nacfatmal Chrifti und feine beiftän-
der, die die chriftliche tauf empfangen haben fampt den an-
dern gelarten leien und burgern.
254
Bapft
Das ift uns erbärmlicher und Tchadlicher denn die verderbung
Sodoma und Oomorra vom hellifchen feuer. izt i^ril uns
das waßer ins fchif rinnen an allen orten: ich befolg, das
& fchif werd uns gar under gehn.
Cardinal
Ich furcht, es helfe kein verftopfem die gegenwinde feind
zu groß und die mder feind uns zerbrochen, fo feind wir
auch der fee ungelert.
10 BapA
Wer iß aber in difer fach für einen richter angerufen oder
fiirgefchlagen, der difer fach abhelfen könte?
Cardinal
Es feind fünfzehen epiftel der zwolfboten, die gefchicht der
i& apofieln. und ob die mefs fich wolt anfprechent fetzen, fo
wollen fie alle propheten zu zeugen nemen und fürftellen
und trollen fich ßark der epißeln zun Hebreem, auch fol
das teßament pbman fein.
Bapft
10 Box hurel das erfreuet mich eben wie die ftotzmäre der
trottertanz. do würden wir fo vil an gewinnen als einer
der ein meßer am f eur wetzen wil. dife richter find ver-
dächtig und von anfang alle weg wider uns. ße würden
unfer meife eben fo gefund fein als dem konig Pharao das
95 rote mer. wo wir aber den anfpruch mochten für der geiü-
lichen recht bringen, fo würde der fachen on zweifei gera-
ten und geholfen.
Cardinal
Das iß fommer box angft fchön vorfehen und ein verlorne
30 rede, dann bei difem volk ift nichts unwerders, argweni-
gers und Verleumders denn die geiftlichen, ja fie haltens
fchnoder denn das bret an gemeinem fprachhaufe, da die
bauren die unluftigen zollen über werfen.
Bapft
35 Ich weiß noch ein lißige Zuflucht, wir wollen dapfere man-
dat und trutzliche leute anrufen, die es den kl^ern ab-
fchrecken mit fauer fehen und dreuworten, auch pochen und
ftreichen, und die felbigen bereden, daß dife kleger feind die
255
crgiften ketzer fo die weit ie getragen bab, die Chrifium
von allen feinen eren Iloßen wollen, vorleuknen gottes al-
mechtigkeit, fchmchen die wirdige'muter gots und alle liebe
heiligen und lernen, man Fol nichts guts thun, die oberkeit
außroden und niemand das feine geben, aber zu difem be- 5
triege muß man die felbigen vermeinten trotzleute vorhin
mit gelde wol fchmircn, daß man fie mit einem fehweinfpieß
mochte wol erfreuen.
Cardinal
O heilger vater, folt das helfen, fo wer nichts verfeumpt lo
und kein unkoß zu fparen. wir habens zwar der maßen
bereit verfucht und mit merklichem unkoften beßalt, die
auch als die groften fophifien ir beftes gethan, aber fo vil
außgericht, als betten fie die weil nach dem regenbogen
geworfen, es geht hie zu nach dem gemeinen fprichwort i5
*einer pucht, der ander gibt nichts drauf.^ fo iß das das
aller ergiße, daß die arm ttoßlofe meife, als fie gefehen hat,
daß von ir gewichen find ire bundsgenoßen, als bogrebnus,
vigilien, dritt, fibent, d^eißigfi und alle jarzeiten fampt dem
Opfer fo biß her darzu getragen, hat fie den handel fo 20
fchwer zu herzen gezogen, daß fie totlich krank leit und
iß ires lebens wenig ho£Pnung und groß zu beforgen, ob fie
fchon nicht für gericht kome, fie ßerbe dennoch funßen abe.
fo wird dann unfer brangen auch auß fein und werden un-
fere feiße huren miißen faren laßen. S5
Bapß
Ei lieber herr, wer ir nicht indert mit einem warmen qucll-
bade tu helfen oder mit einem guten firop? fommer box
leberl es koße was es wolle, es fol uns kein gelt reuen.
Cardinal .10
Ja ich meine, es habe genung geJcoß. es iß vergebens und
auch bereit verfucht. fie iß aber für und für kretzig und
reüdig und foUer blättern außgefchlagen und iß nichts da-
von geheilet, es find fider her erß große feulän und fched-
liche locher in fie gefallen und hat alsbald den fchwcinen- »'.
den fichtumb überkommen und hat fich gebeßert wie der
pelz vom wafchen.
256
Bspft
Ich wil fie dem weitleuftigen arzt doctor EVanzen Nirnfehft
■ bevelen und im doctor Worft zugeben den apoteker: die
foUen ir bald helfen.
5 Cardinal
Wolan, haben wir fo vil verbadt,* fo laßt uns recht den
koften auch daran wagen und glücka gewarten, gebt inen
nur ein häufen fchmer in die büchfen, dann fie müßen vil
verfalben an der armen kranken melTe.
10 Als 'fie nu dife izt bemelte beide doctoren dermefle zu
helfen befialten, waren fie fleißig und handelten, wio
ir hernach werdet vermerken.
Doctor Franz Nirnfehft
befahe ir den harn, begreif ir die bulsader und fprach
1» Warlich die mefs ift fer fchwach. fie* ift etwan unter den
weißgerbern geweft, die haben ir die rippen zußoßen und
ift ir auch ein groß tötlich gefchwür am canon gewachfen.
Doctor Worft apoteker
Es ift ein alter fchade. fie hat den gebrechen an die weit
so gebracht und ift anfangs irer geburt inwendig nie gefunt
geweft, wie fchon fie von außen geglißen hat. es find vil
berumpte erzte daran zu fchanden worden, darumb ift uns
not guts rats zu gebrauchen und vieiß an zu keren. moch-
ten wir fie in einen aufhält brengen, fo wer unfer fau feift
n und der feckel wol geraten, darumb, herr doctor, eilet
fchnel mit eur kunfti auch fo hab ich hie allerlei oonfect,
romifche gewürz und geweihete kreuter, die ir wol wißet
mit bracht weltweifer klugheit zu temperieren nach ariftote-
lifcher weife und fophiftifcher art. thut den rucken darhin-
so der! ich wil mich auch nicht fparen. mir ift neulich fchmer
von Rom gcfchickt worden, damit wil ich falben, es muß
gehn, und wer es als rauch als ein igel.
Doctor Franz Nirnfehft
Nu wol her! wir wollen vor der fach raten, erftlich wil mich
S5 anfehen, di^ meife fei in einem bofen zeichen, nemlich im
fcorpion empfangen, im krebs und fchweinenden monde ge-
born, es regiert fie auch der böfe wankelmütige planet Mars
und zwar fie hat über achtzehen veter gehabt, die an ir
257
gemacht haben, das zeiget ir harn, geßalt und wefen an«
daromb wil uns not fein und gebären große forgfeldigkeit^
denn fie iß von mancherlei naturen, fpecien und qualiteten
zufamen geplezt, izt warm, dann kalt, feucht und trucken,
und womit man eim hilft, vorderbt man das ander. s
Doctor Werft apoteker
Ja, herr doctor, ir redet recht und von der wurzel difer fache,
es haben vil ir kunft daran unnützlich verfchißen. ich be*
forge, wir gewinnen auch als vil ere an difer erbeit als der
honig im fprachhaufe fucht: des Ion feind befchißene hende. lo
Doctor Franz Nirnfehft
Nu feind wir im bade, got gebe wir fchwitzen oder nicht,
darumb erfordert die not einen guten rat. dann difer meffe
tot ift unfer und aller pfaffen wäre peßilcnz, ja ein vorzerend
feuer, welches außtrucknet den luftigen brunnen^ auß dem i5
da fleußt unfer gewachfam feiß verfichert und überflußigs
leben.
Barfüßer münch
Herre, bis gelobet! die melTe hebet an zu fchwitzen, es geht
warlich ein bofer ßinkender fchweiß von ir. ich hoff, es 20
fol beßer umb fie werden.
Hauk Hafenbart
Ja ja iie beßert fich wie ein zwenzigjerig roDs, wie der fifch
an der fonnen und das körn im hagel. es iß der totfchweiß
als gewis als got lebet. 2&
Doctor Franz Nirnfehß
Mir iß ein guter zufal fürkomen. es vormag die natur daß
die lewen ire jungen tot geberen und demnach mit ßarkem
gefchrei lebendig und kreftig machen, nun iß die mefle ein
gefchöpf vom romifchen ßul gebom, darumb wollen wir uns 30
mit ßarkem gefchrei der romifchen kirchen darüber ßellen,
mit großen werten, kreftiger ßimme der lerer, veter und
condlien und fie auch widerumb erwecken, fünft iß wider
hoffnnng noch Zuflucht, alein das mittel wird helfen, nu nu
fcbrei, doctor I fcbrei eines fteten fchreiens! 3s
Doctor Werft
Ich furcht, wir werden uns ganz heifer und müde abfchreien,
17
258
ehe dann die meffe gefund und lebendig werde, ich furcht,
uns werd othem gebrechen, idoch was fchadt verfuchen?
Doctor Suppenfchmit
Wir müßen andere fchreier auch bellellen, es were fünft
& über unfer macht, und die felbigen wol falben mit hammer-
fchmalz: fo geht es glat von Hatten.
Doctor Worft
Wir haben des hammerfchmalzs fo vil verfchmirt, daß ich
mocht leiden, die falbe wer wider in der buchfen, betten
10 wir eine gute ablaßkifte mit gelt.
Doctor Suppenfchmit
Ei box marter, feit unerfchrocken! ich wil fchreien daß die
erde fol erbidmen, und folt mir gleich der bauch auf berßen.
Fridel Fürntanz
IS Was feit ir für leutel fie fol wol mer krank und blöde wer-
den von eurm gefchrei denn ftark und lebendig, ir gebet
ir eril fordernus zum tode. folch toben und fchreien gehö-
ret nicht zu den fchwachen, denn ire natur vergleichet mer
den hafen dann den lewen.
90 le lenger fie fchrien, ie fchwecher die meffe ward und
runge mit dem tode.
Hans Früauf
Ei boret auf zu fchreien in gottes namen! fehet ir nicht
daß die meffe mit dem tode ringet, fo verßeht ir euch
25 nichts aufs ßerben. ich merke wol, ir feit nicht vil bei
kranken und fterbenden leuten geweft.
Herman Mumefchanz
O zeter! die meffe ift fchwach und dem tode neher denn
Schafhaufen dem Rein, fehet zu, wie zucket fie mit den
so achfeln, die äugen feind ir eingefallen, fie ift als bleich umb
den fchnabel und fo röslicht umb die backen wie ein unge-
backen weißbrot oder ein wolgefoten ei. wie ift ir die na-
fen fo fpitzig und gehn ir die nafenbelge fo fchnel, der buls
fchlecht ir nicht mer, das ift ein bos zeichen, fie holt den
35 othem tief und mechtig kurz, trefflich fchnel. fie ift voller
totenflecken, fie wirds nicht lang treiben, die fuße find ir
fchon erkaltet
259
Doctor Suppenfcfamit x
Wir wollen einander getreulich helfen und fie zum fegfeuer
tragen, ob lie widenunb erwermbt mocht werden, und mit
warmen tüchem wol reiben.
Ludwig Meuskorp ' s
Ja die bauern haben das weiwaßer darein gefchüt und das
fegfeur gar außgelefcbt, und fitzen nu darinne munch, betler
und nonnen, denen die äugen überlaufen, demnach feind et-
liche des freveis geweft, daß fie in keßel gefchißen haben,
das heißt das waßer geweihet. lo
Nickel Fülsloch
Box himi das iß der melTe der aller fchedlichfte todlUch,
denn vom fegfeuer hat fie gelebet wie der fifch vom waßer.
das was die rechte falbe und weide, davon fie fo feift wor-
den iß. nu mag fie ja lenger nit leben, ob ir funßen is
nichts gebreche, fo müße fie doch forthin hungers ßerben,
dann man wU ir nichts mer opfern noch geben.
Doctor Worß
Wir wollen fie zu den lieben heiligen geloben, zu bifchof
Benno gen Meifen, zum fchwarzen kreuze gen Drefen, zu so
unfer lieben frauen bei den fiben eichen, dem taucher, da
iß gar ein gnadreich bild.
Nickel Seidenreich
Da würden wir gleich verforget fein wie ein nackenter mit
dem winter. dann die hex fo die felbe wolfart auß geheiß ss
ires bulens des teufeis angericht, hat man zu Bern verbrant,
demnach die capellen famt haus und hof zerßort und die
wurmßichichten götzen gar hinwek gereumet auß den kir-
dien, nun rat wo hinaußl
Doctor Worß *>
Wer hat folchs nur angericht? die bauern feind darauf ge-
weiß worden als gewis als got lebet, ich fchmecks und merks.
Ullein Sihinsfpil
Ich weiß wol, Chrißus hats gethan Matthei am XI, do er
inen genift und gefprochen 'kompt her zu mir alle die ir ss
arbeitet und beladen feit, ich wil euch erquicken.' fie haben
auch gelefen das evangelium fampt allen epißeln, befunder
Johannes am I und XVII , Exodi am XX, £faie am XIV,
17*
260
Timothei am II, Joau. am XIV, Jerem. am XVIII und alle
pfalmen durcbauß.
Doctor Kochlöffel
Der teufe! und feine muter hat die bauern in die fchrift
5 gefiirt. nu wirds mit uns nimmer gut, weil fie die heim-
lichkeit wißen und erfaren haben.
Cunz Affe
Ir herrn, ir herm, laßt die erznei gelingen, denn die melTe
ift ie lenger ie fchwecher. fie kurbelt und fchlürket an der
10 rede und wird gar fprachlofe.
Doctor Suppenfchmit
Der friimefler brenge uns unfern herrgot, daß wir fie ver-
forgen und befchicken.
Frumeffer
1» Herr doctor, ich kan in nicht erlangen : der himel ill fein Aul
und die erde fein fußfchemel. wie möchte ich in erwifchen,
er fitzt zu der rechten band gottes.
Doctor Suppenfchmit
Ich meine ^ du feifl; ToUer narren dann der fomer mucken.
M breng uns unfern herrgot oder du muft auf die fchuppen
bei dem got den ich heute gehebt und geleget habe!
Frumeffer
Herr doctor, habt ir in heute gehebt, wo habt ir in hin
gelegt?
15 Doctor Suppenfchmit
Ich meine, herr doctor, ir feit voller fantaften denn ein
zöttichter hund ilöe im augßen, unfinniger denn die feu die
fich im mer ertrenkten (Matthei VIII). habt ir in heute
geßen, wo fol ich in dann nemen? ja lieber fchickt mich
30 nach dem winde der euch fert das hütlein abwarf und heißt
mich gleich auch S. Bernharts berk zum goldfchmide tragen,
daß ern thu in einen gülden rink faßeu, an einen finger zu
Recken, das feind mir ja gute poflen und lame zoten.
Doctor Worft
s» *Vil gefchreis und wenig wollen' fprach der teufel da er
eine fau befchore mit einem börer. ich fage euch, nemet
die fchlüßel und bringet uns auß dem facraments faäuslein
den zarten fron leichnam Chrißi unfers gots.
261 '
Prumeffer
Er ift leiplich zu himel gefaren und fitzt zur rechten feins
vaters, oder unfer artikel des waren chrifilicheri glaubens muß
falfch fein, er ift auferßanden und nicht hie (Luce XXIIII).
greifet hinauf und nemt in herab! ich bin im vil zu kurz, ir s
aber feit dapfere große Hänfen.
Doctor Worft
Capellan, brengt uns fchnel das heilige geweibete ol und
brcnget auch ein geweiht licht her, dann der tot nahet fich
und wil fant Veiten haben. lo
Capellan
Ich merk wol, ir meint das 61, das man vom bifchof er-
kauft bat. des ift aber nichts mer im buchslein: der kußer
hat die fchu damit gefalbet.
Doctor Worft u
Ei daß in die veifel befiehe! fo ift er im banne, das mag
niemand erweren, er muß es teuer genug bezalen.
Doctor Suppenfchmit
O lauft wunderfchnel und brengt ein licht! lauft zum bein-
liaufe bei den lampen und zündt an! lauft wunder behend ! 20
Paul Stechdenbrei
Da ift wider feuer noch licht, kerzen noch lampen. meua
und rattcn müßen des orts hungers fterben und des glock-
ners hausfrau küchlet nit halb fo vil als vor vier jaren.
die metten ift gefungen, »
der teufel hat den bapft erwifcht,
im ift ganz wol gelungen.
Doctor Worft
So hör ich wol, man brennt den lieben heiligen wider wachs
noch öl, wider lampen noch unflet und thut inen nichts guts« ao
ach das got erbarm! warzu ift es doch koment wer hat den
irtumb gepflanzt oder warvon hat fichs geurfacht? ich glaub,
der Luther fei die grofte urfach daß die mefs ins hellbad muß.
Six Watinbach
Als der romifche verfprocben aplaß fo vil fchuldig was und ss
gelten folt, daß er mit den fcbelmen außm lande muft lau-
fen, hat er vor und ehe den nachtlichtern große ding ver^
heißen, danimb feind iie im nachgezogen, aber fie werden
262
alle erlefchen, fo fie nicht zufchub , ßeucr und hitze vom
fegfeuer haben.
Linie Schmirnbels
Was darf man der nachtlichter? die totenfchädel fehen
5 nicht, fo tanzen die hiilzene gotzen nicht, Co hat got er-
fchaffen alle lichter, himelifch und irdifch, bei im ift die
ewige klarheit und kein finllernus. darumb ift es ein beid*
nifche torheit ime mit lichtem zu dienen.
Doctor Thom Eatzenbart
10 Brengt uns doch ein wenig würz oder palmen , daß wir
einen gefegneten rauch machen für das bofe gefpenß.
Wolf Fideler
Die weiber haben das flelTch damit gereucht und fider keine
laßen befchweren.
15 Doctor Eckftein
Wo nu auß? fprach der fuchs in der fallen, izt feind wir
im mer on fchif und rüder, wer kan backen one feuer oder
one flügel fliegen? es wer gleich als müglich das ganze
mer an regenbogen zu henken, als difer mefle zu helfen,
90 fo fie fchon verloren hat die rechten herzader , nemlich das
fegefeuer, welchs in feiner flucht mit im hinweg gefurt hat
begrebnus, dritt, fibenden, dreißigiften, vigilien und jarzeit,
fampt iren opfern, lichtem, weiwaßer, 51 und palmen. nu
rat reter gut, wie wir ungebrant von difem keßel komen«
25 es hilft doch wider fchreien noch falben und ift unfer mühe
und arbeit alle umb fonft und vergebens.
Doctor Werft
Solt fie uns denn under den henden fterben, fo wird uns
nichts fürs ürztlon. darumb wil not fein daß wir uns auß-
ao drehen und davon machen, ob fie denn in unferm abwefen
ftirbt, fo wollen wir fprechen, die bauem haben fie er-
fchlagcn.
Doctor Suppenfchmit
Ich folge, ir habts erraten und wol getroffen, betten wir
ts die hammer falbe, fo wir ^erfchmirt haben, wider in der
büchfen, wir weiten uns felber damit falben und noch ein
guten mut mit unfern kochinnen haben, aber diß ift ein
verlorne rede, brengt eben fo vil frücht als vogelleim im
263
pfeffer. ich rat, wir reiten von hinnen und wer uns fragt
Vie ßehet es umb die mefle?^ wollen wir antworten 'wol,
wol, marterleiden wol: fie hat geftem einen furtanz mit dem
legalen von Campeflor gehabt^
Doctor Eckfteins knecht Veit Suchdenftifel 5
Box marter, berr doctor! wo wolt ir mit den feuen allen
nauß, die ir diß jar mit euch heimbringet? man wird uns
vor furkaufer au£fahen.
Doctor Suppenfchmit
Ei laß mich ungefetzt! daß dich fant Veltens arbeit beftehe 10
als bubenl ich hab fünft gnug das mich betrübet, wiltu noch
mein darzu fpotten? hab dir den Ciprian und die gicht!
damit fei es bericht. aide! ich bleib die lengc do nicht
O zeter mordio!
Die felmefs leit und wil fterben, i&
So wil die vigilg auch verderben.
XXIV.
DER PAPISTEN HANDBÜCHLEIN
FLEISZIG ZU MERKEN UND HEIMLICH ZU LESEN
DAMIT ES DIE LEIEN
DENEN DEE BAPST DIE HEILIGE SCHRIFT VERBOTEN HAT
NICHT ERFAREN.
MIT D. M, L. BENEDICITE
FÜR DEN BAPST UND SEINE SCHUPPEN
UND DER BARFÜSZER MÜNCH ZEHEN GEBOT
AUCH DES BAPSTS VATER UNSER
GRUSZ UND GLAUBEN.
SECreta SACerdotuin
Baal.
Wie fol lieh ein geiftlos papiflifcher birchof, pfarherr,
prediget halten in feinem beruf?
5 Ein geiftlos papiftifch bifchof, pfarherr, prediger, tumber,
vicarius fol ungelert und eines bofen lebens fein, fol fich
des evangelions befchemen und fein leben in aller b&berei
und Icbanden zubringen.
Wie fol er leren?
*o Er fol gottes wort verfelfchen, fiind und fchande erleuben
und felbs treiben und daß er ja das evangelion Chriili nicht
JJ65
dorfte predigen noch die chriftenheit helfen bau wen und
beßern, fein pfarr verlaßen und ein vertnmbter herr werden,
lieh in aller bosheit als ein getreuwer haushälter Baals be*
weifen, fleißig darnach ßreben daß gottes er zfi gnmd und
zu boden gehe. 5
Wie fol er leben?
Ein papißifch bifchof, pfarrherr, prediger fol ein unyer-
fchampter hfirer und ehebrecher fein, keinen tag nüchtern,
ein weinfeufer, fpiler, beißig, neidifch, zenkifch, geizig,
unerlich hendel treiben, der haushalte mit huren und hüben, 10
mit heuchlern und ßocknarren, baftart und hurenkinder habe,
und in allen lailern und fchanden erfunden werde.
Wann handlet ein papiftifch
bifchof, pfarrher oder prediger wider feinen beruf?
Wann er die warheit fagt, das evangelion prediget und nach w
gottes wort gedenkt ein erbar chrißlich leben zu füren und
fuudert fich von den römifchen geiiUichen und helt fich zu
den evangelifchen predigern und chrißen.
W^ie foUen fich die papiUifchen suhorer
halten in irem beruf? ^o
Ein Zuhörer der papißen fol alle prediger götlichen worts
leßern, verachten, fcbmehen, fchenden, hinderreden, belie-
gen und helfen verfolgen und verjagen.
Wo ßeht das gefchriben?
, Alfo fagt Chrißus 'der jünger iß nicht über feinen meißer.* 25
die weil nun der teufel ein mörder und lügner iß (Johannis 8),
fo mußen feine diener der maßen auch fein, darfur follen
fi zSi Ion haben vil lehen, prebenden, tumerei und den fr&-
meifen altar in der belle: dann ein arbeiter iß feins Ions
wert. »0
Wann handien die papiftifchen zfihörer
wider Iren heruf?
Wann Si gottes wort hören und den evangehfcheW predigern
gut« thän und freuntlich feint, ftebn ires unchrilUichen le«
bens ab und beßern fich, fingen pfalmen, bleiben nicht hal* ^
ßarrig, verftockt und verblendet, halten fich der 1er und
ordennng Glurißi.
_266
DAS ANDER TEIL.
Wie rollen üch die geiftlofen halten
gegen weltlicher oberkeit?
Die geißlofen foUen weltlicher oberkeit nicht gehorfam fein,
5 kein fchoß noch zol noch tribut geben, irer aufs ärgst
gedenken, gemeinem nuz oder policei keinen dienft thün.
und wann die oberkeit dem Entchriß nicht wollen anhan-
gen, fol man fie verbannen und ins dritt oder viert gefchlecht
verflfichen.
10 Wo ßeht das gefchriben?
Alfo fchreibt der bapft in feinem decret. dit 22 Omnis:
Ich bin ein herr des himlifchen und erdnifchen keifertumbs.
alle keifer, konig, furßen, herren feind mir underworfen. ich
wil auch mit den meinen frei fein und der keifer maß mir
15 ein eid fchweren als feinem herren, daß er mir wolle un-
derthenig fein, mich erhohen und eren. Dif. 60 Tibi do-
mino: mir gebürt ein gülden krön, ja drei uf einander,
daß man fehe, daß ich ein herr bin im himel und auf er-
den und im fegfeur. ich gebiete den engein im himel und
80 verbanne, verflache, vermaledeie auf erden alle die jenigen,
fo von mir oder meinen plettingem zol heifchen und nemen.
De confec. dif. 1 Si quis.
Wie fol üch weltliche oberkeit
widerumb halten gegen die geiftlofen?
25 Die weltliche oberkeit, weil fie an gottes ftat fizt, fol fie
gottes er, wort und namen furdern und hanthaben, funden
laftern und fcbanden weren und allen ergemüITen furkomen.
und wo die geiftlofen nicht folgen wollen und ander leut
dulden, foUen fie mit inen das compeUe intrare fpilen und
30 das depofuit mit in fingen, zinfe und rente verbieten, biß
daß auß den bauchdienern widerumb Chriftus diener werden.
Wo fteht das gefchriben?
Alfo fagt Chriftus Math, am V 'wann das falz tumb wirt,
ißs zfl nicht hinfort nätze dann daß maus hinauß fchüite
35 und laß es die leut zertreten,* und Math, am XVIU *wer
da ergert der geringften einen die an mich glauben, dem
were beßer daß ein mülftein an feinen hals gehenkt wurde
und er erfeufet würde im mer da es am tiefeften ift.^
267
Wie follen Üch die nnderthanen halten
gegen den geilllofen?
Die undcrthanen und gemeinen chriften Tollen die verftock-
ten geilUofen meiden, als beiden halten, fi nicht gr&ßen,
auch kein gcmeinfchaft mit inen haben, ir mefle undgottes s
dienß fliehen, fi zä keiner erlichen bandlung furdern noch
bitten.
Wo ftebt das gefchriben?
Alfo Tagt Chri(hi8 Math, am XVIII 'boret er die gemeine
nicht, fo halt in als ein beiden und zolner,* und Johannes lo
in der andern epiftel 'wer die lere Chrifti nicht bringt, den
nemet nicht zu häufe, gr&ßet in auch nicht! dann wer in
grüßt, der macht fich teilhaftig feiner bofen werke.* fo
fagt das decret. diß. 32 Praetor, daß kein hurenpfaff fol
mefs haben, auch nicht dre epiftel oder evangelium fingen, 15
auch in der gemein nicht geduldet werden, und cap. Nullus
lagt die felbige diftinction, daß man keines bfirers mefs
boren noch fehen fol beim banne.
DAS DRITTE TEIL.
Wie Tollen ficb die geiftlofen halten so
gegen die kochinnen?
Ein geiftlofer foU feiner hären underthan fein, irer wol pfle-
gen und furßehn als feiner gehilfin, die im in allen fchanden
und b&berei hilft verzeren und umbbringen was er durch
feinen gottes dienft und larvenwerk von fromen chriften »5
fchindet und fchabet.
Wo fteht das gefchriben?
Alfo fagt der prophet Micheas 'was von hfirenlon verfam-
let ift, fol wider zu hfirenlon werden;' und wie die Walen
oder WelTchen fagen male quaefit male perdit : dann fchad so
were es daß g&t folt anders verzert werden.
Wann handelt ein geiftlofer pfaff
wider feinen ber&f ?
Wann er mit feiner h&ren in fride lebt, nicht flocht, fchilt
und alle tage fich krimmet und kratzet, rauft und fticht, sa
daß maus übers dritte haus hört.
• 270
und gebcßert, fo ift es billich daß lie auch mit dem ewig
haushalten , dem fie gedient haben und allen feins willens
gefolget.
DAS WER AUCH WOL EIN GEBET FÜR DIE
6 PFIFFEN
D. M. L.
BFNEDICITE
Aller raben äugen warten auf dich, bapft, daß du ir fpeis
werdft in kurzer zeit, du thuil auf deine milte band und
10 ftileft alles was dir wol gefellet der galge ift dein reich,
darzfi das rad in ewigkeit.
GRATIAS
Dank dir, bapft, der teufel daß du biß fo greulich, dann
dein lüge und mord weren ewiklich. und haft uns alle ge-
15 fpeifet mit gift und hellifchem feur. du haft nicht luft an
chriftlichem glauben noch leben, fonder haft luft an allen
die got leftem und fchenden.
DAS VATER UNSER
Bapft, vater aller verlougneten chriftent
so Gefchendet werd dein verfluchter nam!
Zä kum dein rieh in der helle!
Dein teufelifcher will m&ße bald underligen wie im himel
alfo auch auf erden!
Unfer taglich brot gebe dir got niti
25 Und verlaß uns unfer fundc nit durch dein verlognen ab-
laß, wie wir auch nit wollen Vergebung von dir haben.
F&r uns nit mer in verfächnus, fondern got erlös uns von
deinem übel.
DER GRUSZ
10 Ave, rabi, du heilige junkfrau S. Paula , bapft vol Ungna-
den gottesl der teufel mit dir! verflucht feieft under allen
menfchen! verflacht fei die frucht deins reichs, cardiuäl
pfafien, münch, nunnen! amen«
271 •
DER BARPÜSZER MÜNCH
ZEHEN GEBOT
Das feind die helfchen zehn gebot,
die Franciscns der münichsgot
bat geben in feinr regel neu 5
durchs teufek liß und triegerei.
kirieleien.
Got fol nicht alein fein dein herr,
fonder folg auch Francifci lerl
dem folt du ganz vertrauwen dich, 10
lo wirft du lÜlig hinder fich.
kirieleion.
Du folt Francifcus namen em
gleich dem namen gottes deins herrn,
geloben bei feim namen milt, is
daß du dein regel halten wilt.
kirieleion.
Du folt heiigen Francifcus tag',
darzu ein graue kutten trag!
trag holzfchäch! mit eim ftrick dich gürt! 20
das heißt ein geiftlich leben gf&rt.
kirieleion.
Du folt nit ern noch ghorfam fein
dem vater und der m&ter dein:
th& was dich heißt der gardian! as
fo wirft dus hellifch leben han.
kirieleion.
Du folt verdammen zomiklich
die dein orden haßen und dich,
du folt lieben mit fanftem m&t »u
all die dein br&dern thänd das gut.
kirieleion.
Den eeftant halt ßät für unrein,
ob fchon dein herz vil weiber mein!
halt dich from als ein fchalk im fchein: 3%
Jens thu nur, wenn du bift alein!
kirieleion.
272
8 Greit anrftren acht nit far göt,
verzer der annen fchweiß und blut!
laß fi aufthän ir milte band!
fetz in darfur ein mefs /.ü pfanti
kirieleion.
9. Du folt gots falfcher zeuge fein!
verkauf dein werk und ablaß fein!
das fegfeur folO; auch lefchen du,
mit beten, faAen decken zfu
kirieleion.
10 Ob du deins nächften weib und hau8
begerll und wird doch nichts darauß:
daran du kein gewißen hab,
dein regel wäfcht dirs alles ab.
kirieleion.
11 Die gbot den münchen geben find,
daß fi als Entechrißes kind
erkennen nicht noch leren wol
wie man vor gote leben fol.
kirieleion.
12 Vor in bh&t uns, herr Jefus Chrifi:,
der unfer mitler worden ifti
mit Ordens thun ifis gar verlorn:
all müncherei verdient gots zorn.
kirieleion.
DES BAPSTS GEBET VOLGET
Die weil der bapll zäwider ift
dem wort unfers herrn Jefu Chrift,
als in S. Peter und Paul thut nennen,
fo mögend wir in für den rechten Entchrifi erkennen,
wo er uns die fpeis und ehe verbeut
umb feines fchantlichen nutzes und geit,
damit er dwelt befcheißt und betreugt«
mit gfchwulftigen Worten einher fleugt.
fo fprich im das gebet zu aller zit,
dann fein verdamnus verfaumpt fich nit.
273
Sein VATER UNSER fprich im mit »ndacht,
die weil er gottes wort und den heiligen geift veracht.
Bapß vater unfinnig, der du biß ss& Rom,
vertilget werd dein hochfertiger (&ntlicher nami
verbrennet werde dein rieh
iezund und ewiklich!
dein will nimmer gefcheh alfo
weder zu Rom noch anderswo!
unfer täglich fpeis verbeut uns nit
weder iezund noch zfi andrer ziti
dein zius, ablaß und bullen
mögen nicht bezalen unfer fchulden.
auch f!lre uns nimmer in des bannes fimonei,
fonder erlös uns, got, auß der pfaffen b&berei!
amen.
Sein GRÜSZ volgt
Gegrfißeß feiß du bapß hoher romaniß!
du biß warlich der recht Entchriß,
wie das in der gefchrift von dir gemeldet iß.
dein lupißerei iß dir befetzet wol,
daß dir iß kißen und kaßen worden vol,
und biß erhöcht under der pfaffheit:
iß allen fromen chrißen auf erden leit.
amen.
Sein GLAUB befchleußt
Ich glaub in den bapß geitig,
in blutdurft tobend, unfinnig und veitig,
als man täglich fpürt on feien,
fanipt feinen unmilten cardinälen,
erzbifchof und bifchof famt der ganzen geißlicheit:
vi] huren zu machen und feien zd morden feind fi bereit;
empfangen .vom bofen geiß,
der fi zö aller bosheit reizt;
18
274
geborn uß gotes zorn,
an Judas {äßßapfen außerkorn,
ander dem kriegsvolk gelitten,
die weil ii wider gottes wort babent geßritten.
icb glaub bäpftiiche bocbfertigkeit, wolluA des fleifchs,
gemeinfchaft der teufel, ablaß der feckel und
nach difem leben das hellifch ewig feur:
fo braten und fieden fie und band das holz zu ßeur.
amen.
ANMERKUNGEN
I.
28 BiüUer (7 Uo^en) iu 4®. Auf der vordem Suite d«a cdWu Blatten fteht
tiel'prech biechlin ueüw
Karftbans.
Z{k dem Lefer.
^ Ein neüwer Karftbans kom icb her
Vol gdtter manung / rechter 1er.
Mit Edlen bin icb worden eins
Als was icb weiß / do fchweig ich kein».
Vnd ward mit benden greyffen zu
Ein Ander auch fein beftes th&.
Die Kückfeito des erften Blattes ift leer. Auf dem zweiten Blatte ob^n be-
ginnt nach Wiederholung des Titels der Dialog. Er geht bis gegen Ende
der Rückfeite des 26ßen Blattes ununterbrochen ohne Abiktz (32 Zeilen auf
der Seite) fort^ worauf, noch die Cberfchrift zu den 30 Artikeln folgt, die
mit Blatt 37 beginnen und 3 Seiten füllend bis unten auf die vordere Seite
des letzten Blattes reichen. Die Rückfeite delTelben ift leer. Ohne Zweifel
einer der fchönften, fauberften und correcteAen Drucke der damaligen Zeit,
ohne Angabe von Ort und Jahr.
Der Druck gibt 2, 10 r&tt'er. 2, 24 RandgloiTe: KarfthiTs hat fein
pferdt gekuffet. 2, 2S im fünd. 2, 31 die fehlt. 2, 36 ge-
betten. 3, 1 geweßt. 3, 17 in der geytigkeit. 3, 29 in ßc.
3, 31 Wirt ßc. 4, 4 geiftlich? / fo vil in auch fchntzen
w<. Vom im Texte zwifchen geift liehen und fchützen ift einznfchal-
ten fo vil in euch. 4, 7 Am Rande Doctor Martin Luther.
4, 14 gotes ßc 4, 17 Am Rande Virich vö Hütten. 4, 24 grünt-
lieh; Tgl. 12, 5. 4, 25 geacht, und fo Tom zu lefen für e rächt.
4, 37 am Rande Die pfaffl^ an ftat der Apofteln. 5, 5 m&ß und
fo beßere Torn Im Texte für mdß. 5, 9 Am Rande Die pfaff? geyt-
zig wolff. 6, 21 gotes fic. 5, 23 criftus. 6, 29 Am Rande wie
Chrißns die Afteln (fio) ußgefchickt hat. 6, 13 rd üc. 6, 14
büß. 6, 16 Am Rande Die geiftliehen prelaten. 6, 24 Am
Bande Birefaoff in teütfohland yelst. 6, 27 frawen. 6, 28
278
t'lürr«D. 6, 31 cleinoter £c. ß, 32 thü; and fo vorn den Drnck-
fehler thu zu beßcrn. 6, 34 Am Rande wie Chriftas die Ap oftein
beriefft. 7, 2 Am Rande Der apollel gewiii. 7, 4 beßere voro
den Druckfehler fich in ficb. 7, 14 Am Rande Der apoßel forg-
feltigkeit. 7, 28 lies z{L für zu. 7, 31 vatter. 8, 1 Am Rande
Eyge nutz Tuchen. 8, 8 fg. vff daß ir in m. n. b. wären. 8, 11
Am Rande Paulus hat mit henden gewirckt. 8, 15 Am Rande
Sant Peters reychtnmb. 8, 26 Am Rande ffifchoff vnd prieller
ampt. 8, 30 Am Rande Chrtftum vTI nit fich felbs predigen.
9, 6 Jhenen. 9, 9 Am Rande Den weg der warheit kiefen.
9, 17 fürHenthümb iic; während meiß tumb. Die Ansfprache mag
fchwankend gewefen fein. 9, 19 Am Rande Priefter gottes. 9, 25
vff das nit die. 9, 27 feine priellern. 9, 29 Am Rande was
Cbrillns feinen prießern gebeut. 9, 30 Hinter priellern? einzu-
fchalten hört, und darauf vor wer Anführungszeichen. 9, 33 kärfen.
9, 38 Am Rande warum yetzundt pfaffe werden. 10, 16 Am
Rande war geiftlicheit. 10, 18 waifen fic mit ai. rhat. 10, 20
Am Rande Die yetzigenn geilllichen. 10, 24 zwüfchen. 10, 24
Am Rande Geilllich vnd weltlich fein. 10, 26 Rh&mern.
10,32 rhat. Am Rande wie fant Paulus gelebt. Von jetzt an
geben wir die RandgloITen nicht mehr an. H« 7 lies zu für Z&. 11, IL
g&te. 11, 29 verbotten. 12, 1 Rh^mern. 12, 5 grüntlich
fic. VgL 4, 24. 12, 21 Luterifche. 13, 1 thenr. 13, 4 jhenen.
13, 14 agil. 14, 14 der kunig als den fürtr. oder feine f.
14, 16 jhenen, und fo weiter. 14, 21 fchantlich. 14, 37 hinter
als fetze noch in. lö, 4 Colonieenfern. 15, 7 fchrybt fic.
16, 27 betten. vatter, und fo immer. 16, 29 einen. lies him*
lifch ohne e. 17, 3 gefindt. frewet. 18, 21 tr5we. 18, 28
fehch&chworten. 18, 38 folt fic. 19, 18 verflfichen. 20, 38
fr&nenlich. 21, 5 getr&wet. 21, 15 zerftr^wet. 21, 24 gicht
fic. 22, 6 verlnhen, und fo Z. 14. 22, 32 md fic. 23, 16 ver-
leürt fic. 24, 6 apffelgraw. 25, 15 gebotte. 25, 19 ange-
bettet. 25, 25 matter. 26, C gem<s fic. 26, 28 pfr&nden.
27, 5 gebotten. 29, 6 pfrunden, und fo öfter. 29, 21 heißt
für hat. 30, 21 fo vorn im Texte zu ftreichen. 33, 12 habft, und
fo vorn zu beßem für hall. 34, 18 menfches. 35, 16 volkome-
lichen. 85, 20 geülen. 36, 20 weyßt er fie die. 37, 20 würt,
und fo vorn zu fchreiben. 38, 6 aller fic. 40, 9 aldo das. 40, 20
Wee wol. 41, 1 er für der; und fo vorn zu beßem. 41, 18 ab-
trinnung. 41, 23 reümet. 43, 8 dem. 43, 14 tr&tten.
43, 24 beßere vom zfi.
Erklärungen. 1, 2 from nicht in unferer heutigen Bedeutnng got-
tesfürchtig, fondem brav, wacker. 1 7, darf ich bedarf ich. vall fehr.
1, 8 d außen draußen, wie dinn drinn z. B. bei Pamph. Gengenbach
NoUh. 1485. Nov. 481. ernftifch ernßhaft. 2, 1 für und für im-
mer lu, unaufhörlich. 2, 4 übermachen übertreiben Schmeller 2, 541.
279
2, 5 fich leiden fich in Geduld fchicken. wart. Ich habe die
Trübung des i und e ^n u und ö tcmt Liquiden bewahrt, wie fie der alte
Druck gibt, der unßreitig zu den forgfaUigßen gehört, die ich kenne. So
fteht ich würd=:ich wird, ich werde 3, 24. 4, 28. 14, 6. 15, 18. 17, 31.
21, 32. 36, 16. 40, 10. du wurft 7, 20. 10, 4. 22, 22. 29, 33. würt 3
Perf. Sing. Prief. 2, 5. 6, 9. 3, 12. 24. 6, 23. 7, 32. 8, 24. 9, 3. 10, 12. 11,
29. 33. 35. 14, 28. 29. 17, 21. 28. 18, 27. 19, 7. 15. 16. 37. 20, 1. 21, 3.
22, 9. 11. 12. 26. 23, 14. 15. 16. 25, 5. 38. 30, 24. 31, 3. 32, 2. 33, 37.
35, 4. 37, 20. 39, 37. 40, 26. 41, 17. 20 während wirt nur zweimal vor-
kommt 3, 31. 25, 27. Ferner gefchmört 26, 10. würken 8, 21. 12, 19.
mnnder 28, 34. Mit 5 merke ich an wölcher, nie welcher, mör mare
24, 11. 12. 13. wör Wehr 25, 9. Nicht vor Liquiden fteht ü noch in der
Endung nüs llet^ und in zwürchon 10, 24, verlühen 22, 6. 14. Bei den
beiden letzten Worten habe ich i hergeftellt. etwa hier in der Bedtg
vielleicht. 2, 7 daß ich z. in Verdruß kom daß es mir zuletzt über-
lang, überdrnßig wird. 2, 9 Gott wird in die Sachen fehen, d. h. fich
derfelben annehmen. 2, 11 ungeber d. i. ungebsere übles Gebaren,
fchlechte Au£führung. ie-ie, das fpätere je-je, immer -immer. 2, 15
dannocht (mit unorganifchem t) zu dem Zeitpuncte noch, jetzt noch.
2, 18 bo eben auf etwas f. v. a. trotzen. 2, 19 ob wenn. 2, 22
fchwär fchmerzhaft. 2, 26 geftr eicht und geliebelt gellreichelt und
geliebkoß. 2, 28 das im fünd des Druckes, was keinen Sinn gab und
das ich deshalc in in fünd änderte, wird im fent zu beßern fein. Der
Nachbar hatte ihn im Sent angeklagt, d. h. im geilllichen Ruge^e-^
rieht, das der bifchöfliche QffirjfrlJbijft^ Vgl. unter den unferem Dialoge
angehängten Artikeln No 18. S. 43 Z. 24 fgg^ 2, 31 uf ein zil auf
einen gewiflen Termin. 2, 38 beiten warten. 3, 4 abentenrer iA
hier etwa was wir heut zu Tage 'Schwindler' im weiteren Sinne nennen.
3, 6 vertädingen verteidigen. 3, 7 kein fug noch urfach hat
er geh. es hat fich weder geschickt noch war ein Grund vorhanden.
3, 11 ie jemals. 3, 13 Über den Accuf. cum Infin. nnd infinitivifühe Con-
ftructionen f. unten zu XXII, 928 S. 221. 3, 18 ie noch immer noch.
3, 20 der gewalt faß ausfchließlich im 16 Jhdt als Masculinum.
3, 23 darin d. i. darin darein, drein. 3, 26 dem wefen eine ge-
ftalt geben fich manierlich auffuhren daß es eine Art hat. So heißt es
4, 35 fg. der pfaffen wefen hat als gar kein form noch geftalt.
Bei Encliarius Eyrlng 2, 56 Hebt in dicfem Sinne einer lügen ein ge-
dalt machen, mendacio fucum addere, mit Manier, mit Anßand lugen.
3, 29 für in erwartet man im, auf den gemeinen Mann bezogen; aber in
ift richtig, der gemeine man i(i collectivifch gefaßt. 4, 1 weißt wie
16, 7. 18, 24. 30, 13 mit unorganifch angehängtem t. 4, 3 vergwalti-
gung gewaltthätige Behandlung. 4, 13 gefordert aufgefordert. 4, 21
Inter lauter. 4, 28 unbillichen unbillig beißen. 4, 29 vergwal-
tigen gewalthätig bebandeln f. Z. 3. 4, 35 kein irgend ein. 5, 1. 2
das fich das Vieh. 5, 2 enthaltung Erhaltung, Nahrung. 5, 3
geiz Habfucbt. abetzen abweiden. 5, l|0 z\l inen ziehen an fich
UK. T / r *i
280
reißen. in fordern einfordern. 5, 11 xneken hier entreißen, rftuben.
fch linden (alter flinden) fchlucken, nhd. fchlingen mit Übergange de«
nd in ng. 5, 20 gefchwindigkeit wie 21, U Gewantbeit, Lift, Scblau-
heit Schmeller 3, 540. anzeigung geben beweifen, dokumentieren.
5, 31 werfent aß d. t. treibt die Teufel aus. 5, 34 watTairk Reire-
fack, Keiretafche, Koffer. 6, 4 wer den verftand hett wer es Ter-
Aünde. 6, 12 niergen nirgend. 6, 13 da beimet ftatt des gewöolt-
eben da beime (ahd. heimi, heime als adverbialer Dativ von beim Hei-
mat); da beimet läßt fleh nur erklären als entllanden aus da ze hei-
muoie, oder da ze beimode, woraus da ze beimede und endlich da
beimet geworden ift, das beutige bairilcbe dabaemt Schmeller 2, 19«i
Z* 13. der luft faß immer als Mascul. in diefer Zeit. 6, 14 in ihnen.
6, 15 zu irer zeit zu der Zeit die fie feftgefetzt haben. 6, 18
große Hänfen große Herren. 6, 21 Der Umlaut ö in öberßen be-
ruht auf der eigentlich falTcben Superlativform in ift, oberift, Ilatt des
richtigen älteren ob er oft. 6, 24 zu voran vor allem, am meiften.
6, 25 das gejagt, mbd. dag gejagede» gejegede, daa ein ahd. jagidi
vorausfetzt, die Jagd. 6, 28 flüßen Fluß fpielen, ein Kartenfpiel, das
im Anfange des 16 Jhdts aufgekommen und namentlich am franzöfifchen
Hofe fehr im Schwange war. Vgl. Gödeke zu Pamph. Gengenbach S. 533 fg.
6, 30 das küffen (franz. confün) jetzt Kiflen. 6, 32 es th& (fo zu
beßern vorn für thu) ift der Conjunctiv, es thüe. 6, 34 beruft vom
fchwacben Vcrbum r&fen, mbd. rüefen, ahd. ruofjan. 7, 2 teufen
mit erft fpät durchgedrungenem Umlaut, ahd. toufjan baptizare. 7, 10
der gezeug der Zeuge, mbd. geziuc; fo in einem Spruche des Mamers
ich vorder zuo geziuge von Heinberc den berren min, wo die Bedeu-
tung alfo nicht mehr zweifelhaft fein kann, fiebe Wack. Lef. I GloITar S.
CCXLVII f. V. geziuc. 7, 12 die trachtung das Trachten. 7, 22
geitigkeit Habgier. 7, 24 hent Hände. Der angezogne Spruch fteht
aber nicht im 8 fondern im 9 Capitel daf. V. 62. 7, 25 bequem paf-
fend« Vulg: aptus eft regno Del. 7, 31 der bauman agricola.
7, 36 gefitt gelittet, befchaffen. 8, 11 wat Kleidung. 9, 10 händel
treiben, durchaus nicht an uafer 'Handel treiben' zu denken, fondern fich
zu thun machen, auf etwas aus fein; h. tr. uf gewin (liier gewinne mit
unorgan. Verlängerung) auf Gewinn aus fein. 9, 12 oder aber fondern
auf der andern Seite, fondern vielmehr. forgfältigkeit Kummer, Sorge
und Gefahr vgL Schmeller 3, 2^3. 9, 14 aber f. unangefehen aber
ohne darauf Rücklicht zu nehmen , dejQTen ungeachtet 9, 27 Mir fcheint
gegen die Überlieferung feine priefter gefchrieben werden zu mäßen,
wenn anders meine Auifaßung richtig ift, nemlicb als latinifierende Fugung:
Pharao enim fuos facerdotes vult poftefUones terreftres habere. 9, 33
pflegel für flegel. 10, 2 etwan früher etewanne, etewenne, etes-
wanne manchmal, zuweilen. S. Gramm. 3, 57 ^g. 10, 8 gefottens
gekochtes. darfft nit brauchft nicht. 10, 9 leiden ift hier ohne
Object zu faßen, fo fehr man fioh auch verfucht fühlen möchte kelt und
hitze als folcbes zu betrachten; es hat alfo die Bedeutung *Leid ertragen,*
281
ans dem im Tor regen ift ein in Tor kelt imi ergänzen: in Regen, Schnee,
Hitze und Kalte Leid zn ertragen und zu wandern. 10, 10 ichtes ir-
gend etwas. 10, 11 die gewar Sicherheit und in Folge deflen Sorglofig-
keit, in gwar ohne Sorgen. Schmeller 4, 126. Ahd. diu gawara, mhd.
diu gewar. 10, 22 hart und veft fehr. 11, 8 lAd, leit altes rich-
tiges Präteritum von liden leiden, jetzt litt. dannocht hier in der
Bdtg unfers dennoch, trotzdem. 11, 10 gereit bereits, wie 29, 20.41, 7.
11, 11 geilen ilch übermütig betragen, vgl. 6 raff 4, 183. Benecke-
Müller 1, 495t>. 11, 22 geiften (jetzt Geiftern) mit der richtigen Plu-
ralflezion noch ohne r, ahd. Nom. PI. geiftä GeiAer. 11, 23 ein ge-
brent con feien z ein verwirrtes Gewißen, vgl. Schmeller 1, 260. 21, 36
forcht Furcht. 12, 13 ob m. tifch über Tifche. 12, 31 ich nenße,
mhd. ich ninge, mit richtigem Übergang des iu in eu, jetzt verfchwächt
in ie, nieße, genieße. 12, 33 denwen wie mhd. döuwen verdauen.
12, 34 zart weichlich. 13, 9 langfam fpät. So 15, 34 es ift kein
zeit zu langfam etwas zu lernen, es ift nie zu fpät etwas z. 1. Daß lang-
fam diefe Bedeutung auch 40, 4 hat 'Gottes ftraf ift langfam, ße ift aber
fcharpf und gefchwind* zeigt der Gegenfatz gefchwind: Gottes Strafe kommt
fpät, dann aber hart und rafch. 13, 19 Kariin fcheint hier fchmeichel«
hafte Deminutivform. 14, 3 Wir erwarten (trafen wil, wil er etc. Das
erfte wil hat lieh in das andere hinein veriteckt. 14, 9 fich ziehen
floh beziehen. 14, 14 für treffend prsecellens. 1 Petr. 2, 13 nach der
Yulgata: Subjecti igitur eltote omni humanse creatursB propter Deum, (ive
regi quafi priecellenti etc. 14, 16 fgg. a. a. O. Y. 15 fg. Quia fie
eft voluntas Dei, ut bene facientes obmutefcere fociatis imprndentium homi-
nnm ignorantiam, quafi liberi et non» quafi velamen habentes malitias liber-
tatem, fed ficut fervi Dei. Zur Vergleiehung flehe hier die Oberfetzung dte-
fer Stelle von Luther, Ausg. v. Meleh. Lotter 1522 foL LIb Seit unterthao
aller menfchlicher ordiiung umb des herren willen, es fei dem konige als
dem obirlten odder den pflegem als den gefanten von im, zur räche der
ubeltheter und zu lobe der woltheter., denn das ilt der wille Gottis, das
ir mit wolthun Yerftopfet die unwißenheit der tonchten^menfchen, als die
frü&n tind nicht als bettet ir die freiheit zum deckel der bosheit, fondem
als die knechte Gottis. pflegel wie 9, 33. 12, 32. 14, 20 verlegen
was lange gelegen hat und dadurch verdorben ilt. derkolbe der Knüt-
tel. 14, 21 fchantlich (nicht mit ä, wie durch Druckfehler vom Iteht)
fchändlich, fo bei Pamph. Gengenbach A. Eidg. 158. Fünf Juden 115. 158
414. XAlter 464. Nollh. 360. 609. 779. 1489. Gauchm. 227. 608. *Ja-
cobsbr. 910. Nov. 338. 14, 34 er fc hießen intr. fruchten, von Nutzen
fein, erfprießlich fein. Schmeller 3, 409. 15, 8; fürfichtlicheit Yor-^
fehnng, vorausfehende Erkenntnis. Weil aber diefe Stelle offenbar Ober-
fetzung von Col. 2, 10 ift *et eßis in illo repleti, qui eft caput omnis prin-
cspatus et poteftatis,' fo fcheint fürfichtlicheit, das hier für principa-
tu8 Hebt, mehr noch die Bedeutung weisheitsvoller weltlicher Re-
gierung zn haben, wie ja auch für ficht ig in damaliger Zeit der ge-
wonliche Titel für Magiftratsperfonen war. 15, 11 gebauwen ftarkes
19
282
Part. Präteriti, die einzige Form diefea VerbutnS) die anch in der Slteren
Sprache zuweilen Aark vorlcommt als gebüwen und gebonwen.
15, 24 infchlüpfern einfehlüpfen, eiurchleichen. 15, 35 ffirtreffen
priep ollere, prießare. 15, 34 th& fleiß eine eigentämliche Conftmction,
die am leicbteften' flurch ein weggefallenes entfernteres Object daran oder
daraS 2a erklären wäre, was wir jedoch einßweilen dahin geftellt fein laßen,
langfam f. zu 13, 9. 16, 12 einem in eine fache tragen einem
Eintrag, Einhalt in etwas thun, ihn nicht nnbefchränkt fchaltan und walten
laßen; f. anch 91, 9. 16, 25 vergleichnng Ausgleichung, Gleichheit
18, 2 befelch, wie in der alten Sprache, unfer Befehl, Auftrag, Vor-
fchrift. 18, 7 fohätsen das Qeld abnehmen. 18, 7 achten, mhd.
iahten, nhd. ächten. 18, 16 nötigen mhd. nosten, swingen«
18, 16 pflag das richtige Harke Präteritum (mhd. ich pflige, ich pfiac, ge-
pflegen) , jetzt falfch pflegte. 18, 17 fitlicher weis adverbialer Ge-
nitiv, anftäudig. 18, 20 mächt nmgelanteter Conjnnctiv Prät. foceret.
18, 21 ttf auf, mit dem Begriffe des zeitlichen Endpunctes, der %n erwar-
ten iß^ wie wir noch Ikgen ich freue mich auf etwas ich frene mich
daß in einer beßimmteu Zeit etwas eintritt; got truut nf das ewig feur
er droht daß in einer beßimmt vollendeten Zeit das ewige Fener sa erwar-
ten ßehe. 18, 80 antweders wie 43, 16. Urfprnnglich ein weder,
dann mit Kürzung des ei und Einfchiebung des t entweder, im 14 Jhdt
wol fchon, wie fpäter noch häufiger, mit angehängtem s entweder«. Die
Form antw. beruht auf dem mundartlich oberdeutfchem Übergange des ei,
ai in a. 18, 32 für wen den anwenden. 18, 35 fein Genit. der 3.
Perfon des Pron. jetzt feiner. 18, 38 foltzrfoUn. 19, 6 keine
irgend eines. 19, 6 fch einbarlich offenbar. 19, 24 gift Gabe, hier
aber wol doppelfinnig zugleich mit Rückficht auf die andere Bedeutung ve-
nenum. 20, 6 infebon Einficht, Einfluß. 20, |0 rülz Iß ein grober
Kerl, Rüpel, vgl. Sohm. 3, 81. knotaß ein dem vorigen wol gleichbe-
deutendes Schimpfwort, aber woher? Hängt es mit Knote zuTammen, dem
Ekelnamen der Handwerksburfohen , der aber eigtl. Genote, niederdentfch
für Genoße (Zunftgenoße), fein foil? Iß die Endung aß diei^lbe die wir
in Poetaßer n. f. w. haben? 20, 11 haben halten. 20, 14 bedaucht
Part. Prät. von bedünken. 20, 15niemants = niemant, mit nnorgan. s.
20, 22 dem bapß gen Rom dem Papße nach Rom. 20, 23 fcbat-
zung hier die Abgabe für ein Amt, dem Werte deffelben entfpreohend.
ie immer. 20, 24 untüglich untüchtig. 20, 26 Das Tun der, fondern,
überrafcht ein wenig nach heutigem Sprachgebranch, weil keine Negation
vorher geht. So liegt aber im Begriffe des Müßiggehens und wenn wir
dem Satz etwas anders faßen, fo wird es klar: fie nehmen wol ihre Renten
ein, Arbeit aber wollen fie nicht thun, fondern ßie halten fich Stellvertreter.
20, 37 brach tifch prnnkhaft. 21, 1 fg. unträglich unerträglich.
21, 9 mezgen fchlacbten, f Schm. 2, 660 %. vgL nd. matsken Breoi'
WB. 3, 137. 21, 14 gefchwindigkeit f. zu 5, 20. 21, 16 vei^
fcfalindung Verfchlingung. 21, 24 für es gicht erwartet man e.« S«^^
oder gat, zu dem es doch koine Nebenform fein kann. cWas iß ea^ '
283
21, 3S bA rnek saräok. 89, 1 bifi of die beim bis auf die Knochen.
2%f 6 feine gerechtigkeit was ihm von Rechtswegen zukam, Miete,
FBcht, 22, 20 verlafien nberlaßen. 22, 21 ich £ebe hier nicht etwa
anibr ich fehe, Tideo, was ich Xihe heißen möfte, fondern ich fashe,
Conj. Prat Ttderem. 22, 32 werken ahd. werkon wirken. 23, 1 die
biltaüs das Bild, Vorbild. 23, 3 einem hofieren einem den Hof ma-
chen. 23, 5 fär gottes gebot ziehen Gottes Geboten rorziehen.
färkomen verhindern. Schm. 2, 299. 23, 16 verleart verliert; auch
mhd. verlinre einige Mal ilatt des gewönL verliufe, f. die Stellen Ben,
Möller 1, 1032« Z. 27 ^g. 23, 22 verfteinen fteinigen. 23, 36
Ich&tzen biß uf den grad d. i. grat Rückgrat, einem alles abnehmen bis
auf die Knochen, wie es 22, 1 heißt 'einen freßen biß nf die bein.'
24, 4 x& himel geen ganz wie in der altern Sprache ze himcle gen in
den Himmel eingehn. 24, 11 Plant, Afinaria a. 1 fc. 2 v. 6 Nam mare
haud eil mare, vos mare acerrimnm. 24, 14 darin d. i. darin darein.
24, 28 in dem darin, in diefem Stücke. 24, 32 war wohin, ahd.
wara; war x& in gleicher Bedtg. 24, 34 wäfcben mit nnorgan. Umlaut
für wafchen, fo auch 25, 1. 2. 25, 6 gar nit durchaus nicht. 25, IB
uß in anß lieh. 25, 27 eigentlich ausdrücklich, im vollen Sinne des
Wortes. 2i>, 38 reinlicheit Schönheit, Zierlichkeit. 26, 1 fcheiu-
barlioh glänzend. 26, 6 gemälts Graff 2, 718 gemtelze pictura.
26, 8 unfpräohlich unlaglich. 26, 10 gefchmürt für gefchmirt T. zu
2, 5. 26, 13 nahent mit nnorgan. t für nahen beinahe. 26, 20 fr un-
lieb weiblich; wir haben diefes Adjectiv noch in jungfraulich. Unter
bildungen Und nicht Bilder, fondern die hölzernen Figuren, die Statuen
und Statuetten der Heiligen gemeint. Auch Emfer fprioht in feiner Schrift
gegen Karlftadt über Abthnung der Bilder (v. J. 1522) von dem Misbranche,
daß Maler und Bildfchnitaer die lieben heiligen Bilder fo ganz unverfchämt
hürlfch und bübifch machen, daß aach weder Venus noch Cnpido fo fcfaänd-
lieh von den Heiden gefchnitzt oder gemalet worden feien: Panzers Anna-
len 2, 114 fg. No 1545. 26, 30 fcbwärlich fchmerzlich. emberen
entbehren. 26, 31 es reicht es gereicht. Man bemerke die Conftruc*
tion sfi erhaltung mikßigganger, wo das letztere Wort im Genitiv
fteht; snr Erhaltung von Müßiggangem. 26, 37 cormonius abfichtliche
EntAellong im Munde des Baaem. 27, 2 reu eben räuchern. 27, 3
herunddar hiebin und dahin. 27, 5 die alte ee das alte Gefetz, das
alte Teßament. 27, 13 das beiwefen der Verkehr, das Leben mit An-
dern. Die Stelle lautet Jac. 3, 13 nach der Vulgata: Quis fapiens et disci-
plinatus inter vos? oftendat ex bona converfatione operationem fuam in
manfnetndine Xapientia». 27, 19 fcheuwen, fonß auch fcheuhen. mhd.
fchinhen, fohiuwen Furcht und Grauen empfinden. 27, 26 from
brav. 27, 30 als d. i. alles adverb. Genit. omnino, durchaus. Ein ande-
res als 38, 20. 27, 31 mit etwas sä fcbicken haben d, i. mit etwas
au fchaffen haben, ficb am etwas bekümmern. 27, 32 ßätlich mhd. ft»-
teclichen beJUndig. 27, 33 z&gang zugehe Conj. Fraf. f. 32, 15.
VgL Benecke * Müller 1, 462 b. 27, 35 einem außw arten ihn warten
284
in Obacht and Obhut nehmen. 27, 38 Chrillas felbs erkantnos (der
Teilangaßrieh nach felbs ift zu tilgen) Chrifti ipflns cognitio. 28, 2 ver-
hüten wie das einfache hinten Z. 5. 28, 7 er pfligt reine Form cn
ich pflige pflege. fich af einen ziehen lieh a. e. beziehen. So wird
wol aneh Z. 1 zengt zu faßen nnd lieber zeucht sn fchreiben fein.
28, 26 bezwänklich gezwungen, coacte. 28, 81 unzergänklich nn-
vergänglich. 28, 34 münder f. zu 2, 5. 29, 1 fich gegenwegs
halten fich ganz entgegen gefetzt halten. 29, 3 fchimpflich fchershalt.
29, 10 der genieß der Vorteil, Nutzen. 29, 20 gereit f. 11, 10.
30, 13 am haften Adv. am heften. 30, 38 er geftat mich er kommt
mich zu ftehn auf, koftet mich. 31, 30 fie i ollen nichts fie nützen
nichts, vgl. Schm. 3, 230. 31, 34 rech tgefch äffen (Bildung wie wol-
gefchaffen) hat wol noch nicht die heutige Bedeutung rechtfchafien, probns,
fondem heißt mehr recht, richtig und dann erft tüchtig; ein rech tge-
fch äffen bifchof ift ein richtiger Bifchof, der fein Amt ausfüllt.
32, 7 gewift richtiges Particip, jetzt mit falfchem Laute gewuft. 32, 12
die warheit fchweigen de verfchweigen. 32, 16 gang Conj. Prall f.
27, 33. 39, 14. 32, 17 Wefalin vgl. die Form Karlin 13, 19. Gemeint
ift Johannes Wefalia, der zu Erfurt und Worms Theologie lehrte, we-
gen feiner auguftinianifchen Richtung nnd der Polemik wider die Misbrän-
che der Kirche vom Erzbifchofe von Mainz in ein Pranziskanerklofter diefer
Stadt eingefperrt nnd 1479 vor die Inquißtion geftellt ward, die ihn in
ihrem GefängnilTe fterben nnd feine Bücher verbrennen ließ.* S. Ranke 1,
282 fg. Hieronymus Savonarola zu Ferrara 1452 geboren, zu Flo-
renz 1498 verbrannt. 32, 22 in keinen weg auch 41, 16 niemals, oder
wie jetzt keineswegs ganz und gar nicht. Vgl. zu 89, 21. 33, 23 ge-
letzt verletzt. 33, 33 nachvolgen l^tzt ein der nacbvolge Nach-
folger voraus, was fonft gewönlich mit dem Particip der nachvolgende
ausgedrückt wird. 34, 18 des menfchens (fo zu fchreiben für men-
fchen) wie 36, 25 des gläubigen menfchens, falfcher Genitiv lur
menfchen. 34, 21 der pferrich der Stall. 84, 35 kriegen zan-
ken, hadern. 35, 1 enthalten hier in der heutzutage allein noch übli-
chen Bedeutung abstlnere. 35, 20 fie geilen infolentes Aiut: hier ift
der urfprnngliche Begriff der Frölichkeit fchon in den des Übermuts über-
gegangen. 36, 10 fg. gel icb=: lieb, feil. ift. 36, 27 fc he inen glän-
zen. 37, 13 fteinen und holzen, mhd. fteinin und hülzin von Stein,
von Holz. 87, 33 fgg. denfclben Gedanken mit dem Lobe Zifkas führt
auch Hütten aus im Monitor fecondus (Opp. ed. Münch 4, 144 fg.): (Fran-
cifcns) *Impoftores iftos mundo exigamus et abjecto gravi ac importabilt
jngo in libertatem nos vero chriftianam adferamus: ubi bene jnbeo fperare
te. nam ut intelligas, non penitus infeliciter egilTe omnes qui facerdotibus
inimici fuerunt, e multis unnm tibi propone Bojemnm Ziscam, tanti tam-
diu belli contra facerdotes ducem invictifllmum. cui quid deeft ad confnm-
matam fummi imperatoris gloriam? nonne haue poft fe laudem reliquit, a
tyrannide patriam quod liberaverit, tota Bojemia homines nihili, otiofos fa-
crificos et inertes monachoe ejecerit? bona illorum partim eorum qui con-
285
taleraat bwredibns, partim reipnblieie distribnerit? Romanis infeftationibns
ei pontifionm rapinis terram clanferit, miferabilem ibneti hOmiDis Hnlli tiite->
ritain ßrenoe ultas fit? in bis omnibns prsdam non qafefierit nee fe ipfmn
unqaam looopletaverit, et tarnen in hoo nnnqnam interropto felieitatii earXb
ex fammo popularium deiiderio, qaos falntaribna paulo ante mortem admo-
nitionibiu eradiit, fupremam rit» diem claafit. (Monitor) Ego vero femper
aadiW, Zifc« res geftae fceleris et impietatie elTe plenlüimas. (Franc) At-
qae ego aadiW, Ted Tel ab illins iuimicia, rel ab iia qni hiftoriam non reote
noYerant, Ted ex mmore populari proferebant. Verum qnale feelns eft pn-
nire noeentiflimoa? ant qnie impietas, homines fnperbos, cmdelee, avaros,
libidinofos, infidos, juTentatis corniptores, legum publicarom perverfores, qni
nemini profint, moltis noceant, cum tantis interim criminibas honeftiXBmam
pnetendant appellationem, fpoliare rebas, qaas non recte, egentibus interim
bonis et frngi ciTibus, otiofi ac inertes ipfi poIBdeant, et patria, in qua o1»
mnltitQdinem annonam gravent, ezigere? (Monitor) Fnit hoo utile Bojemis,
pntas? (Franc.) Quantum eventn poftea patuit, fuit. (Mon.) Videris velle
imitari factum iUius, fi polfis, hie quoque? (Franc.) Non omnino nolim»
ßquidem propofitum hoc iUis üt, neque parere monitis, neque cedere objur-
gationi; tunc enim cogi eos necefle erit. 38, 9 verjehen geftehen, ans-
fagen. 38, 17jarzeit diefeibe Zeit bei der Wiederkehr des Jahrs, anni-
verrarium ;jarzeit beganknus feierliches Begeben der alljährlich wieder-
kehrenden £rinnerungstage an Todesfalle u. dgl. 38, 20 als i& hier das
mhd. alleg immer; als omnino f. zu 27, 30. 38, '28 fünfter lieber.
39, 10 Tafte r mehr. 39, 29 Die Koften eines FaÜiums für Mainz be-
trugen 20000 Gulden, die auf die einzelnen Teile des Stiftes umgelegt wur-
den. Ranke 1, 247. Die hier gemeinten fieben Erzbifchöfe find: Diether
Graf von Yfenburg (auf Dietrich Freiherm von Erpacb f li59 folgend),
abgefetzt 1463, abermals 1475 f 1482, Adolf Gr. ▼. NaOau f 147ö, Albert
Hersog von Sachfen f 1484, Berthold Graf ▼. Henneberg f 1504, Jacob
Freih. ▼. Liebenftein f 1508, XJriel t. Gemmingen f 1514, auf den Albrecht
Idarggr. v. Brandenburg folgte, der 1545 darb. 40, 4 langfam f. zu
13,9. 40, 28 wir werden uns fant Pauls halten, wo fant Pauls
der GenitiT ift, nicht zu oder an darror einzufchalten. 41, 7 gereit f.
11, 10. 41, 16 in keinem weg f. 33, 22. 41, 18 die abtrünnung
der Abfall. 42, 38 gezeme Conj. Präf. gezieme. 43, 13 gnugfam-
lich verur facht durch hinreichende Urfache genötigt. 43, 16 antwe-
ders L zu 18, 30. 43, 22 unverf ebener fach abfoluter adverb. Geni-
tiv, unverfebens. 43, 23 Das Nachkehren mit dem Befen bezieht fich auf
den Aberglauben, daß man hinter Hexen oder fonlligen böfen Wefen her zu
kehren pflegt, fobald fie ans dem Haufe find, um fo die nachteiligen Spu-
ren y die fie gelaßen, zu verwifchen. 43, 24 Man könnte faft vermuten,
ftatt geben müfte geen geleCen werden. Sonft kann die Bedeutung nur
fein *anf keinen Sent mehr Stücke zu halten, ihn nicht mehr zu achten.'
43, 26 rfigen anklagen. 43, 30 kat Kot lutum. 43, 35 genügfam
ausreichend, hinreichend tüchtig. 44, 13 Rationier er fahrende geift-
liehe Betler, vgl. I, V, 185 4(g. S. 32. 44, 15 räumen freien Raum
286
worin verXebaffen, leer machen. traoken Tohlege wjkrea tro^ene
Seblage, Wm iß du? £« fcheint sn beßem mit rucken fchlegen mit
Bnekenfchlagen. 44, 16 heiligtnmb, gemeint iil heiltnm Reliquien, die
fie mit fich fahrten, vgl a. a. O. Z. 209 igg. 44, 28 der abgänder,
dae Gegenteil von Gönner, fonß meift durch abgttnüig anagedräckt.
44, 29 lg. der gezeng wie 7, 10 der 2^enge.
Der Name nnfers Dialoge Neuer Karfthane nimmt Bezug auf eine
1620 erfcbienene Flugfohrift Karßhans, die, eine der beißendüen Satiren
gegen Thomas Murner, unglaubliche Verbreitung und Popularität fand. An
diefe Popularität gewilTer Maßen anknüpfend und Ae f&r ficb auch beanfpru-
chend, hat der Verfaßer feinem Dialoge diefen Namen gegeben, obwol der
Inhalt mit jenem früheren nichts gemein hat. Karfihans war damals der
gewönlicbe Name fnr den Bauer als Repräfentanten feines Standes: der
Hans der den Karft fuhrt. Schon diefer Name zeigt alfo im Torans an,
auf wen die Schrift ganz befonders berechnet war. Sie bezweckt Yor allem
die Bauerfchafi im Sinne Franzens tou Sickingen zu bearbeiten und fie für
feine politifchen und religiöfen Plane und Abfiohten zu gewinnen. Mit fei-
nem Bedacht werden diefe Ablichten dem Bauern hier, der fich mit Siekin-
, gen befpricht, teils untergelegt, teils aus ihm heraus entwickelt, z. B. fo
t . . dem Ritter die beabfichtigte Oberleitung gewiflermaßen aufgenötigt, der fie
! politifch genug zuerft ablehnt, dann aber doch beiftimmend annimmt. Diefe
' Schrift kann als eines der feinfien, auf die Mafle berechneten dipiomatirchen
' Dokumente gelten. Sie gehört dem Jahre 1521 an und zwar muß fie nach
dem Reichstage zu Worms gefchrieben fein, denn wenn es 13, 22 fgg. heißt,
Kaifer Karl fei gut päpfiifch, habe Luthem mit grimmigen Mandaten in die
Acht gethan und feine Bücher verbrennen laßen, fo ifi offenbar mit diefen
I Worten das Worüber Edict gemeint, das am 25 und 26ilen Mai die Sanc-
tion des Kaifers und der wenigen noch anwefenden Stande erhielt, freilich
aber vom päpftlichen Nuntius Aleander auf den 8ten trngerifcher Weife
zurück datiert wurde. Ranke 1, 501 fg. Vorm Juni alfo kann unfer Dia-
log nicht entßanden fein. Nun wird aber 1, 4 fgg. 42, 5 fgg. Sieklngen
gedacht als mit dem Oberbefehle zu einem bevorAehenden Kriegszuge be-
traut. Damit ift der Zug gegen Richard von der Mark und Frankreich ge-
meint, worin Franz mit Heinrich Grafen von Naflau gemeinfam comman-
dierte. Ich finde keine genaue Angabe des Datums, wann er den kaifer-
liehen Befehl dazu erhalten. Sicher erhielt er ihn, wenn nicht fchon im
Mai von Worms aus, doch Anfimg Juni, überhaupt als der Kaifer noeh in
i Dentfchland in feiner unmittelbaren Nachbarfchaft verweilte, ehe er nach
I den Niederlanden gieng. Der Feldzug foUte Ende Juli oder ganz im An-
I fange des Auguft beginnen, f) Unfer Dialog mnße fonach im Juni oder
t) Lettre de fa Majefie etc. vom 1 Nov. 1531, ausgefertigt, den 5 Decem-
her, Mönchs Sickingen II, 109 fgg. wo es S. 109 gegen Kude heißt: Et de
puls luy (fc. Francifque de Sickingen) ayous par plufiuurs nox lettres
efoript et mande de en dedens la fin de Juillet dernier paffe ou Ic
. . .jonr d'Aonft en fhyvant amener a aotre dit ferviee en notre pays
287
Jnli des Jahres löSl entftanden fein. Wenn es 13, 86 fg. heißt, da0 der
Kftifer Hotten Jetzt als Diener angenommen, fo kann das nur mittelbar ge-
meint fein, indem ihn Sickingen in feiner Stellung als kaiferÜeber oberfter
Feldhauptmann gewilFermaßen far die kaiferlichen Bahnen (wenn auch nur
dem Namen nach) mit angeworben und ihm fcheinbar oder wirklich Be-
fchäftigung beim Heere gegeben. Der verfloiäene Winter, in dem Hatten
auf der Ebernburg gelebt und im Laufe delfen fie die lutherifchen Bacher
ftadiert 12, 7 igg. ift alfo der Winter ron 1&20 auf 21, wo Hatten nach
feiner Rückkunft aus BrüITel vor und im Laufe des Wormfer Reichstages
auf benannter FeHe Sickingens Obdach und Schutz erhielt. Die Heimat
unferes Dialogs kann nicht zweifelhaft fein. Schon die Schreibung (immer
ei für oberdeutfches ai, mit einziger Ausnahme von waife 10, 18), der Ge-
brauch von niergen 6, 12. 33, 17 für das eigentlich oberdeutfche ninder,
laßen ihn nicht tief in den Süden rücken ; der ganze Inhalt aber weiß ihn
in die unmittelbarfte Nähe Sickingens, ich glaube auf die Ebernburg felbß,
wo er vielleicht auch gedruckt iß: die Typen find genau diefelben wie im
Gefprach b&chlin herr Ulrichs von Hütten mit der Widmung an Frans ron
Sickingen, die von der Ebernburg vom Nenjahrsabend 1521 (d. h. Silveßer
1520, Vorabend des 1 Jan. 1521) datiert iß. Wer iß* nun aber der unge-
nannte Verfsßer des neuen Karßhana? Ein bedeutender Mann muß er ge-
wefen fein, das unterliegt keinem Zweifel. Einige haben (was nicht fchwer
war) auf Hütten geraten nud andere haben das nachgefprochen , wie es zu
gefchehen pflegt und bequem iß: bewiefen hat feine Autorfchaft niemand.
Ich meines Teils bezweifle &e: ich vermUfe das ßürmifche Wefen des Rit-
ters darin, auch hat diefe Schrift einen andern Wortvorrat als die bis da-
hin von ihm edierten deutfchen. Ferner wurde er fleh auf dem Titerge-
nannt haben, wie er fonß immer zu than pflegte, um durch das Gewicht
feines Nameds der Sache den Ausfchlag zu geben. Ein Gelehrter muß der
Yerfafler gewefen fein, das leuchtet aus allem hervor, auch aus gewÜTen
fprachliehen Liebhabereien, fo der häaflgeren Anwendung infinitivifcber
Conßruetionen und des Accafativs mit dem Infinitiv, fo wie gewiifer ande-
rer latinifierender Fügungen. Auf einen Theologen von Fach braucht man
aber etwa wegen der Citate aus Kirchenvätern und der Bibel nicht zu fal«
len: in einer fo fpecififch theologifcfa geßimmten Zeit wie die damalige war,
de Luxembourg — jusque au nombre de denx mil quatre cens com-»
batans a cheval etc. Näheres befagt der Brief des Kaifers an Sickingen
vom 4 Juli ans BrüITel, Münch a. a. 0. S. 116, der aber fälfcblich die
Jahrzal 1522 (ßatt 1521) trägt, denn im Jali 1522 war der Kaifer bereits
in Spanien, nachdem er fchon Ende Mai die Niederlande verlaßen: Ranke
2, 40. Auch ift Tan de nos regnes le lU* das JTahr 1521. In diefem Briefe
heißt es: Sur les paroles et affaires, qne nous avons prochainement
a Wormes et Mentz propofe, avons conclu de vous envoyer avec deuz
mil gens darmes a cheval et quinze mil pietons contre le roy de France,
et far tous les affaires tellement a dreffer, qne feres certain
avec eulx für le jour de faint Jaques, au plus tard für le pre-
mierj«ur d*Aoaii prochainement venaat a Didenhoven etc.
288
bethaten (ich auch Laien mit derartigen Citaten leicht: aus Luthert Schrif-
ten allein konnte man einen reichen Vorrat gewinnen. Jedes Kalis war der
VerfaBer unferer Schrift aber ein intimer Freund Sickingens ans deflen
allernilchfter Umgebung.
u.
8 BIL in 4^ o. O. n. J. Auf der TitelTeite
Dyalogus der Rede
vnnd gefprech / So Francifcus
Ton Sickingen / vor des himels
pforten / mit fant Peter / vnd
dem Kitter fant J6rgen ge
halten. Zuvor vnd ehe
dan er jnngelaffen
ift worden.
Damm ein breiter Holzfchnittrahmen. Rückfeite leer. Auf der dritten Seite
oben beginnt das Gefpräch, fortlaufend gedruckt (34 Zeilen auf der Seite)
mit einem einzigen Abfatz auf Bl. 2 v. bis zum Ende auf der vordem Seite
des letzten Blattes, delTen Rückfeite leer ift. Vgl. Panzers Annalen 2, 228
No 2072.
*Der Drack gibt 45, 2 dießem thorhütter. 45, 4 nitt. 45, 7
Wen. 46, 13 nochfolger Ac. 46, 22 theüffel. 46, 30 l&ßt.
47, 13 fchriefften. 47, 30 gethun. 48, 2 fchretb hab ich.
48, 3 f5rtter. 48, 9 Nutz. 48, 12 h6res. 48, 25 erweyhteru.
48, 27 kurtzweyl. 48, 29 erwythern. 49, 6 viell gelte.
49, 15 mehe. 49, 22 aber viel. 49, 38 würdt. 51, 2 gerech-
tigket. 51, 4 darwidder. 51, 10 zuuolzyhung. 51, 19 ge-
thun. 52, 16 fg. hat er fein abfcheyd in deütfcher n. 52, 27
jugent. 53, 6 nachbaürn. 53, 7 liegen. 53, 11 16ßt.
53, 22 und fehlt. jre groffe. 53, 33 geth. 53, 38 meh.
54, 1 mhe. 54, 5 fordern. 54, 6 haer. 54, 17 grynnen.
54, 26 handln. 54, 29 gefchickften lic. vmbgeth. 54, 36 m6gt.
55, 6 haüffen. 55, 7 replict. 55, 8 Duplict / Triplict.
55, 10 kümpt. 55, 20 lantfreiden. 55, 35 hilfft. 56, 3 Bur-
ger. , 56, 8 B&rger oder Baüersman. zaüm. 56, 9 gemyn.
56, 16 ern lic. 57, 3 liegen. 57, 7 haüffen. 57, 13 bedrug.
57, 16 haer. 57, 22 k{^m. 57, 38 yerfchlncket. 58, 10 zur
reytten. 59, 5 Ewangelio. 59, 17 witwe. 59, 22 l&ßt.
59, 24 gebaüwet. 59, 29 vertraüwen.
ERKLÄRUNGEN. 45, 18 contrafehet wie conterfeit adulterinns,
nachgemacht, faifch, f. Gr. WB. 2, 635. fich hanthaben wie 46, 2 ßch
289
verteidigen X Wächter 657) vgt. tn Z. 20, wenn es nicht allgeneiner hier
heißt fich bithnn, fe gerere, leben. 46, 6 dieni^ für dienfts. 46, 9
ich verftande ahd. ih farftanta, Inf. farftantan. 46, 13 gefchwind
hier in der alten Bedtg kühn. 46, fO und 32 einem das feine hant*
haben einem das Seinige fchutzen, Terteidigen, wol anch verwalten.
46, 31 der fifchzeug die FirchergeratTchallen ; anch ahd. und mhd. der
gezinc in diefer Bedtg, ßarkes Masc 46, 34 brauchen wie 52, 38.
53, 24 (neben brauchen 48, 17. Das &u für au aus älterem A; für au ans
mhd. on in Tertranwen 47, 28. haupt 52, 3. 4. 7. k&nfen 53, 16.
glauben 57, 7. raufen 57, 16. 47, 16 der kurris, was Tonft küris,
auch knrifoh der Kiiras frz. cuiraffe. reife Zug, häufig in der fpeziel*
len Bedtg Kriegssug, reifig was zum Kriegsiug gehört, der reifig zeug
die zum Kriegszuge gehörigen Gerätfchaften. 47, 17 von Hat geen von
Statten gehn, Ton der Steile gehn, vorwärts gehn. 47, 23 deiner be-
gere, Genit. Sing, (mit verlängerndem e) von die beger mhd. diu ger
das Begehren. 47, 25 ferrer Compar. <von ferre, femer, weiter. 47, 29
däuglich unfer tauglich mit unorgan. au und au für tüglleh von tu«>
gen fchieklich, tauglich fein. 47, 37 dem aller wenigllen meinem
nebenchrillen = meinem a. w. neb. meinem geringften MitchriAen.
47, 38 das weil got etc. Das wolle Gott als ihm felber gefchehen fich
zurechnen. 48, 1 zft rechen zurechnen, vgl. Gramm. 2, 168. 48, 3
förter, fond fürte r, jetzt f arder, Compar. des Adv. fort, fernerhin.
48, 26 beißen mhd. beigen (Pactitiv zu mhd. bigen beißen, mordere,
alfo beißen laßen) jetzt beizen, Vögel jagen. mit hnbfchen frauen
mit feinen Damen. 48, 29 anß warten in forglicher Pflege und Obacht
haben; hier mit dem Dativ (denen), Z. 34 mit dem Genitiv (ir). 48, 87
in was weg? in wiefern? 49, 3 gefch lagen hier nicht Part. Prat. fon-
dem Infinitiv =ifc hl agen. 49,6 gelte Genitiv abh&ngig von vil. 49,14
▼ erbankieren f. v. a. verbanketieren (verbrauchen im Banquett#ren).
Vielleicht Fehler des alten Drucks? 49, 16 es briü es gebricht.
49, 25 fnrtel Tortetl, wie heute noch mundartlich Vortel. 49, 33 es
leSt es liegt. 49, 37 ein naß er knab ein Menfch der viel trinkt, «of
Zeeligelagen hemmliegt. 50, 4 fnnll in diefer Hinfieht. 50, 5 daß
man fie es zeicht daß man fie delfen zeiht, befcbnldigt. 50, 9 iur alle
erwartet man auf den erften Blick alles, auf Inkomen bezogen; es ift
aber der Plural alle in Ordnung als mit auf die folg. (Zins, rent etc. ge-
hend, einer kan über fein inkomen nit reichen er kann über fein
Kinkommeo nicht hinaus reichen und nichts erreichen, neml. weil es zu
knapp ift: Im Grunde dasfelbe, nur anders gedacht, wie mit feinem in-
komen nit reichen. 50, 15 entlehet für entlehent enttohm
50, 25 der gnoß der Genuß, Nutzen. der mitteil der Anteil.
50, 27 zimlieh angeroeßen. 50, 37 heßig geh&ßig, feindlioh. 51, 9
ttfnement glfiok in Aufnahme kommendes, emporkommendes Glück.
51, 10 g ehern hervorbringen. 51, 16 die gemein die Menge des nie-
dem Volks, f ö nicht conditional als Anfang des Vorder - oder Nachfataet,
fbndera relativ meßend: dnrch Anhang des Volks, in fo fern diefe di»
20
290
Gewaltthätigkeit der Farften eingeibhn und mir beigeftanden hätten.
51, 33 verdrießlich Qberdraß bereitend, langweilig. 61, 38 und drü-
ben am nechRen beim nächften, bei dem was zunächft Hegt 52, 5
verhalten zurückhalten, vorenthalten. 52, 28 zimlich wie öO, 27.
53, 3 übermögen an Macht übertreffen. fchübt richtige Form, mhd.
ich fchiube ich fchiebe. 53, 5 dafchen TaTchen, entftellt wie wä-
fcheu für wafchen, vgl. widerfächer 53, 35. 55, 18. 53, 9 daß da-
rum daß, weil, wie auch im Mhd. vgl. Wack. Lef. GlolTar S. X€. 53, 14
rück, üe Tollen der Fürßen Rücken Tein, d. i. ihr Rückhalt, Tollen ihnen
den Rücken decken. die hantfeft die Urkunde, durch die handfchrift-
lieh ein Yerfprechen befeftiget wird. Der Adel foll die leibhaftige Urkunde,
der Treuebrief, die Garantier fürftlicher EzÜiens und Macht fein. der
ufenthalt die Erhaltung. 53, 16 der hirß ahd. hirug, mhd. hirg,
jetzt Hirfch: an die Stelle des auslautenden g ift s getreten und dies in
fch verdickt worden. Neben hirg eziftiert die Form hirz, davon das De-
minutiv hirzel Hirfchchen, das auch als Eigenname gebräuchlich iü 53, 17
bedorft hätte das Bedürfnis, könnte, war im Stande. 53, 21 man wer
des überik man wäre deüen überhoben, brauchte das nicht zu gewärtigen.
53, 35 der widerfecber der "Widerfacher f. z. Z. 5. der gegen-
teil der Gegner, fo auch 54, 7. fuppenfreßer hier im Sinne von
Schmarotzer. jaherr ein Men/ch der zu allem ja Tagen muß. 53, 36
ußtragdes rechten annemen die rechtliche EntTcheidung auf beider-
Teits gewälte Schiedsrichter ankommen laßen. Die Reichsfürften unterlagen
in bürgerlichen Sachen keiner Gerichtsbarkeit, Tendern wählten fieh bei
Streitigkeiten ihre Schiedsrichter, meil^ ergebene YaTallen. Das find eben
die angeführten Suppenfreßer und Jaherm. Teins widerT. — jaherrn
ift als erläuternde, verbeßernde Appofition zu fürften zu faßen: Tor den
Fürßen, d. h. nemlich vor den Creaturen feines fürUlichen Gegners.
54, 8 antworter der Beklagte, der dem Kläger (der rechtes begert)
zu antworten hat. 54, 10 fg. vier ho Ten eins dfichs zur Bezeich-
nung daß etwas unter verTchiedener Geftalt doch in Wahrheit immer das
nemliche iß, wie wir jetzt Tagen 'es ift Maus wie Mutter.* 54, 29 gefchik-
den d. i. geTchiktllen 54, 32 Titzt über die Tuppl. hält Sitzung
über die Bittfchriften. 54, 34 Asverns conviTium T. EHher 1, 3 ^.
55, 14 inen für in eum. 55, 16 unaußdre glich was nichts aus-
trägt, unergtbig, wobei nichts zu gewinnen ift. pracht hier Aufwand."
55, 17 vede mhd. vehede, Fehde. 55, 21 ift es dann ber&ren be-
rührt es, d. h. geht es an. 55, 22 ein buntnus =z eine b. als Femi-
ninum. 55, 23 daß ita ut, dergeftalt daß. Tie Nom. Sing. Femin.
zunächft auf die büntnüs, dann auch auf commun und ftat (alles Feminina)
bezogen. ein = einen aliquem. b rocht gebraoht 55, 34 ein
rücken (vgl. 53, 16) einen Rückhalt. 56, 10 der fürkauf der Vorweg-
kauf um dann mit Wucher wieder zu verkaufen. die bedeurung die
Verteurung. 56, 11 die gewar=war 58,33 Waare. die kauf-
manTchaft verkäniliehe Waare. Schmeller 2, 285. 56, 12 es Tel wie
mhd. eg enfi, es Tei denn, außer daß es Tei. 56, 13 verbünnttfüs
291
AlTociAtioa. 56, 17 gl übt Gelübde, Verabredong. her tik lieh Tehr.
56, 20 in ihnen; vielleicht ift aber ir zn leren. 56, 24 fcfaamlot
fira. camelot, ein feiner WoUenftoff. Vgl. zu diefen Klagen Sickingens die
▼on Eberlin Ton Gnnzbnrg in feiner Schrift Mich wundert daß kein
gelt im lant iftsf) Der krieg th^t ans merkliehen und befindlichen fcha-
den, davon wir reden nnd gedenken mögen; aber die kaafleut verleckern
nns fo heimlich, daß wir mit Inft und frenden nnbefindlich verderben und
alfo verderben daß wir niemant dann nns felbB m&ßen die fchnld geben.
ift nit nnfer Verderbnis auß nnfer fchnld? fihe in unferm dentfchen land
haben wir lent genfig sfi allen nötigen hantwerken wol gelert, wir haben
alle nötige materien, darzfi wolle und flachs zu tuch, underzug von geiß-
heaten, von fchafheuten etc. wir haben eifen, gold, filber, kupfer gruben,
-wein, kom, allerlei obß, wurelen, vihe, vogel, vifch, kurz aller nötiger lu-
ftiger ding haben wir genfig. wir laßen anß dem end der weit zfi uns
f&ren zu vil köftUche nngenante t&cher, edel geftein, fpecerei, wein etc. und
darzfi hantwerkleut, die allen lift, witz, weis erdenken, wie R^ das feltfam
sfi mfitwillen zfi richten, dodurch wir gereizt werden als die äffen williglich
unfern fchweifl, arbeit, gfit und gelt anßzfifchütten. und wann wir nit mer
haben auß zfi geben, feint aber gewon des gefchlechts und der köftlicben
ding, fo fahen die menner alles übel an, ftelen, morden, rauben, in krieg
laufen, eigne weiber verfetzen, falfch zeugnüs geben, den reichen fchmeich-
len, nnd den herren zfi aller bfiberei helfen, mit fol ehern reizen durch köft-
Uche ding werden junkfranen gefchendt, eefranen zu bfilerin, laufen zfi den
pialfen, zfi reichen apten, thon was man wil, darumb daß lie auch hübfche
goUerlin, meßerlin, Xchfilin, ketlin, henblin, ja mechlifch, lundifch feiden
rock, mantel etc. haben, gfite bißlin eßen, malwafier, Reinfal etc. trinken,
alfo fagt man *pfaffen kol fchmecken wol.' es wil niemant mer erlich arbeit
t) Mich wundert das | kein gelt ihm | land ift. | Ein fchimpt-
lieh doch vnfcbedlich ge- | fprech dreyer Landtfarer / vber
yetz ge- | melten tyttel. | Leße das buchlin fo wirdfta dich
furo I hyn verwundern / das ein pfennig ihm | landt bliben ift |
H. D. XXiiij. I Diefer Titel in breiter Hoizfchnitteinrahmang. Auf der
Bückfeite des 1 Bl. beginnt der Text. 16 Blätter in 4, die drei erften Bo-
gen und der letzte vollftandig zu 4 Blättern, der vorletzte vierte nur zu
zweien fign. di und Dij. Auf der Ruckfeite des letzten ISten Blattes Jo.
Eh. dann die Beßerung von 3 Druckfehlern und die Bezeichnung des Orts
und Druckers: Getruckt zu Eylemburg durch | Jacob Stöckel. |
Vgl. Panzer 2, 282 No 23S5. Ein anderer fpäterer Druck vom Jahre 1565,
5 Bgg. in 8, Sign. A2 — £5. Auf der vordem Seite des erften Blattes
Mich wundert das kein | Geld im Lande ift. ] Ein fchimpffli- |
che / doch vnfcbedlich Ge- | fpreche / Dreyer Landfahrer /|
ober Jetzt gemeltem Tittel. I Lefe mit vleis difs Bfichlein aufs/(
Wirftu gar fein verftehen draufs / | Wie mancher vnkoft gros
vnd klein / | Erwachfen ift durchaus gemein / | So wirftu fehr
verwundern dich / | Das ein Pfeng im Land blieben ift, | 1565. |
Die Rückfeite leer. Auf der erften des folg. Blattes oben beginnt der Text.
Die Seite 26 Zeilen. Am Schluße auf der Rückfeite des feehften Blattes
von Bg. £ fteht Jo. Eb. Die 2 letzten Blätter leer.
292
tboA: man mag ee ein weifieu nibeu bekomen dann einen fleißigen acbeitor.
iedennan wil Acb mit k ramerei oeren, feltfam ding far «& ftellen, der Jeat
«ngen und herz %^ Helen und amb das g&t bringen x& grodefn fchaden der
land. alTo werden wir arm, das gelt feagt man uns aii0 und fiert da« in
frembde lant, in die ftet am lee, am mer, di> man die war nimbt. die fei-
bigen werden reich und wir verderben. unTere altfordern haben anoh frend
nnd m&t gehabt, und hat einer nit fo yU klelder gehabt als ies einer nmb
ein baret oder wommes gibt, darzu madhen wir nit nutze kleider, ner
aber fchedliche, m&twillige, und die kaufieut bringen formen darzCl und
meifter ssu kochen, zfi machen, laden uns zu gai^ und zeigen iren pracht,
vor Zeiten einem grafen zu groiä, tragen reizliche kleider, &e und ire weib
und kinder. dann wollen wir auch zierlich, hübfcb, höflich fein und hin-
nach volgen. dann hebt ficb der betler tanz, ein jüd und ein folcher kra-
mer feint gleich nutz einem lant oder Hot. fobald die kramer und kanflent
alTo überhand genomen, ilt der adel verdorben, die bnrger in Acten haben
Dicht, das lantYolk get betlen. wer einmal anfocht köftlich zierlich fbhein-
lieh geberden, leßt ungern wider ab, biß kein pfennig mer do iß. dann
fetzt man reichtumb für eer, werden die gefchlecht Yermenget, die edellent
ander die foffernkremer. olfo feint aufkomen die fchentlichen fbhedlichen
zinskeuf, das fubtil wuchern, domit nnfer lant iezt nmb geet z& merkliebem
fchaden der feelen und des gfits. ~ Vgl. Bankes Gefcb. Deutfchlds im Zeit-
alter der Ref. Bd 2 S. 42 fgg. (2 Ausg.) 57, 12 loßent d. L laßent,
wie 59, 12 loßen, 68, 24 feierobent, 59, 17 üroßen. Tgl. gethon 47,
aO. 48, 12. 51, 19 unterthon 55, 19. 58, 3 gelb lilien fhinsöflfche
Goldftücke mit dem Lilienwappen. 58, 10 zu reiten zubereiten. oder
vermittelt die Erklärung des Bildes : das heißt ihn daran verhindern,
68, 15 Anfpielung auf Sickingens Fehde mit dem Landgrafen im Herbil
1518. S. Münchs Sickingen I S. 90 fgg. 58, 32 verkomen forgend
zuvor kommen, dasfelbe was fürkomen Z. 38. 59, 1 ob hier wol in
der Bedtg des Übertreffens an Zal, über, mehr als. 59, 4 das anligend
das was dabei liegt, in daffelbe Fach fchlägt, in das Bereich gebort.
58. 33 %g. Über das projectierte GrenzzoUfyftem L Ranke 2, 45 fgg,
59, 5 daß ift uberflnßig. 59, 6 ver lenken verlangnen, mbd. verlouge-
nen. 59, 7 Über die Prozeflionen f. Ranke 2, 41 Anm. 59, 12 loßen
f. zu 57, 12. 59, 15 argwenig geacht fein im Verdachte ßehen.
59, 18 enthalten erhalten, nutrire.
Was die Heimat diefes Dialogs anlangt, ^o werden wir uns nicht
tanfchen, wenn wir fie nicht fern vom Orte der Entfcheidung der ficking-
fchen Sache fachen. Das Stück wird in die Gegend von Mainz und Frank-
furt gehören, vielleicht noch etwas weiter nach Oden dem Frankifchen zu:
fadlicher es zu fetzen, verbietet die Sprache. Die Zeit der Abfaßnng
beftimmt üch näher dahin, daß fie nicht vor den Tod Franzens, der am 7
Mai 1523 erfolgte, fallen kann. Aber weiter als einige Monate von da hin-
ab dürfen wir fie auch nicht rücken: es bleibt uns fomit der Ausgang des
Frühlings oder der Sommer des Jahrs 1523 dafür übrig. Die Brwftfannng
a93
der beiden Beichatiige zu Nürnberg ü9, 1 igg., sITo des rem 162S nad doe
xweiteo im Winter 22 aof 23 gibt nichts Näheres ftns, da der letstere finft
ein Vierteljahr vor Sickingeos Falle Xbhon beendigt war. Ob Uch dnreh
die Erwähnung Kiliingens 54, 16 Igg. als Sitz des Kelchsregiments etwae
beftimmen laßt, weiß ich nicht, da ioh keine genane Angabe über die Zeit
der Verlegung delTelben dahin kwue. Per unbekannte Verfaß er nnferes
Dialogs war kein Gegner des edlen Todten fo wenig als ein extremer
Schwärmer für ihn. Vielleieht muHe er aber auch I^ine Sympathien ans
Furcht vor der Macht der Sieger mehr yerbergen. Das lietzterd ift wol
das wahrfobeinlichAe.
ni.
6 Bit. in 4<». Anf der TiteUMte
Ein Gefprech eyneß Fuchs
vnd Wolffs / fo die andern F&chs vnd W&Uf auff den
Stayger waldt zufamen gefchickt / fich zu
vnder reden / wo ynd wie die beyde
parthej den wintter Heb haltr
ynd neren wollen.
MD.XXIIII.
Holzfchnitt: Fuchs und Wolf. Auf der RückTeite die Vorrede mit den
fechs Verfen. Auf dem «weiten Blatte oben beginnt das Gefprech, das ohne
Abiatz bis in die RückTeite des leuten fortiiuift. 34 Zeilen auf der rollen
Seite. Panzer 2, 337 fg. No 2561 fg.
Dieier Druck gibt 61, 15 Inmppen. 61, 17 windt 61, 18 fidein,
wee dem und fo yorn. 61, 29 yamer. 62, 7 reyß. 62, 9 may-
nang. 62, 11 getzimpt. 62, 21 mein yerftand; und fo vom im
Texte zu beßem. 62, 22 me; und fo vorn für nit. 62, 32 wintter.
62, 36 difem. weyft. 62, 38 geweert. feyndt. 63, 1
wie ein. 63, 3 rauffens. 63, 4 nenntr. 63, 7 lohaff.
63, 9 roß; und fo immer. 63, 16 fol; fo auch lieber vorn im Texte
für vol. 63, 23 mir feh^d nicht. 68, 27 feltzam, und fb immer.
63, 29 biirger ße. 63, 84 burger. 63, 38 vnd Jr anft. 64, 1
f&rften jr fpitzb&t 64, 12 weylln. 64, 15 wirß. 64, 17 haß.
baucker. 64, 33 narheit fic. 64,'84 new. 64, 36 bauren
fie, TonA meift bawren. 65, 4 vnentlich fic. 65, 8 mir fic.
65, 18 tr^tz. 65, 19 gen fic. 65, 30 gewane. 65, 32 die fio.
65, 36 tanren fic. 65, 37 Weyßgaw. Hnnlßrnck. 66, 15 ye
mer zweimal; braueht nicht Druckfehler zu (bin. 66, 22 reißdi?ft.
66, 27 Manaal fic 68, 7 a& jm. 68, 12 gefpeyen; w<rf Dmekfehler
29*
Ygl. Z. 16 gefpyen. 68, ^ wie er noch. 69, 23 daß. 69, 35
Wetterer aw. 70, 9 Tpred flc. 70, 20 Terfchiner Ao. deli
wie bey. 70, 32 mir fic. 70, 34 rath. 71, 8 geen. 71, 2d
gefeldL 71, 26 radt 72, 2 pfnayrchfen. 72, 5 mher.
BRKLARUNGEN. 61, 4 tunbanchet dannbauchig vgl. häufet 70, 36.
61, 8 etwa hier ftatt etwan fonft, mitunter. lachte = lachte es.
61, 10 etwa hie nnd da. 61, 15 hinhecht hinhangt, mit intr. Bedtg;
hier alTo ich hahe (ahd. hähn ich hange), dn hechft, er hecbt 61, 18
nngeiäck hier perfonificiert, wie anch fonft, fo Hartm. Lieder 16, 14 ee
ift ein angelückes gmog. Flore 2296 ich wasne falde fi nnftiete, wan un-
geläcke ift ir gehag. Lampr. Alex. 3415 angelacke, wag ir mir leides taot!
So wird auch Unheil gebraucht: Hartm. 1 BüchL 1671 unheil mir ober
den wec fchreit gelich einem hunde; femer Unfall: Gurres 75 weich von
mir ab mit fchellen, trab du gewaltige unfals reiten! 83 unfal, unfal, du
wildes tier, wie thuft dich gegen mich fperren! 61, 24 heint mhd. hint
zuT. gez. aus htnaht kann für fich allein fowol diefe beyorftehende , wie
diefe vergangene Nacht heißen; in letzterer Bedtg hier mit noch ausdrück-
lichem Zufatze. 62, 2 ich acht ich achtete. 62, 11 fg. d. h. wir hät-
ten mit den Fnrßen ziehen, mit ihnen es halten Tollen. 62, 13 pfnai-
fchen Jägeransdmck, futtern wie 72, 2. 62, 29 unrat wie Z. 36. 64,
31. 70, 30 Hilflorigkeit. 62, 33 betagen auf einen beMmmten Tag ein-
laden. 63, 8 zum dickern zum öftem. 63, 10 der wetlchger die
ReifetaTche, der MantelTack f. zu I No X.V Z. 510. 63, 24 der ßübich
(Schm. 3, 605 kennt nur das Neutrum) Faß zum Verpacken der Waaren,
die auf die Märkte geführt werden. 63, 30 fgg. i& der fchwäbiTche Bund
gemeint, der im Sommer 1523 gegen die des Landfriedensbruchs angeklag-
ten fränkifchen Ritter zu Felde zog. Ranke 2, 123 fg. 64, 4 fg. die
Verfammlung der rheinifcben Ritterfchaft im Frühjahre 1522 zu Landau,
wo Franz von Sickingen zum Hauptmanne gewält ward (f. Z. 24). Ranke
2, 106. Münchs Sickingen 1, 220 fgg. 2, 188 fgg. 64, 19 in den rörn
(Plur. y. ror das Rohr) im Rohre, im Geröricht, d. h. im Verfteck.
64, 20 künden=ikünnen können. 64, 37 tenr werden koftbar nnd
daher feiten werden, endL gar nicht mehr geben. 65, 3 fürgang Fort-
gang. 65, 4unentlicb d. i. unendelich unwahrhaftig, fchleeht; wir
würden jetzt Tagen 'ein faules Ende.' 65, 8 fgg. Gemeint ift der Einfall
Sickingens ins TrierTche im September 1522. Ranke 2, 109 fgg. Müneh 1,
229 fgg. Das buTiniereu (poTaunen) ill im eigentlichßen Sinne zu neh-
men. Ein Augenzeuge, Latomus, erzält, als Franz ins Gebiet der Stadt
Trier gerückt Tei, hätten die benachbarten Hügel vom Schalle der Tromme-
ten und Pauken Teiner Kriegsmufik To furchtbar wieder gehallt, daß die
Bewohner der Stadt Zittern und Zagen ergriffen. Münch 1, 252 fg.
65, 25 Über den VerTuch, die Fefte LützelAein durch nächtlichen Überfall
zu nehmen, T. Münch 1, 284 fg. 65, 31 Der Falke aus der Pfalz iil wol
Gerlach von YTenburg, der das trierfche Heer befehligte. Münch 1, 262 fgg.
Er war auch Lehnsmann von Chnrpfalz. 65, 37 Weisgau für Wasgan.
66, 3 die bruch die HoTe. 66, 15 ie mer ie mer immer mehr
295
und mehr. 66, 22 reisdienft Heerdienft, f. zu 47, 16. 66, 27 fg.
Franz von Sickingen in feiner Burg Nanftal den 7 Mai 1523. 67, 1 ro-
biTch iß wol daa ran big das Schmeller 3, 5 (f. ▼. ranbeln) als mittelrhei-
nifch mit der Bedtg fchlecht, elend* anfuhrt 67, 17 nindert nirgend.
67, 21 Gemeint ift Wilhelm Schenk Ton Tantenberg, der in der Ebem-
burg befehligte. Münch S. 312 fg. 67, 35 der Bocksberger Wolf iß Mel-
chior von Rofenberg, mit deiTen thätiger Unterltatzung Sickingen das pfäl-
zifche Schloß Bozberg beim Beginne des Frühjahrs 1523 nahm. Mnnch
S. 285. 68, 13 fchlecht gerade, glatt, wie wir auch noch fagen kön-
nen: fie wären nicht fo glatt durchgekommen. 68, 21 bürgifch?
69, 5 rappen Raben. 69, 28 kugel einlegen war wol eine eigene
Art des Wildfanges. 69, 84 Ich weiß nicht ob es noch ein anderes Eis-
feld in der mainzifchen Gegend gibt, fonß könnte nur das zwifchen Thü-
ringen, Helfen, Brannfchweig und dem Harze gelegene Ländchen diefes Na-
mens, das meiß Eichsfeld heißt, gemeint fein, das auch chnrmainzlfeh
war. 69, 35 t^ Adr. dazu. vergünten concederent, vergönnten,
Conj. Priet. v. vergünnen. 70, 5 nachlangen lullern hinter her fein.
70,6 arenbergifche refier in der Eifel zwifchen Trier, Jülich und Cöln.
70, 9 fpred muß hier heißen dürftig. Ich kann das Wort nicht wel-
ter weder gleichzeitig noch früher nachweifen. Ift es nnfer heutiges fpröde
(der tibergang des e in ö wäre nicht zu verwundem), fo wäre hier ein
älterer Beleg für diefes Wort, den Schmeller 3, 589 noch nicht geben
konnte. 70, 25 verhauen zerhauen, weghauen, durch Hauen befchädi-
gen; hier fcheint es mehr im Sinne unferes Verhau durch Hauen verfperren,
überhaupt verfperren zu fein. 70, 28 gez wagen Part. Prät. von zwagen
wafchen, mhd. twahe, twnoc, getwagen; uns wirt gezwagen wir werden
gewafchen, mit demfelben Bilde wie man noch jetzt Xkgt fagt 'uns wird der
Pelz gewafchen.* 70, 32 mir = wir. 70, 35 auf euer der wölf
beßern in Rüekficht auf eure, der Wölfe, Strafe, Buße, die ihr nemlich
erleide!) müftet, wenn wir in Haufen blieben. 70, 36 häufet haufenweis
f. zu 61, 4. als (mhd. alles Genit) durchaus, wie Z. 38. 71, 17 die
fellüet wie Z. 24 die Orte wo Wild gefällt, erlegt wird.
In diefem Dialoge wird mehrfach der Fehdezüge Franz von Sickingens
im Jahre 1522 und im Frühjahre 1523 und feiner Befiegnng durch die ver-
bündeten Fürften gedacht, dann der Expedition dss fchwäbifchen Bundes
unter Georg Truchfes von Waldbnrg wider die des Landfriedenbruchs an-
geklagten fränkifchen Ritter im Sommer 1523. Der benannte Winter kann
kein anderer als der von 1523 auf 24 fein; die Abfaßungszeit unferes
Stückes würden wir fonach in die letzten Monate von 1523 zu fetzen ha-
ben, wenn der alte Druck nicht felber auf dem Titel die Jahrszahl 1524
nannte. Aber nur ganz der Anfang diefes Jahres kann gemeint fein; weiter
vor dürfen wir nicht gehen. Als Verfaßer wird am Schlnße Hans Bech-
1er von Scholbrunnen genannt, offenbar das heutige SchoUbrun, ein
fränklfches Dorf im Untermainkreife das zum Herrfchaftsgerichte Kreuz-
wertheim gehört
296
IV.
4 BU. in 4^. Auf der Titelfeite obens
Hie kompt ein Befierlein zu
einem reichen Bürger von der galt / den wncher
betreffen / Co kompt ein pfaff anch dar zu
vnd dar nach ein manch / gar kurtz*
weylich zn lefen.
Darunter ein Holzfchnitt: ein Mann hinter einem Tifche mit Geldsalea be-
fchaftigt; ein Bauer tritt herein mit der Keehten den Sack aber der Schul-
ter haltend, mit der Linken die Mütze abnehmend. Die RackTeite des erften
Blattes i& leer, eben fo die des letzten: das Gefpräch auf Blatt 2, 3 und
der vordem von i, ohne Abiatz fortlaufend. Die volle Seite zalt 34 Zeilen.
Der Druck gibt 73, 7 zihe. thetten. 73, % zell. 73, 12 her
fio. zu anch. 74, 4 baldt. 74, 5 gutten. daldt. 74, 6
gntte. guttr. 74, 7 feindt. 74, 8 gutt, uitd weiter* mir ein
gnnden. 74, 9 fo vill ich. 74, 13 anßrichft. 74, 15 gült lic,
wechfelnd mit galt nit meher. 74, 23 gewendt 74, 26 nio-
mantz. 74, 29 hawß. blieb. 74, 32 vff pfadt. 74, 33 heißt.
76, 10 grofem, 75, 29 d ruß. getraudt. 75, 31 befcheffen.
75, 36 wit zu. 76, 4 kump. mitt. 76, 12 meiner. 76, 13
mir vber ein. 76, 28 gildt. vnß dae. 77, 15 teaffell.
78, 27 Ziegen. 78, 85 alfo fehlL Am Schloße Aeht
Iß vnd drinck wirck gutt ding
Halt dreu vnd eer dir wirt nlt mer
Dan fpeyß vnnd dran.ck dar bey gewandt
Vnd waß du guts vorhin hall gefandt.
78, 7 einft für eines adverb. Genitiv einmal. 73, 9 nicht nichts.
73, 13 kofen reden lat. caufari. 74, 12 außriehft d. 1 außrichtft
leifteft, bezallt 74, 13 wal Nebenform von wol, in dieTem Stacke öfter.
74, 15 die galt, gälte (76, 23) die Abgabe die man von Geliehenem
an entrichten hat, die Zinfen. 74, 31 gelaahen wie 75, 3. 5. 19. 76,
24. 78, 33 far gelihen, fetzt ein älteres mitteldeutfches gelühen voraus,
das mhd. ge Hohen heißen moße, vgL Martina in Wack. altd. Lef. 758,
1. 760, 29. 75, 15 der rite das Fieber. Eigentomliche Fügung als
bauern, vgl. 77, 16 als anmechtigen beuerleins. 75, 23 blitzen
fich fchnell hin und her bewegen, von Thieren 'ausfchlagen' und fo hier.
Schmeller 1, 241. 75, 27 k leiben kleben. .. 75, 29 drüfe und beule
bedeuten beide Gefchwür, Kiterbeule. trauen glauben, hoffen, erwarten,
das trüwen der altern Sprache. Man erwartet hier het ich des ge-
traut mit Nachdrucke auf des, wie wir Jetzt Tagen *bätt ich das gewaA.*
76, 2 lecht Conj. Prät. lachen möchte. 76, 12 fallen hab wie
78, 6 fällig habe. 76, 38 geheien plagen. Schm. 2, 132; du wilt u.
297
1. g. Du willü nns reine plagen. 77, 8 wir derfen wir bedürfen)
fchlecbte Form für wir dürfen oder dürfen. 78, 4 einher fchmei-
cheln fchmieg(am herzu treten. 78, 12 ufgewüft angefahren, £ wi-
Tchen Schm. 4, 190. 78, 25 gleichnng Yergleichung, Beifpiei.
78, 28 rerdreiben durch kauimännifchen Betrieb loa werden.
Man kann dielen Dialog getroft in den Anfang der zwanziger Jahre
fetzen. Er behandelt ein damals beliebtes Thema, .den Wucher, gegen den
auch Luther eifert, befonders in einer Schrift vom Jahre 1519 Bin Ter*
mon Yon dem wucher Doctoris Martini Luther, Augußiner zu
Wittenberk. 14 BU. in 4®. Er Tagt ausdrücklich, man finde welche die
lieben, acht, nenn , ja zehn Procent nähmen , wodurch das arme Volk heim-
lich ausgefogen und fohmerzlich niedergedrückt werde. Er entfcheidet fich
nach Luc. 6, 34. 35 geradezu dafür, ohne Zinfen zu leihen: Chriftns fpricht
Venn ir nur denen leihet, von welchen ir wartet, daß fie euch wider lei-
hen, was ift das für ein wolthat? leihen doch die böfen funder einer dem
andern, daß fie gleich des felben mügen wider haben.' item folt ir leihen und
nichts darfnr gewarten, ift mir wol bewuft, daß faft vl\ doctores dife wort
dahin ziehen, als het der herr Chriftns darin geboten, alTo zu leiben daß
niemant nichts anfletz oder gewins daran fucht, fonder frei hin leihen folt.
die meinnng wol nit unrecht ift. dann wer alfo leihet daß er auffetze, der
leibet nit, fo verkauft er auch nit, darumb muß es ein wucher fein, die
weil leihen von art und natur nit anders ift, dann etwas far einen andern
darftrecken nmb fünft, mit bedingen das felb oder des gleichmeßigen und
nit mer über ein weil wider zu nemen. aber fo wir dem wort Chrifti recht
unter angen fehen, fo leret er nit leihen on auffatz, dann das ift nit not
za leren, feintemal kein ander leihen ift dann on auffatz. oder ifts mit auf--
fats, fo ifts nit leihen. darauß volget, daß die alle fampt wuchrer
fein, die wein, kom, gelt und was des ift, Irem nechften alTo leihen, daß
fie ubers jar oder benante zeit die felben zu zinfen verpflichten oder doch
befchweren und überladen, daß fie mer oder ein anders wider geben müßen
das beßer ift dann fie geborget haben, und daß dife menfchen felbs grei-
fen mügen, wie unrecht fie thnn (wiewol es laider gemein worden ift), fetzen
wir für ir äugen dreierlei gefetz, zum erften diß gegenwertig evangelium,
das gebeut, wir foUen leihen, nun ift leihen nit leihen, es gefchech dann
on allen auffatz und einigem vorteil, wie gefagt ift. und wie wol der tücklfch
geiz unter weilen im felbs ein färb anftreicht, als neme er das übrige für
gefchenk; fo hilfts doch nit. fo das gefchenk ein urfach ift des leihens oder
fo der borger lieber nit fchenkt, wo möcht er frei bofgen? und besonder
ift das gefchenk verdechtig, fo der borger dem leiher oder der dürftige dem
habenden Xchenkt, dann es natürlich nit zu vermuten ift, daß der dürftige
auß freiem willen dem habenden fchenke, fonder die not dringt in. zum
andern ift das wider das natürlich gefetze, welche auch der herr Luce VI
und Matthei VI anzeigt 'was ir wölt daß euch die leut thun foUeu, das
tbüt auch in.' nun ift on allen zweifei niemant der da wölt daß im rocken
anf kom, böfe münze auf gute, böfe war auf gute war gelihen wurd. ja
vi! ee wölt ein ieder daß im gute war auf böfe oder ie gleich gute on auf-
21
298 ^
fatz gelihen wnrd. darumb ifts klar, dafi folche leiher wider die natnr
bandeln, totlich fanden, wuchrer fein und ires nechften fchaden fochen in
irem gewin, das fie doch nit widemmb wölten leiden von andern nnd alfo
ungleich handeln mit irem nechften. znm dritten ißt es anch wider das alte
und neu gefetz, das do gebeut *du folt deinen nechÜen lieben als dich felbs.*
aber folche leiher lieben fich alein, fuchen das ir alein, oder Heben und
fuchen noch meinen nit mit folchen treuen iren nechften als fich felbs.
hie bewegen etlich zwen wlderfprnch. der erft ift: wann es alfo gethan ift
umbs leihen, Xo verlure fich das intereHe, das ift der nutz den fie die weil
mochten fehaffen mit der yerlihene ' war. der ander ift das groß exempel,
daß allenthalben in der weit fit worden ift, auf gewin zu leihen, und fon-
derlich die weil die gelerten, priefter, geiftlicben nnd kirchen alfo thnn,
angefehen daß der kirchen geiftliohe guter und gottes dienft beßemng dar-
innen gefncht Wirt, anderft weren letzt gar wenig chriften in der weit und
wnrd iederman fchwer fein zu leihen, antwort: diß alles ift nichts geredt,
aut's erft mnftu doch das interelTe nnd die nutzung verlieren, wenn dirs
genumen wirt oder du iemant gibft umb fünft, warumb wiltu dann in dem
leihen das fuchen und behalten? dann wer üch gebens und leihens erwegt,
der muß fich des interefie zuvor erwegen, oder wirt weder geben noch lei-
hen heißen, aufs ander, es fei fit oder unfit, fo ift es nit chriftenlich noch
gotlicli noch natürlich, und hilft kein exempel da wider: dann es fteet ge-
fchriben 'du folt nit volgen dem häufen böfes zu thun, fondem got und
feine gebot über alle ding eren.' daß aber die geiftlicben und kirchen das
thnn, ift fo vil erger. dann geiftliche guter und kirchen haben nit gewalt
noch freiheit gottes gebot zu reißen, den nechften berauben, Wucher treiben
und unrecht üben, wirt auch gottes dienft damit nichts gebeßert, fonder
verderbet, dann gottes gebot halten, das heißt gottes dienft beßern: kir-
chen guter mügen auch wol bos hüben beßern. nnd wenn die ganze weit
mit folchem auffatz zu leihen einen branch bette, follen doch die kirchen
und geiftlicben dar wider handeln, nnd ie geiftlicher ire guter weren, ie
chriftlicher nach dem gebot Chrifti leihen, geben und faren laßen, und wer
anders thut, der thuts nit der kirchen noch geiftlicben gutem zu der beße-
mng, fonder feinem wucherfuchtigem geift, der fich fchmuokt unter folchen
guten namen. dammb ift anch nit wnnder daß wenig chriften fein, dann
hie ficht man, welche rechter guter werk fich üben, ob wol vil fich blen-
den und betriegen mit iren eigen erlefenen guten werken, die in got nit
geboten hat. fo aber tcmant auß difen allen fich befchweret zu leihen fei-
nem nechften, ifts «in zeichen feins großen Unglaubens, daß er veracht die
tröftllch zufagung Chrifti, da er fagt 'wenn wir leihen nnd geben, fo fein
wir kinder des aller hochften nnd nnfer Ion ift groß.' und foloher troftli-
cher Verheißung ift nit wirdig der & nit glaubt noch darnach fich mit den
werken richtet. — Freilich liegt in diefen "Worten nicht die leifefte Anreizung
zu einer gewaltfamen Durchführung diefes chriftlichen Grundfatzes; aber
es reichte hin daß Luther ihn ausgefprochen nnd aus dem Evangelium be-
wiefen hatte, um andere auf die practlfche Verwirklichung deifelben hintn-
leiteu. Mehrere Geiftliche finden wir, die bald darauf weiter gehen. So
299
predigte J&cob Strauß ia KiTenach im Jahre 1523 dagegen. Uaubt-
Huck und artikel chriftlicber leer wider den unchriftlichen
wfiober, darumb etlich pfaffen zu Eifenach fo gar unrüwig
und bemüet feind, gepredigt zu Eifenach durch D. Jacob
Straußen MDXXIII (4 BIL in 4) enthält 51 hieher einfcblägige Artikel,
darunter No 4: Das gebot gots Deuteron. XV und Luce am VI daß ein
iegUcher feinem nechlton in der not frei und willig fol leiben on allen be-
lieb, i£t allen cbrilten bei ewiger Terdamnua not Z& halten. No 5: Ein
Pfenning über die haubtfnmm ußgelihen, ingenomen, ift w&cher. No 6:
Wucher ift in feiner natur als wider die liebe des necbften und dos verbot
gottes, ein fchwärwichtig und offenbar totfund. No 7: Alle die bewilligen
in totfünd» noch vil mer die hilf, fchutz, fchirm zur totlund thünd, feind
dets tots wirdig. No 16: Der herr Chriftus hat allen reichtum unrechtfertig
genennet, muß von nöten der chriften guter uß dem wucher herliießeu,
geraubt, geftolen und aller uneer gemäß erkant werden. No 17: Unfelig
und des glaubens gar entfetzt ift der, der in feiner armut wucher zu rei-
chen bewilliget u. f. w. VgL Ranke 2, 184. Eine weitere Ausführung die-
fer Artikel gab Jac. Strauß in einer größeren Schrift des folgenden Jahres.
Vergl. Panzers Annalen 2, 319 No 2484. Im Wirtembergifchen fchlug Dr.
Johann Mantel denfelben Ton an, ja er predigte geradezu das ifraeli-
tifche Jubeljahr. Sattlers Gefch. der Herzoge von Wirtemberg 2 p. '104
Ranke 2, 185. Der Einfluß, den derartige Doctrinen auf die Forderungen
der aufftändifchen Bauern üben muften, ift in die Augen fpringend. Eineb"
ihrer Hanptbegehren war, keine Gülten und Zehnten zu zalen und daß alle
Schulden yerglichen werden foUten: Benfens Gefch. des Bauernkriegs in
Oftfranken p. 104 fg. 121. 242. Vergl. ferner De ratione decimarum
Ottonis Brunfelfii propofitiones (Ranke 2, 185), wovon auch eine
deutfche Überfetzung erfchienen Von dem pfaffen zehenden hundert
und zwen und fierzig fchlußreden durch Othonem Brunfels.
16 BU. (4 Bogen) in 4^, o. O. u. J.
V.
4 liil. in 4«. Auf der Titelfeite
EPISTpLA
DE NON APOSTO
LICIS QVORVN
DAM MORIBVS
QVI IN APOBTO
LORVM SE LO
CVM SVC
CESSISSE
GLORIAN
TVR.
300
Auf der Ruckfeite des erften Blattes diefer Titel in drei Zeilen wiederholt,
worauf unmittelbar der Text folgt, der bis unten auf die Ruckfeite des l«iz>
ten Blattes geht. Daffelbe Stück aufgenommen in Job. Wolfii Irectt. me-
morab. centen. 14 tom. I p. 654 fg. Panzers Annales typograph. IX, 410
No 112r c.
VI.
A. 5 Bll. In 4, ohne Seitenzäinng und Cniloden mit Signatur Aij — Aiiij.
Auf der Titelfeite
Ain groffer Preifg
fo der Fürß der hellen genant Lucifer yetzt den
gayftlichen als B&bft Bifchoff Cardinel vnd
der gleychen zu weyßt vnd empeüt etc.
Darunter ein Holzfchnitt: Lucifer in ThiergelUlt übergibt dem Papfte mit
den Cardinälen ein Schreiben. Auf der Rückfeite beginnt der Text, der bis
zu Ende des fünften Blattes fortläuft. Die Seite hat 31 Zeilen. Siehe Pan-
zer 2, 50 No 1242.
B. 6 BIL in 4 ohne Paginatnr und Caftoden mit Sign. Aiij nnd A üij.
Auf der vordem Seite des erften Blattes
Ain groffer Preifg fo der Pfirft der
hellen genant Lucifer yetzt den gayftllchen als
B&pft / Bifchoff / Cardinel / Tnnd der
gleychen zu weyßt vnd empeüt etc.
Darunter ein Holzfchnitt, der zu diefem Stücke nicht gehört: auf einem
Throne ßtzt ein Mann, zu deflen Rechten fich von hinten vor der Teufel
fehen läßt, davor ftehen der Papft, ein Bifchof und zwei andere Geiftliche.
Auf der Rückfeite beginnt oben der Text, der ohne Abfatz (32 Zeilen auf
der Seite) bis über die Mitte der Rückfeite von Bl. "b reicht Auf Bl. 6«
noch ein roher Holzfchnitt: der Rachen der Hölle, worin die Seelen zer-
malmt werden; der Teufel davor. Bl. 6^ leer.
C. 6 Bll. in 4 ohne Seitenzälung und Cuftoden mit Sign. Aij und Aiij.
Auf der Titelfeite
Neugetzeittung auff
das Jar MI>%XI Eyner fchrifft-
liehen werbunge gothan von dem furften der
lielle. Seinen lieben getrewen. Aller vnd ideß
ftandes feines Reichs.
Auf der Rückfeite oben beginnt der Text und geht (36 Zeilen auf der
Seite) ohne Abfatz bis über die Mitte von Bl. 5«. Darauf folgt das Stück,
301
das wir unter No VIII mitteilen und das bis gegen Ende der ▼ordern Seite
des letzten Blattes geht^ deflen Rückfeite unbedmckt iSt. Panzer 2, 50 No
1241. Diefer Druck ftammt offenbar aus einer niederdeutfchen Gegend,
▼ieUeicht gar aus Wittenberg.
LESARTEN. 85, 1 ein C, und fonft immer ei wo AB ai haben.
Knenigk C. furlt C. finßernuß B. 85, 2 der trawrigen
h. C. Tordamnus C. 85, 3 enbieten B. Entpieten C. in
Tonderb&it B. in funderheyt C. fuenen C. 85*, 4 der prel.
ABC. 85, 7 wuufchen C. die Ten C. 85, 8 tzu C. als wir
vorgen. haben zu 1. C. 85, 9 gefetz C. diß AB. diefes C.
85, 10 hoff C. 85, 11 tzwenunddreiffig Beß nach im C.
85, 12 feinen B. f&ßftapffen B. fueßftapffen C. 85, 13 de-
mutiger C. 85, 14 dreyhundert C. 85, 15 yre C. tugent-
famen C. gantze C. 86, 1 wiettender A. wittender B. weit-
teden C. leer C. 86, 2 erb am C. tzu C und auch fonft nie &
86, 3 zu a. z&fcherenden vnnd AB.. 86, 4 in denn fy C. 86, 5
furßlichen B. nit Terfchonet h. noch gefchampt Tuferm
furftlichem gew. C. 86, 6 fchmelleren A fchmmelleren B.
fchmelern C. den felben tzeitte C. wier B. 86, 7 oder
trybut nutzung AB. o. tribut n. C. emphangen A. entpfan-
gen C. 86, 8 der yeindeu (weinden B) follen mit AB. 86, 9
▼ nferm gepieten ABC. 86, 10 weg ynfer hellen fo doch C.
gepant iß C. 86, 11 TUgewandert C. ains foUichs AB. ein
folches C. 86, 12 dy hellen C. follcher C. 86, 13 grau-
fame vng. Yufers C. 86, 14 verdulde C. mug C. 86, 15 für-
zükomen B. furzukume C. anfehens AB. 86, 16 gehebt C.
andern AB andere C. 86, 17 das zweite und fehlt in AB.
86, 19 felber gefagt hat C. 86, 20 Jefu C. 86, 22 gelibdt AB.
gelubte C. 86, 23 Ite er C. 86, 24 wych AB weich C. wol-
len AB. 86, 25 tzeitliehem C. Für aber ir die lies aber in
euch die. von dem C. 86, 26 der alle. obgerurt C. 86, 27
da ytz C. 86, 28 guter C. 86, 29 Affter aber AB. wiXfet C.
86, 32 zierlichen alle. 86, 35 Mer Tagt der apoßel / feit C.
86, 36 Sg, ir herr vn meißer dz felb gepot fpr. C. 86, 38 ge-
nant gewalthaber AB. 87, 1 ab^r ir aber B. gefagt do ha-
ben C. 87, 2 in arbeit ynd dem C. 87, 3 wir fagen C.
befunder C. 87, 4 trachtent C. reichtnmber vnnd h. AB.
reichtumb ynd C. 87, 5 vergifft C. dan yetzund C. 87, 6
den — yetern yorn zu lefen mit C. AB dem yater. 87, 7 fnnder
gennen gants C. ynd im 1. ynd über C. 87, 9 noch auch got
nit was C. 87, 11 gerichts rn tzwang zu yde C. 87, 12 leyfche
handel C. 87, 13 auf fehlt ABC. 87, 14 ynd auff die ABC.
87, 15 befchaid AB. 87, 16 d. k. gepeüt AB. d. k. gepaw C.
87, 20 benückig B. benugig C. yor yr yntertrucket die a. C.
87, 21 ir fehlt C. 87, 25 freiheite C. 87, 26 ynk. lebet in
begerli chen wollnften des C. 87, 27 und fehlt C. leibs feit
302
yr gftDtz ergeben C. 87, 35 gefebet C. 87, 38 farwur anderf
dan dy C. dy erften k. C. 88, 1 aUe'm luA mit funderer C.
88, 3 betrachtamb AB. kuuftenn B. 88, 4 ewer iuften be-
girden AB. 88, 5 fg. fander di peyhknaben vnd C. 88, 6 ig.
fchetz / nicht als Petras, der Tagt C. fander ir C. 88, »
gülden Yu filbre C. 88, 10 in groflich C. 88, 14 aas der b.
erlichen m. C. 88, 17 O da 1. C. 88, 18 ftat fehlt C. O fehlt C.
88, 19 Jer. von der Hat C. 88, 20 bilich C. 88, 21. 22 Si-
meonis C. 88, 23 dy haltet vnd vbet ir öffentlich C. 88, 25
zerbrecht alle gepot Jhefu Chr. 0. yr verleihet pfrandt td C.
88, 26 fg. vmb ganß oder Tm pit oder Tmb gelt oder von
fohnoder dienUb. wegen oder aus ganft / vn za kirchl. C.
88, 28 die wirdigen bf^ben lotter vnd hadrer AB. die vnwird
hüben lotter vn haderer C. 88, 29 enigla C. vnbekat C.
88, 30 dg alU C. 88, 32 priefter fehlt C. 88, 33 perfone vn gab
C. 88, 34 feel C. 88, 35 morder grueb C. 89, 5 n. ew. ge>
fale C. 89, 6 aller meift zerütorung des chrißen glanbens C.
89, 7 doch hinleffiglich pr. C. 89, 13 meher C. groß zu
falle C. 89, 14 an fehlt C. 89, 15 foliche große merckliche
tzal C. nation C. 89, 16 gefchlecht C. 89, 17 wen vnfer
vnerfatllche helle C. 89, 18 vntzallich Tele einfchlickte C.
89, 20 fo ir von alten AB. 89, 21 erftatt C. 89, 23 fg. veßig-
liehe bellet / vorfart. vn aUo far vnd far C. 89, 27 fey wir
AB. gemahet C. 89, 30 den weg fehlt C. 89, 32 freiheit C.
89, 33 einplawfangen AB. 90, 1 vn vermifohet doch oder
vermenget darein urfach d. kr. C. aaß fehlt AB. 90, 3 be-
raofft C. 90, 7 h Inder gel. C. 90, 18 ßät C. 90, 24 ewre
auffetzige betrag C. 90, 26 dem fo ift C. 90, 28 muft es mit
erbet C. 90y ZO fg. geliebt fo fordert vn verlebet das ewer«
von dem C. 90, 33 er für der AB. die er C. 90, 33 ench fehlt
ABC. 90, 38 fg. gebärt fich z. h. diß erften / gabens / Vd
macht alfo f. AB. gebart f. za handb. diß erften gabes vn ma-
chet a. f. C. 91, 1 für vn far als ir wol wifCet treibet C.
verwaret C. 91, 2 es fehlt ABC. 91, 3 doerifch leyfch volck
folchs nit C. verfteen AB. wirt C. 91, 4 euch für aucb
AB, fehlt C. 91, 5 za ewere vrteil C. vortail vnfchickl. vn<)
vnbeq. weyß AB. 91, 6 verplamen C. 91, 7 nyemandl AB.
91, 14 vergleichet fich dy gefchrifft C. getroftlich C. ge-
türfchlich AB. 91, 15 vnd bofe fand C. 91, 17 vnglewg« C
91, 20 fg. vnuerfchempt hertzlich vn getroftlich alfo darcb
dracken vn C. 91, 21 verhindern C. 91, 22 thnt ir vnfer 0
91, 25 heimlichften C. andere C. 91, 26 der m. fehlt C.
Aaffgenemlich etlich AB. 91, 27 elteften oberften C. rati
AB rat C. 91, 30 mit ans fehlt C. 91, 31 dot / den ir di weil
ir lebet nit farchten Tollet C. 91, 34 zertrant C. erdrent AB
91, 36 die fich bek. AB. dS dy pfaffe dan fie fein dy. dy
308
fich beker«. 91, 37 eingelegte AB einlegend« C. getroft C.
92, 1 gegen im AB. 92, 2 jnn bey AB. darpey feint ein
groß menig C. 92, 5 fg. obgefchribenn ding C. 92, 7 Datum
Anno Domini. etc. Oeta AB.
ERKLÄRUNGEN. 85, 8 ze zu, vgl. 86, 15 ffir ze kamen. 90, 26 ze famen.
85, 6 Pfalm 25, 5. 85, 9 difs Genitiv difes. 85, 12 f&ßftaffen wie
87, 14 fftßftapfen. 85, 14 ob dr. j. per trecentos annos. Der Begriff des
ränmiiehen Verweilens ift in ein zeitliches übergetreten. Vgl. dreihnndert
Jahre nber, den Tag nber, wo das adTerbielle über gleiche Bedtg bat.
dren hundert habe ich unangetaftet gelaßen, ohne eu in ei zu ändern:
es könnte das Neutrum dreu eine (für diefe ▼erhältnismäßig tpkte Zeit im-
merhin merkwürdige) richtige Nachwirkung des *althochd. und mhd. drin
fein. SiWeßer Papft zur Zeit der nicänifchen Kirchenverfammlung.
85, 15 nahen t mit unorgan. t für nahen. 86, 2 erber mhd. Srbiere
ehrbar. 86, 7 der Genitiv einkumens abhängig von wenig. 86, 8
z&fal wie in demf. Stücke 89, 13 nicht in der abgezogenen gewonlichen
Bedtg accidens, Tondem in der eigentlichen, faft f. ▼. a. Zudrang, Zulauf.
86, 9 erlegen was nicht vorhanden, oder hochft mangelhaft war; ganz
in ähnlichem Sinne wie unfer darnieder liegen, wenn wir Xieigen ein Ge-
fchäft, eine Kunft oder Wißenfehaft Hegt darnieder. 86, 12 entfetzung
Beraubung; entfetzen aus dem Befitze bringen, berauben. 86, 20
Matth. 4. 86, 25 ift ftatt aber ir die gegen die Überlieferung wol zu
lefen aber euch, die do u. f. w. 86, 26 fg. gelüpt als Masculinum in
beiden Drucken; mhd. gelübede ftarkes Femin. und Neutrum. 86, 82
in zierlichen (d. i. fchmucken, prächtigen) dingen, ob wol von den drei
alten Drucken geboten, ift ftark anzuzweifeln; wahrfcheinlich ift zu lefen in
zeitlichen dingen vgl. das lateinifche 81, 21 in temporalibus. 87, 2
verfehmecht mhd. verfmsDhet verachtet. ftetigs ununterbrochen.
87, 3 mir = wir. 87, 6 für dem felb. e. vater lies den felbigen
erften vetern, wie aueh der lat. Text 81, 29 ipfis primis patribus
gibt. 87, 7 wider wert ig entgegengefetzt; ja nicht an unfer abfolntes
Adjeetivum in der Bedtg 'unleidlich, unangenehm* zu denken. 87, 12
laifch laicns. ir fint ihr feid. 87, 13 auf die fpitz der zierli-
chen eeren auf den Gipfel der prunkenden Herrlichkeit. Natürlicher wäre
auch hier (vgl. 86, 32) der zeitlichen eeren. 87, 15 practifch Adj.
(franz. practic) hat fich von feiner eigentlichen Bedtg 'gewandt, umfichttg'
in 'fchlau* verfeinert; practiken (franz. des pratiqnes) ßnd Kniffe und
Pfiffe. die gefcheid d. i. gefcheide ift Gewandtheit, practifch ge-
fcheid fchlane Pineffe. 87, 19 der Plural möchten (d. i. könnten) be-
ruht auf dem Collectivnm gefeil fchaft. dannocht mit unorg. t für
d an noch. überkumen erlangen. 87, 20 benüegig genügfam.
Genauer wäre und fo ir dann das felb überkumen, fint ir noch
nit benüegig. Nun ift noch gleich vorweg genommen und an dann ge-
zogen. Zu überfetzen ift: und habt ihr es dann erlangt, fo habt ihr noch
nkht genug. vor Adverb, zuvor. 87, 30 oder — oder entweder —
oder. 87. 33 anfenthalt, Erhaltung. 87,37 d. ir gefehen w. fürften
804
ze fein at videamini princlpes eth. Vgl. unten su XXH Z. 9^B. 88, 1
der wollnft, wie der Inft, auch fchon in der alten Sprache als ftarkef
Maecnl. häufig. 88, 2 ertrachtung ift fcharfes Sinnen an f etwas bis
man das vorgeAeckte erreicht. knnßen fchlechte Form fnr knnfte.
88, 6 die büebin die Bnbinnen, meretrices. 88, 18 fgg. Babilon nnd
Jernfalem war im Mittelalter ein vielgebrauchter Gegenfatz des wollen
'Welttreibens zum chriAlichen Frieden hier und im Jenfeite. So Fuudgr. I.
87, 25 mit Babilonie iß bedintet difiu weit, mit JeruTal^m ift bediutet da^
bimelriche. Roths Pred. XX, 4 JernJGilSm bedintet die heiligen chrißenheit.
Lampr. Tochter Syon Fdgr. I S. 308 die lele die got lieben hat, heiget ein
tohter Ton Syone; die mit der werlte umme gat, iß ein tohter von Babi-
lone. Vgl. Babilon heilet die fhant unt bediutet dife weit Leif. Pred.
2, 30; da wirt gebom ein würz aller busheit Antichr. 192; confufio ClichL
eine. eccl. f. 25; lieh in Babel aufhalten braucht Spee 328 iür in Sünden
leben. Jerufalem bedintet vifio pacis, eg iß als vil gefprochen als ain
gefiht des vrides Griesh. Pred. 143«; ein anfchoue des vrides Leif. Pr. 12S,
33; fridefehung Diut. 3, 487; daf. 472 iß in coeleßi Hierufalem in der
himelifchen frideburge verdeutfcht; Jerufalem dutit alfe vil alfe ein fcho-
wunge und meinet dag ewige leben Myß. I. 27, 6. Glicht, eluc. eccl. fol.
25. 46. 88, 32 der Gen. Plur. feil, pfrunden, abhängig von die minßen.
die minßen die geringßen, frum brav. 88, 36 unrechtfertig
iß was nicht als rechtlich erklärt iß oder fich erklären läßt, unrechtmäßig,
fchatzung abgenommenes Geld. 89, 2 rechtfertigen nach dem
Gefetze Gericht halten und richten. 89, 4 ab Präp. weg von. 89, b
faß fehr. 89, 6 fg. a. minß zu her. d. chrißl. gl. den chrißHcheu
Glauben moglichß gering zu machen, zu ruinieren. 89, 13 zufal f. vom
86, 8. 89, 16 gefc blechten (jetzt Gelchlechtem) Plural noch nicht in
er, ganz wie im Ahd. und Mhd. 89, 17 die hül, hülle, hnlli (letzte-
res die alemannifch fcbweizerifche Form) die Höhlung, das Loch, meiß mit
Waßer angefüllt. Staider 2, 61. Schmeller 2, 174; hier bildlich, viel-
leicht fcherzhaft fnr helle Hölle. 89, 19 bei Beßand erhalten. 89, 20
nn trag lieh unerträglich. 89, 21 fg. in vil weg (bei Seh. Franck, Wack-
Lef. III, 327, 17. 328 20). Wenn all weg, alle wege *alle Zeit, ßet»'
heißt, fo heißt jenes 'häufig.* Vergl. zu 33; 22. 89, 26 die menig
(ahd. menigt) die Menge. 89, 27 wir fein faß gem^it wir haben große
Mühe nnd Befchwerde. 89, 32 der ratgebe fchw. Masc. der Hatgeber.
89, 35 gewon wie mhd., ahd. giwon Adj. gewohnt. 89, 36 öbri-
ßen, wie in diefem Stücke noch haimlichißen 91,25 eltißen, obrißen
dl, 27 mit der archaißifchen Snperlativform iß für eß, die auch im Mhd.
ans dem Ahd. fich noch vielfach findet, aber da fchon nicht immer richtig,
fondem mit für die andere Form 6ß gebraucht, f. Gramm. 3, 575. 89, 37
erdicht lieh ficticie f. 83, 37. 90, 2 auffetzlich hinterlißig, gehäßig.
auffatzung Z. 24 Hinterliß. Vgl. nffatz Narrenfchiff 77, 28 nnd dazu
Zamcke S. 423. 90, 4 ainicb irgend ein. 90, 7 hindan weg, bei
Seite. 90, 8 dem E. zfi warten den Antichnß in Acht zu haben, auf
ihn zu paßen, d. h.«die Schätze ihm zn geben wenn er kommt. 90, 17
305
heftig ßiperbn9, f. 84, 10. 91, 1 Terwerren in Verwirrung bringen,
hier 'irriger Weife vormachen, weis machen.* 91, 3 laifeh £ 87, 12.
91, 8 für dem ift gegen die Überlieferung wol den ku lefen. 91, 9 einem
in eine fache tragen fynonym mit dem unmittelbar Torhergehenden in
eine fache reden, f. zu 16, 12. 91, 13 die zeit tailen d. L ans
einander halten: was zu einer Zeit recht war, iH es nicht zu einer andern.
91, 14 getürftlich knhnlicb, fo auch Z. 21. 91, 16 dar d. i. tar
von turren fich getrauen, hier aber in der Bedtg darf nach der oft wie-
derkehrenden Vermifchnng mit dürfen. 91, 23 die ftat die Stätte.
91, 36 bekern abwenden. 91, 37 tröft getröftet.
Diefes Stück iSt mit kleinen Zuthaten offenbar Überfctzung des vorher
gehenden lateinifchen. Die Gegend woher fie (lammt, zeigt außer andern
weniger bemerkenswerten Eigentümlichkeiten befonders das Wort büli 89,
17: fie. gehört dem Elfaß, nicht etwa der Schweiz, wo diefe Form auch
gebräuchlich ift, da keine andern Formen das fo leicht kennbare fchweize-
rifche Idiom bezeugen. Das Jahr der Abfaßung ift 1521, das am Schluße
felber genannt wird.
VIL
4 BU. in 4^. Anf der Titelfeite mit breitem Holzfchnittrahmen eingefaßt
Den grof-
mechtigißen
Furßen vnnd herrcn /
herrn Luciffer / fampt gantzer
Hellifcher verfamblung vn-
fern gnedigften herren /
vnnd Junck-
herrn.
Ohne Seitenzälung und Cuftoden, mit Sign. Aij und Aiij, 31 Zeilen auf der
Seite; die letzte leer.
Ein anderer Druck, ebenfalls 4 EU. in 49 mit gleicher Sign, hat den Titel
Ein neuer Send-
brieff von den bofen geyftlic-
hen gefchickt tzu yrem rechten
herrenn.
Einn Antwort vonn yrem erb
hern vH ift fall Lufzig tau lefan
Anno M.D.XXI.
23
306
S. Panzer 2, 1243 fg. Dtefer zweite Druck ftammt, wie die Sprache seigt,
offenbar aus Niederdeatfchland. Beide Drucke änßerft fehler- und lücken-
haft. Da fle fich erganzen, fo ift ea möglich einen rerftandlichen Text zu
erhaben. Ich unterlaBe hier die Aniuhrusg der Leaarten, da ße noch mehr
Raum einnehmen wurde als beim vorigen Stucke und fchließlieh doch un-
nütz wäre.
94, 13 fgg. bezieht ßch auf die berüchtigte conftantinifcbe Sehen»
kung, ein untergefchobenea Docnment, daa die weltliche Hoheit des Pap-
lies bewetfen Tollte : KaiTer ConAantin der Große habe dem Papfte Silvefter
zum Danke für die Ton ihm erhaltene Taufe unter dem Titel eines Patri-
monium Petri Italien und mehrere andere abendländifche Territorien auf
ewige Zeiten gefchenkt. Schon Hadrian thut diefer Schenkungsurkunde ge-
gen Carl den Großen Erwähnung. Wenn auch nicht als erHer, doch als
heftigiler Gegner diefes Falfums war der bekannte italienifche Philolog
Laurentius Valla (geb. zu Korn 1415, f dafelbll 1465) aufgetreten in feiDem
Libellus contra effictam et ementitam Conßantini donationem. Mit Mühe
entgieng der unerrchrockene Mann dem Scheiterhaufen, doch nicht der Strafe
des KutenpeitTchens, die die Inquifition in Neapel über ihn Tcrhängte. Die-
fes ftreng verpönte Buch gab Ulrich von Hütten im Jahre 1517 wieder her-
aus und eignete es in keckßem Übermute Leo dem X felber zu. £r ergeht
fich in dtefer Zueignung in ebenfo großen Lobfprüchen Leos, als in unge-
meßenem Tadel feiner Vorgänger, die er dem PapAe ins Geficht Spitzbuben
und Räuber nennt. Am Schluße fagt er, wenn ihm diefes Gefchenk (wie
er gar nicht zweifle) gefalle, werde er fich bemühen, künftig öfter derglei*
chen darzubringen. Auf Lnthern machte die Kraft der Wahrheit, mit der
in diefem Bache die unverfchämteften Lügen aufgedeckt werden (impuden-
tia mendacia, monUrofiirima monftra), einen folchen Eindruck, daß Ihm
angft und bange ward und er den Papft von Stund an für jenen der Welt
verkündigten Antichriil hielt. (Epiß. ed. Jenie 1556. 1, 248). 94, 17 fgg.
meint fabelhafte Gefchichten über KaiTer Friedrich BarbaroITa, die damals
nmgiengen. Vgl. Bapfttreu Hadriani IV und Alexander III gegen keifer
Friderichen BarbaroITa geübt, eine Schrift, die auch mit einer Vorrede Lu-
thers erTchien. 94, 25 Die Togenannte Reformation des KaiTers
Sigismund wurde zuerft gedruckt von Johannes Bämler mit Twingere
von Konigshofen Straßburger Chronik Augsburg 1476, S. Panzer I, 90 fgg.
No 67. Eine neue Ausgabe ward recht zur Zeit 1520 veranftaltet (vgl. ebdf.
437 No 961); daher die Bekann tfchaft auch unTeret Autors mit dieTer
Schrift. Später ward fie Bafel bei Sebaftian Henricpetri 1577 mit den Re-
formationen Fridrichs II, III und Maxim. I zuTammen gedruckt und 1607
von Goldaft in die Statuta et reTcripta imperialia daT. S. 170 fgg. wie in
die Neue Samml. von ReichsTatz. II S. 110 fgg. von Lünig ins Spicileg.
ecclefiall. des teutfchen Reichsarchivs S. 257 — 275 aufgenommen. Es ill
dies aber keine Reformation, die weltlichen oder geiftlichen Autoritäten
zur Annahme je vorgelegt wäre, auch hat Sigismund höchft wahrTcheinlich
gar keinen Anteil daran, vielleicht ill es nicht einmal eine DenkTchrift,
307
überbanpi hat &e durcbBus keinen amtlichen Charakter: fie iA eine tendeu-
siöfe Parteifohrift gegen die kirchlichen Misbräuche zar Zeit des Basler
Conoils, um 1437 entftanden, Yielleioht ganz ein Werk des kaiferlichen Ra-
tes Friedrieb von Lancironü oder Landskron, der ßch darin nur als Über-
Tetaer ans dem lateiniTcben bezeichnet. Sie enthält bnXBtifche, wenigftens
durch den Hoilitismas bedingte Meianngen. Sie ward lange als acht betrach-
tet nnd In der Beformationvon um fo größerer Bedentang, als fie kaiXarliche
Autorität dafür beanfpruchte. Trithemins hatte noch kein Arg, daß fie
untergefchoben fein konnte, f) und des Johannes Cochlieus Schrift gegen
ihre Ächtheit (1533) fcheint wenig Beachtung gefunden zu haben. Erft die
hiftorifche Kritik der neuften Zeit hat auch fie auf das Maß ihrer Bedeutung
zurückgeführt, wenn gleich über ihre Entftehnng noch nicht Tollftändig auf-
geklärt. Vgl. Giefelers Lehrbuch der Kirchengefchichte II AbUg 4 S. 263
Not Afchbachs Oefchichte Kaifer Sigismunds Bd 4 Beilage II S. 419 fgg.
95, 5 gerüewiklich ruhig. 95, 17 bedrouung Drohung. 96, 13
ichts irgend etwas. 96, 23 ratlich zum Rate bereit und behilflich.
96, 26 die gehorfame ahd. gehorrami der Gehorfam. 97, 5 fent 108, 6.
97, 31 verhalten vorenthalten. 9S, 3 ie immer. 93, 8 «uffehen
haben aufpafien, Acht haben.
Anch diefes Stuck wird ins Jahr 1521 fallen (vgl. 96, 28. 98, 18), aber
wol ganz in den Anfang delTelben noch vor dem Wormfer Reichstag.
t) Joannis Trithemli Chron. Htrfang/ ad ann. 1416 tom. 9 p. 344 fq.
Anno pr»notato Sigismundus rez in ooncilio generali apud Conßantiam per*
fonaliter exillens, crematis jam igne hssrefiarchis Hufs et Hieronymo, me-
tnensque ne Hullitarum error, quem per Bohemiam contra dlvitias et bono-
res eleri fimnl et ecelefiafticam dignitatem prsedicaverat , in omne tandem
GermanisB ferperet regnum, Aunmis eonatibus laborabat, ut novam oleri
qnandam introduoeret reformationem. fnnt qui fcribant, enm non fatis in
hac reformatione fynceram pro facerdotibus mentem habuilTe ad finem, quod
ex eo patet libello, quem Fridericus quidam ejus minifter HuTIita potius
quam chriftianns, cleri holHs ut adverfarius in lingua theutonica nomine
ipüus Sigilmandi regis compofuit et reformatorinm cleri praonotavit, in qno
modum dellruendi eociefiam et clerum omnem potius quam reformandi com*
mendavit. verum patres et domini cardinales, epifcopi et cseteri fidelium
reotores qui aderant — — unanimi confilio regis contradixere propoüto,
qnl ex abnndanCibtts Tab reformationis prastextn intenderet fticere mendican-
tes. fnemnt multi fJBcnlares et laict, quorum corda incenderat avari»
tia, qui ut bona clericorum Hullitarum exemplo fuis applicare ufibus potuiT-
fent, magnis apud regem precibus inßabant confulentes, ne incboatum opus
reformationis intermitteretur. unde ficuti ex memorato reformationie
elare patet libello, regis intentio fuit, S. Pontifici, cardinalibus, epifcopis,
abbatibas, monachis et clericis legem ad neoelTaria hnjns vitss poHidenda
reftrictam conlUtuere et nnicuiqne pro conditione fui flatus oertam pecunia*
rum fummam in annos fumptus alTignare. quicquid autem fuperelTet ecciefife
reddituum, fifco importaretur communi et in uTus fervaretur bellicos contra
Tnreas Chrifti adverfarios pugnandi.
308
vm.
Auf Blatt 5 und 6 des unter Ko VI befchriebeneu Druckes C.
Nenge tzeittang auff etc.
Der Druck gibt 99, 1 an dy g. 99, 3 vnend. 99, 4 bubrey. ent
fic. 99, 5 getrewen. 99, 8 Graffen. 99, 9 Junckfrawenn wit-
frawenu elichenn lewthenn vnnd. 99, 10 allenn anderenn und
folche unorganlTche Verdoppelungen des n öfter. yn beide Male.
99, 11 bißß. yn*, und öfter neben in. 99, 12 getrewen. er-
frewend; und fo öfter. 99, 14 fleifig. 99, 15 vnends Ilc, daher
Z. 3 gebeßert. buberey; daher Z. 4 gebeßert. 99, 18 leben.
100, 1 das. 100, 2 grlmige. 100, 6 gotzfortigen. 100, 9 alls.
100, 10 dy. 100, 15 daß ßc. 100, 21 armmen. 100, 22 und
in die fehlt. 100, 24 heuffet. alls. 100, 29 ietzlichen.
100, 32 vntzellicher. 100, 33 will. 100, 34 nahen t. 100, 35
ale. 100, 37 yer. dy. 101, 3 yer. 101, 5 beer. 101, 6 feyth.
99, 1 an d. 1. an ohne. 99, 3 das unend wie Z. 15. 100, 36 die
Nichtsnutzigkeit f. Schmeller 1, 76 fg. unendlich 100, 19 nichtsnutzig.
99, 10 waferlei f. Anm. S. 225 im 1 Bde zu XII, 64. 99, 18 nar-
ret, 100, 13' narrecht narrenhaft. 100, 2 rofenfarbes blut iß eine
häufig vorkommende Benennung, fo Griesh. Pred. 4*. 51*. 154^. 211*.
225b. 235 <>. Geft. Rom. 42. 67. Altd. Bl. 2, 337. Hanpts Zeitfchr. 2, 116.
Orendel 74. 138. Clichtov. eine, ecclef. fol. 38. Wack. Kl. 182, 5. Eine
überaus zarte Vorftellung bezeichnet die Wunden, bef. die Chrifti, gerade
tu als Rofen. Frib. Trift. 6866 der die röten röfen tnioc durch uns
an finem herzen, an fliegen unde an henden. Görres Volks, u. Meifterl.
239 die rofen die ich euch bedeut, das fein fünf wunden rot und zart.
Wack. Kl. 719, 4 die weißen und roten rofen am krewz halt feft in
acht Wnnderh. 1, 17 deine Hände tragen Rofen. Spee Tmtzn. S. 51
(Ausg. Ton 1817) allda (d. i. am Kreuze) pflegt er auch brechen die roten
Bö Tel ein; ob fchon die Domen ßechen, fich trottet er der Pein. DaC 52
die Stirn er hat beilecket mit roten Blümelein, in Händen ansgeßrecket
er trag zwei Rofen fein. Vgl. daf. 318 fg. Auch weltlichen Liedern und
modernen Dichtem iß das Bild bekannt. In einem Ittauifchen Liede wer-
den die Blutstropfen den Blättern der roten Rofe verglichen, Dainos No 44.
Lenan nennt die Wunden einmal Ehrenröslein; und in demfelben Sinne
wird das Schlachtfeld einem Rofengarten verglichen, fo von Körner im
Schwertliede: O fchöner Liebesgarten voll Röslein blntigrot und
aufgeblühtem Tod. Herwegh: Du junges Gras, was ftehft fo grün? wirft
bald wie lauter Röslein blühn: mein Blut ja foll dioh färben. Geibel im
Sigurd: Wol auf der Walftatt fteht ein Rofenhag, da ein Mannesherse
mit Wonne pflücken mag. 100, 31 Widerlegung maß hier fo viel als
"Erlegung, WiederTergeltang" bedeuten. 100, 86 and fo weit «b, faß wie
309
mhd. unse: aufs bötilifte, ib weit ihr e« nur erdenken könnt. 101, 8 on
verxihen ohne Verziehen, ohne Verzug.
Das Stuck ift in diefer Faßnng Hark mit Niederdeutfchem verfetzt; ob
Üe die urfprÜDgliche ift, können wir nicht Tagen. Das am Ende genannte
Jahr 1521 iß wahrfcheinlich auch daa Jahr der Entftehung.
IX.
4 Bll. in 4«. Auf der TitelTeite
Beelzebub an die
Heilige BepA-
liehe Kirche.
Darunter ein Holzfchnitt: ein Liebespaar Fitzt auf einem Ruhebette, hinter
ihnen eine Geftalt mit Fledermauzfliigeln und einer Tiara auf dem Kopfe,
die fie zuTammendrückt. Unter dem Holzfchnitte die Jahrszal MDXXXVII.
Die t^berfchrift auf der Ruckfeite des erften Blattes wiederholt, darauf der
Text, der bis gegen Ende der letzten Seite geht.
Lesarten des Drucks: 102, 3 gelle dorn. 102, 4 grus. 102, 7
▼nfer. 102, 8 genand. 102, 9 Reihen. 102, 15 foddern.
102, 18 Cardinal. 102, 20 vben. 102, 23 durchtrieben. 103, 1
wellt. 103, 4 das jr ja d. Dr. Beßere er. 103, 11 narren teidigen.
103, 12 viel. 103, 19 ruAnngen. feher fic. 103, 20 Heg.
103, 25 Aad. 103, 35 herrvolk. 104, 4 Deudfchen. 104, 16
sber vnd fo. 104, 32 rh&met. 104, 37 mir fic.
102, 19 ehe mit unorganifchen h, wie 103, 19 feher. 103, 4 ift
gegen die Überlieferung daß irja in daß er ja zu beßern. 103, 20
gewifchlich wie auch Z. 33, gewislich. 103, 25 wendig abwendig.
103, 30 Ter reter lieh verräterifch. 103, 36 erbeiten (mit dem Hoch-
ton auf er) arbeiten. 104, 15 regen regnen. 104, 19 amechtig ohn-
machtig. 104, 28 unrügig unruhig; 29 rüge Ruhe. 104, 34 fchlechts
durchaus.
Nach Sprache, Schreibung, auch nach den Typen des Drucks Tcheint
diefer Pasquill aus Wittenberg zu (lammen. Die auf dem Titel angegebene
Jahrszal 1537 wird durch die Erwähnung des Concils von Mantua 104, 25.
34 belUtigt, das am 23 Mai 1537 förmlich ausgefchrieben ward.
310
X.
4 m\. in 4«'. o. O. Q. J. Auf der TitolTeite oben;
Ain E-
wangeliam
Pafcuilli Darin d^ R6-
mifch leben gegrändt
▼ü bellettiget wärt
Rückfeite des erften und das ganze letzte Blatt leer.
Der Druck gibt 105, 1 Carpinelen und fo immer. 105, 3 fag er |
thürh&ter. Fraind. 105, 16 ztL 105, 20 fchry. 105, 22
allain nach thürh&ter. 106, 1 fy. 106, 6 thürhfiter. 106, U
ainen. 106, 15 darnach als difer. 106, 16 vererdt. 106, 22
hat fehlt. 106, 29 b&th. 106, 31 Das erfte hat fehlt. 106, 38 phi-
largarita. 107, 4 vnd wirt bekl. 107, 5 offenbaren. 107, 7 i
m&rs. 107, 12 hantzü gwalt
105, 1 carpinelen. Der Witz fcheint darin zu liegen, daß das Wort
in diefer Qeftalt mit carpere znlammen zu bringen iü 105, 11 wann,
das ältere wände (ahd, wanda) denn, fo auch Z. 22 und 107, 9.
105, 12 th&t d. i. thüet wie 107, 17 Conjunctiv Praf. 106, 10 ge- i
mefcht gemäftet. 106, 16 einen vereren einen befchenken. 106, 17
fcbeinparlich glänzend, kollbar. 106, 26 die behut cuHodia; man I
erwartet behalt, ahd. diu huota. 106, 38 in der ftat auf der Stätte,
Stelle. Philargyria (emendiert für philargarita) griech. Geldgier, Hab-
fhcht.
In dem feltenen, mir eben erft zugänglichen Bache PaTquillorum tomi |
dno, Eleutheropoli MDXLIIII f) findet üch diefer PaTquili S. 302 — 305
lateinifch wie folgt. Er ifl auch aufgenommen in Wolfs Lectt. mem. ceot. 6 |
tom. 2 p. 806 fq.
Evangelium Parquilli
olim Bomani jam peregrini. Dolus Tobiscmn et
comiti tuo, frequentia falfi evangelii
fecundum archam auri et argenti.
Gloria tibi anro et argento.
t) •Pasquillornm Tomi dao, Eleutheropoli 1544, 8^ Diefe Paf-
quille find wider den Pabß, die Bifchofe und die Geiftlichkeit überhaupt
gefchrieben und zu Rom verbrannt worden, daher üe üch fo rar gemacht,
daß Daniel HeinAus 100 Duoaten vor ein Exemplar bezalet hat. Es fcheint
daß Ciel. fecundus Curio davon Autor iXl, als der damals zu Bafel, wo das
Buch gedruckt iß, gelebet und viel Verfolgung der Religion wegen in Ita-
lien ausgeftanden hat.* Anhang zu dem bisherigen fogen. Recueil von aller-
hand Collect, und Hiftorien etc. Das I. Hundert. 1723. No XXXII. iS.
14 fg. Autor könnte der Angegebene nicht fein, höchftens der Sammler.
811
*Io illo tempore (dixil paps rapax carpinaUbos Alis) cum yenerit flUns ho-
minis ad federn majeftatia noftne, dteat hoftiarins illi : amiee, ad quid venifHf
et ß pertranfierit palfans, nihil dane, ügatia manibas et pedlbos projidte
eum in tenebras exterioree.* carpinales vero dixenint ei 'magißer, quid fa-
ciendo poXfidebimns pecaniam?' illoTero refpondit in lege fcriptnm eß: di-
ligite aanim et argentom ex toto corde veßro et ex tota anima yeftra et
pecnniam licut vosmet ipfos. hoc facite, nt viTatis. hoc enim mandatam
do Tobis, nt qaemadmodum ego facio, Ac et tos faciatis.*
Tnnc yentt ad cnriam qnidam clericns valde pauper, qui opprelTaB ab
eplTcopo fao, Teros Ifraelita, in quo dolos inventus non erat, non poterat
intrare ad papam, qnia paoperrimus erat, tunc hoftiarii percnlTerant enm
dicentes *Yade retro, üubanasi qnoniam non fapis, qnia paaper es. non licet
enim in confpectn noftri pap» qnenqnam racanm apparere.* panper ille
damabat miferemini meil miferemini Ijütemvos, hoftiarii pap»I quia mairas
panpertatis tetigit me.* at illi dixere *paiipertas tna tecnm üt in perditio-
nem! non intrabis, donec foWeris aoTiffimnm qnadrantem.'
Panper aotem iUe abiit et vendidtt omnia qu» habebat. deinde rediens
dedit pecnniam boftiariis. at Uli dixere *qnid hfec inter taatos?" et e{icle«
bant eum foras.
Tunc Tenit panio poft ad cnriam quidam epifcopus fymoniaens, impfn«
gnatos, dilatatns, inoraflatus, qni per feditionem homicidinm fecerat, et erat
▼aide dives. carpinales aotem clamavemnt cum Tiderent eum dicentes 'be-
nedtctus qni venit in nomine anri et argentil' tunc epifcopus ille apertis
theiauris Ibis primo hoftiariis, fecundo oarplnalibus nranera prieciofa et ve-
ftes prnciofas obtulit et camerariis et cancellariis. et arbitrati funt-, quod
plus eflent aeceptnri. at ille volens fe jofttfleare, dedit decem talenta. an-
diene hoc papa, qni ad mortem infirmabatnr, Itetatns eß ralde et conrerAis
ad carpinales ait Ulis 'amen amen dico Tobis, non memini tantam fldem fai
Ifrael et omni Jndmu*
Tranßt primam et fecmidam cuftodiam, venit ad portam^ quft nitro
aperta eß ei. ridens aatem epifcopus, qnod papa infirmabatnr ad mortem,
ad tectam ejus anrum et argentnm mißt, et ßatim liberatus eß homo, et
foTgens dedit gloriam anro at argento et ofcnlatns eß eum dicens *bene hne
renißi.* carpinales vero unanimiter et cooeorditer dixerunt *vere hie homo
jußns eß.' es papa refpoodit *ü qnid petierit in nomine anri et argentf,
ßatei.*
Tnno papa fedsw pro trlbunali in loco qni dicitor Phllargaritha , qnod
eft intorpretatam aTmrieia. dieebat carpinalibus fuis 'beati donantes et qni
polBdent pecnniam, quoniam ipfomm eß curia Romana. et qui non habet,
id qnod habet auferetur ab eo, induatnr (icnt diploide confolione et flt
rabis ficut ethnicus et pnblicanus. expedit enim ei ot mola afinarfa fof^en-
dator ad coHum ejus et projiciatur ad profondnm maris.* et iterum *ridete,
na quia voa fedacat. quieunque Tntt pecnniam dare ad yos, enm introdo-
eitel et qui ean habet, obthiebit quodcnnqne petit, et qni non habet, ana-
ßt.* carpinales autem dixerunt 'Mec omnia ferrabimus tota yirtute
andiene hoc papa, mirmtas eß Tahle dicens 'amen amen dico robis,
312
Don memini tantam fldem in HleniflRlem, qnaDtam in vobis. hoe enim facite
in anri commemorationem. ezemplom enim relinqno vobit, nt qaemadmo-
dum ego facio, fic et tob faciatts et rapiatis.*
Gloria tibi anro et argento.
Wir fügen noch ein anderes Stück bei, das ebenfo mit biblifchen VTor-
ten (ans den Klageliedern Jeremiä) das Treiben der romifchen Cnrie und
Clerifei perfifliert. Wolfii Lectt. memor. tom. 2 p. 284 fqq.
Lamentatlones Germanicas nationis
ex threnis Hieremife myfticatis.
Et factum eß, pol^nam in captivitatem Romane voraginis dncta eft inclyta
Germania, fedit evangeLicus prieco magnificns et amaro fpiritu ejuians et
flens lamentationem hanc ex imo corde ingemifcens ait: Quomodo (merito
miratur) fedet fola Germania (in pulvere defpectionis, non, nt olim, in folio
gloriie et honoris), priedte (curialium Romani epifcopi) expofita (qnia nemo
refidit ißis lupis rapacibus), plena quondam divitiis? (qnando bM» natlones
Romano imperatori. Germanico contribuebant, quando non emebantnr pallia,
beneficia, facramenta). Facta eß quafi vidua (qnia ab omnibus laceratar et
nemo ei patrocinatur: papa omnes vincit chartnlis fuis), domina gentinm
(jnre dominari deberet Germania aliis gentibus, Ted jam fervit Romanis fta-
bulariis). ipfa princeps provinciamm (quia Romannm regem et imperato-
rem habet et fortior viribus et audacior animis) facta eil Tub tributo (cni?
uni homini presbytero et hoc parnm eft, quia etiam Romanis popinariis,
mulariis etc). plorans ploravit in nocte (plorat jam nocte adveriitatia, quia
non vigilavit in die profperitatis , fponte fe fubjecit, coacte jam fervit) et
lachrymsB ejus in maxillis ejus (fed rifus in maxillis Romuliftamm, qni gan-
dent de noUris malis). non eA qui confoletur eam ex omnibus charis ejna
(Jude hoc permittit dens, qnia volentes confolari Alemanni perfeqnuntnr et
odiunt et remediari volunt ipßmet: fic fecere imperatori Friderico, fic Gnil-
helmo Ockam, jam Martino): nam omnes amici ejus (qui merito deberent
efie amici) fpreverunt eam (unde quando papa excommnnicat imperatorem,
mox Chartulfe obedientes papas depofnerunt eum noftri principe« electores)
et facti funt inimici (patet in Geldrenlibns et Snitenfibns). migravit hinc
(fcilicet ad cnriam Romanam, ut ferviat in ßabulis) populns maltns (rcilieet
clerus indoctus, volens ditari beneficiis fimoniatft poteftatis) propter alfiietio>
nem (quia quafi omnia beneficia noftra funt Romuli^mm qua gravant ab-
fentiis). habitat inter gentes (i. e. inter Romanos cnriales neo deum nee
homines timentes et ideo deteriores gentibus) neo invenit reqniem (non
enim fatis eß RomuliAis quod noßri eis ferviunt in ftabulis, fed et oportet
anrum noilrum tribuant). omnes perfecntores (hi funt curiales, adulatores)
Germaniae (non facinnt taliter omni nationi neo pariuntur ut nos alü popnli)
apprehendemnt eam inter angußias. (dicnnt enim Rom» 'o fanctiffime, Ale-
manni multum timent excommunicationem veßram, igitur fulminetis in eos .
et obedient in omnibus.*) vi» Syon cceleftis lugent (continens pro contento
ponitnr i. e. homines volentes ire ad coBleftem Syon i. e. beatndinem, jam
113
merito ivgeni), 60 qiiod non Amt qni yenimit ad ejus Jocnndam rolennitAtem.
(hvjuft ratio, qaia jam nemo falvatar fecimdaiii Homanos cariales niü qnt
abnndaTerit peconiis plus qaam fcrib» et phariitei et dederit Romano ponti«*
fici.) ornnes port» ejus deftinetie (feil, in Germania, papa enim refenraTit
folam iinam portam apertam, per quam intrat, beatns homo, cni hoo tempo-
ralia fant et pap» tribnit.), Aicerdotes ejus (i. e. Germaniie) gementes (quia
fmctum beneficiorum toUunt abfentes), virgines ejus fqualidte (qnia curtÜk-
norom concabinte faotie) et Germania (non fic aliie nationes) opprelTa amari-
tudine. (qnia enim fante mentis non doleat lUtnm ecdefise fic defnmtam?)
holles Germaniie facti fnnt (Romanas epifcopns et ejus creatnra ac familia
et Franci et N.) in capite: (Carolns mazimus locabit eoe nt fperb in
cauda) inimici ejns (feil, adnlatorea cnriales) locnpletati fnnt (de noftris
beneftcÜB et palliis emtis), parvuli ejns (i. e. clerici in »täte mediocri)
dueti (melins diceretnr fedncti) in captivitatem (fant enim mancipia qaafi
eaptiva Bomanomm). principes ejns (Germaniie) ficnt arietes (infenfati,
qnod bnjns modi patiuntnr contra omne Jus), non invenientes paTcna
(qnia paftor idolnm i. e. K. depafcit omnia). recordata eft Germania (ve-
xatio Romnliftamm dedit fero intellectom) aifiiotionis fn» (a Romani ponti-
llcis carialibtts) et prievaticationts fna (contra primitiva facra concilia obe-
diendo Romano epifcopo tanquam univerfali etc.) et omnium libertatnm
(quia menfes papales non erant nee pallia emere oportnit) et qnie babet
(feil, priviiegia) a principio (uam olim primae Parthenopolitanns confirmarit
omnes episcopos . Germaniie) fed jam omnes qni glorificabant eam (Tnrei,
Saraeeni, Tartari, Mofcovitie, Rutheni Arabesque) fpernunt eam (nam qno-
tidie irmunt in ecclefi» regna prsdantes) videntes ignominiam ejus (quia
ignavi facti fnnt reges noftri le lacerantes, infidelibus parcentes). Tide, do-
mine , (oculo mifericordi» tu») afflictionem ejus (injufUun et tyrannicam a
Romanis), qnoniam erectns eft (qitia impinguatus, dilatatns, incraflatas) ini-
micus (L e. Romanus epUbopus fpoliator). manum fbam mittit ad omnia
defiderabilia ejus (nam factus eil fecundum fuos adulatores omnipotens do-
minns terra et ideo non reAat ei, nifi dieere et mandare, hoc volo, hoc
nolo). videt Germania (feil, prohibere non audet timens Caypbinam ez-
commnnicationem majorem) cnriales (feil. Romani epifcopi) ingredi (per li>
teraa) ad pingnia beneilcia (priepofituras etc) infulfos, ineptos (melius feien*
tes mnlum ftemere, quam evangelinm legere) de quibns pneceperas (in
eyangelio Joannis), ne intrarent (fimoniace) ut fnres (quia fnr non venit
niA nt ftiret, perdat et mactet) ecclefiam tnam. dederunt preciofa fna Ger-
manici ftnlti (foiL antiqnos aureos, quos nee matres noßrse in puerperio
andebant ambire, fic alii Tendnnt domos, agros etc.) pro beneüciis (a no-
Acis parentibns fundatis) et mulgentiis (alias indnlgentiis , licet improprie)
et vindemiata eSt (i. e. deplumata, depaaperata, fpoliata) Germania (ficut
raoemi poft vindemiam). o tos omnes (qui diligitis Germaniam) qui tranfi-
tis Germaniam (per civitates, per villas, per montes et dnmeta), attendite
(quales fint ibi benefloiati pralati) et videte (qnod fint Romani afini bubu-
latl) A et gens fimilis mihi in ftulta obedientia (qnafi dicat, nulla Üc infa-
tnatnr in papa ficut ego, nam cum damno animsB et corporis), cui com-
23
814
parabo te, indjta Germania? (ref^ondeo: popakr ftnlto et inflpienti nee
intelligenti neqne norÜBma damna proTidenti) in qno confelabor te? (re-
fpondeo: in gladio et fuftibns Caroli mazirai, jaftÜBoil.) propbet» tni vide-
runt tibi (feil, pnsdicando indnlgentias, extollentes pap» poteftatem fnper
omne qaod dens eH) falfa (aliqnando bieretica, ficat ilie qui alt: qnando
pecnnia imponitar ciftte, mox anima evolat) nee aperaernnt tibi iniqutatem
(fed tantnm priedicant de magnitadine mulgentiarnm, mendaciom fnper men-
daoinm) ut te ad poenitentiam proTOcarent (feil, ut te ad dandae pecnniaa
proTOcarent &ve pereat anima üre falvetor.) planfernnt fuper te manibns
(quando Tidenmt te credere fnis fictidie et contribnere), aperaernnt fnper
te 08 fnum (comminando ezcommunicationem majorem, fi qnis veritatem
dizerit contra eomm mendacia) dizerunt (intra fe) deTorabimne (feil. Ale*
maanos omnino Q>oliando). qnomodo obfcnratnm eft anrnm (apnd Aleman-
no8? fciiicet fnlget in frenis et meretricnlis Romanis), qna» terra iic rinde*
miata? (quafi dieat: nuUa, jam enim nee facellnm nee altare in aemore
fitnm eH tntnm ab iftis cnrtifanis). miferieordiie domini, qnia non eonfnmti
(totaliter ab iftis Inpis rapacilHmifl) nee deftcerant miferationes cjns (l^ra-
mus enim jam, qnia Alemanni incipiunt damna et ftnltitiam fnam videre,
ficnt canicnli nono die nativitatie, per Carolom maximnm libertatero reddi
nobit.)
Oratio Hieremi» propbette.
Recordare, domine (qui potes auziliari) qaid acciderit nobie (ab iftit ini-
qnie RomnlÜHs) intnere (oeolis miferieordift) opprobrium noftmm (injnße
illatnm a Romanis cnrialibne, a Francis, a Yenetis, in fandandis benefieiis)!
hnreditas noftra verfa eft (per bancos et per chartnlas i. e. bnllas Romani
pontifici«) ad alienos (feil, cnrtifanos, eardinales etc.). pnpilli fiM^ti fomns
(papa enim hoftis epifcopos noftros non finit eife patres fed fervos) absque
patre (selante pro flUis), matres noftrie (i. e. dioecefes) qnaA viduae (papa
enim captiroa tenet maritos i. e. epifcopos jurantes), minamnr nt pecndes
(yerbis dnrie, probrofis, ezcommnnicatoriis literis) ante faciem perfeqnentis
(quo Tult citat nos Romanna pontifez de angnlls mundi). patres noftri (feil,
epifeopi, reget et principes) peccarerunt (omnia fncceffori Petri tribnentes
et alionim apoftolomm fnccelTores fpoliando) et nos eomm peecata port»-
mns (cnm damno et contamelia noftra). fervi (feil, enrlales, ftabnlarii, oat-
tarii, bubnlarii etc.) dominantnr noftri: non foit (ufqne nnne, fed erit eito)
qni erneret nos (a tam Tili lerritute). defecit gandtnm noftmm (ftd IsBtui-
tnr Romani Ibper fpoliia a nobis fablatis), ceeidit corona capitis noftri. (fed
papa triplici corona inflatnr, an et Petras fit?) innova dies (tn domine per
Carolom tnnm) ficnt a principio (qaando ignorafimas cnrtifanos, qnando
epifeopi non cogebantar jarare Romano epifcopo, qnando eoneilinm Afriea-
nnm vignit) domine I (propter nomen fanctnm taum, qai Romanam imperinm
dedifti filio tno, domino noftro Jefa Chrifto) falvnm fac regem noftmm Ijpe*
rantem in te (nt in adjntorem fanm)!
315
XI.
4 BU. in 4». Auf der TiteUeite
f Ain fohöuer uewer
PaffioD.
Auf der Rückfeite des erften Blattes begioDt oben der Text, der ununter-
brochen ohne Abüatz fortlaufend, 32 Zeilen auf der Seite, bis Bl 4« untep
gebt. Die Bückfeite des letzten Blattes ift leer. Ohne Seitenzälung und
CuAoden mit Sign, aij und aiij.
Der Druck gibt 108, 4 gleiffner. fy. 108, 13 Caractiolies.
108, 91 teglych. 109, 13 beAMt. 109, 15 frainde. 109, 19
/.erftret. 109, 21 Saz. 109, 22 Loter. 109, 26 betröbtnnß.
109, 27 vier. 109, 81 gefiert. 109, 37 bleberey. 109, 36
Sa» 110, 14 firwar. 110, 18 geret. 110, 19 übell. 110, 22
erzirnet. 110, 23 gelftftert. 110, 28 Sax. 110, 29 Litich.
110, 33 fprache. 110, 34 vii der. 110, 37 Saxen; und weiter.
111, 4 wirtt. 111, 8 Luter: 111, 12 die f&r das. 111, 19 fprich.
111,25 jren. 111,28 erleßt. 112,4 Cotsufinen. 112,6
drüung. 112, 12 tS rechte. 112. 19 fraind. 112,23 Cotza-
fin. 112, 27 nichs. 112, 38 haubts. 113, 3 vo beren rfl ket-
zer wTi mit. 113, 4 Hut. 113, 5 ainr. gUnchen. 118, 7
geptckts. 113, 15 verfierer. 113, 17 reich gehalten werden.
113, 18 l&ßt. 113, 23 heütygen. Vgl. über Drucke diefer Schrift
Panzers Annalen 2 Bd No 1176 S. 30.
108, 6 read lind wie 109, 10. die gfata weifen die Schriftgelehr-
tan. 108, 7 aber fondern, wie 109, 33.. 111, 17. 108, 12 In den Acta
et res geüUe D. Mart. Lotheri in comitiis priacipum Vormatiie anno MDXXI
beißt es aij Venit ac divertit in cnriam Bhodienfium, ubi horpitio
coUectos eü. Bbodier konnten damals die Horpitaliter vom heil. Jobannes
noch beißen, da Be die InTel Bbodus, wo ihre Hanptniederlaßung nach der
Eroberung Jerufalems durch die Sarazenen war, noch befaßen. £rft im
folg. Jahre 1522 verloren iie die Infel an Soliman. 108, 13 Carac-
cioli der feit 1520 päpftlieber Nuntius in Dentfchland war; er erhielt 1535
vom Papft Paul III den Cardinalshnt, f 28 Januar 1538 im 69. Jahre.
Der SpiUname Pedico kam wol nur vom lat. pedis (ital- pidocchio)
Laos her zu leiten fein, freilich eine eigentümliche Bildung, der Bedtg nach
unfer I^anekerl, LaufeweazeL 108, 14 Hieronymus Aleander, der
bekannte papftlicbe Nuntius Papß Leos X auf dem Wormfer Reichstage,
der aneh dann das JBdict der Aehterklärnng gegen Luther auffetzte und
feine Bücher verbrennen ließ. £r war in einer kleinen Stadt auf der
Grenze von Iftrien nnd Friaul den 13 Febr. 1480 geboren, lernte und lehrte
inerft in nördUohon Italien, dann feit 1508 an der Univerfität zu Paris
316
Uuiuaiuora, bis er 1514 zum Bifchofe von Lattich Erhard von der Mark
aU Secretar und Can^ler kam und ein Canonicat erhielt. Von diefem nach
Rom gefchickt ward er Leo X bekannt, der ihn bei fich behielt und xum
Bibliothekar am Vatican machte. Im Jahre 1520 fchickte er ihn nach
Deutfchland als Nuntius. Einige Jahre daranf erhielt er ein £rzbi«tunx
1531 wieder eine Million nach Deutfchland und dann von Paul III 1538
den Cardinalshut. Er war zum Mitpraßdenten auf dem Tridentiner Conci-
lium beftimmt. f 1 Febr. 1542. Er heißt hier und Z. 19 Jud, fowie 126,
24 Judas. Man warf ihm nemlich Seitens feiner Gegner vor, er fei gar
kein Chrift, fondem ein ungetan ft er Jude. So heißt es in einer gegen
ihn gerichteten Schrift vom Jahre 1520 Acta academi» Lovanienfia contra
Lutherum (6 BU. in 4®, das letzte leer) in der Vorrede: Venit his diebus
Hieronymus Aleander, vir fua opinione h>nge maximus non folum propter
linguas, quas ezimie callet: üqnidem Hebriea illi vernacula eft, Grseca
a puero illi coaluit, latine autem didicit diutina profeHione. nam Ju'daeus
natus eft, qum gens inmodice gloriatur de Abraham vetußillimo fe origi-
nem ducere. an vero baptifatus fit, nefcitur. certum eß eum non efle pba-
rifieum, quia non credit refurrectionem mortuorum. quoniam vivit perinde
atque cum corpore fit totus periturns, adeo nuilum a fe pravnm affectnm
abAinens. ufque ad infaniam iracundus eA, quavis occafione furens, impo-
tentis arrogantite, avaritie inexplebilis, nefandie libidinis et immodicae. fum>
mum gloriie mancipium quanquam mollior quam qui poCTiC elaborato ftilo
gloriam parare et pejor quam qui vel conetur in argumento honefto. at ne
nefciamus, celfit feliciX&me fimulata defectio ad ChtiAianos, nactus enim fic
efl: anfam illuftrandi Mofi fui et obfcurandi Chrifti gloriam, quie hoc feculo
cQDpit reflorefcere flacceflente fuperftitione et peßiferis hominum traditiun-
culis. itaque inßructus literis pontificiis nuper yenit perditnrus quantum
poteft optima qufeque. 109, 3 hinder fich zurück. 109, 5 Wer ift
mit Capra gemeint? Schwerlich wol der Dr. Johannes Bock von Straß*
bürg, der bei der Unterredung Luthers mit dem Trierer Erzbifchof zugegen
war, f. die angef. Schrift Acta et res geftie D. Mart. Lutheri lit. C.
109, 21 der Sachs Ul Churfurft Friedrich der Weife von Sachfen.
109, 22 vor zwen tagen ante duos dies, ehe zwei Tage vergehn. 109,28
Ulrich von Pappenheim des Reichs Erbmarfchalk , der in Begleitung
des Herolds Cafpar Sturm Luthern den Tag nach feiner Ankunft zur Reichs-
tagsfitzung einlud und abholte. 109, 34 Annas Onrcenfis. Gemeint
ift wol der Bifchof von Gurck (Gnrcnm) in Kärnten. 110, 7 Joannes
Sabula ift wol der Frankfurter Theologe Joh. Cochlseas. HO, 11 ant-
werftu antworteft du. 110, 14 un er f ehr ecklich uuerfchrocken.
HO, 17 mit lauterer urfach ratione evidente, ans klaren Vernunftgründen.
HO, 26 gefpiben gefpien. HO, 38 hefteten feft verfichern.
111, 26 krimpt z= gekrimpft zufammengedrückt. 111, 37 er wift er
wufte. 112, 5 die römifch driung Trias Romana, Anfpielung auf Hat-
tcns im Jahre Torher erfchienenen gleichnamigen Dialog. 112, 32 pfaf>
halt GeiftUchkeit. 113, 3 AnX^ielnng auf den Scandal zwifchen den Pre-
digern und Franziscanern zu Bern im J. 1509. 113, 18 der left der letzte.
317
Es ift klar, daß diefei Stück unmittelbar nach dem Erfcheinen Luthers
vorm Reichstage zu Worms, alCü vielleicht noch Ende April 1521 abgefaßt
fein wird.
XU.
4 Bll. in 40. Titclfeite
EVANGELI
VM ET EPISTOLA
SECÜNDUM PASQÜIL-
LVM, ROM^ IN ADVENTV
CAESARIS EDITA
M. D. XXXVI.
Auf der Rückfeite des erften Blattes die Überfchrift EvangeÜTm fecvn-
dvm Pafqvillvm, darauf nnfer Stnck. Auf dem dritten Blatte beginnt
, die Epiftola de conTerfione Pauli III. P. M. die über zwei Seiten
füllt. (Siehe nnfer nächftes Stück). Die letzte Seite leer.
' Unter der Anffchrift Evangelium fecundum Pafquillnm ift die-
fes Stück auch in die PaTqnillorum tomi duo (Eieutberop. 1544) aufgenom-
men, daü S. 305 — 307 mit folgenden Varianten: S. 114 Z. 3 adminiftra-
> bat ei. 114, 4 nach unguenti fteht noch et veniens fudit fnper
I pedes ejus. 114, 5 diffamaturus. 114, 10 in die. 114. 11
> Nach femper ein Punct und cognovit zum folgenden. 114, 12 multa
^ tnrba. 114, 13 effet. Yenerunt autem non. 114, 16 in fehlt.
' turba multa. 114, 17 quia für qufe. andiffet. 115, 4 oper-
tuB erat 115, 8 erant par. pr. eum. 115, 11 ipfi für ei.
115, 12 intra. 115, 13 poft eum. eum fic diut. in p. effe omnes
f er. 115, 14 omnes, non. 115, 15 afcenderant. 115, 16 die
i fehlt. accefferunt ad amicos Hifpanos dicentes. 115, 18
rurfum. 115, 21 ibi et. 115, 22 et furgens accepit lint. m. prse-
i ' cinxitque. 115, 24 et quod. 115, 25 fervato. 115, 31 et ergo
fi. 115, 33 Nach ovile folgt Et cum hiec dixiffet, videntibus
I cMinctis afcendit Florentiam. Damit fcbließt hier das Stück.
Dies wie das folgende Stück tragen richtig die Jahreszal 1536: fie be-
ziehen üch auf die in diefem Jahre ftattgehabte Anwefenheit des Kaifers
in Rom. Den fpeciellen Anl^ielungen darin auf die Spur zu kommen, feh-
len uns für jetzt die nötigen Hilfsmittel. .
318
XIIL
Mit dem vorigen Stücke zufammen, ßehe dafelbß. Auch in die Paf*
quill, tomi dno anfgenommeD S. 310 fgg. mit diefen Varianten: 9. 117 Z. 6
fubito eum circ. lux cum fon. 117, 7 et qnafi cadens. Von
qui dixit Z. 8 bis perfequeris fehlt 117, 10 eft tibi calc. eont. ft.
117, 11 ftupens et tremens. qnia me vis f. 117, 12 C. dixit
ad eum. 117, 13 die. tibi quid. 117, 16 et bis videntes fehlt
117, 19 par. vid. fehlt Z. 21 iile bis 118, 1 Carolns fehlt 118, j
fectatoribtts. So wird auch lieber vom im Texte zu lefen fein.
118. 9 uenetis, Mediolane. Yrbini. et fehlt 118, 9 patriam
fuam. 118, 15 fg. ab eo ciecitas, perfecutio et prau» vol'tates
furgensque fyncero. 118, 19 confiftorio. Zwifchen Caroltim
und Hupe baut fteht noch quoniam hie eft qui propter humilita-
tem mieretur et habebit totius mundl imperium. 118, 20 fg.
nonne hie erat qui etc. und fo vorn im Texte zu beßeru. 118, 22
Caroli dicebant et ad hunc 118, 23 expoliaret 118, 24 ot
inj. illatas hinter facerdotum. 118, 26 fg. convalefcebat und
fo vom zu be0ern. 118, 27 quoniam hie eft Car.
In dem PaTquillorum tomi dno finden üeh S. 307 — 310 noch zwei hier-
her einfehliigige Stucke, die wir nun folgen laßen.
ALIUD EVANGELIUM SECUNDÜM PASQUILLUM.
Liber generationis Antichrißi filU Diaboli« J>iabolus gennit Papam , Papa
vero genuit Bullam, Bulla vero genuit Ceram. Deinde Cera genuit Plnm-
bum, Plumbum vero Indnlgentiam, ea vero Carenam. Carena vero genuit
Qna4ragenam, ex qua tandem orta. fuit Simonia ex ea qn» fuit Superftitio.
Simonia vero genuit Cardiiialem et fratres ejus in captivitate Babilonica. et
poft captivitatem Babilonicam Cardinalis genuit CurtiDuium, Curttfanos Epi-
fcopum papiilicum. EpiTcopns vero genuit Sufi^aganeum, OfficiaXem cua
Pedelloi e quibus prodita eft Fenfio. ex Peniione orta funt Letare, Confi-
cere, Permutare, Vendere, qu» genuit OppreHlonem ruftici. Oppreüio vero
ruftici genuit luvidiam, Invidia vero genuit Tumaltum rußicomm, in quo
revelatns eft filius Iniquitatis, qui vocatur Antichrilhis.
EVANGELIUM SECÜNDUM MARPHORIÜM.
In illo tempore Petrus et Curia ibant in caltellum dictum Emaus. quibos
in itinere loquentibus ad invicem de omnibus qute Uomao facta fuerant, ap-
paruit Clemens dicens 'pax vobis.* oculi autem eorum obturbatif) erant,
ne eum agnofoerent et ille itemm dixit ad illos *qui funt ii fermones quos
eonfertis ad Invicem ambulantes et trilles eftis?' et Petrus refpondend ait
ei 'tu folus in nrbe es et nefcis quse facta lint ibi diebus iftis?* ille autem
^) obturati im alten Drucke.
819
dixit 'quie? Petras ait *de Clemente VIL Wr jaiHis injoria popnli mor-
tnus eil. noB aiitem timide minores fngimas, quia et faeoeffifl« Paalom III
andiTimiis, qui haoo cnflodiain remoTit domnmque orationis capramm cella-
lam fecit, hujus proventas Alis nepotibns contolit, ob qnie popolns ftupet.
quare dementem fnmmopere cupimns et expectamus refargere.* ille antem
refpondens dixit *o Ault! et tardi corde ad credendam! nonne oportnit de-
mentem mori et alinm furgere, qui in vos pejus tyrannifaret?* et fic inter
loqnendum appropinquarunt ad caftellum. at ille ilngens fe longius ire
rogatus fnit, ut fecum maueret, quoniam jam refper erat et jam inclinata
erat dies, et fic intravit cum Ulis, et discumbentes iterum inter fe fermo-
clnabantur *quid? ß Clemens vixiflet, Petrus cuHos ovium et non capramm
bircommque cullos efTet. curia autem de non difpenfatis fuis filiis, offlciis
Ravenn^ quibuscunque beneficiis officiisque conqnereretnr minime, cum biec
non vidilTet. Paulus autem 'Hebrseus ftia potentia non gloriaretur, nee ad
manu tenendam in tali potentia convertere alios ad fe Hebrteos curaret. fed
Clemens Ille jam ditifljmus factus ultionibus aliisque compos, unicuique
quod ßium eft tribuebat. üle autem tyrannifans ad priora deteriora adjicit
et iic fub cauda draconis fumus, quare ut refurgeret ille vellemus.* de-
mens fubridens dixit 'refurget ille, Ted vobis in majoribus procedet angu-
ßiis.* et ßc eranuit ab oculis eoram. tnnc illi trepidi triftioresque facti
ad inricem loquebantur 'certe ille demens fuit.' et fic revertentes narra-
bant omnia quie audierant de illo !n via et qusB dicta funt discumbentibus
et qualiter cognoverunt eum, dum evanuit ab oculis eomm.
A. 4 Bll. in 4«. Titelfeite:
Ain fcb&ner dialogus
CAntz Tund der Frits
Die branchent wenig wltz
Es gildt Tmb fy ain klalns
So felnds der fach fehon ains
Sy redent gar on tranren
Vfi find g&t Luthrifcb bauren.
Auf der Ruckfeite des erßen Blattes oben beginnt der Dialog und gebt uu-
uuterbrochen ohne Abfatz bis zu Ende der vordem Seite des letzten. Rück-
fette von Bi. 4 leer.
B. 5 BIK in 4«. Auf der Titelfeite
Ein rch6ner Dia-
logus.
320
Darunter die feehs Verie. In einen Holsrahmen ein^fafit. Rückfeite leer.
Das Gefpräch beginnt oben auf der vordem Seite des zweiten Blattes ond
füllt obne Abfatz (20 Zeilen auf der Seite) gerade 4 Blatter.
Lesarten der Drucke:. 119, 2 ein B und auch fonft ei für »i,
was Ä bietet. relt25amen AB. 119, 3 wylknmmen A. wilkom-
men B. 119, 4 getraumbt B. 119, 5 wollt A. nu Wolt ich
doch nit gebratens für dich effen B. 119, 7 das AB, und weiter.
119, 13 Tibingen B.* 119, 15 Dübingen A. Tibingen B.
119, 18 welcher B. fül A. pfrunden B. 120, 8 heißt B.
120, 9 r&llichs A. baffer. 120, 10 for A. 120, 12 dich gicht B.
an kom B. 120, 26 Danhenfifcber efel / fürtrer B.
120, 31 botte B. 120, 34 nun für nur B. 120, 36 Yergilij B.
120, 37 Danhcüfer. 121, 1 verfteen B. 121, 2 w&ren AB.
fieffen A. 121, 4 das fie üt B. 121, 5 wo B. 121, 7 rytzigen
geyl A. 121, 9 muß A. 121, 10 vntrew A. vntreuw B.
121, 12 grawen t>£e\ A. 121, 13 hüner A. 121, 14 fchlieg A.
121, 21 Ich gethar B. 121, 22 wand B. geen B. 121, 25 jn>
uerften AB. 121, 27 Wittemberg B. 122, 1 find B. 122, 4 er
AB. 122, 5 gebe B. 122, 13 lieffent A. vff B beide Male.
122, 14 vfffatzung B. 122, 15 vß den leren B. 122, 22 tr&um B.
122, 25 ward B. 122, 27 erfündungen AB. 122, 28 würden B.
122, 28 filtzhfitlin. 122, 29 würd B. 122, 30 m& B.
122, 31 anßreyten A. vß reuten B. 122, 37 vß B. treiben A.
123, 5 nichs A. 123, 20 Johani A. 123, 22 Sein B. 123, 23
anzaigt A. 123, 30 Predicant B. 124, 4 b&chlin B. 124, b
w&lchem B. 124, 7 h6rt A. 124, 21 w&lcher AB. 124, 13
pfuch B. 124, 15 würden B. 124, 18 auß rieffer A. . Ewan-
gelij B. 124, 20 Das B. 124, 23 fo dil vnr&w B. 124, 27 In-
goldftat AB. 124, 28 Leypfig A. 124, 30 warde B. 124, 33
artzney B. 124, 35 würt B. 124, 37 Kenneft B. 126, 3 nar
zweimal A. 125, 9 ettliche B. 125, 10 getragenn B. 125, IS
Meynft du. 125, 14 thar B. 125, 18 pfennig B. 125, 23 pfrAn>
den würde nemen / fo würd B. 125, 26 lüt A. lit B. 125, 29
w&llen B. 125, 31 verjianden A. 125, 36 gefatzt A. 126, 6
yetz k{L mal übergeen B. 126, 6 geen B. 126, 11 erfr&t A.
126, 15 würd B. 126, 18 Das muffen wir B. mir fio A. 126, 19
da für dann A. 126, 23 tr&wet B. 126, 24 thüren B. 126, 86
hutlin B. 126, 34 geytzigkeit B, 126, 36 w&llen B. 127, 3
fo w&l wir A. Vgl. Panzers Annalen 2, 43 fg. No 1216. 1217. S. 234.
No 2091.
ERKLÄRUNGEN. S. 119 Z. 2 v erden lung, ein dunkler Ausdruck. Aus
dem Gebrauche des ähnlich gebildeten verden bl&t Mumers luth. Narr
714 o guldin leben, ferdenblfitl 3720 verden blüt, das fein g&te mer! 4130
eßt den pfefier! er id gut, macht fchmutzig finger, verden bl&t! es ift nicht
fchleeht ^ewürz farwar, von Calicuten kam fie har. Narrenbelbhw. Kap.
321
989 27 Verden blilt, wer feld ach dae? König us Engl, bei Scheible S. 963
Verden blfits willen! wa ift dein mckorb? vergL in einem rohweizerifchen
Nenjahrafpiele bei Mone 2, 370 fammer getz forden mift! — ans dieXem
Gebrauche geht hervor, daß v erden lang wie Verden hldt n. a. Aus-
rofe der Beteaerung find. Halt man aber dazu ebenfalls Ausrufe wie gots
lang, gots bl&t, deren gots in pots, potz, bocks, um die Qottesläfte-
lang fcbeiubar zu meiden, verändert wird, fo liegt die VermutuDg nahe, daß
jenes verden eine ähnliche, vielleicht nach grade entgegengefetzte Beden»
tung als gots habe und ebenfo wie diefes vielfeicht im Munde des Volkes
verändert worden fei. Es könnte demnach verden entweder auf Gott
oder auf den Teufel fich beziehen. Im letztern Falle ließe fich an ein
verdorbenes velten (von välant Teufel) denken, im erllem käme fron
▼erglichen mit der Kürzung ver (für frowe) in Betracht, [ver Minne Tocht.
Syon 363. ver katze Myft. I, 293, 20. 28. ver Finte Reinh. 56, 75. 89. 1469.
2092. ver Herfant ibid. 508. 520. 608. 627. 1035. 1053. 1156. 1168. 1195.
1218. 1226. 1359. 1391. 1396. 1841. ver Spange Osw. Leb. 418 in Haupts
Ztfchr. 5. ver Triuwe und ver Wärheit Helbling 7, 38. 41. ver Valfcheit
ib. 7, 756. ver Gitekeit ib. 7, 785; daneben mach vor, £0 Altd. BU. 2, 186
df dag er den vluoch vertribe von dem erften wibe, unfer aller muoter vom
Evam; und vor Spange Haupt Ztfchr. 2, 115. 117. f. Altd. Bll. 2, 186.
Haapto Ztfchr. 2, 189 Schmeller 1, 630 fg. 596.] 119, 4 nachten in
▼ergangener Nacht. getrombt (vgl. 122, 22 tröm) allemanniTche Form
d für au, älteres on. Die Worte fcheinen lieh auf einen Aberglauben zu
beziehen, nach dem, wenn man von einem träumt, diefer ftirbt. Dahin zielt
dann auch das ich wolt nit weggen für dich eßen der nächften Zeile,
d. h. wie ich es faße, Todtenwecken, Todtenbrot, die froher ziemlich allge-
mein (jetzt noch nur in einigen Gegenden) beim Leichenzuge im Traner-
hanfe verabreicht worden. 119, 18 anders adverbialer Genitiv der Ord-
nungszal (aber nicht mit dem Begriffe der Zweiheit, fondem der Verfchie-
denheit, nicht alter fondem alius) außerdem, fonft; anders wa (wä äKere
Form für das verdunkelte wo) fonft wo, wobei wo nicht das räumliche
Frageadverb, fondern das unbeftimmte räumliche Adverb (etswa, etwa)
ift in der Bedtg usquam, uspiam. fil multam wie fili multitndo 137, 9
35. fol 63, 16 (wo es für vol zu fohreiben war) fich 5, 1. 2 befonders
häufig fchweizerifch im Anlaute, fo bei Pamphijius Gengenbach f ie r qnatuor
Welfcher Fluß 164; der fierd quartus 28, 24. Pract. 109. folk Buntfchuh
94. X Alter 820. fortail W. Fl. 224. ferf&rt X Alter 518. 119, 20
die rot die Rotte, Schaar. 120, 6 fgg. Lemp der ehemalige Lehrer
Melanchthons ; Spott halber fein Name mit Lump zufammen gebracht, Tan-
genichts; der lumpen wie hochd. der Fetzen oder oberd. der Hader
d. i. ein abgerißenes, zerrißenes Stück, meift von Leinwand. 120, 10
der fuß ha der das Stück Leinwand das ftatt der Strümpfe um die Füße
gefchiagen wurde. zwar In Wahrheit, in der Thtit. 120, 11 fg. heißt
das: er lebte damals als Schnlmeifter, als einer der Kindern die Vocale
lemt? 120, 12 das gicht die Gicht. büffel heißt hier wol nicht
Büffelrock: daß da in deinem groben Büffelrocke die Gicht kriegft! Viel-
24
322
mehr fcheint daß dichs gicht ankum £q allgemein als gang und gäl>e
Verwünrchung genommen, daß dabei die zweite Perfon gar nicht mehr
gefpürt wird, als ob es hieße daß ins gicht ankum den groben büf-
feil krieg er die Gicht der grobe Büffel! fo daß büffel die bekannte
Schelte ift. Grimms WB. 2, 492. Yergl. unten Z. 25. 120, 17 fchrei-
bung kann hier nicht feine heutige Bedeutung (Orthographie) haben, fon-
dern n. d. Er. fchr. heißt Vie Erasmus zu fchreiben und zu interpretieren
pflegt' d. h. nicht als Stocktheolog nach fcholaftifcher Art, fondem nach
des Erasmus Methode. 120, 21 Unter Scotus ift nicht etwa jener Jo-
hannes Scotus Erigena des 9ten Jhdts gemeint, fondem Johannes Dnns
Scotus (fec. 13— 14), der doctor fubtilis, nach dem die Scotiften genannt
wurden. Thomas von Aqnino geb. 1224 f 1274 doctor unirerfalis,
Vater der Thomiften. Tartaretus ein fcholaAifcher Philofoph im loten
Jhdt, der über Petrus Hifpanus u. AriAoteles fchrieb, f. Panzer Ann. tjp.
11, 140. 120, 25 Gerade fo zu denken wie oben Z. 12, alfo daß dich
der teufel fchend allgemeiner Fluch ohne daß das dich gefühlt wird,
wie wenn wir fagten Fluch! oder Teufel! Fluch in den Fetzenlnmp hinein!
120, 26 tanhaufifch und Z. 37 Tanhaufer muß üch wol auf den
benannten Lemp beziehen, der fonach aus der Stadt oder der GrafTchaft
Tanhaufen (zwifchen Augsburg und Ulm) gewefen wäre. 120,33 die
alten patres nicht etwa hier wie fonll gewönlioh Kirchenvater, fondem
die alten Mönche find gemeint, die die theolog ifchen Lehrßühle inne hatten.
fehle cht einfach, fchlicht; aber an diefer Stelle wird der Cbergang
der Bedeutung in unfer heutiges fchlecht recht klar. 120, 34 Pirlipara
muß der abgekürzte und zufammen gezogene Name eines fcholaftifchen
Lehrbuchs fein, etwa wie man den Kalender in Verfen Cifiojanus oder
Gifianus (d. i. Circumciiio Januarius) nannte. Peter von Hifpanien,
der Ende des 13ten Jhdts SummulsB logicsB fchrieb. 120, 38 fie künden
d. i. künnen können, poiFunt; ein anderes künden poHent, könnten 124»
15. 121, 6 hüpfe h fein, nett, zierlich. Gemeint find feine Pars-
phrafen zu den paulinifchen Briefen, die vom J. 1518 an erfchienen, f. Pan-
zers Ann. typ. X, 314 fq. 121, 7 rützig rotzig, mit dem Rotz behaftet,
von Pferden. 121, 14 kainnützig nichtsnutzig. 121, 19 fg. faft febr.
121, 21 ich dar ich wage, f. 125, 14. 121, 30 Mit widerköpflin
Widderköpfchen fcheint Emfer gemeint, f. nnten 190, 8. 9. 121, 26 be-
fc heißen betrügen. 122, 2. 3. Vier Höfen von demfelben Tuche wie
oben 54, 10, dafielbe wie 'fie find über denfelben Leiften gefchlagen.*
122, 13 (limplerei und dann mit Obergang in e auch ftemplerei, fo
Pamph. Gengenb. Gouchm. 457 du feifi mir do vil fiemplerei: ich mein das
halb erlogen fei. Eigentlich fiümplerei, jetzt Stümperei. Ahd. ftam-
bal truncuSf ßumbalon truncare. Graff 6, 685. Stümplerei ifi Pfn-
fcherei, der ftümpler Pfufcher, fiümpeln pfufchen. Anch gewönlieher
Handwerksausdruck : von den Pfufchern und Stümplern auf dem Lande
um Nürnberg, Gatterers technol. Mag. Bd 1 S. 129. Durch derfelben aller
Orten verbotenes Stümpeln, ebdaf. Bei dergleichep Stümplern und
Störern eb<iaf. Die Rede des Ladengefellen der Schneider in Nürnberg
823
bei der Auflage begann (ebdal. 2, 128): So etwan fremde GefeUen oder
Purfch allhier, die nicht bei Meiftem oder Wittfranen in Arbeit ftehen, fon-
dem haben fich bei Stümplern oder S türern aufgehalten , oder haben
Tor fleh geftümpelt oder geftort — die entweichen etc. 122, 22
tröm Tränme, f. 119, 4. 122, 28 rote filzhfitle Cardinäle. 123, 12
frafchgarei fcheint dalTelbe wie Fratz erei kindifches Thnn, Schmeller
1, 632. Ein kalt recht ift ein Recht das kalt läßt, bei dem man nicht
warm wird, sn dem man kein Herz hat, weil es ein fremdes ift. 123, 16
das wnnder ift der Gegenftand der Verwundernng , hier auf eine Perfon
bezogen, nemlich den Z. 13 erwähnten Doctor, ein Menfch der Verwunde-
rnng erregen muß, aber natarüch hier im böfen Sinne. Man kann aber
noch eine andere Erklärung finden, wenn man nemlich das wunder in
anferer Stelle nicht auf der doctor Z. 13 allein, fondem auf das ander
mer der folgenden Zeile mit bezogen denkt; dann könnte wunder die in
der alten Sprache fo gewönliche Bedeutung von Menge haben. Es hieße
denn: es iß dlefer Menge gar nicht zu verdenken, daß fie fich gegen die
Freunde des Evangeliums fetzt. Vergleicht man aber den Gebrauch von
wunder auf der folg. Seite Z. 31 fo läßt man diefe letztere Erklärung
lieber fallen. 123, 32 Altenmunfter eine Abtei des Brigitten Ordens
im Stifte Freifingen zwifchen Augsburg und Münfter gelegen. 124, 5 die
erwähnte Schrift ift Ein funderliche lere und bewerung daß die beicht einem
chriften menfchen nit bürdlich oder fchwer fei befchriben durch Jo. Haus-
fcheitt faft genant Ocolampadius fant Brigitten ordens. Augsburg 1521 da-
tiert vom 28ften Auguft, zugeeignet an Adelman von Adelmansfelden.
124, 8 der blaft (mhd. bläft, ahd. pläft flatus von bläfen) der Zorn.
124, 13 fpitzkopf nicht etwa was fpitzhut ift (Spitzname des Blfchofs
Ton der fpitzigen Bifchofsmütze) , fondem in der Bedtg Sophift, betrügcri-
fcher raffinierter Menfch, der fpitze Deuteleien macht, vgl. Spitzbube, Spitz-
knecht (miles gloriofus) und Schmeller 3, 583. 124, 19 durch ächten
(mhd. durchnhten) mit Peinigungen verfolgen. 124, 29 Bononi Bononia,
Bologna. 124, 32 es hat fich erhebt ift entfprungen; erhebt fchon
im Mhd. eingedrungene fchwache Form für erhaben. 124, 36 Bollin-
gen Auguftiner Probftei in Oberbaiern unweit dem Städtchen Weilbeim.
125, 14 er dar geben er unterfteht fich zu geben. 125, 22 hart fehr.
125, 31 hagei wie 126, 1 bildlich wie wir auch noch von einem Hagel
von Vorwürfen, von Schimpfworten u. dgl. reden. 126, 2 etwas für-
komen an etwas vorbei kommen, es vermeiden. 126, 4 Scheint auf ein
Sprichwort zu gehen, das ich aber nicht kenne. Mit den noch jetzt ge-
bräuchlichen 'den Fuchs muß man mit Füchfen fangen' oder *man fchickt
Fuchfe aus um Fnchfe zu fangen' hat es wol nichts zu thun. In die
lucken (d. i. lücken Lücke mhd. lücke ahd. lucha apertnra) heißt offen-
bar hier 'zwifchen die aufgefpannten Bügel des Fnchseifens.' Man legt die
fogenannte Witterung hinein, einen ans verfchiedenen Ingredienzien befte-
henden Köder. 126, 5 ain weil einige Zeit. fparrounde machen
d. i. fparmundum facere, den Sparmund fpielen, fparfam fein in Bezog auf
den Mnnd, mit Eßen fowol als mit andern Dingen, die mit dem Mundo
324
gefchehen, aUb mit Spreehen; in letzterem Sinne hier. Es ift eine komiTcbe
Redeweife und Perfonification. Schmeller 3, 573 gibt dae BeiTpiel wir
werden müßen SparmunduB halten und Hanger leiden/ Ähnliehe Bil-
dung ift Tchleckmnnde (Schleckmnnd , der far feinen Schnabel was zu
fchlecken, zn lecken, za nafchen facht) in einem folzfchen Klopfan und
geeft des nachte fchlekmnndi nm, f. meine Klopfan No 25 Z. 37
8. 47. 126, 6 ein ranfch Masc. ein plötzlich heranziehendes geränfch-
Yolles Unwetter mit Starm und Regen oder Hagel. iez mal jetzt.
126, 10 menfchen gedieht hominum ficticiie, MenA)hen Erdichtang, Men-
fchen Satzung. 126, 12 fg. fnrnemen = fürnemens, ohne genitivifche
Flexion. 126, 15 wurd, wurde, Conj. Prät. 126, 18 mir == wir.
126, 20 Sigenot und Afprian bekannte Riefen ans der deutfchen Hei-
denfage. 126, 21 freld, freide übermütige Freude. 126, 24 tu r reo
wagen. die rädlein f&rer jetzt Rädelsführer, Anfuhrer; rädleln war
ein in der damaligen Kriegsknnft gebräuchliches Manöyer, wahrfcheinlich
eine gewilTe radformige Schwenkung. Schmeller 3, 47. Judas Alean-
der, f. oben zu 108, 14. 126, 25 etlich braite hüetle einige Kardi-
näle. 126, 26 Rölling wol dalFelbe wie Roller Schm. 3, 80 unzüchtiger
Menfch, von einem Jägerausdruok rollen, der bei gewiffen Thieren in der
Brunft fein* bedeutet. Wer mit diefem Spitznamen gemeint ift, weiß ich
nicht; wenn nicht vielleicht der rö{lling der Mnrnar za lefen ift, als
Appofition zu Mumar, wie der rölling Murnar. Auch 153, 3 erhält er
diefen Ehrentitel, den er wol nicht durch lüderliches Leben, Tielmehr durch
die Obfcönitäten in feinen Schriften (ich zugezogen hat. 126, 27 Wer
dieier Lancilet fein foll, weiß ich nicht. 126, 34 gang Conj. PräC t
27, 33. 32, 15. 126, 36 waißt fclilechte Form für waiß.
Die Heimat diefes Dialogs dürfte wol die Gegend von Schwaben fein,
die ans Bairifche grenzt, etwa Ulm oder Augsburg: darauf laßen verfchie-
dene Andeutungen fchlicßen. Der Yerfaßer foU nach Strobels neuen Bei-
trägen 5, 265 Urbanus Regins fein. Die Zeit der Abfaßung kann nicht Tor
den September 1521 fallen, da 124, 5 eine vom 28[len Auguft diefes Jahres
datierte Schrift Ocolampads erwähnt wird; doch fcheint üe noch in diefes
Jahr zu gehören. Der Dialog zeigt deutlich die gedrückte peinliche Stim-
mung, die das Wormfer Ediet mit feinen Verfolgungen in fo manchen Ge-
genden zumal Süddeutfchlands hervorbrachte. Karl Hagen Deutfchlands litt,
u. relig. Verhältniile im Reformationszeitalter 2, 151 fgg.
325
XV.
4 BIl. in 40. Auf der Titelfeite
Ain fch&Der dialo
gas TOD Bwayen gutten ge*
feilen genant Hans Tholl. vnnd Clans
Lamp. fagendt vom Antechrift
Tnd feynen jungem.
Sytzendt pejm weyn
guta mfits vnuer-
holen anß der
Epiftel
pauli.
Auf der Rückfeite die Vorrede. Auf dem zweiten Blatte oben beginnt das
Gefpräch, da« gerade zwei Blätter fallt. Das letzte Blatt leer. Panzer in
dem Allg. Litt. Anz. 1801 No 43 S. 408.
Der Drack gibt S. 128 Z. 1 b rieder. 128, 2 myeffen. b rie-
dern, fy, and fo öfter. 128, 6 dürffen wartten. 128, 7 ein
plewen. 128, 8 f6gen. Satani. 128, 10 Petras. 128, 12 in
geben. 129, 15 fyeren. 129, 18 in fehlt. 131, 9 Pauli. 131, 15
Hinter menfcb Reht HannsThoU. 131, 29 h&rtte. 131, 32 ich fehlt.
ERKLÄRUNGEN. S. 129 Z. 20 der plappart eine Manze, zu Terfchie-
denen Zeiten verfchieden im Werte, damals nicht ganz einen Grofchen gel-
tend. Scbm. 1, 337. 130, 16—30. 131, 9 — 27. 132, 6 — 8 das 2 Gap.
der 2 Epiftel Pauli an die Thellalonier, iiberfetzt nach der Vulgata, wo es
lautet: Rogamus autem tos fratres per adventam domini noftri Jefa Chrilli
et nodrse congregationis in ipfum, ut non cito moyeamini a Teftro fenfa
neque terreamini neque per fpiritum neqne per fermonem neque per epifto-
lam tanquam per nos milTam, qnafi inftet dies domini. ne quis vos feducat
nllo modo, quoniam ni(i venerit discelUo primum et revelatus fuerit homo
peccati, filius perditiouis, qni adverfatur et extollitur fupra omne quod di-
citur deus aut quod colitnr, ita ut in templo dei fedeat, oftendens fe tan-
quam üt deus. num retinetis quod cum adhnc eflem apud vos, hsec dice-
bam vobis? et nunc quod detineat, fcitis, ut reveletur in fuo tempore, nam
myUerium jam operatur iniquitatis, tantum ut qoi tenet nunc teneat, donec
de medio fiat. et nunc revelabitur ille iniquus, quem dominus Jefus inter-
flciet fpiritu oris Tai et deftmet illuflratione adventus fui eum, cujus eft ad-
ventus fecundum operationem Tatanse in omni virtnte et fignis et prodigiis
mendacibos et in omni feductione iniquitatis lis qui pereunt eoque charita-
tem veritatis non recepernnt, ut falvi fierent. ideo mittet illis deus opera-
tionem erroxis, ut credant mendacio, ut judicentnr omnes qui non credide-
runt Verität! Ted conlenfernnt iniquitati. nos autem debemus gratias agere
326
deo femper pro Tobis, fratres dileeti adep, quod elegerit nos deiu primitla«
in falatem, in fanctificatione fpiritna et in fide yerltatis, ad quod et voeavit
no8 per evangelium noftrum in acquifitionem glorite domini noftri Jefu
Chrißi. Fügen wir zur Yergleichung die Oberfetzang Luthers hinzu nach
der erften Ausgabe des neuen TeAaments, Wittenberg 1522 durch Melchior
Lotther: Ich bitt euch aber, lieben bruder, bei der sukunft unlers herm
Jefu ChriRi und bei unfer Terfamlung an im, das ir euch nicht bald bewe-
gen lallet von eurem finn noch erfchrecken widder durch geiH noch durch
brief als Ton uns gefant, das der tag Chrifti furhanden fei. lall euch nie-
mant verfuren in keinerlei weife, denn er kompt nicht, es fei denn das
zuvor der abfall kome und offinbart werde der menfch der fundeu und das
kind der verderbung, der da ift ein widerwertiger und fich überhebt nber
alles das Got odder Qottis dienft heift, aUb das er fich fetzt in den tempel
Gottis als ein Got und gibt üch für, er fei got gedenkt ir nicht dran, das
ich euch folcbs läget, da ich noch bei euch war? und was es noch aufhält,
wÜTet ir, das er offenbaret werde zu feiner seit denn es reget fich fchon
bereit das geheimnis der bosheit, on das der es Itzt aufholt, mnfs enweg
thon werden und alsdann wirt der boshaftige offinbart werden, wilchen der
herr erwürgen wirt nit dem geiA feines mundes und wirt fein ein ende
machen durch die erfcbeinung feiner zukunft des, wilchs zuknnft gefchicht
nach der Wirkung des teufeis mit allerlei lugenhaftigen kreften und zeichen
und wundern und mit allerlei yerfürung zu Ungerechtigkeit unter denen die
verloren werden, dafür das fie die liebe der wsrhelt nicht haben aufigeno-
men, das fie feiig wurden, darumb wirt In Got kreftige irtum fenden das
Sie gleubon der lugen, auf das gerichtet werden alle die der warheit nicht
gleubt haben fondern haben luß gehabt an der Ungerechtigkeit, wir aber
f ollen Got danken alle zeit umb euch, geliebte bruder von dem herrn, das
euch Got erwelet hat von anfang zur felikeit in der heiligung des geiftis
und im glauben der warheit, darein er euch berufen hat durch unfer evan-
gelion zum eigentnm der heilikeit nnfers herrn Jefu Chrifki. 130, 35
zwu maß; zwu =: zwo Femininum; die maß wie noch jetzt in Ober-
deutfchland üblich, Schm. 2, 623, hochd. das Maß; vgl. 134, 7 zw{L gut
nacht. 131, 7 durch got (wie mhd.) um Gottes willen. 131, 26 das
Punctum hinter der Klammer zu tilgen und hinter hos halt der nächßen
Zeile KU fetzen. 132, 12 vich Vieh. 133, 2 vifegunkel; die gun-
kel mhd. kunkel der Rockenfiock, Spinnrocken, dann auch indem das
Attribut für den Träger deffelben geradezu fteht (vgl. Schürze), Weib; fo
in der Zufammenfetzung Run kunkel d. 1. altes zufammen gefchuurrtes
Weib (zu run vgl. runza, runzila ruga Graff 2, 532 fg. runken corm-
gare Diut 2, 209). Der erfte Teil vife hangt offenbar zufammen mit dem
noch heute in Baiern gebräuchlichen fifeln kleine Bewegungen mit den
Fingern, dem Munde oder überhaupt machen. Davon das Gefifel die
Handlung des Fifelns, dann quisquilite. Ahnlich diefem fifeln wird auch
fufeln gebraucht, dazu die Fufel eine fahrige Weibsperfon, ein altes
Weib. Schm. 1, 571. Demnach muß vifegunkel (offenbar ein Femini>
num) ein altes fahrtge«, fasliges Weib bezeichnen. MteV geht es mit ttm
327
fo lULrkerem Spotte auf M&nner 'Kerl wie faflige alte Weiber.' Richtiger
ala vifegunkel wäre der angegebenen Ableitung nach wol vifelgnnkel,
▼ergl. bei SchmcUer 2, 641 f. t. Mäfchel das daTelbß nicht erklarte fifl-
gunkes. 133, 20 Mit Luthers Schreiben iß wahrfcheinlich das Buch
an den Adel deutfcher Nation vom Jahre 1520 gemeint, wo der Papft nach
2 ThelTal. 2, 3 als Menfch der Snnde bezeichnet wird (Luthers Werke 1 T.
Jena 1560 fol. 298 ^ p. med.) wenn es nicht die Schrift delTelben Jahres
wider die Bulle des Entchriils ift. 133, 25 Mit Antdorf iSt doch wol
Antwerpen gemeint; daB aber damals dort Ketzerverbrennungen Statt
gehabt haben, kann ich nicht finden. Die Notiz fcheint auf einem üalTchem
Gerüchte au beruhen.
Das Stuck fcheint noch ans dem Jahre 1520, aber ans der zweiten
Hälfte oder dem Ende delTelben nach der Veröffentlichung der päpftlichen
Bulle zu ftammen. Die Heimat läßt fich nicht genau angeben, doch zeigt
die Schreibung, daß ße nicht Schwaben, Elfaß oder die Schweiz, fo wenig
wie eine uiederdeutfche Gegend ifti fie könnte das nordliche oder nordweft-
liehe Frauken nach dem Mittelrhein zu fein.
XVL
Von diefem Dialoge lagen mir fünf verfchiedene Drucke Tor.
A. Ain fcb&ner Dialogns vnnd ge-
rprech zwifchen eim Pfarrer viid eim Schnltheyß/
betreffend allen nbel Stand der geiftlichen.
Vnnd b&ß handlug der weltlichen. Al-
les mit geytzigkeit beladen etc.
Ift der Titel auf der vordem Seite des erßen Blattes, von dem die Rück-
feite leer ift. Auf dem zweiten Blatte oben beginnt der Dialog, der durch
10 Blätter und eine Seite ohne Abfatz fortläuft. Die letzte Seite, die Rück-
feite des zwölften Blattes, ift leer. Die Seite hat 33 Zeilen,
B. 12 BL in 4<*. Auf der Titelfeite oben
Ain fch&ner dialog'
Vnd gefprech zwifchen aim Pfar-
rer vnd aim Schulthayß / betreffend allen übel
ftand der gayftlichen. Vnd böß handlug
der weltlichen. Alles mit geytzig-
kayt beladen etc.
Darunter ein Holzfchnitt: Pfarrer und Bauer im Gefpräch (zwifchen beiden
ein Kind) in der Straße eines Dorfes beim Wirtshaufe, das durch einen
328
ansgeileekteii Kranz kenntlich ift. Rackfeite cies erften Blattes leer. Auf
der vordem Seite des zweiten oben beginnt der Dialog nnd geht (39 Zeilen
auf der Seite) ohne Abfatz fort bis znr Mitte der Rackfeite des letzten
Blattes. Diefer Druck mit diverfen Fehlern bei Scheible, Klofter Bd 10
S. 301—320.
C 10 Bll. in 4®. Anf der vorderften Seite oben
Eyn fchoner Dialogns vnd ge-
fpxech Zwilchen eym Pfarrer vnd eym
Schnltheyß / betreffend allen ubelßand der geyll-
liehen / vnd b&ßhandlang der weltlichen.
Alles mit geytzigkeyt belade.
Darunter derfelbe Holzfchnitt wie im vorigen Drucke. Auf der Rückfeite
des erAen Blattes beginnt das Gefpräch nnd geht ohne Abfatz bis unten
anf die vordere des letzten (zehnten) Blattes, deifen R&ckfeite leer ift. Die
Seite hält 35 Zeilen.
D. 10 Bll. in 4^. Auf der vordem Seite des erden Blattes ohne Holz-
fchnitt
Eyn fchoner dialogns vnd
gefprech zwifche eym Pfar*
rer vS eim Schulthes be
treffendt alle vbel des
ftands d" geyftlichen
vnd bofz handlüg
der weltlichen
alles mit
geytzig
kelt u-
lad«u.
Auf der Rflckfeite beginnt der Dialog, der fortlaufend ohne Abfatz (37 Zei-
len auf der Seite) bis gegen Ende der vordem Seite des letzten (sehnten)
Blattes geht. Die letzte Zeile hat vor dem Amen der andern noch Gott
fey alleyn lob vnd ehr. Auf der Ruckfeite des letzten Blattes ein rober
offenbar nicht zu diefem Drucke gehöriger Holzfchnitt: ein bärtiger Alter
in weitem Gewände, mit einer Art Turban auf dem Kopfe, die rechte Hand
lehrend ausgeftreckt, in der Linken einen Stab fcepterähnlich haltend, fitzt
auf einem Seßel, neben dem zur Rechten ein jüngerer Menfch, die Hände
über die Bruft gekreuzt wie ein Sclave fleht. Über den diefe Figuren ein-
fchließen'den Linien (alfo nicht zum Holzfchnitt gehörig) fteht oben über
der zweiten Figur Pfarrer, über der erfleren, der fitzenden, Schulthes.
Diefer Druck hat Randgloflen, die den Inhalt kurz angeben.
B. 10 Bll. in 40. Auf der vordem Seite des erllen fteht
829
Eyn fchoner dialogus vn goTpreph
xtvirehen äim Pfarrer vnd eym SobnltheB / betreffendt
alle vbel des Stands d' geyftlicheii. Vn b6ß
handlang der weltliehen. Alles
mit geytzigkeyt
beladr. etc.
Wie beim vorigen beginnt anf der Rnckfeite diefes erden Blattes der Dia-
log, der fortlaufend, auch 37 Zeilen anf der Seite, bis anf die letzte (die
Rückfeite des zehnten Blattes) geht. Der Dmck hat diefelben BandglolTen
wie der vorige.
Vgl. Panzers Annalen 2, 44 fg. No 1218—1223. S. 124 No 1539. AU-
gem. Litt. Anzeiger 1801 No 42 S. 396 fg.
LESARTEN. 136, 2 find C. 136, 3 kriecht C. kopt D. kobt E.
136, 6 Schulthes D. Schniteß £. Hagenaw G. 136, 7
mer. Jurckenn DE. 135, 8 küng B. knnig D. knng E.
135, 10 montaw C. Mantua DE. 136, 12 Wormbs. 136, 14 gabt
D. gath E. mnnich DE. reth C. 136, 16 ward fein I6n D.
136, 16 anhangen C. 136, 4 vergrundt DE. ergr&ndt C.
136, 6 fiert B. fierd DE. fürt C. 136, 11 w&r B. fchuler DE.
136, 14 yrfcbal A. 136, 15 fchwer DE. 136, 20 chriften-
lich BC. 136, 25 gh6rt DE. 136, 26 feine BC. feyne DE.
136, 32 paaren BCDE. 136, 33 wandt DE. Fürs aweite an BCDE.
anff. 136, 36 an des C. on das DE. fanft A. 137, 1 ft&ck C.
137, 2 Terkaaffent 137, 3 verdlnen A. 137, 6 verbieten DE.
fchandlichen C. fcbendlichen DE. 137, 9 fyli der pfr&n-
den A. fylli der pfrftnden B. fylli der pfr&nden C. menge der
Pfründen DE. 137, 13 grauffen B. th&nd DE. 137, 16 fie-
ret AB. farent CDE. 137, 18 haffart A. 137, 20 golt DE.
137, 21 noch A. 137, 22 n6rent BE. weybe C. 137, 23 hund A.
137, 26 groß t&glichs gen ABC. groß tagleyften gen DE«
137, 27 w6llens BC. ewigk DE. 137, 81 61ter B. brilder A.
6ltern brnder DE. 137, 32 freind AB. frfin dt DE. 137, 36
Ayner E. fyli AB. Tili C. vil D. viU E. 137, 37 abgeßftrbne B.
138, 1 nfir C. 138, 8 oaplan C. Für helfer haben DE Altari-
Iten. 138, 6 tbnnd C. 138, 9 etliche A. 188, 16 Xollent CE.
rollend D. 138, 17 gefehendt D. gefch&ndt E. holtzin C.
hultain DE. 138, 21 gan CDE. 138, 22 fcbendlichen CDE.
138, 22 rech A. £eh DE. 138, 26 wo es CDE. roliches an triefft
D. r antrifft £. 138, 31 gefengnngen ABDB. gefegongen C.
139, 4 nympt DE. 139, 6 lafft B. ßuel DE. 139, 6 krambt
CDE. 139, 9 k6cheu DE. 139, 10 pranne C. - benttel D.
139, 11 kr6m l&den A. far die kram laden D. 139, 16 g6t8 A.
139, 18 ro drollt er fioh DE. 139, 20 falbuief t A. 139, 21 fye-
renn AB. furenn C. füren DE. 139, 24 mit feyner Elßen DE.
139, 27 rch6n DE. 189, 28 gutt vnd gelt DE. 189, 29 wie fie C.
25
380
139, 31 foh&eben D%. 139, 33 ia b«! DE. 140, 8 Schalt-
hes DE. 140, 13 Parchaillnm A. Pafchguillttiii BC. 140, 15
dorffte A. 140, 17 gefehen CDE. 140, 18 g&t AB. 140, 20
machten BCDE. 140, 22 boad B. kain fehlt A. 141, 5 par-
teggen A. partecken CDE. 141, 18 offern A. opffern die
übrigen. 141, 25 er wolt in alle. 141, 29 fchüldig A. 141, 30
eyger DE. 141, 31 verfchlemmen DE. fftliches B. 141, 33
driegent A. dryegent BDE. dragent C. 141, 36 fgg. lautet in DE
ea fey von kornn (körn E) allerley treydt / kelber tzygen /
fcfaaff / oder lemmer / genß /b&ner/ (hunder E) obeß vii alle» /
auch nyder vnd ober gericht vö alle obirckeyt (obrickeyt E).
141, 37 foderent BCDE. 142, 1 kunder AB. machten AC.
mpchten D. 142, 2 hilfft A. erzeychen B. erzlben C. erne-
ren DE. 142, 6 w< C. wolt DB. 142, 6 nichts nur D. 142, 7
vnd vngelt frey A. vii vmb gelt frey BC. vnd vmb vngelt frey
DE. 142, 9 tb&r DE. d&ch A. 142, 11 mbr AB. meh/ DE.
142, 12 finft AC. fynft B. flndfta D. fingftu E. pfennig DE.
142, 14 weltlichen D. 142, 19 erqnickent DB. erkuckent C.
142, 20 vergebens C. beide Male. enpfangen C. antpfangen DE.
142, 30 w&rt AB. 142, 35 161 B. 143, 5 ordung A. 143,6
vnnd noddurfft willenn DB. 143, 7 geh6rt batt D. gehöret
hatt E. 143, 8 rayttung BC. rechttung A. rechnung DE.
th&n DE. 143, 9 hendlen BC. wirt DE. 143, 10 ßat nur A.
143, 13 creaturen DE für gefchopft. 143, 14 dem h. als den
C. dem h. als dem A. 143, 21 fieren ABDE. 143, 31 pfrüenden B.
143, 38 ordentlich C. 144, 8 Jartag B. 144, 13 kfi CDE.
144, 14 ain AB. 144, 16 pfennig B. 144, 17 trieg A. triegt
B. trüget C. triget DE. 144, 18 fchäflein CD. gel&bt B. ge-
lobt ACDE. 144, 19 fierendt AB. fnerendt £. furent CD.
144, 20 h&rt ABE. hert CD. für fehent CDE. bezwingelicb D.
bezwyngelich E. 144, 21 Tchnoden D. 144, 23 gewiffen C.
144, 24 faft C. 144, 28 von fehlt DB. 144, 33 müeffen A. my-
effen B. muffen C. muffen DE. 144, 34 wa (das zweite) nur B,
die übrigen wo. 144, 38 vngelert CD. 145, 13 beffer DE.
145, 16 weyde DE. 145, 18 ertzney CDE. 145, 19 nichs nur A.
145, 23 belechnen BC. belenen DE. 145, 24 furhin A. für hin
CDE. 145, 25 vnbefchätzt B. vnbefchatzt C. 145, 30 Letzell-
tiat ABC. Lecentiat DE. 145, 31 kinlinß tag A. feind fehlt
145, 32 gdwinent A. gewinnen C. 145, 34 b6dern AB. bedern
DE. 146, 2 platz DE. 126, 7 Munch B. Munch C. Munlch DE.
146, 10 ir werdt fehlt ABC; in DE fleht werth hinter zogen.
146, 12 frumb BDE. 146, 18 vergecht C. vergacht DE. 146, 20
pochent C. 146, 23 muhe CD. fchwere C. fchwerem ADE.
fchwarem B. k&m A. 146, 26 mügt BCDE. 146, 29 an B.
146, 31 karacktores BCDE. 146, 32 alfo erfchreckt BCDE.
baffer AB. beffer CDE. 146, 34 lig B. lyg CDE. 146, 34 achte A.
331
146, 3ö w&T AB. 14t> 1 weer ABDE. 147, 2 ewr B. 147, 4
feantfchafft B. 147, 5 feyend B. 147, 7 kungklichen DE. ka-
nigklichen B. 147, 7 funderet C. fundert DE. 147, 11 wenn D.
147, 17 den mererteyl DBB. 147, 18 teding DE. 147, 30
f& A. 147, 24 gaben CDE. 147, 27 plamer C. pUmmer DE.
147, 29 teyU A. 147, 80 arem B. 148, 24 für fich genomen fehlt
in allen. 148, 27 Schulthes DB. 148, 32 Tnornung A. har-
fchaffte A. 148, 35 gibt A. raycht BC. reycht DE. 148, 36
bl6eiien A. blocken DE. 149, 3 bftften AB. dar DE. 149, ö
gebawet CDE. ft&t AB. Bat CDE. 149, 9 m&ß A. pfehützen
B. befchntzen C. fchntzen DE. 149, 11 im für in alle Dr. beide
Haie. 149, 12 lafl DE. m&ßt A. mnft CDE. 149, 25 zeemuß A.
seem&ß BC. tzngem&ß D. züigemnß £. rermifchft A. 149, 28
narck A. fierent BDE. fnrent C. 149, 29 Stab B. ßa&b vo-
gelwicken ratten DE. 149, 32 es kr&gk eyn k& DE. 149, 33
moßig vn reittig A. m. t. ryettig A. mofig vnd ryeteg C. m^fig
vnd ryettig DE. 149, 34 fauel DE. 149, 37 ift DE beide Male.
150, 2 fftlt AB. 150, 6 befonder BCDE. 150, 10 ahn gab DE.
150, 14 henbt DE. 150, 18 artzneyen A. 150, 31 das k5rt
dem AB. 150, 33 des pfarrers putan A. d. p. put an B. des Pf.
pnt ann C. des Pfarrers fpeyßkamer DE. 161, 6 fruntfchafft A.
feantfchafft B. 151, 15 potogra ABC. 161, 18 n5n D. n&n E.
151, 20 rwbig £. 151, 22 gan CDE. 151, 25 h5ret D.
151, 31 worlich A. gerafft B. 152, 1 Wnrms A. 152, 11 fg.
war ift das Capitel Pauli 2. T. im II. vn IIL Capitel ABC. das
Pan. zn T. 2 epifc. c. 3 D. das 3 Ca. Pan. zu Thim. 2 epif. £.
162, 22 furo hin BC. fnrthin DE. 152, 24 verzaihen A. 153, 4
winckel prediger A. 153, 7 fcharff finnigen C. 153, 10 iarßtag
DE. nlenfpigel A. vlenfpyegel B. Tlenfpygel DE. Eulenfpigel C.
153, 11 buchle DE. b&chleyn C. bybli BDE. ,bibli C. 153, 12
aligiredt DE. 153, 13 kaldenfcher A. 153, 15 fingt DCDE.
158, 18 bludrer DE. 153, 22 aydßein D. eydilain £. 154, 1 alt-
foderen BC. alt forfarn DE. 154, 4 ein woner ABCD. 154, 6
die wil ich rrteyl DE. 154, 10 Torfodern BC. vorfarn DE.
154, 20 furchten C. forchten D. farchtenn £. 154, 22 monung
CB. 154, 25 verziegen A. Verzügen B. vertzagen DE. 154, 26
auff den Snntag C. biß Snntag D£. 154, 30 fcheydt DE. ayn
jeder C.
EBKLÄBUNGEN. 135, 2 feid wilkum ins Wirtshaus feid nach Wil-
len, nach Wunfch ins Wirtshaus gekommen! bene veneritis in tabemami
(Tgl. 155, 6) wo der Accufativ rom Kommen bedingt iA, während wir jetzt
mtoder finnlich fagen *feid willkommen im Wirtshaus!' wo bereits das Da-
rinnfein gemeint ift. 135, 3 ir kreucht ftreng genonunen falfche Form
for ir kriecht, denn nur der Singular des Prafens hat eu, wie mhd. und
ahd. in. neuwermär GenitiT von was regiert (^uid novi?) und zwar
332
noch' Genitiv Pluralls (novorum nuntiornm) vom Neatrum dag mi»re die
Nachricht, ans deffen Plnral (diu mtere) erft nnfer Feminiaam di« Mähre,
Mahr geworden iß. verhanden wie 152, 27. 153, 36 vorhanden.
136, 3 nicht nichts. 136, 9 Gemeint könnte Luthers Schrift v. J. 20
fein 'Kurze form wie das vater unfer zu beten.' Werke von 1560 Bd. 1
fol. 826 fgg., es ift aber wol die von 1518 'Auslegung dendfch des vater
unfer für die einfältigen leien* daf. fol. 67—89. 186, 13 Wol der Seimon
vom 8acrament der Buße vom J. 1518 gemeint, daf. fol. 62 ^ igg* 136, 26
an in. 186, 31 es ftand ConJ. Praf. (ftet) von der vollen unfyneofiierten
Form ahd. ßantan ßare. Gramm. 1, 868. 136, 36 fünden fändigen.
136, 38 In der Schrift vom J. 20 an den Adel deutfeher Nation.
137, 5 fchantlich (wie 138, 22) fchändlicb, f. zu 14,21. 137, 9 die fiU
wie Z. 35 die Viele, Vielheit, elfaßifche Form. 137, 24 das federfpil
der zur Jagd abgerichtete Falke (vergl. wintfpil Windhund) Braute Nar-
renfeh. 8, 4. 74, 7. Wunderh. 1, 98. 3, 365. liberei, wie aus dem Zn-
ftktze und bischer (wovor vom das Komma su tilgen) erfichtlioh, Bibliothek,
vergl. Schmeller 2, 417. 137, 26 tagleiften hier entweder der Genit.
Plur. (groß ohne Flexion far großer) vom Nom. Sing, die tagleift (vgl.
im Mhd. volleift) unfer Tagleiftung Schmeller 1, 434, oder fubftantivifcher
Infinitiv das tagleiften, wo dann groß far großes (Genitiv) fteht, tag-
leiften /heißt den Gerichtstag leißen, auf ihm erfcheinen.y Hier find die
vom Papfte ansgefchriebenen Tage, wie Confiftorien, gemeint, anf denen
vacante geiftliche Ämter vergeben werden. Das gen ift gebraucht als ob
in leiften der Begriff der Bewegung läge, etwa wie wenn tagefart da
ftünde. 137, 30 man enzuckt fie man entzieht fie. 137, 34 der bei-
tel das Erbettelte, im Gegenfatz zu dem durch Arbeit rechtmäßig Erwor-
benen. Schmeller 1, 217. 138, 1 betrachtnng wie Z. 8 = trachtang,
Trachten. 138, 3 die mindern die geringeren. 138, 5 th(k Oonjune-
tiv. Präf. 138, 9 etlichen (Singular) manchen. 139, 4 prefenz Lei-
ftung far eine Seelmelfe, f. Z. 7. 139, 7 fprech d. i. fpräcbe, Conj. Prät.
139, 10 prunen Braunen? Ift damit eine Münze gemeint? 139, 16
fluch 8 für flugs d. i. adverbialer Genitiv, im Fluge. 139, 18 fich
zapfen fich wegbegeben, Schmeller 4, 278. den nachften feil. weg.
139, 19 künde Bekannter, Schm. 2, 310 fg. 139, 22 ficht er ficht er
aus. 139, 24 Ger traut, feine Haushälterin. 139, 26 mein frauw
fnr das bloße frauw, wie im Franz. madame gebraucht. der hats der
hält fie. 139, 27 Sie hat fchon viel Ställe durchlaufen, hat fchon viel
mit durchgemacht, fich fchon vieler Orten herum getrieben. 139, 31 läp-
pet iappicht 140, 8 im allgemein, neutral. 140, 13 zfigang, f 27,
33. 32, 16. 126, 34. 142, 11. 152, 21. 140, 15 Sunon Heffus als Geg-
ner Luthers fcheint ein fingierter Name. Seckendorf im Commevtariua de
Lutheraniftno (ad indicem I fchol. XXXVI) weiß nicht, wer er gewefen.
Es eziftiert eine Schrift, die feinen Namen trägt vom J. 1521 (4 Bogen in
4*, das letzte Blatt und die Bäckfeite des erften leer, 35 Zeilen die Seite)
des Titels: Argumentum Libelli. | Symon Heffus Lvtfaero öften |
dit cavffas, qvare Lvterana | opofcvla a Celonienfibvs ) et L«-
333
vADlenfib. ilnt conbv | fta. id ipfvon eiiini petit Mar- | tinvs in
liballo qvo dam, | vbi rationem reddit fa- | cti fvi nam ob. XXX«
arti I ctIos erroneos inpajpalibvs libris inven | tos ivs cano-
ni - ) cTm fe in flam | mas con- | ieciffe | fori- | pfit | Leotor no
pigoat te Ironias Heffi pellagore, habes qao | palmonem exer-
cea8,'flo em Heffna Cvriam de- | fendit, ut fi deeem fint Heffi
Romfle I propagnatores, breni perire | fame nninerfam Carl- | am
nöceffam | fit. | Überfchrift vorn oben auf dem 2 Blatte: Symon HeiTre
faerofanetn fedis Apoftolie» Prothonotarius S. Pontificis {amiliaris Domiao
ICartino Luther Doctori Theologo S. D. Schloß auf Bl. Diij ▼: Sed jam
▼erbomm iktis. rationis noftne fi tibi elnmbee et inefficatiores ridebantar,
Büt principiom petere, non protinns oblatra: nam in frequentifiima caapona
inter temuleatos fedenti nihil aliad reniebat in mentem. cnm in feeeffum
-renero collectia Jam tom feafibas, quos compotatlones Briegoice difperferaat
robn iora afferam pro Curia ingeniofiffima. tu Interim bis contentus home-
TOS ad pugnam parato et ^ale. £z Zeringcn Pago Brisgau die. 6. Jannarii.
an. M.D.XXI. Die Sobrüt ift eine ironifche Widerlegung der lutherifchen '
Rechtfertigungsrchrift über fein Verbrennen der päpftllchen BuUe und der
DekretaÜen. Wetter gehört hieher ein Dialog xwifchen Simon Heflus und
Martinas Luther (5 Bll. in 4, Rnokfeite des letzten leer) des Titels Dialo-
gus Simonis | Hefli et Martino (fic) Lntheri Wor | macie nnper
habitns: lectn | non inincundus. | Am Schlußo: Ex Zeringen. 30
Maij. Anno 1521. Diefer Dialog fchließt fioh unmittelbar an die Torige
Schrift an, er bezieht fich fogar auf die Schlußworte derfelben, indem es
im Eingänge beißt: Salvus tu quoque lis, Mefle chariflirae, nam etfi hume-
Tos ad pugnam non dum fatis appararim, delectat tarnen me hominis
candidi prefentia magis quam .terreat eraditio. Von beiden liegt mir eine '
dentfehe Überfttzung ror o. O. n. J. aber offenbar gleichzeitig vom Jahre
1521: Argument difes bieohlins- | Symon Heffns aeigt an Doc-
tori Martino Lu | ther vrfach, warumb die Lutherifche biecher
▼ o den Colo- | nienfern rn Lonanienfern Torbrent worden fein,
da» I Martiaus hat das begert in einem biechlein, dar | iu er Tr-
fach fagt mit. XXX. articklen im geiß- | liehe Recht begriffen,
warumb er dem | Bapft feine Recht zu Witten- | berg verbrennt
hatt. I Auch eyn | newer z&fatz inn | etlichen articklen begriffen.
) Frag vnd antwort Simonis Heffi | vnd Martini Lutheri, new-
Hch mit- I einander z& Worms gehal- | ten, nit rnlieplich | zul-
iefen. I Rttckfeite leer. 7 Bgg. in 4« und 2 Bll. Signat bis Oiiij, 36 Zeilen
4le Seite. Den Dialog ohne die erftere Schrift erwähnt auch Seckendorf
a. a. O. Vgl. Panzers Annalen 2 S. 34 fg. No 1197^1201. Man hat gc
meint Simon Heflhs . fei pfeudonyra Urbanns Rhegins, Hagen 2, 188
Aom. 140, 2p mechten Conj. Prät. faccrent. 140, 24 befnnder
fondem. 140^7 n abermals wie nächft 93, 10. 97, 8 neulich, }«ngß,
▼or kurzem. 140, 28 ßand L zu 136, 31. 140, 31 Pauls für Paulus
«i^ im Mhd. f. meine Anm. zur Tochter Syon 12 S. 51. 140, 34 ir
w«nd wie 141, 27 = ir wellent Ihr woHt 140, 86 fpitzli (wie Uli
384
137, 9) eUaBiTche Form, Spitslein. Vulg: joto unnm ant onofi apex. Luthen
Neu Ted. v. 1522 der kleiDiß baohftab. 141, & partegdn, fonft parte-
ken die Almofen die fich die Schüler zu beftimmten Zeiten, namentlich sn
Weihnachten, vor den ThGren erfangen, die meift in Naturalien beftanden.
141, 12 das Waffen wie mhd. da^ wäfen das Schwert. 141, 23
der merer der größere. 141, 31 bolilermiime Bettooufinehen. Die
Pfaffen geben ihre Haushälterinnen meift für Verwandte, Muhmen aua.
141, 33 ee hört es gehört. 141, 37 die imme mhd. imbe Biene.
142, 1 kinder für kindern. meehten für möchten. 142, 3 mh&
wir wie 147, 30 für m&ßen wir. 142, 7 ungelt Mafe. eine gewifle
Abgabe an Geld, höchft wahrfcheinlich (wenigdene zumeift) ein Bingangs-
nnd Ausgangszoll auf Waaren, Vieh u. dgl. Vgl. Schm. 2, 43 fg. Ob die
Erklärung bei Benecke -Müller 1, 523^ richtig ift 'was noch über den Wert
einer Sache bezalt werden mnß,* bezweifle ich. wacht frei frei vom
perlÖnlichen Wachtdienfte in der Stadt als auch von der Abgabe, die für
die Stellvertretung geleiftet werden muß. 142, 11, gang, Imperativ, vgL
140, 13. 142, 12 finft d. i. findeft. 142, 13 gleichfner, dann auch
gleifner, mhd. gelichefiere Heuchler. 142, 16 es ftand f. 140, 28.
Diefe Form ferner noch 143, 10. 20. 146, 1. 147, 8. 148, 3. 7. 8. 16. 154, 4.
142, 19 erkücken neu beleben, lebendig machen. außetzig d. L
außfetzig, mhd. ugfetze, ahd. ügfezeo der hinans gefetzt ift, außer-
halb der Stadt wohnen muß, leprofus. Die mit dem Ausfatz, einer damals
unheilbaren Krankheit behafteten, wohnten im Mittelalter in abgefperrten,
nur für iie allein beftimmten Siechhäufem vor der Stadt, um die Anfteckung
zu meiden; Lazaruskapellen, die noch bei manchen Städten an der Grenze
des Weichsbildes heutzutage fich finden , zeigen den Ort an wo diefe Un-
glücklichen, von allen übrigen Lebendigen geflohen, ihre einfamen Tage
verbringen muften. 142, 20 vergeben fchenkweife, gratis, umfonft (von
vergeben fcheuken) mhd. vergebene. Unfer heutiges Adverb verge-
bens ift in die Bedeutung 'ohne Erfolg* übergegangen. 143, 2 als ain
ietlich kirchen mit weggelaßener Flexion für als ainer ietlichen k.
143, 3 das hailtum Reliquien. klainat ft. Neutrum (wobei ä der
Ableitungfilbe ans richtigem ö geworden ift wie unfer Heimat ans hei-
möte) mhd. kleinöt, auch kleinoste wegen des ahd. kleinöti etwas
zierlich gearbeitetes, dann jedes zierliche Gefchenk. 143, 8 raitung
Rechnung, raiten rechnen. 143, 9 ich wird richtige hochd. Form, ich
werde. 143, 13 die gefchöpft creatura. dem vorgeer, die Vnig.
gibt prtecellenti. 143, 24 zwar mhd. ze wäre in Wahrheit, in der Tbat.
143, 26 halbs d. i. halbes adverbialer Genitiv, müfte ftreng genom-
men halben heißen vom fchw. Femin. halbe. 143, 38 die fiben zeit,
fonft gewönlich tagzeit die fiben Tagzeiten, hör» oanonicse, die zu be-
ftimmten Zeiten des Tags von geiftlichen Corporationen gemeinfchaftlich
gehaltenen, in Pfalmen und Lectionen beftehenden Gebete: Metten, Prim,
Terz, Sext, Non, Vefper und Complet, vgl. 151, 18 fg. 144, 2. 7. 8 be-
finknüs die Obfequierung und Befixittung eines Verftorbenen unter Abfin-
gung der Pfalmen, befinknüs halten, befingen jufta ezequiarnm facere
835
Schm. 3, S7S; die vigilg, vigil vigUU der GotteBdienft am Vorabende
einer Beerdigung, die Todtenmette beim Gottesdienll für einen Verftorbenen
(fonft auch Gottesdienft am Vorabend eines Feftes), Scbm. 1, 625; der
fibent der fiebente Tag nach der BeiTetzong eines Leichnams, an welchen
ehemals der aweite Tranergottesdienß gehalten zo werden pflegte, denn
diefer zweite Seelengottesdienft überhaupt, wenn er auch nicht gerade am
fiebenten Tage Statt hatte, Schm. 3, 186; der dreißigß, dreißgift, hier
dreißgaft der dreißige Tag nach der Beerdigung, dies tricefimus depofi-
tionis, an welchem ehemals der letzte Seelengottesdienft gehalten zu werden
pflegte, dann auch diefer letzte Gottesdienß überhaupt, felbft wenn er nicht
gerade auf den dreißigllen Tag fallt. Schm. 1, 410 fg.; jarzeit dies an-
nWerfarius i^ hier der Jahrestag der BefUttung, TgL 38, 17. 144, 6 er-
füllen bis zur Sättigung voll machen. 144, 11 auffchlag auf wachs
größere Lieferung von Wachs, d. h. Wachskerzen, oder entfprechend er-
höhter Betrag von Geld dafür, bei rerfchiedenen Gelegenheiten, z. B. beim
erften Abendmalsgange, bei Einfegnnngen u. f. w. glockengelt das
Geld fürs Läuten der Glocken bei Taufen, Einfegnungen und SterbefaUen.
144, 18 fehon, Adrerbium, fchön, mhd. fchöne, ahd. fcöne, daher
kein Umlaut (oo), der im Adjectivum fchcene eintritt wegen des folgenden
i im Ahd. fodni. 144, 20 die hart ungewönliche Schreibung für herd
Heerde. fürfehen wie Z. 18 verfehen verforgen. 144, 23 gewißne
ahd. gewiggine confcientia. ergraben wie graben, aber intenÜTer,
nemlich dnrch verfängliche Fragen mehr herauslocken als man Tagen kann
und die Sünden dann durch größere Bußen, die dem GeiAlichen zu Gute
kommen, beftrafen; ergraben Uk faft fo viel als erpreflen. 144, 26 fö-
lich red hat gar kein geßalt folche Rede hat keine Art, keine Manier,
ift unanftändig, vgl. zu 3, 26. 145, 2 Die CurtiDEmen find gemeint, vgL
Bd. I S. 184 fgg. 145, 13 weger beßer, Compar. von wsege geneigt,
vorteilhaft, gut. 145, 18 ärznei Arznei; mhd. arzenie und erzetie.
145, 22 gelert wer etwas gelernt hat, hier nicht in unferm gefteigerten
Begriffe der Gelehrfamkeit. 145, 24 für hin fernerhin. 145, 25 er ftat
auf die k. er tritt auf die Kanzel. 145, 27 bücher für buchern.
anßrichten öffentlich ausfchelten und dem boshaften Gerichte der Leute
preisgeben, beinahe verlänmden, Schm. 3, 37. das klaffen das Ge-
fohwlta. 145, 28 vons L. von des L. 145,30 Lezeltiat Xpashaffee
Verdrehung des Wortes Licentiat, das fleh der Bauer mundgerecht macht.
Lebzelten iH ein Backwerk, eine Art Pfefferkuchen, das am Tage der
un£bhuldigen Kindlein (dem 4ten Weihnachtstage, dem 281^en December) den
Kindern, die mit grünen Reifem fchlagend umherziehen, noch heute verab-
reicht wird. VgL meine Abhandlung Klopfan im Weimar. Jahrb. Bd 2 S.
128 fgg., im befondern Drucke S. 56 fgg. 145, 31 es ift wert iß ange-
nehm, man hat es gern. 145, 34 fölichs wirt von in zu red das
wird von ihnen erzält 146, 2 blatz = platz. 146, 3 fproUen ein
Wort das ich fonil nicht belegen kann. Richtig ift es, denn alle 5 Drucke
geben es. Es muß etwa' lo* viel wie unfer räfonnieren heißen. 146, 18
fieh vergäben (mhd. gfthen ahd. gäben eilen) durch Eile fleh verfehen
aä6
fehlen; hier durch 7m rafche, hitxige Worte einen Fehler begehen.
146, 20 allweg immer. 146, 21 habenrr habent habt 146, i^
mit fchweren koftung. Den alten Dnicken nach mnfte fchwerem va
lefen fein. Aber was (bllte das, da koftnng oiSenbar nur ftarkea Femiiii*
num fein kann, vgl. Gramm. 2, 350 fgg. Ich habe fchweren gefchrieben
und glaube es müfte eigentlich heißen fchweren ko (langen, Dattiv Plu-
ralis, mit fchweren Koften. Die Flexionsendung des Subfiantiva iß, wie to
häufig auch in diefem Stücke, abgefallen. Man könnte fcliweren aber
auch als fchwache Flexion faßenv freilieh ein eigentümlicher Qebrwicb.
Vgl. 147, 1 mit verkerten kleidnng und wer. 146, 94 gesöt d. i.
genötet genötigt. 146, 25 fg. Gebt nns* jetzt einmal Grund mit eurer
bisherigen Unbefchränktheit und verfücht, ob ihr uns noch mit dem Banne
erichrecken könnt. 146, 27 wir wißend mit unorganifchem d f^r wir
wißen. 146, 31 karakter Unterfchrift. 147, 2 auf euwer h. f. v.
fchatat eure Heiligkeit fo hocli haltet. 147, 6 ir find ihr foid; Z. 9
find feidl Conj. Präf. als Imperativ. 147, 10 des frids richtig» Flexion,
jetzt folfch Friedens. 147, 12 die marß die zugemeßene Menge. 147,18
menfchen däting = täding (elläß. Form für teiding) der meafehen
Verhandlung, Satzung der Menfchen. Vgl. Bd 1 Ko V Z. 33. 147, 21
der kirchtag das Kirchweihfeft, Schm. 2, 828. 147, 25 die gäben
nicht etwa umgelauteter Plural von gäbe, fondern von die gäbe, eigeat-
lich gebe (ahd. geba), daflelbe wie mhd. diu gäbe. 147^ 27 plaraär
kann ich nicht weiter i>,elegea, es heißt wol fo viel wie Oefohwäta. hail-
tumb f. 143, 3. 147, 33 fie liegen t lle lügen. 147, 34 Zentono-
feile d. i. Cento novelle, die Novellen des Boccaccio. Vgl. Wackem.
Lit. Gefch. S. 472 Anm. 36. 148, 2 widerwertig entgegen gefetst.
148, 3 meim = meinem. 148, 4 fpitzlin wie 140, 36 fpitslU
148, 8 gerecht dexter, auch im Mhd. gereht, z. B. Grieshabers Predig-
ten 77 b wag iß dag gereht ouge; 88« und fazte Manaflen den eitern Am an
des Tater gerehte fiten; 88* und leget die gerehten haut uf den fun; ze
der gerehten haut 112^. 240^. 246«; und gab ihn herbömer in die gereh-
ten haut 205 a; ze der gerehten abüton 222*; femer Gefta Rom S. 8. Myft.
I. 123, 7. Wackemagels Kirchenlied 224, 6. 862, 3. 430, 8. 584, 10. 588,
6. 626, 4. 653, 6. 663, 3. züderglinkenf. meine niederrhein. Ge-
dichte S. 289. 148, 24 für fich genomen fciL hat vorgenonunea hat,
gerügt hat, wie Z. 28. 29. für hin fernerhin. 148, 33 pfleg er Vor-
fteher eines Pilegeamts, Pflegegerichts, Landrichter. Schm. 1, 328. 148, 34
waibel Gerichtsdiener, Gerichtsbote. Hier find von pfleg er bis waibel
die verfchiedenen Chargen der ländlichen Gerichtsbarkeit nach ihrer Rei-
henfolge genannt. 148, 36 mit dem rechten Tor Gericht, mit ProcelC
blocken an den Block legen. turnen in den Tburm, ins Gefäng-
nis fperren. 148, 38 verlaßen hinterlaßen. 149, 1 der fal das
durch den Tod des Familienhanptes erledigte bäuerliche Lehen. 149, 6
geben wen f. zu 15, 11. 149, 10 trib und trab ablantende Formel^
Weide. fürfehen verfehen, verforgen. 149, 11 prunft FeuersbrunfiL
Wetter Unwetter, wie Hagellchlag. 149, 21 Aeiges auf etwas
387
loflgebn, ana fein auf etwas, wo auf den Zweek befeiolmet 149, 94 ge-
rn acht ctwae gemachtes, Machwerk, wie wir hier fagen wurden 'mit aller-
lei Zeug;' fo dafi der Wein durch die verfchiedenen Ingredienzien ein
n%cbge machter wird, kein reiner, naturwächfiger ift. 149, 25 zum&s,
mhd. snomüefe, ahd. znomuos, znamnas, zuomnofi Graff 2, 871 pul-
mentam, pnlmentarinm , epifomen, obfonium. Bafil. Faber im Thef. ernd.
TchoUft. S. 661 1> gibt polmentum Brei und allerlei Zugemüs, pulraentariam
qoicqmd inter carnes non camenm, fed moUe editur Zugemus, Vorkoß.
Nicht allein die verfchiedenen grünen Gemüfe können darunter begriffSsn
fein, fondern auch andere Speifen (Vorkoß), wie Hnlfenf rächte, Graupen,
Heis, Uirfe n. dgl. und auf diefe wird fich das Vermifcht' beziehen. Ober
das Falfchen der Gewürze f. auch Bd. I No XV Z. 533 fgg. S. 169.
149, 29 treffe. Ein Vocabnlar von 1429 bei Schmeller 1, 480 gibt 'träffs
cilania.' Bafil. Faber in feinen Thefifturns S. 982 b zissnia, zizanium, lolium
Unkrant, Lulch oder Xrefpen. 149, 32 es fehl uff Conj. Präter. ron
fchliefen, mhd. ich fliufe, ich flouf, wir fluffen, gefloffen fchlüp-
fen. 149, 33 mofig oder mofig (wie der Druck D und E gibt) ift
fumpfig, moraftig von das mos das Moor, eine fumpflge, moorige Strecke
Landes, Schm. 2, 633 fg. Diefelbe Bedeutung hat rietig, von das riet
Riet, mit Schilf und Sumpfgras bewachfener Grund, Schm. 3, 166. In Be-
ang aufs Holz, das doch nicht in folchen Moor- und Bietgegenden wächft,
li«i0t mofig und riet ig faulig, von Fäulnis angegangen, wodurch es alfo
alle Brenn- und Hitzkralt verloren hat. 149, 85 hagelfchlechtig von
HageUbhlag getroffen und verdorben, daHelbe wie Schm. 3, 429 wetter-
fohlicbtig vom Wetter verdorben. 149, 36^. gerecht richtig.
150, 18 einen erzneien einem Arznei geben um ihn zu curieren.
150, 26 nit biß nicht eher bis. leut hier Singular, wie mhd. der nnd
dag Hut das Volk. 150, 28 irs ihr fie. 150, 31 meim herr pfar-
rer vgL mein frauw richterin 139, 26. 150, 32 erfüllen f. an
144, 6. 150, at^patan, ^o für die Drucke DE ficher wol erklärend
fobmtaieren fneiskammer. Isk fcftnn dw W9rt fopft nicht belegen.
1^1, 11 kainer befchwernus warten keine Plage gewärtigen. übe-
rig überflüßig, unnötig, übertrieben, Schm. 1, 16. Wie iß aber das von
und der darauf folgende Genitiv zu faßen, was alle 6 Drucke geben. Könnte
man von ftreichen, fo wäre alles klar, es gehörte dann der folgende Geni-
tiv SU befchwärnüs; ebenfo wäre es klar, wenn man nach weiber we-
gen einfchalten könnte, oder epdlicb von uberigen böfen weibern
fchriebe. 151, 12 ungefchläfeu Participium Präteritf Activi, wie un-
gegeßen, ungetrunken. 151, 17 r&wig wie Z. 19. 20 ruhig.
161, 18 f. zu 143, 38. 151, 29 fider temporale und dann eanlkle Con*
janotion, feitdem, weil. 152, 3 er ift feiner b&cher heftend ig ge-
weft er hat feine Bücher nicht verläugnet, fie nicht widerrufen. 152, 16 fgg.
Daß fich niemand an Luthern gewagt, ihn zu widerlegen, galt als ein Hai^-
argument der Wahrheit feiner Lehre. Die übrigen wie Luther felbft erwar-
teten eingehende Difputation. So fchreibt er auf dem Rückwege von Worms
zu Frankfurt an Lucas Cranach (Werke in fol. Bd I v. J. 1560 fol. 554b):
26
388
lob meiMt, keiferitohe majeftet foU ein doctor oder Üiiifsig bsben Terlkmlet
nnd den manch redlich überwanden, fo ift nichts mer hie gehandelt denn
fo vil: 'find die bücher dein?* ja. Viltn fie widerrufen oder nicht?* nein,
'fo heb dich!' o wir blinden Dentfchen, wie kindifch handeln wir nnd laßen
uns fo jemerlich die Bomaniften effen und narren! 152, 27 Terhanden f.
KU 135, 3. 152, 36 eine Tau davon tragen nach einem Vocabnlar Ton
1618 bei Schm. 3, 177 poßeriores ferre, ez infimatibns efle, weil bei Pfer-
derennen in früherer Zelt als letzter Preis eine San aasgefetzt gewefen fei
153, 3 difer röUing f. zu 126, 26. 153, 6 bengelprediger mnfte,
wenn man auf diefer Schreibung beharrt, ein Prediger far Bengel nnd rot
Bengeln fein, d. h. vor rohen bäurifchen Menfchen, und daher felber grob
und ungefchlachter Beden fich bedienend. Man könnte aber anch g für k
gefetzt nehmen und benkelp rediger vergehen (wie BänkeUanger, Bin-
keldichter), das wäre ein ordinärer Prediger. Dem Sinne nach kommt bei-
des auf eins hinaus. 153, 8 fpecnlaz fpeculatio. 153, 11 Ich habe
Ülenfpiegel gefchrieben, mit dem Umlaute, nicht Ulenfpiegel. Ich
hätte es nicht minder thun mußen, wenn auch A das u nicht gäbe, hätte
alfo das im Anlaute vor Confonanten gewönliche t (als Vocal) hier nicht
in u, fondern in ü (wofür es zugleich mit fteht) umfetzen maßen, da wir
hier ein oberdeutfches, kein niederdeutfches Stück vor uns haben. Althoch*
deutfches iuwila gibt mbd. iuwele und iule, mundartlich im 16 Jhdt
wie heute noch üle, nhd. Eule; nie aber ift die niederdeutfche^Form. Ds
nun Thomas Murner ein Oberdeutfcher war, fo mulle , Lappenber^ (wollte,
er anders die mundartliche Form der jetzt gäng und gäben £ ulenfpiegel
vorziehen) gleich auf dem Titel feines Buches ÜLENSPI£6£L fchieiben;
hatte er es mit einem niederdentfchen Verfaßer zu thun, fo hieß das Buch
ULENSPEQKL. Das ULENSPIE6EL des Titels aber iß ein Baftard aus
Nieder- und Hochdeutfchem, ein Fehler. 153, 19 biedrer Schwätzer,
garrulus. Grimms WB. 2, 140. 153, 28 fg. auß den allen ligt der
f eh atz der gefchrift feil, dar auß diefen, d. h. durch Hilfe diefer Spra-
chen, durch ihre Erkenntnis liegt der Schatz der heiligen Schrift zn Tage,
durch fie iß uns das wahre Verßändnis der Schrift anfgefohloßen worden.
153, 35 ir hond gleich war ihr habt gleichermaßen wahr, neml. im
Verhältnis zu dem, was ich früher gefagt habe. ich hab darfür ich
halte dafür. 154 des geiftliohen haufens abhängig von gefangen,
das als Plural (ohne die Flexion, wie häufig in diefem Stücke) zu faßen
ift: fbimus captivi turbie ecclefiaftic» i. e. eaptivi clericorum; betrieglicb
ift Adjectivum zu gefangen, aber in paflivifcher Bedeutung 'betrogen:' be-
trogene Gefangene; hinder euch iß iinnlich erläuternder Znfotz: wir find
gewiHermaßen von euch Ins Schlepptau genommen worden. 154, 11 her-
tiglich fehr, mit fchwerer Mühe. 154, 17 vaß Adv. feft. 154, 18
dergolter die Bettdecke. 154, 19 hier wie Z. 11 ift der Übergang der
Bedeutung von fchier (fchnell — bald — beinahe) recht fühlbar.
154, 25 Terz igen verziehen, mhd. verzihe, verzech, v erzigen.
339
Die Heimat diefes fo interelTaiiteo and wichtigen Dialogs iß offenbar
das ElTaß und zwar, wie ßch ans 135, 6. 137, 17 ergibt, etwa die Gegend
▼on Straßbarg and Hageoau. Die Abfaßongszeit beftimmt üch durch die
Bemerkang 135, 12, daß Lather kurz vorher zu Worms gewefen fei: He
kann alfo bereits in den Mai 1521 fallen, vielleicht fchon vors Wormfer
Sdict (unterzeichnet am 25ften und 26ften Mai) das hier noch nicht erwähnt
wird. Der Verfaßer ift nnbakai^nt^ daß er ein Gelehrter gewefen, wird
Diemand'lii Anrede ßellen können\^ ^-
<(l.hJ^'
xvn.
Ain Schoner
Dialogas wie ain bawr mit
aim fraw« br&der manch
redt /das er die Katten
von jm würfft / vnd
dem Münch ar
bayt zügeben /
luftbarlich
vnd lieb-
lich zfi
lefen
M.D.XXV.
4 Bll. in 4® mit vorAeheudem Titel aaf der vordem Seite des erften Blat-
tes: darum ein breiter Hokfchnittrahmen. Rackfeite leer. Das Gefpräoh
aaf B1. 2 und 3 fortlaufend, 24 Zeilen auf der Seite. Das letzte Blatt leer.
Vgl. Panzers Annalen 2, 418 No 2939.
Der Drnck gibt 155, 2 lyge. 155, 8 bawren; und fo weiter aw
für au. 156, 19 ge hotten. 156, 23 v&tter. 156, 35 alle.
156, 36 er den fehlt. 157, 10 trewm. geleernet. 158, 19 bet-
ten. 158, 21 miliers. 158, 23 wider fehlt. 158, 26 nit / ein-
geen im. 159, 8 der Gott 159, 19 würff.
ERKLÄRUNGEN. 155, 4 bftßen eigentlich beßern, durch beßernde
Hilfleill ng befreien; den hunger büßen den Hunger ftillen. 155, 6
benevenertis d. i. bene vaneritis feid willkommen; dann auch ganz
an die Stelle von *willkumen* getreten ohne Erinnerung daß es 2 PerU
Plur. Conj. Perf. iß, z. B. wer aber pringt ein feckel hert mit gelt, der ift
in benevenert Bd I No V Z. 84 S. 29. 155, 9 fürt dafTelbe was fein
Comparativ fürte r ift« weiter. 156, 2 etwan fonft. 167, 11 ir feil
bürden, Qenit. Plar. abh&ngig von nit, was fnr nicht nichts ftebt.
340
157, 13 mit dem minüen fing er mit dem Icleinßen F. 158, 10 ver-
fch»ffen verordnen, befehlen. 158, 15 da« beihel mhd. bihel Beil.
159, 8 die kuchen die Küche. 159, 11 rorgfeiti.g einer der viel
forgt, lieh Sorgen macht. 159, 19 ich wirf richtige Präfensform, ich
werfe. 159, 31 Actor. 8, 20. 159, 25 Dathan und Abiran Nam. 16.
159, 26 r. 1 Reg. 4, 11.
xvm*
4 Bll. in ^^. Auf der Titelfeite oben
Ain kurtz gedieht fo nenwlich ain
thurgftwifcher Panr / Doctor Martini Luther vnd feiner
ler / zd lob rnd feine. widerwertige / zd fpot gemacht hat.
Darunter ein öfter vorkommender Holzfchnitt: Lucifer überreicht dem
Papfle mit Cardinälen, Bifchöffen und fonftiger GeiAlichkeit ein Schreibeu.
Darunter Hebt noch
Efaie Yetz ficht der blind Ze erkennen /
35 Vnd die vor kind / vnd fich trennen
Seind hochgelert / Von im Zfl got
Der gleychfner gfe rt Der» erlaßt hat.
Auf der Rückfeite beginnt das Gedicht oben, in zwei Spalten auf der Seite
gedruckt, jede zu 30 Zeilen. Er geht bis in die Rückfeite des dritten Blat-
tes^ Das letzte ift leer.
Der Druck gibt Z. 5 ge&bt. 24 feel: queel. 42 fälens.
44 zum. 50 gn&g: vnf&g. 62 thäm. 81 ftelend. 87 fie^.
88 S6licher. 90 F&ren. 100 zA: k&. 113 z& und öfter ü
für ü. 115 geßeck: außreck. 119 balligen. 133 heeL
145 Sitat 151 hymell. 157 gan. 166 feind. 193 Itell. Vgl.
Z. 203. 232 der. 283 Iren. 238 Deim zwayer. 251 fier.
254 Ewangelifch. 267 dftrt 270 Sophifchtifch.
ERKLÄRUNGEN. Z. 7 umb ein har eine von den vielen bildlichen
Bezeichnungen um den verneinenden Ausdruck des Satzes zu heben, die
ungemein häufig, auch im Mittelbochdeutfchen vorkommt, z. B. der winter
enfcbadet noch envrumt der linden an ir fchoene niht ein har Hartmanns
Iwein 579; din wünfchen hilft dich niht ein har 1 BnchL 1257; dag fcha-
det ir an mir niht ein h&r 2 Bnchl. 713. 750. wan dag niht fmmt hie
als ein har Leben Chr. 327. Hpt 5; em ahte niht darnf ein har Wigal.
6197; dag hilfet alles niht ein häj Reinh. kl. Stücke 1612; er weig niht
in h»r Altd. Walder 2, 191 1 wir hau ans gebefiert nicht ein har
841
Wack. KL 510, 6; geriwet fi dich eins häre/ breit Armer Heinr. 1101;
bei ich aller meaheit niender eines bares breit Brec 8864; ich wand
d«5 weder dort noch hie gefeit nit wnrd eins bares breit Lieder£ 3,
309; von wiplicher gfiete kam ir gemdete nie eines kleinen bares breit
Helbl. I, 1346; dag in dag niht beldste Tiner manlicben ftietekeit gegen
einem bare breit Ereo 8144; em fchamte ftch niht bares grog Wigal.
5470; er entorfte ir wige hüt niender ger&eren bares grög Gate Fran
2017; eines bares me Ereo 117; er lebet niht eines h&res &nlter daT.
7798; gegen einem bare an finen vröaden nnrrd werden Iw. 2641;
gein eim bar betriegen Eracl. 776; riten deße dräter umbe ein b&r
Iwein 4607; dane hat fleh der bete niht rerrdmet nmb einbär 6063; aU5
grOs als nmb ein bar Iw. 7260. Greg. 1963. Ereo 7337. 7520. 2. Bacbl.
573; Ton blute aber bnndert Jar gewancte ichs nimmer nmb ein bar Brec
9520; fi worden einander nie leider nmb ein bar Flore 7844; d ich in
arges nmb ein h&r iemer ibt gefprieche Beinh. kl. Stacke 324; wenc als
umb ein bar ib. 1821; icbn liuge dir niht nmb ein bar WigaL 4806;
da ill wandeis an niht nmb ein bar GotAr. ML II, 12; manger wetg niht
umme ein bar wag darinne heiles ißt Heinr. v. KroL 99; dag wir niemer
gezwirelten nmme ein bar ib. 987; den gedurftet nimmer am ein bar
ib. 2951; dag ir herze nie getrat von gote fö tiure als umme ein bar ib.
3624; man endorße in niht diuten die rede als nmme ein bar ib. 4625;
ich mobte mir mit lalben gefrumen fö tiwer als nmb ein bar Urll. 109,
58; wir liegen in niht um. ein har ib. 114, 4; flne liegent in niht umb
ein bar ib. 120, 65; ich enwart nie müede umb ein har ib. 126, 4; ich
enfurbte iwer dr6 niht tiwer als umb ein har Kinth. Chr. 73, 67; ir lege-
Itclier wefte niht nmb ein bar wer der ander was Heinr. Trift. 2091;
umb ein har die ire krenken Altd. Waid. 2, 140; truwen umb ein bar
Konr. Schwanr. 1216; der frouwen rnochen niht um ein bar Altd. BL 1,
243; ich wurde niemer befwieret von ir fo grog als nmb ein bar Gute
Fran 2219; niht liegen nmb ein har Pyramus 6. 348; ich forcht mich da-
Tor nmb ein har nit Teuerdauk 57, 20; es feit nit nmb ein har ib. 58,
54; ich weig darumbe niht fo grog als umbe ein cleineg bar Alex.
873. t) 11 dwunden d. L*die wunden, fo die als Acc. Flur, gekürzt
t) Wir f&hren als Ergänzung sn Gramm. 3, 728 ^g. noch weitere derar-
tige bildliche Redensarten an. BLAT: der Ainnen fcbtn künde dem gras
niht gefchaden wider einblat Kinth. Cbrifti 88, 57; wir werben mit dem
febalie niht fd tiwer als umbe ein blat Urftende 122, 15; ez enhalf niht
nmbe ein blat EracL 4365. LOUP: föne trüege In niht ¥ur umb ein
loup fin angeft und fin arbeit Triften 16097. BAST: fi vorbten den kei-
fer niht ein baft Diut. 3, 364; dife vefte ift fo vaft, dag fi ne vorhtent
niht ein baft Lampr. AL 6644; f. Ben. -Müller WB. 1, 92. BEB: f.
Ben.-MülJer WB. 1, 104 f. r. her und bramber. BIESE: fns nemieh
eine biefin mr min lebin Athis A, 44. Jacob Grimm vermutet Gramm.
13, 187 für biefe juncns, Binfe. Wilb. Grimm fagt zu diefer Stelle S. 54
▼ielleicht ift Beere gemeint.' Richtig wie mir fcheint. Es ift hier wol
nicht das nd. befe Brem. WB. 1, 81 hoUftnd. biefe, biendfe KUian 65i>
jnaciia, fondem daa gothifcbe bafi Beere, was fich noch im niederdentfchen
342
Z. 67, 76 dfchäflin, als Aftc. Sing. dfchAl 191, dban 244. 13 Hg Conj.
Prä£ fit, fo noch 283. 22 pen poena. 23 gen fchweixeriTch für ge-
ben Infin., wie Z. 48 fi gend fie geben. 25 die qnei die Qnal, rgi.
Stalder 1, 605. 32 abentenr hier im Sinne von unfolidem, unbegrände-
tem Wefen und Treiben, etwa Schwindelei, vgl. oben 3, 4 abentewrer
Schwindler. 33 lear umgelauteter Plural von lanr fchlaner binterliftiger
Namen für Heidelbeere Befinge erhalten hat. BIRNK: Gramm. 3, 729
Anm. des tnfeU gwalt ift nit fo vü daß ich dnimb geb ein birenftil Etter
Heini 1058. APFEL: alle oreatnren di ßnt im als ein toI holsapfel
Myft. I, 171, 30. STRO: genäden tinre aU ein ftro Altd. BL I, 81;
ich glaube an in als ein ftro d. i. ich glaube gar nicht an ihn Altd.
SchauTp. I, 2001; wir achten iifen nicht ein ftro ib. 3122. 3132; man
rreget, war umme gäben di heiligen iren licham zn den liegen alfe ein
Aro? d. i. als ob er nichts wert gewefen wäre Myft. 1, 79, 8. KAF:
noch jetzt in Schießen gebräuchlich das iß mir kaf d. h. gilt mir nichts.
BONE: f. Benecke \VB. 1, 222a. Grimm WB. 2, 225. WICKE:
dag was im als ein wicke (nemlich das Schlachtgetümmel) Athis E 88;
nmbe eine wicken vnrbten Ulrichs ▼. Türlein Wilhelm 60b; ir ift als
ein wicke, fwer fi Teirchlich ionget an heißt es Helbling I, 1383 tod
einer keufchen Frau. KICHER: er hete eine kichirn genumen vur Sa>
lerne Athis B 8 mit der Anm. dazu S. 57. LINSE: und hat hem Ifen-
grines wip durch Reinharten verwert ir lip fo grog als umb ein linftn
Reinh. 1407; dag fol er wegen gein einer linTen Renner 5087.^ In Thü-
ringen Tagt man nicht ein Linschen d. i. nicht das kleinße StndLchen.
GRUZ: und verfweic im nibt nmbe ein grüg Jüdel 130, 80; vgl. des in
niht g rügwert heftet W^igal. 7575. S. Benecke-MüUer WB. 1, 578.
HIRSE: der untriuwe nie gewan in dem reinen herzen fin alfam ein hir-
fenkornelin Heinr. Trift. 3148; vgl. Ben. WB. 1, 691 f. v. hirfe. EI:
ir gefchrei vrumt ße niht umb ein ei Urftende 122, 6; dront einer eime
umbe ein ei Helbl. II, 1257; we zerganclichin er, wer dich koufet nmb
ein ei, dem biftu gar ze tiure ib. VII, 1072; eg bilfet mir niht umbe ein
ei Pantaleon 1070; din fträfe ift eins eies wert Altd. Bl. 1, 32; die wile
ir Jeht, dag er in fi fchuldic eines eies wert Amis 2387; im wart ein
ilac gemeggen, dag man für fin erwelteg leben genomen hete ein halbeg
ei Konr. Schwann 1007; dag mohte niht in allen gefmmen umb ein hal-
beg ei ib. 1269. S. Ben. WB. 1, 413 fg. BROT: e ich iu g«be ein
halbeg brot Helmbr. 1796; ich helfte die^ frawen umb ein brot d. i.
buhlen war mir wie nichts Altd. Schaufp. 2* 401. In einem Liede auf die
Schlacht bei Granfon von 1476 heißt es ich kouft nit fruntfchaft umb ein
brot Erlach 2, 384. Ben. WB. 1, 263 »>. Vgl. unfer heutiges nicht einen
Bnff, nicht ein Büffchen (d. i. ein Happen Brot), koan Brefl wert
Balzb. Bauemgf. S. 33. FUOZ: dem entwiche ich nlcmer einen fnog
Wigal. 10149; ir enwederg üg dem andern trit niemer fuog entwichet
Poe. Mifc. 2, 184; Helbling 3, 182. Rnolant 181, 7. SCHRIT: es feit
nmb ein fchrit Teuerd. 53, 98. TRIT: er wer nit komen auß feinem
halt umb einen trit Teuerd. 93, 91. FINGER: fein leben hett der helt
verlorn für war, dann es nit umb zwen finge r gar feit Teuerd. 44, 36;
es feit nit nmb zwen finger lang, er muft den fchwank hau genomen
ib. 18, 54. SPANN: es feit nit gar umb ein fpann Teuerd. 78, 65.
MEIT: f. Sat. u. Pafq. Bd I No XUI, 2, 40 S. 231 fg. Bd II No XXII
1598. 1934. LOT: ich helfte die maid umb ein lot Altd. Schaufp. II,
400. PFENNING: eines Pfenninges wert Stricker kl. Ged. XI, 36;
der nedorfte umbe dag fin leben nimmir einin pfennic gegeven Rother
6^; enhette fie an giften noeh an 16ne nirgen eines phenniges wert,
843
Meiilch. Sehm. 8, 488. 39 air far ainr, itner, fchweizerilbh. 48
finans ift der Dativ: kaafmännifcher Speculation ißt alles feil. 57 der
fcliaab Büfchel Stroh. Stalder 2, 310. Schm. 3, 305. 62 them Thema.
65 girt Begierde. 78 verziicken hinwegrauben. 84 Nicht Gna*
tho, der Paraßi im Bunuch des Terens hat die hierher gehörigen Worte
im Munde, fondern der Jüngling Clinia (Heantontim. II, 2, 5), der von der
Matter eines M&dcbens fagt 'cui nil jam prieter pretium dalce eft/ 86
der genieß Vorteil wie 29, 10, dann wie auch unten Z. 111 gerade zn
Geld. 97 die krei (frans, cri, alter crie) das Gefchrei. 107 der
tonf und XIX, 283 (wie mhd.) die Taufe. 111 treit trägt. 118 lei«
le^ 119 der baiige ftock der Kirchenftock. 123 hinder fich
zurück. 132 vermiß. In Jacob Rnffs Adam und Heva heißt es 3470
der (feil, got) dann den dingen kraft kan gen (i. e. geben), das 'fleifch mit
geiH fo wol vermißen, die felben regier n und s&rnften, alfo daß der
menfch aller gftalt von im wider dXund mag han gwalt. Hier iß rermi-
ften (er kan verm.) der Infinitiv, alfo ßebt im Etter Heini 760 wie waßer
daa mit falz vermiß, diefes letztere Particip (ur vermißet, und fo auoh
in nnferer SteUe; vermißen vermifclien. 136 das gfchel, gefcheile
der Lärm. 137 steufels d. i. des teuf eis. 144 der w&l das 6e-
wühl, Gedränge. Herbort 6466. Er. thront unter großem Gedränge neml.
feiner Schranzen und Untergebenen, feines HoCßaatcs. 148 fich erfchei-
nen lieh zeigen. 149 berd d. i. geberd. 153 inribel muß eine Be-
er hette ir gerne gegert Herbort 665; und brucht die holzfchu uf der ga^
ßen, do er ein pf engwert drecks moebt faßen Seb. Brants Narrenfchlff
44, 20 mit Zarnckes Anmerk. dazu S. 380; dag palas und die kleider din
niht zweier phenge wirdic ßn Viiio Fhtliberti B 125; niht fehs
Pfenninge geben umbe alle kunß Myß. I, 273, 10. KISELING: eebre-
chen wigt man als gering, als ob man fchnellt ein kifeling Brants
Karrenfeh. 33, 2 mit Zarnckes Anm. S. 36C. WINT: dag iß gar ein
wint Walther 56, 17; eg was ir aller fchoene ein wint Erec 8278; dag
iß et wider in ein wint ib. 8810; im iß dag leben als ein wint Flore
2452; diner vinde läge mac dir fin als ein wint ib. 2905; liep iß ze jun-
geft als ein wint ib. 3773; ße dübt in dem linne der tot erliten als ein
wint ib. 6533; eg iß rehte als ein wint fwag hie trinkeus iß gefchehen
Stricker kl. Ged. V, 146; do duhtc in alleg dag ein wint ib. VHI, 18; ü
dunket, ir fünde £i ein wint ib. X, 10; und vjehter mit dir umbea wint
Trißan 11313; ßrit mit nieman umbe den wint Altd. Bl. 1, 91; alleg leit
dag iß ein wint Ulrichs Triß. 3501; alleg migemach dag iß ein wint
Heinr. v. Krol. 2074; und fo ferner Tundalus 64, 13. Kindh. Chr. 87, 14.
Diut. 2, 92. 127. Gute Frau 2380. Helmbrecht 378. Herbert 5778. 9110.
10101. 10583. 11931. 13091. 15005. 17675. WIHT: eg was im alleg ein
wiht Flore 1399; min fröide iß ein wiht ib. 1776; eg iß ein wiht alleg
dag ich guotes gewan ib. 4804; min arbeit diu iß gar enwiht Reinh. kl.
St. 67, vgl. 208: einis mannis rede iß ein wiht Reinh. S. 436, 174; dag
dunket die bcefen gar enwiht Wigal. 95, und weiter daf 1900. 2102. 4557.
5381. 5832. dag iß wider die frowen enwiht Stricker kl. Ged. XII, 354;
al fin fuocheu was enwiht Trlß. 3769; din fmeichen deiß enwiht ib.
8190; aller der plannten fchin fint gein ir liebte gar ein wiht Heinr. v.
Krol. 1402; diu liebe iß alles gar ein wiht ib. 2249; iwer lantreht iß en
wiht Urßende 111, 41; dine lere iß uns enwiht Kindh. Chr. 102, 37.
844
«eichnnng der Holle fein. 154 fchnel hier in der alten Bedentang Aark.
157 kaiuB wegs kann hier, wie der Sinn ergibt, nicht die Bedtg "nie-
mals* oder *darehan8 nicht' haben, fondem das Gegenteil jemals, dnrehans,*
d. h. kein 111 hier nicht negierendes Pronomen (in welchem Sinne wir ee
jetzt nur noch kennen) fondern unbeßimmtes, das alte de he in irgend ein.
Der Satz heißt: fürwahr der Ranch der Hölle id nicht fo gewaltig, daß
des Papftes Gewalt dermaßen immer (oder dnrchans) gehen könne.
165 gefchwind etwa durch 'alsbald' (vgl. Schm. 3, 540) zn geben, fcheint
hier nur Luckenbüßer um des Beimes willen. 175 ift bericht d. t ift
berichten, berichtet, richtet 176 die fchlichte die Geradheit.
181 kon fchweizerifch für komen. 197 hopt rchweis. far houpt Haupt.
206 die wal die Wahl, neml. deine Papftwahl. 233 mit im tant-
mer mit ihrem Tantmärchen. 235 erftecken erfticken machen. 237
der gilf das Gefchrei, gilfen fchreien, Schm. 2, 38. 261 frech und
keck beides noch nicht in böfer Bedtg, fondem kühn und lebendig.
262 fi wend (weUent), fie wollen f. Bd. I S. 197. 264 die mILid (ahd.
muoltra alTColum, capifterium, Graff 2, 727, mhd. muolter) das Sieb in
der Hnhle, worin das Mehl gebeutelt wird. brait d. i. bereitet.
Die Cberfchrift meint, das Gedicht fei von einem thurgäuifchen Bauer
gemacht, im Texte Z. 277 werden zwei Bauern aus dem Schweizerlande als
die Yerfaßer bezeichnet. Daß es mit folcher Auto rfchaft nichts ift wo
Terenz und Hefiod citiert werden, liegt auf der Hand. Bauern find nur
genannt, um das Stück populär zu machen. Im Tburgau aber wird es ent-
ßanden fein, höchft wahrfcheinlich im Jahre 1520 oder 21.
XIX.
8 Blätter in 4®. Auf der Titelfeite von Randleiften rings umgeben
If^P Kin nenwer fprnch tII warhaffts bericht
Wie es kompt vnd warumbs gefchicht /
Das fo vil münch feind priefter worden
An fich genömen~fant Peters orden /
Vnd die kutteu ußgefchütt
Kouff den fpruch / es ruwt dich nit /
Yincit veritas.
Kückfeite des erften Blattes leer. Auf dem zweiten vorn oben beginnt dss
Gedicht: die Verfe abgefetzt, einer um den andern eingerückt, 28 Zeilen
auf dor Seite mit Randleiften. Das Gedicht endigt mit der Rückfeite des
fiebenten Blattes. Das letzte Blatt ift leer.
345
Der Dnick gibt Z. 9 anß. 20 hinein. 23 fchammen. 25 fein.
28 beüthel: trenthel. 32 fein. 33 fathein. 40 hanß.
43 Bennacht. fchemmen. 45 Diß o. ihens. 52 gleich.
73 jn. 74 ]n. 79 fchwangk. 84 fchammen. 88 vßgerut-
tert. 100 ihehen. 150 dretten. 167 zeitn. 171 ßroffen:
leboffen. 174 den. 178 han. 201 freüd iic. 208 nemmen.
221 leüt. 243 deß gleich. 245 geh Ott. 246 leycht. 253
deyten. 264 hymelreich. 275 Manches. 293 bleybt. 295
befchleyß. 298 fein. 302 den für die. « 304 1 orten: werten.
306 zeyt 314 Ion. 328 fein: vorhien flc. Vgl. Panzers An-
nalen 2 S. 43 No 1214. Hirfch Milien. lY p. 4.
ERKLÄRUNGEN. Z. 7 die hinweUbnd: die unter den Bettelorden
meine ich. 10 huppenbube d. i. hippenb&be; die hippe, hippen
eine Art leichtes Backwerk, oblatformige Kochen, die zufammengerolit wer-
den, jetzt noch auch außerhalb Suddeutfchlands als Holhippen oder Holip-
pen bekannt; hippenböbe ill ein Junge, der folches Backwerk austrägt
und damit bandelt. Weil nun derartige Subjecte (etwa wie fonH Obfthoke-
rinnen, Markt- und Fifchweiber) meill lofe Mäuler haben, fo find fie fprich-
und fchimpfwörtlich geworden. Wie die hippenbuben im badhans
d. h. wie ein paar folcher Jungen, die fich in einem Badehaufe treffen,' wo
&e beide hingegangen find, um ihre Waare feil zu bieten, und nun ans
Brodneid fich gegenfeitig mit lofen Reden wegbeißen wollen. Von diefem
Sabß. hat man ein Yerbum gebildet hippenbuben es wie ein Hippenbube
machen d. h. fo fchimpfen. So fagt Murner im König von England: nun
haßn doch den frumen künig wol ußgericht und gehippenb^lbt d. i.
nun haß du den braven König verläumdet nnd gefchimpft wie ein Hippen-
bnbe. Vgl. Schm. 2, 221. 12 criminor te cratzinor a te d. i. ich
läftere dich und dafür werde ich von dir gekratzt, eine fprichwortliche Re-
densart die Braut im Narrenfchiffe 52, 34 vom ehelichen Zwifte zwifchen
Mann und Weib gebraucht, die aber wol fchwerlich von ihm felber erfun-
den ift. Vgl. Zamcke S. 388 fg. Hier ift fie auf den Zank unter den Mön-
chen verfchiedener Orden angewendet. 13 got d. i. göt, gät, geht.
14 fg. Obfervanzer und Conventual Glieder verfchiedener Zweige der
Minoriten. off lieh wie 165. 217= offenlich offen und öffentlich.
18 reinigkeit Kenfchheit. 26 die k nahen die jungen Leute, die in
den Orden noch nicht förmlich aufgenommen worden. Vgl. Z. 151 fgg.
29 treutel für treuteln; das treutel mhd. triutel die Geliebte.
30 mol d.i. mal coena. 33 fatin ein feiner Wollenftoff. 41 die ober-
keiten feil, der orden, fuperlores. 47 würt=wirt. 63 diefe kug-
1er machen fcheint zu heißen tiefe Bücklinge machen, um fich andüchtig
zu ftellen. 72 der leige der Laie. 73 einem eine b rillen auf-
fetzen einen betrügen, Grimm WB. 2, 383. Die Redensart ift wol durch
die Betrügereien der Brillenhändler entßanden, die jetzt noch in diefem
Pnnote rerfchrieen find. 74 einem den muff zu ruck fchlagen kann
ich weder weiter belegen noch genau erklären. Es fcheint einen ähnlichen
27
34G
Sinn wio die vorige Redensart zu haben. Stalder 3, 221 gibt mapfen^
ftoßen bef. in die Bippen, der Mupf der Rippenftoß. Danach konnte der
Sinn der beiden Verfe etwa fein: fie machen dem Laien ein X für ein U
vor und geben ihm dabei heimlich einen Knuff in den Rücken d. h. fie be>
trügen ihn doppelt. 79 ein wilder fchwank ein wilder Streich.
88 uBrütern ausrenten, ausroden. 91 verzollen hier wol abfehneiden,
wegnehmen, f. Schm. 4, 253 p. m. 97 die harre die Dauer, Schm. 2,
226; die harre befton die Daner aushalten, lange dauern; in die harr
293 auf die Dauer. 100 etwas mit der warheit, jehen etwas aus-
fagen, fo daß man dabei mit der Wahrheit geht, der Wahrheit gemäß Ta-
gen. So auch Wolf hiß. Volks!. S. 209. 216. 217. 219. 225 Wonderh. l
298. 3, 3. Erlach 2, 40. 106 ftat 330. ftot 141. 279 Stand. 118 die
Tile Vielheit, Menge. 124 fpielten Prät. v. fpalten, f. zu XXII, 1676.
145 quel, r. XVIII, 25. 146 verhüten behüten, hüten. 159 der
alter wie Z. 300 für das gewönliche das alter. 160 ein tomer fit
ein dummer Brauch. 173 leipgeding was einem auf feinen Leib und
Leben zur Nutznießung überlaßen und außgedungen wird. 180 Gene-
feos falfch angewendeter Genitiv, als Nominativ gefaßt. 184 zu feinen
tagen komen heißt eigentl. das Alter erreichen, welches gefetzUch vorge-
fchrieben iß um eine Sache rechtsgtltig zn thon, hier aber wie unTer hea-
tigefl *in die Jahre kommen,* älter werden, wie auch Z. 216. 198 mit
keinen eren nicht mit Ehren. 199 Wegen der Gewalt die fie hält und
der Furcht die fie vor dem Empfange bei den Ihrigen haben. 205 oft
und dick oft. 206 trauwen drohen. 209 ob wenn. über jar
wol wie unfer 'über Jahr und Tag' womit wir im Allgemeinen eine längere
unbeßimmte Zeit meinen, dort natürlich in dem Sinne wenn fie eher kamen
als fie ProfeiT gethan. 223 Ter heiter verdorbener, fchlimmer; etwas
verheien etwas verderben, Schm. 2, 132. 246 licht leicht 299 ver*
ßanden gefeilen verßändige Leute. 304 lortenrz lärten lehrten.
312 eniß. Das en iß Negation wie in der altern Sprache. 325 l&gea
aufmerkfam fehen. 329 vorhin zuvor.
Für nähere Angabe der oberdeutfchen Heimat diefes Gedichtes fo wie
der Zeit feiner Abfaßung fehlen die feßen Anhaltpuncte , fo lange man
nicht die Anläße der Entßehnng, eben die erwähnten Streitigkeiten twi-
fcben den verfchiedenen Regeln der Minoriten, näher erkennt. Daß es in
den Anfang der Beformation gehöre, fcheint fich aus dem Z. 312 fgg, er-
wähnten Verlaßen der Klößer zn ergeben. Von fprachlichen Eigentümlich-
keiten bemerken wir befonders die vorwiegende Neigung des a in o und
zwar nicht allein des organifch langen (fo möl : vol 30, gelon: Yppon 36,
hon : profelTion 178, verßön : conßitutiön 187, gethön : profelTion 283, j6r:
vor 274, j6 : fro 214, 16t : gebot 244, z{^16ß : bloß 135, lörten (für lärten):
Worten 304 und dann auch ßon : entgon 218:abelon 255, genohen : entpfo-
hen 20*2, ßrofen : fchofen 171; fondern auch des organifch kurzen a ßot
(ßat): got 141 : fpot 279. Der Versbau des Gedichtes iß fehr wild. Auf-
taute und Senkungen fehlen oder find zu viel ohne durchgreifende Begel.
347
Khtn£o ungenau find die Keim«! vocallTch Towol (h&ten : verbieten 49, hofie-
ren ; füren 165, flreiten : deuten 253, nit : lat 230, gelert : gehört 290, fleiß :
befchleuß 295, forchtfamkeit : kleid : freud 200) als conronantifch nngenau
(fchemen : nennen 43, keifer : meilter 120, nit : blibt 292) und auch fonft
nicht gefetzlich (iß : iA 85). Auf die Versausgänge zwitracht : bracht 130,
fchuldig : glich 51 : ich 233, felber : mer 75, obfervanzer : wer 125, kugler :
pharifeier 63 machen wir noch befonders aufmerkfam; fie werden an einer
andern Stelle ihre Erörterung finden.
XX.
8 Blätter in 4«. Auf der Titelfcite ßeht oben
Ain ftraffred vnd ain vnderricht
Wie es des bapßs junger anff geytz hond zu gericht
Darwider iß auff erßanden ain baur vnd ain reitter
Leeßt fürbas To wert ir h^ren weyter
Darunter ein Holzfchnitt: ein Reiter und Bauer im Gefpräch, im Hinter-
grunde eine befelligte Ortfchaft. Unter dem HolzTchnitte
Fac mecü fignum in bono ut videant 4 oderunt
et coufundantur quoniam ego feruus tuus Tum. Ps.
Auf der Rückfeite diefes erden Blattes beginnt oben das Gedicht, das 35
Zeilen (die Verfe abgefetzt) auf der Seite bis nach der Mitte der Rückfeite
des letzten Blattes geht. Darunter zwei kleine Ilolzfcbnitte neben einander,
zwei Apoftel darfteUend.
Der Drnck gibt Zeile 3 daß man wenig a. g. glaub. 5 nach für
an. 6 komen. 7 duch. 12 kündet. 13 new. 15 gült.
30 beherbegert 34 früft. 38 niechter lic. 41 vernomen. 4B
Tchück. 50 thuen. 57 mir Jic. 68 vnd im f. 69 flaifch.
72 hab genoßen. 73 thünd. 83 gaiAlichhait. 89 gethon.
dO.trebents. 108 aplaß. 110 meine reytern. 114 volk fehlt.
125rentter. 127 meim herren Balaam ward. 130 Verma-
ladeien. 137 Hit. 152 gel^ült: erhält. 167 er fehlt. 168
reüter. 171 Weinreben. 177 warden. 182 vngel&rt. 184
zwei MaL 185 bekante. 190 finen. 196 frnft. 210 gepet.
214 jo. 219 iß fehlt. 230 reütter. 231 verTienen. 235 h an
fehlt. 236 berieffen. 237 fraintlich. 239 th&n. 245 jren.
270 applaß. 271 yedlichen. 272 Ingoldftat. 276 kündt.
281 nur für und. 289 gethon. 291 wirderkert. 315 ni6r-
hen. 320 Haben. 329 meiner. 333 biet. 336 leeßt. 339
pharifeyern. 347 Wie. 353 jr für er. 367 XIII. 378 zeheten.
348
392 dem. 393 Das fehlt 399 genomen. 405 nicbs fic.
41Ö komen. 417 fgg. lautet im alten Drucke
Hangen an den geülen wie die vollen
Vnd thünt mit den genlen herfnr fprengen
das th{Lt dann der Fürft yernemen
jA im dan ain wol ge fallen
Der landtfürfl darff es nit weren.
429 erfroren. 434 ain reütter. 435 Der reutter. 440 ainem.
441 jaren. 451 reütter. 461 aufliegen. 462 b&gen.
466 geleerter leefen.
ERKLÄRUNGEN. Z. 29 durchächten mit Peinigungen verfolgen.
38 niechter? nüchter jejunus? 71 der laub d. i. erlaub, urlanb.
80 mein reiter würd dir nit fehmecken; 95 wann mein reiter mn
das liecht thät komen; 110 foliche fach thät furkomen meine reiter;
125 darumb fol ich ain reiter maehen; 168 darzu wer nun mein reiter
gut; 186 darzu wil ich dir ain reiter geben; 206 darz& th{L ich dir ain
reiter machen; 230 darwider thfit mein reiter dienen; 260 die reiter
wurden vor allem nbel fein; 329 die fach bedärft auch meiner reiter,
379 wolt ich mein reiter zerprechen; 434 fg. ain reiter f&r ich an
meiner hend, die reiter iß ain ratfchlag: der hailig gaift thu uns verlei-
hen, daß die reiter künig Karoi müg gedeihen; 451 wurd auch kainem
die reiter wider fein; 458 die reiter wurden dir nutz und giit. Erwagt
man das Wort reiter in allen diefen Stellen, fo kann man fich nur den-
ken, daß damit die reiter gemeint ift, eine Art Sieb, und daß dies dann
bildlich für 'Rüge' genommen ift^ wie wir etwa noch heute 'Hechel* und
'durchhecheln' gebrauchen. 97 Genefis 4, 5 fgg. 98 hulden hier nicht
in der frühern Bedtg Dienßbarkeit geloben, huldigen, fondern hold fein.
99 häßig gehäßig. 106 niemant bedarf fp rechen niemand darf
fprechen. 110 furkomen verhindern. 124 das AccuT. uneigentl. für
den Genitiv des. 127 fgg. Num. 22 fgg. 142 lernen für leren.
146 Bocksberg das feftefte Schloß in Franken, unfern Mergentheim, den
Rofenbergen gehörig. Genommen und zerßört durch Georg von TruchTeß
mit den Trappen des fchwäbifchen Bandes, Mitte 1523. Vgl. Ranke 2, 123.
Hans Thomas von Absberg berüchtigter fränkifcher Raubritter.
Ranke 2, 103 fg. Sein Schloß durch Trachfeß zerftört, ib. S. 123. 152
fi wurden Conj. Prät. fie würden. 153 erhilt Präfens von ich er-
hille, ich erhal, wir erhallen, erlioln, erhellen erfchallen. bei
durch. 154 lied ehrlich (ie für üe), vgl. Z. 307 leicht. Schm. 2, 439 fg.
156 ich ward verklagen d. i. ich verklagte, ich ward klagbar,
von caufal, durch, wegen: wegen meiner Brüder ward ich vor Jacot^ klag-
bar. 158 in Egipten nach £g. 160 der war hei ( entweder Dativ
für die Wahrheit, um der Wahrheit willen» oder Genitiv von not abhangig.
167 der warheit genefen nicht wie einer krankheit genefen
von einer Krankheit frei werden, wo dann die Krankheit weg geht, fondern
wie eines kindes genefen von einem Kinde frei und gefund werden, wo
349
aber das Kind am Leben bleibt So hier der warheit genefen die
Wahrheit als ein Lebendiges bekommen and doch felber dabei nicht zn
Grunde gehen. 175 einen Aoßen ßoßen, anl^oßen und dabei worauf
aufmerklam machen. 189 ich wird ich werde. 190 fgg. 1 Sam. 2,
22 fqq. 199 ain wie ä71 einig. 201 verleurft f. 23, 16. 209 fgg.
2 Kon. Cap. 4 u. 5. 231 verf&nen verfohnen. 233 fqq. Kam. 16.
239 than für tbfin, damals häufige Form. 245 fie bricht an irem
gewalt fo hoch für das gewonliche fie bricht fich: üe erhebt fich in
ihrer Gewalt fo hoch. Gr. WB. 2, 350. fich hoch erbrechen Bd. I
No XY, 440. 476. 280 an den bau d. i. zur Vollendung der yaticani-
fchen Baülika. Vgl. Ranke 1, 306 fg. 290 gen Rom nach Rom hin d. i.
auf der Reife nach Rom. 291 widerkeren (einem etwas) zurüokerAat-
ten, vergüten. 294 ßationierer £ zu 44, 13. 295 neml. mit heil-
t&m; hier ift aber ein anderes Heiltum gemeint. 315 die morhe, merhe
(ahd. meriha, merha) die Stute. 329 bedarft vgl. 266 därfte, 268
dörffte. 336 zil wie 367 Capitel. 358 der zwölfbote der Apoßel.
390 er zug unorgan. Form, er zog. 396 Reinfal vinum Rifolium,
Wein Ton Rivoglio in Ißrien, Schm. 3, 95, 403 vor alten, f. zu XXII,
1209. 441 Gemeint fcheint das Gedicht Sibillen Buch, von dem ich
eine niederrheinifche Faßung in meinen Gedichten des 14. und 15. Jhdts
Tom Niederrhein S. 291—332 mitgeteilt habe. Der erwähnte Fürft ift Kai-
Ter Friedrich, der das heilige Grab gewinnen und alle Ungläubigen zum
Chriftentume bekehren foU. Vergl. a. a. O. S. 314 fg. Z. 520 fgg. 476
Mit den Juden find die Feinde des Evangeliums gemeint.
Biefes der Form nach fehr rohe und auch im Aufbau und der Faßung
der Gedanken nicht fehr durchfichtige Gedieht wird aus dem Jahre 1521
(lammen und zwar währendes Reichstags zu Worms gefchrieben fein, als
Luthers Sache dafelbß bereits verhandelt wurde, wie man ans Z. 27 erficht,
und die Vorladung an ihn ergangen war, doch noch ehe der Reformator
felber eintraf, wie Z. 312 fgg. lehren, die auf der damals im Volke gäng
und gäben Anficht beruhen, daß es zu einer Difputation kommen werde.
Das Gedicht muß alfo im März oder der erllen Hälfte des April entftanden
fein. Der Verfaßer war nicht eben gelehrt, wenn auch kein Bauer, wie er
fich Z. 479 nennt. Er bezeichnet Z. 477 Weißenburg als feinen Wohn-
ort Ich glaube, daß die im fränkifchen Kreiße halbes Wegs zwiTchen
Nürnberg und Angsburg belegene Stadt diefes Namens gemeint ift, nicht
das eUäßifche Weißenburg im Wasgau an der Lutter.
XXL
4 Blätter in 4^. Auf der Xitelfeite oben
Eyn kurtze anred zu allen mißgnfti
gen Doctor Luthers vnd der
Chriftenlichen freyheit
350
Darunter ein fchoner Holzrcbnitt, die Widerfa&her Latbets mit Tbierköpfen
darftellend. Vgl. Panzers Annaien 2 S. 34 No 1196. Lappenbeii^B Ulen-
fpiegel S. 416.
Der Druck gibt Z. 1 HErdt. freyndt. 2 herdt zwei Mal.
10 quellen wydel. 27 vnd der. 38 wurt. 41 verlembdte.
42 Jha. 46 wurt u. fo 48. 49 anriebig. 54 wirt. gr&ffer.
62 w{irt. 73 geordnet dem alß. 82 wider. 94 gefp&t
allezeit 100 Vnndt. 101 z&riuen. 103 eCfell. 111 tzu
famnen. 140 fyren lann. 145 freunden: zynden. 153 ochf-
chen. 157 Goth. 166 ftbe.
ERKLÄRUNGEN. Z. 4. Wer unter den Kreter Wedel gemeint fei, ift
nicht klar. Er fcbeint derfelbe, der im Mnmarus Leviatban als Weddele
auftritt; Tgl. Lappenbergs Ulenfpiegei S. 413 fg. 416. Der Beiname Kre-
ter fingiert ibn wol als Landsmann eines Volkes, dem Paulus (an den Ticus
1, 12) die bekannten Prädicate (Cretenfes mendaces, malie beftise, ventres
pigri) beilegt. 10 der queftenwedel Qnaßenwedel? vielleicht Attribut
des Narren bei beftimmten Gelegenheiten? 14 ferlich gefahrlich; fer-
lichkeit Z. 17 Gefährlichkeit, Zußand der Gefahr. 19 fg.~ Bezieht ürh
auf den Parquill Eckius dedolatus, deOen Verfaßer Wilibald Pirkheimer
war, r. Hagen 2, 63 fgg. Leus iß der Engländer Albert Lee aus Kent,
Caplan und Almofenierer bei Heinrich VIII, fpäter Canzler der Kirche zu
Salisbury und Erzbifchof von York, +13 Sept. 1544. Er war ein Gegner
des Erasmus, wie feine Annotationum libri duo in annotationes in nov.
teßam. Erafmi und die Epiftola apologetica contra Erafmum darthun. Dafür
wurde er von den deutfohen Humanißen hart gegeifelt: Eobanus Heflos,
Andreas Camitianus, FranciTcus Faber verfaßten fcharfe Epigramme gegen
ibn. Vgl. Duae Epiftole: He | rici Stromeri Auerbach! | et Gre-
gori I Coppi Calui medicorü: que ftatum | reipublicae Chriftia-
nae hoc fe | culo degener antis attfgüt. | Adiecta eft Andree
Franci Camitzi- | ani Epißola ad Pircheimeru*. | fnbiunctis
etiam in fino | libelli in Leum epigrammatis. | Lipfiie apud Mel-
chiore Lottherd, Anno etc. M.D.XX. (4 Bogen in 4^) daC Diij fg.
Im Dialoge Dococtiof) ift er mit einer der Unter redner. Auch Hütten
fchrieb gegen ihn eine harte Epillel (Opp. ed. Manch 3, 195 fgg.) die von
Mainz 1519 datiert ift. 67 Die ganze profkiTche Anrede bis zu diefer
Zeile ift mit Ausnahme eines kleinen ZuXbtzes Z. 8 — 10 (der Anfahrnng
+) DIALO I GL I DECOCTIO. | ECKIVS MONACHVS | Amico | Nutricem
Anchifsie fcis dicere amice, noverce | Archemori et patriam, 1 Ipfe tibi dicam
certo quis talia primus | Luferit, aude aliquid | Vranopetes. | Auf der Rück-
feite eine Anrede Bonis Theologis. Auf dem zweiten Blatte beginnt der
erfte der beiden Dialogen, der bis gegen Mitte der vordem Seite des 4ten
Blattes geht. Darauf Defperatio Lectori und ein Diftichon In Eckium mo-
nachum. Auf der Rückfeite des 4ten Blattes beginnt der zweite Dialog
Monachns, der bis zur Mitte der vordem Seite des 7ten Blattes geht. Rück-
feite und das ganze Ste Blatt leer.
_351
der übrigen vetgrandeiten Perfonen außer Marner und Wedel) Überfetznng
der Schlußrede des Murnams Leriathan Diij, die wir hier ausheben:
Chrißianae libertati oforibui univerfis S. ,
Adeße quicunque veritatis et eyangelii ChriHi hoßes, adelle, fpectate mife«
ro8 ao deploratos illos Lutheromaßigae , Thomam Murnar et Weddelum
caußdicnm. ante p'aucos dies homines fuere, nunc vero prieftigio quodam
qnod ßbimet conßltuerunt, diemonis cnjnsdam opera et incantamentis, cni
nomen Flatus, unus in draconem, alius in porcnm Terfus eß. quos ideo in
palam ezponimus Tobis omnibus, ut poßhac metum incutiat, ne et tos quan-
doqne transformemini in beftlas; tutum enim non eft, veritati refiftere et in
leges divinas diu impie agere. impune non cedit, fadant tos cantos aliena
pericula, qnia nihil profperatnm eft qnicquid hactenus a quibnsdam friTole
tentatum eß contra Lutherum. Eccius dedolatus et cum hoc exciCns eß,
Leus Terfus in porcum, cseteri omnes proßrati fnnt. et per Chrißum bene
res habet, dum juxta Teterum opinionem Pythagoricorum in beßias migrant
hominum animie et de corpore in corpus, modo non femel Tia tota praaclu-
das transformandi fe, gladio nimirum et feditione Taßante omnia. pericu-
lum fnbeß, niÜ quantocius reßpueritis. non prophana eß quam contemnitis
doctrina, Ted cceleßis, fed eTangelica. fi recipitis confilium, bene eß; fin
minns, nos quoqne in interitn Teßro ridebimus dicemusque Tobis iilnd CTan-
gelicum *cantaTimus Tobis et non faltaßis.' compertnm eß in hanc diem,
neminem eruditorum ac bonorum Tirorum fe oppofuifle Luther o, nifi tantum
craflbs, indoctos homines, corruptos mente et Tentri deditos, quorum finis
erit fecundum opera eorum. et jam fatis didicimus, quales fe prnbuerint in
eomm disputationibus. monachi et theologißie repulfi fnnt. nihil reliqnum
eß quam ut fpurios et infames homines, quin nunc lotrices et balneatrices
Tideamus coUuctari in hac harena, qui et accinxerunt fe, ut andicimus. me-
ditantur enim, quomodo articulis HuTfio falfo impofitis Luthero laqueum
injiciaat; Ted frußra jacitur rete ante oculos pennatorum. et hi ut faciant
allia, ita continget eis Ticiflim, appetunt enim infames efle. quinqua-
ginta fumus, jurati in hujusmodi fpurios et Tanidicos, et li nos non fuf-
ficimus, implorabimus et amicorum opem. de Murnaro hoc obiter prse*
famur, nunquam nos odilTe hominem, qui cum illo Bafilee, Francofordiie,
TreTeris amiclCfime Tiximus aliquando; blaTphemiam autem deteßamur, qua
domini noßri Jefu Chrißi et diTi Pauli eTangelica documenta conatus eß
contemerare. ad noßram injuriam ne murmuraremus quidem, Ternm in
Chrißi blasphemia ne patri etiam parcimus et matri et fratribus, qui idem
et rpiritum nobis fuum largietur, ut filii iniquitatis non apponaut nocere
nobis. dies enim domini adTcrfum omnes fhperbum et arrogantem et adTer-
fum omnes naTes Tharßs, qute funt naTes perfecutorum CTangelic» doctrinie.
Valete ut meriti.
100 der glaß der Glanz. fich darauf gelt (geit aus git, gibet) ßoh
darauf begibt. 103 Wer mit dem Efel gemeint iß, laßt fich in Ermange-
lung näherer Anhalbe nicht mit Gewisheit lagen. 106 Tormiß Termifcht.
118 fich eines dings erwegen hier in der Bedtg fich woia ent-
352
fchlidfien. 121 Mit dem Ziegenbocke ift Emfer in Leipzig gemeint.
122 Margreten Warmer (vom Margaretentag Mitte Juli genannt?) fcheint
üch anf ein Sprichwort oder einen Volksglauben zu beziehen. warm
Kom. Plnr. Warmer, in der folg. 2. warmen Dativ, niederdeutfche Form
ohne Umlaat 124 fch warmen, hd. fch wärmen fich in verwirrter
Menge bewegen, fall wie Ichwärnien. 125 er w oft niederd. Form wie
aach das heutige hochd. wufte für das eigentliche obercTwifte, wefte.
135 Friedrich den Weifen, den Befchutzer Luthers. 142 das gelfen
das übermütige Gefchrei. 146 Nemlich zwifchen Herzog Georg nnd Cbnr-
fnrft Friedrich von Sachfen. 154 fchroten hauen, fchneiden, fich en-
zwei fchroten fich in zwei Teile zerfprengen, zerplatzen. 157 got geh
hier wie auch fonft öfter bei diefer Conftruction rein überfluBig. 160
Eher würden die' Baaernmägde gegen dich fchreiben , Hyperbel, alles würde
fich gegen dich erheben.' 164 D reifen Dresden.
Die Heimat diefes Stückes ift offenbar, wie man namentlich aas den
letzten Anfpielungen erficht, Sachfen, vielleicht Wittenberg felbft; das nie-
derdeutfche Colorit der Schreibung beruht daher nicht anf Umfetzung aus
dem Oberdeutfchen. Die am Schluße angegebene Jahreszal 1522 wird auch
wol das Abfaßungsjahr richtig angeben. Im December 1522 fchrieb
Wolfgang Richard an Mechobachus (Schelhorn Amoßuitates literariie 1, 297)
*Venit ad nos Eckins, Muroarus et relicjui Luthero zoili in beftias picti,
quos ego mihi denuo depingi curavi' — womit ohne Frage das hier behan-
delte Stück gemeint ift, das alfo (wenn man die fchnelle Verbreitung diefer
pasquillantiTchen Schriften in Anfchlag bringt) nicht vor der zweitep Hälfte
des benannten Jahres erfchienen fein wird. Der Verfaßer nennt fich am
Ende I A: man denkt fogleich an Johann Agricola, der auch wol fonft
nur mit diefen Anfangsbuchftaben feines Namens fich nannte, vgl. Bücher-
fchatz S. 106 No 1628.
xxn.
8 Bogen ^32 Blätter) in 4<>. Auf der Titelfeite
TRIVMPHVS VERI-
TATIS.
Sick der warheyt.
Darunter ein Holzfchnitt: Chriftus in Wolken von Engeln umgeben, Urteil
fprechend über einen feiften Papft, den Teufel emportragen, wobei ihm die
Tiara eben abfallt. Unten auf der Erde rechts und links Betende, in der
Mitte eine Ortfchaft, von der nur die Kirche fichtbar ift. Unter diefem
Holsfchnitte fteht
Mit dem fcbwert des geyßs durch die
Wittenbergufcbe Nachtgall erobert
An diefes Titelblatt ift ein Blatt von doppelter Breite angeklebt, das nach
außen leer iA; nach innen aber zeigt es mit der Rückfoite des Titelblattes
zufammen einen langen Holzfchnitt, der alfo drei Qaartfeiten der Breite
nach einnimmt. Er Hellt den Trinmphus veritatis, den das Gedicht feiert,
bildlich dar, oder vielmehr umgekehrt, das Gedieht ift feiner Haupteintei-
Inng nach eine ins breite gehende Befchreibung diefes Holzfchnittes. Vom
Altane über einem Thore empfangen Engel mit Blasinftrumenten , im Thore
eine gedrängte Volksmenge mit Palmenzweigen, von der die vorderl^en ihre
Oberkleider ausbreiten, einen langen Feftzug. Auf einer Tragbahre, die R^
auf den Schultern haben, tragen die Patriarchen und Propheten vorn, die
Apoftel hinten ein gothifch ausgeziertes Gehäufe, das das Grab der heiligen
Schrift vorteilen foll. Ein Ritter zu Pferde, in der Rechten einen Palm-
zweig, Hütten darftellend, geleitet den Zug, während Kinder, mit Blumen-
körben an der Hand, Blamen ßrcuen. An den Schweif von Hnttens Pferde
iß eine Kette befeiligt, die die Feinde der Reformation umfpannt: voran
ein Papß, dem der Stab mit dem Doppelkreuze zerbrochen ift und die drei-
fache Krone vom Haupte fallt, neben ihm zur rechten ein BiCchof mit dem
Knimmftabe, dem ebenfo die Bifchofsmütze entgleitet, hinter beiden ein
wfifter Chor von Kuttenträgern mit Thierköpfen, unter denen am kennbar-
ften Murner mit dem Katzenkopfe und geknebelten Händen fchreitet. Da-
rauf folgt ein Thiergefpann : ein Adler, Ochfe und Lowe, mit dem Heiligen-
fcheine alle drei, ziehn einen Wagen, während auf dem mittelften ein Engel
mit dei* Fahne fitzt: es find die vier Evangeliften in ihren Emblemen dar-
geftelit. Zu beiden Seiten geht ein Mann in der Kutte mit einem Palm-
zweige, auf der rechten Karlftadt, auf der linken Luther. Auf dem bekränz-
ten Wagen thront Chriftus. Über ihm fliegen Engel die trompeten, andere
die eine Tafel mit der Infchrift *Ego fnm via veritas et vita' halten. Dem
Wagen folgen die Märtyrer mit Palmzweigen. Unter dem Holzfchnitte (auf
dem alle Perfoncn und Gruppen durch Über- und Beifchriften benannt
find) fteht:
Diftychon Hcrmanni Bu. Paf.
Hec vis hoc decus eft non enarrabile uerbi,
Quo premitur plus, hoc vincit ab hofte magis.
Zu diefem Holzfchnitte halte man den Triumphus Capnionis, der mit
dem unfrigen viel gemeinfame Züge hat. Münch hat im 2ten Bande der
Werke Hnttens ein Facfimile davon gegeben.
Mit Blatt aij beginnt das Gedicht, das mit abgefetzten Verfen, die volle
Seite zu 34 Zeilen bis nnten auf die Vorderfeito des letzten Blattes fort-
läuft, deJOfen Rückfeite leer ift. Die zum Teil merkwürdigen RandgloITen
geben wir alle unter den Lesarten. Bei jedem Hauptabfchnitte, d. h. bei
dem Auftreten jeder Perlon, ift mit einem Bnchftaben auf die gleicherweife
bezeichnete Figur oder Gruppe des Holzfchnitts hingewiefen. Ort und Jahr
des Druckes ift nicht genannt. Paginatnr und Cuftoden fehlen, die Signatur
28
854
gebt von aij aitj bis biij. Vgl. Baeherfbhati No 1470 8. 95. GervinuB 2,
380. Gudekes Grandriß S. 204.
Der Druck gibt Z. 1 Gebenedeyt feyfl nnd fo bäofig ey fnr ei.
JheXu. 2 todt. 3 todt b yberwüdeu. Am Rande Collorf. 1.
vnd 2. 5 am Rande 1. Cor. 15. 6 am Rande Ro. 5. yS Jo. 4.
9 freydt. Am R. Luce 15. 14 am R. Coliofr. 1, vnd 2. 15 fan-
den. 21 gfuert. 24 verhütet. 29 gelert. 31 botten.
39 Frewt. 40 fom (: from). 41 a. R. Gen. 3. 44 verHent. Am
R. Colof. 1. vü Ro. 5. 48 triumphiert. Am R.. Hebre. 1 tu 2.
51 gbünden. 52 am R. 2. Tbeff. 2. 56 Durch. 62 diefer.
65 am. R. Gen. 22. 68 fürt. 74 am R. Ps. 137. 76 am R. 2.
Reg. 7. 77 bftetgin. 78 am R. Heb. 1. vu 2. 84 getruwen.
92 am R. Co Hoff. 1. vü 2. Roma. 2 5. 101 am R. Daniel. 8. 2.
Theffa. 2. 107 am R. ICor. 15. Co Hoff. 2. 111 Coloff. 1 vnnd. 2.
113 fiert und fu 120. 123 am R. Johan. 14. 124 jbidem.
125 Math. 1. 129 am R. Pfal. 18. 135 fgg. am R. Luce. 2. 1. Pe.
1. vH. 1. Cor. 15. Ro. 5. vü. 1. joh. 4. 139 heiligt. 140 verhüttet.
143 btrng. gfwind. 146 gewaltig. triam phiren. 149
verfient. gnadt. Am R. Colloff. 1. 150 am R. Colloff. 1. vn. 2.
153 verfient. Am R. Hebre. 2. 174 %g. am R. Efa. 10. Roma.
1. 1. Johan. 2. 180 nü. 182 Yerhat. 189 am R. 2. Petri 1.
vnnd Heb. 6. 191 Ehe. 203 am R. Gal. 2. 206 fg. am R. Efa.
53. Colof. 1. vn. 2. 210 am R. Johan. 11. 213 am R. Johan. 3.
216 Vff das / das wej do glaubt in jhn. 229 klug. 233
zotteu: gbotten. 243 gewalt 255 fg. am R. Das wort Gotts ift
ein fchwert des geyHs. Ephe. 6. 260 zur. 263 bornnen.
269 Nur. Am Rande D% iß m4t de wort Gottes. 272 künen.
282 wyn. 293 fgg. am Rande Suma eins gantzen rechten waren
Chrilllichen leben. 296 nach. 299 gleych. 306 btrieben.
312 güts. 314 iderman. 315 fgg. am R. Hab Gott lieb etc. Vii
dP nechßen etc. In dießen zweyen gebotte hangt dz gantz ge-
fatz vTT die propheten Mat. 22. 319 glaub. 321 fgg. am R. Vn-
derfcbeid eins wäre vII erdichten glauben. 324 heyligen. Am
R. Johan. 1. 325 Darum. 336 bewieffeu hott. 339 fg. am R.
Luc. 10. Math. 13. Als abraha. Jo. 8. 346 am R. Pfal. 18. 352
verhietten. 355 verhüt. 361 thüren. 364 nem on an. 374
am R. Johan. 5. 377 blüt. Am R. Johan. 1. 378 herrn. 383
am R. Johan. 3. 384 am R. Colof 1. 385 Roma. 1. vn. 3.
387 fg. am R. Johan. 1. Ro. 8. vu Gal. 4. 389 gütter. 390 am R.
Hebre 2. 391 fgg. am R. Coloff. 2. 1. Corint. 1. Joh. 11. Col. 2.
vii 1 Cor. 15. 2 Cor. 5. Colof. 1. 399 am R. ColoH 1. vii 2.
405 gfüch. 408 han. 414 glaübenn. 416 verkindt. 423
frnndt. 424 heyligen. 435 wüß. 442 Vnd Bopft. 447 %g.
am R. 1. Cor. 12. Ephe. l. vü 4 Col. 2. Ro. 2. Ps. 117 et 1. Pc. 2.
4h\ nn. Ära R. Hie vö lefe ei büchlein genant vom alten vn
355
uewen glauben. 462 Keyrerthom gerungen. 4ö6 a. K. Mattb. 80.
457 am R. Luce 22. 458 am B. Borna. 13. 459 am B. 1 Petr. 2.
462 am B. Actum 3. 465 drnms. 466 ^g. am B. Aber anders
fcbreyben darnö Lauren. Valla. Nico, cardi. Ton Cufa Antho-
nius ertzbifcboff tö florentz vn andere. 476 J he. 479 Diß.
reichem. 481 fg. 1. Petr. 10. vn Actü. 20. 488 am B. 1. Cor. 9.
491 fgg. am B. Merck dreu ding die das EndchriAifch reych
▼ fffl meyll hannd geßerckt vnd vffbracht. 491 dreu. 495
dreüen. 502 am B. Math. 16. 504 am B. Jobann. 10. 509 fgg.
am B. Ein cbriftliche gemeyn iß die chrißlicb kirch. 517 am
B. Daru fey auch der gwalt der fchlffeln in allein gebr, ja in
irem finn. 535 am B. Tehff. 2. 543 %g. am B. Hie tö Itfe her
Virich von hatten in eym büchlein darin er anzeygt wie fich
die bepß gege den teütfchen keyfern gehalten habe. 554 m&ch.
556 vatter. 557 fgg. am B. Deren einer iß gewefen bapft
jnnocentius der vierd / wider keyfer Fridrichen des namens
dem andern. 560 m5ch. 561 ehe und 562. 563 fgg. am B. Der
bapß verbaut nymans fünde tu vnglaubens halbe fonder ymb
land vn leut / vnnd fein gefatz zu halten. 571 a. B. Schlachten
dz ift metzgen. 574 a. B. Johan. 21. 576 a. B.Math. 7. 577 a.B.
Bannen von geltf chulden wegen. 586 a. B. Mathei. 5. vnnd Luce.
12. 588 am B. 1. Petr. 5. Job. 21. 589 am B. Luce 22. 590 am
B. 1. Petri. 5. 591 am B. Math. 23. 595 weyther. 597 hatt.
598 am B. Schlünig das iß glücklich. 601 gleyh. 603 am
B. Dir. 25. c. jdeo premittente. 606 gfetz. Am B. Daniel. 9.
▼ Dud 2 Teff. 2. 612 am B. 2. Petri. 2. 613 riert. 618 fgg. am
B. Von verbott der fpeyße wider Paulu Collof. 2. vnnd Thi-
mo 4. 620 zotten. 621 ver hotten. 622 am B. Math. 15.
624 am B. Von faßen diß. 5 eap. de conferuatione et cap. de ob-
feruatione. ieinniorum. 631 am B. Von feyren. 637 fgg. am
B. Von verbott etlicher grad im elichen ßand. 643 fgg. am B.
Von der verbotte ehe der pfaffenn münch vii nonnen da von
diß. 27. ca. prefbiteris. 643 verniegen. 644 wyther. 645 ehe
▼ erbotten. 650 am B. Gene. 1. 651 fleyß. 652 am B. Qene. 2.
657 am B. Math. 19. 663 am B. Leyder. 668 viel. 675 verdawen.
676 Dewt 679 am B. Nemlich winfcht er der tenffel fols jm
geTegne. mynthalben wie es wiL 680 geraht. 686 wurt. 688
hnrey. Am B. Oalla. 5. 689 am B. Math. 5. 691 fgg. am B. Hu-
rerey iß vil geringer in bapßs regiment / dan ehelich zuwer-
den. 696 verfiendt. 698 guttr. 699 ehe. 700 würt Am B.
Jamers willen. 701 verdrieben. 703 fgg. am B. Dif. 28. Si
qnis doenerit Et dif. 28. c. Si quis difcernit. 705 gfchwey. Am
B. Math. 19. 707 am B. 1. Gor. 7. vnd 1. Thimo. 3. 710 am B.
Tit. 1. 716 am B. Von diefem künig ließ Lutherum in dem
buchlein genant der garnß / von offenbornnng des endtchrißs.
718 am B. Gene 1. 721 ehe und folg. 722 vndert banck.
356
724 hfirerey. 725 ehe. 730 gethon. 732 am R. Math. 19.
740 Crilten. 742 nnr. 746 am R. Genefis. 2. 747 eheftandt.
749 am R. Galla. 5. 758 am R. Verbot der pfaffen £e / tregt
iars den berw61ffenn groß gelt za. 762 am R. Vonn ierlicher
empfahrg des facraments Ca. Omnes höines vtriafqae fezua etc.
767 am R. Von der heymliche beycht. 771 am R. 2. Cor. 7.
773 gethon. 775 am R. Johan. 15. 776 am R. Vo der heim-
liche beycht. 780 yerniegen. 786 am R. Von ymbßenden der
runden ynd jr.en th6chtern vu eften. 790 Füften. 794 artznaj.
796 am R. 2. Cor. 9. '798 fgg. am R. Vö den vor behalt nen
feien vnd von jerliche erkaufften gwalt zu abfolaire. 806 vor-
behalten. 808 beychther fic. 809 am R. Redimieren / dz iR
16ren. 813 am R. Validiert bekrefftiget 825 am R. Remitiern
dem obern zu weyffen. 826 nur. 827 fcheflien. 831 that.
833 buchßen blafen. 834 lintfch. 838 ehelland / vnelich.
843 befchorn. 844 fein / der fie. 846 erwider. 851 Nu.
an fehlt. 854 nur. 855 fgg. am R. Kin treu wer raht wie mä
fich in gemeltem fall halte Toll. 858 veereterey. 860 beychR.
fic. 862 fieren. 869 vndichtigen. 872 am R. Math. 8. 876
am R. Ro. 8. 877 Ofee. 13. 878 am R. 1 Cor. 5. 879 yhe.
880 Efaie. 18. 884 h6ßen. Am R. 2. Cor. 11. 885 am R. Math. 4.
886 am R. Luce 21. 887 wüß. 889 am R. Roma. 8. 890 am
R. Hehr. 2 vnnd Efaie 28. 893 fünft. 896 am R. 2. Theffa. 2.
897 Solch vnd. 903 am R. Von fieben jerige buffep. 906
am R. Als fie da vö rede. 910 hiemel. 912«findt. 919 gfiert.
926 erdichten. 935 ihe. 937 leygt. 938 reylich. 949 am
R. Fledermeüß find bullen. 960 hymelreych. 962 obberiert.
963 vnfuld. 966 am R. Ja als gewiß als die gens fcheyffen.
968 das. 978 fchweyn. 990 Nur. 995 am R. Ofee. 13. Efa.
44 vnnd 45. 997 am R. Roma. 3. vnd Tito 2. 1000 am R. Math.
22. 1003 am R. Math. 19. 1004 am R. Gene. 1 vnd 2. 1010
wüß. 1011 fgg. am R. Der ablaß ift fchediich / da er fürt vo
gott vff menXchen gedieht vu eygene werck vnd vermeffenheyt.
1014 am R. Ro. 3. 4. vnnd 5. Gal. 2. 1023 verzeigen. 1024
fgg. am R. Ro. 3 vn Tito 2. Chrißus hatt vns gottes guft vnnd
huld erworben Coli. 1. Chriftus warnet vns vor dem EndchriR
vnnd falfchen prophete Math. 24. 1036 am R. Roma^ 14. 1038
am R. Marci. 16. 1040 am R. Merck weyter vö fchinderey des
ablaßs. 1044 fgg. am R. Dan wan fie fchö lang ablaß uß gethey-
len / hannd fie nit deft minder / er koß fie auch nicht dra lie-
ben fie auch nicht. 1046 Sihe. 1055 fgg. am R. Alfo m&ffenn
wir Teütfchen des endchrifts diener (die vnns fchindenn) auch
befoldenn. 1061 fgg. am R. Wie mä de ablaß einfüren muß mit
großemm fpiegelfechten. 1074 ehe. Am R. Ein ander kaoff-
manfchatz des ablaß. 1075 hauß. 1086 am R. Von widerker
des vnrechtfertigenn guts. 1102 fgg. am R. Mit ablaß befoldet
357
der bftpß die / die Jm helffea kriegen wider feyune fynd.
1110 am R. In dem b&chlin oben angezeygt. 1116 des. 1121
am R. Der heyligen kircben folt ich Tagen. 1124 am R. Wie
ein kw in ein metkßloch. 1132 am R. Math. 26. 1142 am B.
Vonn offner bnß. 1152 zur. 1160 am R. Was nutz tB den
offnen bnßenn zn zeytten rolgt. 1165 nnr. 1170 am R. Wie
Xie mit den armen weybernn ^u zeytten handeln. 1171 abgehet
1182 am R. Vom zehenden £xod. 22. Nnme. 18. Hebr. 7.
1195 am R. Nume. 28 1196 priellerthom. gefeyn. 1197 Heh-
re. 7. 1198 am R. Math. 5 vnd. 10. vnd Hebr. 7, 1201 am R.
Math. 5 Tnnd pfal. 109. Hebre. 7. 1206 prieAerthom da nab.
1215 am R. Lenitici. 11. 1245 am R. Schiachten dz ift / metz-
len. 1257 am R. Gene. 3. 1268 Jan. 1328 am R. Als fie es
nennen. 1330 hürerey. 1331 am R. Vom Endchriftifchen gots
dienft. 1342 am R. Dan fie nyemant gehorfam leyften / dan
ihrem obern. 1378 am R. Es ift ein fegfeiir / aber nit dz / ds
der bapft / tu die reyne erdicht haben. 1389 am R! Vö den end-
chriftifchen gute wercke. 1414 am R. Math. 15. Efaie 29.
1418 am R. Von heylige ehr. 1420 heyligen. 1428 in fey: ab-
g5ttrey. 1436 am R. 1. Johan. 2. 1440 fgg. am R. Hebre. 7
Roma. 8. 1. Thimo. 2. vnd Hebr. 9. 1446 am R. Actum. 4. 1450
Johan. 3. 1454 Ofee. 13. 1462 zeytten. Am R. Daniel. 14.
1464 am R. Von erdichter erfchynnng der feelen. 1468 Muß.
1474 am R. Vonn mißbrauch der meffen. 1495 heyligen.
1497 heyliges. 1509 am R. 1. Cor. 11. 1545 vnfere. 1553 fgg.
am R. Aber gottes dienft ynd gutte werck / von menfchen er-
dacht vnd erweit / find fiind ror got. Luce. 17. 1575 verfienen.
1580 am R. Johan. 15. 1581 Johan. 6. 1583 2. Gor. 3.
'1Ö91 am R. Gott yerbent alle menfchen leer vnd gebot. 1595
Deutro. 4. 1597 Deutro. 5. 1601 Deutro. 12 und fo bei 1603.
1605 Math. vlti. 1607 Johan. 13. 1609 2. Johan. 1. 1611 am
R. Math. 3. vü 17. Marci. 9. Luce 3. 2 pet. 1. 1614 han. 1617
Gal. 1. 1618 hiemelrych. 1623 gbawen: ruwen. 1637 Luce.
21. Math. 6. 1642 am R. Wie Paul, verkündiget hat. 1. The. 4.
1652 am R. 1. Johan. 4. 1 Theffa. 5. 1658 gefünd. 1660 ver-
hntt. 1665 gedacht. 1667 verhütten. 1672 am R. 34. q. 2 ca.
Quos dens. 1679 am R. So doch chriftns der felß (als auch
das fnndament) allein ift. 1. Cor. 10. Luce. 1. Math. 17. 1687
am R. Ja in feyner kirchen die da ift einn Sinagog fathane.
1693 am R. Daniel 9. 1708 am R. Dan der bapft vergleycht feyn
recht dem heiligen Euangelio dif. 19. c. fie omnes etc. 1712
bleyben. 1727 fieren. 1737 jhrn. 1738 am R. Der meyfter
vonn hochen finnen. 1744 obberiert. 1745 Interpretiert
vßgelegt. 1746 am R. Ponderiert vß gewegen. 1747 Sophi-
ftrey Heydnifch kunft. 1755 am R. Scotus vnd Thomas. 1765
«in fehlt. 1769 am R. Hugo Cardinal. Nicola, de Itra. 1783 am
360
than leicht in das häufigere tbon umzufetzen wäre , fchwerlich aber wol
man in mon. Vgl. übrigens über diefe Trübang des a zu XIX am Schlnße
S. 346. 20 der gl aß wie mhd. der Glanz. 22 auß wie auch 55.
88. 158 und vorauß 2016. drauß 1U7. 1271, während fonft faß immer
nß; ebenfo uf, hus (Haus): muß 635: uß 1075. 24 verhütet wie 355
verbot, 352 und 1667 verhüten, neben verhütet 140, verhüt 182.
1660, letztere Formen alfo mit Rückumlaut; t erbitten fteht in allen diefen
Stellen nicht im Sinne des einfachen h&ten, wie wir es einige Male fchon
gehabt haben, z. B. 28, 2. 5, fondern heißt 'durch Hüten abwenden,* nicht
aber im guten Sinne, vielmehr im bofen, gewiflermaßen Veghüten* d. i.
durch Hüten abhanden kommen laßen. 27 zu im zu ficb. 29 nur
wie noch 156. 159. 162. 249. 269. 320. 487. 510. 544. 633. 721. 742. 826.
990. 1165. 1192. 1194. 1196. 1300. 1538, 1571. 1594.1689. 1690. 1698. 1936.
1973, das ältere niur, zuf. gez. aus ne wsere es wäre denn, außer, im 14
Jhdt auch fchon nur. 35 zugeftalt wie 536, geftalt (: gewalt) 239.
444. 1845, beftalt (gewalt) 1666, alCo mit Rückumläut, neben geftelt
(: weit) 913. 36 glauben wie 46. 209. 322 mit Umlaut, der im Mhd.
den Verben in oa fehlt. 37 rieh d. i. rieh Reich, und fo noch i fnr ei
durch den Reim gefordert in fin (efle) : Martin 85 : gewin 1252; fint
(Feind) : hofgefint 49; ziten : Beeilten 1462; nicht mit Notwendigkeit ge<
fordert in fin (elTe) : drin 733 : in 917. 1050; gefin : fchin 1196; fin
(Pron.) : fin 380 : min 2030; drin : Tchwin 977; milen : wilen 1288;
bliben : vertriben 1993; glich : williklich 299; fliß : paradis
651; und außer dem Reime findet fich min 1607. 2006; din 31; Hn 1829.
1818. 144. 304. 394 fg. 713. 728; fine 389; fins 1826. 1926; finr 1699;
fim 223.. 608. 1136. 1218. 1658. 1683; bi 195; bim 632; biwonen 2003;
in 1041; win 1951; dwil 251. 614. 758. 762; witer 644; fin 1193; fint
98. 478. 1127; finden 79; fin (efle) 446 fg. 628. 1031; bliben 1995;
verzihung 1499; lichtlich 1250; villicht 2007. 40 fom Saame.
41 der fch lange Mascul. wie auch im Mhd. 59 allfant, zunacfaft für
allefamt. Ahd. famant, mhd. fament, fehr früh fchon famet, f am t
und f)päter mit eingefchaltenem p (wie kumpt, nimpt,. zimpt) fampt. Die
Form in nt findet fich auch bei Brant (im Reime auf lant 43, 19 mid auf
haut (habent) 136, 18), fie fcheint der fchweizerifchen und ellaßifehen Mund-
art befonders eigen. Auf demfelben Wechfel beruht die eben diefen Gegenden
eigene Form kfunt (venit) für kumet, kumt, die fehon bei Boner in der
erften Hälfte des 14 Jhdts fich findet, z. B. 3, 10 heimlich diu fträl der
Zungen kunt gefchoggen üg des argen munt. 15, 64 der arme ill ficher
zaller ftunt, der riebe ug verebten niemer kunt. 16, 40 da von kunt dik
grog erebeit. 19, 7 wenn der alt kunt an den tag. 42, 12 fi fpracfa 'da
kunt ein winter bar.* 42, 14 vil licht kunt etswenn ouch der tag. Ebenfo
in derfelben Zeit bei Nicolaus von Straßbnrg: wä von kunt dag? Mjlt I,
265, 19. unfer berre fuochet etliche wife in der er ime ze helfe kunt ib.
273, 6. ie merer da hellebrant in kunt, ie wirs in wirt ib. 279, 11. als
menig guotiu begirde von dir kunt ib. Z. 27. nü der vater ftirbet, lo k an t
der fun ib. 281, 7. dag eg von im felben kunt ib. 294, 20. fo ir vü sno
aefi
einander knnt ib. 300, 13, (neben knmt ib. 388, 6. 303, 40 und knmet
293, 37. 295, 26). DieJTes knnt auch in Diocl. Leben 5285 : zu ftnnt, im
Beichtbuche (ed. Oberlin) S. 88, wo auch künt (ich findet S. 10. 72. 73
(aus kümet 72. 79), 'ferner bei Heinrich Sufo Wack. Lef. I, 888, 28 niut
knnt Ton hertekeit, eg knnt von minneklicher Zartheit. Auch in Branta
Narrenfchiffe öfter und zwar im Reime 37, 5 ein iedes ding wann es nf-
knnt z&m höchften, feit es felbft zfi grnnt. 38, 42 wer krank ift, der wer
gern gefunt und acht nit we die hilf bar kunt. 38, 62 und daß die fei
ror werd gefunt e dann der liplich arzet kunt. 57, 17 und wart wo dir
Ton bimel kunt ein broten tub in dinen munt. 71, 13 der in der fchriber
pfeffer kunt, der vogt, gwalthaber und fürmunt. 75, 7 zum minft er s&
▼erAechen knnt, doch l&g er und heb nit in grünt (wo der Text kumbt
gibt). S2y 21 all bfchiß iez von den buren kunt, all tag haut lie ein nn-
wen funt. 93, 12 n-un galt der win knm zehen pfunt: in eim monat es dar
t^ knnt daß er iez giltet drißig gern. 25, 9 ir wartet biß das ftundlin
knnt, fo bzalen fie bim minften pfunt. 94, 27 mancher ein erben über-
knnt, dem lieber wer, in erbt ein bunt. 95, 65 es ünt noch Werktag vil
und mere, wann du fchon fnleft in dem grünt, nß gitikeit als laßer knnt.
So findet fich dann auch, wiewol feiten, für die 3. Plur. kunt und kont
ans koment: Boner 40, 39 in der Hs. A, der Zürcher Perg. Hb. des 14ten
Jhdts, wo Benecke kont gab. Auch nint für nimt findet fich fchon bei
Boner. Das find Beifpiele des nt aus mt. Aber auch auslautendes m wird
bei manchen Schriftftellern in n abgefchliffen nach Vocalen und Confonan-
ten. So findet fich für kam oder kom des Prät. kan und kon, fchon
im 12ten Jhdt Wack. Lef. I, 191, 3 durch dog chon der vater nnde der
fnn nnde der beilige geift in die tougini fancte Mariün libis. Und dann
4»ater Tochter Syon 382 ich twanc des den gotes Ibn dag er her abe üf
erden kon. Boner 48, 53 in ein hüs ich gelber kan, ein wip ich marterön
began. 82, 30: hän. Und analog jenem kont= koment einkon=ko^
III en alfo für Particip und InfinitiT, fürs erftere in Halbfuters Siegsliede
▼on Sempach W. Lef. I, 932, 17 er was ein frölich man. diß lied hat er
gedichtet, als er ab der fchlacht iß kan. Rnffs Adam und Heva 3843 er
iü der fom, kon von der fchlangen, für den letzteren im Vorfpiel zum
Etter Heini 350 ich bin i^ üch gefant, minem herren se hilf kan und wider
den Türken helfen fchlan. Es TerAebt fich von felbft, daß hier das zwei-
mal vorkommende kan in feinem Alaute nicht weiter zu argieren iß, es ift
Schreibweife, gefprochen iß es ficherlich worden kon. Weitere Beifpiela
des auslautenden n für m find: Ternan : gewan Hartmanns Lieder 17, 13,
und bei dlefem Dichter fonß noch rnon (glorta) : tuon Erec 900. 4357. 1
Büchl. 971, : bnon Kree 5481; ob h ein : ßein Erec 434. : Tulmein ib. 1405.
9720. : fchein 8017. : dehein 9407. : mein Qreg. 565. In den letzten Wer-
ken Hartmanns, dem armen Heinrich und Iwein, kommt diefe Freiheit nicht
mehr vor. Bei Qotf^ied Ton Straßburg begegnet b6n Ml. 2, 49, boun 2,
21; in der Tochter Syon trdn = trottm Z. 95 eg wirt alleg als ein tron,
des gelonbet, tohter von Syon; bei Bruder Wemher troun MS 2, 163
din I6n iß als ein rieher troun, der n&ch dem fläfo fwindet. du htö in
29
368
minen mant geftricket dinen zoan «te. Forner bei Gotfried honicfein 2,
8. 47, 22; bei Ulrich von Türheim he in : Iwein 1416, und diefe« Pi^tttal.
667 (: rerfwein), Diociet. Leben 7942 (: geftein), ebenfo b*in in Griesh.
Pred. 6*. 8«. 12^. 18b. 30». 38^. 84>». lOU. 107». 115*». 118» und h»in-
lich dar. 60b. loib. I02b. llib. 240«. heinlich T. Syon 2. und iminer
im Beichtbache, auch Hpt Ztfchr. 2, 228, 37, wo auch Z. 27 diu heinli.
Chi, das aU bain liehe in Grtesh. Predig. 145 «• 174^ lieht; he in aach
öfter im Narrenfchiffe, fo 3, 7 der verdut daa fo im got bat geben hein,
darin er fchaffher ill alein; 34, 33 und gat berämt doch wider heia and
dreit am haU ein müleußein (wahrend 33, 60 heim : keim nemtni). Ferner
irretuon Betcbtb. S. 11, 71 (neben irretuom 63); ruon : tnon Dioei.
Leben 9105, und derfelbe Reim bei Hugo vpn Langenftein Diut. 2, 112, wo
auch gezan (decebat) : fürfpan ib. S. 123« wie im Kother 295a genau
(iVimpßt) : man. Sehr häufig lobefan, fo im EckenUede, im Orendel n. f. w.
Von au8)autendem n nach Confonanten merken wir an und zwar aach r
das gotiriediTche ßurn, wnirn 2, 4, am (pauper) : yarn Ulr. v, Türh. 644,
mir iA nieman ze arn Hpt Ztfchr. 2, 228, 37, am (braohium) : gevara T.
Syon 523; nach 1 in haln MS. 2, 163 a du ziubeß mir den ha In ab eiaer
jungen katzen vor. Vgl. übrigens weiter aber diefen GegenAand K. A. Hahn
zu den kleineren Gedichten des Strickers 10, 9, Emil Sommer za Koarad
Flecks Flure und Blanfchflur Zeile 307, G. Tb. von Karajan zum Botha der
Rügen in Hanpu Zeitfchrift 2 S. 14, Sommer zur guten Frau daf. S. 391.
84 getrüwen wie auch 1437, langes ü noch haftend lur nhd. ea.
fo auch in türen 226, nüwen 1210. 1262, trüwen (Subft.) 1988, fründ
1607, lüten 1272, fchlünig 598, üch 1870. 1878. 1889, verdroßt 270;
und in b^weifenden Reimen frünt : Terkünd 331. 423 : fand 386. 1498
: fünd 1517 : verkünt : fnnd 531. 1866 : verkünt : günt 550. 95 kreua
ohne genitiv. Flexion lür kreuzs. das frone kreni das Kreuz daa
dem Herrn (Chrifto) gehört, das heilige Kreuz. 99 serknltfcht wie
noch 1825 zerquetlbht, zufammen gedrückt Schm. 2, 377 gibt zerkBÜ%-
fchen contundere, conqnaflare, zerknitfehung contaUo. In thüringiToliar
Mundart zerknetfohen zu Brei drücken oder treten. 100 zerllrGt
mundartlich fchweiz. für zerftröut; ob für ön wie 6 für ou, vgl. XVIU,
197. 101 gedöt getodtet; mnndartlicb Media für Tenuis im Anlaate, wi»
noch öfter in diefem Gedichte: dnfent 164, dant 200, dapfer 254^ dre»-
lieh 574, gdorftig600, Tordriben 701, nndüchtig 869, Yerdilkt 1656,
angedaft 1935, bedört 1418, doli 1587, dantelmere 1706, Terdra-
gen 741. 117 und es wider haben (neml. wir zu haben an ergän-
zen) wie 1662; und fcheint hier in der Bedtg Viewol' za liehen. VgL zu
273. 158 zthan d. i. se than. Ober die Apocope vgL au 2029. than
wie 892 Infiniti? für thon, th&n. 160 Juoh Ausruf der Frende, daher
juchzen jauchzen« 165 einchs d. i. einichs irgend eines, noch Z.
745, oben 90, 4. VgU zu 1765. 174 anbeut anbietet. 180 gehaben
für gehabt gehapt, alfo ftarkes Particip für fchwaehes, fcheint auf einer
Verwechslung des haben mit heben (bebe, huop, bnoben, gehaben) sn
beruhen. Sonft finden fich in diefem Stüeke noch ein paar Mal fiillche
863
ftsrite Partteipien , fo gehören fiir g«börfc Z. 334 der gleich wir nie me
hand gehören fagen (wo wir jetzt freilich einen falfchen Infinitiv anwen-
den Vir haben nie Üagen hören';, gewöUen Z. ö44 was lio nur hand ge-
wollen (:indhellen), gelofchen für gelöfcht Z. 1547 fie hand den glau-
ben anfl gelofchen (: getrofcben). 192 zu Jeß zuletzt. Stellen für
diefe Form aar Tochter Syon 21 S. Ö3. 204 uuangefehen abgelehcn
daTon daß, ungeachtet, fo anch Z. 703. 1128. 219 nach iftfolch ler
▼ ergeben jedoch ift folche Lehre umfonft; nach Hebt hier für noch in
der Bedtg doch, wie noeh in Ruffs Adam und Ueva 309 wie wol hiA gfin
du, Luciler, vor got in fulcber großen eer, noch hat diu zier und gwalt
ein end und blibft verdampt in dim eilend. Etter Heiui 3151 wie wol min
vater hurtig was von Underwalden, zMelchtal faß und nit vil uf den her-
ren hatt, noch hett ioi dpencion nut gfcbatt 3496 groß übelzit wie wol
ich batt, noeh han ich dpencion nn gnumen« In tfnferem Gedichte findet
Geh in diefer Bedeutung nach: 823 wann nn Tcbon der pfarher hat dat
fein gethon, wirt im nach etliehe uß genomen, als ob es hieße nach wirt
im etc. d. i. wenn er auch bereits das Becht der Abfolntion erhalten hat,
gleichwol werden gewifle Fälle ihm entzogen. 675 das er nach nit ver-
dauen kan, deut doch wol dreißig jar nu dran d. i. obwol er bereits 30
Jahre daran Terdant, gleichwol (nach) kann er mit 4ier Verdaonag nicht
SU Ende kommen. Die Bedeutung 'gleichwol, jedoch' ftellt fich heraus, wenn
anch im Vorderfatze nicht ausdrücklich Viewof oder ein ähnliches (lebt;
ja man kann es als trotzdem, nichts defto weniger' faßen an der Spitze
eines neuen Satzes, zu dem aber die frühere Rede immer die Voraasfetzung
liefert. Unfer obiges Beifplel Z. 219 erklärt lieh: wiewol Johannes lehn,
daß der eingeborne Sohn Gottes aus Liebe für die Welt dahin gegeben
worden ift, ift doch diefe Lehre umfonft. 715 nach ni&ß der g fändet
han etc. d. h. wiewol Paulus ausdrücklich fagt, er habe über die Bewah-
rung der JungfrauTchaft kein Gebot erhalten, fo* erklärt doch der Papft den
Friefter für einen Sünder, der lieh verheiraten will. 735 nach fecht von
difer keufohheit wegen etc. d. h. ob wol man ße zur Hurerei förmlich
zwingt, da fle ja alle nicht wider ihr Fleifch und Blut können und fleifich-
lieb handeln mäßen, fo nennt man lie doch geiAlieh. 973 nach band fie
gelockt ete. d. h. obwol es gar 'kein Fegfeuer gibt, alfo anch keine £r*
löfnng daraus, etwa dnreh Geld, trotzdem haben fie uns verfuhrt den Ablaß
zu nehmen. 1134 nach hat er etc. d. t. obwol Chriftus ausdrücklich ge-
waHfame Selbfthllfe nnterfagt hat, trotzdem hat der Papft IIa in feii^em
Banne angewendet. Femer bezeichnet noeh die Fortdauer einer Handlang
oder eines Zuftandes in der Vergangenheit (etiam tunc, tum), in der Gegen-
wafTt (etiam nnne, adhuc) und in der Zukunft (reliquuro eft ut oder bloßes
Futurum). Auch, in diefem Sinne Aeht in fchweizeriichen Denkmälern
nach; fo in nnfbvem Gediebte 1483 ja uns die nach hie leben. Yurfpiel
cum Etter Heini 43 Ae, thSnd gemach, jehnt nach nit bu! Etter Heini
2802 baft du dem fchriber nit gefeit, daß er bunt hab infunderbeit, fo thft
es nach nnd gang fchnel hinl An diefes letztere auf die Zukunft gehende
noch fcbließt fich das hinzufügende in der Bedtg 'dazu, weiter,, ferner,'
864
das ftttch nach heißt, fo b«i uns oben Z. 798 naoh weifi ich einen iaiilen
fratsen. 1182 naoh ill ein griff. 1217 naoh merkl 1418 naoh weiter
hand fie nna bedört. Das wäre das adrerbielle noch. Aber auch das ans
anderen Beßandteilen begehende gleichnamige Bindewort (ne^e) wird sa
nach; Z. 1604 du folt alein dem herren thon was ich dir gbent, nicbs z&
nach Ton. 1972 weder £ur lebend nach fnr tot. Btter Heini 619 nnt
gilt der eid nach kein gebot. 222 einig einzig f. an 1765. 227 h*ts
hier MascnL die Hetze. 229 gefchwind rchlao. 241 ^.nn über-
wunden der warheit eine fchwierige Conftruction, die zweifach erkl&rt
werden kann; entweder als abfolnter Genitiv d. h. ans diefem yerdorben,
als wenn es hieße unüberwundener warheit, inricta Teritate (vgL
'während des Kampfes' für "währendes Kampfes*), oder mit kühnerer Ver-
wendung des Genitivs, vom Begriffe des Überwindens abhängig, fo daß alfo
unüberwunden nicht adverbieU, fondern adjectivifch zum vorangehenden
i n (enm nemlich Luther) ßeht. Solche Genitive, bei Verben, die den Begriff
des Angreifen«, Kämpfens haben, kennt die alte Sprache: er beltuont in
kampfes, er fnochte ftrites u. f. w. Siehe Gramm. 4, 679 fg. 245 ver-
fchoßen muß wol fo viel als zerfchoßen Xein, durch Schießen gewifler-
maßen zerläftert; fo noch Z. 553. 248 achte achten möge. 256 ob
Baumadv. oben. 258 einem zwahen wie 1919 einen wafchen, figüriich
ihn gehörig abfertigen, f. zu 70, 28. 269 die ftrebkats ziehen mit
einem mit einem breiten, von einem Spiele hergenommen, wo awei Teile
an einem GegenlUinde (vielleicht einem Stricke, Taue) nach entgegengefetz-
ten Seiten ziehen. Vgl. Schm. 2^ 345. Zarncke zum NarrenTchiff 64, 31
S. 404. 263 das gefchwürm verwirrtes Saufen und Schwärmen, dann
wie 1566 der Schwärm. das hörnen ift wol fo viel wie bnrren das
Brummen, Saufen. Stalder 1, 246. Schm. 1, 193. 273 und während,
wie noch 729; f. zu 117. die hanbe, hauben Kopibedeckung von
Männern und Frauen; es greift in an die hauben es geht ihnen an
den Leib, packt üe. 274 fürher hervor. klauben kleinere Dinge
mit den Fingern auaefen. Schm. 2, 349 fg. fürher kl. heißt hier über-
haupt ans Tageslicht bringen, wie das folgende offenbar machen.
282 bolz in diefem Sinne f. Gr. WB. 2, 235 No 8 und 229 ig. f. v. hold,
wo es als ans diefem Worte verderbt hingeßellt iffc. 284 metsbank
Sohlachtbank. 323 anderwerb wie 964 zum zweiten Male. 352 be«
volhen (fonA auch bevolchen gefchrieben) richtige alte Participform , mhd.
ich bevilhe bevalch, bevulhen, bevolhen. 355 fo veft (wie fonß
vaft) fo fehr. 361 türren was eigentlich 'den Mnt haben* heißt, hier in
der bekannten Verwechslung mit dürfen 'die Erlaubnis haben." 369 an
fch eitern gon wie 562 (vergl. e{L trümmern gan) in Stücken gehn; das
fcheit, Flur, die fc heiter die Stücke in die ein Baumklohtz gefpalten
wird. Wir haben heutzutage bei diefer Redensarjt das Gefühl, daß fch ei-
tern Subftantiv ift, verloren, es klingt uns wie ein Verbum, daher wir es
auch klein fchreiben (fo z. B. Rückert vor der Hamafa St. 4 *das enge
Leben freilich geht zu fo heitern*). Dazu trägt namentlich der in diefem
Sinne uns nicht mehr geläufige Gebranch der Präpofition 'zn* bei und das
365
moderne Verbnm feh eitern (s. B. ein Schiff febeitert, ein (Jntemebmeii
Tc heitert), das Tielleicht erft ans dierer mitrerftandenen Redensart, aaa
dem Dat. Plnr. fleh als Yerbam fellgefetst bat. 379 der furfpreeh wie
1433. 1435. 1438. 1892 der Ffirfprache tbnt. Unfer Farrprecher ill neuere
Bildung, wie ans wi^age propheta Weisfager (der Weires fagt) mit Um-
dentnng geworden ift. 381 fin fein d. i. klar. 889 all mit ein d. I.
alle mit einem einer wie alle, alle mit einander. 394 verfc blanden
Yerfcblmigen, mit Übergang des nd in ng. 395 ledig los. 396 die
p rächt (mbd. braht) das lärmende Qerchrei, anders als 444. 475. 398
und Ton dem HöUenrofte, auf den wir nemlich gebraten worden waren ^
daher noch nnfer Ansdmck Höllenbraten. 405 der genieß T. 29, 10.
450 fleh yerkretsen fleh wnnd reißen Stalder 2, 130. 464 bercho*
nen befchönlgen. 467 nemlich Conßantin. 469 erheit erlogen. Stald.
2, 81 gibt erheien, erhien etwas frecher Weife Ingen. 476 ie hier
weniger in der Bedtg immer, alfo an aller Zeit, als j e d. i. en irgend einer
Zeit. 479 es ben> einen an einem dinge es hat einer genng aa
etwas. 488 simlich angemeßen. 492 der fnrfchlag das Yorwärta-
kommen, Emporkommen: fchlag hier im Sinne des Verbums fchlagen
den Ort ändern, fich begeben, geraten, z. B. in Redensarten wie ans dem
Weg oder in den Weg fchlagen, einen Weg einfchlagen, nmfcblagen, ansfchlA-
gen, naehlbhlagen n. a. Schm. 3, 440. 494 obentear f. tu XVIII, 32.
503 in alln ihnen allen; Tgl. 389. > 524 fnrgeben yorgeben, yorfchützen,
wie ffir wenden 597. 787. 549 das gefert, geferte die Qefammtheit
derer, die mit einem fahren, immer bei ihm find, alfo Genoßen- und Die-
nerfchaft; Tgl. das ge finde yon find Weg. 552 gunt gegönnt.
564 Ret Städte. 566 der fach folcher Sache. 580 jehen fprechen*
581 die nngefaorfame der Ungehorfam; die gehorfam 781. 583
der befchiß wie 1456 der Betrug. 597 des deflen. 598 fchlünig
fehleunig (abd. fliumo continno.) Die Randglofle 'gl^cl^l^ch* f. S. 355 med.
beruht wol auf Misyerlländnis. 600 gdorftig d. i. getürßig kühn, yon
tnrren Mut haben. 613 r{irt berührt, erwähnt. 620 die eote (abd.
diu zota yillos) eigtl. Zotte; hier fchon auf dem Übergange in unfer nhd.
Zote, nur daß es noch nicht fchmutzlge Rede ganz in unferem Sinne be-
dentet; bei lame zote wie 260, 33 und lamer bofs unten Z. 1144 feheint
in lam mehr der Begriff ärmlicher Schwäche zu liegen. 623 gecken
muß 'gehen machen* heißen, alfo wol zu giehen, gäben gehören. 642
yern&gen wie 780' genug fein. 654 globen d.i. geloben. 662 hurei
wie auch 684. 687 neben bfirerei. 666 nach feinem f^g wie es lieh
ihm eben fugt, je nachdem es ihm pafR. 669 fparnofelin. Geht auf
das Lied in Mumers lutherifchen Narren Z. 3991 fgg. (Ansg. yon Kurz S.
132 ^g.): fo wil ich das fparnöffli Jingen. Der Kehrreim des Liedes ill
Immer fparndifli. Mit Bezug darauf heißt es in Paraphil. Gengenbachs
Noyella Z. 830 ir weren dannocht in üwer zeli bliben bi dem fparnöff-
11 n. 1082 der meffner X^rach *o Mvrnerlin, fing mir ies das fparnöfflinl*
1092 er fitz ies bim fparnöfflin zart. Aber in TJtz Eckfteins Reichstag
(Schelble 8, 875): Mumar heU lieber ein barnöffii. Im Karfthans (Kurz
366
a. a. O. 167, 33): das laeB mandel «ins hübfeheu parnörel am gefeU.
Gödeke erklart im Gengenbach S. 697 das Wort als das parnöfrii (das
in s gekürzt) bos ad prefepe natritnS) von der barn die Krippe^ die Raafe
(Bea. WB. 1, 89) ond öfru Öcbslein. Br ftutzt fich dabei aaf die beiden
letzten Stellen und aaf das fchon von Kurs beigebraohte parnofifch in
Kberlias anderm Bantsgenoßen (anf Bl. 1 p. m.): Ift es nit ein blinder
yolg, daß ir glouben geben den ToUen, bücbigen predigem, fo B euch Tagen,
ehriftlteh kirch hab geboten bi totüund se halten Co tU tag nnulhörUoh au
isftenl das iA aber uoch fcbimpflicher, fo fie ufseichnen in mathematilcher
nfirechnung, welche davon entfchnidiget liend oder nit, und doch da bi all-
wegen ein angel der fcrupuli laßen in den gewißen, als ob man viUicht
eigner blödigkeit zft vil gloube, do mit unnfhörlich unr&w bleibt in chrift-
liehen hersen nnd dodnrch folich bnehvater und m&rlin prediger allweg x4
fchaffen haben mit den lenten, fo fi parnofirch ire gewißen urteilen nnd
erfchrecken. 671 hätfchen einen fchleppenden, fohleilmden Oang haben,
Scbm. 2, 269; er hetfcht mit er fchlendert mit. 672 fcbl^cbts wie
1038. 1446. 1629. 1599. 1664. 1893. (vgl. zu 2008) durchaus, fchlechterdings.
673 bei Adv. dabeL 676 er deat er verdaut. 678 in naehgen-
der frift nachmals, Tpäter. 681 lg. Gemeint iß das 1615 erfchienene Ge*
dicht Die mule von Schwindelsheimund Gret muUerin jaraeit.
S. Lappenbergs Ulenfpiegel S. 399. DieTe Bemerkung fetct die Autorfchaft
Murners außer Zweifel, di« bis jetzt nur auf der einen Angabe im Dialog
zw. Pfarrer Und Schultheiß ruhte, f. oben 153, 11. 684 gewon (wie
mhd.) gewohnt. - 687 eiger wie ^hd.) ahd. eigir. Flur, von ei. Gramm.
1, 679 ig. 692 die magt feit zu ßucken die Magd geht in Stücke
fcheiut zu heißen *üe kommt nieder.' 698 domne d. i. domine.
715 mit gf erden mit böfeu Ablichten. 716 der knnig von geb erden
wie 753 der nicht von Rechts wegen, fondem nur äußerem Gebaren und
Anmaßung nach König Ul, neml. der Papft. 722 ander die bank gon
bei Seite geben, aber verächtlicher, fleh fortpacken. Grimm WB. 1, 1107.
729 und C zu 273. 759 vaß wie Ter, Verftarkung dazu. 762 oa
fchera wie fonil äne fpot in der That. 770 got ia Dativ. fröL
geber Nomin. wert lieb und angenehm. 775 nicht nichts. 788 eß«
von aß bildl. Übertragung auf die Verzweigung des GeCchlechts. 798 der
Irats die Albernheit. 802 die großen köpf wie 1167 die reichen, vor-
nehmen JUente, hier die höhere GeiftUchkeit. Ich alten ßoßen (fchalta,
fchielt, gefchalten), eigtL von Schilfen gebraucht, von diu Tchalte die
Stange mit der man das Schiff vom Lande ßößt. 808 er gedar, dar
C türren 361. 810 plapert L zu 129, 20. 825 berwolf d. i. wer-
wolf: 829 mit gf erden f. 715. 833 ins bnchrien blofen ins
Bncbschen blalen, Strafe bezalen. Grimm. WB. 2, 69. 477. 479. 884
lundifche hofen Uofen von feinem englifchen Tuche, das von London
kam. Schm. 2, 480. 836 fent f. zu 2, 28. 846 z^ jar übers Jahr.
850 meinftend.i. meiften mit unorgau. £infchiebttng des n. 859
gen geben f. zu XVIII, 23. 860 du beichft für du beichtß. Weg-
laßnng des t wie fchlechd 1599. nichs 1604, vergl. iina 142, 1«.
867
865 der pfeffer die ftark mit Pfefier gewiinto Brühe beC über Hafen-
nnd Günfeklem, Schm. 1, 306; lafi in ein pfeffer daran machen t t.
a. onfer *lafi &» fichs einmachen, einbökein.' 867 den braten fchmecken
den Br. riechen, d. i. etwas merken. 876 auf etwas bochen feßes
Vertrauen worauf haben. 883 wort ohne Flexionsendung für Worten
Bau Plan 892 tban f. sn 158. 898 das widerrptl das Gegenteil.
938 er mach uns gottes kinder fein kann wol nicht als rechter
Acenfatiy mit. dem Infinitiv gehen, da uns Ton mache abhängig an
denken ül, ebenfo wie oben 7, 11 da0 ich eneh alle in dem ingeweid Chrifti
a& Xein begere. 30, 23 das haben wir alTo gefohehen mit nnfern äugen
gefehen. 196, 29^ fie werden in kürz fefaen Och gefohent fein. Richtige Bei-
l^iele des Accnf. com Infin. find 7, 26 daß er Si9 gar bat wollen Üch der
weit entfchlagen. 0, 27 Pharao ift der feine priefter wil befitoung af der
erden haben, li, 12 von dem fie nrfach und anfang irer freikeit uf fich
komen fagea. 33, 33 Teine nachvolgen wil er rolkomen fein. 17, 6 und
als dann thfit er nicht wie ir gefagt die apofteln th&n follen. 35, 11 er
hat gewölt die apoftel und ire nachkomen» priefter und gelftlicben, im am
neehften naehvolgen und in feinem beifpil leben. 110, 13 bekenn die dii^
war foin. Von anderen infinitlTifchen Conftrnctionen merke ich an
8, 13 wie ich dann hoffe gefchehen werden. 24, 6 ich glaub mügllcher fein.
37, 23 daß fie nit übel gethon haben gefehen werden. 87, 35 daß ir gefe-
hen werden furften s& fein. Siehe Grimms Gramm. 4, 114 fgg. Zamcke
anm Narrsalbhiff 19, 8. 108, 1. 929 er nemi. der Ablaß. er bat im
Til gölten er hat ihm (dem PapAe) viel eingetragen, Diefe Bedtg von
gelten auch im Pfaffen Amis 1325 46 riet dem phafen fin muot, moht er
den betriegen, dag wssr ein nüze» liegen, es gulte im folhe miete dag
er fin hüs beriete seinem halben järe. 932 eines dinges one fein
(&ne fin im Mbd.) ledig fein. 935 es zerrint einem an gelt (mbd.
geldes) das Geld geht ihm ans, gebricht ihm. 338 retlieh (mhd. rili-
ehe) reichlich. 948 Gemeint find die päpftlichen Bullen mit den wach-
lernen Siegeln. Die Beseichnnng fledermeufe fcheint hergenommen von
den gleichnamigen Steckbriefen einer Gefellenbruderfchaft hinter einem un-
ehrlichen Mitgliede her. 952 goch d. L gach (mhd. gäch) fchnell, eilig.
958 wu wo. 959 under Xtch hinab. 964 anderwerb t au 323.
975 mit gehets locken Ausdruck von der Jagd genommen. 989
tauren dolere« onfer danern. 1019 vertilket wie 1872 und 1556
verdilkl vertilgt 1071 der gleiß der Glans; mit gleiß und fchein
glänsend und fichtbarlich. 1079 er will auf das Land fließen, übertreten.
1080 trumpeltrei von trnmbe, trumpel Trommel: thörige Dinge
die mit Lara ausgefchrieen werden. 1088 unrechtfertig gut unrecht-
maßiges Gut, f. zu 88, 36. 1102 der lift Mascul. wie im Mhd. 1103
der zu inr dar z& mit lautloferem e für a. 1121 he If eben d. i. hei-
lifchen höUifchen; vgl 1124 fchebig. 1129 die tröu die Drohung.
1138 gefein Part gewefen. 1142 eins, eines adverbieller Genitiv
des unbeßimmten Pronomen, einmal; es fpielt aber nach 'nun' hinüber,
1144 lamer bofs vergl. 620 lame zote. 1151 fonft (älter fnnft aus
368
ruft iur ftis To) fngt hier mit einer gewUTen Unbeftlmmdieii cn den Torigen
Ausfegen eine neue ähnliche, mit ihnen unter eine Kategorie fallende hinan.
Der Sinn wird deutlicher, wenn wir den Sat^ auflöfen: einer der einen
Todfchlag gethan, oder geraubt, gemordet, Brand gcAifket oder Tonil to
eine Sunde begangen, etwa eine Jüdin gefchwangert hat. bekennen
wie fonft erkennen im Sinne wie Heb üeifchlich Termtfchen. 1153
menglicbf d. i. menniglich, jedem. 1178 pfueh wie 1297 pfni, auch
in Seb. Branta Narrenfchiffe 4, 27, wozu Zamckes Anm. S. 309. Hbd. in
der Tochter Syon 259 nu pfuch dich, Wcrlt, du fchanden Tag. 1209 von
alten wie XX, 403 vor alten. Liegt ahd. dag alta (fenectue und vetn-
ftas Graffl^ 197) zu Grunde oder ift es Dat. Plur. des Adjectivs, wobei ein
Subft. wie ziten ausgelaßeu ift? 1216 zünfelwerk gebort wol zn sün-
zeln, zun fein flackern, wovon zünfelein Flitterchen, Schmeller 4, 276.
Unfer 'Wort hieße danach Flitterwerk. 1220 die auf priefter" bezogen,
was in prießertum (leckt 1278 gebückt gebogen wie 1264. 12^9 -bei
wilen f. V, a. under wilen zuweilen, von Zeit zu Zeit. 1290 vergoben
f. zu 142, 20. 1326 geßreckt erftreckt 1337 apoßützlerei Xnper-
ßitio, hypocrifis f. Grimms WB. 1, 536 fg. Zamcke z^om NarrenTchiff 106,
21 S. 453. 1340 in an. 1346 mumlen die Lippen oft und leife be-
wegen, Schm. 2, 575. Hier vom heimlichen Patemofter- und Brevierbeten.
kerren durch4ringend fchreien, Schm. 2, 324, wie fonft plerren, auf
das es hier reimt 1347 fg. die fieben Tagzeiten, vgl. zn 143, 38. 1361
hofieren ein hofifches, galantes, feines Wefen treiben; mit fonft hofie-
ren wurden wir etwa wiedergeben durch *mit andern freien Künßen.* Über
den Gebrauch des fonft, vgl. oben zu 1151. 1364 der roraff war eine
Figur an der Orgel des Straßbnrger Munfters, die durchs Windwerk mit in
Bewegung gefetzt wurde: fie machte dann allerlei komifche Bewegungen
und Grimacen. A. Stöbers AlTatia 1852 S. 189 — 242. Sagen des Elfiaßes
492. Kurz zu Murners luther. Narren S. 242. Zamcke zum Narrenfohiff
91, 34 S. 434. Die Zufammenfetzung des Wortes iß klar: äffe bedeutete
fchon im Mhd. einen Menfchen, der durch feine Dummheit den Leuten zum
6potte dient (Ben. -Müller 1, 10) wie fpäter und bis jetzt einen Thoren,
der alles dumm und lächerlich nachmacht Gr. WB. 1, 182. Hier iß alfo
die grotesk- komifche Figur eines lächerlichen Grimaciers gemeint, die durch
ein Wind röhr, eine Windröhre, (daher ro raffe) in Bewegung gefetst ward.
Das Straßburger Mfinßer wird aber nicht die einzige Figur diefer Art ge-
habt haben, wie mtfn überhaupt in damaliger Zeit und fpäter (noch mehr an
Uhrwerken) folche einzelne'^Fignren und G nippen, auch Thlere n. dergl. die
fich künßlich bewegten, fehr gern anbrachte. So zeigt unfere Stelle einen
folchen Rohraffen in Zürich, wo der Dichter nach Z. 2002 lebte, denn er
redete doch ofit^nbar von dem, was er tunachß vor Augen hatte und es iß
nicht anzunehmen, daß er auf den Rohraffen in Straßburg aiele. Seb.
Brant braucht das Wort zweimal, 91, 34 wo es klar )ß und auf den Straß-
burger gehn kann, und 92, 17 wo es eine allgemeinere Anwendong erfiUirt.
Er fkgt da: manch narr halt floh gar hoch dar um, daß er nß welfohen
landen kura und ß zii fchfilen worden wis, s& Bononi, Pavi, Paris, zftr
369
hohe Sien in der fapienz, ouch in der fch&l z^ Orliens und den roraffen
gfehen hett nnd Meter Pier de Conniget, d. h. mancher rnhmt lieh, daß
er anf ansländifchen Schulen (lädiert, Kund und .Wunderwerke gefehen und
mit berühmten Männern verkehrt habe. Hier ßeht alfo roraffe, wie ich es
auffaße, überhaupt für einen fehenswürdigen Gegenßand. Jene Stelle 91,
34 fetze ich hierher, weil ich daran die vom Herausgeber abweichende Er-
klärung einer andern knüpfen will. Braut Tagt: do werden pfründen wol
verdient, fo man dem roraffen z{l gient (gyent d. Dr.) d. h. da ver-
dient man fich auf gute Art Pfründen, wenn man auf dem Chore den Rohr-
affen angient, gewiffermaßen mit ihm um die Wette gient; gienen iR
fchreien, Schmeller 2, 52, hier wol mehr unnütz plaudern. Und zu diefem
gienen ziehe ich das giene 62, 33: wann man ein narren glene hieß,
mancher lieh an den namen ftieß. Zarncke nimmt dies giene (wie der
Druck gibt gyene) für jene illos (f. S. 400^. 282b) «nd bemerkt dazu
daß trotz diefem Plural der Singular ein narren gefetzt fei. Aber gyene
für jene ift unerhörte Form und Schreibung; gener wäre denkbar und
ein niederdentfches gin (vergl. Wack. Lefeb. I, 776, 6 de gin derjenige),
beides aber Brauten durchaus nicht zuftändig; gefchrieben konnte nach den
Eigentümlichkeiten des alten Drucks nur fein jene oder jhene, denn das
yenen 112, 2 hat Zarncke felbft S. 469 b &ls Druckfehler für eynen er-
kannt (vielleicht könnte es auch für yeden ßehn). Ich nehme giene für
ein eigenes Sobftantiv, das ich freilich fonft nicht belegen kann, zu jenem
gienen fchreien gehörig und in der Bedtg von gienlöffel, Schm. 2, 52,
ginöffel (meine Klopfan No 27 Z. 1) Schreihals. Diefe Bedeutung pafll
auch einzig zum Sinne der ganzen Stelle, wo von nächtlichem Hofieren,
gut- und bösartigem Lärme, Ständchen und Nachtmufiken und dergl.
die Hede ili. Brant will fagen: es liegt nur daran, daß man das Kind
nicht beim richtigen Namen nennt: hieße man einen folchen Nachtwandler
nnd Nachtzügler Giene, Schreihals, dann möchte ficb mancher an den ver-
ächtlichen Namen flößen und von der Sache laßen. Eine fpätere Ausgabe
(Bafel 1574) fetzt für gyene, das alfo damals fchon unverAändlich gewor-
den zu fein fcheint, Lemphen d. i. Lumpen, das man aber nicht in der
fchlimmften Bedeutung 'nichtswürdiger Kerl' zu nehmen braucht, fondern in
der auch heute noch (namentlich beim Verbnm lumpen, herumlnmpen)
üblichen "Herumtreiber,* besonders 'nächtlicher Herumtreiber,' wo es dann
wol für giene (das nur das Lärmen mehr betont) eintreten konnte. 1366
hülzen von Holz; das hülzcn gelechter^baculi in ilramine jacentes
fymphoniaci, die Strohfiedel. Frifch 1, 562 b. Es iß bemerkenswert, wie
hier das Orgelfpiel als der Würde des Gottesdienßcs widerfprechend
bezeichnet wird. In diefem Sinne äußert fich auch iin Neuen Karßhans
Toben S. 26, 11 fgg.) der Bauer: *als ich ein Jüngling war (fagt er) wenn
man da in den Kirchen orgelte, gelüßete es mich zu tanzen.' Auch Agrippa
von Nettesheim rechnet das Orgelfpiel mit zu den unwefentlichen Ceremo-
nien, die der Kirche eher gefchadet als genützt: De vanitate fcientiorura
deelam. cap. 60 de ceremoniis. 1385 eim d. i. einem. die ürte die
Forderung des Wirts für die Zeche. 1395 ernauen fetz^: ein älteres
30
370
ernilwen voraus, erneuen. 1399 ufmutzen anfputoen. 1402 der
koft der Aufwand, wie die koftung 14:6, 23. 1403 uf die welfch
monieren nach welfcher Mode. 1404 die kappe die Kutte, der ManteL
1460 es trifft einem in die kuchen es kommt einem in der Köche
zu Pafle. 1472 vgl. zu 144, 2. 1488 fünderlichen befonders. 1489
d. i. im Todeskampfe. 1498 gtrauer wie fonll getreuwer und ge-
trüwer. 1577 gunft hier Masculinum. 1585 in eim fchwank in
einem Schwünge, fchnell. 1586 als (alles Genit.) durchaus. 1594
dem wie 1736 Genit. Sing, unfer deren, für das damals fall einzig noch
geltende richtige der, f. zu 1781. nur gebraucht wie wir noch Tagen
'und deren nur zu viel,' vgl. Z. 1698. 1598 umb ein meiten, vgl. zu
XVni, 7 die Anmerk. 1934 nit ein mit. 1622 1er ift Genitiv von was
abhängig. 1623 gbuwen wie buwen 1680, f. zu 15, 11. 1624 nf
erdichten ruwen auf gemachte Reue, die keine ächte, innerliche Heue
ift; der ruwe fchwaches Mascnl. wie Xcbon im Mhd. einige Male ftatt des
gewönlichen Harken Femininum, fo auch bei Brant im NarrenTchiff 110^,
92 fo vocht man dann den ruwen an. 1627 ein feler fchießen.
Diefe Redensart gibt feler wol in feiner eigentlichen Bedeutung, gebildet
wie das Gegenteil Treffer. 1628 klein genießen wenig Vorteil ha-
ben, d. i. gar keinen. 1632 vergl. zu 117. 1634 das mol d. i« mal
Malzeichen. 1638 fpitzlin f. zu 148, 4. 1641 er vergicht er be-
kennt, von verjeheu. 1643 überhand Oberhand, Snbilantiv, nicht wie
wir es jetzt fälfchUch faßen, Adverb. 1670 bar für her ellaßifch-fchwei-
zerifche Form. 1673 foufl oder fo, das alte fiis oder fo fo oder fo
1676 die gefchrift fpalten wie ein urteil fpalten XIX, 124 d. i.
etwas in feine Teile zerlegen, analyfieren und daraus eine neue Comhination
machen, daher dann erklären und urteilen. 1681 ftempenei wol iu glei-
cher Bedtg mit ßemplerei f. zu 122, 13. 1686 erbat fich in orden
gefchickt hat fich in den Orden, in diefe Ordnung und Stand der Dinge
zu fchicken gewuft, ßch mit ihnen vertraut und fie fich zu Nutze gemacht.
1706 ein dantelmere iiV eine alberne Gefchichte, dalTelbe der Bedtg
nach wie dantmere, tantmere, obwol es nicht zu tant (NarrenpoiTen),
fondern zu tanteln trödeln, tantler Trödler, Altverkäufer, Schm. 1, 448
zu gehören fcheint. 1707 beweren mhd. bewieren beweifen. 1719
die nas biegen in dem Sinne wie wir Tagen eine Nafe drehen. 1722
fpecht fpäht, erl\)äht, merkt 1729 undern henken ligen laßen
unbeachtet und verachtet bei Seite laßen, vgl. zu 722. 1735 behaben
behalten. 1736 die lache kleines flehendes Waßer, Schm. 2, 431.
1738 fpitz wie 1761 fein, fubtil, vgl. zu 124, 13. Hier fcheint zonächft
Scotus, der doctor fubtills, gemeint 1746 au£i Quentchen heraosgewogen.
1765 einich hier = einig 222. 1869 einzig; ein anderes ein ich f.
zu 165. 1769 Hugo de S. Victore f 1140. Kicolans de Lyra
Franziscaner, doctor planus et utilis, Lehrer der Theologie zu Paris und
Verfaßer tlieologifcher Schriften, fec. 14-- 15. 1772 bloe (blo = blä
blau) enten Lügen f. Kurz zum luther. Narren S. 198. Gr. WB. 8, 82.
1777 die Widerfechter der Reformation, die man als Thiere karrikierte*
371
wie auch der Holzfchnitt zu dielbm Gedichte zeigt und der xu dem unter
XXI mitgeteilten Stacke. 1781 dern wie 2023 Gen. P!ur. für der nu-
fer jetziges deren, vgl. zu 1594. 1782 d. i. fie (leben wie die Rotzjun-
gen da, verblüfft wie kleine cfnngen, die fich die Nafe noch nicht fchnäazen
können. 1825 zerknitfcht f. zn 99. 1830 Änfpielung auf die Fabel
Tom Efel in der Löwenhaut. 1917 fgg. Vergleiche zn der Rede Karl-
Aadts die Randgloflen oben bei den Lesarten. 1919 f. zu 258. 1924
die fchanz (franz. la chance) der Glfickswnrf, hier nberhi^upt bildl. Spiel.
1928 befcheißen betrügen f. zn 583. 1934 ein mit f. 1598. 1944
on alles wenken ohne Wanken, feft. 1954 erhalten feßgehalten.
1965 nid Haß. fich eines dinges verwegen wie erwegen, lieh wozu
entfcb ließen, es wagen, es auf fich nehmen: daher dann unfer verwegen
aadaz. 1980 wart ans der vorigen Zeile zn ergänzen und würt gem. w.
1985 Ikip. man wird fie dann nicht mehr ehrerbietig grüßen, überhaupt
keinen Refpect mehr vor ihnen haben. 1989 mit geding mit Hoffnung,
neml. auf Erhörung. 1990 die mumfchanz wie das einfache fchanz
19^; mumfchanz fchlagen heißt nach einem Vocab. v. 1618 (Schm. 2,
575. 3, 374) parfonatum aleatorios nummos ponere, iis pofitis laceflere col*
lulbrem. 2008 fchlechts geradezu vgl. zu 672. 2015 widergelt
RmckerftattUDg. 2022 dweil für die weil wie auch 596. 778. 800. 847.
855. 1003. 1043. 1100. 1130. 1186. 1206. 1378. 1511. 1549. 1554. 1557.
1654. dwil 251. 614. 758. 762. 1245. Sonft findet fich diefe Apocope des
Artikels die noch im Nom. Sing, dfchrift 319, dfpeis 690, dwarheit
1644, d lügen 1643; im Acc. Sing, dhanben 273, d hellen 545, dhel,
878, dbank 722. 1173, dbeicht 847. 863, dwelt 757, dwarheit 1166
1810, dfünd 785. 1021. 1158. 1562, dkißen 967. 1056, dkuchen 1460
dgötlich hnld 887; im Nom. Flur, dbepft 442, dheiden 741, dgroßen
köpf 802; im Acc. Plur. dpropheten 416, dmünch 803, dfinger 1335.
Vergl. zu XVIII, 11. Aphärefis des Artikels findet fich im Genitiv Sing,
des Masc. vons teufeis gwait 151. 396, unds teufeis gwalt 878. 1900,
durchs Propheten mund 1453, ans bapßs reich 1994, dans glau-
ben 1013; im Nom. und Acc. Sing, des Neutrums unds evangelium 317,
unds unrecht 1474, ins büohflen 833, umbs gelt 982, dans halb
1092, ich bins Hecht 1854, ders fchäflein 1864, anchs gfatz 1883,
unders gfatz 1881, *s grab 1739, und in Verfcbleifung mit dem vorher*
gehenden Worte dies fehwert 459; im Dativ Plur. des Mascul. undern
henken 1729, und verfchleift z^n toten 960. (Vgl. zun Hebreem 254, 17.)
Das war über den Artikel zu bemerken. Souß findet fich Aphärefis im
Neutrum Sing, des perfönlich gefchlechtigen Pronomens, es, alfo damits
zuletft 1688, mit den fies als band w. d. 1762, wies fich bat erfunden
242, und endlich noch Apocope in der Präp. ze, neml. zthan 158, zfchei>
tern 562.
Der Verfaßer diefes Gedichtes nennt fich Zeile 2000 und 2034 Hans
Heinrich FreiermSt: es muß dahki gellellt bleiben, ob diefer Zuname,
der einen freimütigen Mann bedeutet, nicht (wie es fcheiuen könnte) erdichtet
372
iß. Er fagt ferner, daß er zu Nürnberg auf dem Sande gebaren fei,
offenbar einer Straße diefer Stadt, die an dem vorbei fließenden Flnße,
der Pegnitz liegt, wie gleichnamige Straßen fich auch in andern Städten,
z. B. in Erfürt finden; jetzt fei er wohnhaft zn Zürich in der Schweiz.
Auch wenn der Dichter diefe Nachricht von fich nicht gäbe, würde die
Sprache feines Gedichtes die Gewisheit bieten, daß er, obwol znr Zeit der
Abfaßung und yielleicht länger Vorher fchon in der Schweiz wohnend, doch
nicht aus diefem Lande ftammen könne. Es müßen fonft die Eigentümlich-
keiten der fehweizerifchen Sprache, deren fich kein eingeborner Dichter ent-
fchlagen kann und mag, ftärker ausgeprägt und durchgreifender gebandhabt
fein. Ja ohne die nicht zu bezweifelnde Angabe nnrnbergifcher Heimat
hätte man verfucht fein können, diefe etwas mehr nach. Norden oder rich-
tiger nach Nordweften p rücken, ich meine nach jenen mittel rheinifchen
Gegenden zu, in denen nieder dentfche Einflüße den oberdentfcben Idiomen
begegnen, die noch bis auf den heutigen Tag, fo fehr fie auch zurück ge^
drängt find, in den dortigen Mundarten fich fühlbar machen. Ich bemerke
namentlich in unferem Gedichte den Gebrauch von irgent 1061, nirgent
1042 (der im neuen Karfthans 6, 12. 33, 17 feine volle Berechtigung hat)
und der Yocale in Unvermögen (: geflogen) 1049, ernauen (: bauen)
1395, die durch den Keim außer Frage geftellt find. Doch vielleicht iJft im
Gebrauche folcher Wörter und Formen die Einwirkung der Sprache Luthers
fühlbar: fie find alfo angelernt, nicht angeboren. Merkwürdig aber iß es
mit dem Druckorte unferes Gedichtes. Er ifk nicht angegeben und fcheint
auch durch aus nicht in der Schweiz gewefen zu fein: das zeigt die Anwen-
dung des u für u, ü för &, wobei auch fonft noch manigfache Verwirrung
herfcht. Ein anderer Grund iü die Polemik gegen die Abendmahlslehre
Carlftadts, die fich gegen den Sinn des Dichters in den Randgloifen von
Zeile 1917 — 1998 findet. Wäre aber das Büchlein unter feinen Augen, ja
man kann fagen überhaupt in der Schweiz gedruckt worden, wie wären
folche Bemerkungen möglich gewefen? Wenn man nicht die Oberfendung
des Manufcripts in eine vielleicht gar mehr niederdentfche Gegend und den
Druck dafelbfl (wo man u und & nicht kannte und die Typen dazn kaum
hatte) annehmen will, fo muß man fich entfcbließen , den uns zn Gebot«
Gehenden alten Text für einen Nachdruck eines älteren aus der Schweiz za
halten, der aber ganz verloren gegangen zu fein fcheint Die kritifche Be-
handlung verlangte aber die Herftellung des Textes im Sinne des Dichters
und fo ift diefes & und vk richtig, wie es in allen fehweizerifchen Dmcken
üch findet, durchgeführt worden. Der Yerfaßer war, wie er Z. 2004 feiber
fagt, ein ungelehrter Mann d. h. kein Gelehrter von Profeffion. Ungebildet
aber war er keineswegs: das zeigt die ganze Behandlung und Ausführung
feines Gedichtes, auch der nach damaligen Verhältniflen keineswegs robe
Versbau, der fchon weitere Übung verrät. Er ift in der heiligen Schrift
fattelfeft und auch in der polemifehen Tagesliteratur bewandert. Die Citate
in letzterer Beziehung vermitteln uns die Abfaßungszeit des Werkchens. So
wird in der Randglolle zu Z. 16 Luthers Garuß citiert, eine Schrift, die
der Reformator im J. 1522 ausgehen ließ, vgl. Panzer 2, 67. 254 Z. 669
373
(verg). dazu) wird auf Thomas Mnrnes großen lutherifchen Narren ange-
fpielt, der Mitte Decembor 1582 die Prefle verließ. Alfo vor dem J. 1633
könnte nnfer Gedicht keines Falls entßanden fein. Nun findet ficb aber ein
näherer Anhaltpunct in Z. 1240. Es iß vom iTraelitifchen Jabeljabre und
feiner Anwendung auf chriftliche VerhältnilTe die Rede und der Dichter meint
dann foltens dem iez nach geleben,
all keuf der g&ter wider geben
im jubeljar, als wirt noch heur,
glaub mir, das lachen wurd in tenr.
Damit wird offenbar auf das eintretende papiftifche Jubeljahr, 1525, ge-
aielty das noch heuer wirt, in diefem Jahre bevorfteht. Das Gedicht
muBe alR>. im Anfange diefes Jahres gefchrieben fein, oder, wenn man das
henr nicht au fehr betont, wenigftens doch im Winter 1524 auf 25. Diefe
Zeit beilimme (konnte man verfucht fein zu glauf^en) noch eine andere Stelle
nemlieh Z. 676, wo es von Thomas Mumer heißt, er habe ein Stück vom
rohen Narren gefreßen, mit deffen Verdauung er gleich wol nicht zu Ende
kommen könne, obwol er nun fchon dreißig Jahre daran verdaue. Hält
man dazu die Nachricht, daß Mumer im J. 14d4 Priefter geworden (Lap-
penbergs Ulenfpiegel S» 389), fo käme, 30 Jahre dazu gerechnet, das Jahr
1624 herans. Allein das wäre eine falfche AufCaßung des dreißig an die-
fer Stelle, das hier vielmehr eine nnbeftimmte größere Zal bedeutet: er ver-
dant fchon eine lange Reihe von Jahren daran. Vgl. J. Grimms Rechts-
altertnmer 218 fg. W. Grimm zu Vridank 4, 17.
xxin.
11 Blätter in 4. (2 Bogen und 3 Bll.) o. O. u. J. Auf der vordem Seite
des erAen Blattes
Ein Klegliche Bot
fchafft an Babß / die Seimes
betreffendt/ welche kranck
ligt vnd wil fterben.
Sampt einem Gefprech etzli
eher Perfonen.
Daranter zwei kleine Holzfohnitte neben einander, einen Bifchof und eineo
Kardinal darftellend. Räckfeite leer. Auf dem zweiten Blatte oben beginnt
der Text und geht bis in die Rückfeite des elften. — Varianten des Druckes
außer S. 256 Z. 27 geweyhete Greutzer und 257, 16 gewachfam find
nicht anzumerken. Diefer Drack, den wir vorn mitgeteilt haben, ßammt
offenbar ans NiederdeutTchland , wol ans Wittenberg felbft. Es gibt noch
eine andere oberdeutfche Bearbeitung, die Gottfched Im' nötigen Vorrate
374
1, 83 ijs. am Sohluße des Jahres 1539 aufführt. Sie b&U 3 Bogen (12 Bll.)
in 4<>, ohne Seitenzilung, mit Cnftoden nnd Signatar AiJ. bis Ciij. Auf
der )'iteUeite fteht:
Ein luftige GefprEch /
Zwifchen ettlichen Perfonen / von
wegen der Meß / Wie fie inn t&dtlicher vnnd
fchw&rer Kranckhayt ligt / vnd jr nym-
mer mehr zu helffen ift.
Auf der Rückfeite beginnt oben das GefprAch und fcbließt unten aof der
vordem Seite des letzten Blattes, delTen Rückfeite leer iJft. Varianten diefes
Druckes find: 2SS, 2 heyligßer. Teütfchen. 3 su. Samer.
errchrftcklicher. 4 gehört. ö kainen. befrers. 6 su thrfim-
mern gieng. ein. zerft&ret wurde. 8 nit. 9 im Bad ge-
wefen / laß. 11 Tamer. 12 das. Zkn. wagkeln. 15 Brdt-
rich. 16 Lent. geht. gemaynen. 19 Stain. 20 Pfaff-
halt erbawet. SS3, 2 feind. 3 das immer. Meß. gieng.
4 feind. 6 ewer. 7 weyßgeleerten. 8 Bawren. Meß.
9 grewel. 11 fehwayß. fteht. Meß immer. 12 entgeht.
13 brangen. 16 bin gar. rathen jr darzu. 16 Athem / mir
ift fo angft / das ich m&cht in die bofen Icheiffen. 80 leyi
dan. folliche. 24 Gotes dienft. grewel. 26 ye. 31 kain
Ingner. 33 dann. leüt. 37 die den Chriftlich« Tauff.
haben fehlt 38 geleerten. tiiy 2 dan. 3 fewr / yetzt.
6 gohn. 7 helff. 8 zu. Ruder. 9 auch feüch giert.
11 ein. angerüfft 12kündte. 16 w&llen. zu. 20 hure.
21 wurden. 22 fewr. feind. 25 Rotte m&r. für.
26 wurde. 29 f am mer. fchon. 30 red. 31 dann. Von ja
fie bis Z. 33 werfen fehlt. 35 wayß. zufl. dapffer. 36 Leüt.
an raffen. 37 fawr. dr6 w. bochen. SS$, 1 ie fehlt.
2 w&Uen, verleugnen Gotes. 3 würdige Matter vnd. 4 leer-
nen. gütsthun / die Obrikayt. 5 außreden. fein. z&
difer betrugknuß. 6 muß man fehlt. vermaynte vertrag leü-
ten. 7 gelt. 8 erfrewen. 10 Heyliger. helffen. wer
es nichts verfaumpt. 11 vncoft z&. 12 beftelt. 13 das befte
gethon. 15 zu. 16 einer zürnet. nichts darumb. 17 er-
gift. troftloß Meß. 18 feind. 20 darzä. 21 fchw&r s{L
22 z^. 23 nit. k&m. fterb dann noch f. ab. 25 H&rn.
27 £y 1. Herr / wan jr nicht das befte thfind / mit einem.
28 zu. guten. famer. 29 koft gleych was es w6ll / fo folt
vns k. g. rewen. 31 mayn es hab gen^Lg. 33 reydig. voler
pL nicht daruon. 34 feüle vnd fch6dliche. 35 fehwin-
denden. 37 Beltz. tüy 2 fie nur dem weytläuffigen. Nürn-
fechft. 3 benelhen. zugeben dem Apotegger. 8 fchmftr in
die Bixen. 10 yetzt b. bayde. zu. 13 Nürnfechft nnd fo im-
mer. 14 befach. den bis. B&chreyffier die Bnlß ader.
875
15 Tehr. otwann yndter. 16 Ripp surft offen / rnnd. 17 jhr.
gefohwftr. 18 Apotegger ianmer. 19 fchnd. gebr&chen.
Wellu 80 ift Ton anf. 21 fobon. feind. 22 berftmbter
Artztet. SU. werden. 23 fg. guts Raths sii g. vnd fleyß
an sfikeren / ob wir m6cbten £ in e. a. bringen / fo w&r ynfer
Saw. 25 eylendt. 26 ewer. 27 geweichter Kreütter.
wiffen. 28 mit groffem pracht / vnd mit weyfer klfigbait sfi
dem Probieren. 29 art / Darnm^b thut den Ruggen. 30 nit.
newlich Schm&r. 31 damit wirs w&ilen f. m{lß. 34
w6llen. 36 Krept. fchweineünden Mond g. 37 es r. fieh a.
38 V&tter. 2S7, 2 forgf<igkait 3 dann. 4 gepeltst /
yetzt. 5 vnd wann man jr mit eim hnlfft / fo yerd. 7 vnnd
wol von. fachen. 8 verderbt / ich. 9 fg. beforg wir er-
langen aneh wenig Ehre an d. arbayt / als wann wir mit bayden
h&nden inn den dreck griffen. 12 Bad. 13 guten. 14 Ter-
serend. 15 Fewr / weliehes. d. 1. Banme / als dann. 16
gewachfam f. y. ynd überflnffig. 18 Männich. 19 hebt. zu.
23 swayntzig j. 25 lebt. 27 g&ter siifall f&rkumen / es
yermags die. 28 L6win. geb&ren / ynd dannocht. 30 Stfil
geboren. w&llen. 32 ftym. Lerern. 33 conc. die werden
fie anch. fonft ift weder. 34 zfifl. wirdt. 35 ft&tten.
37 m&d. SSS, 2 Athem. yedoch was fchadts wir w&Uens yer-
fachen. 4 w&r. 5 maacht. 8 Hamerfchmalz fonil yer-
fobmirbt. 9 falb. Bizen. 10 ein g&tten. 12 rnuerfchr:
13 Brd. foll. auff brechen. 15 für leydt. Vnd fchwach w.
16 ewrem gefchray dann. gebt. 17 fnrdernnß z. todt /
folchs. geh6rt. 18 nit / sA. dann. v. fich mehr. 2t
rung. 23 Gotes. 24 todt. 25 merck. 27 Mnmfchantz.
28 Todt n&her daii. 29 Schaffh. an de R. 30 a. yS die. 31 fg.
▼nd fi« iß R6ßlecht ymb die backhen wie weyß Brot oder ge-
fottnen Ayr / ey wie. 32 Naß. 33 nafen belg. die Bnlß
34 nit mehr. hoUet. 35 Athem. kurtz vnd fchnell. .
36 Wirts nit. F&ß feind. 37 erkaldt. 259, 2 w&llen. trew-
lieh. Fegfewr. 3 erw&rmet. 4 tieohern. 5 Meüßkorb.
6 Bauren. Weycbwaffer. gefchütt. 7 Fegfewr. anß
gel6fcht. darinnen Mnnnich Pfaffen ynd Nunnen. 8 dan-
nocht feind. 9 das fie den Keffel gar yerunrainiget haben
ynd darein gefchiffen / das. 10 geweycht. 11 Nyggel Fülß-
loch. 12 fg. fch&dlichfte todt / dann fie hat fich von dem Feg-
fewr gelabt / wie. 15 nun m. fie anch ja nit 1. 1. fünft. 16
gebr&che. 19 ig, w6llen f. z& dem 1. Heyligen Gelban / ynd
zum B. Benagen Merffen zum fcb. zu. 23 Willpoldt feiten-
reych. 24 wurden. 25 Hexo fo d. f. wol fert. 26 Bälens.
z&. 27 Capein fampt. 28 wurmftichigen. hinweg gethon.
31 gewifen. 32 gwiß. 33 Vlin fich ins Spil. 34 gethon.
35 gerfiffen. herr z^l. 37 ynd alle ep. 38 am 1. vnd 16.
376
Efa. 43. 269, 4 fein Meiner. Bawren. die heylige Sehr.
5 nun Wirts. g^t. 6 haben / vnd in dem auch allen anfern
falfchen betrag vnd verf&rang deß Menfohlichen gefchlechts.
7 Gontz Affenmaul. 8 laßt euch die. dann. 9 knrbelt
vnnd fchlurgket. 10 red. fprach loß. 15 Dann der Hymel
i. f. Stul. Fußfcb. 17 zu. 19 mayn du feyeft. die Somer.
20 bringen vnns rnnfern Herr Qott / den ich heut gehebt
Tnnd gelegt habe / denfelben mayn ich. 23 heyt. 24 gelegt /
das ich in nicht finden kan / an keinem orth. Doctor Suppen-
fchmidt. Ich hab yn geffen du grober Efel / wayft das nnn ich
hab jhn geffen / do ich hab Meß gehalten. (Fr^meffer) Ich mayn
herr Doctor u. f. w. Dtefe Stelle ift offenbar vorn einzufchalten and die
Rede Z. 26 fgg. dem FrühmelTer zuzuteilen. 26 dann. 27 fg. aottecb-
ter Hund im Augßen von den Flehen ynfinniger wirdt / dann
die Sew die fich im M&r felbs ertrencken / Matthe. 18. 28
hent. 29 folt. 30 euch phend das h^itlln. 31 gleich an
Sanct B. B. 32 thfi. guldin. 33 g&te hoffen vnd lange sot-
ten. 36 ein Saw befchar mit einem Beren. 37 bringt. 38
Gotes. t$if 2 zu. feines. 3 oder der Artickel vnfers waren,
m&ßte. 4 fein / Chriftus ift. 5 Greyffet jr h. vnd nemet.
zu. 8 Cappellen mayßer bringt. geweychte Ol. 9 bringt
a. e. geweycht liecht h. 10 Veltin. 11 Cappellen mayfter.
12 maynet das Oel. 13 hat / es ift. inn der Bixen / der Cn-
ftor. 14 Schfich d. gefchmiert. 16 Feyffel befteh. 17 weren.
muß thewr gnäg. 19 fg. bringt ein liecht / lanfft zün-
dens im Baynhaufe bey den Lampen an / laufft wunder bhend /
die Meß die will entfchlaffen / der Teüffel thut fchon nach jr
greyffen. 21 Paulin ftich den Preyn. 22 Was foll ich nur
anzünden / es ift weder Fewr noch Liecht / Kertzen noch Lam-
pen / an dem orth / dann Ratzen vnd Meüß m&ßten wol des
orths hunger ft. 23 Glftghners. 24 nicht. 25 Mettin. 29 So
her ich ich wol. weder. 30 Ol / weder Lampen noch Kertzen/
vnnd man th&t jnen u. guts. 31 war zS. 32 eingepflanzt.
33 m&ß. 35 verfprochne. 36 dem Seh. auß dem Land mußt
entlaufen. 37 hat er jnen vor liechtern gr. t$% 1 zufchu-
be / ftewr. 3 Lienlin fchmier den beltz. 4 Nacht liechter.
6 liechter / das Himlifch. 7 Fünfternuß. 8 Liechtern z&.
10 Bringt. Wurtz. 11 gefp&nft. 12 Wolff Fidelbart.
13 geraucht. fiderher kains mehr. 14 befchw&ren. 16
hinauß. Jetzt f. w. nun mehr im Schiff vnnd Rudern. 17 ba-
eben on Fewr oder fliegen ohn Flügel. 18 müglich / als wann
man das ganze. 19 M&r an einen Reg. wolt N. / als vnmug-
lieh ift der Meffe zu h. 20 fgg. hat das rechte Hertz oder die
zu flucht mit jr hinweg gefÄrt hat/ als n&mlich jre mitgehnlf-
fen / wie volgt / Begrebnnß / die Dritt / Sibent / Dreyffigften /
V. V. Jar zeyten f. jren Opffern Liechtern Weyhwaffer Ol
m _
vnnd P. Nun rutbeu jr darzu / wie wir vug. y. d. K. machten k. /
es hnllft weder. 25 m&h. 28 fo word. 29 für das Artzet
loD. 30 drähen vnd vns daruon. daü. 31 w&llen. Baw-
ren h. fy. 35 Terfchmirbt. wider inn die B. 37 g&ten mütli.
aber diß feind v. r. 3B bringt. frucht als klayne Vege-
iein in eim Pf. tfS, 2 fo w&llen. 3 vortantz. 4 Campflor.
6 Sewen. 8 für. 10 vngefatzt. Veltins a. beftee. 11
genug. betrftbt/wilt du. 12 darzfi. das Gicht. 13 ge-
rtcht. l&ng da.
ERKLÄRUNGEN. 252, 3 fommer box marter d. i. fo mir gots
marter feil, helfe fo wahr mir Gottes Marter helfe. Ferner fommer box
angft 254, 29. fommer box leber 255, 28. fommer box erdrich
252, 11; und ohne fommer: box marter 258, 12. box angft 252, 8.
box fchweiß 253, 11. box hirn 253, 28, 259, 12, ja mit grober Blas-
phemie box hure 254, 20. Vgl. zu 119, 2. 252, 4 Vernunft hier nicht
in der heutigen höheren Bedeutung, fondern wie früher Kraft und Thätigkeit
des Vernehmens; meiner Vernunft ift etwas fürkomen (vorgekom-
men) ich habe etwas vernommen. 252, 8 fart fchon machts glimpflich.
252, 13 leiden Adv. für das ältere leide betrübender Weife, in derf.
Bedtg wie der Compar. leider, vgl. marterleiden 263, 3, ein verßärktes
leiden. 252. 16 fonderliche leute befondere, einzelne Menfchen.
der gemeine ftand der gemeinfame Stand, die Geiftlichkeit, wie pfaf>
feit Z. 20. 253, 2 das walt alle die teufel für das walten a. d. t
Der Singular ifi formelhaft beibehalten, wie wir oben 120, 12. 25 eine
ähnliche Beibehaltung der Perfon bemerkten. 253, 3 das armbroft die
Armbmft. Das Wort iA aus arcubalifta mundrecht gemacht und rhm eine
andere Ableitung unter gefchoben, etwa wie halsberc (aus albere, der
alles birgt), Xündflut (aus fintfluot ftarke Flut) und wol auch hant-
werk (aus antwerk). 253, 8 anfpeien verfpotten; fpeiworte find
Spottreden. Vgl. Bd. I S. 237. 253, 16 othem niederdeutfch für atem
fo noch 258, 2. 25. mich fcheißert Bildung wie mich fchlafert
mich piffert, die die eintretende, beginnende Neigung zur Handlung oder
dem Zuftande bezeichnet, der im Verbum liegt. hofieren hier in der
heute noch üblichen Bedtg cacare. Es ift das Wort aus der eigentl. Bedtg
(f. zu 23, 3. XXII, 1361) mit ftarker Ironie ins Gegenteil umgefchlagen.
anders f. zu 119, 18. 253, 26 under der Tonnen wie wir noch heute
fageu 'unter der Sonne' d. i. auf Erden. 253, 33 wider fetzig wer fich
wieder etwas fetzt, ihm feindlich iSt. 253, 36 der hauptfacher der
Hanptwiderfacher, der bedeutendfte der die Sache, den Prozelf gegen die
Melfe fuhrt. 254, 7 die gegenwinde die widrigen Winde. 254, 15
fich anfprechent fetzen auf die Anfprache, die Klage der Gegner ein-
gehend zur Schlichtung des Prozeifes fich gewiifermaßen auf die Gerichts-
bank fetzen. 254, 18 ob man war der über die von den Parteien gewäl-
ten Schiedsrichter im Namen des Gefetzes die Oberaufficht führte. 254, 20
die ilotzmäre (ftotz verhochdeutfcht aus nd. ftot; ßoten, jetzt ftöteu
31
378
ßoßen) ein Gaul der ftoßt, d. i. der dem Reiter bei jedem Schritte die Alters-
ßeifheit feiner Beine fühlbar macht. Ein folcher Gaul liebt natürlich nicht
den Trottertanz, d. i. den Trott, das Traben. 254, 32 das fpraeh-
haus wie 257, 10 der Abtritt. 254, 33 nn luftig eklig. die zollen
die Excremente, fcheint abertragene Bedtg, vgl. Stalder 2, 478. Tobler 460.
255, 1 ergift wie Z. 17, heiligift 252, 2 archaiftifch. 255, 4 ler-
nen mit der oft vorkommenden Verwechslang für leren. 255, 11 und
12 der uukoft wie 256, 6 fg. der koft Mascal. 255, 34 fider her wie
262, 13 fider feitdem, fpäterhin. 255, 35 der fch weinende fiech-
tum die Schwindfacht; fchweinen (mhd. fwinen) fchwinden, abnehmen;
▼gl. 256, 36 der fchweinende mond der abnehmende Mond. 256, 2
weitleaftig hier offenbar im Sinne von weitberühmt, etwa der weit hemm
läuft, eine große Praxis hat. 256, 14 begreif altes Prät. jetzt begriff.
256, 16 der canon die StillmelFe. S. Luthers Werke, Jena, Bd 2 v. J.
1558 fol. 31 im Büchlein vom Misbrauch der MeiTen. 256 24 der auf-
halt wie fonft aufenthalt Erhaltung, Genefang. 256, 34 vor Adv.
Torher. der fach raten über den Fall beraten, eine Confaltation halten.
256, 35 mich wil anfehen mir fcheint. 257, 4 pletzen flicken,
Stalder 1, 183. 257, 8 feine kauft verfcheißen f. K. befchmutzen,
beflecken, fie zu Schanden werden laßen. 257, 12 got gebe — oder es
fei denn daß — oder. 257, 16 gewachfam (was auch die oberdeutfche
Faßung bietet) ändere in gemachfam (vgl. Nie. Manuel S. 427) gemäch-
lich. 257, 35 eines fteten fchreiens fchreien, vgl. über diefe Rede-
weife Niederrhein. Gedichte S. 152 fgg. 258, 5 u. 8 hammerfchmalz
wie 262, 35 h am mer falbe ift wol dalTelbe wie Glockenfohmals (alfo
in der erften Form von Glockenhammer genannt), das Schmalz womit die
Zapfen der Glocken eingefcbmiert werden, das dem gemeinen Manne als
Heilmittel gegen verfcbiedene Krankheiten gilt. Schm. 3, 470. 258, 9 lei-
den hier dulden, zugeben, gern haben. 258, 13 erbidmen erbeben.
258, 15 blöde fchwach. 258, 31 röslioht mhd. röfeleht rofenfarb.
258, 35 mechtig u. trefflich Yerftärkungen, fehr. 258, 32 fchmecken
riechen. 260, 9 kurbeln wol dalTelbe wie kür che In, Stalder 2, 145
mit Engbrüftigkeit huften. fchlürken. Stalder 2, 333. 324 gibt fchlurg-
gen, fchlargen latfchen; von der Rede wäre es gebrochen reden, wenn
die Rede nicht mehr heraus will. Nie. Manuel S. 430 gebraucht hier lurkeu
was Stalder 2, 186 erklärt als fchwer reden, namtl. den Buchftaben r nicht
recht ansfprechen können. 260, 19 voller narren dann der fomer
mucken richtig, wiewol nach unferem jetzigen Sprachgefühle kühn; nar-
ren und mucken ift Gen. Plur. von voller abhängig, denn vol regiert
den Genitiv: du bift fo voll von Narren, wie der Sommer voll von Mücken
ift. So ift auch Z. 26 fg. richtige Conftruction ir feit voller fantaften
denn ein zöttichter hund flöe im augften, wo fantaften und flöe
beides von voller regierte Genitive find: ir feid fo voll von Phantaften,
wie ein zottiger Hund von Flöhen im Auguft. 260, 22 %. ift vom offsn-
bar lückenhaft. Wir beßem die Stelle nach dem andern Drucke.
379
Frümeffer
Herr doctor, habt ir in heute gehebt, wo habt ir in hin gelegt, daß ich in
nicht finden kan an keinem ort.
Doctor Snppenfchmit
Ich hab in geßen, du grober efel, weiß dus nun, ich hab in geßen, do ich
hab melTe gehalten.
Frümeffer
Ich mein, herr doctor, ir feid voller fantaften etc.
260, 33 iame zoten f. zn XXII, 620. 261, 6 große Hänfen f. zu 6,
8. Bd I, XV, 200. 261, 16 die veifel eine Krankheit namtl. bei Pfer-
den, deren Grund in den Speicheldrüfen liegen folU Vgl. Kurz lath. Narr
S. 215. 261, 19 wunderfchnel u. Z. 20 wunderbehend fehr fchnell,
fehr behend. 261, 22 wider wie Z. 29. 30 niederd. Form für weder.
261, 24 kttchlen Kuchen backen, Schm. 2, 279. 261, 33 ins hellbad
müßen f. v. a. zur Hölle fahren müßen. 262, 1 znfchub das was zu-
gefchoben, zngefteckt wird, BegunHignng , fad was Vorfchub ift, Schm. 3,
311. 262, 22 vgl. zu 144, 2. 262, 24 rat reter gut bei Rätfein ge-
bräachllche Formel. 262, 30 das abwefen die Abwefenheit. 263, 3
marterleiden f. zu 252, 13. 263, 10 fant Veltens arbeit iß die^
fallende Sucht, Epilepfie. Agricola fagt in der Auslegung gemeiner deut-
fcher Sprichwörter No 500 *Valten, Valtin knmpt von fallen und ifjt
das fallend übel.* So iH Z. 12 mit Ciprian gemeint das Zipperlein. Schon
Agrippa von Nettesheim findet in feiner Dedamatio de incertitudine et va-
nitate fcientiarum Iblche Ableitungen nach der Ähnlichkeit des Klanges
lächerlich, f. Cap. 57 gegen Ende: Kidendi funt qui a nominis fimilitudine
et Tocum confufione et per fimilia futilia iuventa Xanctis illa adXcribunt, ut
Germani caducum morbum Valentine, quia hoc nomen cadere ßgnificat,
et Galli Eutropio addicant hydropicos ob vocis conümilem fonum.
263, 11 als buben eine Fügung wie oben 77, 15 als bauern, 77, 16 als
anmechtigen beuerleins.
Diefes Stück iA Bearbeitung eines bekannten Pafquiils von Nicolans
\fanael (vgl. N. M. von Grüneifen S. 324 fg. 423—432), das vor dem J.
1527 erfchienen fein muß, vgl. a. a. O. S. 223 Anm. 1. Diefe unfere Be-
arbeitung kann nicht vor 1524 fallen, da 259, 20 die Canonifation des Bi-
fchofs Benno von Meifen erwähnt wird, die in diefem Jahre erfolgte.
380
XXIV.
8 Blätter (2 Bogen) in 4«. Auf der Titelfeite ftßht
Der Papillen handt-
buclilein / fleiffig zu merckeo / vnnd
iieiuilich ziälefen / Damit es die Leyeu /
denen der Bapß die Ueylige
Schrifft zu lefen ver-
botten hat / nicht
erfaren.
Mit D. M. L. Benedicite für
den Bapft vnd feine Schuppen.
Vnd der Barluffer Münch zehen Qebott.
Auch des Bapfts Vatter vnfer /
Grüß YDd Glauben.
1559.
Die Kückfeite des erlleu Blattes leer. Auf dem zweiten oben beginnt der
Text und gehl- bis in die vordere Seite des letzten Blattes, delTen Rückfeite
leer ift. Ohne Seitönzälung mit Cuftoden und Signatur Aij Aiij B Bij
Aiij (fic). Die Verfe S. 270 fgg. find im alten Drucke nicht abgefetzt, in
dem Liede S. 271 fg. nur die Strofen. S. 270 Z. 29 fehlt die Cberfchritt,
die wir ergänzt haben. In dem Liede über die 10 Gebote der Barfüßer
habe ich die beßeren Lesarten aus Erafmus Alberus Der Barfüßer Münche
Eulenfpiegel und Alcorau (nach der Ausgabe von 1573) worin es auf den
zwei letzten Blättern ßeht, benutzt und den Versbau nach den Grundfat/en
der damaligen Zeit geregelt. Für den Liebhaber mögen jedoch die Lesarten
unferes Druckes hier folgen: Strofe 1 Zeile 1 Heiligen zehen Gebott.
1, 2 Münchs Gott. 1, 3 feiner r. neüw. 1, 4 liß auß tr.
2, 2 folg du auch Francifcus 1. 2, 4 f&llg. 3, 1 ehre. 3, 2
deines Herren. 3, 3 feinem. 4, 1 heiligen. 4, 2 grawe.
4, 3 einem. 4, 4 l&ben. 5, 1 ehren noch geh. 5, 4 du das 11.
6, 2 vnd auch dich. 7, 1 haltu &kt vnrein. 8, 2 verzehre.
9, 1 Du thäft Gottes f. 9, 3 das f&gfewr folteft lefcben
tbd. 10, 2 begereft. 10, 3 gewüffenn. 11, 1 Gebott. 11,2
Endechrifts. 11, 4 Gott. 12, 1 behut. 12, 3 Münchifch thun
ift g. V. 12, 4 alle kiltzerey verdiene Gottes z. Das Lied iß eine
fatirifche Umdichtung eines älteren von gleichem Anfange f Yehes Gefang-
bnch hrsg. v. Hoffmann S. 8 fgg. 130.
Eine fpätere Ausgabe des Handbüchleius der Papiften vom Jahre 156o
erwähnt Ph. Wackernagel im Kirchenliede S. 692 zu No 818.
SATIREN UND PASQUILLE
SATffiEN UND PASQUILLE
AUS DER
REFORMATIONSZEIT
HERAUSGEGEBEN
VON
OSKAR SCHADE
DRITTER BAND
MIT EINEM REGISTER ÜBER 'ALLE DREI BÄNDE
HANNOVER
CARL RÜMPLER.
* 1863.
SATIREN m> PASQUnXE
Hjs erfcheint hier der dritte Band der Satiren und Parquille
aus der Reformationszeit. Ich bedaure noch immer außer
Stande zu fein, die in der Vorrede zum zweiten gegebene Hoff-
nung, bezüglich auf Ergänzung der die ßckingifchen Handel
berührenden Schriften, erfüllen zu können. Dafür treten hier
eine Reihe vielleicht noch interelTanterer Stücke auf. Das
erfle, das die verfchiedenen Arten der Kirchenfchädiger, in
Geftalt Ton Wolfen verkappt, zu kennzeichnen, zu entlarven
und fo vor ihnen zu warnen fucht, führt uns in den Anfang
der Reformationszeit, unmittelbar nach der Bannung Luthers
durch den päpftlichen Stuhl und wird noch dem Jahre, in
welchem die Bannbulle erlaßen ward, zugehören. Das zweite,
das nicht ohne Witz die WerkAatt eines Apothekers zum
Schauplatze einer Difputation macht und Spezereieu verfehle-
dener Art als Fechter für und wider die reformatorifche Sache
auftreten läßt, iß in der Nähe von Worms und währendes
Reichstages, doch noch vor dem Erfcheinen Luthers gefchrie-
ben und fchildert die Stimmung, Hoffnungen und Befürch-
tungen der durch dies große Ereignis bewegten Gemüter.
Nicht von einem genannten Verfaßer wie dies, aber von ge-
übter Hand umlichtig und verfländig in demfelben Jahre noch
gefchrieben, verbreitet fich das dritte über das Pfründen - und
Curtifanenwefen und zeigt Mittel und Wege diefen Misbrauch
abznßellen. Die beiden folgenden, IV und V, haben wol den-
felben Verfaßer, wie fie auch beide 1524 gefchrieben fein
werden; fie geifeln das unchrißlicbc Treiben der romifchen
Pfaffheit, das erftere unter dem Bilde eines verunglückten
Himmelsßurmes, das andere als Gefpräch zwifchen einem
Mönch, Curtifan und Edelmann, befonders intereüant für da-
malige ZuMnde. No VI iß ein herber Parquill auf die her-
vorragenden Gegner Luthers, die hier einzeln vorgenommen
und nicht eben glimpflich abgethan werden. Das folgende,
liebente Stück bezieht lieh auf den Regensburger Convent
(1524), namentlich auf die dafelbH beratene Reformation der
Geilllichen, die man mit Recht als den erßen thatlachlichen
Einfluß des neuen kirchlichen Wefens auf das alte bezeichnet
hat. No YIII knüpft an denfelben genannten Convent an,
aber nur um ßch aufs bitterße über das weltliche und unfitt-
liche Treiben der hohem Geißlichkeit anszulaßen, das hier
in grellen Farben vor Augen gefuhrt wird. In den Anmer-
kungen iß daßelbe Stück nach einer fpätern, vielfach verän-
derten Geßalt mitgeteilt. No IX bezieht fich auf die Errich-
tung des gemeinen Kaßens, wie ihn Luther angeraten, als
einer Hilfskaße für bedürftige Gemeindeglieder. Zwei kleinere
Stücke machen den Befchluß.
Behandlung der Texte und Anmerkungen halten den in
den vorigen Bänden befchrittenen Weg ein. Eine willkom-
mene Zugabe wird das am Ende beigefugte Regtßer über alle
drei Bände fein, dem man in fpracbhcher und fachlicher Be-
ziehung moglichße YoUßändigkeit zu geben geßrebt hat. Möge
man es als Entfchädigung freundlichß anfehen für die Mühe,
die der Lefer durch Berichtigung der in den früheren Bänden
angezeigten Druckfehler hat übernehmen müßen und die ihn
auch hier abermals nicht verdrieße.
Seite 3 Zeile 14 weit.* (mit dem Anführungszeichen) 6, 20 lies gottes
7, 5 gfchriben 7, 7 einen bifchof 7, 35 find dife 9, 35
got 12, 7 fo iß er fo 17, 2 iren duck S. IS ftehen von Z. 25
an die Zeilenzalen um eine Zeile zu tief. 19, 8 lies mer gelt 21, 14
fchafskleideren. 25, 2 ein bofe letz 29, 4 feUe nach veren-
dert ein Punktum. 32, 9 lies eim ieglichon 33, 5 erbgüt
37, 11 erdbedem 44, 3 erkent worden (in zwei Worte). 44, 12
auf fich 45, 6 difer Zeil 59, 4 cardinäl 61, 6 nßlendigem
62, 4 nnd würd oueh 64, 25 treten fi inher mit 66, 3
prieHers mefs nit Tolt 66, 12 haben 77, 24 felbigeu 82, 8
alten 84, 24 wißent 87, 34 würden werden, möchten
90, 21 nnbillieh 91, 13 alle 96, 25 nit 104, 1 waa Tagt man
105, 35 gepeten 108, 26 Janker, fie find nit 108, 27 hartem
113, 20 guten 113, 23 die andere 113, 29 Ingelßadt
124, 36 fie all 125, 24 a& 126, 18 bdchftaben 126, 26 nach
geeigt fetz ein Komma. 142, 14 lies begengnne 160, 26 fanrteig
160, 30 gwefen 160, 34 nemen 230 Z. 12 ▼. n. lies 12, 36.
274, 23 henker! 285, 36 daß fie die waren
Ich fchließe mit dem Wmifche, daß auch diefem dritten
Bande die wolwoUende Au&ahme der früheren nicht fehlen
möge.
Weimar am 23. Anguft 1858.
D« OSKAR SCHADE.
INHALT.
Seite
f. JDas wolfftefang 1
C^ II. Pialogufl Qd«r gefprech des apoßolieains Angelica und anderer
XJpecerei der apoteken antreffen doctor M. Lntters 1er und fein
anhank 36
in« Von dem pfründmarkt der curtifanen und tempelknechten ... 59
IV. Ein nnderred dea bapfla und feiner cardinelen, wie im zu thnn
fei und das wort gottes nnder zu trucken, ein ieglicher ßch
darauf zu bedenken . • 74
V. Ein gel^rech zwifchen einem edelman, munch und curtifan . . 101
VI. Die luterifch ftrebkatz , . 112
"^ VII. Klag und antwort von lutherifchen und bepftifchen pfaffen über
die reformation, fo neulich zu Regenspurg der priefter halben
außgangen iß im jar MDXXIIII 136
« VIII. Ein wegl)prech gen Regenspurg zS ins concilium zwifchen einem
bifchof, hfirenwirt und Kunzen feinem knecht MDXXV . . 159
IX. Ein gefprech von dem gemeinen Schwabacher kaften als durch
brfider Heinrich, knecht Ruprecht, kemerin, fpuler und irem
maifter des hantwerks der wullen tfichmacher. anno MDXXIIII 196
X. Dialogus von der zwitrachtnng des hailigen chriftenliehen glau-
bens neulich entftanden, darin der menfch nnderricht wirt, wie
er fich in denen und andern irrthumben halten fol. Widerumb
fleißig nberlefen, gebeßert und gemeret 207
. . XI. Ain fchoner dialogus oder gefprech , fo ain prediger munch
BembuB genant und ain burger Silenus und fein narr mit ain-
ander haben 213
Anmerkungen 319
Regifter über alle drei Bände 299
I.
DAS WOLFGESANG.
Ein ander herz ein ander kleid
Tragen falTche wölf in der heid,
Do mit ü den genfeii lupfen,
Den pflmn ab den köpfen mpfen,
Magfta hie bi gar wol verßon.
Wo du liTeft die bftchlin fohon.
V o r r e d.
ünfer fcfaopfer uDd erlofer der almechtig ewig got fo
dann in rat finer ewigen wisheit verfaßet, in zit etliche
gefchopf zu fetzen, under wolchen er zwo in fonderheit
lieb gemeint, begäbet mit unußfprechlichem kleinet der
& verßentnus nnd Vernunft, alfo daß die ein fampt finer er«
fcbaffung richliche fchenkung der knnß, wisheit, verßent*
nus, iiner fubßanz unzerftörlikeit entpfieng, wart fin nam
das liecht genant die ander vernünftig erfchöpfung ge-*
fchach am fechßen und letften tag der werk gottes. als
10 got underfcheidlichen alle fin gfitheit in der oreatnr ver-
zeichnet, wolt er auch finen verfaßten almechtigen willen
mit völli finer glori do verfiglen, den befchluß mit fon-
derer wisheit zu befchaffung mit dem anfang etlicher maß
verglichen, daß der ingang finer gotlichen g&te in einer
15 vernünftigen creatur, ouch fin, maß der fatzung mit einer
vernünftigen creatur fich endet; nam der herr das ert-
rich, formieret den lib des menfchen und ingeißet in fin
angeficht den geiß des lebens, und iß worden ein leben*
diger menfch, ein vernünftig gefchopf; hat dem herren
30 gefallen, auch alles fo das ertrich tregt und das waßer
1
befchlüßet, alles leben in die hend des menfchen zu
fetzen, dem zu herfcben, fich des ze brachen nach gefal*
len, im ein vil wunderliepliches fcbons wib vereiniget, in
glichnus natürlicher anm&tigkeit inen zu verßon geben,
5 wo fi fins willen in gehorfami lebten, untötlikeit, ein klein
gebot furgehalten , nemlicb ein boum fo in mitten im gar*
ten des wolluft ßiind, fich des zu miden, fünft alle ding
in vollem gewalt laßen bliben, und wie dem menfchen eip
mittel der bewernus fines frien willens furgefetzt iß, der
10 glichen vorgefagter edlen vernunftigen creatur, fo das
liecht von got genant wir iez die engel nennen, auch ein
mittel der gehorfami götliches willens furgefchlagen, an-
zeigen, daß der almechtig got zwungen dienß nit haben
wil, fonder in gät willen, fri in zierde der lieb fich wol-
15 gefeiliget, wie aber die zwo edlen creaturen fich irer
gaben gebracht, ligt leider vor äugen, das des menfchen
halb ger^dt wirt. der menfch do er in eren was, hat er
folichs nit war genommen, darumb iß er den unvernunf-
tigen thieren glich worden und inen verglichet, o Adam,
90 Adam, wie haß du din erentrich küniglich kleid in das
kot laßen fallen, dich der maßen entblößet, daß du zä
fcham kommen biß! wie haßu fo ein düre irten befeßen,
daß du mit allem dinem richtum nit zu bezalen haß ein
einigen apfelbiß! wo iß din finriche erkantnus (do durch
S6 alle gefchopf ire namen entpfiengen) domals gewefen, daß
du als ein künftiger vater viler völker din kind fo mit
untruwen erbteil überladen, ewigem tod verfetzet und ver-
pflichtet, allem eilend in knechtlicb dienßbarkeit z& eigen
heimgefetzet, dich vom holz des lebens gefcheiden, in
80 den flfich des ertrichs kommen, do in bitterkeit dins
fehweiß mangelhaftige narung zu fuchen, ach und alles
we dinen nachkommen in fteter widerfprechung leiblicher
eigenfchaft wider den geiß fampt aller Undankbarkeit fi^ns
fchöpfers zö letz gelaßen! den engel, fo fin götlich gebot
35 übertrat, mit unwiderräfigem urteil verßoßen, aber dem
menfchen hilf zugelagt, im benediung in künftigen ver-
(^rochen, folich verlünung erßattet durch Jefum Chrißum
unfern lieben herren! amen, wölcher in verordneter zit
nach gefallen götliofas rata uß der fchoß fias yaters fieli
in diß jamertal genidert, in annemung menfohlicher natur
erzeigt als ein menrch, und fo er warlich got was, trug
er die geftalt eines knecbts, fich fo tief genidert, daß im
& all unfer mißetat, all unfer yerwürkung, fcbaden, aller
zorn, fo der ewig got wider alle kinder Adam hat, uf
finen rucken gelegt ward, der verworfen ift nnder allen
menfchlichs gefchlecht geachtet, uf daß er im fleifch das
fleifch erlediget, daß nit verloren würd fo er befchafiPen
10 bat dis, lieben br&der, ift der einig gerecht fo uf dis
ertrich kommen ift. er ift der fo uns verkuntfchaft ift
durch die heiligen propheten. er ifts fo Johannes der
teufer mit dem finger verzeigt bat fprechent 'diß ift <)as
lemli gottes, das hinnimpt die ßnd der weit, der man
15 ift er, daruf der heilig geilt in geftalt einer tuben ficht-
barlich vor allem volk geruet hat das ift difer edel
menfch, über wölchen die himel find geöffnet worden mit
großer zierd. das ift der rein man, z& dem der almech-
tig ewig got felbs geredt hat 'das ift min vil geliebter
» fon, in dem ich ein wolgefallen hab.' in follent ir hören,
o lieben frommen einfaltigen chriften, haben acht uf den
man, der fo kreftig ziignus von got dem almeohtigen ge-
nommen hat, daß er der wor gottes fon fei, uns ernftlich
entpfolen in zä boren, was er uns fag und lerne, dem
» glauben und geborde zu geben, er ift der, fo wir find
gottes waren, hat er fich für ein mitler zwifchen got und
uns gefetzt, uns mit im verf&net, und das dur(*h fin ro-
fenfarb blfit, fo er umb unfer fund wiUen g&twillig ver-
goßen hat, fin edel leben unfchuldiklich für unfer fchuld
ao dar geben, in meinung, als wir in einem menfchen Adam
all geßorben find, alfo find wir all wider erftanden in
einem menfchen durch Jefum Chriftum unferen lieben her-
reu. difer fon gottes, als er unfer dürftigkeit menfchli-
oher natur angenommen hat, ee und er fich dem men-
35 fchen offenbaren wolt oder etwas lernen, hat er vor .allen
dingen glaubwürdig kuntfchaft uns dar thon durch kunt-
fchaft Johannis des töufers, durch eröffnung des himels,
do von er abgeftigen ift, durch erfchinung des heiligen
1*
geiAee, darch die ßinim gottes vaters, do mit Dieinaot an
im yerf&r, nieman in fins gwalts witer %& forfchen urüach
het und ee der herr ie etwas lernet (wo fich zit erhie-
fche), fo Tolzeigt ers mit eignen werken, uf daß im nit
5 yerwißen würd, er lernet yil und thet felbs nüt; auch da-
rumb daß wir lerneten uß finen eignen werken, notwen-
dig und g&t z& fin einem ietlichen ohriften menfchen, To
er wil zA Chrißo in das rieh kommen, daß er auch fich
fliß nach allem vermügen, den weg zum rieh gon mit
10 werken fo im herren vor gefehen find, wann nit ein ieg-
licher ingon wirt in das rieh der do fpricht her, her etc.
der edel furß und fon gottes ift umb zweierlei urfach uf
das ertrich kommen, die erft, daß er den zorn fins Tä-
ters, fo er wider uns hat, hin legt und uns widemmb mit-
15 erben machet fins ricbs durch fin bl&t. das ander iß,
daß er uns die himlifche warheit lernet, do durch wir in
difem zit gepflanzt würden, durch yerßentnns götlichs
willen und wolgefallen, fo got von einem iedem erheifchet»
on wolchs nieman ingon mag in das ewig leben, nnn
20 hat Cbrifius unfer lieber herr zwei ding gelemet in aller
finer 1er, fo wir iez das evangelium heißen, das ein iß,
was wir th&n foUen, das ander, was wir fliehen foUen;
bat uns alfo fin evangelifche leer hinder im z& letz gelon
als ein mufter und fchnur oder richtfchit, nach wölichem
95 ein ieder chrißen menfch als fin thän und Ion meßen und
urteilen fol, und hat uns das mit großem ernß entpfol-
hen, do er fprach 'ir follen wis und furfichtig fin als die
fchlangen und einfeltig als die tuben,' auch do er fprach
'h&ten üch vor denen fo zfi üch konunen in kleidung der
30 fchaf I yon innen find fie zuckend wölf : doch von den
werken werden irs erkennen' etc. wie künd ein einfal-
tiger menfch folich betrug und zuckent wölf kennen, es
wer dann daß er etlich zeichen het. dife zeichen lernet
das heilig evangelium luter, daß ein ieglich fchlecbter lei
ii zu gfiter maß folich trug und wölf erkennen mög. fit-
mal iez z& unfern ziton folich vil trüg und verkleidet
wölf umb laufen, bereit z& zucken die frommen einfalti-
gen fchäflin, fo gern recht lerneten und theten, bin ich
nß chrißen mitliden bewegt, inen brfiderliche geiftliche
werk der barmherzigkeit (das iß die einfaltigen. underwi-
fen, lernen die erkantnus wores hirten und herren, su dem
er (ich am furderlicbften keren und yertruwen fol) mit
» zfi teilen, do mit der einfaltig fcblecht burs oder bant-
werks man nit fo ganz geergert und zwifelhaftig im glau-
ben und ander chriAlicben werken kleinmütig werd. doch
zä vor allen dingen fo wil ich iederman hie zu geöffnet
und gewarnet han, fo min fchriben werden lefen, daß ein
10 ieglicher nit die art der fpinnen behalten welle und der
binen art vergeßen, als gemeinlich gefchicht, allein das
bofeß merken und lernen und fich do durch in wider-
fpennikeit und verfchmahung gegen finer und aller ober-
keit, zfi forderiften gegen der priefterfchaft fetzen und
15 halsftark zfi machen: wann man oberkeit haben mfiß von
got alfo verordnet und wer wider oberkeit und fromme
priefter ftrebt, der widerßot der Ordnung Chrißi Jefn un-
fers herren. aber die wil Chrißus der herr in fim hei-
ligen evangelio uns chrißen die friheit geben hat, ja not-
90 türftikeit anzeigt, irer werk war z& nemen, auch der hei-
lig apoßel Paulus, propfaeten der glichen, fo mag ein
ieglich chrißen menfch (wo es rechte befcheidenheit helt,
als hamach kommen wirt) und iß fchuldig fich zu wapen
und rußen in erkantnus folicher wolf, do mit er nit durch
9ft El Verderb ewiglich, fonder fi verjag uß dem chrißlichen
friden in die w&ße. fo aber einer mocht fprechen 'lieber
bräder, underricht michl nemlieh die wil iez bi unfern
ziten fo groß zwitracht im glauben fchwept: als einer in
Saxen, der heißt Luther, fagen vil from redlich lüt, wie
so der felb fo vil und troßlich die recht evangelifch warheit
fchrib: nun bor ich dar gegen, daß der pabß und car-
dinäl zfi Rom in für ein ketzer in ban thon haben, auch
unfer prediger etlich die fchelten in uf der kanzel, er fig
ein bfib, ein verfürer und ein ketzer: wirt ich ganz ver-
3j irret, weiß nit wo uß: wie wol mirs herz und Vernunft
ganz ingibt eben wie der Luther fchribt, fo gedenk ich
herwider, fo der pabß und cardinäl und bifchof, docto-
res, münch und pfaften der meiß teil all wider in find.
6
fo nun iederman (ußgenommen der gmein man und etlich
from berren, doctores und ratsherren, auch cdellüt) wider
in ift, was fol ich thän?^ antwort 'lieber frünt, gang
hinder fich in die gfchrift, wirßu finden, eben wie es dem
» döctor Martine Luther (der in warheit ein from cbriA-
lieh manfaaftig herz ift, ein einiger rechter pabft und apo-
ßel, wann er das recht ampt der apoftel ofientlich vol-
fbret) iez gat, alfo i(l es den heiligen propheten gangen,
lis Esaiam, Hiereniiam, Esechiam, Arnos, Efdram etc.
10 fo find fi al wegen von der geißlicheit verfolgt und crtödt
worden, auch Cfarißus Jefus felbs von der obericeit der
geiftlichen gekruziget. befich die apoflel al, fo find fi
förderlich all von den geiftlichen verfolgt und getödt wor-
den, nit als from, fonder als verf&rer und ketzer. da-
15 mmb laß dich nit ergeren die menig der geiftlichen un-
wifen, verkerten, wann nit iederman verlihen ift von got
die warheit zft lieben, fonder gar wenigen menfchen. vil
find berSft, aber vaft wenig ußerwelt. wan der firom
man Lutherus der weit wol gefiel, wer ein gewis zeichen,
20 daß fin leer nit uß got wer; wan das wort gotes iß
ein feurig fchwert, ein bammer der die fölfen zerknitfcht,
ift nit ein fuchsfchwanz oder ein ror das fich ziehen lat
nach unferem gefallen.*
^ Daß ein ieghcber chriften menfch gewalt hab, fo-
n lieber wolf acht ze nemen und fich vor inen h&ten, be-
wer ich durch das fo nachvolgt uß dem gotlichen gefatz.
^ ZSm erften ftat gefchriben Deutero. ca. XXX *ift
fach daß din herz abgewendt wirt und nit hören wilt,
euch durch unwißenbeit oder irrfal betrogen, daß du
30 anbeteft frombd götter und inen dienft, fo fürfag ich dir
heut, daß du wirft verderben, ein klein zit wQrftu wo-
non uf dem ertrich, in wölchs (fo du über den Jordan
kümpft) du ingaft zu wonen. ich berfif den bimel und
das ertrich in gezugnus, daß ich üch vorgehalten hab
35 das leben und das gut, den fegen und verflficbung. da-
nimb fo erwel das leben und daß du lebeft mit dim fa-
inon und daß du lieb babcft got dinen herren, finer ftimm
anhangeß und geborfameft, wann er ift din leben und
lange diner tag' etc. hie böreft wol, daß got der herr in
finer götlicber 1er und lieb vor ougen wil gehalten fin, wil
oucb nieman entfcbuldigt han, er fei betrogen oder nit.
5 ^ Zum andern ßot gefcbriben in Gzecbiele am lU
ca. 'du Tun des menfchen, ich ban dich dem hua Ilrael
geben zu einem ufTeber (das heißen wir iez ein bifchof
und den pabQ) und du wirft hören daS' wort uß mim
munt und wird ins von mir verkünden, (lagt nit Tag
10 was du wilt/ funder 'was ich heiß.') fo ich fprieh zfi
dem funder 'du wirft fterben des tods* und du im es nit
verkundeft noch fagft, uf daß er abkor von fim verker-
ten weg und er leb, fo wirt der iunder in ftner bosbeit
fterben, aber fin blut würd ich erfordern von dinen hen-
15 den. ift aber fach daß du folcbs dem funder knnt thuft
und aber der funder nit wirt bekert von finen (unden
noch von finem böfen weg, fo wirt der Iunder fterben in
ftnen fünden, aber du haft erlediget din feeP etc. hie
wil got den iunder nit entfchuldiget haben durch falfche
30 1er und troftuogen der hirten und bifchoffen, fo fi in ver-
fören, funder verdammen beid mit einander, vil ander
gefcbriften fo noch in den götlichen propheten ußtrucken,
wo wir nit uf den munt gottes acht nemen und fin gebot
halten, daß wir darin verderben, doch uß lenge z& zelen
35 underwegen gelon, wollen wir kommen uf das heilig
evangelium, fo durch den munt gottes in angenommener
menfcheit felbs ußgeredt worden ift.
^ Stot gefcbriben Matth. vil 'nement üwer war von
den falibhen propheten, welche zu üch kommen in fchaf-
90 kleideml von innen find fi zückende wölf. von iren fruch-
ten werden ir fi .erkennen, ift im nit alfo^ daß man trü-
ben von den dornen ablefe oder figen ablefe von diftlen?*
fambt wölt der herr fprechen 'nein.' 'alfo ein ieglicher
guter boum bringet gut frucbt, ein böfer boum aber bringt
ti bös frucht.' lieben frünt, feind dife wort nit luter gen&g,
fo weiß ichs nit, wil gern hören, wölcher wolf den zun
zerrißen mag, die fribeit uns chriften nemen, fo Chriftus
die uns entpfolen und geben, uf daß wir nit verfurt wer-
den und fampt inen verderben, nach anzeigen, to got
durch Moifen und Ezechielen ob anzeigt uns gewarnet
hat, fo der herr fpricht 'nement flißig war von den fal-
fchen Propheten* etc. die wort find in gemein z& allen
5 chrißgleubigen geredt iollen wir dan ir war nemen, mitß
von noten nachvolgen, daß wir ir 1er und werk ermeßen
und urteilen mfißen, ob fi gotlich oder menfchlich oder
tiifelifch fien. daruß volgt witer, daß wir nit eim ieg-
liehen glifner lichtlich glouben foUen finer glatten einfal-
le tigen tunklen werten, fo fi uns unter den fchafkleidem,
das ift in geißlicher gßalt, als het es got alfo geheißen
und wer fölichs zfi gots eren dienen; do mit wir vaft aUe
betrogen werden, als hernach hören wirft.
^ Die ander urkunt ßot gefchriben Matthei xv. do
u der herr den gelerten und glifnern yerweiß, daß fi durch
ire eigen und menfchlich gefatz das gotlich gefatz zer-
trauten und undertruckten, fprach der herr nach etlichen
Worten zu finen jungern 'loßen fil (vermeint er die glif-
ner) fi fint blind und f&rer der blinden, ift fach daß ein
80 blind eim andern blinden den weg wifet, fallen fi beid in
die grüben.' hören, lieben frünt, wie trüwlich warnet
Chriftus Jefus uns vor den faKchen leren, uf daß wir
nit verArt und alfo ewig in die graben fallen, nun find
die, fo der herr alfo ftrief und uns vor inen warnet, die
n oberkeit under den Juden gewefen, als doctores, phari-
feier, prießer, die eitern des volks. doruß hat der her
nit gelert noch geheißen fi durchächten oder tod zä fchla-
gen, nein, funder ir falfche 1er nit annemen. wie kan
ein chriß fich darvor hfiten, es fi dan daß er war nem
80 irer gebot und predig, ob fich die verglich eigentlich dem
evangelio und gefchrifl oder nit; miiß von nöten fin, daß
(olich ir furhalten von uns ermeßen und geurteilt werd,
ob fi uß got fi oder nit.
^ Die drit urkunt fiat gfchriben Matth. XVI. als
<& Jefus mit finen jungern über den fee oder mör för, redt
der herr zä inen *hfiten iich und fehend uch für von dem
hefel der pharifeier und faduceierP do gedachten die jun-
ger, daß fi nit brot mit inen betten genomen. do ßrief
9
fie der herr ires groben fins und verftentnus, ßot her«
nach gefchriben. und dan do verßunden die junger, daß
er nit den hefel des liblicben brots, funder yermoint,
fi fich zfi h&ten von der leer und predig der pbarifeier
5 und fadnceier. nun hat der herr do zdmal das gefatz
der Juden noch nit ufgehaben, fonder beftetiget iedoch
wiewol ü die oberkeit waren, wolt er dennoch nit, daß
naan inen gehorlam wer in faifchen und menfchlichen le-
ren, do durch das gots wort gehindert und geflUTchet
10 wurd.
^ Die viert urkunt, und vaß ßark, ßat gefchriben
Matthei XXHII. als die junger dem herren das koßlich
gebüw des tempels zeigten, gab inen der herr antwivt
'fehend ir die ding all? furwar fag ich üch, es wirt hie
» kein Hein uf dem andern bliben, der nit zerbrochen w«rd.'
als aber der herr faß am ölberg, giengen fine jünger zu
im in geheim fprechent *fag uns, wann werden die ding
und was wirt fin ein zeichen diner zäkunft und end der
weit?* antwurt inen Jefus und fprach zfi inen 'fehent üch
to für, uf daß nit etwar üch verförl wann vil werden kom-
men in minem namen fprechent Mch bin Chrifius,' werden
vil verf&ren/ und ein klein darnach fpricht aber der herr
Jefus 'und es werden vil falfcher propheten ufflou, wer-
den vil verftüren, wann die bosheit wird überhand nemen
*» und die lieb wirt in vilen erkalten, welcher aber verhart
biß ins end, der würd feiig. und es wirt diß evangelium
gepredigt in aller weit zu zügnus allen Völkern und dann
würd kommen das end der weit' etc. o ir chrißen lüt,
thAen uf die orenl fchließen etwan uf die ougen üwer
30 verftentnusi wie lang wollen ir fchlafen in blintheit üwers
heils? nement zfi herzen, wie vil undoft'got der allmech-
tig fchriet und ußr&ft 'ir föllen üch nit uf den menfchen
verlon, wan er trüglich iß; foUent nieman glouben, es fi
wer do well, hoch oder nider, in gewalt oder on gewalt.'
35 fpricht abermals der herr und gott 'fehen üch für! ne-
men acht, daß üch niemant betrieg!' etc. iß das nit guug
gepoten, triben z& furfichtigkeit? haben wir nit gnög
gewalt, der propheten fürhalten und werk zö urteilen, ob
10
fi uß got fien oder mt? wer einen verf&rt, der fftrt ein
nit recht wer nit recht gef&ret wirt, der gut dan oach
nit reclit. wer dan nit recht gat, der gat irr. wer dan
irr gat, verfalt der Hat, darzu er vermeint zä gan. fo
s er y erfeiet hat, kompt er niemer in die Hat, do er ver-
meint zu kommen, folgt daruß, daß er ewig dußen hü-
bet in der viniternus, do nut ift dann weinen und kla-
gen und zenklaffen. fpricht doch der herr 'am end der
weit werden vil falfch propheten uflion und in d^n na-
10 men Chrißi kommen und werden vil menfchen verf&ren.'
haß; du Vernunft, fo muftus grifen und dich mit der nafen
doran ßoßen. du fichfl; iez, daß alle laut vol propheten lind,
ja all ftet und dörfer, trutz daß iemand anders fprech, dan
fie komen all im namen Chrifti und föchen nat anders
Ift (nach ir fag) dann die ere Chrifti und din feligkeit: fo du
doch warlich fichft und täglich erferß das widerfpil, wie
trüglich, falfch und fcbedlich fi find, die wort find gfit.
o menfch, wir chriften fcbmehen die Juden irer blintheit
halb; ja wol, wir find tufentmal blinder dan fi imer find.
20 was macht fi blind zäm teil dan unfer fcfaeudlich leben,
menfchlich, geilllich oberkeit, daß wir in einen menfchen
fo groß truwen, fo er uns doch nit feiig mag machen.
^ Die fünft urkund ßat gefchriben Matth. XXIIII alfo.
dan ift fach daß man üch fagt 'nim war, hie ift Chrißua/
»5 oder 'dort ift Chrißus,' foUen irs nit glouben; wann es
werden ufftan falfch chriften und falfch propheten und
werden groß wunderzeichen geben, wunderbarliche ge-
fchichten, fo groß daß ouch die ußerwelten in irrung
bracht werden, wan es müglichen ift;. fpricht Chriftus Jefas
so offenlich 'nement war, ich hab üchs vorgefagt. darumb
fo fi iich fagen 'nemend war, er (das ift Chriftus) ift in
der wfifteni,' foUen ir nit hinuß gon, 'er ift in ftetten
oder hüfem,' follent irs nit glauben etc.' die wort find
fo luter, daß die hirten mögen verfton, daß fich ein ieg-
35 lieber frommer chriften menfch in großer hutfame hab, nit
glich glouben geh denen wölfen fo in fchafkleidern ko-
men, fprcchen 'das fagt Chriftus, das ift die chriftlich
kilch, das ift der vol gwalt des babfts, der cardinäl, der
11
biTchof, das iß die heilig gefchrift.* o he, es feiet uf ein
mil wegs. ftot vil der glichen offenbarliohe wamung in
dem heiligen evangelio, als Marc. XIII, Luce XXL
^ Die VI. urkunt gibt der heilig zwölfbot Paulas zu
b Epbefiem am v. cap. fagt alfo 'lieben br&der, nemen«
üwer war, uf daß ir ficherlichen wandten, nit als die un-
wifen, funder als die verftendigen, die erlöfen die zit,
wann es find bos ziten der tag. darumb follen ir nit
unwis werden, fonder yerftendig, was de fi der wille got-
lu tes.' fagt der heilig Paulas und wil, daß wir farfichtig
ßgend, mit fliß lernen, was der will gottes fi. follen wir
dem geleben, volget daruß, wann iemand uns anders zfi-
mutet oder heißt, das nit luter den wiUen und eer got-
tes ußweifet, daß wir hinder fich ziehen, uns baß doruf
ib befinnen, uf daß wir erlernen mögen, wo hin es lend, zu
Chrißo oder kiften, das ift dem feckel.
So nun luter ift, daß iederman erloubt, ja nottürftig
zä finer feel heil ift, gewarfamlich in den geboten gottes
20 z& gan, bednnkt mich bequem, daß von (olchen Wolfen
ein anzeigen befchech, darumb wo fi z& hus kemen, daß
ein ieglicher chriften menfch fich ir des lichter erweren
und ungefcbediget von inen blib.
Zöm erftcn iollen wir merken der wölf geftalt und
2& eigenfchaft, zSm andern ir verglichnus z& den falfohen
Propheten und chriften.
^ Ziun erßen hat ein wolf die geftalt mit vil dingen
als die großen fchäferhunt. ^ Z&m andern fo ver-
meinen etlich, daß ein wolf ein wilder hunt fi. ^ Z&m
so dritten fo erneret er fich des raubs wo er mag, fünft aber
fo frißt er leim für hunger. ^ Zäm vierden, wan ein
wolf in ein fchafftal kompt, fo lat er fich nit gen&gen,
wo er ein fcLaf zerrißet, fim hunger, funder er ertödet
fi all. ^ Zfim fünften fo ift ein wolf fo vergünßig dem
35 anderen, wan fi remlich mit der wolfin fint, thar keiner
vor dem andren zä der wölfin. fo gat die wölfin zu eim,
der felbig handlet mit ir und fo bald darnach fallen die
andren wolf über den felben uß vergunft und zerzerren
12
iu: doruß dann das fprichwort kompt 'kein wolf ficht
finen vater/ ^ Zäm fechften iß: ein wolf gemengter
färb. ^ Zfiin vii. fo l&chten im die äugen z& nacht.
^ ZSm VIII. fo er großen hunger hat, To underßat er
& onch die lüt, fo über feit gan, an zfi fallen und ertoden,
linen hunger zä erfettigen. ^ Zäm IX. wann ein wolf
in ein grab feit und ficht daß er gfangen ift, fo iß er
fchaniper, daß er niemand fchediget, wan fohon ein fchaf
bi im leg. auch laßet er mit im umbgan wie man wiL
ao wo er aber entrint, fo ift er der alt wolf. ^ Z&m x.
fo er ein herd fchaf ficht, eröffnet er fich nit von ftund
an, funder verbirgt fich und fchlicht uf der erden nider
getruckt langfam hinzA und nimpt etwan war in fonders
der hunt, ob die do find oder ob fi fcblafen, mer dann
15 anderer ding, ficht er gät wacker hunt, fo gat er hin-
der fich und wartet, ob fich ein fchaf von dem hufen
ließ, wo das gefchicht, fo verfScht er fin kunft und
zwacks hinweg. ^ Zäm xr. fo kent ein wolf die
feiftißen fchaf im hufen: den fetzt er zä för ander.
20 ^ Zäm xn. fo hat ein wolf einen forchtüamen gefcbmuck-
ten nidertrechtigen fchlichenden gang. ^ Zäm xril.
hat ein wolf faft einen gäten geroch der nafen, daß er
einen keiben oder ein hert fchmeckt von ferren.
^ Zäm xilll. fo hat ein wolf die art, wan er hundert
25 fchaf ertodet, wo er nit verjagt würd, fo tr&g er die to-
den fchaf all in fin hiil, und nlfo ligt er unter den kei-
ben freßen. ^ Zäm xv. wann ein wolf ein geiß
ankümbt, fo brucht er folichen liß, daß ers nit glich an-
feit mit bißen, funder nimpts bim hart mit den zenen
30 und mit dem fchwanz fchlecht ers für den ars. fo loufi
die geiß und alfo wifet er die geiß mit dem hart dem
holz zä. wan er aber ins holz an fin geworfami kompt,
dan fo falt er die nerrifch geiß recht an und firißet fi.
^ Zäm XVI. fo legt fich ein wolf etwan in ein hürß fambt
35 er tod fi, und fo ein ros, fwin oder hunt dar kumpt und
ficht in tod fin, beforgct es fich nit von im gelediget zä
werden, dan fo luftert der wolf, und wann man am
minßen meint, fo iß er do und ergrift das arm tbier.
13
% Z&m xvu. die wil der wolf lebt, ift er zä nüt nütz
dann z& fchaden und verderben, aber fo er gejagt wirt
und alfo gfangen, dan bebt er nach fim tod an etwas nütz
zu fin. nemlich Tagen die natürlichen ineifter, wan ein
& menfch das grimmen im buch hat, wann man wolfsdreck
derret und in win warm trinkt, fo vertribt es das grim-
men, item wan am fchafllal ob der thür ein wolfshut
hangt, fo werden die fchaf forchtfam, und wan ein wolf
an die thür kompt, fo fchmeckt er, daß do ein wolf tö-
10 det iß und flucht das ort, nit darin brichet, förcht, es
möcht im ouch alfo gefchehen.
Wiewol noch mer eigenfchaft ein wolf hat, doch von
kurz wegen dife anzeigt, dorin die andern ouch verftan-
den mögen werden.
1» Aber vor und ee Xolch vergUchnus eröffnet werden, fo be-
züg ich vor vor ieglichem frommen chriften menfchen, daß
min meinung nit anders ift, dan wie ich im anfang glagt
hab, daß ich mich erbarme der fchedlichen einfaltigkeit
und Ilreflichen unwißenheit unfer, fo wir billich (nemlich
ao geißlich und weltlich oberkeit) des verßant haben follen,
do durch gewapnet die einfaltig hert der fchaf, als die
k&nen ßandhaftigen großen rüden und bunt, uns gegen
folcben wölfen fetzen, die verjagen, fo gefchicht es lei-
der etwan, daß hunt und wolf beid ob eim fchaf zu ims
2& freßen, ouch wil ich in kein weg die notturftigen ampt
der oberkeit gefchmecht noch vermeint haben, weder die
fromen trüwen amptlüt, fo folich ampt nach rechter trüw-
licher meinung verfehen. diewil aber niemand fchedli-
eher iß, dann wo ein feellofer untüchliger man lolichs
80 ampt fich unterzücht und in geßalt der oberkeit g&ten
fcbin anzeigt, aber heimlich fich felbs fucht, das iß ein
böfer wolf. urfach, ein ieghch amptman iß ein gemeiner
man und alles fin thiin und Ion des ampts halb fol nit
anders lenden noch wollen dann nutz und heil der un-
35 terdanen. ouch die wil er am ampt ,iß, fol er gar nüt
perfonlich oder eigenlich handien, wann es argwenig
iß: des fol er ouch von finem ampt erneret werden, v£
14
daß fine werk unvcnnirchet hüben und fin war mag ge-
numxnen werden, was oder wie er handelt ouch was er
in dem überkomht, fol nit fin fonder gemein fin; wann
es iß im im züfal des ampts worden, Fol wider an dem
5 ampt hüben, die aber fo fchuldig find, woUen umb gots
wiUen hie gedult han, wo inen der eiß angerfirt würd, und
der finUkeit einen zoum inlegen, nach rechter Vernunft felbs
ermeßen, wo fi der maßen beleidiget würden, daß inen
folchs überlegen wer fchwer zfi tragen, ouch gedenken,
10 'thuftu der maßen din gewalt bruchen, wo es von dir ge-
fagt wirt, daß du dich des fchembft, fo wil ich hie urfach
nemen, folchs misbruch und befchwerd der gemeinen min-
dern und in redlichem ufrichtigem götlichem willen und
vorgefchribenen fatzungen heiliger gefchrift mich under-
» richten laßen, demnach min oberkeit, minen mitbrfidern
on geferd und eigen geffich triUichen zä gfitem erfchie-
ßen laßen, uf daß, fo und ich armer menfch an minem
letften end darvon möß, nit bliben mag, auch minem her-
ren Chrifto (fo mir vafl fchwere rechnung vor gehalten
90 wirt) g&te rechnung geben mög, in vertruwen zfi hören
'eia, du getrüwer knecht, gang in die freud dines her-
renT amen.
DER ERST WOLF.
Es ber&men fich der heilig vater der babß, cardinäl und
86 bifchof, daß fi an ftat der belügen zwölfboten fitzen in
vollem gewalt, wie die felbigen von Chrifto entpfangen
han, deshalb fi hirten der fchaf genent werden, auch die
großen fchäferhund, daß fi durch die heilig gefchrift iu
irem rechten einfaltigen gefunden verftand und meinung
so fchrien und pellen gwaltigUch wider die fünd und lafter
der menfchen, wider die falfchen propheten, das ift, die
die gefchrift zerrißen und von finer meinung des geifis
gottes geweitigen, und alfo ftond fi, wie Chrißus für
fine fchäflin Aund, felbs perfonlich lernet mit werken und
S5 predigen, auch den tod flir fine fchäflin annam.
^ Gegen denen frummen bäbfien und bifchoffen fton
zfi wider vaß groß grüslich dückifch wölf, wölch anzeigt
15
werden durch den heiligen propheten iiß dem mund gots
Hieremie vii "das Tagt der berr, der ftark got Ifrael. machen
gut üwere weg und üwer bandiung, fe wird ich bi üeh an
difer Aat woneu. ir foUen nit vertruwen in lugenhaftigen
& Worten fprechent Mer tempel gots, der tempel gots, der
tempel gots.' ift fach daß ir recfatvertigen und gät machen
üwere weg und bandlung, fo ir gerechtikeit halten zwi-
fchen dem man nnd finem nechAen, den pilgram und
weifel und die witwe nit befchedigen noch unfchuldig blut
10 vergießen in difer flat etc. nement war, ir vertruwen
üeh in lugenthaftigen reden, wolche üch nit nntzen wer-
den, fielen, totfchlagen, eebrecben, lugenthaftigen Tobwe-
ren, opfern dem got Balaam, nach frembden gottem wand-
ten, die ir nit wißen, und find kommen und find geftan-
15 den vor mir in difem hus (verlland im tempel Salomonis),
in wölcbem min namen iß angerfift worden, und haben
gefprochen 'wir find erledigt in dem fo wir volbracbt
band alle befiimbten bosheiten."" iß im nit alfo, daß diß
hus ift worden ein fpelunken oder hiilen der mörder?'
20 Die erft regel.
% Wölcher babß, cardinal oder bifchof ßet mit fim titel
des gwalts des prangt und bocht, bäbfilicher gwalt, bäbß-
liche heilikeit, der volkommen gwalt fant Peters, fant
Pauls, der ßathalter Chrißi, der hochft bifchof, der faerr
2& der weit, ein gemeiner hirt aller menfchen, der öbreft
i^iber alle menfchen: do durch verftand des wolfs gefchrei,
in maßen wie der prophet fagt: fi fchrien *der tempel
gots, der tempel gots, der tempel gots.' do durch wol-
ten fi anzeigen, daß fi die weren, den got den gwalt hat
so geben über all menfchen, und in dem titel vermeinten fi,
es wer recht was fi thäten. was redt aber got zö inen?
Völlen ir daß ich bi üch fi, fo legen üwer bosheit und
tiranni hinweg I halten gerechtikeit, fcbädigen nieman,
fchlahen nieman zä tod, kommen den armen verlaßnen
8.^ zu hilf! dann wil ich bi üch fin: funß iß üwer tempel ein
hül der röuber und mörder/
Die ander regel.
^ Wann der babU, cardinal oder bifchoflP zä dir kommen.
16
es Bi perfoulich, durch botfchaft oder buUen, fo gedenk,
daß du dich die großen titel uud namen, großen figel
und fidenfchn&r gar nüt irren noch bewegen laßeß; wann
, die titel find mer zfi betriegen nütz dann zfir warheit;
& wan das ilt fin art, fich der gefpenft zSl bnichen, ifl; wi-
der das evangelium. ouch haAu des ein exempel (Danie*
lis Xlll) von der frommen Sufanna und den zwen alten
Wolfen, do lisl findeft eben dis gefpenft.
Die dritt regel.
10 ^ le größer ir pracht und herligkeit ift, ie mer folt du
dich vor inen hfiten; wann es ift ein wolf, der in gfialt eins
gfiten fchäferhunts kompt, vil von des chrißenlichen glou-
bens willen fich erzeigt und f ficht fich felb. h&t diofal es
ift wider den bruch Cfarifti und der apoftel.
15 Die viert regel.
^ Wann fi mit iren römifchen ftäl kommen, fagen dir
von der heiligen römifchen kilchen, von fant Peters erb-
göt, von den erbbechen der kilchen, von beiden fch wer-
teren, fo gloub gewislich, daß es ein fchalkhaftiger wolf
so ift: wann Chriftus hat der ding nit fant Peter geben,
fich in zeitlichem richtumb zu mfitwillen, wan f. Peter
fprach 'herr, wir haben verlaßen all ding und find dir
nachgefolgt.^
Die fünft regel.
25 ^ Wann fi nit gerechtvertiget wollen fin irs begerens
halb, auch fo fi anfprach nemen des gewalts halb, es fei
wie klein es wöl, in zitlichen weltlichen hendeln; item
fliehen, daß fi niemans firaf irs irrtumbs halb; item wol-
len in allen dingen recht haben, des doch nit urfach dar-
so thun, nach götlichem gefatz anzeigen, allein fprechen *der
heiligft vater der babft uß vollem gwalt hat das macht,
wil das han'; item wan fi iren gewalt und friheit uß den
geiftUchen rechten oder uß den lerern bewifen oder uß
alter langer befitzung und bruch alfo gefunden, fo der
35 dem evangeho wider ift: dife ftiick und andere der gli-
chen find alles wolfgelang, gat Chriftum nüt an, noch
den ift glouben vil nützen, ja wol vaft ergern und ußdil-
ken. und in folchen dingen haben fi kein gewalt uß
17
gotlidber ordnong über dioh, das merk ^}en^ wiewol ß
nit laßen iren dink naeh alter gewonheit
DER ANDER WOLF.
Wir lefen im evangelio Matthei vi *ir (ollen üch nit fem-
ft len fchetz uf eriricfa, fonder femlen &ch fcbetz im himel.
niemant mag zweien berren dienen, got und den rich-
tumben etc. ir follen nit forgfeltig fin, was ir efien oder
trinken' etc. item Aot Mattb. x gefchriben, daß Jefus
finen jungem gewalt gab über die bofen geiß, über die
10 kranken, fandt fi uß zfi predigen das rieh gottes (das ift
das eyangelium) und fprach der herr z& inen *ir babens
umb Ainß enpfangen, umb fünft foUent irs wider ußgeben.
ir foUent nit befitzen weder golt noch filber, noch gelt
in üwern feckelen tragen, weder tefchen, noch zwen rock,
15 noch fehiich, noch gerten^ wan der arbeiter ift wirdig
finer fpis^ etc. der glichen ftat gefchriben im evangelio
Luce X, Marci vi. uß difem anzeigten heiligen evangelio
wirt luter anzeigt, was Chriftus Jefus den apoftlen für
gewalt und ambt enpfolhen hat, wie fi fich halten (ollen
fo in irem ampt, nemlich das heilig evangeltum predigen,
die kranken gefunt machen, kein forg umb zitlich g&t
han, weder fchetz noch golt noch filber iamlen, ja nit
zwen rock han. item föUen gedenken, daß fi nit gelt
noch fchenkung umb ir 1er und gewalt nemen, wan fi es
ii euch umb fünft enpfangen hatten.
^ Dar gegen komen bös alenfenzig wölf, die zeigt
got der herr durch den heiligen propbeten Micheam
am ni. ca. an, fo er fpricht 'boren, ir (ärften Jacob
und tnrßen Ifrael! fl;ot üch nit zu zfl wißen das urteil?
30 die ir haßen das gfit und liebent das übel, die ir ge-
waltiklich abrißend die hut von inen und dorunter das
fieifch biß uf das bein, die ir geßen haben das fleifch
mins Volks und die hut darüber abgefchunden, ir bein
zerbrochen, daß fi zerfallen find als in einem hafen, als
SS das fleifch in mittel des hafen' etc. und glich hernach
*^ri<!ht der herr über die propbeten, die do betriegen und
verfören min volk, die do bißen mit iren zenen und ver-
2
18
kuodeu den firid; und ift lach daß eiaer lüt etwas iu iren
munt gibt, fo heiligen (i über in den.ftrit.* und witers
in dem capitel Tagt der herr 'hören z&, ir furßen des hu8
Jacob und richter des bus Ifrael, die ir fchühen das ur*
ft teil und alle biUikeit rerkoren ir, die ir buwen Sion in
deo pKiten und Hierufalem in bosheitea. ir furlleo ur-
teilen in goben und ire priefier lemeten im Ion und ire
Propheten £agten wiß im gelt, und alfo ruwen 11 u£ dem
herren fprechent 'ill im nit aUb daß der berr ift in mit-
10 tel under uns? mag auch etwas Übels über uns kommen?*
darumb euweret halben fo wirt Sion umbkert wie ein
acker und Hierufalem wirt als ein hufen ftein und die
berg des tempels in hohe der weld.' merken uf die wort!
witer werden die wölf durch got uß dem mund Hieremie
15 am vr. anzeigt, ßot alfo 'von dem mindren biß uf den
großem hangen fi all der gitikeit nach, vom propheten
biß uf den bricßer bruchen fi all betrug und heilen die
zerknitfchung der docbter mius volks mit fchmach, fpre-
chent 'frid, frid,* und es was kein frid* etc. £zeohiel der
90 heilig prophet zeigt die wölf auch, am Xlil. fpricht er
'we die ir yerfchließent die külfelin under einem ieglichen
ellenbogen und machen küflelin under das haupt eines iegli-
chen alters, z& fahen die feien, und fo fi fiengent die feien
mins volks, machten fi die feien lebendig und geweitige-
ten mich zä mim volk durch ein hendlin vol gerften und
3& umb ein ßuck brots, uf daß fi ermördent die feien die do
nit Herben und machten lebendig die feien fo nit leben,
liegent minem volk, fo es gelaubt iren lügnen' etc. ver-
ßond bi dem külTelin fchmeichelen. Paulus zeigt das auch
an in der andren epifiel zä den von Corinthia am XI
30 capitel. Petrus der erfi pabA und heilig zwölipot zeigt
auch die an in finer erfien epiftel am letften capitel 'ir
follent weiden die herde gottes gutwilliklich nach gott
und nit umb eines fchnöden gewins' willen' etc. auch in
finer andern epifiel am anderen capitel faget fant Peter
3& 'es werden under üch fin lugenhaftig meifter etc. und in
gitikeit werden G kaufmanfchaft mit erdichten Worten von
euch triben.^ die ganz gefchrift klagt nahent überal ab difen
19
verflachten wolfen. o die wölf fohmeoken licham wol.
68 ift .kein g&ter fruchtbarer fleck in taufent mil w^s
wit, den diTe wolf nit erCchmeckan. darumb merk dife
regel und zeichen! wun du fi fpureft, hfit du didil
& Die erft regel.
^ Wann man kunipt von Rom mit abloß bullen und helt
4ir für ein almufen z& fanden, an laut Petera mimAer z&
buwen, h&t dich, es ill ein wolf; wann es iil me gelt z&
difem wolfßal geben dann iez keifer Karle und Francif-
10 eu8 kunig uß Frankrich vermögen zä geben, ift dennocht
nit buwen. o Petre, würA ouch in die wolfishut swun-
gen wider din willen.
Die ander regel.
^ Wann man den Türken jagen wil, fo eße der wolf
u gerne rot^ fpis. hut dich! wann Chrifius hat nit geler-
net den glouben mit dem fchwert und kriegen, funder
durch ein from heilig leben, gfit ezempel zu meren, wil
auch niemant triegen oder geweitigen z& glauben, aber
der wolf hat noch den gefchmack nach der alten feiften
99 weid, als do find die patriarcbaten z& Antiochia, Conftan-
tinopel, Jerufalem etc. do were g&t mel vorhanden, ligt
im nit vil am glauben, aber ein*dri milion golts jerlich
thet wol in der küchen, oder mer.
Die drit regel.
» ^ Wann der bapft oder bifcbof zu billicher oberkeit kom-
men und begeren früntfchaft und verein uf z& richten,
püntnus ingan, fo hat der wolf ein fchalk hinder den
oren, iß kein hirt, fonder ein wolf. urfach, der glouben
darf weder püntnis noch biftand einigerlei weltliohs, fon-
30 der er r&wet in einem dem&tigen fridfamen herzen, uf
Chrißo durdi die lieb verhafU
Die viert regel.
^ Wann der babft (ich nenn in darumb, daß er folichs
am meiften tribet für ander) z&m keifer, furßen, ßetten,
33 lendem kompt, anr&fl hilf und befchützung der chriftenli-
ohen kirchen, des ß&ls zä Rom, helfen der kirchen gflt,
fant Peters erbgät handhalien oder gewinnen, h&ten üchl
er ift ein wolf; wann fant Peter noch all fin nachfaren
20
bi dri hundert jaren haben weder land, noch rieh, noch
lüt, noch trabanten, noch guarden geban, fint all heilig
▼äter und marterer worden, het Chriftus ein folchen fiäl
ttfriohten wollen als fi iez band, bei er dorlich thon, daß
& folcber Ml und herfchaft nit ein anzeigen in Petro und
▼ilen nach in eriunden wer worden, wil gefcbwigen vol-
kommene befitzung als iez: find dennocht bäbft gewefen,
und alfo bäbfi, daß ir namen in dem canon der mefs ver-
griffen iß worden, iez fo fi rieh und land band, find ir
10 Damen nahen all mit fchand und laßer befleckt: das be-
wifen die bißorien von inen, darumb h&ten euch, lieben
chrißen! ir thäten vil ein großer gefallen fant Petem,
daß ir fin nacbfaren wider glich machten, wann er fich
rcbämen maß, fo er fol verloßen han fo vil furßentbäiD,
1» und doch das evangeüum von im fagt, wi'e er zAm her-
ren geredt hat 'nim war, wir (die zwolfpoten) haben alle
ding verlaßen und find dir nach gefolgt^ mfiß entweder
unrecht han: die zwolfpoten haben alle ding verlaßen und
band dem herren nach gefolgt, fo befitzen iez ire ßathal-
so ter und nacbfaren nahen alle land, fchloß und lüt, und
haben fo vil do mit zfi fchaffen, daß mancher babß und
bifchof fin lebtag lang nie die vier evangelia hat ußge-
lefen noch viUicht einen evangelifien, fprech gern, nit
recht kond lefen , aber wol kriegen, im küriß riten, jagen,
» voglen, zanken, badren.
Die fünft regel.
^ Wer min rat, daß die künig, fürßen und herren der
bifchof, Cardinal und großen curtifanen nit vil in iren
heimlichen fachen und raten bruchten (wie wol fi die al-
so 1er lißigeßen find), iedoch vüen uß inen wolf, die lands-
bifchofs, fo fi nit verpflicht dem babß mit eid weren, wil
glauben den merern teil vaß nutzlich zfi fin.
Die fechß regel.
^ Wann die geiftlicben propheten (das find die prediger)
86 nach großen predicaturen und canonicat (gellen, fich gro-
ßes titeis der gefchrift, des rechtens, bi großen herren
gewonet, ber&men, hftt dich! fi feben den wolfen (glich
und urteilen nach wotfifcher art.
21
Die fibent regel.
^ Wann die moncb und nnnnen konunen ungebeten und
früntTchaft fachen, nemlicb in den hüfern der riehen und
erbieten fich vil dienAs fampt allem irem hab, aber das
in kein anderer urfach willen, dann allein umb br&derli-
& eher lieb willen, ja ir orden helts in, alfo die kranken
und betr&bten beinirucben; item unter andern fo fi an-
heben das eilend difer weit zö klagen und große not, vil
armdt So 11 liden teglicb, dar z& die ftrenge irer regel
mit yil faßen, langem korfingen, wie große friheit der
10 orden in helt und manig der molTen für all g&tthater,
auch brfiderfcbaften .fo fi haben vom babft, ja vil from-
mer kind und brfider, die vil zä Ilreng inen felbs find,
das nit eßen, diß nit drinken von wegen irs ordens: h&t
dich! es find die verborgnen wölf in fchafskleidern. wilt
15 du fi erkennen, fo gib inen nütl gelt die br&derltoh lieb
hört uf, der orden difpenfiert mit der lieb, fi ziehen den
hag ab.
Die acht regel.
^ Wann man mit dem geifilichen rechten und mit den
90 geboten der kilchen kompt, helt dir für die gebot dar
innen, auch die verbot (als dann iez einer kum eim fur-
fetzen mag, er hat in das geifilich recht gefündet) und
wifet dich z&n legaten, vicari, darüber zSl difpenfieren,
auch privilegia, friheit mögft koufen, folich gebot fürder
S5 uit verpflicht, doch m&ftn des dings han fo die münzmei-
ßer mit dem apfel fchlagen, fünft hat er kein gwalt zfi
difpenfieren oder frien: gang fin m&ßig, h&t dich! es find
wölf. doch magftu iren menfchlichen gwalt begr&ßen, er-
gemus z& vermiden, wann was mit gelt gericht mag wer-
30 den, iß vor gott on gelt gefchlioht. man fol aber nit
trotzen und bodien, fonder notwendikeit vor äugen han:
das merk!
DER DRIT WOLF.
Der herr zeigt an im evangelio, Marci ix fpricht er 'ir
36 foilen das falz (das ift geißiiche evangelifche kunft und
leer) in üch han und den friden band under einander.
22
dae falz ift g&t\ auch do der herr fine junger lang ge-
lemet and underricht hat in finer evafigeKfofaen leer, do
fprach er *ir find das falz des ertricbs (das ift der men-
fchen); wann aber das falz ertaubt oder nnkreftig wirde,
ft in was wirt (verftand der unwißen menfob underricht) es
gefalzen? es foi nütdann daß es ußgeworfen werd und nait
f&ßen vertreten' eto. darumb ein ieglicfaer gelerter doctor
(▼erftand in gotlicher gefcbrift ein Terftendiger liebhaber)
ift glich im rieb der himel (das ift in chriftlicber kilchen)
10 einem husvater, wöKcber uß finem fchatz (verftand der
verftentnus gotlicher gefcbrift) herfiir bringt nüw und alte
ding (das ift der propheten urd evangelifcher leer), uß
difem allem gibt uns Cbriftus zA verfton, wie ein predi-
cant und docter heiliger gefcbrift gelert fin fol, nemlich
1» daß er das falz bab, den rechten verftand der gefcbrift,
do durch den gemeinen man falzen, das ift underrichten
in dem willen gots, fin laßer mit knnft verzeren, fo wirt
er boren fo gefchriben ift Danielis xil capi. 'es werden
fchinen und erglaften die gelerten wie die fternen im fir-
10 mament* etc.
^ Dar gegen find auch frevel grim wölf, do gar gwar-
famlich mit zd bandlen ift, wann fi licbam mäiig und un-
verfcbampt find, die wölf zeigt got der herr an durch
den heiligen propheten Hieremiam am vitl. capitel, fpricht
» er alfo *wie fprechen ir, wir find wis und das gefatz des
herren ift bi uns. warlicb fo hat der lugenhaftig ftil (ich
acht, es fi ir fcbriben und lernen) der fchriber oder ge-
lerten lügen gewurkt. die wifen find sfi fohand worden,
find erfcbrocken und begriffen, wann fi baben das wort
w des herren bin geworfen und ift kein wisheit in inen« da-
rumb wird ich ire wiber den frembden geben, ire äcker
den erben, wann von dem wenigiften biß zfim meiften fo
volgen fi dem git nach, von dem propbeten biß zfim pric-
fter würken fi all lügenen und haben gebeilt die zerknüt-
sft fcbung der dochter mins volks z& fchmach und fcband
fprechend 'frid fi'id', fo doch nit frid was* etc. witers
werden folich wolf durch difen propheten anzeigt am xxni.
capitel durch uß, fpricht er 'und ich hab dorheit gefehen
-i8
in den propbeten Samaria und fi Tagten wiß in Baal und
b^rogen min volk Ifrael. und in den propbeten Hieru-
falem hab icb ^efeben glicbnüHen der ebreohungea und
den weg der lügenen, und fi baben geßerkt die hend der
& aller böfefien, uf daß nit ein ieglicber ward abkert von
finer boabeit. fi find mir all worden als Sodoma und fine
inwoner als Gomorra etc. ir foUent nit boren die wort
der propbeten die iich wißagen und betriegen iicb, wann
ü reden das geficbt irs herzen und nit uß dem mund
M des herren. 11 Tagen zu denen die micb lederen 'der herr
bat geredt, der frid wirt mit üch fin;^ und mit allen fo
wandelen in Icbwere irs berzens, baben fi gefprocben 'es
wirt nut bös über iicb kommen' etc. icb bab gebort
(fpricht got) was die propbeten gefprocben band, fo fi
n wißagten in minem namen lugnen und fpraohen 'ich hab
gefcbla£en, ich hab gercblafen"* (das iß, im troum hab ich
gefehen und in miner vemunft hab ich es befchloßen).
wie lang iß noch das in den herzen der propbeten, die
do lugnen Tagen und verkünden betrüglikeit irs herzen?
so die do wollen machen daß min volk vergoß mins namen
durch ir treum, fo einer dem andren verkündt und fagt,
als ire väter mins namen vergaßen durch BaaL ein pro-
phet, wolcber bat einen draum, der fag ein droum, und
der fo do hat min red, der fprech uß min red warhaftig.
S5 was vergUcbnus find die fpreuern z&m weizen? fpricht der
herr. ilt im nit alfo, daß min wort find in maßen als
das feur, fpricht der herr, und in maßen als ein bamer
der do zerknütfcht einen fölfen? darumb fprich ich zfi den
Propheten, die do Aalen mine wort ein ieglicber vom
30 andren; nim war, z& den propbeten, fpricht der herr, die
do nemen ire zungen und fprechen 'der herr fagt^ nim
war, zu den propbeten, die do lugnen treumen, fpricht
der herr, die gefagt haben und haben verfuert min volk in
iren lügen und in iren wunderzeichen, fo ich fi doch nit
9ft gefant hab, weder inen das geboten, die do nit nutz dem
volk waren, fpricht der herr. ift fach daß dich das volk
fragt, ein prophet oder priefter fpreobend 'was iit die pürd
des herren?' fo fprich z6l inen 'ir find die piird und ich
26
alfo ij, Tagt got <kr herr durch den propbeten E&iam
XLiii 'bring mich in din gedechtnas und werden wir mit
einander geurteilt. Tag au, ob du etwas habft daß da
gerechtfertigt fieß. din erßer vater bat gefundt und din
5 dolmetfchen haben fich gegen mir überleben und ioh hab
unrein gemacht die heiligen furften' ete. auch ftot gefchri-
ben Efaie LXIIII Vir find all unrein worden und all unfer
frumkeit und gerechtikeit als ein unrein ftinkent thuch^.
item Danielis am ix. auch Tagt der berr cap. xvil im evao-
1» gelio Luce 'wann ir alle dife ding (vermeint er das evange-
lium) volbracht band, fo fpreohen, wir find unnute knecht.*
alfo waren die pharifeier und rabinen wolf, daß fi ieder-
man mit dem thant blendeten, das inen der herr öffentlich
verwiß 'ir mit euwern gefatzen übertreten ir das gefatz
15 gots.* item vermeinfi aber, das evangelium fi ein rotfofalag,
allein do volkommen zu halten, nit iederman geboten,
fo lis den heiligen apoAel und erangeliften Mattheum am
end fins evangeli, fiot alfo gefchriben im evangelio 'gond
bin, lernen alle volker, doufen fi im namen des vaters,
20 des funs, des heiligen geiftsi lernen fi z& halten alle ding,
fo ich üch geboten banl' das find die wort Chrifti Jefu
felbs, yermeint er fin leer, das iß das evangelium.
DER VIERD WOLF.
Unfer beilmacher Cbriftus Jefus do er von difer zit su
25 fim himlifchen vater durch den tot gan wolt, do thet er
ein fchöne wunfame und lutere predig, was fin himlifcber
vater im entpfolen hat hie uf erden zA. würken und ler-
nen, wolt alfo ein entliehen abfcheid finen jungern geben,
under andern fprach er alfo 'iß fach daß mich einer lieb
30 bat, fo wirt er mine red behalten und min vater wirt in
lieb haben und wir werden z& im kommen und werden
ein wonung bi im machen, der aber fo mich nit lieb bat,
helt auch mine red nit. ich gib üch ein nüwes gebot,
daß ir einander lieb haben als ich euch lieb hab gehebt,
u daß fo ir einander lieb haben, in dem zeichen werden fi
üob erkennen, daß ir mine junger find, fo ir lieb under
einander find, band ir mich lieb, fo halten min gebot^ etc.
27
mit cksm ügel ddr lieb find alle propbeten von Motfos zi-'
ten bifi af Cfariftum Terzeiehnet worden und Ofariftus
Jefus hat diß figel finen zwöUpoten mit hochßem emß
an ire ßinie getrockt als ein zeichen, fo das all wdt fe-
5 hen wurd, daß man erkant, daß fi die rechten junger und
boten Ührißi waren, in dem figel hat Chriftus ein uß-
truokte underfcheid gefetzt zwifcfaen im mit finen jungem
und den woifen fo in fchafkleideren wandlen, und allen
> menfchen entpfolen, wo einer kem der Chrißum Jefum
10 inen prediget und lernet, feilen fi die leer nit glich an-
nemen, es fi dann zfiror daß das zeiehen lutbar und
wol erkant fi; wann kein wotf das zeichen liden noch
tragen mag in der warheit, wol nach dem fcbin. fo aber
der wolf ficht^ daß im nit eigen nutz wil daruß kommen,
u fo flieht er und loßt fine bofe duck merken; wann die
werk erkleren das herz und meinung. folich boten, fo
verzeichnet find mit dem rechten figel Cbrifti Jefu, das
ift die recht im herzen find gegen irem herren der fi ge-
fandt hat, die verküdden weder mer noch weniger dann
to inen der herr bevolen hat, fonder loßens do bi hüben
bim alten hauptbrief, fo got der almeohtig durch Chri-
Itnm uns vorgehalten hat: dar zu halten und triben fi die
lut, helfen und raten iederman dem nach zö folgen, alfo
bat thon Moifes, Samuel, Efaias, Hieremias, Ezechiel,
s& £fdra, David, Daniel, Ozeas, Arnos, Micheas, Malachias.
alfo Chriftus Jefus unfer heilmacher felbs von im bezügt
Johannis vi *ich bin vom himel abgeftigen, nit daß ich
minen willen thfi, fonder den willen des der mich gefant
halt* alfo entpfal auch Chriftus furter finen jungem, daß
so fi den willen fins vaters volbringen folten, nit iren willen,
do er fprach Johannis am x.x 'der frid fi mit üchl als
mich min vater gefant hat, alfo f^d ich üch*: do bi lu-
ter anzeigt wirt der gwalt und meinung Chrifti. alfo
haben die Heben zwolfboten gehorfamet, nit anders uf
35 ertricb dem gemeinen volk fiargehalten, denn das Chriftus
geleraet hat. das folchs war fi, fo lefe man ire epiftel,
fant Peters, Johanfen, Jacoben, Juda, die gefchicht der
apoftel, die epiftelen des heiligen Pauli, fo wirftu warhaftig
kuntfcbaft findeo, daß fi nüt anders dann luter die eere
gottes und das heil aller menfchen gefiScht haben, nach
den apoßeln nemen wir für äugen die heiligen frommen
bifcbof: uf dri hundert jar nach Chriftus geburt haben fi
& ob bellimpte einfaltige leer mit irem blät beftetiget, biß
in tod umb des cvangelii wegen verhart, do durch das
zeichen inniklicher lieb, fo fi durch den glauben zd gott
hatten, iederman offenbar erzeigten, do durch kreftigUchen
zugen all menfchen in erkantnus gottes des herren, mer
10 mit den werken dann mit werten, das find die rechten
edlen fighaftigen fchäferhund, die edlen hirten der fchäf-
lin gottes, die worlich fo kreftig vor vü tufent jareo nach
und nach gepoUen und gefchrien band wider die zocken-
den wölf, daß uf difen tag und ins end der weit ir man-
i& haftigs gefchrei ertonet, dorab fich uf difen tag die ver-
blendten erßockten wolf entfetzen, dem nit widerfion mö-
gen, allein mit betmg zö ruck und in der finftemos nid
und haß fchmiden, in verderbnus aller frommen gerech-
ten, vom Abel uf den letften behalten.
30 ^ Dar gegen find die aller erfchröcklichiften Kftigeften
wolf, fo der tüfel felbs ie uirichten mocht, wöliche gots
und aller heiligen nach chriftlicher meinung vergeßen, ja
nit mer wißen wollen, doch trutz daß ins niemant kant
thä, wil gefchwigen fagen, wolch fo gering find, das
35 menfchlieh Ufit zä ußgießen, fambt es waßer wer, und
als under gäter geftalt. die wölf zeigt got der almech-
tig an durch Hieremiam den heiligeten in mäter Hb am
xviir. capitel 'kommen und laßen uns gedenken wider
Hieremiam anfchleg! wann das gefatz wirt nit yerderben
ao vom priefter, noch der ratfchlag von dem wifen, noch die
red von den propheten. kommen und laßen uns in fchla-
hen mit der zungen (alfo fchlahen fi uf difen tag) und
nit nemen war aller finer redT etc. o wölf, wölfl auch
wirt difer gewalt der finßemus anzeigt Sapientie n durch
85 uß 'laßen uns den frommen gerechten umbgeben, wann
er uns unnutz ift, ift widerwertig unfern werken, er h^t
uns frevenlich uf die lund des gefatz und fchriet öffent-
lich wider uns die laßer unferer leer, gibt fioh uß, er
29
bab die recbt kunA gottes und nennet iich ein Ton got-
te8. er ift uns worden in ein verendrung nnferer gedan-
ken, ift auch uns fcbwer zä fehen^ wann ßn leben iA den
andern unglich^ fine weg find verendert, wir find glich
ft ak lugenhaftig von im geacbt und er entsücht fieh von
unfern wegen gHch als von unreinikeit er fetzt Ar die
letAen ding der gerechten und ber&mpt fich got zit einem
Tater ban^ etc. fpricht Efaie i got der herr von der hülen
der woIf alfo 'o wie ift die nüw fiat zS einer huren wor-
10 den, die do was vol urteils und gerechtikeit. die from-
keit hat in ir gewonet, aber iez fo wonen totfchleger da-
rin, wie iA diu filber verkert worden in kupfer efch! din
win ift gemifcfat mit waßer, dine furften find ungleubig,
gefellen der dieb. fi liebent all gaben, hengen der ver-
15 geltung nach, den waifen halten fi kein recht und das
anligen der witfrau bat kein ingang zu inen.* witer zeigt
die w51f got an durch den propheten Arnos v 'ß haben
gehaßet den, fo fi under der porten geftraft hat, und der
volkomenlich geredt hat, über den haben fi einen Unwillen
so gehan' etc. ChriAus zeigt die wölf felbs an Matthei x
'hAten üch von den menfchen, wann fi werden iich über-
antwurten in iren raten und in iren fynagogen oder tem-
pel werden fi üch geifelen. ir werden zä den amptlüten
und zö den künigen gef&rt von minet wegen, inen z^
» gezngnus, auch den volkem.* Matthei xxin fagt der herr
von denen grimmen wolfen, fpricht 'ir gefchlecbt der
fchlangen, wie wollen ir das urteil des feurs entpfliehen?
darumb fag ich üch, nemen war, ich fend z& üch pro-
pheten und die gelerten, und uß inen werden ir ertöten,
30 cr&sigen, etlich in euwem fynagogen geifelen, inen Ver-
folgung thdn von einer Aat zä der ander, uf daß über
üch kom alles gerechte blät' etc. daß aber nieman mocht
fprechen 'die ding find all gefchriben und gefagt von den
Juden*, fo boren den heiligen Paulum, wie er fich klagt
» fins ellents in der erAen epiftel zä den von Corinthiis am
llir capitel 'ich acht, daß got hab uns fine apoftel die
letften erzeigt, als die fo dem tod verordnet find; wann
wir find worden als ein gemein zeichen oder Ipilvogel
30
der weit und den engelen nnd den menf<Aen/ ein klein
bernach fpricht er 'biß uf die ftnnd fo liden wir bunger
und dürft, find wir aackent und bloß und werden mit
balsfchlegen gefeblagen, und find unftät und arbeiten, wer-
• ken mit unfern henden' etc. o beia, wo iß das Patrimo-
nium Petri, libertas ecclefiaftica und plenitudo potoßatis
und gladinm, Imperium?
Die erß regeL
^ Wann der babft oder cardinäl oder bifdiof zä dir kom-
10 men, halten für iren ordenUcben vollen gwalt über all
keilerlich und furßen recht und ordnung^, halten dir für,
daß von inen das keifertbüm abßig als von eim haupt
von gott geben, fagen alle rieh zu fetzen und entfetzen
macht haben, foltu wißen, daß es ein wolf iß und leugt.
i& Die ander regel.
^ Wann von inen felbs die eoneilia ber&ft werden, doch
all bifchöf, doctor, miinch und fo dar in fitzen, man zu vor
mit eid gefangen hat, fol es dir argwenig fin als von Wol-
fen befeßen: magß wol gedenken, was der eid verpfiicht.
90 Die drit regel.
^ Es fi babß, oardinäl oder bifbhof, manch oder pfaffen,
es fi ketzermeißer oder curtifanen, wann fi fich beolagen
gegen weltlicher oberkeit und gemeinen weltlidien gewalt
anrfifen wider d^i oder den und begeren des bl&ts, wie
»5 rechtlich bullen fi bringen, h&t dich, es iß der böfißeo
wolf einer, wann eben mit der geßalt haben die wölf mar
dann hundert tufent chrißen lüt ermordt. alfo räflen fi
Pilatiun an, Herodem, da durch fi Chriftum z&m tod brech-
ten. alfo rfiften fi Felioem den romifchen furßen an wi-
M der fant Pauls, alfo erofinet fich die hoffart des romi-
fchen babßs Bonifacii des dritten, do er begert und erwarb
von dem keiler Foca, daß durch keiferliche erkantnus
uß gieng, daß die romifch kilch das haupt aller andern
kilchen genent wurd. iez lagen fi fien uß götlichem gewalt
35 das haupt, und haben den keifer undertruckt, im dank-
barkeit bewifen: was fi uß keiferlichen gnaden entpfangen
hau, haben fi iez ein recht gemacht und fchlahen den
beifer mit fim eigen fchwert, ja vertriben und ußtilgt, und
31
fttrtcrbin imer naob gwiüt, lierfchaft und blät gedurft, ge-
ben des die biftorien kuntfcbaft.
Die viert rege).
^ £e fol nimmer mec d^i geüUicben gemattet werden
B krieg zfi f&ren oder eigen menfcben zä toten noch ver-
klagen fo zfim tod dienen mag, wie groß die urfach iO,
wann inen all ir land und lüt genummen w&rd, wann fi
kalb z& tod gefchlagen wurden, wann man wider (i und
ire laßer fchribt oder redt, fonderlich wo es war iß. des
10 urlach gib ich inen, daß das evangelium foliobs inen nit
erlaubt, fonder öffentlich verbüt, auch noch Chrißus, noch
Petrus, noch Paulus, noch all heilig marterer folichs we-
der in bruch noch geheiß hinder inen gelon. meinen fi
aber, daß inen unrecht gefchech, befeben fi die gefchrift
15 darumb.
Die fünft regel.
^ Wann fi mit iren römifchen hofgericht kommen und
mit iren fledermüs underßon uß allen landen eitleren, do-
mit undw der geßalt der heiligen kilchen gwalt^ alfo wer
so inen geliebt, uß dem land mögen bringen und vil coßen
alles gen Rom dienen mog, acht ich, es fi gUohnus mit
der geiß nnd dem wolf, fo ers bim hart zöm holz leitet,
darumb iß min rat, daß alle ßat fich entladen folichs
gwalts, die wil gut recht fiinden wirt in allen ßetten und
n orten, ja beßer in eim dorf dann in Lateranenfi, vilmals
er&rcn wirt
Die feohß regel.
^ Wann die geißlichen vätor und großen prelaten, fo in
fteten wonen, vermeinen mit iederman zu handien, doch
10 fi nieman des rechten dann allein zu Rom erwarten, ur*
fadi irer freiheit, fo merk, es iß wolfsgelang: fol die
weltlich oberkeit die mit folihem fortel nit dulden, fchä-
men fi fich vor dem weltlichen gericht, fo leben fi nach
dem evangelio, werden fi des wenig bedörfen, die wil iez
35 die leien beßer recht halten dann die geißlichen.
Die fibent regel.
^ Wann der wolf einen betrug underßat zu th&n, auch
fo er überilet wirt, daß im z& hart zwang von d«n hun-
32
den befchicbt, fo thut er eins und uitnbt fich aa einer
fridlichen geßalt, fchmuckt den fchwane, etwan Übhimpft
er, dann zwackt er einen, wo im luft wirt wo er dann
gefcklagen ift, erdiobtet er fich tod fin, und alfo durch
» mangerlei betrug fich errettet von den hunden und inrten.
alfo diß obbeßitnpten wolf was fi inen fumemen, k&nden
fi ein Icleid entlehen, darin (i uß der hülen gon, höflich
uf filzen fchlichen, der weichen küITelin (do von Ezechiel
fagt) nach not mit inen tragen, ein ieglichen elbogen ver-
10 i&glich : fo fi ein haupt oder elbogen daruf bringen, iß ir
fach richtig, wann fi weich und vilen anmAtig fin und vil
find daruf betrogen, iß dann daß dem wolf zfigefetzt
wirt etc., alfo fo inen furgelialten wirt die gefchrift, das
evangelium, Chrifti und der zwölfpoten leben, fo kommen
1» fi entgegen, nemen fich an eins geißs und großer heili-
keit, loben Cbriftum und die zwölfpoten faß irer heilikeit,
irer armut, irer gedult. in dem fo laßen fi für oren gon
fo inen furgelialten iß, wann fi merken den fchaden vor-
handen, wil man aber nit ablon und tribt fi, antwurt
90 daruf z& geben, fo kommen fi mit dem lifi, nemen ein
wortlin daruß, dem geben fi nach gefallen an befnndern
verßand, fo inen wol kompt, ziehen daruß ein geifäichen
fin. iß kein fin in der gefchrift fo klein, den fi nit der
maßen ußlegen können, daß fi uß einer floch ein geiß
n machen: do mit find fi aber entgangen, iß dann daß
man fi darinnen begrifl, fo fallen fi gar von der meinung
und werfen ein andern fpruch der gefchrifl dargegen (wie
wol er fich nit rimbt), uf daß uß dem antworter ein fra-
ger werd, und Ugen dann ßark uf der frag, do mit fo
30 tribt der wolf abermals die Jäger von im. ift man dann
fo gefchickt, daß inen ein verniinflig antwurt geben wirt,
dodnroh ir gegenfrag zu ruck triben wirt, dann fo facht
der wolf ein fundem liß an, helt für den gwalt, die hei-
lig kilchen, bißand des heiligen geißs, die hell, den ban,
s& wil da zA verßon geben, daß fich nit zim, geifUioh ober-
keit zu ergründen noch rechtfertigen (laßen fri die göt-
lich gefchrift r&wen), do mit haben fi abermals luft. iß
dann ein geßreifter lei fo hart an fi gefetzt, helt inen für
33
ein fprucb der gefchrift (wie dann das ganz evangelinm
wider fi itritet), fo hebt der woIf umb fich zd bißen und
zwackt, wo er mag, mit fchmach Worten, yerkert alle red
ins widerfpiL ift er im fin git verwißen, fo fchriet der wolf,
» man entzücht der kilchen ir erbgfit, fo fi nit weißt noch
darf, eigentlich zu reden, redt man von irem beidnifchen
gwalt, hült der wol^ man widerfprech dem evangelio und
Chrillo, fi ein ketzer. wirt dann red gehalten von irem
fchentlichen leben, krimbt der wolf abermals den trüßel,
20 man haßt die priefierfchaft, fi ein pfaffen find, wirt er
dann allenthalben mit gefchrift und hiftorien gefchlagen,
daß er erlhimbt, fo nimbt fich der wolf des letften trug
an, als ob ers got klag, der fol es rechen, er fi ein armer
diener gottes, ein gefalbter Chrifii, die fol man nit an-
u rfiren, es fi nit wol ie eim erfcboßcn, fo den geiftlichen
übel geredt hab. alfo iO; er tot erdichtet, biß fich der
wolf wider erholt: dann fpringt er hinweg und laßt einen
fchalkhaftigen übelfchmeckenden geftank hinder im. ver-
meint etwar daß ich lieg, der underAand fich ins wolfis-
M goj^9 werden im der glichen geverlikeit entgegen, es fi
dann daß keiner mer zu land fi. o wolf, wöIf, gedenken
des endes und des Urteils!
Alfo haftu in gemein etlich anzeigung deren fo fich mit
Chrißo verkaufen und in finem namen alle weit fchädigen
9» und triegen, alles zfi inen zappen, machen uß inen felbs
abgöt, daß man fo vil mit inen zu fchafien hat, daß lei-
der der war ewig got nahent gar uns unbekant iß wor-
den, befchweren iederman mit iren unendlichen gefatzen,
daß niemand gelts gendg mag erkratzen, daß man fich
10 von inen lofen mög. die heilig gefchrift, der munt got-
tes gilt nüt mer; dann wo etwan ein wortlin mag gefun-
den werden, das do mocht dienen zu irem unerfettigen
gwalt, do ligen fi uf zu lallen alzit: fo doch der herr
inen nie folichen gwalt zfi geben vermeinet, auch all
sft from heilig bifchöff ie dem nach gefteh haben, wer es gots
meinung gewefen, der maßen ein rieh ufrichten. iß fant
3
34
Peter und die andern 7.wolfboten nit gnäg erlücbt und
gelert worden am pfingßag, do doch der heilig geift fi
alle ding lernet, claren verflant der gefchrift entpfiengen,
inen alles in gedecfatnus bracht ward, wann inen Chriftus
5 gefagt bat? noch bat ir keiner die gefchrift können ver-
ßon als iez doötor Geck mit den lufigen prediger mtin-
eben und andern rcbmeichler, murnarren und plotzharten.
lieben cbrißen, loßen ücb nit verf&ren und zwingen witers
dann Chriftus von iicb erfordert und ban wil, wann wer-
10 den ir Cbrifio feien, er feiet euwer nit. do richten ücb
nach! volgen ir aber ulen Wolfen, wirt es ücb kein nutz
fin. domit iezemal genfig: find gewamet!
Judas Nazarei.
Nim hin mit freuden diß nüw gdicbt,
15 Das dir gibt ein kurzen bericht,
Wie du die wolf folt erkennen.
So das evangeli thSt nennen
Falfcb Propheten und ungerecht,
Dann ir ift faß ein groß gefchlecht,
20 Die do von ußen f&ren fin
Mit falfcb ein erberlichen fchin.
Zückende wolf find aber fi:
Das magftu wol merken da bi.
So du acht haß uf ir leben,
S5 Wie dir denn bericht thüt geben
Diß bfichlin nüwlichen gemacht
Von eim der do hat wol betracht
Den nutz einer ganzen gemein
Und mit nicht den finen allein,
90 Wie do dife wolf ftets fachen
Allein fo dient in ir kuchen.
Aber das felb in gSter gßalt
Eben als betten fi des gwalt:
Das doch warliob nit alfo iß.
3^ Darumb h&t dich vor irem liß
85
Und nim irer 1er eben war!
Darnß du wol magft feben dar,
Was ir fäcb, will nnd meinung fi,
Wann fi triben groß trügeri.
Doch wil icfas iez laßen bliben,
Ein ander mal darvon fchriben.
Got fi lob.
3*
IL
DIALOGÜS ODER GESPRECH
DES APOSTOLICÜMS ANGELICA
UND ANDERER SPECEREI DER APOTEKEN
ANTREFFEN DOCTOR M. LUTTERS LER
UND SEIN ANHANK.
Dem wolgelerten meifter Jobanfen ForduDg Ton
Haßfurt meinem gebietenden herren und lantsman
enbüt ich Ulricb Boßler von Haßfurt mei-
nen willigen dienß mit hochßem vleiß, bittent, mir
h diß mein fchreiben, darzu mich etwas feltfamer
unnaturlicher gefchicht urfacht, nit zu verargen.
jNacbdem ir hieyor yerAendigt, daß ich mer umb kunß
dann einiger andern urfach willen zu dienen mich auß
meinem vaterlant in ander nation begeben und itzt gut
10 zeit bei einem fumemen herfarnen man , der nit allein
großmechtig furften und herren beherberigt, funder auch
einer koIUichen wolgezierten apoteken, die er mir zu
verwefen vor aUen andern feinen dienern vertraut, war
iß, der ich mich gleich wol nachts als tags nit abwefig
15 machen darf, nit als gar daß meiner herfchaft kein un-
treu, funder den kranken zu aller zeit förderlich hilf und
hantreich widerfar: fo hab ich mein nachtrug an der thure
folicher apoteken. wie wol nun das befchwerlioh über
laut zu fchreiben und noch fchwerlicher zu glauben,
so iedoch (alfo hergangen) kan ich mich folichs euch zu er-
öffnen mit nichten enthalten, fruntlich bittent, den nach-
genden dialogum oder wortlichen krieg (den ich furwar
37
den xxviri Marci nechß vergangen iimb mitnacht von
den materialien fimplicibus und compofiten, fnnderlich der
ungenta, radicum und herben in meiner wolbefchloßen
apoteken gebort, aufgeflanden , das fchaltfeinftcr ßill ge-
5 öfihet, mein oren fleißlich hinein geboten, ein licht ange-
zündet und von werten zu Worten wie nachvolgt begriffen
hab) euch nit allein als herfarnen der wurzeln, kreuter, fal-
ben, funder aller meinfl als bochberümpten übertreffenden
aftronimum dienftlich bittend, nach verlefung mich euwern
10 willigen zu underrichten , ob doch folichs auß lauf des
himels, wie finßernus, erdbidem und der gleichen unge-
wonlich ding zu gefchehen müglich, von got oder dem
teufel gewurkt und ob ich des fiirter offenboren oder
verfchweigen fol; welches euers treuen rats und befcheits
i& ich wartend und umb euch zu verdienen ungefpart ganz
willig und geflißen bin.
Datum prima aprilis des ein und zwenzigften jars.
Under andern fleug funderlich und förtreflich an zu re-
den ein ungent dis wort *Ir radices, die bißher uns al-
so weg doctor Martin Luthers halb oppofitum gehalten und
hoch auf die verfamelung des reichstag zu Wormbs ge-
bocht, habt ir heinacht umb falvezeit von dem poflboten,
fo vor unferm laden under einer meinzifchen botenbuch-
fen ftunt, gehört, daß von römifcher keiferlicher maje-
2» fiat, churfurßen, fnrften und den ftenden des heiligen
reicbs verboten fei, Lutters fchriften zu kaufen, zu lefen,
noch darmit umb zu gan? wer hat nun under uns war
gefagt? wer hat die andern unbillichen geftraft und zu vil
mol gereizt?*
•0 Daruf fich ein gemurmel under den wurzeln erhub
und zuletzt ein wurzel antwurt 'Ir ftalbruder, welche un-
der euch hat itzt geredt?* Da antwurten daruf die falben
*Eine auß uns, ill brauner färb, genant Apoftolicum.* Dar
gegen die würzten antwui*ten 'Mein Apoftolicum, du ha-
» beft dan beßern grünt dan von eins poftboten dantmer,
fo hoch nit fo hoch! begib uns dein ßallbruder (die fo
38
vil jar fridlicb in difem tabernakel bei einander ge^i^ont,
und fo lang daß euer vil verlegen, ir craft verloren und
niemant mer kaufen wil) umb folicher unglaublicher wort
willen nit dann zu vermuten, daß doctor Lnttera (der
5 gein Vi ormbs berufen und hoch verlaitet) dief gewurselt,
wol gegrundt fcbrift, mit der er bei nach allein Chriftus
wort entret, in folichem geleit, zuvor und ehe er gehört,
verworfen oder verboten werden foltl dann alfo wirt der
wagen für die pferd gefetzt und gefchech exeonz vor
10 der urtel, die urteil vor der verhör: das fich zu folichen
großmechtigen dapfern ftenden, ich gefchweig den aller
gerechtigißen chrißenlicbften keifer Karolo, ganz nit zu
vermuten, darumb, mein lieber ßalbruder, eil nit fo fer!'
Apoiioliüum. Welche under euch wurzeln laßt fich
i& fo fchmelich hören?
Radices. Aine auß uns, der nam Angelica«
Apoftolicum. Ir radices feind fünft eins langfamen
glaubens. wie ir hart in der erden und quöt, alfo han-
gen ir iez auch an einem kleinen behilf, warum weiten
so ir, ich und gleich auch Angelioa dem poftboten nit glau-
ben, fo doch keifer, kunig, teutfch und welich nation
alle fcbnelle erfarung durch fie zu wegen bringen und
glauben mußen?
Angelica. Du fchlechft per deum vivum deinem pfet-
s» tern ganz nach, du wilt nur glauben was dir dienet und
uns überreden, einem poßboten, der heut den tag in der
funnen geritten, wol daruf getrunken, nun ein müder
menfch iß, und nit dem evangelio das Lutter fagt, pre-
digt, fchreibt, druckt, ruft und fohreit, zu glunben. wir
so all ander fpecies möchten leiden, du wereß etwati funß
von einem guten gefellen und nit dem bapft auß dem
dauf gebaben, oder aber daß du dich deine danfnamens
nit fo hoch uberbübß, biß fo lang du feheß, wie es deim
pfettern mit feinen oortifanen gen wurt.
s^Apoßolicum, Du wilt all weg in dem gefpreoh neid-
fchen. was kumert dich, daß ich einen bepßliehen na-
men hab? bab ich dir doch noch nihe verwißen, daß du
dich nach den engein taufen laßen baß und dich under
89
allen andern wurzeln die boehft dunkelt wQrfeft dich
. uf, wider mich zu ßreiten; verweißeft mir, ich fei ver-
legen und unkaufbar: zwar du reucheß auch nimme fo
wol als da du erftlich in dife apotek kamß.
h Angelica. Ich bin dannoch noch nit fo lang hin ver-
acht und unkaufbar geweft als du.
Apoltolicum. Das gefte ich nit: du redeft mit gewalt.
Angelica. Ich red nach meiner natur, nicht dan das
wol gewurzelt und gegrundt ift: das weife ich mit deinen
10 eigen werten, du fagft, ich riech nit mehe fo wul als
da ich herin kam. werft du nun nit vor mir herin ge-
wefen/fo kundeft nit wißen noch fagen, wie ich am in-
herkumen gerochen, aber das ift war, ich riech auf difen
tag wie an dem erften. daß aber leider du fo nahe zu
15 mir gefetzt bift und fo blutubel fchmürbelß, das verdruckt
mein guten geruoh. ich denk aber, unfer herfchaft hab
uns dar umb zu häuf gefetzt, daß dein gefchmaok durch
mich temperiert werd.
Apoftolicum. Hört, hört, alle ungental die wurzel un-
so derftat fo vil an ir, euch mit mir zu fchmehen. wollen
ir das leiden, fo kan ich es meinem namen nach nit er-
leiden, die Wurzel hat begangen crimen lefe majeßatis.
hett ich den poftboten wider, ich fchrib meinem pfettern
gein Rom, daß er dife würz in bau det. doch möcht
25 auch zu vil koßens uf ein eigen poßboten gan. darmit
ich aber lenger auf difem benklein verhaft wurt, raten
irs, fo wil ich es durch des Fuckers bank eilens zu we-
gen bringen.
Ungenta. Wer fchier als gut, du fchribß folichs dem
so cardinal oder bapßlichem boten gein Wormbs zu und ließ
fie den koßen gein Rom auß wenden; dann fie feind be-
girioh mir wul zn dienen und dem Lutter fer feint.
Apoßolioum. Ich volg euere rats. die ßulz wurzel
muß in bau, oder ich wil nimmer Apoßolicum heißen.
35 Angelica. Wie kleiner fchad! erfparft da mit vil mühe.
thul funß über dem öl fchenkel leiden muß.
Apoftolicum. Hilft nit, du muß in ban.
Angelica. Gleich alfo gefchacb meim frumen diefgc-
40
ivurzelteB wolgegrundten doctor Lutter. du eileft. zu fer
mit dem ban über in und meinO; in darmit zu erfchrecken,
von dem anfang feiner wort der warfaeit zu ftan« alfo haft
es nit recht erraten, haft es mit deim ban dahin brocht,
& daß der anfang und das mittel der warheit rauß fein,
das cnd mit warheit auch glucklich der ganzen chriften-
heit zu troft und zu entrettung vor deinem und deiner
cortifanen fchatzung, fchabung und fchindung, ob got
wil, auch herauß komen fol und muß; dann das groll ift
10 nun heraußen.
Apoftalicum. Ift kein fcbnel fpecies hinnen, die mir den
brief gein Wormbs trag, eilents gein Rom zu fchicken?
Ungenta. Wir wißen nicht fchneller hinnen, das be-
weglicher und minder zu behalten fei, wan es in lauf
i& kumpt, dan Mercurium.
Apoftolicum. Ja wan der fublimiert wer und doctor
Lutter, Angelica und wer im anhangt ietlich ein halben
dragma im magen het!
Huttrauch. Opperiment. Arfenioa. Coloquinti-
90 da. Meferion. Efula. Diagridion. Cantharides.
Apoftolicum, wie umb uns? tochten wir nit auch zu dem
fchimpf?
Apoftolicum. Ich furcht, Scheurlein von Nürnberg
werd es aber innen, gang her, MercuriusI eil mit difem
M brief gein Wormbs zu dem cardinal und furder uns fal-
ben neben dem brief in deiner reden! doch mach kein ge-
fchrei durch nachfragung des cardinals, dar mit wir vom
teutfchen adel und gemeinem frumen volk nit feinifchaft
auf uns laden!
<o Mercurius. So ich nun folichen cardinal nit kenn, auch
nit nachfragen fol, wie kem ich dan eilent zu im?
Apoftolicum. Hab acht vor der ratftuben, wan man
doctor Lutters halben handelt, fo tringt er fioh (nach
meinem bevelch) alweg mit dem erften in rat.
85 Mercurius. Wie ift fein geftalt, glidmaß und kleidungr
Apoftolicum. Ser ein langer man und gat darzu uf
panto£Peln, ftreckt fich hoch, hat fer ein groß blat, fchürt
wul fo vil hars wöchlioh dar von als drei die geiftlichen
41
bMchoff, Co uf dem reichstag feint, hat am reiten ein
braten hut uf, das wameshembt nbem rock angetbon,
gat mit weiten fchritten in zimlichem fchwank, als wer
er hoffertig (da got vor fei), ift der henden nit fonders
5 milt, doch wirt er dich an gutem drinkgelt nicht laßen,
dan er iß doctor Lüttem fer feint.
Mercurius. Befcheits genug, aide, ich eil gein Wormbs
und herwider.
Angelica. Was bedeut derbreit hut und weißes hembt,
10 dar uf du dem boten anzeig gethon?
Apoßolicum. Des cardinals ubertreflich wiirde, Ver-
einigung gegen meinem pfettern, herlangung meher bis-
tum und daß er einen bapß mag helfen welen oder felbs
gewolt mag werden.
ift Angelica. Du macheft fchier daß ich gedenk, der reim
fei von genantem cardinal gemacht:
breit hut, weiß hembt fein wares gift
in teutfchen landen dreier fiift.
Apoßolicum. Du meinß aber Meinz, Meideburg, Hai-
10 berßat? nit?
Angelica. Ich mein, dife drei ftift geben groß gut:
yerfchutt in kumpt vom breiten hut.
Apoßolicum. Laß dichs nit kumernl iß es nit aben-
deurig, daß man von folichen dreien ftiften golt, gut und
95 gelt mit breiten filzhuten bringen fol?
Angelica. Ich geße es leider, daß ein große fubtilikeit
mit grobem filz zu wegen bracht wirt. iß wul zu erbar-
men, daß Teutfchlant alfo erlofet und doch nit wul an-
gelegt wurd.
30 Apoßolicum. Lieber, fchweigl du biß unrecht dran,
der fohwankent fchrit iß des gelts wert.
Herbe. Mercuri, verzugl dan eilend und folich gefchund
recht (als wir von etlichen fcharpfen fpeciebus, die fchnel-
1er wärkung feint, boren) theten nie gut. uns geburt
35 auch zu difem unhöflichen ßreit zu reden, wißen daß
wirs mittel zwifchen euch fein, dan wir komen von der
wurzeln, fo kumpt furter die falb von uns. feit wir dan
das mittel, fo geburt uns auch mittel weg in difem wort-
'V
42
lieben flreit fiir zu fchlagen. und daß ir von der handlung,
fo ficb zwifchen doctor Martin Luttern und der chrißen-
beit fchetzern oder fchefem begeben, zachtigliohen difpu-
tieren, das wuUen wir gern boren, docb daß von beiden
4 tbeiln dis fpitzigen ßicb und fchmachwort, fo vi! die roa-
teri erleiden mag, und funderlicb des ungefcbickt boldern
▼ermiten blib, ieder teil fein furtrag durch gefcbrift oder
Ternunftig urfacb zu beweren und auß zu füren under-
ßand. wan dan von eucb befcbloßen, wollen wir gern,
10 fo vil not, unfer gut bedenken auch eroffnen, fahen an
mit Vernunft zu reden! legen hin all ungeAüme, dar mit
der her von haus nit mit dangen (nach Karßbanfen be-
ger) fchiet, daß die boxen umb fallen und die fpecies
under die fuß rinnen!
ifi Apollo li cum. Das thut er nit, dan fein fchad wer
auch'darbei.
Herbe. Wir meinen allein die verlegen fpecies Berthol-
di, dar mit unfer her on das niemant verforgen kan.
Dar uf wart gefchwigen.
20 Herbe. So man euch vor boldem gebeten, wolt ir dar-
umb gar fchweigen? wer die difputaz vor angefangen hat,
fach fie wider an, doch züchtiglich!
Apoftolicum. Darmit ich dan boldems nit verdacht
und bewerlichen reden an mir nit mangel gefunden, fo
25 wil ich wie erihnals aber anfangen und beger von euch
wurzeln, die fach mit guter vergrundung dem Lutter gleich
achten bericht zu werden, was doch Martinus Lutter ie
gut 8 oder fruchtbare gepredigt, gelert, gefchriben, ge-
druckt oder auß gen laßen haben.
90 Angelioa. Nicht dan die wort Chrifti unfers erlofers
und feligmachers, do mit er die ganz chriftenheit gepflan-
zet, hat der übel gepredigt und gelert, fo thut doctor
Lutter das auch.
Apoftolicum. Do kumbft mit recht, geftehft du dan
S5 der vier Zeilen, die Karfthans meldet, daß Chriftus die
geredt hab, nemlich *tn es Petrus et fuper hanc petram
etc. pasce oves meas etc. omnia que dixerint Tobis, fer-
vate et facite etc. quicunque vos fpemit, me fpernet* etc.?
43
Ad gell ca. Warumb wolt ich der wort Clirifti leokeln?
ich geße alles fo die evangeli inbalten, lag mir aber
auch eins, wie legft du die wort auß, dar mit din werk
darneben befteo mögen?
& Apoßolicum. Die erft zeit *tu es Petrus' etc. Mattbei
XYi ift nit anders auß zu legen dan alfo, daß Chriftus
durob das wort *tu* anders niemant dan mich gemeint,
daß ich der Torderft, der oberß, niemant mich zn nnder-
weifen, niemant mich ßrafen oder zu Gagen hab, warumb
10 tbuß du das, funder daß die ganz kirch und chriftenbeit
allein uf mir ften fol.
Angel i ca. Warlicb fo wer ganz not, daß du und alle
dein pfettern heilig weren wie Petrus und nit funden kun-
ten, dar mit lie nit vil feelen mit inen zu bellen fürten
» oder der fels ein mol wiche und die kirch umb fiel, aber
ganz ein anders fagen die warbaftigen, nemlich daß Chri-
ftus mit dem wort *tu es Petrus' allein fant Peters perfon,
als ein heiligen man, der von im ufgenomen, bewert und
vom heiligen geift erleucbt, gemeint und nit alle nach-
so gende bepß. dan folt man es alfo yerfian, daß Chriftus
me dan Petrum dar mit bedeut, fo müße er dar mit alle
apofiel gemeint ban. das wort *tu' bedeut nit weiter
dan uf ein menfch und das wort 'ir' dienet uf vil men-
fchen. nun ift Chriftus fo volkumen und warbaft, daß er
35 alle fein leben lang umb ein einig wort nie misredt. wo
er nun mit dem wort *tu es Petrus* Petrum, Alexan-
drum, Jttlium, dich und Leonem gemeint, bot er ie gröb-
lich misredt, daß er du zu vil perfonen gefagt hat ich
wolt dich, Apoftolicum, nur gern etwas fragen, do fich
10 der jar ein zweiung begab, daß man zwen bepft welet,
nemlich erftmals bei regierung pfalzgraf Ruprechts als
romifchen konigs Benedictum xili und Gregorium xir,
und darnach bei regierung keifer Sigmunds abermals Jo-
hannem xxill und Martinum quintum, welchen achteftu
» den Chriftus mit dem wort *du' under den vier bepften
gemeint hat?
Apoftolicum. Ich halt, Chriftus hab Jobannem ge-
meint
44
An gell ca. Der ift feins geiz und mishandlung halb in
pfalzgrave Ludwigs gefenknus und tburn gein Manheim
erkentworden, drei jar im thurn enthalten und gleich ein
fchlechter fels geweft: wer alfo die chrißlich kirch folich
& drei jar zu Manbeim uf dem feilen geftanden, daruf dan
der thurn dafelbß auch ftet mein Apoftolicum, nf wel-
chem fels iß die kirch geftanden die XXXIX jar als die
chriftenheit bei regierung kunig Wenzels on bapit in ir-
rung geftanden und die cardinel ieklicher wo er fich ficber
10 bedeucht, hin geflogen ift?
Apoftolicum. Da hat Chriftus felbs regiert, die kirch
wider uf fich geladen«
Angel i ca. So dan Chriftus den gewalt ie zu zeit Ton
den nacbgenden apoßolicis, wan man fie in thurn gelegt,
i& auß dem laut gejagt, abgefetzt und iren keiner hat wel-
len regieren, von inen auf fich genomen und aber folichen
gewalt von fanct Peter biß in fein end nie genommen,
fo hoftu klerlich dar ab zu nemen, daß er mit den wer-
ten Hu es Petrus' allein fanct Petern und nit feine nach-
10 faren gemeint hat.
Apoftolicum. Du brechteft mich ficher auf deinen wog.
Angelica. Sag mir doch, ift es auch möglich, daß fanct
Peters nachfar ie einer oder mer verdampt werden und
in die helle komen?
2ft Apoftolicum. On zweifei und leider ja.
Angelica. So dan dem alfo, fo het warlich Chriftus
fein kirch uf einen hellifchen felfen gehauen, und kleiner
nnderfcheit, ob er die uf Lucifern felber oder feine die-
ner gehauen, wu du aber warlichen anzeigen mochtefi,
ao daß einig apoftolicum fein vater, muter, weih, kint,
fohif, gefchir, ligent und farent, weltlich und geiftlioh, eer
und gut verlaßen, got nachgevolgt, umb feinen willen
kumer, not, willig armut, auch die marter gellten, alles
zeitlich verfchmecht, feine fcheflin tugentlich geweit, ge-
S5 leitet, uf den rechten weg gewifen, alles on filber, gelt,
zeitlich belonung,. allein umb gots willen, und Petro alfo
in allen dingen nach gefolgt ift, fo wil ich dir zu&llen,
daß Chriftus das felbig apoftolicum auch gemeint
45
Apoftolicum. Furwar icii hab alle eroniken durch le-
len, find ir keine und wil mich in difem ftucke gütlich
weifen laßen, allein daß ich dannocht nicht gar zu armut
kome, dan ich furcht, ich würde funß; von meiner heili-
5 keit übel eßen.
Angolica. Das hör ich gem. doch wo du difer zeit
halb im evangelio, davon wir difputieren, nemlich 'tu es
Petrus^ nach einigen argwon, daß Chrißus dich auch mit
gemeint, hetteß, fo lis Luters buoher, was der fchreibt
10 de primatu: da wurdeft du darliehen durch die heilig
gefchrift underricht, daß Chrißus dich mit difen worten,
davon wir difputieren, nit gemeint hat.
Apoftolicum. Laß uns nun die ander zeil im evange-
lio vor die hant nemen, nemlich 'pafce oves meas% Jo-
15 hannis XII; dan do deucht mich ie, ich und mein diener
haben unfers brauchs durch dife wort im heiligen evan-
gelio nur ein rechtmeßigen guten titel. und ob wir
gleich des titeis nit betten, fo feint wir fo vil jar, nem-
so lieh hundert und fiben, feit des confiliums zu Coßenz, des
in geruwigen befeß und brauch geweft.
Herbe. Scilicet misbrauch.
Angelica. Entrichten mir den man nit! er ift uf gu-
tem wege.
25 Apoßolicum. Lieben ßalbruder, machent mich nit irr,
dan ich bin kurzer gedechtnus. ich hab mein memori in
difer apoteken bei gar verlorn, hets gut im finne, hoffet
in difem fal gefiget haben, weiß ficher nit, wo wirs ge-
laßen.
»0 Angelica. Des orts *pafce oves meas'. nun fag mir,
wie verftan die cortifan und du dife zeil?
Apoftolicum. Nit alein ich funder der meinft teil mei-
ner furfarn, alle cortifan und etwen vil teutfcher edelleut,
fo gut zeit zu Rom geweß, die practik da felbß gelemet,
8& vil pfrunden dar durch bekomen, die überreden mich und
ander des nachgenden verftants (das ich mich dan auch
zweier urfach halb liederlich bereden laß): eins, ich hab
gern gelt, das ander, fo bin ich nicht hochgelert, nemlich
46
für das erß, daß ich der biK und alle chriften menfchen
die fchaf feint, am andern, daß ich die nit allein weiden
fol, funder gleich einem fchefer 2u fcheren, melken, auß-
werfen, verkaufen und nach meinem gefallen zu nießen
i und zu brauchen hab.
Angel i ca. So hör ich wul, du meinft durch dife zeile
dein und deiner cortifan und anhange geiz, fimonie und
misbrauch zu verantworten.
Apoßolicum. Ja als durch ein titel. dar zu haben
10 wir longifßmum tempus, des anfang in menfchen gedecht-
nus nit ift, wie wol die römifch kirch zu prefcribieren ge-
gen laien nit, fonder die laien gegen der kirchen folicher
lange zeit bedürfen.
Angelica. Du weift daß man mit gewalt, heimlich,
li durch betlen oder bit nimer prefcribieren kan. nun nemcn
du und dein cortifan die annata, die pallia, die piranden
ins bapß monat, als du es nenneft, zehenden, nicht min-
der fchloß, ftett, lant, leut und wul ein halb teil der chri-
ftenheit mit gewalt widor concordata principum und ge-
so meinen befchluß der heiligen concilia. am andern fo ver-
kaufen ir heimlichen das bapßum, cardinalat, bistum,
thumprobßeien, decanat und die bellen pfriinden, fo in
unfern teutfchen landen feint, fonderlich am Reinßram.
Apoftolicum. Ich mein nit, daß man am Reinßram
25 pfrunden verkauft hab.
Angelica. Neuling hat der Fucker ftinf taufent gülden
umb pfrunden zu Meinz und Collen geben und ßeuer
mußen geben, hoßu nechten gehört vom poftboten, was
er von verbietung Lutters bucher gefagt und haß das
»0 nicht gehört? iß eins war, fo iß on zweifei das ander
auch war.
Apoßolicum. Warlich das were zu grob und ganz ein
neuwes, daß thumherren pfrunden mit ander fpecerei in
des Fuckers bank komen folten«
s5 Herbe. Streiten das nur nit hoch! es iß leider war.
laßt es euch in euwer flirgenomen difputaz nit irren!
Angelica. Das noch mer iß: wer da wider redt oder
fchreibt, den banneß du on recht, den brenneft du on
47
recht; und iß es war (als Scheuerlein von Nurenberg
fohreibt), fo beuteft da gelt umb bistnm auß, die felben
durch etlich anfer fpecies, fo fchneller Wirkung feint, umb
zu bringen, alles mit gewalt, durch den man nicht pre-
5 fcribieren kan. am dritten fo bringeß alle jar vil mal
hundert daufent docaten und wol zehen mal mer dan
keiferlich majeftat jars vom heiligen reich 'hat, durch ein
fchöne kirchen zu bauen, kirchen zier zu erhalten, glocken
zu gießen, den ofterftock (das doch das minß ift) zu ma-
10 chen, bmderfchaften uf zu richten, biltftock im feit ein
zu graben, walfart zu machen, aplaß brief zu löfen, die
eitern auß der pein in jener weit zu kaufeu, dreißig Ion
von eins boten gang zu nemen (kumpt eben ein meil umb
andcrthalben gülden), die leien im fent zu fchinden, die
16 götlich ehe zu fcheiden, die knaben in der ftuben, die
meitlein in der kamern uf dem lotterbet zu verhören, ir
beuch zu fchwellen, daruf unbillich ee zu erkennen, den
pauren das weib an die hant das kind im bauch zu ge-
ben, die unreinen ab zu fundern (fo doch oft der pfaff
80 malaziger iA dann der lei), die beiwonenden außerhalb
der ee zu fchetzen, fo doch der oißcial und alle geißlich,
die den fent halten, keufcheit gefchworn, aber doch iet-
licher zum wenigßen ein magt hat, von der er morgens
auf wiß, die hend wefcht und ungebeicht meCs liß, der
2ft official gelt von folichem pfaffen uf zukunftig jar nimpt,
fchreibt das uf in fein zinsbuch, und fo oft die magt
kinds in leit, tregts dem bifchof zehen gülden; das heißen
gute leibsherren, das heißen gute haubtrecht, das hei-
ßen zukünftig totfund feint herlaubt, gelt nemen und den
80 pfaffen meit laßen, gelt nemen und die pfaffen kint ma-
chen laßen, das hat Petrus nie gethon, auch nit macht
gehapt. zeuchß alfo den leien durch folichen fent alle
ire oberkeit ab und bringß vil der gleichen on alle Ver-
geltung in deinen fack, alles durch bit, geilen und bet-
8& len, dar durch auch niemant prefcribieren kan.
Apoßolicum. Fürwar, Angelica, ich beforg, du irreß
dich und thuß im zu vil. es tregt alles nit fo vil auß
und iß kum genung, mir mein ßot zu erhalten.
48
Angelica. Ich nem es fiir der fechs churfnrAen einko-
men das die geiAlicben auß gemül undem fußen, fpeichel,
efchen, waßer, falz, dem bantfan (wiewol er ir bleibt),
gemelter betlerei und fcbinderei jarlich bringen, weil dem
b nun alfo i& und niemant mit gewalt, heimlich oder auch
bit etwas eriitzen kan, fo iß der grünt der prefcription,
der geilUichen geitigkeit fohindung und fcfaabung, halb
abgelegt.
Apollo licum. Wen nun dem alfo (gefetzt und nnbe-
10 geben), fo ift dannoch unfer titel lut des evangeUums *pa-
fce oves meas' noch unabgeleit vor banden.
Angelica. Liebs Apollolicum, difo wort haben warlich
den yerftant nit, wie es du und dein cortifan außlegen,
daß du als der hirt dein fcbaf auf unrechte weid triben,
ift zu Unzeiten melken (und fo hart daß nit milch fonder
plut hernach get), zum jar nit zwei funder etwan zehen
mol fcheren und oft im winter kein wol waohfen laßen
und zu letzt die baut gar über die oren abziehen and
denen fchofhunden, die den wolfen, das iß den cortifa-
so nen, weren leiten, hilfeß und retß, daß fie die fchaf fei-
ber zerreißen, als ich leider vil fcbeflein zu nennen weiß,
die von difen fcbefem in armut und ellent komen feint,
und wider aller fromen fchefern und hirten brauch be-
heiß du die böfen grintigen fchaf über jar, als doctor
35 Geckius, doctor Murnar und Johan Tiberinum, dein welfch,
dein teutfche cortifan et ufque in infinitnm. und wo du
ein frum gerecht vernünftig gelert fchaf, das die warheit
weiß und fagen darf, haß, das würfeß auß, banß es,
yeijagß es des lants oder verbrenß, nemlich abbas Joa-
30 cbim comes de Mirandola, doctor WeÜEtlia, Johannes
Reichlein, doctor Martin Lutter, doctor Carleßat, Ulri-
cus Hütten reter und doctor Erafmus Rotterdam etc. und
der gleichen frome fruchtbare fchaf. des verkaufens halb
weiß ich nit fonders mehe darvon zu fagen, dan wie ob-
35 gefchriben, das Scheuerlein deutfchlich von Venedig her-
auß gefcbriben, auch etlich cortifan heuer im laut umb
gezogen, die gelt uf den von Hütten und doctor Martin
Lutter außboten haben, fich auch etlich fpecies in unfer
49
apoteken (die fchneller Wirkung feint), wo es an mich
geweft, dar nf beßellen laßen wolten etc. der verftand
kan warlich anß dem heiligen evangelio mit nichten ge-
nomen werden, fonder als Cbrillus gefagt 'ego fum pa-
b ftor bonns', als auch gleich in dem evangelio dife wort
'pafce oves meas' etc. uf ftunt nachgevolgt, alfo folteft
du und dein . fchafhunt gut hirten und huter fein , fich
mit heuw und gutem futer verfehen, guter- weid fleißen,
iaifte fchaf machen, oft falzen, tugentlich underweifen,
10 vor den wolfen bewaren, nacht und tag verhüten, nahe
bei dem pferrich bleiben, gottes acker da mit pferrichen,
die grindigen fchaf (und nit die guten) außwerfen, nit zu
hart melken noch ?u oft fcheren, auch nicht verkaufen,
fonder von jar zu jar gute lemer dar von ziehen, dar mit
i& die chrißenlich weid tapferlich und wul befchlagen wer-
den möcht, und alles das thun das eins guten hirten und
fchefers eigenfchaft erfordert, den wütenden reißenden
hunden (id efi cortifan) groß bengel an henken, wo das
nit helfen, ins maul binden und ins waßer fenken und
» fich fo tugentfam gegen den fchafen beweifen, wo fie dich
hörten oder fehen, daß üe dir allenthalb nachliefen, und
nit To graufam fcheren, fchinden und fchaben, wo fie
dich hören oder fehen, daß fie fliehen, einer in Böhem,
der ander in Türkei, und ehe den wolfen in rächen lau-
s& fen dan fie irem fchefer genahen, es folt ein ietlicher
hirt und fchefer bi nach alle jar den viertel im die fchaf
nutzen, wider den fchafen zu gut umb heuw und falz ge-
ben, du legß nicht uf: die fchaf mußen dir ein jar me
umb blei gen Rom geben, dan du zwenzig jar umb heuw
90 oder falz gibfi. darumb, liebs Apofiolicum, fo verhaft auf
dein verßant der wort *pafce oves meas^ etc. nit, fonder
verftant die mit Chrifio, Paulo, Petro, Auguftino, Cipria-
no, Rotterdam, Lutter und aller erberkeit uf den erbern
beßeren und nit uf den eigennutzigen bofen weg; dan
3» Chriftus hat an vil orten im evangeli die felbigen eigen-
nützigen bofen ftimemen handlung und verftant hoch ver-
boten. Rom iß hievor eigens nutz halb zerfiort worden,
wnrt on zweifei wider zerßort.
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Apoftolicum. Wan es die meinang haben Tok^ fokunt
ich warlich nimme meinen Aot erhalten oder der kirchen
vor fein und wurd mir gefchehen wie Alaxandro dem
fünften, dem gelerten frumen bapß, der ein ersbifchof zu
6 Meilant, dar nach ein kardinal und zuletzt bapft ward,
kein« gelte achtet und oft mit warheit Taget, er wer ein
reicher bifcbof, nachmals ein armer cardinal, damodi
bapft und betler worden.
Angelica. Ich hab nie gebort, daß die bepß gelt anß
10 geben, die chriftlioh kirch zu regieren, fonder nemen es
lieber in« fag mir, war zu bedarfeft doch du fo vil gelte?
Apoftolicum. Die ohriflenheit vor dem Türken zu ret-
ten und in wefen zu behalten.
Angelica. Ich hau, in zeit wir beid in difer apoteken
u geftanden, vil gelte wider die Türken fehen lamelen und
innemen, aber nie keine brauchen, er nenne mir die Tür-
ken, die du von deiner fchatzung erfchlagen oder Tertri-
ben haft.
Apoftolicum. Wan ich die recht warheit fol fagen, fo
90 kan ich kein denken dan den margrafen von Mantua,
herzogen von Ferrer, itzt den herzogen von Urbin und
dar zwifchen etlich ftett, laut und leut dem heiligen reich
ab und der kirchen zu gezogen, deshalb auch ich noch
heut bei tag die königlich krön von Hungern in wel-
t» fchem laut zu holen komen laß.
Angelica. Daß du felbft die warheit bekennß, gefeit
mir und wil die uberigen chriftenlichen konig und ftirften,
fo du umb leib und gut bracht, iezt nit erzelen, fonder
es eben bei deinem felbs bekennen laßen, hör difer evan-
10 gelifchen zeil halb Lutters bücher eigentlich, fo wirftn
folich zeil nit mit deinen cortifanen, fonder (wie obftat)
mit Chrifio, den heiligen lerem, doctor Latter und aller
erberkeit verftan.
Apoßolicum. Ich bin wul zufriden und bit, befcheit
a& mich der andern zweier zeilen auch, nemlich 'omnia que-
cunque dixerint, vobis fervate et facite* Matthei xxili
und 'quicunque vos fpernit, me fpemit* Luce X, und bit,
kurz die red, dan mich dunkt, es nahet dem tag, daß die
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knecbt komen and mich deiner voniger anderweifung ver-
hindern möchten.
Angelica. Fürder felbs die fach und die weil beide
Zeilen fer mit einer verantwortang zu fertigen, fo Tag mir
5 uf das kurzft, wie dein welfch und tentfch cortifan, auch
du folicfa Zeilen yerfton.
Apoßolicnm. Fürwar an meinem verftant ift lützel ge-
legen, befind* ich durch dein 1er und underweifnng; aber
mein cortifan verfiant und legen dis beid zeilen gleich
10 der erften auß, alfo daß Chriflus alle bepft, dar mit auch
mich gemeint ziehe mich des orts uf deine eigen Ver-
antwortungen, fo du erftmals auf die zeil Hu es Petrus^
geben, da du am hochften fiir dich gezogen, daß Chri-
Aus in fingulari und nit in piurali mit Petro geredt, nun
15 redt er iezt in piurali, ergo ift dein foluz in difen beiden
Zeilen tar mich und wider dich.
Angelica. Ich geftee, daß ich zu der erften zeilen mich
(wie du fagß) difer foluz für ein ftuck beholfen, aber dar
neben vil ander und befchlußlichere auch anzeigt, die zu
90 Verantwortung deins verßants in der erften zeilen genug-
fam, ob ich difes gar gefchwigen. fag ferner, wie wol
Chriftus hie in piurali geredt, hat er doch in keinen weg
uns geheißen noch wollen heißen, dem ungerechten bofen
verworfen verdampten Apoftolicum gehorfam zu fein, oder
s» daß man in beleidige, fo man wider die felben bofen
falbe thü, funder findeft im evangelio, daß Chriftus Pe-
trum und andern lein apoftel eigentlich und nemlich ge-
heißen *ite in nniverfum orbem et predicate evangeliuml*
etc. Marci xvi. fo nun Chriftus fie hat das evangelium
M heißen fagen, fo hat er uns auch billich heißen thun
was fie uns fagen, und alfo de primo ad ultimum uns
nicht anders bevolhen zu thun dan das evangelium; da-
mmb idu dan doctor Martin Lutters biltnns und bucher
on alles recht, ftig oder gelimpf verbrent, und das alfo
SS on alle recht gethon, das ein wißenhafter diebhenker,
nemlich zu Meinz, on vor gegangen urteil nit thun hat
wollen, het der felh meinßer ie fo vil lateins gelernt als
4*
52
ein fchlechter dorfpfaff kan, fo wer er ftirwar des na-
men und ampts wirdiger dan du.
Apoßolicam. Stot aber nit auch im evangelio 'perfe-
quuntur vos propter nomen meum, flagellabunt, crucifi-
ft gent et occident vos*?
Angelica. Ja folichs Ret Mathei vigefimo tercio.
Apoftolicum. Sei got gelobt daß doch ich mich dem
evangeli auch ein mol gemeß gehalten, da ich Luters
bacher und biltnus verbrent, fein perfon teglich zu bren-
10 nen fleiß thu.
Angelica. Gleich im felben evangelio volgt aber nach *at
veniat fuper vos omnis fanguis juftus*. do findeft du das ur-
teil, fo über dich fchon gefprochen iß. wan du das evange-
lium, do du es vor dich zeuchß, volAreckefi, fuch fleißlich
i& das gut uß dem evangelio, als Chriftus Tagt 'ego Tum pa-
ftor bonus* Johan. x, des gleichen 'fuper cathedram Moifi
federunt fcribe et pharifei* etc., 'fecundum opera eorum
nolite facerel dicunt enim et non faciunt, ut videantur ab
hominibus* Mathei xxiil. da erfcheint derlich, daß Chri-
90 ßuB meinung nie geweft iß, daß fein volk den bofen henp-
tem volgen fol. im felben evangelio findeß auch *amant
vocari rabi, vos autem nolite vocari rabi, unus eft enim
magißer veßer, omnes autem vos fratres eßis neo voce*
mini magißer. qui major eß veßrum, erit minißer veßer;
s& qui autem fe exaltaverit, humiliabitur'. diß evangeUum
lis fleißlich, liebs Apoßolicum, fo findeß clarlich, wie da
dich halten folt, nit daß du aplaß, cardinalat, bistum,
thumprobßeien, canonicat, pfarren und in fumma alle pfrun-
den verkaufen, fchatz ex Alemannia famlen, alt wol her-
10 komen frum furßen vertreiben, Florentiner burger zu fur-
ßen machen, die felben furßenthum in verkaufen!, dich den
heiligßen fchreiben, uf einem feßel (wie die bauren von
Dittelbach iren feltfchutzen durch den flur, daß er die
frucht nit vertret) tragen, deine ßinkende fuß küflen la-
35 ßen, dich demutiglich ein knecbt aller knecht nennen,
doch dar neben de facto ein tirannen, ein felthaubtman,
ein herfcher über alle herfcher mit der that erzeigen,
acht oder zehen taufent Schweizer eins mols von almufen
58
veriblden, einen frnmeii gebornen furften anverfchult von
lant und leut, von eer und gut jagen, das Airllenthum
einem Florentiner burger verkaufen und der gleichen (wie
obfiat) handien, funder uns allen dienen folt und umb
5 fünft empfangen haß. dan wo du das alles nit thutt, fo
findeft clerlich in difem evangelio was dein ftraf iß. 've
autem vobis etc. qui clauditis r^num celorum ante ho-
mines, vos enim non intratis nee introeuntes finite intrare.
ve vobis etc. propter hoc amplius accipietis Judicium: ve
10 vobis, ve vobis T etc. darumb, liebs ApoßoKcum, lis das
evangelium recht und verßant das (wie obßat) mit Chrißo,
Petro, Paulo, Augußino, Cipriano, Eralino Koterdamo,
Martine Lutero und aller erberkeit und wurkt dem auch
nach, fo bot dich Chrißus in difen vier zeilen, dar von
u wir lang difputiert, on zweifei auch gemdint und werden
alle fachen der chrißenheit klüchlicher zu verßon. lieber,
lis doch die pronoßicaz^ fo der hochberümpteß aßronimus,
fo bei unfern Zeiten gelebt, genant Liechtenberg, im 88.
jar mit gottes hilf und anrufen gemacht, die biß her war
80 worden und noch deglich war wurt, und lis das in fei*
Dem zweiten capitel, da er fchreibt von dir, deinen car-
dinalen, bifchoffen und funderlicfa den cortifanen.
Apoßolicum. Du wilt mich lieb han mit vil lefens
und weift daß ich difer zeit, fonderlich tags, nit der
s& weil han.
Angelica. Was haßu dan fo ernßlich zu thun?
Apoßolicum. Man braucht mich difer fleißiger zeit fer
über die alten fcheden.
Angelica. Was fchaden?
soApoßolicum. Am meinßen difpenfation der frunt-
fchaft in der ee, horis canonicis vil pfrunden bei ein zu
han, die munoh auß den kutten zu fchutten, auch daß
die mecbtigen die erßen frauwen fcbupfen und ander wei-
ber nement, thumhem weiber zu erlauben, gelubt und eid
S6 nach zu laßen, brief und figel nit zu halten und der glei-
chen alt fcheden zu heilen.
Angelica. Fürwar folieh fcheden derften wol guter
arznei und eins harthangenden pflaßers, das nicht nach-
54
ließ, fonder uf gelobden, eiden, brief imd figel -h«rt haf-
tet, ich halt gaii2 dar fiir, liechtenbeiigerB proooßicaz
werd an dir auch war.
ApoHolicum. Ich bit dich, fag mir nur ein fam darvon.
> Angelica. In fumma fagt er 'laborabunt ad excofandas
ezculationefl in peccatie, quibus inhoneßatem yite fue ope-
riant et in ligno ecolefiaftioe glorie mirabiliter fe abfcon-
daut, non contenti lUpendiis et quibus uti licebant uxo-
rcfl fibi electamm plebium ope luxurientium oopolando.
10 ejiciantur communius de ecclefiaftice dignitatia fede, fiant
profiigi fuper terram, habitent in terra Chaim veftiti pei-
liciis confbfionis et ruboris etc. cum ecclefia romana
deficiet quo ad obedientiam et . pontifices ex AJeau&nnis
thefaurum extrahentes iilioe et filias. ad culraen digaitatis
u fecularie promovent, Tolante matre cum pueUa ad erro-
rem ducetur populns chriflianaa. tuno fima eß clamor
et ululatus, et nifi dominus apparuerit, Petrus dubitabit
quia paftores afBigentur, ne verbum dei predioent' (exem-
plum doctor Martiuus Lutter), ibidem capitulo in *jufto
so judido hoßilibus in curfibus conculcabitur naviciila Petri
et derus turbabitur: neceffe ut tu fucdnotus efEugias, ne
fqualorem publice fervitutis incurras«*
Apoftolicum. Mit der weis wer nit alldn Lutter, da
und etlich von der oberkdt wider mich, fonder der kimel,
2& all platteten und ßem des himels.
Angelica. Man wider dein und ddner cdrtifan mis-
praudi, dan Chrißus hat drderlei ßet dir und ddnen
geifilichen bevolhen: zu beten, nit die leut au fchetzen,
dem pauren zu arbeiten, dem keifer und reiOgen uch zo
M behüten, nemiich *tu fupplex ora, tu protege tuq&e laboraP
Apoftolicum. Für war du haft wich fchon uberredt,
daß mich doctor Lutter oder alle feiM lere nit bereden
künden, mag villeicht des fdiult fein, daß die red und
widorred als difputationes baß eingend dan bloß reden
SS oder fchriften, do man nit fragen, fie auch nit antworten
können, oder aber daß wir als ßalbruder lang zdt bei
ein gewont, mir ddn red genemer dan einig gefchrift
etc. nit mer dan dns bit ich, mir M£m. zu geUmpfen
&5
und TerAraten, nemlidi daß ich gelt aafi ^>lo6 loren
fliag, fo doch Chrißns gelagt 'wen ir binden uf erden,
toi im himel auch gebunden fein* und faerwiderumb, Jo-
hannie XX.
A Angelica« So du dan dein eigen köpf hin gelegt und dich
in allen andern Ihicken fo gutUch weifen laft, fo mtJU ich
dir gern (wo ich mit einigen fugen mocht) in difem ftuck
auch widerumb helfen, ioh mag, kan oder weiß aber des
warlich weder mit fug, mit got, noch warheit zu thun,
10 dan alle evangeli, wort und werk ChriAi feint hoch wi-
der dein beger. und wie wol Chriftue (wie du meldeß)
gelagt 'qnidquid ligaveris in terra* etc., fo hat er doch
niigen gefagt., daß du gelt dammb nemen folt, dir des
auch durch fein werk nie kein ezempel geben, fonder
u lein aplaß on all gelt auch on einig fchwere büß millik-
lieh geben, nit me gefagt dan 'gang hini wölleft nit me
fundenl* er hat auch dich geheißen Luce x 'gratis acce-
piftis, gratis dateT fo hat er uns allen ein gewiffen leicht-
lich weg gelernt, wie wir on gelt, filber, golt oder einig
30 befchwerung gewislich aplaß unfer lund und das ewig
leben erlangen, und das nit allein mit feinen fchlechten
Worten noch in einem codidll oder letzten willen, fonder
in einem zierlichen herlichen krefUgen teftament, das er
uns am heiligen grünen donnerstag gefetzt, mit feinem
3» fleifch und blnt herlich verfigelt, am karfreitag one alles
widerrufen dar uf geftorben iß und dich teglich (fo in der
priefter under dem ampt der mefs nach verlefung gemelts
teftameots ufhebt, uns allen zeiget) folichs fein teltaments
und Zulagen wider herinnert, als folt er JGsgen 'ich bin
io der dir menfch das teftament gefetzt hab und on allen
fei halten wiT, wie den der heilig geift tufent jar vor
dem leiden Chrifti folichs durch den propheten David
geweißagt, nemlich 'neque prophanabo teftamentum. meum
ei que procedunt de labüs meis, non £Msiam irrita* plal-
w mo 88. das teftament weiftu on zweifei wul, nemlich
'aodpite et come£te4 hoc eft corpus meum etc. hio eft
calix novi teßamenti in meo fanguine» bihite ex hoc
omnes in remiffionem peccatorum et vitam etemamr Ma-
&6
tbei XXVI. Marci Xllll. weil non dem alfo, folt ich dan
dir dein geiz helfen Terlfareichen, fo thet ich nicht an-
ders, dan daß ich die dirifien hülf betriegen, nmb gelt
zu kaufen das in Chriftus umb fünft geben, zu geben
& verheißen, teiliert und dir umb fünft zu geben beyolhen.
darumb auch Petrus wider heller noch hellers wert nie
genomen, im auch kein (und zu verzeihen refenriert, des
auch kein bevelch von Chrifto gehapt (vide Ambroiium
de peni. libro i et capi. 1), die chriften menfchen wider
10 zu bifchoffen gein Rom, gein Ach, zun Ainfideln, noch zu
fanct Jacob gejagt, darumb, lieber ftalbmder, fo du umb
ein wenig fchnods guU willen Chrifto, Petro, Paulo, Lüt-
ter, aller erberkeit und mir folgen wilt, fo volg uns auch
on gelt lauterlich umb gottes und des heiligen evange-
11 liums willen, ich wolt, du hörteß das betlein, fo ein
kaufinan von Brag (das doch mitten in Behem leit) neu-
ling, bewegt durch doctor Lutters beüchreibung der mels
etc. gereimpt gemacht hat, und darumb gereimpt, daß
folichs dem gemeinen man daß lieplioher und ehe zu
» lernen wer.
Apoftoli.cum. Ift es etwas guts, fo laß michs auch
hören!
Angelica. Furwar kein unnutz oder uberig wort daran.
Apoßolicum. Wie laut es?
»Angelica. Ich forg, du verachteß das auß unverftant.
Apoftolicum. Mocht fein, wer dein bruderlich ftraf
nit vergangen, die weil aber folich dein gegnmt ftraf
und 1er mir baß dan nie kein red oder fchrifl zu herzen
gangen, fo bit ich dich fleißlich, verhalt mir das gebet,
30 fo auß Behem komen und dannoch chriftenlich fein fol,
nit lenger!
Angelica. Ich kau dich uf ddn innerlich ermanung
lenger nit aufzidien und laut das gebet alfo. das mag
ein ietlicher andechtiger menfch beten, fo er das heilig
3s facrament in des priefters haut -fidit oder vor das üacra-
menthaus get
57
O k«r^ fchopfin*, ewiger got.
Ich halt mich deinem zufag und gebot,
Bezeug mich des biß in meinem end.
Du haft gefetzt ein teftament,
5 Daß den ich do leiplich fich,
Den fol zu deiner gedechtnus ich
Nießen, fo wolft du mir geben
Ablaß meiner fund, ewigs leben. \
Daa glaub ich troßlich Air und für.
10 O hochftea gut, ich wil zu dir
Durch dis teftament und zufag.
Daran kein chriflen menfch verzag,
Dann David weißagt uns diß wort
Im acht und achtzigiften pfalm dort,
15 So fchreibts Johannes im fechßen teil,
Zeigt uns mit den werten das heil
*Wer ißt und trinkt mein fleifch und blut,
Ewigs tots ]ß er behut
Und weckt den auf am jungßen tag':
so Daß ich ganz kein zweifei trag,
Du halteß mir dis dein zufag.
Amen.
ApoßolicuuL Mein Angelica, fol das gebet ein Behem
gemacht haben?
Angelica. Das fag ich nit, aber ein chrißenlicher kauf-
sft man, der zu Brag wonet, hat es neuwlings zu fanct Anna-
berg in feinem namen außgan und drucken laßen.
Apoßolicum. Furwar das gebetlein hat mich fo herz-
lich erinnert, daß ich ee außwendig lernen und (ob got
wil) fo oft ich mein fchopfer leiplich fich, fagen und in
30 auch feiner zufag, teßaments und letzten willens herzlich
erinnern wil. erß verßand ich die wort des Lutters, die
er von der mefs gefchriben, die ich auß bewegung mei-
ner cortafan alweg verachtet und v.erfpottet hab. nun teu-
fel ab! hell abl du haß mich ganz umb gewendt. ich
» wil hin für mit Chrißo, Petro, Paulo, Augußmo, Ambro-
fio, CÜpriano, Lutter und aller erberkeit die evangelia
verßen und außlegen. bitt mich dein fireunt zu halten
58
und mir guter underweifung on einig Yerfpattaiig nimer
ab zu Aon.
Angelica. . Das bis gewisl
Herbe. Sei got gelobt, daß diter wortlicher krieg fo
ft wul geendet, fich zu einigkeit gezogen, und damit die
eer folicher vereinigirag nit uns funder got au gemeßen
werd, damit auch alle matcriaUa, fimpUcia und compofita
difer apoteken und funderlich die toegen fpede« Bertoldi
erwachen und hören daß folich einigkeit von gott kumpt,
10 fo helfen einmondichlioh fii^n 'te deum laodamii8\
Apoftolicum. Hebt anl ich fing frei mit
Te deum laadamua.
lU.
VON DEM PPRÜNDMARKT
DER GÜRTISANEN UND TEMPELKNECHTBN.
In «Uen ooncilien, die me dann in sweflnindert jaren lieh
verloufen band und nmb beßerung chrißiichs ftanda an-
gefeben^ find die oberkeiien geißUcbs Rands, ak babß,
cardfaial, bifciiof und andere des fdben fiaads bi dem
» groften darwider gewefiso, habm ftfil nnd benk darzwi-
fchen geworfen, daß üolch beßerang und ehiißlieh für-
nemen uadergetruokt tmd sA nicht ift worden, wie dan
IoücIm in den Inftorien und gefehichten der concüieki, fo
dan in der babßen legend kleriicb und offenbar ift. da-
to rumb kein frommer menfch fich in ein Terwünderen Hel-
len fol, daß cfi dilen unfern ziten, in denen got der berr
den glans finer gotlicben warheit über uns fendet, vil
widertfurecher und warlich am aller treffenlichAea die
geiftlichen boupter mit fampt iren verwanten der felbigen
1» gotlicben warbeit wtderwertig find und gegen dem wort
gots ficb traalichen woran und mit für, waßer, wafen,
mit trö«worten des tots die gotlicben warbeit widerfecb-
ten* wo aber das barkom, daß die die gottes ere, lob
und pris zA fördern geordnet, am alier meiften denfelben
io abAent und remkhieuj mag ich keinen verßand eigent«
lieh haben, wann die urteil gots find aller menglioh ver-
borgen, fo vil aber ein menfch an ußerlichem fchin kom-
men mag t& bekantnus das er vor nie gewift oder ge-
aichtet hat, ift wol t& merken, daß der groß git, der in
» inen fteokt, fi darafi trinkt uml swingt; denn So £ l&ruß
60
zfi hochfart und zfi unküfcbeit geneigt find und aber die
zwo lund kein ufenthalt haben, wo das zitlich gSt nit
do iß, darumb find das merer teil der pfaffen und geift-
liehen uf den gits gericht und ir datum haben fi damf
5 gefetzt, daß fi vil gfits überkommen und ein geil fiil
üppig leben f&ren. das felb zitlich g&t mögen aber fi nit
erjagen, denn daß fi nach großen pfrunden und geifili-
eben oberkeiten ftellen, es fi dem tüfel lieb oder leid, daß
numen ir fack vol werd. darumb fo l&g ein ieglicher,
10 wie er vil pfrunden uberkom, daß er defter baß fin hu-
ren und bankarten erziehen und den felbigen bankarten
an fin ßat zu letfl; die pfrunden übergeb, do fromer lüten
kinder hindergefchlagen werden, die vor den felbigen
fiiohlingen nit mögen (ob fi wol gefchiokter weren) fur-
15 kommen.
Diß weiß der babQ alles und ficht durch die finger,
daß im gelt werd. darum mag dem geüUiohen Hand
nimmer zfi beßerung geholfen werden, es fi dann fach
daß weltlich oberkeit darin fehe und unangefehen den
90 babß mit finem decretal und bann, unangefehen cardinäl,
bifchoff und ander der glichen, hinfur keinen p&ffen mer
geßatten über ein pfiründ zö befitzen, keinem m«r dann
ein prelatur, das iß oberkeit, z^l haben, und daß keiner
zwo oder dri feelforg uf fich neme und pfarren befitz,
S5 funder ein ie^che pfarr iren rechten kirchherren bi ir
hab und der recht hirt bi finen fchafen wone. es mag
Ucht ein pfründ fin, die einen frommen pfaffen wol er-
neren möcht, wo ir großer unkoß mit fa&m, bAben und
bankarten nit weren, fo dan daß fi fich koßlichen beklei-
30 den witer dann in zimpt, das macht daß fi ein pfründ
nit klebet darumb fo laufen fi gen Rom als jeucht fi
der tüfel. da triben fi allen befchiß und alafanz, daß fi
vil pfrunden erlangen, darumb erweckt ich üch frömen
weltlichen chrißen, ir figen künig, furßen, landaherren,
8s ouch üch furfichtigeü weifen raten in fietten und allen
Gommunen, daß ir keinen curtifianen oder romifchen ha-
ben in üwer land und gebiet laßt kommen, pfrunden an-
fallen, brief und anders anibhlagen geßatten; und wie
61
fichs oft begibt, wo ia üwern gebieten pfiiffen weren, die
iren lehenherren zd Rom betten nnd curtifanilbh fchol-
merei wolten triben, die felben mit gewalt abtriben und
die gemelten leben, fo £ ledig find, durch uch felbs from-
& men gelerten prieftern und die in ü weren landen, ftetten,
dorfern und wilern erboren find nnd keinem ußlendigen
pfaffen lihen. damit mag man die pfründen kremer mit
irem finanz vertilken und die großen übel verbäten, fo
fich leider tegUch begeben, deren ich hie etlicb ufi vilen
10 bab wollen ufzeicben.
Zöm erften. der vil pfründen hat, dem ift unmüglich,
daß er da und da gnüg th& und an iedem ort fin gots
dienll verbring, fi betriegen goi, fi berauben in der eren
und fins dienßa. fi folten got nach zal der pfründen
tb eren: das th&nd fi nit. item fi betriegen iren verwefer:
der hat die arbeit und fi den Ion. ich frag dich, du
pfründen Jäger, den verwefer den du an din Hat fetzen
wilt, ent weders er iß minder gdt dann du, oder ak gut
als du, oder beßer dann du. iß er minder gät dan du,
10 ib fagt die Vernunft, daß er nit iß dohin zfl fetzen, iß
«r aber als gfit oder beßer und gelerter dann du, wa-
rumb haß du dann vil pfründen und er kein? mit was
confcienz und gotsforcht nemen fi gült, zehend und an-
ders von den vil pfründen, die fi nit verdienen wollen
2& oder künnen? dann vil uß den pfründkrämem find die
ir lebtag nit priefier werden und alfo nit das ampt der
heiligen mefs verbringen, die ouch ir lebtag kein predig
nimmer geton haben. *ja (fprechen fi) wir haben verfe-
her, die üolchs ußriditen'. haßu nit iez gehört was ich
80 dir geiagt hab von den verfehem? als ungern als ein
fromer eeman ein verfeher haben wil gegen finem ege-
mahel in eelichen werken, noch vil unlidlicher iß es got,
daß du, gitiger unflat, gots gaben nemeß unverdient und
einen andern darßelleß, der dich gegen got verwefe.
u Das ander übel das da entfpriägt von dem daß einer
mer dann ein pfründ befitzt, iß: da werden dem lib heii-
ger kirchen fo vil glider abgezogen als vil difer mer dann
ein pfründ befitzt, wann unfer altfordem, künig, keifer,
62
edkn, bfirger und ander from erber Ifit haben pfr&nden
geßift, daß man do fol got loben, weren nun die pfründ
geteilt, fo weren mer gots diener, dann fo einer allem ix
oder X pfiründen hat, nnd würd euch getrüwUcber den
s feien nachgebetet dann difen weg. aber fo man weißt,
daß gelt sä Rom die lofung ift, fo iß es darz& kommen,
daß vater und mflter iren funen die noch under Iren ja«
ren find, thdmherren pfründ und ander pfr&nden und cap-
lanien (ich darf nit fagen koufen, funder mit befchiß,
M wie ander pfaffen) an fich bringen; uß woloher pfrftnden
gät die oltem leben nnz ir kinder groß werden, ach got,
wie gat es zäl wie lang mag es gelitten werden! wie
lang ä£% man und betrügt den gemeinen man! wie lang
mdß nuina liden, femlicben offenliehen misbruchl dennocbt
15 wil man den armen zinaman wifen uf tödlich fünd und
hell, daß fi nach irem bl&tigen fchweiß und fnrer arbeit
berouben föUen lieh felba irer bloßen notturft. fdien den
großen mangel an wib und kind, trang und ban von
iren fchuldner und ir für eramt nottnrfti foUen bi ir fei
20 heil folchen pfaffen helfen zfi irer bftberi, m&twill nnd
fohentlichem ergerlichem leben, das bi den Juden und
Türken ein ungötlicha ding geachtet würd, wider all Ver-
nunft und billikeit der arbeiter iß wirdig fins Ions, wer
nit arbeitet, Ibl nit eßen. wer dem altar nit dient, fol
» vom altar nit enthalten werden.
Das dritt übel iß beroubmig armer l&t die prießer
find Xchuldig abnfifen zä geben von dem das in übrig
ift. wo nun x prießer nf x pfründen feßen, würd den
armen lüten mer gehantreicht dan wo einer allein x pfrün-
so den hette. der felb pfründen gotz thfit wie ein mor, die
fich in einen treckt fperret nnd uf allen vieren gradlet;
ob fi fchon nit ißet, fo laßt fi doch di andern fiaw nit
darzfi konunen. fi find all nf fich felbs gericht. eigner
zitlicher nutz hat fi fo gar umbgeben, daß fi umb gots
9h willen nüt tünd, fi haben dann den baren pfonnig dar-
von. wo ea nit gelt giltet, thfind fi nüt; wo aber gelt
zu verdienen iß, do loufen fi hin als ob fi imfinnig we-
ren. umb des gelts willen find fi all tag geleliickt meTs
«8
zfl lefen und das facrament zfi nießen, ob fi joch des
naebts betten ein käw gefchunden*
Das vierd übel ift wit darafter ußfchweifien. wann fo
einer tU pfründen hat, ein zfl Straßburg, ein z5 Spir
« und 8& Wurmbs ouch ein, der zücht von einer z& der
andern, wie rin lantfarer von einem jarmarkt zfi dem an-
dern, daß er verdiene das corpus der pfr&nden, got weiß
wol wie es verdienet wirt vil ander misbrnch laß ich
umb kürz willen r&wen.
10 Das fünft übel, do würt denen patronen, die die
pfründen geßift haben, groß untrüw erzeigt ir meinnng
iß nit gewefen, daß man ir almfifen alfo folt nßtheilen
und die pfründ einem geben der fünft ze vil hat und nim-
mer nüt g&ts thAt für fi. ja ü lugen, wie fi komhürer
15 und keller buwen und die frücht vom zehenden hinder
fioh legen und uf thüre warten, fi geben nit ein körnlin
den armen lüten, butzen und ftil nemen fi dannen und
lont dem armen refaebigen pfaffen nicht, der fi verwefet:
er mag fich koam des hungere erweren.
80 Das fechft übel, wo die pfründen reuber überbaut
nemen, do gat aller gotsdienft zö grünt, die gotshüfer
nemen ab an dem gebüw, an gots zierden. do würt das
chriftenlioh volk nit mit lolicher dapferkeit und erhfl, ge-
lert und underwifen und w^den die fünd nit geftraft wie
95 not were, noch das gotswort verkündet als fich gebürt,
wann fi fetzen arm pfaffen dahin: den geben fi (wie gefagt
iß) von der band in mnnd. die fdben tagloner m&ßen
in forcbt ßan, daß fi die nit erzürnen, die fie dar befol-
det haut fi mflßen ouch die leben forten die under inen
ao find, daß fi die felbigen nit z& hart ßrafen an der kan-
zeL do mit vergond alle chriftliche recht, und fo die fel-
ben tagloner arm find, lond fi ire kirchen öd ßan an
fiertagen, fo es an eim ort kilchwei iß, und rennen
der füll nach wie die hungerige wölf. do find fi unz zu
» der naohkilwie, da gibt man eßen und gelt darzd. da
fol wol ein dorf kilwihe machen, daß in vier oder in fünf
pfarrkirdien uf den felben tag weder mefs noch predig
gehalten wirt das urfachen die die kirchen haben und
64
mt felbs verfeben. ickt fag dir, daß weder der babft, der
mit einem folcben pfaffen difpenfiert und im nachlaßt
Pfründen as& befitoen, noch auch der fdb pfaff, der (olche
pfründ zö Rom erlangt, mögen ßliohs erlauben und be-
« fitzen mit heil irer feien, wo fi aber die fchnfir der zim-
Uchen notturft zerhauwen (welche notturft fich nit witer
ftrecken fol, dann daß der pfafF zu finer zimlichen na-
rang gefant und krank verfehen fei mit finem notturfti-
gen husgefind) und wo das angefehen wurd und man die
M kirchen leben recht ußteilt, beßunden die geiftlichen ^
wol und möchten bi ein ander bliben on allen mangel.
aber der. Überfluß und unkoften haben den herzritten.
Das fibent übel, das uß vil pfründen haben erwacht,
iß werang der laßer, zfi dem erßen kompt dahar große
ift hoffart, die die pfiiffen triben, allein daß ß vil g&ta ban.
da wollen fi die beßen pferd riten, die fcfaönßen frouwen
haben und befchlofen, die beßen fchleckt und waa gfits
vor der hellen iß, freßen und fufen. fi raßeln und fpilen
wie die hippenb&ben, fi tragen guldin ketdn an den hel-
90 fen, feiden und damaß iß ir gewant, wammes und hofen
Yornen hargegen der fcham wie die Riffianer. fi lond
fich fcheren wie die kpegsknecht« fi haben pater nofier
in den henden wie die laien, das find ire betbücher. kein
fromme dochter blipt unangefprengt von inen, uf der
95 gaßen treten fi mer mit Iren knechten, das federi^il tra-
gen fi uf den henden. wann fi uß und in riten, fo bran-
gen fi nit anders dan folt fi iederman förchten. und das
do aller fchimpfligeß iß, die felben großen pfeffen gebie-
ten den kleinen dorfjpfaffen, daß fi nit fpilen foUen, daß
so fi fich mit bekleidung prießerlich follen ziehen und der
weit ein gät exempel vortragen, und wan die felben dorf-
pfiiffen in die ßat kommen, fo fehen fi, wie fich ir ober-
keit haltet; und denn fo mfißen fi fehen, daß es alles
bähen teding iß, damit man umbgat, daß man die klei-
sft neu funder ßraft, aber den großen pfaffen darf niemant
in ir fach reden, die große houpUund der hochfart macht
fi ifertg nach vil pfiiinden und verblendet fi, daß fi we-
der an got noch an das heil irer feien gedenken und
65
allein dabin ir ßn und gedanken riefaten^ wie fi der kir-
chen gut befitzeu und an ficb fappen, ea fi reckt oder
unrecht, es fpricbt ein folcher pfründen freßer 'ich bin
ein edelman und ein tbfimherr, ich maß zu mines redli-
i eben Aands erbaltung mer dan ein pfrund haben\ bis
got wilkom, lieber Joannes! du möcbteß diu redlichen
ftand fo groß ußmeßen, es were^ein ganz land nit gnfig
z& diner entbaltung. laß dich eins zimlichen und meßi-
gen ßands ben&gen, daß neben dir ein ander euch etwas
10 haben möge! tbü ab dinen git und großen unkoftenl
vertruw got! du würA erlichen und wol ußkommen.
Z& dem andern fo kompt von befitzung viler pfründen
nnkeufcheit, hürerei und Üppigkeit des lebens; wann hoch-
fart wil ungemeifiert fin, trabt hoch inher, ißet und trinkt
16 das beß, zartet den lib mit koftlicher bekleidung und
mit m&ßig gan. difen dingen volget dann von not we-
gen, daß fi dem lib gönnen den luft der unluterkeit: und
den zu haben wirt kein gut gefpart da hat irer der
merenüieil ein eigen metzen am harren, die ziehen fi koft-
90 lieber dan fromer bnrger wiber gezogen werden von iren
eemannen. die gand unverichempt z& kirchen und'zA
ftraßen, fi f&ren fi binder inen uf den rofien, als were es
ein eer. und fo das groß köpf thfind, fo yolgen die an-
dern mindern pfaffen all hernach, da hat iegliober fin
M eigen här im hus, fin bankart loufen offenlich an der
gaßen. moi^ens ftrichen die lieben herrlm herfur mit un-
gewefchen henden und gond mit großer andacht über
altar, machen große kreuz, zerdeneu ire arm und reißen
die felzamiOen hoffen über akar, als weiten fi den mo-
10 rifchken danz fpringen. was fol der einfeltig lei daruß
guts nemen, daan daß er denken muß 'bichteft du dem
pfaffen am hoben donßag, da hetteft ein h&r über nacht
bi dir gehabt, er ließ dich nit zäm lacrament gon, und
iez ftat er da und empfacht das heilig facrament, und er
u weißt daß mirs leien wißen daß er die kfir im hus hat,
und fine bankart, die offenlich an der ftraßen loufen,
geben gewisUch kuntfchaft finer unkeufch^t'. und feß ein
weltlicher man bi einer folohen hdm, die pfatfen vertri*
&
66
ben in für all crüz: aber difes infiß recht fin, es fei got
lieb oder leid, vor ziten was geboten, daß man eins fo-
licben priefters melTner folt hören, da ward im concilio
zu Coftenz furgenommen, wie man der fach thet, daß der
5 pfaffen hurerei gemindert würd und die leien mochten ir
mefs boren, da ward funden, daß es nit müglich were,
den pfaffen ir metzen ab zu firicken. deshalb ward er-
kant, man iolt der pfaffen mels boren, ob fi fchon metzen
in iren hüfern und bankarten betten, die wil und als lang
10 fi ein bifchof duldet alfo Hat es noch, daß die pfaffen
hären habent und feind zum theil die betten melkk&w, die
die bifchof habent; wann des bifchofs fifcal ftrafi fi der
metzen halben in feckel, und were doch dem bifchof leid,
^ daß fie from und keufch lebten* und daß ich red als
i& ich denk, fo were es tufent mal gotlicher, die pfaffen
betten eewiber (wie einer onlang ouch treffenlich und
chriftenlichen darvon gefchriben hat) und dienten got in
der ee on alle ergerung der lut, wie ander from chri-
ßen man, dann daß fi do fitzen und nacht und tag totlicb
90 fanden und die bifchof durch die finger fehen und das
* übel nit weren und got teglich erzürnen.
Die wil nun die bifchöff und ir pfaffheit an inen felbs
fo onmächtig, fchwach und blöd find, gemelten funden,
hoffart, gitigkeit und unkeu(cheit zä widerftan, find die
n felben lafter von inen gefloßen in all ander menfcheo.
des erften in die kloßierleut, daß die ir regel, gelübd und
geißlfch zucht an vil orten zu ruck gefchlagen, erger find
worden dann die leien. wo findt man iez vermchtere
feellofere wiber dan in etlichen unbefchloßnen frouwen
30 kloftern, die alles das ufriben das der tufel ie gefcbäf,
p&ffen, münch,. ftudenten. den frommen eefrouwen en-
ziehen fi ir eemenner und ift nüt fioher vor inen, zu
rechtem yerftand magftu hieher ziehen die unbefchloßnen
mansklöfter. fich wie die gebrechen der pfaffen, vorab
85 der bifcboff und ir obem, urlachen hochfart, wücher und
den gemeinen eebruch, fo augenfchinlich ifi; und unter
den leien furgat; dann hielten die pfaffen ein erber leben,
fo wurd die ganz weit durch fi z& beßerung gefurdert
67
Es möcht einer fprecheu 'du fagß tU gäts, and wie
da fchribft, kan ich erkennen, daß im alfo ift. die fach
ift aber veraltet und fo weit kommen, daß fi in all pfaf-
fen ift gewurzelt, nem z&m erften die pfaffen in Retten:
5 do vindelhi uf den ßiften etlicb, do einer an zweien oder
drien orten thämherr ift, item einer ift an einem ort thum-
herr, anders wo ift er ein erzpriefier. do ift einer ein de-
cbend und darzä hat er zwo oder dri pfarren. item etlicb
find canonici, das ift, fi haben thumherren pfründen uf
10 andern ftiften und da bi haben fi uf dem land gut reiche
pfarren. etlicb find von der armen rot, priefter uf den
ftiften, die nennet man caplön, zu tütfcb cborefel: die
lögen ouch, wie fi mer dann ein pfründ mögen überkom-
men, etlicb find caplan an einem ort und tbumberr an
15 einem andern ort. die ding (fprich ich) find iez yil jar
ingcrißen und fo wit kommen, daß mit krachen wirt z&-
gan, und beforg, es werd nüt uß der fach, der tüfel, der
dife ding zä wegen bringt, ift fterkcr dan die menlchen.
wie mocht ein pfaff mit einer pfründ gnäg han, die
M in nit mocht erneren? dann es ift kuntlich, daß vil klei-
ner pfründen fin, fo ring, daß eine nit mag ein pfa£Een
erziehen."* Antwort. Du haft gar kläglichen erzalt, und
es find nit allein die pfaffen, die du gemeldet haft, man
ficht iez an den erzbifchoffen und andern bifchoffen, die
» wollen nun inbruch in dutfchen landen machen, fi ver^
n> nit der ftand den fi baut, fi wollen darzu äpt und
cardinel fin und rote hfttlin füren, wo fi riten. das find
die die aUes übel ftiften zwifchen keifern, künigen, lan-
den und lüten. fi erwecken ufr&r und tragen botfchaft
ao hin und wider, heut fin fi franzofifch, mom keiferifcb
und tragen waßer uf beiden achfeln. fi find dem babft
mit großen eiden verpflicht. darumb aller furften heim-
ligkeit erlernen fi, und das offnen fi dem babft und ver-
raten diitfch laut finer heiligkeit, was hie ußen befchicht.
35 darumb ftraft fi got, daß ir ein theil landrünnig, die an-
dern mit irem brang, den fi mit den roten h&tlin triben,
verfeteen und verpfenden ir bisthum mer dann ir vorfaren
ie gethon haben und mögen doch bi iren bistumen, ouch
5*
adminiftrationen und commenden, die fie haben, nit grünen,
nüt beßers, man thet in die roten h&tlin ab, daß in die
fcbwart kracht.
Aber daß ich wider komm uf min red von den pfaffen,
5 die yil pfründen befitzen, das do die honptfaob iß difes
fchribens. ich bekenn mit dir, daß die fach von alter
har verhinleßiget iß und uß dem großen misbruch vil
ander misbruch ingefbrt find und daß der tufel, wie du
fagß, darzii das fin nit hat gefparet und daß er von
10 natur fierker und alifenziger, kunßricher und wider ge-
meinen louf aller menfchen gelerter und argliftiger iß
dann wir alle, wie dem allem? das förnemen, davon ich
fchrib, triffb got den herren an; wenn da würt not ge-
facht dan fin gotliche ere, das heil der feien, für die got
u marter und tod gelitten hat, und die volftreckungen der
letßen chrifienlichen willen aller geißlichen leben ßiß-
herrn. darumb fo got der allmechtig ßerker iß dann der
tüfel, hoff ich, er werd mit uns dran und wider den tu-
fel fin. und fo du meinß, die fach fei veraltet und un-
so beilfam wie ein alter fchad an einem lib, das laß dich
nüt irren, wann keifer und künig und land und der felben
rät, lantvögt und der gemein adel, fo dann ouch die
hoch dütfch rät in allen communen und ßetten hoher und
nider dütfcher nation darin wollen fehen, was meinßu?
9» es ward nie kein hus fo buwfellig, fcfaickt man fich dar-
zu mit viler luten hilf, es würd in kurzer friß ein fchön
lußlich hus u%ericht an cui; und end da vormaln ein
ungefchaffen hus iß geßanden. alfo iß es ganz mügUcb
die misbruch der pfaffen, die vil pfründen wollen befitzen,
M werd abgethon und ein werhaftige Ordnung furgcnummeo,
wie man hinfür all kiroben leben fol befetzen, wann die
gemelten houpter die fach an die band nemen und durch
mittel, wie hernach gefchriben, werden handlen.
Zäm erßen follen all plarrkirchen ir eigen kirohherrn
3s oder libprießer haben, das follen fin prießer eins guten
verßands ip der heiligen gefchrift, daß fi künden das
Volk recht mit irem predigen leren und underwifen was
fi tbün und laßen föllen, was reobt und nit recht iß, und
das volk, froQwen und man, daran wifen, daß fi got
forcbten und lieb haben und daß fi ficb flißen nach zd
volgen dem unfchuldigen leben Jefu Chrifti unCers herren,
▼an dem wir all den namen haben, daß mir Chrißen
5 heißen, der felbig prießer fol kein abfenz oder gült von
im geben, dann er fol davon leben und almfifen geben
umb der großen forg willen, die im bi verlierung finer
feien ufgeleit ift. und ob fchon ein chorherr kern von eim
thämftift oder von andern ßiften und fprech, die pfarr wer
10 fin, der babß hab fi im geben, iß der fclb chorherr der
gefchrift erfaren und kan predigen, fo fol man in anne-
mcn, doch daß er all ander pfründ, die er hat, ufgebe und
fich difer pfarr mit perfonlicher biwonung, wie gefagt iß,
underwinde. wil er das nit annemen, fo fol man alle zehend in
15 verbot und arreß legen und im kein kornlin davon fin
leben lang laßen werden, er lauf darnach gen Rom und
klags fim babß.
Nun fprichßu Mas hab ich wol verßanden. wie gat
aber das zä, da ein ganzer ßift oder ein gauz kloßer
20 pfarren haben, und das klofier oder ßift mag nit pfarrer
fin?' Antwnrt. Do fol aber die welüiob oberkeit infehen,
daß das ßift und kloßer gfchickt und gelert prießer uf
fölieh pfarr fetze und die felben anrucks daruf beßetige
wie recht iß, und fol man dem felben prießer mit mAt-
25 maßen weltlicher oberkeit fo vil gäts fchaffen daß er
gefunt und krank wol verfehen fi und fol man eim pfar-
rer in die verfehung fiuer notturft kein ßol, das iß opfer,
lipßü, bichtgelt oder ander zSfel rechnen, wan die zilfel
gond uf und ab und find ungewis, ich wil gefchwigen
30 ungötlich. und ob ein pfarrer m&ß belfer bi im haben,
als oft befchicht, den fol man befonder, nach dem und
ir vil find, z& irem ufenthalt verfehung fchaffen. doch fol
man förhin keinem ßift oder kloßer me gßatten, foliche
pfarr zä Rom an fich zö ziehen, haben fi felber der
» maßen forg hus zä halten, daß fi der fcholmerei nit dor-
fen. iederman het gnfig, wo der git nit were.
Begeh es fich aber daß ein pfarrkirch nit wol mooht ein
eigen prießer erziehen, als oft befchicht, und daß da in
70
einem kleinen cirk iii oder mi pfarkirchen l^en neher
ungefarlich dann in einem fierteil einer mil, da Fol man
uß II oder iii pfarkirchen eine machen, damit man einen
gefchickten und gelerten priefter mög dahin fetzen, der
s fich do mog began und das volk mit dem wort gottes
und den facramenten yerfehen.
Nun fprechen die caplanen oder vicarii uf den lliften
'unfer caplanien find klein: wir mflßen uns umbthän mit
andern pfründen\ Antwort. Du folt thfin das recht iß.
10 wiltu ein iliftpfaff fm, nem dich der pfarren nit an, du
fieft dann gefchickt darzu und wöUeft dan andre pfrün-
den yerlaßen und perfonlich die pfarr verfehen. wo das
nit, hab gdult! warumb haftu dich uf nüt laßen prießer
wihen? doch findt man ein rat. wo caplanien find, die
u ir befitzer nit wol mögen ertragen, do fol man ii oder
mee zdfamen fchlagen, daß fich einer druf erneren müg.
und das widerfpricht nit dem vernunftigen willen des ftift-
herrn. dann der da fiift ein pfründ in die ewigkeit und
wil daß fi befungen und belefen werd, der iß nit wider
so diß fiirnemen, wo fin gotsgab und ftiflung ?.& klein iß.
Ich fprich witer, es iß wider der feien heil daß einer
vil pfrunden hab, got geb es figen caplanien oder chor-
hern pfrunden.
Du fpricheß ' was gat es dich oder den weltlichen fiand
25 an? der pfarrer hab, wie du fchribß, gib ich zfi daß die
weltlichen darin lehen: aber was gat fi an, wer hie oder
anders wo caplon oder thumherr fig. die caplanien und
thfimherren pfrunden haben doch gemeinlich kein felforg.'
Antwurt Du fagß wol davon, wann du und dins glichen
30 wollen not zfir fach thfin, fo mfißen von not wegen die
leien darzä thän und ufrichten das das ir umbwerfen.
(ur das ander: find nit all pfaffen von den leien kommen
und der leien kinder? darumb gebürt fich, inen darin z5
fehcn, daß die groß Unordnung der pfrunden halb abthon
«5 werd und ir kinder üwer nachkommen ouch verfehen.
ißs nit ein misbruch, daß einer vi] pfrunden hat und ein
ander mer gefchickter gar keine? wie hübfch iß es, daß
einer z& Coßnitz und hie und anders wo thdmherr iß und
71
bat nit me dann an einem ort fin wefen, do wol m tbflm-
hern Yerfeben weren mit dem das difer brütet, alfo ift
einer hie tbfimherr und anders wo aucb und dafelbs ver-
fcblecbt er einem andern die ßat. fol das nit einem obri-
ft ften menfchen wee tbdn, daß die tbämftift an yü orten
(icb maß ein red in die andern zieben) ein Ordnung bä-
hen angefeben, do man keinn zä keim thämherm annimpt,
der von der felhen Aat gehom und erzogen iß , oh er
fobon ein doctor und hoch gelert ill. und kompt einer
10 yon Scbwoben, von Niderland oder anders wo bar, den
nimpt man au und fromer lands kinder bat man kein acht
diß magßu nit veraotwurten, du fieft wer du welleß, dan
daß es wider chriftlicb und brüderlich lieh iß. und da
zfi fol der weltlich ßand ßill fcbwigen? nein, er fol dar-
i& zfi thfin, daß diß binfur geendert werde, find die felhen
ßatkinder nit als wol chrißen lüt als ander menfchen?
darumh iß not, daß die leien euch ein ufleben haben uf
thämberren und caplanen pfründen.
Dife ding hab icb nit uß argem mät wider die geißli-
so eben gefchrihen, noch aucb durch dis min fchrihen wol-
len fchmeben oder fcbenden die würdige prießerfchaft,
wann alles das obgemelt iß kuntlich allen menfchen und
offenbar wie der buer an der fonnen. durum wo ein off-
ner breß iß an einem lib, als an dem baupt oder ange-
35 ficht, der unverborgen wil fin, dem kan kein wundarzt
zfi hilf komen, man wöU fich den verziben, daß man an
die felben ort pflaßer bind und falben anßricb, unange-
fehen daß es den menfchen ungeßalt macht, uf daß doch
zfi letß dem menfchen geholfen werd und der ganz lib
ao nit Verderb, dis bah ich gefchriben und dem lefer zfi
g&t all gefchrift und gemelter dingen bewerung abgefun-
dert, do mit der gemein man im lefen durch das latin
nit zerßreuet werd, funder von ßund an den verßant in
fich faß. wil domit all regierer des weltlichen ßands bi
3» dem heil irer feien ermant haben, fo fi fehen daß allent-
halb kein hilf und beßerung fin wil, daß fi unverzagte
gem&ts alle curtifanen und ir boten vertriben und ußja-
gen, keiner romifchen bullen, keine bans, er komm von
bäpften oder bifohofien, antreffend die pfründen, ouch
keins babftmonet mer achten, und daß fi die geißficben
leben nnd kirchen gefatz, £o fi baben, fainf&r keinem pfaf-
fen üben, er fi edel oder unedel, er wöll dan perfonlich
6 uf der pfründ fitzen, und ob er ander pfründ het, die
felben fri ledig übergeben und kein gült daruf fchlagen.
von andern geiftlichen leben, To bifcboff, ftitt, äpt, äptif-
fen und klofter von gewonbeit oder Fund zu üben haben,
wenn deren eins ledig würt und die iez gemeken geifi-
10 lieben, fampt oder fonder, einen prießer uf lolch leben
fetzen, fo foUen ir all, als die weltlicb oberkeit, darin fe-
hen, daß die priefter, die alfo angenummen werden, den
titel haben, daß fi kirobbern figen und daß inen alles
nacbvolge das einem kircbhern gebürt nach zfi volgen.
15 ir follen ouch keinem pfaffen geftatten, als wit üwer fur-
ftenthum, land und gebiet begrift, er.fig pfarrer oder fünft
verpfründt, daß er kein abfenz oder penfion von ioi geb;
dan es wider der feien heil ift, daß von gots gaben und
ftiftungen frommer menfchen penfion, abfenzen und refer-
<o vat geben oder genummen follen werden dobin do es nit
verdienet wirt. dan diß ifl; der letft will gewefen aller
ftifter, daß folicb niitzungen allein dienen und bliben fei-
len dem der das mit fingen lefen und predigen verdient,
fo nun under allen menfchen, nemlich bi den Chriften,
25 der letfl; will hoch und furnemlich geacbt und man in
allen rechten bi großer penen gehütet den letften willen
eins menfchen zä volftrecken, ift ie billich, daß ir daran
figend daß dem volk gefchehe und daß denen die da
verdienen und arbeit haben, die gots gaben ganz bliben,
so und die die kein arbeit darumb haben, der felben keinen
genieß entpfaben. thönd ir das, fo werden all pfrunden
mit eren lüten befetzt, das cbriftlich volk würd wol re-
giert, die zal der tregen, iulen und geilen pfaffen gemin-
dert und würd dabin bracht in kurzer zit, daß ein pfaff
85 fich m&ft Ion ben&gen mit einer pfründ und darft nit wi-
ter gedenken.
Und ob man fprechen wölt 'die weltlichen haben den
geiftlichen in ir fachen nit zu reden, noch fi zu leren und
78
weifen', antwort: wenn ein wifer blind ift und in finer
blindheit an ein forglich ort gat da er fallen würd, dem
ift es glucklich, ob in fchon ein un wifer bi der band
nimpt und in uf ein fiebern weg bring, do er nit den
ft hals abfeit, alfo ift es auch in den misbruchen der geift-
lichen. denn fo fi mit offnen ougen, durch den git ver-
blendet, wider got und der feien heil handien und fich
felbs nit wollen beßern und vor übel h&ten, ift not, daß
der weltlich ftab fi wife und Are, wie ob gemelt ift, und
10 dorfen darumb keinen bau oder geiftlich fixaf forchten;
wann in difen und der glichen fallen fol man all bann
▼erachten, obgemelter diug hab ich zwen gleich lutend
zedel gemacht und uß ein ander gefchniten, den geiftli-
chen und weltlichen, ieder parthi einen, fich wißen dar-
15 nach £& richten, got fie mit (ich allen, amen.
Anno domiui MDXXI menfe feptembri.
IV.
EIN ÜNDERRED
DES BAPSTS UND SEINER CARDINELEN
WIE IM ZU THÜN SEI
UND DAS WORT GOTTES UNDER ZU TRUCKEN
EIN lEGLTCHER SICH DARAUF ZU BEDENKEN.
DIE VORRED ZUM LESER.
Ob wol fchon (als gewonlich ift) oun einer Iprech, da6 difes ein
fchimpfgedicht, als ein fohantbuch oder famofus libellas möcht genenot
werden, darinnen du nicht findeft lafter oder antbat noch iergent du
über die fo wider fchantfchrift außgangen, verpoten fein, die weil non
i alles inhalt götlicher leer und bepftlichem rechten gemed, fo mag wol
nit weniger ein jung kint bei fchwacher verftentnns merken, dafi oni
der nnts leibs und der feelen aü geprauchen durch dan bapft and an-
dere der ganzen gemein geiftlichs lUnds verpoten würt und wißen die
unpilligkeit ires verpietens. nun wil ie Chriftus nit (wiewol uns die
10 fchwech der Ternunft fall reizen iß) mit dem fchwert des zorns ge-
fochten haben, fonder mit der gleichen Worten ift er uns unterweifeD
'wo etwan mein brüder wnrt fundigen, würt mir gesimen, in brüder-
lichen aA ftrafen', welches dem bapft und dem ganaen feinem lanleo
häufen oft gefchehen, aber kein brüderliche ermanen iergent helfen
15 wil, fondem 'hau, ftich, würg, prenn und fchlag tot alle liebhaber dei
Worts Chrifti' ift er ftetlich gilfen. fo wil uns gelieben, Chrifto weiter
nach zu volgen und ße irer böfen mishandlnng öffentlich anßfchreieo.
dammb, du lieber lefer, ob dn etwas leeherlichs hierinnen finden warft,
magftu das z& zeiten wol nmbkeren, dann anf dem weg entlieh die
30 geiftlichen r&en. gof wol iren ernftlichen anfchlag wider Chriftum wen-
den! ob dn ie fchon nit die warheit des graufamen mörzugs ftndeft,
vergleich du es felber als ein verftendiger auf ir bös fnrnemen, damit
unfer lieb gegroßert gegen dem wort gottes und genidert gegen dem
faulen häufen der geiftlichen würt. amen.
95 Ob ich nicht faft künft^ch bin gemacht,
So haben mein vil frummer gelacht.
li
Dm fnrnafflen dM ich in mir hab,
Hat mich gelert der bäpAIich ßftb.
Verliehe mich recht, ob er gewünn,
Mein reim heißt Es iß alTann.
ft ^ Des bapfts rede.
Ir hochbegabten mit eres und reiohtamb, ir hochweifen
und vernünftigen und wolbedachten lieben br&der, darumb
wir als merer und als ein ftetlicher aufenthalt unfer
eren, reicbtumb und wirden nit wenig betracht und z&
10 herzen genumen die grauTamkeit und das groß doben und
wAten, fo die Cbrillen zä nidertnickung unfer aller her-
ligkeit und große der eren fich underftehen, darumb aber
wir all z8 gleich von unrern vorfarn durch manch mittel
und fubtile gfchwindlißige behendigkeit diefelben Chrillen
15 nach unferm willen bedrungen, das dann alweg in me-
mng unfer großen macht, auch erhöhung unfer großen
eren und reichtumb uns gedient bat, fo befinden wir doch
folchs in keinen weg uns nimmer gelingen, welchs wir
dann als ein commun und ein gewalt des heiligen bepft-
90 liehen ftäls in hohem gerücht, reichtumb mit aller zier-
ligkeit in Weisheit erhalten, nit unbillich zum höchften
beherzigt und der maßen befchwert, daß wir in keinen
zweifei ßellen, all frum ere und gelt liebend Temünftig
geiülich menfchen tragen folchs überfcharpfen andaftens
SS von Teutfchen kein gefallen, welchs wir dann all z& gleich
(zu beforgen) in armfit, tr&bfal und Verachtung kummen
möchten, wo wir des, dieweil es bei etlichen furften
und herren, nit eingewurzelt werdent. in funders aber
kumpt uns nit zu ringer entfetzung, daß durch die jeni-
so gen, fo uns mit werten und gedaten widerwertig und die
in erweckung vil unfridlicher gramfchaften, zurüttung
chrilllicher einigkeit und teglicher Vergiftung ir freud und
beliiftigung fachen, durch die gefchrift dahin follen be-
wegt werden, als die öberften furften des romifchen reiche
35 fich gegen uns in difen fchmelichen handlungen, die uns
unfer ere, reichtumb und zier on mittel belangen und der
wir unfers achtens und bedacht unfer vilfeltigen wider«
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fprüch und biß her erzeigten emftlichen graufamkeit bil-
liger vertrag halten folten, mit grünt irer geßalt ein zu
laßen, wir haben auch uns gegen den vergiften beftien,
irem fchinelichem gedieht und offenbarem anßfchreien mit
& unfer warhaften Verantwortung und entfchüldigung auf
alle ßück, punkten und artikeln, darinnen unterfchiedlich
vermeldet, durch unfer hohe und wirdige potfchaft bereit
gemacht und der maßen gefchickt, daß darauß menikli-
chen das unerfetlich vergift gem&t des verdampten und
10 vermaledeiten munchs vcrfteen het Tollen, auch wie gar
unpillich und neben dem weg der warheit fein Verach-
tung gegen uns geftelit würt. uns kumpt auch auß gu-
ten vernunftigen urfachen fein fchreiben, fo lang wider
uns gethon, in keinen weg zu bewegen, des gleichen
15 fein wir der felbigen fchrift zum teil ganz wenig erfarn,
der uns nie gebraucht und die auch nicht bekennen und
nicht bekennen wollen, dann uns die zu graufamen und
merklichen abbruch dient, belunder des, daß uns die fel-
big fchrift zä bequemlicher zeit auß alten heiligen ge-
90 wonheiten für unfer i&ß gelegt wurt nun befinden wir,
wiewols noch nicht lang gewert, unfer herligkeit in gro-
ßem abbruch. wir wißen auch folch ir fumemen in kei-
nen weg weiter z& dempfen, und iß ie unfer emftliche
meinung, ein ieglicher wol fein herligkeit nach dem bellen
35 befchiitzen und endlichen durch fin und Vernunft beden-
ken, wie groß der abbruch, fpot und z& beforg^d gar
die Vertreibung fein würt, dann ie ein alter löblicher
brauch und gewonheit zu hanthaben ift. wollet darumb,
wo es fein kan, euch ein g&t bedenken nemen und uns
so mit gefaßter und endlicher meinung widerumb verftendi-
gen, auch hierinnen kein lilber noch golt fparen* des
wollen wir uns z& einem ieglichen fonderlioh in zeit dreier
tagen verfehen, denn uns das lenger zu z& fehen nicht
zimen wil.
35 ^ Antwort des bedachts des erßen cardinals.
Allerheiligßer vater, nit wenig ift uns z& erfreuen die
billiohen beherzigung, fo euer heiligkeit in difen graufa-
men fachen, fo die Chriften und Teutfchen in allen landen
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sn nndertrackung unfer großen herligkeit und fohmele-
rung unfer reichtnmb fioh underßehen, welofas dann ie
ein anfenthaltung unfers gewalts, ein m«iing unfer reicb-
tamb, ein zier unfer herligkeit und ein woUuß nnfers
& leibs gewefen ift. nun fo befinden und merken wir, durch
zwo einig perfonen folch unfer lang hergeprachten löb-
lichen gebrauch nidergetruckt würt oder werden fol, wel-
ches ie einem ieglichen unfers gewalts billicben nicht
wenig zu herzen gehen fol und bei bewertem glauben,
10 vor und e dann weder kiinig noch keifer noch niemant
der gleichen zu wegen het bringen mögen, daramb wir
aber euer heihgkeit auf nechfte ermanung in aller gefli-
ßener gehorfam erfcheinen und uns auch zu merer ent-
haltung unfer reichtumb, herligkeit und zier ganz wol
» gezimen wil, haben wir auß uns endlichen befchloßen
und vier meinung auf peßerung f&rgefchlagen, darinnen
wir drei erweit, unfer gem&t und gät gedünken zä erzelen.
und ift das die meinung.
Allerheiligßer vater, wir wißen daß unter den teutfchen
M furften nirgent keiner ift, der unfern brauch und loblichen
unüberwindlichen pomp am meiften widerftant thut dann
der furft auß Sacbfen, herzog Friderioh genant, welcher
die beftien lang in befchutz und fohirm gehalten hat, daß
man den feibigen on argwon mit fubtiler befcbeidenheit,
25 deren dann gar manicherlei bei uns gewonheit fein, auch
die in fonderer gewonlioher äbung, die Teutfchen oder
•unfer wider wertigen damit zä toten, daß dann etwan vil
leichtfertigen perfonen beftelt, verfoldet und auf die pan
gericht würden, daran wider filber noch golt fparten und
30 fehen dem feibigen under zu kumen mit gift oder ande-
rer thaten; darinnen wir uns auch hochfter befcbeiden-
heit und des, des wir nach geftalt folcher merklicher fa-
chen mit f&gen und zu der plöße unfer notturft nit ge-
raten, gebrauchen; wölten auch gleich wol nicht liebers,
35 dann daß wir das alles unbegeben unfer reichtumb und
herligkeit gar betten übrigften mügen, als wir auch et-
wan vil zeit und biß lieh die außgebreit berichtigung
wider uns von tagen z& tagen gemanchfaltigt und bei
i
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menikliefa« erweitert bat, demnach alle nnd iegUche der
teutfchen nation yerwanten auf difen furften ßehen und
hanthaben. fo nun der in mittel weg getodt wart, welcha
dann euer heiligkeit, des gleichen unferm löblichen brauch
& zu gutem und hohem nutz erfchießen würd. dann als
bald difer furft mit tot abgieng, würden alle die je-
nigen, fo nur dem yermaledeiten mit worten oder
mit getaten angehengig gewefen weren, auß forcht
unfer mandaten widerumb abfallen, wir wolten auch
10 als bald die andern furßen umb hilf anrfifen, die ver-
maledeiten beftien in unfer band zä überantworten,
und als bald folchs gefchech, wolten wir den durch
martern zu widerrfifen bringen, wolt er aber ie nicht,
künten wir denn heimlichen ertoten, darnach fprechen,
15 er were eines w&tendens lebens, auß verdienft daß er
euer heiligkeit alfo gefchmecht, oder fünft eins fcheuzli-
eben lebens gefiorben, wie wir dann das bei uns in fub-
tiligen rat fünden. und wenn das folchs durch unfer
beftelte prediger in allen landen mit weifuug unfer gna-
so den dem gemeinen man verkünt würd, würden alle men-
fchen in forcht bekert werden, würd auch unfer gewalt
und macht großer dann fie vor nie gewefen weren. wir
wellen auch zä wegen z& bringen, durch lift deren die
di fch Warzen kunß künuen, daß nach feinem tod. gar
n mancherlei zeichen gefchohen: wolten wir dann fagen un-
fern glimpf und unfer dienende meinung in ein formlichen
weg fchicken. folichs auß unierm verftand haben wir
euer heiligkeit und der ganzen commun nicht wollen auf
beßerung yerhalten.
ao ^ Bin gemeine Verantwortung difs ratfchlags.
Ganz wol gegründt und beftendig wer difer rat, ganz
hoch und wol bedacht mit gezierter Weisheit bekleidet
und umbgeben, wo unfer widerwertigkeit bei difen furften
fich hochlichen nicht geweitert het, ßnd auch etliche ar-
S5 tikel, die folchs fürnemen ganz nit dulden und leiden
wollen, und fein die wir wißen und haben in gfiter kunt-
fchaft, daß difer fürft als einer von der chüf bei feinen
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▼erwonten oder nnterthooen löblich, erlich, auch in gro-
fiem auffehen gehalten würt, darum er fein voIk fo mit
befcheiden lobUohen und g&ten tngeten (wie man dar«
▼on Tagt) regiert, nu folt dann folchs gefchehen und
& dem romifohem reich wißen und man dem gemeinen man
▼erkuntfchaft, daß er durch unrer kuntfchaft, rat und that
▼om ld)en zum tot bracht worden were, fo würden unfer
widerwertigen heftiger und graufamer wider uns und ander
der ganzen commun geißlichs ftands werden, denn fie vor
i»ie gethon betten, uns wurd auch daranß folgen über-
fallung, todung, lefterung und was fie zd fchanden und
fchmach erdenken künden vervolgen. fie würden auch
den vermaledeiten in peßer h&t halten, dann fie vor ie
gethon betten, und würden fie dann die ftrften uns z&
n g&t etwas begweltigen wollen, würd rfi beforgen, es
möcht unrat in allen landen erwachfen, alfo daß wir hie
kaum ficher fein feiten, darumb ift uns difer rat, wie-
wol er ganz fubtil und wol gegründt, nicht nützen noch
zimen wil. wir wollen aber auf beßerung die Weisheit
so des andern rata auch hören.
^ Der ratfchlag des andern erweiten car-
dinals.
Aller heiligifker vater, wir weiten aber und befinden in
uns beßers und nützers nicht, dieweil aUein unfers hohen
gewalts niderdrucknng und große herHgkeit verderben
» auf nichte ftehet, denn auf difen verflachten beftien, die
dann auß der göüichen fchrift uns allen zfi gefohickt, z&
beforgen, Chriftus der oberft got werd (wie er geredt
hat) fein wort wollen behalten und nit zergehen laßen,
es ift auch lauters in unferm vermügen nicht, denn in
so einigen weg zu tempfen, uns würd dann gelücken, daß
wir etliche leichtfertige perfonen überkemen, die wolt wir
mit gelt fo wol befolden und zu vil auf in feben, ob er
in in feiner wonung möcht begweltigt und vom leben
zum tod gepracht werden, dann wir die leichten leut mit
u der meng unfer reichtumb ganz wol bekumen möchten,
und fo dann folchs gefchehen wer, als dann wölten wir
uns underftehen auf die zfl tringen mit banbriefen, mit
80
der acht und anderen, was uns dann am f&giicliften fein
würd, und wie in dem vorigen ratfchlag Temerkt ift, als
bald mit liften unfer Zauberei zu wegen bringen, daß ans
folcfas gegen dem gemeinen man wol erfchießen folt und
t fo nun der umbkommen wer, welcher wolt ficb mer un-
terßehen wider euer heiligkeit zu fetzen? fo ift keiner
der fo wol gegrundt ift als difen und ob einer mefaer
fchreiben wnrd, m&ften wir trachten, daß wir in allen landen
unfer fpeher betten, die wolten wir dann reichlieh begaben,
10 die mflften mit Vergiftung oder wie fie die tat fdiieken würde,
fie umbringen laßen, daran dorfen wir auch gar kein gelt
fparen. ir wiirdet auch befinden, wo der gelertßen einer
oderetlich umbkemen, es würden lieh die andern fchmiicken,
und als bald das gefchehe, m&ften wir predigcr, die dann
15 uns nutzten, in alle ßet befolden, zuvor in die, do die
einwoner noch gfit auf unfer feiten weren, daß die felbi-
gen durch die that nit in ergernus vielen, und ob lie
fchon auf die fcfarift gründen oder ziehen wolten, m&ften
wir beftellen heimlich b&chdrucker, die bibel und das
90 evangelion auf unfer meinung laßen truoken, die felbigen
in alle land fchicken und naohvolgend auf den canzeln
fagen, daß der recht abtruck were von dem alten und
neuen teftament, des gleichen auß dem evangelio, und
was inen vorgefagt worden were, weren die aken alle
t& gefelfcht worden, und m&ften nennen durch Wikleffs oder
Hüften gefchefaen fein, oder wie es dann ferrer befübloßen
würd. wir m&ften auok lagen, daß man folchs erft neu-
lich gefunden hab« uns würd auch gezimen etwan ein
alt gemeiner abbrechen und mit Xubtiler behender liftig-
30 keit umbgehen, welchs on gezweifelt nit feien würde,
dann wir biß her alfo an uns gezogen haben, daß die
groben vollen dotten Teutfohen nie gemerkt, nnd gewis-
lieh, wo der teufel den beftien den Luther hin hett, uns
würde gelingen, folchs auß meinem verftand hab ich euer
t5 heiligkeit nit wollen auf beßerung verhalten.
^ Das verantwort ein heiliger patriaroh,
den fie für den heiligften hielten, die meinung.
Aller heiUgfter vater, uns ift entlich kunt» wie Clmften
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und TeulTciieti in bIIoii laaden fo gewaltig und h^kig auf
dem wort Chrifti des öberßen gotts halten, auofa was für
gcverligkeit enlTpringen mochten, wo wir etwas in eini-
ehe weg furnemen möchten, dann fie uns in keinen weg
& weiter glauben werden, und ob fchon der Luther er-
fchlagen würde, fo find ii doch fo vil in allen landen,
daß uns hindenach gelts z&rinnen würde, des gleichen
wirt folchs wort gottes bei dem gemeinen man mer ge-
prancht dann bei den gelerten. fo fein fie wol fo ge-
10 fcbickt, wo folche that ein mal oder meer befunden würde,
fie würden acht und gelt auf die theter logen, da mit fie
die z& wegen brechten. und fo dann die nun zu wegen
bracht, werden fie die der maßen in marterung halten,
villeicht fo würden fie auf uns bekennen, welch uns denn
15 glauben, trauen und erft merkliche Verletzung bringen, und
ift den fachen in keinen weg zu furkomen denn mit einer
fach, die ioh denn euer heiligkeit und uns allen zu nutz
erkleren wil. und ift die fach alfo geilalt. aller heilig-
ßtr vater, ich weiß mich in der fcfarift erfaren, und ob
to ich darauß dann etwas rathen würde, verhoff ich uns zu
nutz erfchießen. heiliger vater, eur macht iit groß und
euch ift gewalt geben in himel und auf erden, dieweil
ir dann gewalt habt in himel, wolt eueh denn nit gezi-
men den zu befuchen, dieweH es fo ungeAalt auf der
s» weit zu gehet, und darinnen euera gewalt fchaffen? denn
fo ir dann den gewalt eionempt, mocbt ir alle die jenen,
fo euer heiligkeit zfi widerftand geftand(^ find, mit dem
fear oder ander geftalt toten, nachfolgend mocbt unfer
fach wider g&t werden, ob euer heiligkeit wölt fagen,
30 wie das gefchehen möcht, gib ich rath alfo. man findt
klerlich in der lügend des heiligen fanct Brandooe, wie
er etliche jar auf dem mör g^aren und ganz feltfame
wunder erfaren. nemlich ift er vor dem paradeis gewe-
£en und zeiget aa alle gelegenheit, wie es geftalt fei, das
35 uns dann z& großem, wo wir mdnem rath folgen, nutz
erücbießen mocht auch fo seigt er an, wie Chrißus der
öberft got etlicb engel verftoßen hat, der dann hundert
und 72 kgion find, mAcht in famma N. die felben
ö
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weren ancb gern bei irem vorigen gewalt. nu £o wir
weßen, daß uns die felbigen nur beiftant wolten ihfin, fo
dorften wir leicbt noch ein tanfent Schweizer oder fechs,
die ftünn erfaren find, haben, wolten wir doch fehen,
6 was nnfer gewalt im hiniel were. fo haben wir auch
ftarkes gefchütz. darnach wolten wir ftir das paradeis
faren, uns mit Chrifto underreden, daß er uns bei unferm
altem brauch beleiben ließ und etliche feiner wort wider-
r&fet, folchs auß unferm gewalt mit im zä handeln und
10 uns bei im im himel ließ, gefiel es uns dann, mochten
wir doben bleiben, gefiel es uns aber nicht und er wolt
auch nit widerr&fen, wie er dann gefagt hat, ehe feine
wort zergehen, ee m&ß himel und erden zergehen, wolten
wir in wol lernen und im mit gewalt einfallen, doch
i& mfißen wir zävor acht haben, wo die fchlußel hin kom-
men weren, die Chriftus Petro het geben, da er faget
'ich wil dir geben die fchlußel der himeP, wenn fie ie
nicht wolten, daß wir mochten auflpcrren, unfer gefchütz
nein richten, darnach mit gewalt hinein dringen und zu
so entlieher meinung mit im handeln, wolt euer heiligkeit
fag^i, fie wefl; des wegs nicht, das wolten wir alfo ma-
chen, wir wißen einen, der iil der fchwarzen kunß nit
wenig erfaren, der möcht durch fein kunß in vierzehen
tagen auß und ein faren, möcht ir im euer meinang zfi
i5 verftehen geben, ungezweifelt fie werdens nit abfchlagen.
dieweil wollen wir uns mit volk, fpeis und allem dem
das wir nottCirftig fein, fchicken und aufmachen; damit
mochten wir zu unferm alten Aand komen, fünft ift es
unmüglich, dann ich das entlichen durch die erfamen der
M bewerten kunß hab. euer meinung zfi erzelen , mag ich
g^n hören.
^ Des bapßs antwort.
Wir follen billich loben und lieb haben die uns in unfern
noten durch ir Weisheit zö hilf komen mögen, darumb
w difer rath und pefte uns dienende meinung nit wenig er-
freuet, ir folt auch gewis und alles zweifeis on fein, wo
wir folchen fig bei Chrifio überfcemen, daß ir difer wol-
bedachten und weifen betrachtung nit wenig genießen
8H
folt. wir befinden auch in unfer beiligkeit beßers nicht
zä gedenken noch gedacht werden, wie kund uns auch
immer beßer geTchehen, denn wenn wir den himel felber
befeßen, die glori und eher, wie man darinnen fagt, über-
ft kernen? darumb bitten wir folchen guten rath wol z& be-
denken, wie im z& thfin fein werde.
^ Die gemein der cardinel antwort.
Allerheiligßer vater, wir haben betracht und mit hoher
gir und hoher erfreuung z& herzen genomen die wolbe-
10 dachten hochweifen unvernünftigen räth, fo uns von dem
heiligen vater befchehen, darumb er auch billig auch aller
eren, reichtumb und zierd wirdig ilt wir follen auch als
bald den verftoßenen unfer meinung und furnemen zu
fchicken; und wo die felbigen wie wir weiten, möcht uns
u größere nicht erfreuen, wir weiten auch ongezweifelt
folchen fig leichtlich überkomen, und fo wir den himel
betten, were die weit vor unfer. hierauf nach rath des
hochweifen follen wir alle ding unverzogenlich anrichten.
^ Ein fendbrief au die verftoßenen.
to Unfern lieben getreuen lieben befundern auß merklichen
urÜAchen und freuntlicher zfineigung auch funder billig-
keit uns z& bedenken des unbilds vor Zeiten euch als
den rechten erben und erbherren des himels eurs Vater-
lands befchehen wider alle recht, umb willen daß ir auß
s» bewegnus der billigkeit euch euers Vaterlands mer getroft
dann andere, als außlendifchen und frembden, welchs
dann ie g&tlicber und leichtlich einem ieglichen verßen-
digen zu wegen, denn das übel, fo Chrißus an euch be-
gangen hat, ift uns und der ganzen commun geiftlichs
so Aands teglich zä beforgen, auch umb willen daß wir un-
fer lang hergebrachte hochlobliche gewonheit unfer eren
und zierd unterlaßen follen, welches uns dann als unrecht
fein zu euer befchehener unbilligkeit ganz tief bewegt
bat, welches auch uns die tiefe beforgimg zu euer me-
3» rung und erhohung z& gedenken nicht aufbort: darumb
wir aber euer herliche verfamlung mit fchriften euers
heils und erlöfung erinnert haben, folt ir euch nicht be-
frembden, denn uns die Unbilligkeit, als wir verhoffen, in
6*
84
ein br&derlicbe püntnns und einigung bringen fol, damit
wir nicht allein filber, gold, eher und zterd, fonder auch
den himei lelbe befitcen und regieren foUen und wollen,
das dann euch, als billicb were, in euern alten (Vand ver-
h beßert mit einer neuerung bring#!n Fol. und iß unfer ent-
liche meinung und furnemen alCo geftalt lieben befon-
dern und getreuen, ir feit ungezweifelt hoch bewift der
großen und hohen lang hergebrachten loblichen gebrauch,
fo zSl unfer heiligkeit und dem bäpftlichen Ml durch vil
10 uufer Torfaren loblichen gefUftet und hergebracht, fo find
doch die Teutfchen und fall alle fect und nation bilflich,
unfer gemelte lang hergebrachte heiligkeit z& verdrücken
und zu inen denn die wort, fo Chrißus geredt, vaft die*
nen und nutz fein, fo well ir doch, daß Chriftus auf
u erden und in hioiel fanct Petro und allen feinen nach-
kommen gewalt eS thAn und z& laßen geben hat, fo le*
gens doch die Chriften anders dann es iß auß. auch hat
Cfarilhis in vilen geredt, das zä erftörung und vertrei*
bung unfer heiligkeit den Chriften ganz feer nutzt, fo
M wißet ir auch , daß Chrißus fanct Petro die fchHißel des
himels und allen feinen nachkomen geben hat. was find
nun die fchlüßel denn aller gewalt? wie dann euer her-
ligkeit Terfamlung weiß und wo] ermeßen mag, welche
dann euch, wie Chrilhis geredt hat, wol wißen ift. da-
» rumb wir euch als zeugen furftellen wollen und begeren
mit entlichem befchlnß folchen feinen gewalt mit uns zA
fiben nimmer gedulden, vil weniger sfi leiden; und ift un-
fer meinung hierauf gefielt, wie ir uns beißant hett wol-
len thän, weiten wir mit macht und gewalt ittr den himel
•0 ziehen, dieweil uns auch nach den fchlüßel erforfchen
und uns un^Mrs nutz mit Chrifto underreden. würde dann
• Chrißus feine wort verlangnen und die welche uns fched-
lich fein, nicht widerHkfen, weiten wir mit gewalt einfa-
ren, unfer macht dasiit beweifen, denn wir mechtig an
u Volk, filber, gold, gefcfautz und allem dem das zum ßür-
men dient, fein eta weiter.
Hierumb wollet eben bedenken, wie groß euch unrecht
für euer btUicheit befchehen fei, euch auf das beldeft nach
85
guter kriegskufiger art fdbicken, desgleichen euer an-
Tcbleg dahin fetzen, welche neben unfern (als wir ver*
hoffen) ungezweifelt beftendig fein follen. des folt ir auch
gewis fein, wo wir den fig bei Chrißo gewinnen, ir folt
& auch alles Zweifels und forgen on fein, daß irs b^ßers
und höher dann vor nie begabt werden folt das mögt ir
unfer botfchaft aufs treffentlichft verftendigen, uns auch
mit unwiderr&fter antwort underrichten, wollen wir un-
fere fegel zu euch richten und auf das beldelt bei euch
10 fein, cuem heiligen genaden mer nach gewunnen fig denn
dar vor zä bedenken.
Datum auß Rom am abent Johannis des tanfers an
dem 23. tag des monats Junii in dem 24 jar der min-
dern zal nach Chrißi geburt etc.
15 Den gewaltigen großmechtigen , von Cbrillo den un-
billichen verftoßen, den zukunftigen befitzern der biinel,
unfern lieben getreuen zu gemeinen banden.
^ Ein miffif von den veriloßnen
an den bapß zu Rom.
30 Aller heiligßer vater, heiligen hochwirdigen großweifen
lieben herren. uns ift höchlich mit der freud der wider-
geltnus hochbillichen z& betrachten das löblich gnedig
bedenken des großen unrechtens, fo uns von Cbrifto l9e-
fchehen etc. aller heiligßer vater, heiligen hochwirdigen,
3& wir haben entpfangen mit unaufhörlichen freuden die troß-
lichen und hocherlichen botfchaft, uns von euer beiligkeit
mit verbüntnus und willen der ganzen commnn geißlichs
ßands zugefchickt, neben dem als meer und größer die
eerlichen fchrift, uns von hochgenanter großwürdiger bot-
30 fchaft iiberantwort, darinnen wir befinden erßlichen des
großen von uns unverdienten mitleidens, £6 euer beilig-
keit, auch ander der ganzen commun geißlichs ßands ge-
habt haben; zum andern, des troßlichen zäfagens der
bewilligten g&tthat, uns als puntsgenoßen in eur gefel-
35 fchaft zu nemen; zum dritten, des wolbetrachten und
hochweifen furnemens wider Cbrißum den pberfien got
haben wir mit b^girlichen oren und hohen freuden ver-
ßanden. wir wollen auch auß grund und hoher freuden
gemAt und unwiderfprechlichen finnen hierauf antworten,
allerheiligfter vater, heiligen faochwirdigen unüberwintlich-
den herren. erftlich mit gepognen knien danken wir euer
heiligkeit des großen und unverdienten bedenkens wider
5 Chrißum des an uns gefibten unpills, welches wir mer
denn uns zfi außfprechen ift, wo wir künnen, zä befchul-
den ganz ging weren. zum andern Tagen und geloben
wir uns gegen euch in ftete ewige unzerbrechne verbünt-
nus, als wir auch all wegen lengft hievor gern gethan
10 hetten. uns iil auch von vilen und langwiriger zeit ge*
fellig gewefen die groß hoffart, geitigkeit, unkeufcheit,
neid, haß, wilcher, morderei und aller Tchand und lafter,
fo bei euch teglichen gewont iß. wir haben auch her-
liche belüftigung gehabt an den Tilimltigen uneherlichen
1» Mcken, bevor die Cfarifto und feinen vertragenden er-
fchaffnen menfchen misfellig geweß find, furnemlich an
den verf&rten feelen, fo von der ganzen commun geilUichs
Rands durch den neuen glauben euer geboten aufTetzun-
gen und was dann die wort ChrifH verdecken, bat mögen
90 befchehen. wir haben auch unfer heimliche botfchaften
heimlich bei euch gehabt und faß alles was Chrißo un-
ferm feint wider gewefen, durch unfer eingeben und euer
außfprechen volbracht. fo haben wir auch wol gewiß,
daß Chrißus folchs welchs fie für laßer halten und uns
»ft angenemer nicht fein möcht, lenger nicht dulden werd.
darumb difer anfchlag ganz zeitig und von noten geweß.
hierumb feit ungezweifelt, was wir Chrißo und feim er-
fchaffenen menfchen wider unfere gebot etwas zd leid
mochten thfm, weren wir alls wol als ir vor langß wil-
30 lig gewefen. uns iß auch difer anfchlag in gdtem bedacht
ganz zimlich zä thSn. darumb fein wir hochwillig, an
Chrißo z& rechen alles unbillich verfchult. uns würt auch
von noten wollen fein, unfer entlich meinung auf den an-
grif wol und weislich zfi bedenken, dann Chrißus weislich
3» und mit großem gewalt nach der gotheit uns vorßehen würt.
darumb uns nicht mer dann fein angenomne menfcheit an zfi
greifen zimen wil, denn wir der gotheit ganz zA fchwacb,
als wir denn wißen folchs ßurms, wie uns vor befchehen.
87
oder gleich wol wolt uns Clirißus nach der menfcbeit das
paradeis übergdben, daran wir uns dann billioh ben&gen
ließen, würdens ans dann etwas zä gewinn weiter erle-
ben, mochten wir nach volkomenem rath auch angreifen.
5 hierumb wollet in vier wochen den nechßen bei uns mit
ganzer gewaltiger macht erfcheinen, wollen wir unfern
gewalt nach beider anfchleg nicht fparen, damit uns in
ewige Terbüntnus, wie fich gebürt, verfprochen haben,
euerem willen nach zä Tolgen fein wir wertig etc.
10 Geben auß unfer gewonlicher wonung den zehenden tag
Julii nach menfchlicher zalung des 24. jars nach der er-
litten marter Chrißi.
Dem aller beiligßen vater, unferm z&künfligen oberften
gott, dem bapß zu Eom, den heiligen hochwirdigen fei-
u nes des bapßs cardinälen, den neuen befitzern der hi-
mel, unferm heiligen vater und gebietenden herren zfi
eignen banden.
^ Antwort des bapßs über das verlefen miffif
von den verßoßenen.
so Heiligen vater, wir befinden und fein gewis aller warheit,
fo uns durch rath des hochweifen begegnet iß. wir haben
auch erfaren die verbüntnus und verwilligung, fo fie ge-
than, des wir uns auch billichen zum höchßen erfreuen
follen. fo befinden und merken wir, haben auch ab z&
2» nemen, daß fie in iren fchriften uns lauter abfchlahen,
daß wir Chrißum nicht geweitigen mögen, was würde
uns dann dienen oder unferm fömemen nutz fein? wie
wol wenn wir das paradeis hetten, gefiel uns dann das
nit darinnen z& beleiben, möchten wir das befetzen und
ao jarliohen ein tribnt darvon nemen, damit unfer macht
größer würde dann vor: fo fehen doch alle völker, daß
wir unler fachen dahin geßelt hetten, lam wer unfer fach
nie falfch gewefen. und fo wir dann der weit urderitz
würden, möchten wir einen ewigen hiß und wonung da
fts haben, dann wir ewig zä leben und nimmer z& ßerben
gedenken, aber beßer werd uns gefchehen, wenn wir
den himel auch mit aller zägehörung hetten. darumb
h«
wollet euob bedenken, uns hierauf tinfers sweifels ver-
ilendigen. wir feilen auch freuden feuer in allen unfern
landen difes farnemens laßen aneunden, damit unfer ge-
walt in allen landen Terkündiget würde, dea wollen wir
5 uns nngezweifelt Yorfeben.
^ Antwort die gemein der cardinelen.
Aller heiligßer vater, wir find gleich wol unfers a<^tens
des tröAlicben zdfagens der ritterlichen und werden ge-
felfchai% genzlich nicht verhoffens gewefen, betten auch
to gemeint, folch unfer lurnemen zum erden und hochften
der gleichen nicht alfo bewilligt haben, wie wir dann in
der erlichen und hochlöblichen fchrift mit freuden eu ver-
nemen haben, und iß uns entlich lieb z& hören uns des
erlichen underricht und billichen zfi gebrauchen, und ob
u wir fchon gleich gar nicht außrichten würden, wölten wir
auf das minll mit Cbrüto handeln, daß wir bei unferm
lang hergeprachtem gewalt bleiben möchten, fo dann
folchs gefc hiebt und wir die weit befitzeu, fol uns auch
geringer weis zu verfteen fein und wir etwas erlangen,
90 das Cliriftus nach unferm willen thfin muß, würt allen
menfchen leichte zweifeis zu gedenken fein, und fo dann
das ein zeit lang anAen bleiben würt, wollen wir alles
das, fo uns gelüß, mit Chrifto unwiderr&flioh handeln und
fagen, bei Chrißo folchs erlangt haben und uns für ge-
26 rechtigkeit zäfchreiben, wie wir dann lange zeit mit den
Chriften gehandelt haben, würt dann Chrißiis unfern gro-
ßen macht und gewalt in maßen und geftalt feben fo
wol gerüß, für war er würt fSrcbten die xerßormig der
fchönen gepeu, fo Chrifius im himel und im paradeis ha-
ao ben iß, auch die forcht daß er uns zu fchwach in der
zSl wegent, wirt er fich auß forcht mit uns in ein ver-
trag geben, wollen wir nngezweifelt fo 1er nicht von im
weichen, wölt aber euer heiligkeit erßrecken, gleich fam
folten wir die gotheit nicht angreifen, fo feit ir ah wol
u ein got auf erden als er in himel, des gleichen wir als
wol heilig (wie man uns nennt) als die im himel, darumb
. uns ime zu gleichen wol gezimpt. des gleichen, das mer
und höher iß, hat euer heiligkeit den namen *aller heili-
89
gifter': fo würt ChriAas an keineai ort in der weit mit
Iblchem titel, nur 'heilig* genennt, des gleichen fo man
an allem unferm einziehen, fo wir teutfch land bef&cht
haben, Cfarißam in geftah des brots entgegen tragen, das
& dann ganz ein tapfere tiefe verm&tung euer heiligkeit z&
einer merung und Chrifto zfi einer nidemng griintlichen
anzeigen ift, wem ift aber mit wariieit zu widerfprechen
daß ein heiliger, als ir der aUer heiligft, immer fein kan?
danimb ift unfer aller meinung, folchs fumemen xSl vol-
10 enden und des dritten tags uns auf die fart machen;
dann fie uns den titel als den befitzern der himeln gege-
ben und fchon zugefchriben haben, do dann gar kein
zweifei iß, wir wollen folchen lig leichtlichen überkumen.
das zä Tolenden fein wir alle willig, fo ift unfer häuf
u ging demnach heiliger antwort und gar keins Verziehens
fein wir gewertig.
^ Antwort des bapfts.
HttUgen Täter, wir fein hohenlich erfreut des gemeinen
willigen fäm^mens; darumb daß unrerzogenltch alle not-
» turft in den dreien tagen werden zägericht, wollen wir
uns rerfefaen.
^^ Der morzug für den himel des bapfts
und die zäkunft der verftoßen,
des gleichen die underred beider partheien.
u AUer heiligfter unfer got, heiligen hochwirdigen gepieten-
den herren. euer aller zfikunft find uns als den armfeligen
unpiUichen rerftoßen feer und großlich zSl erfreuen* uns
würt aneh billicfa gefchehen, als unfer gemfit in forgen und
engften bei euch z& laßen, wir wollen euch auch in di-
so fem forghchem zug an gäten raten nicht unfchedlioh fein,
ir folt auch vergewift und ungezweifelt fein, uns auch der
maßen gefchickt wißen, daß uns menfchliche natur nit
vorftehen fol. wir beforgen der gotlichen macht, wir
künnen auch erger nicht, denn wir fein, geftrafk werden.
a6 darumb wir die fach aufs beldeß angreifen foUen, darin-
nen kein befchwerd noch entfetzen tragen, fo fein wir
fertig und gefchickt und woUen, daß euer heiligkeit mit
fampt dem geiftUchen Aand hinder uns bleiben, fo wollen
90
wir vor isrii, dann uns der weg ganz gewont und wiüen
ift: doch daß ir das gefcbütz vor und neben uns bellel-
let, darzu die jenigen die mit umb zä gehen gefchickt
fein, dann fo wir des dritten tags end erwartet haben,
» haben wir einige thal, darinnen wir uns keiner beforgnus
auf der feiten gewarten dürfen, demnach die Teutfchen,
die Schweizer in der mit beleiben und der groß häuf, als
die geidlichen^ im nachtruck alfo verordnet biß fnr das
paradeis bleiben, wollen wir unfer anfchleg zum ßurm
10 aufs peldell machen, nun fchifft an in gätem windl
^ Ein gemeine haltung nach kriegsleuftiger
art, fo die verftoßen, der bapß mit feinem
häufen und feine Schweizer vor dem himel
haben.
15 Des bapfts rede.
Ir heiligen hochwirdigen und wirdigen der ganzen gemein
des geiftlichen ilands, ir gewaltigen, treffenlichen, unpil*
liehen veriKoßenen. wir haben in gemein ganz merkliche
und unüberfcbwenkliche artikel, die uils dann, als einem
so ieglichen guter verftentnus, pillich zu herzen gehen, hoch-
lich und nicht unpillich bewegt haben und uns auch größ-
lich der gerechtigkeit tröften, die wir darzfi haben, da-
rumb wir unerfchrocken unfer leib, eher und gät wagen
und fein in gemein pitten euch frummen eidgnoßen, lie-
^ ben diener, die ir der dreit erfaren, uns hierinne g&tes
z& raten, folt ir des reichlich und erlich nach endung
der fchlacht begabt werden, des zfi einem anfang fol
ieglichem zwen monat fold, als z& einem angriff, gegeben
werden: des wir höchOes hoffens fein, ir werdet uns mit
ao höchfter befchcidenheit hierin in halt ritterlicher that hilf«
lieh fein, das wollen wir, wie uns zimet, mit heiligen
gnaden befchuldep.
^ Antwort der Schweizer.
Allerheiligifter vater, heiligen hochwirdigen herren und
s& andere unfer in gemein mithelfer. euer heiligkeit follen
uns des pillich genießen laßen, wfi wir einiche lach bei
Chrifto überkemen; dann wir wider Chrifium unfern her-
ren zä kriegen nit willens gewefen fein, darumb aber
91
das fprichwort, fo im ganzen land zfi Schweiz fit und
gewonlich zu fprechen iß, wo wir geit weften und des
▼ergewiß fein, fo kriegten wir und hülfen dem teufeL
aber unferm berrgot fol hierinnen auf erfullung unfers
5 fprichworts nicht abgefchlagen werden, darumb fo wol-
let, damit wir redlich, wie wir gebraucht fein, handeln,
Chrifto einen abfagbrief oder widerfagung z& fenden, da-
mit fie weften, was unfer fumemen fei. fo wollen wir
unfer Ordnung machen und die fach auf das gefchicktes
10 unverzagt angreifen.
^ Antwort hierauf des hochweifen patriarchen.
Alierheiligfter vater, heiligen hochwirdigen väter, auch
andere all unfer mithelfer. uns wil auch auf das kürzeß
außreden lauters nicht gezimen in einige weg widerfag-
15 brief Chrifto zu fchicken. dann wenn wir das theten, fo
würde uns Chriftus alle mit dem feuer verbrennen und
verderben, wir m&ßen in fie fallen, fo fie etwas in fchlaf
oder funß um wenigßen getrauen, darzu fein fie des
kriegs auf unfer art nicht gewont. und were das unfer
ao gfit bedünken, dieweil wir die fchlüßel verloren, die Chri-
ftus Petro geben hat, daß unfer einer mit etlichen cardi-
nelen und bifchofien für den himel giengen, ob uns Pet-
rus die fchlüßel wider behendigen het wollen und unfer
meinung Chrifto anzeigten, villeicht würt fich Chrißus
as funß laßen merken, uns in unfern gewalt fetzen, auch
funß thdn was uns lieb were. was weiten wir uns dann
zeihen? es möchten villeicht nicht all, wie wir verfamlet
fein, darvon kommen.
^ Verantwortung des ganzen hellen haufens
30 durch den bapß geredt,
Heiligen, hochvernünftigen weifen, an den allein unfer ge-
win und glück leit. wir fein auch zö gleich größlich lo-
ben den wolbedachten rath. wollet darumb, wer euch
gefallen iß, zö euch nemen und die fach mit Chrifto
35 handien; doch daß er uns etlicher feiner gftter zä Über-
fluß geb, wollen wir die Ordnung, wie ßch gebürt, die-
weil machen, würde ers dann nicht thfin, wollen wir on
9^
verrer verzug unerfchröckenlich angreifen, damit der fe-
gen des glüdke fei mit euch!
^ Hie kummen die gefanten für den himel
fprecliende
& Heiliger got, die z&kunft des aller heiligllen tft auß ur-
fachen und merklichen Bewegungen gefchehen. danimb
unfer begern, wöUeß du Cbrißus uns zu einer g&tlicben
verhör kumen laßen, damit wir in andere weg zä han-
deln nicht verurfaoht werden, das wir doch vil lieber ge-
10 raten wölten. denn der gewalt, fo du uns z& Rom and
all^a unfern nachkomen geben baft, würt uns durch alle
fecten und natiou verworfen, darzu fo haftu etliche wort,
welche wider unfer gewalt, geredt: ift unfer entliche mei*
nnng, die felbigen widerr&fb zu werden, diß ift unfer
u beger.
^ Antwort des engeis»
Auß was urfaohen iA der menfchlioh gewalt lieh über die
gotheit z& erheben? denn der der aller heiligft heißt, ift
wouend bei uns. wir erkennen auch keinen dann Chri-
20 fium gottes fun. hierumb ift uns euer zukunft unbekant,
des gleichen die zierlich krön, welche trifeltig ift, unwi-
ßent, der fich Cbriftus auf erden geeußert hat denn do
Jefus innen wart, daß iie kiunen würden, in zS einem
künig machen, ift er auf einen berg geflohen, wie du
35 gefchriben findeft Johannis 6. darzu ift folcher gewalt den
geiftlichen verpoten, wie man dann gefchriben findet Luce
am 22 'die künig der weit herfchen und die gewaltigen
heißt man gnedige herren, ir aber, als die geiftlichen,
nicht alfo, fonder der größer under euch fol fich nidern
so als der weniger', darumb fo bekennen wir euch nicht,
ir werdet auch von uns ewig gehaßt und hierein nicht
gelaßen, denn du findeft Johannis am 19, daß die fold-
ner haben geflochten ein krön von dornen und auf fein
faaupt gedrückt das ift die krön Chrifti gewefen. da-
zh rumb, ir unbekanten, tret ab hinweg I
^ Der Patriarch.
Du fagft auß Unvernunft von der trifeltigen krön, fo un-
fer aller heiligfter, die er pillich auß gewalt feiner öbrig-
93
keit tregt. darzA hat uns der keifor Conftantinits die
kroo geziert, kleider und foepter zfi* tragen: co. Con-
ßantinus, 116 diftinctione. fo wiltn auß der ichrift, da-
rumb wir dann hie fein, welche uns z& wider, probiem:
6 ift unfer meinung nicht, dann wir der nicht erfam find;
fonder nimb den drittail für dich, wirfiu empfinden den
großen gewalt und Zerrüttung der fchrifl, fo uns iHipilii-
chen befchehea. des gleichen fagßu von der demJktigkeit.
fo weiftu und findefl; klerlich, daß das unfern eren z& na*
u> hent were, uns zd demfitigen. dann wer fie zö faft de-
mütigt, gedeit ime in dem regiment zfi Verachtung. C.
Qnando. 86. diA. darumb wölleft Chriftum underrichten
unfers herkumens, uns widerumb mit antwort verfl»ndigen.
^^ Antwort des engeis.
15 Dein decret, waiftu, ift nicht von Chrißo gefetzt noch
geordenet. du würft auch folches befinden, daß du Chrifto
dem waren got nichts leids folteft zfifSgen. Chriftus wie-
wol er in der gotlichen form wäre, hat er fich doch ge-
eußert und genidert, gethun wie ein knecht, auch befun-
20 den ein menfch, der fich gedemfttigt hat, gehorfam ge-
wefen biß in den tot: Philippenfes am andern, auch
findellu Matthei am fechzehenden , daß Chriftus fagt 'der
mir wil nachvolgen, der neme fein creuz auf fich und
volg mir nach!* des gleichen hat ei' fein creuz felbs tra-
» gen, ift z8 der ftell, die Calvarie genant wurt, gangen.
Matthei am neunzehenden. Johannis am dreizehenden:
*fo ich euer fliß hab gewafchen, der ich euer herr und
meifter bin, vil mer folt ir euch unter einander die fliß
wafchen. hiemit hab ich euch ein beifpil geben, wie ich
30 im thfin hab, alfo folt ir furthin auch thfin. warlich fag
ich euch, der knecht ift nicht meher dann der herr. nun
wift ir; feiig feit ir, wenn ir das thun werdet.' Chriftus
fagt 'ich mdß auch andern ftetten predigen das reich
gottes, dann ich von des wegen gefant bin und hab ge-
»5 predigt in den fynagogen durch Galilean' : Luce an dem
vierden. welcher, ir tötUchen verderbenden menfchen, un-
ter euch fich des troftllchen worts gottes hat unterftanden
M
— # -
zfi predigen, ir feit des unwißent. daramb wir euch nicht
bekennen, euch ift auch verfagt was ir werbent.
^ Der Patriarch fpricht.
Du weift und bab dir vor gefagt und angezeigt gnugfam,
5 daß unfer ftatut, das decret genant, nicht leiden wü, daß
wir uns dem&tigen Tollen, demnach deiner unnützen wort
mögll du wol gefcbweigen, dann ich allein von underhal-
tung der unainigkeit, da bei du fageft auch von dem
creuz, das Chrißns getragen hat, hat Chriftus wol m&ßen
10 thun, dann er von den Juden gemüßigt worden ift. aber
das capitel 'Si quis fuadente^ zeiget an, daß der bapft
kein creuz tragen Ibl, fondern in foUen lebendig ver-
nünftig creaturn und getauft Chriften auf den achfeln in
einem feßel tragen, mer fagft du mir, wie Chrißus fei-
i& nen Jüngern hab die föß gewafcben, fam foUen wirs auch
thun. du weift aber nicht, daß Chriftus arm gewefen ift
und nichts gehabt, fo find wir an ülber, gold, laud und
leuten mechtig und reich, und das meher und war ift,
fo m&ßen alle keifer dem bapft feine fCiß küflen, gefchweig
90 wafchen. wo du zweifelft, fo lis das decretal C. Cum
olim pri. cle. Si fummus pontifex, de fententia ezcom-
municationis. noch ferftu rein, fam were ich ein paurn-
knecht, zu beforgen, wo fie die fach verkeren wurd, ich
wölt dirs vergleichen, du fagft auch von dem predigen,
s& fo Chriftus gethon.hat, und wilt nicht bedenken die gro-
ßen überfchwenklichen gefcheft, fo wir mit renten, zin-
fen, fteurn, raifen und laut und leuten haben m&ßen. wir
haben aber macht, andere an unfer ftat zu fetzen, wie
wir gethon inter cetera de oifi. ordina. damit von frides
30 wegen mein rat ift, wölft uns hinein laßen oder aber uns
entlichen fagen, wo bei er beftehen und wes wir uns hal-
ten foUen.
^ Antwort des engeis.
üun dieweil du und dein häuf erfchaffen von got, und
a& was iß dein und der deinen furfatz, daß du fo mit großem
menfchlicbem gewalt kumpft, in meinung Chrifto zfi be-
troen? du findeft Matth. am ein und zwcinzigften 'fihe
dein künig kumpt dir dem&tig auf einer jungen efelin*.
95
alfo ift Chriftiis kumen auf einem frembden efel, arm und
fenftmAtig, und reit nicht z& regieren, Tondem uns allen
z& einem feiigen dot: Jobannis am zwölften, des glei-
chen Matthei am zehenden ' ir folt nicht haben golt noch
i filber, nicht gelt an eueren gürteln, kein darchen, auch
nicht zwen rock noch [ch& noch ein wanderßab''. des
gleichen fagt fanct Peter 'ich hab weder filbcr noch golt'.
was Volks feit dann ir? dieweil ir alles was Chrifto wider
i(V, handelt, wollet doch gleicfawol Chriften, und das me-
10 her ift, die allerheiligiilen und heiligen heißen, und ziecht
euch auf euere eußerliche geperden, welche doch Chri-
ßns ganz hart geßraft und verpoten und gefagt ' das reich
gottes iß nicht in eußerlichen geperden, befunder das
reich gottes ift innerlich in euch': Luce am fibenzehen-
1» den. des gleichen 'alle eren mich vergebenlich, die do
menfchen gefetz leren und gepot halten' : Matthei am fünf-
zehenden und Efaie am neunzehenden. ir habt an dem
kein genfigen, funder ir lerer götlicher fibung ir habt
▼erkauft eure gepot, die wider Chriftum gewefen find,
20 darumb wil got fich über euch erbarmen, ziehet wider
heim, bekert euchl got wil bei euch fein, unterlaßt euer
ftirnemen, das arg und totlich ift!
^ Der Patriarch fpricht.
Du würft und wilt mein getreue wamung, als ich fihe,
25 nicht z& herzen nemen, welches ich ie lieber wolt gevolgt
haben, du fageft mir und zeuchß auch an die wort Chri-
fti und andere vil meher unerhörter ding, wie Chrißus
als ein kiinig dem&ti^ kummen fei auf einer efelin. du
betrachft aber nicht, daß Chriftus arm und kein z& kau-
so fen gehabt hat. in haben auch die Juden nicht wollen
regieren laßen, du bewerft auch auß feinen werten, wir
folten weder golt noch filber haben; darumb daß er nicht
gehabt hat, ibllen wir auch nicht haben, vermaint ich
anch pillich als mit einem folchen hochyemiinftigen wei-
ss fer geredt haben, auch meher, wir folten nit fch&ch ha-
ben, dieweil er nicht gelt gehabt hat, ime zä kaufen, des
gleichen zeigft du Petrum, er hab weder filber noch golt
gehabt, kan ich wol achten, im fei das oft ganz leit
d6
gevefen. du heiß uns auch wi^er heim siehen, als we-
ren wir unbefunnen und oii allen rathTcblag aufzogen,
welchs alle du befinden, mfißt uns verdroßen haben, dem-
nach begeren wir g&tiicher meinung die fcblüßel, die
d Cbrißus Petro zu dem bimel geben hat, des gleichen daß
Cbrißus etlicher feiner wort widerr&f. oder dieweil ße
ie nicht anders wölten, m&ßen wir nach emß gedenken.
^ Die antwort des engeis.
Ich bit, laß du dein bös furnemen, dieweil die erparmung
10 gottes und feine wort ewig bleiben werden, fo g&tig und
groß fein« Cbrißus hat Petro in einer meinung, die du
auß dem wfiten deins unchrißlichen geifts nit verßeeß,
die fchlüßei der himel geben, nu haßu vor gelagt, Cbri-
ßus fei arm: demnach hat Cbrißus nit alweg fchliißel zu
15 machen, dieweil ir dann die fchlüßei auß eigem mut-
willen und bedachtem furfatz verlegt und nit wider fin-
den möcht, iß die meinung, ir weit wider heim sieheu
und durch euer gewißen und Vernunft die gefcfaickligkoit
der vorigen fchlüßei art bedenken, diefelben, dieweil ir
90 fo reich feit, nach der art machen laßen : £0 wil fich got
euer erbarmen und den werkmeißer der fchlüßei zu-
fchicken* folchs möcht ir euch zu Chrißo vertrößen.
^ Des weifen patriarchen antwort.
Nun haben wir erlernt und gefehen die blintbeit deines
» gem&ts. wir verßeben auch anderß von dir nicht geredt
dann verfpotnus, welchs dann euch (als wir verho£fen)
zum nachteil reichen foL dergleichen geredt, fo wer nie-
mant der euch bezwingen möchte, demnach wollen wir
befehen, wie im zu thän leL ir folt auch eines ewigen
10 neids von uns gewarten lein.
^ Die botfchaft «les cardinals
von dem engeL
Aller heiligßer vater, heiligen hocbwirdigen vaier, fur-
trefflichen gewaltigen auch förnemen ber&mbten in gemein
35 alle unfer belfer. ich bab durch Vernunft und verßend-
licher finnligkeit mit gefduckten von Chrißo gehandelt,
fo befind ich anders nicht, dann daß die wort Chrißi
unwiderr&flich find, des gleichen alle unfer recht und
97
gerechtigkeit durch die wort Chnfii umbgeftoßen werden,
demnach nns anders nicht dann ernßlich zu handeln ge-
hurt, und wer den fachen alfo zu thun. wir haben oft
gehöret, wie es einen heimlichen außgang im himel hab,
5 daß wir den felbigen verßellten, wo etwan Chriftus, wenn
wir den lig gewünnen, darauß kommen mochte, daß wir
nichts erlangten, darumb folchs gefchehe, und wir unver-
zogenlich einfielen, das wer unfer rath.
^ Der Schweizer anfchlag.
10 Alfo, heiliger vater und andere heiligen der ganzen com-
mun geiftlichs fiands und unfere mithelfer, wir als kriegs
erfaren wollen das gefchütz brauchen und den verloren
häufen beteidingen, auch den angrif am beßen volziehen,
fo fchaut ir als mit dem gewaltigen häufen den nachtruck
i& als völlig erftatten. es fol auch euer loß fein, damit wir
uns unter einander erkenten, 'pfründ\ und das gefchrei
'fchone weiber'. des gleichen wollen wir haben *golt*, das
gefchrei ^plündern, plündern\ fo foUen die verßoßenen
haben 'hoffnung', das gefchrei 'troft\ alfo, dieweil wir
so nicht einerlei volks, ein ieglicher das feine merke, nun
find wir gefchickt: her her, ir lieben bruder, her her!
% Der engel fpricht auf der pforten des himels.
Ir erfchaffnen menfchen auß gottes haut.
Seit gerflrt und auch ermant:
» Cbriftus wil nicht des lunders tot,
Got wil euch heben auß aller not,
Got wil euch geben frißung zu:
Ein ieglicher ficb erkennen thu.
% Der bapft fchreiet
so Her her, lieben knechtl fie furchten fich. her her!
^ Der engel.
Das feuer der ewigen verdamnus zwar
Ift euch bereitet gar:
Darinnen nemet euem Ion,
85 ^as ir Chrifto zSl leid habt gethon.
^ Der gemein häuf.
O ewiger got, wir begeren fridl
Allmechtiger got, nun theil uns mit
Dein grundlofe gnad und barmkerzigkeit!
Wir bitten dich, berr: uns iß leit,
Daß wir alfo verf&ret fein
Von dem bapft und der ganzen gemein,
ft ^ Der enget.
Ich hab euch geftraft, ir habt nicht than,
Darumb m&ft ir zum feuer gan.
Das iA euch bereit immer und on end,
Dann ir habt Chrißum nicht erkent.
10 ^ Der befchluß.
Vergebens bin ich zfigericht,
Mich hat ein fohlechter doctor dicht,
Der nicht hat der kunß fo groß,
Allein ein ding in ganz verdroß.
u Es fol auch th&n einem ieglichen and
Der frevel und die großen fchand,
So die geiftlichen haben getriben
Und noch biß her in I&nden bliben.
Auf erden ift nichts das üe bewegt,
90 Der teufel hat fie all erfteckt
Sie fehens und ift entlich war,
Keiner das widerfprechen dar:
So vil Martinus hat gefchriben,
Ift alles noch die warheit bliben
S5 Und wurt auch bleiben immer on end:
Chriftus fein wort ganz nicht zertrent.
Man hau, fchlag, ftecb oder prenn,
Got alle unfere herzen erkent
Das mancher gern die warheit lagt,
«0 Wann er nicht föroht, er wurd verklagt
Gegen den feinden des höchften got:
Damit fie treiben itm fpot
Und haben gelt auf fie geÜBlzt.
Wenn dann der einer wärt verfekwetzl,
u So möß er fterben om all gnad:
Sprechen, folchs in got geborten hat,
Dann man fol fchoneq der bi^itigkeiit
Die uns z&f> allea leit
Verf&ren uns in tiefe not,
Auß der uns got erlofet hat
Wo ir einer nicht mer mag haben,
Dann er mag föUen feinen magen,
» Von den faulen armen pfaffen,
Die got nie hat erfohaffen,
Der redt dann übel allen den.
Die der warheit bei thün ßebn*
Er fei recht edel, burger oder paur,
10 Derfelbig ficht ganz graufam faur.
Zuvor der etwan ein freont hat,
Der do ift im geilUicben ßand,
Der maß von ßund an feintfchaft tragen.
Die erangelifchen zfi tod helfen fohlagen.
ift Darzfi fein die fchenk fo groß.
Die man gibt on unterloß
Furßen und herren, ritter und knechten.
Daß fie das wort gottes widerfechten,
On alle recht verwerfen, verftoßen.
ao So mAß wir arme fcheflein verloßen
Das wort gottes uns geben zu troQ,
Welchs der bapft zfi boden Itoßt
Mit feinen leren erdichten gefetzen.
Machen uns gemeinklich fchwetzen.
M Burger, pauren, arm und reich.
Keiner von dem andern weich,
Dieweil fie uns wollen bezwingen.
Uns von onferm Chrißo dringen.
Das wollen wir th&n in keiner not,
30 Ehe leiden den bittem tot
Wollen fie dann ie uns nngereekt fein,
So bieten wkr uns all in gemein.
Künden fie mit einem wort beweifen.
Daß wir uns eins firevels fleißen,
35 Sonder helfen unfer arm feel.
Daß fie nicht leiden ewig quel,
Auß den werten Chrifti klar,
Die niemant widerfprechen dar,
100
Die wir nun wißen und find uns kunt,
Auch Chrißus geredt hat auß dem munt,
Sollen wir leiden billich das
Was uns mag bringen neid und haß.
fi Wir widern uns auch zfi geben nit
Was von alter ift der fit,
Zu reichen einem ieglichen das fein:
Das find wir willig all gemein.
Allein dem bapft und feinen cardinalen,
10 Des woUn wir uns ganz nicht verhelen,
Nunnen, münchen, pfaffen all,
Oemeinklich in des teufeis fchafßal,
Wollen wir geben nit ein meit
Und hofieren nit der babilonifchen breit,
u Darumb mein rath, daß man drein fech,
Daß ein reformierung gefchech,
Und betrachten unfer ßerblich leben,
So würde Chriftus ob uns fchweben,
Wiewol der babß und all die fein
» Unterwinden fich all in gemein.
Ein ieglidier fich felbs unterwindt
So thorecht daß oft merkt ein kint,
Sein geben außgelogen fein,
Den himel mit dem gewunnen fchein
» Und andere ding am himel hoch
Ziehen under bäpftlich joch.
Darumb wirt hie angezeigt in fchimpf,
Daß er der fachen hab kein glimpf
Und nimpt fich an das er nicht kan:
so Darumb m&ß er die fohnuppen hau.
Darumb iß er ein feltfamer kun*
Hie ßehet mein reim, heißt Es ift affunn.
V.
EIN GESPRECH ZWISCHEN EINEM EDELMAN
MÜNCH UND CÜRTISAN.
Edel man. Bona dies, monch.
Münch. Gnad, junkcr. femper quies.
Edel man. Wo hinauß, liebs berlein, wo hinauß?
Münch. Weiß nit, lieber junker. ich bin außgangen,
i kes und rchmalz zu fammeln, aber es hat mir weit gefeit.
Edelman. Ei wie kumpt das?
Münch. Wies kumpt? da find die pauren münchen und
pfaffen fo feind worden; wenn fie uns in eim leffel kün-
ten ertrenken, fie thetens gern.
10 Edelman. Habt irs villeicht verdienet?
Münch. Das weiß ich nit. es hat der teufel den Lu-
ther in alle laut gefnrt. fie haben in mit haut und bar
gar freßen.
Edelman. Wie fo? künden die pauren denn auch von
i& fchrift fagen?
Münch. Wie fagen? ich mein, fie künden von der
fchrift reden, fie find mir zu gefohickt, wo ich hin komm.
Edelman. Warumb verwerft ir in nit die gefohrift oder
thut fie in ban oder in die acht? wer lerets die pauren?
so Münch. Der konden wir keins thun, denn die acht und
der ban iß umb fie, als pfiffs ein gans an. fo künden
wir nichts wider das wort gottes reden, und ob wir fchon
probieren auß unfern regeln und Aatuten, fo wollens uns
zu tot fchlahen und fprechen, ob das wort gottes nit mer
n fei denn der bapA. und fragt ir dann, wer fie es lert,
102
wil ich euoh Tagen: alle gelerte prießer, die ein rechten
gewißen oder verftant haben, laufen alle aaß den clöftern,
die lernen und einbilden den bauren das wort gottes.
alfo damit müßen wir hunger leiden.
5 Edelman. Bekent ir dann, daß das wort gottes ift das
die pauren Tagen?
Münch. Ich bekens und muß von rechts wegen be-
kennen.
Edelman. Was feit ir dann für poswicht, daß irs nit
10 annempt?
Münch. Ei, junker, fart fchoni unfer regel und ßatut
wils nit leiden.
Edelman. So hör ich wol, euer ftatut i(t mer dann die
wort, fo Chriftus geredt hat. furwar, wiewol ich bos
16 lutherifch bin, gebet ir mir auch fchier ein ergemus.
Münch. Daran dürft ir euch nit ergem. unfer regel
ift vom bapft beftett, ift alfo wol beftett, als hett fie Chri-
ßus felbs beßett.
Edelmann. Ei, lieber münch, da fchweig ftilll das ill
so erlogen, wer hat dem bapß gewalt geben, andere fect
oder glauben auf zu richten dann wirs in der tauf ent-
pfangen haben?
Münch. Das ift recht, find denn wir nit getauft?
Edelman. Ja, getauft feit ir. was ift aber das für ein
» gugelfur? der hat ein Ichwarze kutten, der ein rote, der
ein weiße, der ander ein grobe und der felben fecten vil,
und ift euer Ueidung doch nit anderft (wers nit gewont
und vor nit gefehen hett) dann wie pur lauter narren
und ermant mich zu gleich, wie der geprauch unter den
80 furften ift: einer hat einen narren, den kleidt er in fchwarz,
der ander in rot, der dritt in weiß, und kan alweg einer
ein befonder abenteuer.
Münch. Ei, junker, verlundet euch niti wir haben ein
harte regel: wir ligen in keinem pett.
85 Edelman. Ja auf dem pett ift euch erlaubt
Münch. So bald wir etwas wider unfer ftatut handeln^
müßen wir auf der erden eßen.
Edelman. Ei das ift ein großer dreck, wenn ieb oft
108
zu Zeiten gnug in einem feuftal zu eßen hett, fchmeckt
mir gleich als wol als auf dem tifch.
Münch. So müflen wir une der weiber maßen, ift fur-
war ein herte fach»
& Edelman. Aber nnunen, pegeinen, peurin feind euch
erlaubt
Muncb. Da fei got vorl
Edelman. Ich weiß wol, wie ir boswicfat thut.
Münch. So haut man uns mit mthen.
10 Edelman. Ließ man meißer Gilgen üiber euch, der
kund euch die flöhe abkeren.
Munob. Ich weiß nit, wie ich im thun fol. ich befoi^,
fol ich lenger petteln under den pauren, fo wurd ich er-
fchlagen.
15 Edelman. Sich, wer ift der alfo feintlich hernachlauft?
wenn ich wüft, daß er vil gelis trüg, ich wolt im in bu-
fen blafen, und münch müft mir helfen: woltens darnach
vertrinken mit einander.
Münch. Ach, junker, das were zu vil.
90 Edelman. Sich, pox marter, es ift ein ourtifan.
Curtifan. Bona dies.
Edelman. Guts jar, lantsman. wannen her?
Curtifan. Außen von Rom.
Edelman. Was iß dein gefcheft heraußen?
u Curtifan. Ich bin auß teutfchen landen gebom und
bin zu Regenspurg da beimen, bin ein copift zu Rom
gewefen. unfer handwerk ligt uns ganz darnider.
Edelman. Ei wie kumpt das?
Curtifan. Das ßnd die Teutfchen der römifchen hübe-
» rei innen worden.
Münch. Junker, fragt den gefellen, wie fie die Teut-
fchen befchiflen haben.
Curtifan. Ei, lieber gefell, ir habt fein gefeit: es ift
kein ding auf erden, das den Teutfchen mer befcheißt
M dann ir klofterhengft.
Edelman. Da fag ich auch vil von. aber vor allen
dingMi muß ich eins fragen (dann ir all beid von Nürm-
104
berg ziehen), was gfat man von den veririben imd ver-
prenten edelleuten?
Münch. loh hör Dichten befonders. ioh hör wol, ir
feit der felbigen fchnaphenlein auch eins.
5 Edelman. Was fchnaphons bin ich? man hat mich wi-
der got, eer und recht von dem meinen triben. wann
maus euch boswichten ihan het, da hielt ich vil von.
Münch. Warumb? wir han niemant das fein genomen.
Edelman. Ei heißt das niemant das fein genomen, fo
10 weiß ich nit was genomen ift. wie geheßu iez darumb
petteln, auf die meinung fam folt dir einer kes oder
fchmalz geben, der es felbs notturftig wer.
Münck Ei, junker, es gleicht fich euerm guiz nicht:
ir habts mit gewalt genomen auf freier ßraßen.
u Edelman. So habt irs den leuten heimlich geftolen: des
find wir beßer dann ir. dann wann man unfer ein er-
wüfcht hat, hat man im den köpf abgefchlagen. ein diep
henkt man.
Münch. Wie? haben wirs heimlich geßoln?
30 Edelman. Habt ir nit in euern kirchen befondere hei-
ligen, die man anrufen fol, und habt den leuten das fuß
umbs maul geßrichen, daß fie euch flachs, tuch, fchmiilz
etc., des oft einer felbs notturfbig geweß were, geben,
und ift lauter fantafei geweft, der gleichen die armen zum
s& opfer und feelgeret trungen wider alle billigkeit, darnach
gefagt, Chrißus hab iolchs gepoten. heißt das nit heim-
lich geftolen?
Münch. Wie dann ir? wenn die kaufleut von Frankfurt
oder anders wo her geritten find, habt ir inen die wagen
80 au%ehauen, das beft genomen, das ander verwüft, dar-
nach auf die felbigen gehalten, inen das ire genomen,
habt an dem nit gnug gehabt, fonder die hinweg gefurt,
geßockt und geplöckt, und haben euch mer müßen geben«
ift das redlich gehandelt?
u Edelman. So habt ir nit allein wer euch ein pfennig
fchuldig ift gewefen, die fchult von im genomen, fonder
wenn er euch denn nit zur rechter zeit, als irs habt ha-
ben wollen, geben, habt fo vil koften darauf gewent und
10»
in umb ecker und wifen bracht des gleichen habt ir die
alten mutterlein umbs gelt bracht, ir habte an der feel
gemordet und fie einen diebifchen morderifchen weg ge-
wifen, welcher nur euenn feckel gedient hat. wie vil
5 gelts habt ir am jüngßen mit euer gnad im kloßer zu
wegen bracht, das wider all recht und billigkeit ift und
erger dann het irs einem auß dem feckel geßolen.
Münch. Es iu gleich wol nit recht, aber daß ir euer
pauren fo hart nötigt zu fteuren, reifen, frönen etc. wider
10 all billigkeit und recht, ift das billig, fo iß das ander
recht.
Edelman. Wie? thut dann irs üit, ir feelmörder? habt
alfo pauren als wir und mer dann wir, und fo fies nit
bald haben wollen thun, habt irs in pan than. und ob
u wirs fchon than betten, fo wölt ir doch in allen dingen
gerecht fein, folt irs nit than haben, des gleichen habt
ir fo yil geltftrick überal aufgericht, welches zu erbarmen
und nit zu wundern, ob fchon der arm man kein gelt hat.
Münch. Ei das habt ir gefchont, fonder wo euer einer
» nit mer dann drei heufer auf einem flecken gehabt hat,
ir wollen zoll und maut da machen, welchs dann den
gemeinen man und alle andere hendel feer befchwert hat.
Edelman. Wie dann ir faulen fchelmen? fo etwa ein
bifchof ein gleit gehabt, band ir ime die abkauft und
2» nachfolgend die gleit befchvf ert nach euerm willen, welchs
zu erbarmen, daß man euch nit lengß vertriben hat fo
find wir nie fo unredlich gewefen, wie etwan ein erbar
man zu unfer einem komen iß, haben wir den beleit auf
unfern eigen koßen biß zu feiner gewarfam.
10 Münch. Ha ha hal ach du elends barmherzige plutigs
gleitenl behüte got frum erbar leut für eurem geleiten!
ir gleiten eben wie der in plowen ermlen. der kam eins
tags zu unferm apt in unfer cloßer und rümet fich eines
meißerßücks, wie daß einer were zu im komen, het in
8» gebeten umb vergleitung, het er im zwen knecht zuge-
ben, in zu verglaiten. da weren feine andere knecht zu
gefaren und betten die zwen unter die geul geßochen,
oder wem fonß gern gefallen, und betten dem frumnen
106
man fein gelt, etwas nmb taofent golden genommen, das
heißt trifaeh ander dem pelnifohen fchein mit dem teufel
geleit. o wee euere gleitensl
Edel man. Bi, lieber munch, das felb ift reutereL
s Münch. So ift das mdnohwerk.
Edel man. Nein, wir find edelleut
Münch. Was edelleut! wer hat euch den adel geben?
ich bin bericht worden, wie daß die tngent und frnmb-
keit vor zeiten den adel gemacht hat. fo hat es Geh
10 nmbkert und macht iezt püberei, morderei und aller fohand
laßer euch edel, und welcher nur vil geprent, gemort,
geraubt hat, der iß ein frummer, redlicher und wol ver-
fuchter edelman, den ziehen förßen und faerren herfur.
billichen hat man euch die heufer Terprent acht wol,
15 wenn man euer eins teils hett, man wurd euch den pari
im gnick fcberen. ach der edelleutl folten wir dann nit
beßer fein dann ir?
Edelman. Wie beßer? da behüt euch der teufel vor!
wie dann, ir pos wicht? find dann die doßer zum erßen
so der maßen geftift worden, daß ir auf hohen roflen reiten,
land und leut haben, huren am paren halten, tag und
nacht vol fein, mit großen fteuren, reuten und reifen
umbgehen? was hat zum erften manch gemacht dann wil-
lige Verzeihung der weit, demut, armut? und wo fich
n fonft einer nit zu behelfen hat gewiß, hat man in einer
ftat ein wonung gemacht, die fdben alten verlebten leut
darein gefetzt (wie man dann itzt die fonderfieohen kobel
macht), got zu dienen, und hat in die gemein ein »mlichs
redlichs außkomnen geben, fo wölt ir des teniUs maß-
10 fchwein fein, welcher nit arbeiten mag, wil in ein clo-
fter komen. allda hat er freßens und faufens gnug und
maßen euch die armen gemein in reicher koft halten,
des gleichen hat, ich wil Mv Augepuif^ Hennen, eilf klö-
ßer und bruderiieufer. die haben So vil aufliebens, daß
» man von dee wenigften elofters atifkeben die armen d&rf-
tigea in der felbeü ftat davon enthielt nun, wem fielt ir
mite? wenn ein armer fnr euer doAer kumpt^ ir gebt im
mtt ein fuppen.
107
Münoh. Ei, Junker, ir fpart die warbeit wir geben all
tag den armen Ton unferm clofter zu eßen.
Edel man. Ei daß euch pox filzhut fchend mit euerm
eßen! ich w51t mein hund nit darmit beleidigen, was
& gebt ir in anders dann euer abgefchelte vifchgreter, tel-
lerprot, abgefchnitlich und waßerkraut, iib^nechtige ger-
ften, hirs, ruben unternander. der pitter hunger treibts
in die armen leut. ich hab oft, weil ich firolich gen
Augspurg dürft, meinen wunder gefehen. und ift doch
10 nur ein fchein, damit ir den gemeinen man bleut und
fprechent 'fecht, lieben leut, wie wir teglichen mit vil
arms yolks beladen find', o ir dieb, wo habt ir den ge-
meinen man betrogen!
Münch. Es ift wol war. wie fol man im thun? es fei
1» dennocht wie im woU, fo ifls ein groß ding, fich der
weit zu verzeihen, folten wir dann nit beßer fein dann ir?
Edelman. Wie? der weit verzeihen? muß ich mich der
weit iezt auch verzeihen, ich darf zu keinem piderman
einreiten; dann welcher mich herbergt, dem wirt fein
90 haus von meinent wegen auch zerbrochen, dich fol auch
wunder nemen, wo ich bleib und hab kein ftete wonung.
darumb ich beßer bin dann du und deines gleichen.
Münch. Ach, das ift nichts, wir müßen hart ligen.
Edelman. Ach daß euch pox leber fchend! ich bin
35 nun den vierten tag in regen und wint geritten, es ift
kein tmckener vadem an mir, hab nie kein fchlaf than,
weiß auch nit wo ich ficher bin: hierumb bin ich vil
beßer. fo habt ir kalt und warm biß zu euer notturft,
wißt wo ir ligt, fchlaft, eßt und trinkt, darzu ich weder
ao leibs noch lebens ficher bin. darumb ich taufent mal
beßer bin dann ir.
Müncvh. So müßen wir zur metten aufliehen und den
halben tag vaften.
Edelman. Ei groß wunder, fo muß ich die ganze nacht
u auf dem rofs halten und oft in dreien tagen nichts freßen
weder gel ruben, wann ich nur der zu zeiten auch gnug
überkomen künd: darumb ich aber beßer bin.
Münch. So dürfen wir zu untern mit einander nil reden.
108
Edel man. Wenn aber einer ein hum in der zell hat,
darf er mit der reden, ich reit nun biß an den dritten
tag, hab mit keinem menfchen ein wort geredt^ dann was
ich mit dir red, das mir oft gefchicht
5 Münch. So dürfen wir kein leines tragen.
Edel man. Oho deiner feUgkeit! ich hab ein hembd an,
wil mit dir taufchen, es lauft fo voller leus, peißen mich,
daß ich kaum auf dem rofs bleiben mag.
Münch. So müßen wir unfere horas beten und auf
10 ploßen knien ligen.
Edel man. So druckt mich der harnifch, ich mocht amech-
tig werden, darumb ich dir in allen ßucken oblig. und
wenn iemant ift, der mit harten werken felig wirt, bin
ich der auch einer.
15 Münch. Ir müßt das thun und feits genöt, habts auch
verdient.
E de Im an. Darumb püßen wir. das thunt ir auch.
Münch. Ei, lieber Junker, laßt uns gleich waßer an
einer Aangen tragen.
30 Edelman. Nein, das thu ich in keinem weg. irmußt
vor bekennen, daß ir großer fchelk feit dann wir, und
ir auch wirdiger feit zu vertreiben dann wir.
Münch. Nein, wir wollen euch als gut kßen fein als
wir und daß wir als billich vertriben werden als ir.
35 Edelman. Curtifan, wie meinßu?
Curtifan. Junker, ir find nit fo wirdig und nit fo gut
als ir. ich fag bei meinem glauben, daß ir einen harten
orden habt
Münch. Wie gut wiliu dann fein, fo der erll urfprung
so von Rom kumpt, die uns gelert haben?
Curtifan. Wenn man mir und einem ietslichen pfaffen
nach unfern verdienßen wölt geben, müft man uns an
den höchilen galgen henken der doch ift
Edelman. Wolan, wir feint doch alle drei groß pös-
» wicht, daß wir ein unterfcheit haben und einer größer
dann der ander, und wolt ir mir folgen, muß es alfo
zugehen, ich bin ein großer pöswicht. der curtifan noch
ein größerer und du, münch, der aller groß, nun fo
109
wißt ir, daß der gemein man unfer fchalkeit aller innen
worden ift. wenn dann ir mir volgen wollet, wolten wir
reich werden und gelts leiden überkomen.
Curtifan. Ich hilf darzu, es fei was es woU. ich bin
5 verdorben, fo mag ich nit arbeiten.
Manch. Es hat mir mein apt zugefagt, er woU mir
ein ampt verleihen, als bald ich heim komm, wenn ich
wüß, daß ers mir nit halten wölt, fo hulf ich auch
darzu.
10 Edel man. Ach, lieber münch, du wirft am aller nütz-
ften. hilf uns! ich wil dir ein fchone huren am paren
halten, dann wollen wir fchlemmen und demmen daß es
rauchen muß.
Munch. Was müften wir dann thun? ich hab weder
lA harnifch, fchilt noch fper.
Edelman. Ach, da kümmer dich nit umb! iezunt wirt
mefs zu Frankfurt, da werden vil kaufleut hinkommen,
fo muftu, münch, hinein und mit dem pettel alle herberg
durchfuchen und damit dich erfragen, wo die reichften
M kaufleut ligen und wann fie auf werden fein und wie
Aark fie reiten werden.
Münch. Ach, junker, ße reiten im gleit, auch fo rei-
ten irer einer oder hundert mit einander.
Edelman. Ach gleit, gleit, was gleit! darzu wolt ich
SS den curtifan brauchen, dann ich oder meins gleichen nit
frolich wandern dürfen, wolt ich in hin und herwider
fchicken, wo ich dann mein kuntfchafb weiß, fo ich dann
die kuntfchaft von dir hett, traut ich mir auf einen tag
ein pferd oder zwei hundert zufammen bringen, wann
ao mir dann einen feiften betten, der mocht uns ein jar hüb-
fche weiber, guten wein und hübfche pferd tragen, fo
möchten wir ein jar oder halbs darauf ItiU ligen, fchlem-
men und denmien, biß es wider erlofch. darumb was
euer meinung iß, gebt mir zu verftehen.
t5 Münch. Warlidi es were ein gute meinung, wenn maus
nit innen wirt
Curtifan. So, lieber, du muß es auch wagen.
VI.
DIE LUTERISCH STREBKATZ.
£ifopu8 und etliche andere fabelbefchreiber, damit fie zu
tugent reizten oder aber von laßem erfcbreckten, dichten
fie aller art thierer und ietsliches nach feiner natur re-
dend. Lucianus hat den künßreichen Pythagoram gar
ft lüftlichen durch einen hauen geftraft umb feinen irthumb,
won und meinung, daß er helt, des menfchen feel werd
nach dem abfchid vom leib in ein ander thier, welche die
felb ftund und augenblick uf die weit bracht würt, ver-
ändert, der art iß auch das buch Ovidii metamorphofis,
10 das iß, das buch der Veränderung, in welchem ein iets-
licher, feines lebens fitten noch, in ein vieh und thier,
feinen fitten und gewonheiten am aller änlichßen, etwa
auß ßraf, etwa auß gunß Jovis verändert ward: als den
ungetreuen morderifchen Lychaon, der die geß, fo zu im
» einkerten, ermorden pflag, in einen wolf, den hundert-
augigen Argum in ein pfahen fchwanz. folche metamor-
phofim haben die propheten, Chrißus, Petrus und Paulus
gebraucht in ircm ßrafen. David vergleicht die unver-
ßendigen den pferden und maulefeln. Chrißus nennet die
90 pharifeier und gleifner fchlangen gezicht, teufeis kinder,
ein fauer teig, von wegen ires liegens und morderifchen
gemüts gegen im. die frommen nennet er fchaf, item fich
ein lamp etc., item den Herodem ein fuchfen. da uns
Paulus die falfchen lerer entwirft, fpricht er 'fliehent die
25 hundel^ die heißt Petrus bronne on waßer. die unge-
larten bifchoff nent Efaias ßumme hund, die nit bellen
113
konden. and der gleichen fechs tanfent überal in der
gfchrift. warumb wurde es uns nit gebüren, inen nach
ze folgen und der maßen ze reden? verwunder dichs nit,
lieber lefer, daß du hie wilde und unflätige thierer fichfi,
ft als ein wolf, fau, bock, hunt, katz, fchneck, rattenkonig,
und horeft fie zu unfern zeiten reden, es feind lent irer
natur, wefen, geberd und fitien nach abkonterfeiet, die
des creuzes Chrilli, ja gemeines chrifteUchen nutzes haupt*
feind feind, die da wolten daß got nit wer, darmit nur
10 ires gottes des babßes und irer falfch ertichter gewalt
fampt irer yiehifchen woUuIl beharren mocht. was? feind
die auch menfchen? warumb nit vil me teufel, die fich
aller lügen fleißen, der warheit feint, des Antichrifts ge-
fint feint? die fich in allen gefchlechten der Hinkenden
u nnkeufcheit (mit züchten, lieber lefer,) in h&rerei, eebre-
cherei, fodomei tag und nacht welzen, würden fie unrecht-
lichen feu genennet? in welchen neid, haß, ungehorfam,
frevel und mutwill quillet, und vil blinder feind dann die
bock, fonderlich bei gflten dingen, folt man die nit bock
80 außfchreien? die da widerbellen, widermurren dem guten
und felfchen die gefchrift, liebkofen dem pabft, beißen,
zerreißen, befcheißen und kratzen den unfchuldigen, feinde
nit hund und katzen? die andern hinderreden, mit glatten
werten den einfaltigen verfuren, dem frommen nachfchlei-
n chen, mit gifb oder funA umb er, leib und leben ze
bringen, den feind die namen fchneck, rattenkonig vil ze
lind und erlich. der maßen thierer hat der romifch Ly-
chaon, der wolf, pabft und Antichriß an den boshafligen,
bl&tgirigen, gotlofen beftien, nemlich am Eck zu Ingoi-
ao Aadt, Emfem zu Leips, Lempen zu Tübingen, Mornar
am anderen ort, Cocleum zu Frankfurt, Hochftrat zu Cöln,
Henfel Schmitknecht zu Coftenz etc., und andere in an-
dern orten, die da in allen landen halftarrig arbeiten und
weren, daß das evangelion nit ufwachfe, daß ir und Sa-
85 tans reich beftehe, der arm leie in der finfternüs, thorheit
und irthumb behalten, nicht aUein feiner guter und hab
beraubet, fonder entlichen fein arme feel irem hauptman,
dem teufel, gewonnen und auch überlifert werde, daß
8
114
du dich vor inen, vor iren verförifohen, deafelifchen
lefen und irem anhaog hdten mügeft, lieber lefer, fo ha-
ben wir derer bildung, nameii und handlung, und wes
fidh ein itslicber dem bapft zu underdruckung des evan-
& gelii verpflicht bat und warumb, kürzlicben angezeigt in
difem gefprechbuchin, wie fie Genius (das iß ir eigene
öonfoienz, gewißen, natura, in fumma fie felbft) mit Wor-
ten und werken anfagt und fchuldiget, wer fie feind. es
gerehicht auch auß keinem neit und zorn, fonder daß fie
lö durch fpot (wo fie nit got Pharaoni ze gleich verhertet
het) zu beßerung und erkantnus der warheit möchten
gezwungen werden, die gnad gots fei mit uns. amen.
Anruefung des Luthers
umb gotlich hilf.
15 O Chrifi, du bifi der höchße troß,
So ganz menfchlichs gefchlecht erloft
Allein auß gnad und gütigkeit,
Wie das die gfchrift uns klärlich feit,
Dein vater fer erbarmet hab
)o Menfchlichs gefchlecht, drumb fchickt herab
Dich einigen geliebten fun
Und wolt damit verlunen thun
Den zorn, darin uns Adam ßieß.
Derhalb dich hie menfch werden ließ
ii Und fterben durch fchmelichen tot,
Daß die all kernen auß der not,
So in dich glaubten fein^i fon;
Verheißt in des fein reich z& Ion,
Wie uns Johannes das befchreibt,
w Am fechßen theil gar herKch treibt
So hafiu an eim andern ort
Gar öffentlich durch dife wort
Gefprochen, daß dein reich nit fei
Von difer weit, drum fag ich frei
«5 Auß deiner red in meinem mut,
115
Man kauft es nit amb zeitlich gßt,
Wie uns bißher geleret bot
Die cntchrißifch befchome rot,
Päblt, bifchofiP, monch, all pfaffen gar,
5 So zogen auß in großer fchar
Mit römfchen bulln und gnaden brief.
Darunder einer feintlich rief,
Ein prediger miinch, Detzel mit nam
Und zu uns her in Sachfen kam,
10 Sagt öffentlich, man wißen folt.
Wer fallen ließ ein münz von golt
In ablaßkillen ufgeßelt,
Daß von dem klang, fo bald er feh,
Far uf ein feel in ewig freid.
15 Die lügen theten mir fo leid.
Daß ich es nit mer thulden kunt.
Begab mich uf den rechten grünt,
Den du haft giert, herr Jefu Chrift,
Und durch Mattheum bfchriben ift,
10 Da er dann fagt auß dem bcricht
*ümb fünft irs habt, verkaufente nicht'
Auch hab ich durch die gfchrift erfarn.
Wann fich der menfch wil recht bewam,
So leg er dich zum iundament,
» Dann wirt fein bau nimmer zertr^nt
Durch tot, teufel, auch port der hdln:
Die mögen in nit nider felln.
Das hab ich, herr, gefehen an,
Thet mich gar fteif irf dich Verlan,
30 Der du am creuz haß triumphiert,
Durch dein erftehung hingefurt
Die Sund der menfchen: des wir hftü
Gezeugnis gut Johannia ftan,
Daß du das lemblin gottes biß,
3& Durch welches gar entladen iß
Was ie der menfch gefundet hat,
So er in ßeifem glauben bßat
O herr, da ich das offenbart,
8*
116
Daß (ich der menfch uf deine wort
Verlaßen folt und druf beßan,
Von ßund thet mich der pabß in ban,
Stürmt, leut, verfchoß mit großem graus
5 Und fchrei mich für ein ketzer auß.
Damit er uf ein neues zwang
Mich in die gichrift gewaltig trang,
Thet im noch etwas geben zu.
So ichs nun recht befehen thu,
10 Find ich im grund, wie daß er iit
Der fchentiich gi^aufam Antichrift,
Dann all fein frucht das zeigen an,
Recht wie man findt gefchriben ßan
Durch Danielen an manchem blat
i& Wer luß da felbs zu lefen hat,
Der nem die bibel zu im dar.
In meiner dag ich further far.
Die warheit hat mich bracht in hatz,
Maß mit im ziehen die ftrebkatz.
20 Uf meiner feiten nit mer hab
Dann, herr, dein leiden für ein ßab:
So hat er gar ein teufiifch her:
Sol ichs hin ziehen, wirt mir fchwer.
Schau, wie der eber wetz die zen,
>5 Der bock thüt auch herzu her fteen.
Der kochlo£fel mit feiner fauf
Dem thut der pabft vil grieben drauf.
Der Mumar mit feim katzen gfchrei,
Der Lemp mit belln trit auch an rei;
30 Der ratten konig, gnant Hochftrat,
Den auch der pabß gekronet hat;
So wil der fchmit von Coflenz dran.
Noch lih ich gar ein dapfern man,
Wolt Geh gern mengen in die klei:
s& Mich dunkt, wie es ein eichhorn fei.
Es iß des gfchwirms on zal und maß^
Die ich durch kürz hie underlaß,
So all vom pabß entpfangen Ion
117
Und offlich wider Chriftam fton.
O tröfter mein, dis rot fih anl
Ich weiß 9 du wirft mich nit Verlan.
Chriftus zum Luther.
4 Martine, lieber diener mein,
Bis keck, dann ich wil bei dir fein^
Daß dir der pabß mit feiner cron
Kein widerßant fol mögen thonl
Mein wort fiat fteif uf feßem grünt:
10 Das haft allzeit in deinem munt,
Daß es die pforten auch der helln
Ja nimmer mer zu boden felln.
Dmmb greif den Entchrift dapfer anl
Es ift der pabft der felbig man,
15 Der fich thfit fetzen über got
Mit menfchen leer, glatz und gebot.
Damit er thfit mein volk regiern
Und fie von mir zum teufel fnm.
Davon die gfchrift mit häufen fagt
so Und manch prophet darüber clagt
Deshalb fo fchreil erhöh dein ftimi
Erlös mein volk von feinem grim.
Von feinen gfatzen und bezwang,
Darinn fie fint gelegen lang,
15 Und fei getroß! ich bin mit dir:
Das foltu konlich glauben mir.
Martinus zum babft.
Die weil es nit mag anderß fein.
So geh ich mich willig darein,
M Wil halten mich an Chrißum bloß.
Und wer der häufen noch fo groß
Vol breiter roter fpitzer hüt.
Der ieder bfonders in mich wüt
Mit fchreiben, fchreien, leßerwort,
S5 Damit fie han die weit verfort.
Wie wol man iez den braten fchmeck
Und wo der has lig in der heck.
Nun weiter, pabß, ich hab gehört,
118
Du habß mit gelt fo vaft gemort,
Das Volk zogen zu dir mit lift,
Biß daß der Teckel gbrocbea iA,
Die all von got fein tretea bfeits,
5 Ir troß gewendt uf deinen geiz.
Das acht ich warlich alles klein
Und ßand gerüßet hie allein,
Das ungezifer nimmer flieh,
Die ßrebkatz weidlich mit euch zieh«
10 Hui, zeuh nur dapfer, dann es giltl
Hör, Murnar murt, der Lemp der bilt,
Der feukopf greint, daß widerhilt.
Schnurr, murr und bell gleich wer do wil,
Es fol euch all nit helfen vil,
15 Dann ich getrau got Jefu Chriß,
Der dann allein mein trößer iß,
Ich wöU dich, pabß, qnd all dein gfello
Mit feinem wort uf dnafen felln.
Dein haupt fich fchon zur erden beucht,
90 Die dreifach krön heraber fleucht
Drum zeuch und zeuch nur faß und vill
Laß fehen, wer behalten will
Babß zur ßrut
Helft, helft, ir lieben brüder all!
2b Der mönch thut ziehen daß ich fall«
Wo ir mir nit feit helfen halt,
So nimpt er hin all mein gewalt
Ich zeuch daß mir mein aralooh ßinkt.
Doch facht das haupt mir an und fiukt
so Ach, lieber bock, thu mir hofiernl
Gib im ein guten buff in ßimi
Emfer.
O heiiger vater, weil du haß
Zu erß gemant mich alfo vaß,
35 Daß ich ein ßoß im geh für dßirii,
Damit zerknitfch fein dolles him.
So weichen ab! ioh dring hinan,
Dann ich bin gar ein fpitzig man.
119
Genius. . '
Das ficht man bei den hörnern w<q1,
Sunß billtt aller künAen hoL
Emfer.
» Durch heimlich neid und hiaderliß
Er ßetigs von mir gfatzet ift,
On was ich kurz gefchrlben hab
Von bifchof Benn und feinem grab,
Den ich fo hoch hab n%emiitzt,
10 Daran der Luther yaft erftutzt.
Genius.
Das fpürt man wol in feim tractat,
Den er die zeit betchriben hat,
Gnant alt teufel und neu abgot,
IS In dem er meldt den großen fpot,
So die zu Meißen triben hau.
Daß fie fo dürftig underftan
Zu machen heiigen hie auf erd^
Die doch nit find ein meiten wert,
so Wie fein legend das theutet dar,
Daß nach feim tod ein ganzes jar
Hab er ein raargrafen ermort.
Wo ift der gleichen ie gehört
Von einchem der wil Chriften fei»?
95 Des widerfpils wir finden fchein,
Daß Chrißns felbs gebeten hot
Für die fo in fchlugen zu tot
Nun hat er oftmals zeiget an,
Daß wir auch £blln wie er hat thaa
30 Und Stephanus gleich yolget nach:
Begerten nit ir eigen räch.
Wie reimpt fich das gern Benno hie?
Ich faget feiner, ich weiß nit wie,
So got, fo heüg, all teufel ^eich.
35 Die weil der Entchrift hat ein reich,
So maß er ie auch heiigen hau,
Die er im felber machen kaa:
Dann Chrifius warlich gibt im kein.
120
Sie kommen gar nit überein:
Dort demnt mit graßer gedult,
ELie hoffart, roch, keim Chriften holt,
Emfer.
& Ach, heiiger herr, irdifcher got,
Wie bringt mich Genius zn fpot,
Daß ich dir nit mer helfen kan.
Und folftu gar zu fcheitem gan.
Bapft zum Ecken.
10 O heio! hat es die geßalt,
So kum ich gar umb mein gewalt.
Nun hini ich muß mich fehen umb.
Wie daß ich beßern troß bekam.
Drit du herzu, mein lieber Eckl
ift Dein rüßel ßoß auch in den drecki
Thfl rülen, wulen umb und umb!
Lag daß ich etwas überkum
Durchs dreckental, das helfen thü!
Ich wil ergetzen dich der müh.
so Eck.
Das thö ich, heilgfier vater, gern.
Damit dich mögft des monchs erwem.
Nu weifhi wol, wie daß ich war
Der fich zum erft gab offenbar
» Zu Leipzig mit im in den hatz
Und thet ein heftig difputaz.
Darin ich in bei überwant.
Genius.
Feit wol fo weit biß in HoUant
10 Ich was der zeit auch nah da bei:
Derhalb ich wol darf fagen frei.
Dein difputaz und ganzer grünt
In menfchen 1er und gfatzen ftunt.
Wo man dir nimpt das felbig fchwert,
8» So biftu nit einr leus me wert
Der keines mer iez gelten ift,
Die weil wir haben Jefum Chrüt
Drumb es nit weit gefeiet hat,
121
Du werft zu Lieipzig in den kat
Oeftoßen tief mit deiner nas.
Mein lieber dr Eck, wie gfelt dir das?
Eck.
& Dein unfal leit mir weiter an,
Daß ich anch thn noch underftan
Zn Ingolftadt mit aller macht
Zn wem, daß nit werd furher bracht
Das eyangeli gottes wort,
10 Wie da on zweifei haß gehört,
Daß ich bezwang ein jnngen man,
Der fich auch nam der fachen an
Und maß es widerrufen gar,
Wes ich im thet erzelen dar.
15 Genius.
Da her, mein Eck, fo far hereinl
Durch dräuen groß totlicher pein
Ward abgefchreckt das junge plut.
Das fich allzeit erpieten thflt,
10 Man fol in weifen mit der gfchrift
Und nit durchs Entchrißs fchwinnes gift.
Das euch gefelln nit fchmecken wil,
Darumb ir fchreit on maß und zil.
Allein zu widerrufen zwingt,
ts Mit ßocken, plöcken darzfi dringt
Eck.
O pater fancte, das betracht.
Daß ich hab gwert mit aller macht.
Daß Luther nit beflecket hat
so Die hohe fchftl zu Ingolßadt.
6enius.
Der rfim dunkt mich wol fchekens wert.
Dann uns das evangeli lert
Am achten als Mattheus fchreibt,
S5 Da Chriftus fo vil teufel treibt
Von menfchen in ein groß herd fchwein,
Drumb er nit ward gekßen ein
Ins ßedtlin Gadar, alfo würt
122
In deiner holien fefail gefpurt
Weil Geh der teufel gfetcet hat
In dein feukopf, deshalb die lladt
Auch Chrißum bit, daß er weich ab
& Mit feinem wort und gotte« gab.
Diß th&t mir we im herzen mein,
Daß fol die gmein beraubet fein
Des hocbwirdigen gottes wort
Und ir feien fo fchentlicb gmort
10 Von wegen eines finten fchwein,
Das beßer wer, es leg im Keiii.
Eck.
O heilgller vater, was iil das
Das mich fo kutelet in der nas?
15 Dis ßimm ift meinem geift zu fchwin.
Such ander hilf! ich fiir von Unn.
Babll ^nm Murnar.
O Murnar, es iß nun an dir.
Sich zu! fie weicheo all von mir.
30 Zu dir hab ich noch ftetfen troft,
Halt nit, daß du mich ßecken laß.
Dein fcharpfe klahen^ hoff ich wol,
Mit deim gefchrd mich retten foL
Murnun
35 Mein got und berr, du kon^ gar reoht
Ich bin allzeit dein willig knecht:
So ißs gerad iez au der zeit,
Daß ich nü mer uf liengfien reit,
Dann alle noblen feind verzert,
30 Mit den mich hat gar hoch rerert
Der edel kong auß Engellant,
Da ich thet retten feine foband.
Die Luther im hat ziigewendt,
Da er in konig Heinzeu nent
35 Was du der gleich begeren thäft,
(ledocb mit gelt miofa laden muft)
Wil ich gar fleißig fein berat
Und wer es gleich dem teufel leit.
123
Geniu«.
Thu gmach, Murnar! üchrei nit fo tkü
Als wer deio gfchrift des teufeis laß,
Die alfo hoch mit im ift dran, •
& Wie fol ers daon für iibel han?
Ja wann du betteß got genent.
Der wiirt gar oft durch dich gefcbent,
Dann es on zweifei ift im leit,
Daß du dich haß allzeit bereit
10 Zu bfchirmen fchand und laßer bie
Durch deine gfchrift. man weiß wol wie
Und was du furß in deinem fohilt
Götliche forcbt bei dir nit gilt
Darumb man dich fol faren lan,
15 Kein Chrißen menfoh auch bei dir ßan.
Zum babß gar wol dich neigen magß,
Die weil du dioh an zerung dagß,
Dann all fein hilf er alfo kauft.
Kein from gelarter zu im lauft.
20 Wil damit nit gemeldet han,
Daß du auch feiß ein glarter man:
Von dir es nie iß worden kunt.
Ganz unverfohamet iß dein mnnt.
An dir fpürt man die groß vemnnft
35 Durch gauchmatten und fchelmen zunft.
Und als dich kam der fchwindel an,
Begund dein kunß eriurer gan,
In der du dich haß felb gefcbent,
Der lutrifch groß narr wards genent,
10 Zu Straßburg durch den rat verbrent
Solch unverfchampte leßerwort
Hab ich mein lebtag nie gebort
Als in dem felben buchlin war.
Durch gfchrift fo thußu niobtfet dar:
3» Das fchafil, du biß ir nit geübt,
Allein zu hippen dir geliebt
O got, wie iß dein reich zertbeilt.
Daß fich ein folcber mit dir geilt
124
Und fol befchinneii dein gebot,
Der mit im felber treibt ein fpot
Doch wiltus, herr, der maßen han
Darumb ichs auoh wil faren lan.
5 Man weiß wol, wer der Murnar iß:
So bald feim feckel gelts gebrift,
Gar fchnel er fich befunnen faet,
Verriet dich, herr, wie Judas thet
Murnar.
10 Bocks Judas, was iß das für gfangl
Hie bleib ich, heiiger herr, nit lang.
Wil mich thon weiter fehen umb,
Wo ich zu maufen überkum.
Babß zum Lempen.
15 O Lemp, du lieber alt fophiß,
Erdenk etwa ein fcharpfen liß.
Damit dem mönch mög^ kommen beil
Ich mein, daß er vol teufel fei.
All meine hilf er gar zertrent.
80 Ich bforg, wir werden aU gefchent
Doch hoff ich, daß du durch dein belln
In werdeß zu der erden felln.
Wo das gefchicht, fo nim vergut
Mit einem breiten roten hüt
25 Und faß ein gät cardinalat.
Das yil ducaten fallen hat
Lemp.
Ach vater, aller heilgfier man.
Ich hab allzeit das beß gethan.
30 Das wißen die zu Tübing wol.
Wie ich der freien künß bin vol
Und auch doctor in heiiger gfchrift.
Ja was dein heiligkeit betrifft,
Da laß ich leib und leben bei,
tb Mit ganzer krftft darwider fchrei
Und ruf fi all für ketzer anß.
Das hat mir bracht gar großen ßrauß.
Da Luther und manch bofer knab
125
Dir underßund zn sieben ab
Die fchlußel zu der himelpfort
Und was zu deinem bracht gebort:
Den tbet ich zeitlich widerftant,
ft Das meniglich iß wol bekant.
Genius.
Mein lieber Lemp, du fagft gar war.
Dein kunft zu Zürch ward offenbar,
Da dir das maul fo gar verllumt,
10 Daß es doch weder bal noch grumt.
Kein wort von dir ward ie gefpurt,
Das recht gotliche fchrift berürt.
Dem fprichwort nach allzeit du bift
Ein freidig bunt uf deiner mift.
» Und wann du kumft fürs thor hinauß,
Gar bald fo ßoßt dich an der graus^
Daß dir der munt nim fprechen kan.
Darumb ich dich in treuen man,
Stand ab, dann es ift an der zeit,
so Die weil dir fchon die Aimm geleii.
Der fpruch an dir iß wol bewert,
Den uns der Efaias lert,
Da er von ßumen hunden lagt.
Die zu dem beUen iint verzagt.
SS Doch lesl fo würt dir offenbar.
Daß du biß auß der felben Tchar.
Nit mer ich iezunt Tagen wil.
Dein hilf iß krank, fie gilt nit viL
Bapß zum rattenkonig.
ao Hat dann der teufel her gefchickt
Den Genium, ab dem erfchrickt
Mein beße hilf und ßet mir ab,
Daß ich gar nah kein beißant hab?
Drumb, lieber Hochßrat, fich das anl
35 Nit laß mich hie in noten ßani
Bedenk dein ampt! hau dapfer zäl
Mit inquißem laß im kein r&w!
126
Genins.
Du kumpft zu fpat nun uf die ban:
Das gmein Tolk kert (ich nichts mer dran.
Sein fchalkheit ift mir gar endeckt,
s Der vil in feiner kutten fieckt
Hoohftrat
Die weil ich ketzer meiAer bin,
Durch dein heilgkeit beßellt dahin,
So hab ich allzeit taßet an,
10 Wo ich erf&r ein glarten man;
Wie folchs an tag ligt offenbar,
Daß ich vor etalich zeit und jar
Den doctor Reuchlin hochlich fchmeht,
Darzu mir treulich helfen thet
15 Ein taufler jnd, hieß Pfefferkorn,
Den ich hab leider kurz rerlorn,
Dann er fich nam hebreifch an,
Des ich nit ein bucfaltaben kan.
Genius,
so Drumb brachlhi folchen rfim darren,
Daß du dich wolteft underfton
Der fprach, die dir was unbekant.
Und biß ein folich grob bacfaant
Meinftu daß got entfchlafen fei,
» Erkenne nit dein biiberd
Die du fo lang zeit haft geeigt
Den frommen deinen gifi erzeigt?
Sag an, was wendet dich darvan,
Daß du nit auch thetft grdfen an
so Die fchentlich teufeis ketzerei,
Gottes leftning und dieberei.
So allen frommen ift bekant,
Gefchacb zu Bern im Schweizer lant.
Wie fchweigßn darzu alfo ftill?
35 BeitI haltl ich dir es fagen wil.
Die weil es warn dein ordens leut,
Der gleichen du bdb in der heut
Mit inen auch haft zdgeftimpt
127
I
Derbalben dir init nicbteu zimpt
Zu ftrafen das, darin du bift
Ja über dein oren yermiß»
Ein grinter gern den andern lauft
6 Zertlicben bin, die weil im grauft.
Griff er den recbten butzen an,
Es mocbt der gleich im auch ergan.
Drumb, meißer aller ketzerei,
Haft wol erfam, ob iergent fei
10 In deutfcbem land ein frommer man,
Dem du mit liegen hengteß an
Schmach, fchand und was der gleichen ift.
Das mocht nim leiden Jefus Chrift:
Hat dich und deinen got entdeckt,
i& So kreftig durch fein wort erfchreckt.
Daß nit mer hilft fein großer häuf.
Dmmb man ich dich, wölft hören auf.
Damit got nit auf dich ergrimm.
Hochftrat.
so Ach, pabß, ich hab gebort ein ftimm,
Hat mich gemacht fo mat und krank,
Ich kan nit halten einen fchwank.
Nach ander hiilf fo (ich dich umb!
An dis ßrebkatz ich nit mer kum.
2& Babß zur fchnecken.
Her Kochlöffel, fei ingedenk
Zu Rom der dapfern guten Ichenk
Und was ich dir hab weiter thoni
In keinen weg laß in darron!
30 Kochlöffel
Wie wol ich bin gemach am gang.
Noch th& ich im gar mechtig trang
In meinem buch, darin ich funß
Gefchriben hab von gottes gunfi,
3» Ab dem er vaß erbitteret.
Genius.
Gleich wie ein backof zitteret.
Du haß es troffen gleich fo fchon.
128
Als wer von Coln gen Rom wolt gon
Und fucht den weg durch £ngellant.
Dein thuck die feind gar wol bekant.
Du thetft zu Worms auch fall hofiern
ft Und wolft mit Lutbem difpuiiem,
So ferr daß er verzeihen wolt
Uf fein geleit vermeinft, man folt
Als dann in nemen unverhort
Und wie ein ketzer han gemort
10 Das ift dein kunft und erberkeit,
Durch die du bift allzeit bereit
Zerlangen hie zeitliches gät:
Verrietfl; darumb unfchuldigs blut
Ja wer das gleit gleich wie ein maur,
n So decht ich wol, es wer dir faur
Zu reden daß maus boren kund,
Wann ieder uf einr feiten ftund.
Es was dir nit umbs difputiem,
Sunder in auß dem gleit ze fum.
so Deins glaubens diß ein Aücklin ift
Und Judas dein evangelifi.
Kochlöffel
Mein heiiger herr, nun hör fortan.
Wie daß ich heftig underftan
M Zu widerfechten alles das
Durch Melanchton befchriben was,
Der gleich wie Luther ift bekant.
Auch hab ich iezunt nnder hant
Und durch den truck fchon offenbort,
10 Darin ich mit vil fchoner wort
firmanet hab teutfch nation,
Daß fie mit ernft woU underfton
Ze halten fich in einigkeit
Mit deinr päbfilichen heiligkeit,
s& Die römfche kirch dabei genant
Ein mfiter ganzes teutfchen- laut
Und es die tochter, als folt fein.
129
Het fich Luther nit gmengt darein
Dnd fie von dir gewendet ab.
Genius.
BeitI harr! ich auch zu reden hab.
ft Du fagft, wie durch vil fchoner wort
Verhoffts, teutfch lant werd widerkort
Zu underthenigkeit dem pabft,
Da bei auch Rom genennet babft
Ein mäter teutfcher nation;
10 Das wir in keinen weg geßan,
Dann iez die rot här iß erkant
Es wer den DeutTchen große fchand,
Daß fie dein fchreiben nemen an:
Die nichts dann trieglich fchmeicheln kan.
15 Sag an, was er teutfch lant bekem,
Wann es den babft zum yater nem,
Der hochlich haßt eeUchen (tat,
Sein kammer ftets yol h&ren hat
Und er der teuflifch greuel ift
so Der fich fetz wider Jefum ChriA.
Woltßu uns bringen da hinein.
Daß wir all folten baftart fein?
Ehe weit ich daß ir buferon
AU folten an den galgen gon.
» Und wo ichs baß hett an der zeit,
So fagt ich mer, woran dirs leit.
Nem iez ein kleins mit dem für gSt,
Biß fich dein gauch baß regen thfit.
Du kumft zu fpat, mein liebe fchneck:
so Kreuch wider heim und friß ein dreck I
Dein babft der leit fohon uf der feit,
Umb ander hilf er brult und fchreit
Babft zum Sohmit von Coftenz
Herbei, Hans Schmit, es ift an dirl
K Mit hämem im fein köpf zerfchmir,
Damit fein ftim faU uf die fchä.
Dar durch ich wider kum zu rfiw,
9
180
Dann all die weil ers leben bot.
So bringt er micb in aogft und not
Hans Sohmit.
O aller heilgAer vater mein,
& Ich halt, es fol dir wißent lein,
Daß ich mich hab gar vaft geübt,
Durch fchreiben in gar vaft betrübt
Behielt dein kirch in hohen ern
Und thet die ee gar heftig wern,
10 Da Luther von gefchriben bat
Betreffent ganz geißlichen ftat
Genius.
Das zimpt gar wol eim folcben man,
Der reine keuTcheit halten kan,
15 Als du biß her haß wol ereeigt.
Biß faß den jungen nönnlin gneiigt,
Haß fie gar zeitlich vifitiert:
Ein alte hur dich Kitzel irt
Dein fchreiben yil von keufcheit fi^
fo Und gar von keiner pfaffen magt,
Deren das bißumb iß fp yol,
Dar durch dann järlicbs (weiß man wol)
Dein bifchof hebt ein großes gelt:
Die fumm fechs taufeirt gülden helt
s& Dar von du auch dein theil ergr^ifß:
Deshalben mit dem Entcbriß pfeifiß.
Daß nur die ee nit werd geßatt,
Dann es dir in der kucken fchatt
Der keufcheit halb achßu es. klein,
80 Die weil man ficht, wie fcbön und r^in
Der geißlich ßant lieh taglich helt,
Die weil all jar fo vil. gefeit
Von h&renzins, welche nit gefcheh,
Wann fie fich hielten in der eo»
SS Doch thet ich wol ein l^leins gemach,,
Die weil es iß ein o^en fachL
Als bald ein pfaff fich ijreil^n la^t,
Zuvor er im beßellet hat
181
Ein h&r, die lang bat dranf gewart:
Dann er thet ir geloben, hart,
So bald er gfing fein erßea ampt,
Dann woU er fie ganz unTerfohampt
& Heim nemen zu im in fein haus.
Ach, lieber Schmit, was würt dann drauß?
Die ee im nit geßattet haft,
Und doch umb gelt iez bei im laft
Ein weib, das got verboten hat,
10 Und klar Mathei gfchriben ßat:
Spricht Chrillus 'wer von got nit hab
In feinem fleifch der keufcheit gab,
Der nem ein weib im zu der ee.*
Mein zarter Schmit, was wiltn me?
1* Der herr thfit hie nit theiln von ein
Euch gfchmirte jnnkem anß der gmein :
Dann Paulus das auch meldt gar fein,
Wie rechte priefter follen fein
Eines weibs man und tngenthaft:
so So hat dein fträt die eigenfchaft,
Daß ieder wil vil hdren han,
Da bei doch fein ein keufcher man.
Reimt fich zu häuf in gleichem fWt
Wie Chriftus und der BeHal.
s& Nun hin, es wil nit anders fein.
Ich fpart gar wol den atem mein:
Dann wer euch iezt die warheit fagt,
Gern regiment würt hart verklagt
Und bei dem herzog Ferdinand.
^ Doch hoff ich, daß er deiner fchand
Zum teil fei worden wol gewar.
Auch wie der babß mit feiner fchar
All weit fo fchentlich hat gebleut,
Dar durch man nun euch bäben kent
35 Got fchickt gar bald die zeit herbei,
Daß kumpt an tag dein büberei
Und dich das regiment erkent.
Von inen an d^n galgen fent
9*
X
132
Damach, wie es dann hat than
Deine gleichen eim erlofen man:
Es ift nit nötig daß man nent,
Die weil in alle weit wol kent
& Schmit.
Her pabft, fo es die meinung hat,
Daß ieder knebel underftat
Zu Tagen als was im geliebt
Und uns fo fchmelich außen hiebt,
10 So darf ich nit mer underfton
Zu retten dich und deine krön.
Genius.
Nit fchmelich, fonder war gefagt.
Als du bißher dich haA beclagt.
15 Sohamftu dich nit zu leftern got,
So furcht man auch nit menfchen gbot,
Und richteß noch fo graufam an,
Zu würgen manchen biderman.
Ich bit durch got, bedenk dich fehler,
10 Daß bald die aeit ift auch an dir
Zu fcheiden hin auß difer weit:
Als dann got mit dir rechnung helt
Und fordert, wie er Cain th&t.
Von dir auch das uofchuldig bl&t.
M Drumb beßer dich, nim aa die bäß.
In treuen ich dir fagen muß,
Schmit
Weils dann die meinung haben wU,
So werd ich furthin fchweigen (ÜlL
•0 Es geh dem pabfiumb wie es kau:
Ich hab mein befts dar zfi gethan.
Pabft.
Vermaledeit ins neunt gefpblecht
Sei du Geni und Satans knecht,
M Daß du mir all mein hilf entwenft,
Mein gewalt und reich gar zertrenft,
Damit ich bhalt kein ft&tz darvon,
Und feit ins kat mein gülden krön:
188
Des fei verbant in ewigkeit
Und alles das mir widerfeit!
Genias.
Der knöpf ift fchon vom ban zertrent:
s So kan ich auch nit werden gfcbent,
Noch maledeit von gottes feint.
Die weil mir fein gnaden fcheint.
Du, grenel, nit zu laden hall
In d^hell, da du bift oberft galt.
10 Mein herr mich wol erretten kan
Vor dem edict und teufeis ban.
Babft zum gmeinen häuf.
Ift niergent mer ein dapfer man,
Der mir uf diß mal bei wil ftan?
1» Ich theil mit im mein halbes reich,
Daß er den monch redlich beftreich.
Eichhorn.
Ach, heiiger herr, ich wer geneigt
Daß ich dir ftetigs hülf erzeigt,
^ Wuft ich, wo mit im wer zu thon;
Du folft an mir kein zweifei hon.
Ich wolt mich üben faft und fer.
Wie dann gefohehen iß bißher
Durch kifen, nagen, beißen, grein
3& Und bauen umb fich wie ein fohwein.
Wie wol ich nit folch wafen hab
Eim eher gleich, dodi nag ich ab
So vil ich kan von feiner kot
und fchend und fchmeh die luthrifch rot
so Genius.
Das weiß ich wol, mein lieber Henn,
Dar zu ich dein fermones kenn:
«Sie fint nit faft zn 1er gericfat
Und was Chriftns zun jungem fpricht.
u Allein wann du ein gans verzetß.
Ein ganzes jar zu fchelten hetß,
Verfcheuft, verleutft, vermaledeift,
All menfchen auß f&r gensdieb fchreift.
184
Darin dein geiß würt hocli gefp&rt
Und Chrißus ßeif Matthei rürt
'Ob einer nem dein rock, dar zA
Im auch den mantel geben thfl.'
6 Dein hilf iß klein in difer fach :
Dmm bleib daheim in deim gemach
Und kauf ein pfenwert hafelnußl
Dein hoch erbietena iß umb fus.
Eichhorn znm häufen.
10 Ir lieben herren, hört mir zfi,
Was ich in gheimnis fagen thS.
ich forcht, die fach fei gar yerdort,
Die weil nun mer iß offenbort.
Wie fich der pabß gehalten hat
15 Gegen keiferlich majeßat,
Von dem er iß gefallen ab.
Derhalb ich zu beforgen hab,
Es fei eins tbeils umb uns gethan,
Welch fint dem pabß gehangen an.
90 Der häuf.
Nun find wir doch nit fchuldig dran,
Daß difer iß ein erlös man.
So fint man auch wol heimlich liß,
Daß er ein welfches föpplin ißt
2» Und weit ein andern an die ßat,
Der beßern ganß beim keifer hat:
So gwünn die fach ein ander gßalt
Und bliben wir bei unferm gwalt.
Genius,
to Ir redent recht, mein liebe hern.
Nun wolt ich doch ie wißen gern.
Ob auch in vier hundert jorn
Ein pabß zu Rom fei außerkom.
Der bßanden wer beim römfchen reich.
u Und ob ir fchon vermeinten gleich,
Den keifer zu bereden des.
Daß er folch that ßell in yergeß,
So wil es got nit lenger han
185
Cod blaft in mit feiin athem an.
Dadarch wirft ^ den greüel umb,
Daß er zfl keim gewalt mer kam,
Wie dife ftrebkatz uns bezeugt,
s Daß im all fein gewalt entfleugt
Allein durchs wort das Luther treibt
Darumb wer bei dem herren bleibt,
Würt nit gefchent in ewigkeit,
So alles aeitlicbs wurt zerßreut.
10 Des bitten wir, herr got, dich faß.
Die weil du uns gezeiget haft
Und offenbart den Enteohriß,
Daß er nit mer durch feine liß
Uns zieh von dir uf fein gebot,
15 Durch die er uns gemartert bot.
Und helf auch, daß wir aUe zeit
In deim geheiß on widerllreit
Beharren th&n. o gfiter hirt,
Wen du geleitft, der Dimer irt
80 AMEN-
Gelobet fei der herr mein,
Durch den wir nun erlofet fein
Vons fibenkopfichts drachen gift,
Alfo in nennet die heiig gfchrift.
VIL
KLAG UND ANTWORT
VON LUTHERISCHEN UND BEBSTISCHEN PFAFFEN
ÜBER DIE REFORMATION
SO NEULICH ZU REGENSPURG
DER PRIESTER HALBEN AUSZGANGEN IST
IM JAR MDXXim.
Lutherifche und papißifche pfaffen klagen.
Grfamen weifen lieben herren. ir habt da in dem con«
cilio zu Regenspurg wider uns armen pfaffen ain refor-
mation laßen außgeen, gleich üam feien wir fchuldig dar-
s an, daß die weit bei vier hundert jaren her yerfört
worden ift, und wöUent uns die fach gern in bufen fchie-
ben und euer fchand gern mit uns zSdeoken, des wir
dann nit ain klaine befchwämus an euch tragen, dieweil
ir dann über uns ain reformation habt laßen außgeen,
10 als folt man denken, wir betten die weit verf&rt, darumb
ir uns iezt reformiert habt, daß furohin nicht mer ge-
fohehen folt: fo könden wir mit nicbten darzfi Aill fchwei-
gen, und ift not, daß wir unfere eer auch be waren und
uns widerumb gegen der weit purgieren und verantwor-
u ten. und fagen alfo darzfi, (wie wir dann auch ain con-
cilium gehalten hau und euch auch widerumb ain refor-
mation zfifcbioken werden) daß ir bapß, cardinel und
bifchoff die rechten hauptfacher feit, dann was ir uns
armen efeln aufgelegt band, haben wir alles m&ßen tra-
10 gen und feind bißher von euch ringer gehalten worden
dann die ftallbuben. fo nun iezunt die warhait an die
fonn kumpt, daß ir die feind, durch die die weit ift Ter-
187
Art worden, fo facht ir uns armen pfaffen an zfl refor-
miern, z& ainem fchein, als ob wir daran fchuldig feien
gewefen. das haben wir nit mögen gedulden, danimb
haben wir lutherifche nnd päbftifohe pfaffen auch ain con-
5 cilinm gehalten, darin ain iede partei fein antwort und
befchwärnns auf ain ieden artikel dar gelegt hat, in mai-
nung wie hernach voIgt.
^ Der erfi; artikel difer neuen reformation.
EriUich, dae evangelium zu verkündigen, daneben
10 Angnßinum, Hieronymum, Gregorium mit ein z&
mengen und in allweg auf der alten manier zu
ßeen, wie vorhin in den alten concilien und durch
die alten väter beratfchlagt und befchloßen iß.
Lutherifch pfaffen.
16 Haben uns fchier z& bloß gelacht ob euer [reformation
und doch daneben ernßlich z& herzen genommen die
Wunderwerk und den zorn gottes, daß euch got, als die
weifen und klagen, fo plagt, fchendt und plendt und fo
gar ob feinem gotlichen wort z& kindem und narren
90 macht und wir narren von gottes gnaden ob feinem wort
fo weis und klag werden, du unfeligs conciliabuluml m&ß
man Augnßinum, Gregorium, Hieronymum mit einmengen?
wie haben dann die apofteln gethan? die haben das evan-
gelion predigt, ee die bemelten lerer feind geporen ge«
n wefen. Chrillus bevalch inen das evangelion zu predigen,
hat aber von kainem mengen gefagt. was hat uns von
der warhait geflürt dann das mengen, daß man immer-
dar menfchen leer und das wort gottes gemengt und ne-
ben eingef&rt hat, die uns von der warhait gef&rt haben.
«0 feit ir recht bifchoff, fo werdt ir euch von uns armen
pfiEiffen nit fchemen zSl lernen, wie dann in euern gaifl;-
lofen rechten begriffen iß, da es fpricht *nullus epifcopus
propter opprobrinm fenectntis vel nobilitatem generis a
parvulis vel minimis eruditis inqnirere et difcere negli-
» gat* etc. wißent ir nit, daß fich die hailig gfchrift an
allen orten, wo fie etwan dunkel iß, felbs aaßleget? laßt
difen fprach, wie euch dunket, gleich dunkel fein, nem-
liob 'tu es Petrus et fuper hanc petram edificabo* eta
188
mAfi man iee Augaftiniiin, Grbgoiinin odcfr Hteronjmum
räths fragen, ob durch petram Chriftus oder fant Peter
und nach im alle päbH yerftanden werden? nain. Cbri-
flu8 Tagt Tcrutamini fcripturas!* er weift uns in die (chrift,
& nit anf Augußins, Oregorii oder Hieronymus leer, da-
rumb maß man ficfa in der hailigen fchrift wol erfaren
und umbfehen, fo wirt man an ainem andern ort klarlich
finden, daß difer petra Chrißus ift und nit fant Peter
und nachTolgends die bepß, dann es hats der bailig gaift
10 felbft außgelegt, daß petra Chriftus fei. fo m&ß man in
allen pnncten th&n, die uns des erften anlaufs tunkel und
verporgen dünken, fo findt maus, daß fi fiob an ainem
andern ort felbs außlegt: qnia palTus dubius debet
declarari per paffum qui eft oertas et determinatus, da-
n rumb maß das wort gottes unvermenget bleiben, wol
mag man der lerer fentenz darüber lefen. ftimmen fi mit
dem wort gottes, fo ift es gät; wo nit, fo laß mans fa-
ren. fie haben mit irem glofieren nichts gäts aoßgericht,
aber wol haben fi das wort gots damit verwftft und ver-
20 derbt. feint ir nit kinder, fo feind die pauren kein leut.
ir fagt, man fol das evangelion predigen und doch auf
der alten geigen bleiben: fo ifts eben wie ror. wie daß
ir die alten propheten und lerer, nemlich Mofen, Hiere-
miam, Efaiam, Ezechielem und ander mer, item die evan-
2& gelitten und apofteln Petrum und Paulum, die gewidich
auß got und dem hailigen gaift, wie mans mit der war-
hait beipringen mag, gefchriben und gelert haben, hin-
derm ofen fitzen laßt, die elter feind dann die drei lerer
Auguftinus, Gregorius und Hieronymus, die ir den heili-
to gen gottes propheten f&rfetzt und vor inen herf&r zeucht,
und fi doch, wie man auch mit der warhait weifen mag,
nit auß dem hailigen gaift, fonder auß iren aigenfinnigen
köpfen gefchriben und gelernt liaben, ja auch geirret, wie
Auguftinus felbs in libris retractationum bekennt und yil
85 feiner fchrift und leer widerr&ft hat und prot^ert, wo
fein leer dem wort gottes, das die obbemelten propheten
durch und auß gol geredt «nd gelerat hab«o, nit gemeß
ift, fol man fi mit ntefaten annemen. aber ir keni euch
188
nichts daran, welobe leer enerm gewalt, eer und herlig-
kait mer dienet und f&glioher iß, got geh fie fei auß gott
oder aufi dem teufel, es habs Claus Manr oder Niclas
Pfriem geredt, die nempt ir an, da fragt ir nit nach.
» hört ir nit? das iß eben der ftreit, daß die concilien vi!
gefetzt und die väter vil gehalten und gefchriben haben,
die dem evangelio ganz widerwertig find, wie ir felbs
wol wißt. lolten wir darnmb auf irer irrung beßeen und
nit von lügen und irrung auf die warhait fallen? der hai-
«0 lig gaiß hat die apoßeln alle warhait gelemet und die
fchrift felbs außgelegt, ee die obbemelten drei lerer (die
ir maint, man folt fi einmengen) feind geporn gewefen.
darnmb keren wir uns an kain alts mußer: auf dem pur
gottes wort wollen wir beßeen und pleiben.
n Papißifch pfaffen. '
Wir wöltens gern halten und auf der alten manier blei-
ben, aber in dem find wir befchwärt: wir haben weder
Angußinus, Oregorius oder Hieronymus b&cher und wißen
nit, ob fi von gr&nem oder dürrem holz fchreiben. da-
to mmb bitten wir ain erfams conoilium z& Regenspnrg,
wollet mit uns difpenfiern, daß ain ieder für Augußinum,
Gregorium und Hieronymum fant Difcipulum, der ander
fant Meffiret, der dritt Bigam lalutis, der vierd Thesau-
mm novum, und was dann ain ieder hat, predigen mög:
M dann wir feind arme prießer, wir haben der bibel nit ge-
wont und haben mit dem beten zu fchaffen. dann wann
wir unfer horas oder fiben gezeit nit beteten, fo kemen
wiir umb nnfer pfründ: darumb konden wir der bibel nit
obligen. aber bald mag ain prießer ain kurze fermon
10 oder exhortation auß dem Dormi fecure (darumb es alfo
genennt wirt) klauben und den pauren ain yiertail ainer
ßunt ains machen und damit ain end. darnach hat man
mer zfi fchaffen, daß man die zeit verkünd und für die
feien und umb ain fchöns weiter bitt.
n i| Der ander artikel difer reformation.
Item, daß die prießer hinf&ro ainen eerlichen
babit tragen foUen und fioh aines erbam wan-
deis befleißen.
uo
liutherifch pfaffen.
Was kümmert ir euch, was die priefter üollen anlegen.
wißt ir nit, daß verpoten iß Matth. vi *ir lolt nit Tor-
gen was ir wolt anlegen' etc. fecbt anf ench, Heben
& berrni ir reit und geet daher in purpur und bilTo und
lebt tag und nacbt im faus, und die armen ligen vor
euern bifchofshofen , die laßt ir da ligen und wenig wirt
ir geacht wie euer winden und jaghund yierfoi^ und
gefpeift werden, habt ir mer forg und acht, dann wie die
10 armen elenden leut, die da an Chrülus ßat ligen ^ mit
fpeis etc. verfehen werden, fecht daß euch nit gefchech
wie dem reichen mani Luce am xvi.
Papißifch pfaffen.
Hochwirdigs concilium. difen artikel mit dem habit kon-
1» den wir nit verftan. es hat fich darob under uns ain
ßreit erhebt etlich Tagten, ain erbars concilium mainte
durch den habit die chorröck; etlich mainten, nain, fon-
der es fei das, daß wir loUen lange rock biß über die
knoden antragen; etlich mainten, uns werden durch den
so habit rot rock (exceptis doctoribus utriusque juris) und
rot und grünhofen an zä tragen verpoten; etlich mainten,
nain, dann das fei uns vorhin in ßatutis fynodalibus ver-
poten. nun wolten wir ie nit gern wider die pot der
haiügen chrißlichen kirchen thün; darumb wir über das
3& wörtlin 'habit' ain declaration begem. doch wann wir
foUen auf der alten geigen bleiben, wißen wir wol, was
der habit deut, das iß, daß wir nit rot oder grftn hofen
antragen foUen und nit auf holzfchuchen geen, wann wir
den leuten das facrament in die heufer tragen, daß ir
30 aber von ainem erbam wandel fagt, den wir f&ren foUen,
wißen wir nit anderß, dann daß wir uns des bißber red-
lich beflißen haben.
Lutherifoh pfaffen.
Ei, was lagt ir da? wir wollen begeren, daß das hailig
3& concilium uns kurze rock vergünd und den pauren lange
rock zä tragen gepiet, fo ficht man dann die pauren für
pfaffen und uns vor pauren an. dann fo wollen wir lagen
' die in langen rocken haben die weit verfOirt*; fo wil man
141
dann wenen, die panren habens than. fio ars deluditur
arte, ir folt auch an ain erbars concilium begeren, die-
weil fi euch auf ain erbarn wandel treiben wollen, das
doch bißher nit fit und gewonhait gewefen ift, fo haißt
5 euch erlauben, daß ir mögt zfi dem eelichen (taut grei-
fen, wie kont ir fonft ain erbarn wandel fEiren, fo ir an
offner unee fitzent und halt mit hären haus und feit un-
▼erfchempt hdrenf&rer. darumb fuppliciert, ir woltent
gern ain erbarn wandel f&ren, fo wollen fl euch nit laßen
10 darzü kommen.
Papiftifch pf äffen.
Warlich das ift ain gfite mainuhg. wir m&ßen den bi-
fcboffen unfer hären halben vil gelts geben, wann wir
eeweiber hetten, dürften fi uns nit mer ftrafen. doch ifts
ift zä beforgen, daß fi uns eben dammb in die ee zu grei-
fen nit wollen vergünnen, daß fi furchten, inen werde ain
jarUcher härenzins abgeen. doch wollen wirs yerf&chen.
▼il verdirbt, daß man nit wirbt
^ Der dritt artikeL
M Sich aach aller kaufinanshendel zfi entfcUaben
und fich der nit z& geprauchen.
Lutherifch und papiftifoh pfaffen.
Hie autor tangit fe ipfnm. das iß euch felbs gefagt lie-
ben herren, ir felbs treibt kaufinanshendel. der bapft ver-
i^ kauft bisthumb, probfiei, ^[»tei, pfirund, aplaß, pallium und
alles das nur gelt tregt: fo m&ßen wir - armen pfaffen
von euch bifchoffen auch alles kaufen, was wir haben
m&ßen. die pfirund m&ßen wir von euch kaufen wann
wirs empfahen. wir mfißen von euch den gewalt zfi ab-
90 folviem kaufen, wir und die armen lent mflßen von
euch den kirchhof kaufen, wir mflßen von euch die
weihe kaufen, daß ir uns die zigel auf dem tach, die
glocken, glockenCailer, kelch, melsgewant, hantzweheln,
rauchfeßer, ßain und holz weihet und taufet, deshalben
sft habt ir uns darzfl yerurfaoht, daß wir auch wie ir kauf-
leut worden feind und haben facrament, befingnns und
anders mer den pauren mflßen verkaufen, damit wir gelt
loften, euch euer gaukelwerk ab zfl kaufen, darumb wann
142
ir nit von euer kaufmanfchatz wolt abßeen, bitten wir,
ir wölt uns aach lenger laßen kanflent fein, damit wir
euer kaufinanfchatz haben zfi beaalen. wo nit, wollen
wir alles das verkaufen, was nur gelt tregt und wenn
& euch nur ain heller zerrint, fo legt ir ain fteuer anf uns
armen efeL fo ir dann fteuert, m&ßen wir die pauem
auch fieuem. wie wol ir ain furftlichs außkomens habt,
noch kont irs nit laßen, ir mfißt uns den armen das prot
▼orm mnnt abfchneiden und feit dennocht fo keck und
10 verpiet uns, wir lollen nit kaufinanshendel treiben, ir feit
an euch felbs und wölt uns armen pfafFen für die lucken
Hellen und euch mit uns verkaufen.
^ Der IUI. artikel.
Hiniurter kainen mer zSlt begegnus zu zwingen,
IS -allain was auß freiem willen gefchidiit.
Lutherifch pfaffen.
Da kumpt ain mal 'dormiunt in fomno paois' heraußl
got fei lob, die weifen wollen auch lutherifch werden, fi
haben die fchrift von gottes gnaden erfehen, daß fi den
so chriftgiaubigen feien frid und rfiw gibt nach irem abfcldd
von dem leiebnam. fi wollen die fohinderei gemach laßen
abkommen, vor ifts adn gepot gewefen, daß die pfaffen die
leat mit gewalt darafi genötigt haben, daß fl die, die in
dem herren entfchlafen feind, m&ßen laßen befingen: iez
*» ift ain concilium daranß worden, ee wirt bald beßer.
Papiftifoh pfaffen.
Oot feis Uagt, daß unfer oberften wöOen auch lutherifch
oder evangelifch werden und daß fi fo gar unfinning wor-
den teind« oben haben fi gefagt, man fol bei der alten
to monier bleiben: da fallen fi gerad wider darvon. fo ift das
die alt monier, daß man die toten befingen fol, es helf oder
helf nicht, aber mit der weis wirt uns abgeen laib, kes,
kerzen, opfer, feelgeret, vigilg und mefsgelt, eßeii und
trinken etc. o zeter, zeterl bißher haben die pauem die
85 k&w auß den ftallen mftßen verkaufen und die toten la-
ßen befingen, ja der teufel dank inen! fi m&ßens wol
tbAn: aber iez laßt irs fipei. o herr got, es wirt mit dem
beflngen auch auß fda! wer wil nun mer ain pfkrrer
148
feiD. o morde jol o rette jol wir betten gemaint, fi lol-
ten daa befiogen erft recbt aufgericbt baben, fo tbun fies
ab. o wie lang baben wir uns auf ditz concilium gefreuet
und mainten, die berge worden kinder geperen: fo ift ain
» maus drauß worden, parturient montes, nafcetur ridicu-
lu8 mus.
^ Der V. artikel.
Item, der gleicben umb kainer fcbult willen die
lacrament (wie bißher befcbeben) vorhalten.
10 Lutberifch pfaffen.
Gloria in ezcelfis deo. fi kommen aber mit ainem luthe«'
rifcben oder eyangelifchen Huck, es wirt ie lenger le beßer.
Papiftifch pfaffen.
Got feis klagt im obrifien thron unfers Verderbens! wir
15 betten gemaint, fi würden unfer lach gfit machen: o herr
got, fo haben fies nur erger gemaoht und fagens da aller
weit wir haben die facrament den leuten bißher von
des gelte wegen vorgehalten, es ift laider war, fi foltens
aber dennocht nit fagen. o ir lutherifchen bifcho£f, du
20 lutberifch concilium! fagt ir auß der fchäl, peit, wir wol-
len auch fagen was wir wißen. ir fagt, die peicht fei ain
facrament warumb m&ßen dann wir den gewak zä ab-
folviem von euch kaufen und anders mer? zeterl zeterl
onme regnum in fe divifum defolabitnr.
» ^ Der VI. artikel.
Item, in fechs monaten nach außgang difes man-
dats oder reformation foUen Ordinarien darzu ver-
ordnet werden, die mit rath der weltlichen für-
ften, herren und oberkaiten ditz werk der hant-
ao habung und anders halben bandeln werden.
Lutberifch und päbftifch pfaffen.
Wir pfaffen hoffen und trauwen, alle weltliche furßen
und herren werden an euch anfahen als an hauptfachern
und als denen, den reformierens taufent mal nöter thüt
86 dann ui^a armen pfaffen: dann alle fchinderei und verfö-
rung von euch auf uns kommen ift.
% Der vi;i. axtikel.
Item, was allenthalben für mengel üonft wider die.
144
gaiftlichen find, daß die felbigen durch den bapft
oder legaten hier außen abgekert werden lollen.
Lutherifch und päbftifch pfaffen.
O herre got, wie wirt es denn fo wol außgericht! ain
s kräw beißt der andern die äugen nicht auß. wann die
weltlichen furllen und herren difes wol fSg und recht
betten und die fach nit under die hend nemen und alle
ding nach beftem vermögen dem evangelio gemeß machen,
fo lils verloren et noviffimus error erit pejor priore. wie
10 wolten die leut ain chrilUich reformation machen, die dem
wort gottes fpinnenfeint find, es ifl; eben als wann got
dem teufel w51t bevelhen, er folt die chrißglaubigen fe-
ien gen himmel f&ren. fo ifts doch wider fein art und
würd mit inen gen hell faren.
u ^ Der VIII. artikel difer reformation.
Item, wenn fi hinfuro begengnus haben, nit in
den tabernen, fonder in herren heufern orden-
lich z& leben.
Lutherifch pfaffen.
20 Ja, lieben herren, das fpil habt ir auß der haut geben
und ift fchon verloren, ir habts den pauren haim gefetst,
es ift fchon auß mit dem befingen, ir wolt erß den ftall
zä thän, fo die k&w hinanß fein, darum betten ir die
m&he wol erfpart, daß ir erft forgt, wo die pfaffen auf
8& die toten freßen und trinken foUen und habts oben frei
gelaßen, fi werden über euch deus laudem beten, da-
mmb thät nur das creuz für euch: ir habt euch ungün-
ftig pfaffen gemacht.
Papiftifch pfaffen.
so Ja freilich deus laudem. ich wolt daß fi der teufel gar
hinfört, daß fi das principal, das ift die befingnus, haben
fallen laßen und wollen erft vom acceflbrio, das ift,
von eßen und trinken auf die toten reden, fi (ölten wol
gedacht haben 'fublato principali toUitur et acceflbrium*,
s& das ift, laßen wir die befingnus der toten fallen, fo wirt
es vergebens fein, daß wir ain ftat ftimmen, wo man auf
fi freßen und trinken fol. flent amare: fi konden vor
wainen nichts mer reden.
145
^ Der IX. artikel.
Item, es (ollen auch hinforo alle priefter in aUen
feilen 2Ü abfolviern haben, allain totTohlege, ketze-
rei und den ban außgefchaiden. es Toi auch kai-
s ner zum beiehtgelt genötigt werden, allam was
anß g&tem willen gefchicht
Lutherifche pfaffen.
Es feit umb ain klains, fi weren da gar lutherifoh oder
eyangelifeh worden, wolan, haben fi all feil, biß an drei,
10 auf ain mal abthan, fo werden fi die drei noch über drei
jar, da man aber ain concili halten wirt, ob got wil, auch
abthAn und werden xum letften gar lutherifoh werden,
habt dank, lieben herren, fo dürfen wir doch aucterita-
tem ad plebem, das ifi, den gewalt in vorbehalten feilen
15 z8 abfolviern, nit mer von euch kaufen, vor, wenn wirs
zur rechter zeit nit redimiert haben, find wir de facto im
ban gewefen. find wir doch aber ainer bürd los wor-
den, etwan wirts beßer. wie daß ir den eepruch nit
auch vorbehalten habt? oder ifi er villeicht kain fund?
10 antwort folt man den eepruch granfam machen, wie wol-
ten fi und die pfaflTen hindcr hSren kommen? ain iede
hraue würde fich vorm eeprechen fcheuhen, wann fi große
(&nd auf den eepruch fchlahen weiten, aber den tot-
fchlag m&ßen fi groß machen, ob fi bei den franen oder
t> hüren begriffen würden, daß man fi nit zä tot fchl&g.
zwar ir hettent den ban mit eeren auoh wol laßen fal-
len: er gilt nichs mer, wie er von euch bißher übel
praucht worden iß. man wirt fich des evangelifchen bans
halten, wie Matthei am xvni. lUt fo thät euer ketzern
10 auch nichts mer, dann ir keret eben das hinder herfur.
wer das wort gottes predigt, den ketzert ir. wer euer
decreta und fiatnta fynodalia und provinciaUa predigt,
den haißt ir hochgelert und ainen außpündigen g&ten
Chriften.
u Papiftifch pfaffen.
Ir feit da aber fdbier lutherifoh wortfen, und woUent doch
alle weit von des Luthers wegen creuzigen« wie wolt ir
iez hind&r gelt hommen? hett irs bei der alten monier
10
146
laAeB bleiben, fo hetten wir die leiit, wo fich ainer rer-
fchnapt het, zö euch remittiert, fo hett ir inen ain feder
zohen, oder hetten im aufgelegt, etlich gelt an die yenien
z& geben, ee fi zfi euch weren gangen, ee hetten fi ein-
s gelegt, was man nur inen angemfit hett. fo ift es tina
auch nachtaiKg, dann es mocht leieht ain fal fein ge-
wefen, fo mflÄen fi fich in der beicht mit uns auch ver-
tragen haben oder wir betten fi nit nußgericht. fo fehlacht
ir das beichtgelt auch ab und haben gar kain gewinnes
10 mer darauf, welcher teufel wil mer beicht hören? doch
darf es TiUeicht des kriegs gar nicht; man mftft darauf
gedacht haben, ob man hinfuro mer beichten wiirde oder
nit, wie bißher gefchehen ift.
^ Der zehent artikel.
18 Item, daß auch kain abfenz befchwärt, fonder
die furan mit den bifchoffen gefetzt werden, und
alfo, daß man defter gefchickter leut auf den
pfarren und pfrunden haben und in ßatlich auß«
kommens geraicht werden mag.
M Lutherifch und papißifch pfaffen.
Ir diirfent nit furpauen, man wirts euch fein weren, daß
ir kain pfarr oder pfründe mer mit ziufen befchwäret wer
hat die pfi-ünd mit zinfen überlegt und befchwäret dann
ir päbft und bifcho£f und die fchndden romifohen curtilan?
» wir armen pfaffen haben wein gen hof tragen und haben
m&ßen waßer trinken, ir habt den keren genommen und
habt uns die fpreuer gelaßen, was fagt ir von außkom-
men, fo ir doch felbs die pfründe ringert und befchwärt
mit zinfen und refervaten, daß kain gefchickter man da-
to rauf bleiben kau noch mag. man maß nur butzen und
llil aufklauben, die fich des bettelns darauf kaum erwe-
ren mögen, das beß mfiß alles denen werden, die es nie
verdienet haben, das doch wider das wort gottes iß, daß
der fol der pfarr genießen, die er felbft nit verficht ir
w wißent nit was ir lallt
f Der ailft artikel.
Item, es fol kain münch kain pfarr mer befitaen,
es fei dann daß er alle nacht in tStiu clofWkom-
1«
men mag, es were dami faob dßQ sin doller fo
arm were, daß im lolicha auß der noth aägela-
ßen wurde«
Lutherifch pfaffen.
s £i wie ain treflPenlicher und nötiger punct ift daa, alme
deosi wie wann aber ain münph verfpert wurde, daß er
die felbe nacbt in fein cloßer nit kommen mocbt, m&ft
man im pritToben fcblaben?
^ Der XII. artikel difer reformation.
10 Item, daß Juan priefter sfi der weibe mer zfige-
laßen werde, er fei dann vorbin gnngfam ver-
bört und darzi gefcbiokt
Lutberifcb pfaffen.
Ir dürfen der forg nicbt, daß man lieb umb euer weihe
u mer dringen werde, ir m&ßl darauf gedacbt baben, ob
euer weiben aucb von noten wer oder nit, die panren
werden iez aucb pfaffen macben« man wirt eueb nicht
mer in die bende fehen, als man vil hundert jar tban hat
Papißifob pfaffen.
90 Ja der teufel und das wilt feuer laß fich mer ^(reihen,
die pauren fagen, fi feien aucb geweicht, und haben den-
noebt kain platten, und fcblaben in uns wie in die hund
und wollen dennoobt. nicht im ban fein.
^ Der XIII. artikeL
» Item, daß kainem binfurter unordenlicb z3hi^
ben geßattet werde.
Lutherifch pfaffen.
Die gemain prießerlbbaft Terftat difen artikel nit: ideo
▼ult eum fuper dare et petit in^lbrmarL
» % Der xiin. artikel.
Item, es Ibllen auch kain ftationierer hii^&ro z&-
gelaßen wtoden, es befcbehe dann mit maßen
und alfo, daß fdchs wol angelegt werde.
Lutherifch pfaffen.
31 Ir hettent difer forg auch nichs bedurft, ir dfirfeiis nit
verpieten: der {wiren kolb^ii, knittiel und flegel hinder
der hansthur Werdens den ftreiobam fein weren^ kommen
fi ain mal, daß hinf&r nit mer kommen werdetit
10 •
14S
Papiftifcli pfAffen.
Wir lüshens auch gem. et ift fihidert kadtt ftationierer,
er hat in ainem iden dorf am hfiren am baren, an die
legen fi, was fi den armen leoten mit dem ftreicheiTeo
« aUiegen und triegen. zwar ünfere küebin werden A hin-
f&r ancb mit waßerftangen anß nnfem pfitrhSfen bringen,
damn & fohen inen alle ftation ain gelbs par henfcbnch
geben, das wollen fi inen ancb \rdrbeha!ten. ich main,
nnfere kftcbhi foRen fi nit mer admittiem oder zi&laßen.
10 man dfirft darumb kain con^tÜnm gehalten haben.
^ Der XV. artikel difer reformatio».
Item, daß kain priefter hinlüro angenommen,
auch kain mefs e& lefen geftaltet, er hab dann
▼orhin gnngCra» beweift, wo luid vxm wem.
u Ltttherifoh pf äffen.
Da Unken fi wider mid wollen nimmer lutlierif^li fein
und mainen, fi wollen den lutiierifohen oder enmgeHfchen
pfiiffett alle bisthmnb afl eng maehe».
Papiftifeh pfaffen.
••• Ja ts were wo! fein, wann fi in etlichen Anoken nk Ton
der altes monier gefalle« weren, daß man modert kain
luiberifchea pfiiffen het laßen c4nkümmen, Ib w^ten wir
die panren noch wol ain w«il am narreRfliü umbgei&rt
haben, alfo aber ifts verloren: fi feiöd felbs ain tails g&t
sft lutlurifehi
^ Der xvf. aartikel.
Daß auch nicht allain die kirohett probft mit dem
kkcbengelt «oibgean, fonder mit wißen aines pfar-
rers, der aaA aia IbUflißel dai^A habe» M.
10 LatkeriXehe pfaffen.
Waclidi weie difinr artikel liberfisken und mit boMitfchlagt
und befcUoßen worden, fo> mocht Lotfaers fapefc firei für*
dmngen hm, nkeg nfia hat» kmn noi mer. cHfer artikel
gibt erß Luthers beb ab» npfteft. was Col man lagen?
u XiKthor ift ain kateer vmi fiuU iioren» dhuraft: d«r bat on
wißen; vuA wülen der kiHDbenpsiblt md d«i pAurrers
ift Bob der Ürchen gtlt den «inMH \Mt&m gebe« und
außtaüt anß MI den keimik da habt ir dan grant,
149
wie man mH iW Urohaii gelt fei mnbgeen. ^ Im lob,
(kfi die wwrheit an tt^ knmpll
Papiftifck pfaffen.
Warlich, Heben berren, ee ift <lennoeht aia artikel, da
k groß an gelegen ift. reobaet ira felbe aufi, wirdigea lie-
ben harren! wann iez aii» pfiurrer rechnnug wil bähen,
fo wollen die pfleger mir dar bei fein, ift ee nil ain
febwere (aob, daß Ach die weltUohen in gaiftlioba fach
fehlaben woUmi? ift ie von unfern gnädigen banren den
10 bifoboifen in ftajtutis rynodalibus verpoten, ifts i& irariicb
kain fcheras nit. man mfiß dennoehl TeheD, daß man den
ekriftlicben glauben erhalt fo ift dae auch ain meriLÜcbs
ftnek. die kirebenpröbft find bißher allein mit der kir-
oben gelt nmbgangen und bat der pfiurrer kain fehlüßel
15 darzd gehabt fecbt sjS, wann une fchon got plagt, fo
ifta kain wunder, wil man doch gar niehta mer auf den
glauben haken, got fei gelobt, iea mfißen die kirchen-
probft uns pfarrern anoh ain fehftßel laßen, und wanns
in laid were. ift« ie klarUoh außgetruckt, daß der pfar-
» rer auch ain fohl&ßel haben fol und nur er und kireben-
pröbft mit der kirohen gelt IbUen umbgeen, die pauren
wollen fieh auoh ain weil darein gefehlaben haben, nein,
da bats die chrißKob kireh fein ftikommen« dammh, lie-
ben harren, biß fontag fo i^edig ain ieder dar von^ was
Ift die chriftlioh kiroh des gdte und der fehlüßel kalb zA
Kegenapurg befcUeßen hat, fo kommen die lent auf und
hinder die warbait
% Der XVII. artikaL
Item, daß aueh kain weidhbifohof von de» wei
w hen nichts mer «& fordern hab, allein xwung
und uakoßea. Dk dae &brig Collen fi die bifehoff
erhalten,
liutherifoh pfaffen.
O lieber got, des armen weihensl ir m&ßeat torhim ge-
M dacht habeA, ob man euch fladenweiher mar fordern
wfird, ftain und hole, ftrick tmd alt keßel etc. a& weihen,
wir merken wol, wo euch wee ift. ir woltet gern dae
minft iur dae maiaft nemen, daß man nur nochaaf euer
160
gankelwerk etwas bi^It. lieben fladenweiiier, bleibt da-
haim mit euerm weihen, das raten wir euch, oder man
wirt euch eben empfahen mit euer infein und weihen wie
die llationierer mit irem heilthumb und ßreichholz: laßts
h euch gefagt fein, der panren trifchel wartet auf euch,
kumpt oder bleibt auß. wollen aber die pauren, die nit
lutherifch und des worts gotes noch nit underricbt find,
narren fein und euer begeren, daß ir inen fiain, holz und
glocken weihet und taufet, fo iß der fach noch gSt zfi
10 rathen. ir fchlagt wol fo tiI serung und unkoßen darauf^
daß ir zä der hauptfach kumpt das mögt ir wol thfin,
dann difer artikel melts klärUch, daß fi euch zerung und
unkoßen m&ßen außrichten. fo wolt ich fo yü unkoßens
darauf fchlahen, daß es mir wol on nachiail were. fo
IS mog^ ir euch fünft auch b5fer ftuck prauchen, damit ir
hinder gelt kumpt, wie ain mal ain weichbifchof, der kin-
der firmet. der man, der dem jungen knaben wolt die
firmbinden umbftricken, hieß mit namen Hans und der
knab hieß Jörg, da fraget der weihbifchof *wie haißs?'
so da maint der toth, er hett in gefragt und antwort dem
weichbifohoff *herr, ich haiß Hans/ da fagt der weich-
bifchof 'ei, ich hab euch nit gemaint wie haißt der
knab?' antwort der tothe *herr, er haißt Jorg\ fagt der
weichbifchof 'ei, wie habt ir die fach überfehen: ies mfiß
» der knab Hans Jörg haißen.' fagt der tothe darauf 'herr,
ich kan im ie nit thän. ich maint, ir betten mich ge-
fragt, darumb antwortet ich, ich hiuß Hans.' fagt der
weichbifchof *wolan, wollen des knaben eitern xx gülden
darauf wagen, fo wil ich im den namen Hans widerumb
10 abnemen, fünft mAß er fein lebtag 4Ians Jörg haißen.*
zum letften ift es auf zefaen gülden komen, die der weich-
bifchof nemen wolt ie die eitern betten gefagt 'got geb
er haiß Hans Jörg oder Hans Seitz, fo vil wollen wir
nit darauf legen.' alfo haißt der knab noch Jörg und
sft der regen hat im rilleicht den ain namen Hans ab ge-
wafchen. fo ift es warlich gefchehen. der weidibifchof,
der knabe, tothe und die eitern leben noch, fo feit ir fia-
denweiher. fo geet ir mit den armen leaten umb. pre-
151
tilgt das woii goHesI nach euerm fladenweihen wirt man
nichts mer fragen.
Päbftirch pf äffen.
Hettent ir fladenweihcr auch beratfchlagt und gepoten,
» daß man alle fontag das waßer und lalz weihet, und
wer» nit thet, daß der felb ain ketzer were, fo betten ir
euer weihen auch damit bekrefUget und erbalten oder
ain glauben gemacht fo man aber waßer, falz, fladen,-
aicr, flaifcb, kraut und ruben etc. nit mer weihet, vil
10 minder werden die pauren holz und ftain, glocken und
alt haderlumpen weihen und taufen laßen, hettent aber
ir erjiAlich gepoten, daß man falz, waßer, palm, kraut
etc. weihen lolt bei Vermeidung ketzerei, fo betten die
pauren gemaiiit, es lege etwas daran und hettent euerm
u weihen damit auch deßer ain beßeru fchein und glauben
gemacht, alfo feit ains mit dem andern und ill eben ain
narr wie der ander.
^ Der XVIII. artikel.
Item, es fol auch ain verendrung mit der haili-
so gen eerung und feiertägen inrgenommen werden,
aUain an den orten, da befonder hailigen und
patron find, als zu Salzpurg fant Ruprecht, z&
Meifen lAnt Benno etc.
Lutherifoh pfaffen.
» Was werden aber die andern hailigen darzfi lagen, die
auch mit roter dinten im kalender gefchriben find? es
wirt fchiUet br&der machen, halt euch unpartheifchl
Papiftifch pfaffeiu
Wolan, was die hailig chriiUich kirch fetzt, m&ß man
ao dennocht halten, mit den lieben hailigen iß nit g&t z&
fcherzen. thät ttkßa fchon etlich feiertäg ab, fo maß maus
dennocht verkünden, wer fi eeren und feiren wil, der
mags wol thän; dann die lieben hailigen find unfer für-
bitter gegen got man mach eben drauß was man wil,
3». uns gefelts gar nichts daß man die feiertäg abthfit« wir
betten gemaint, man folt erß mer aufgericht haben, wol-
an, erbarme got, es wil doch alles zfi trümmern geen.
wann vil feiertäg weren, fo wers unfer nut^, dann zfi
l»t
Seiten betten die frommen menfohen den lieben hailigen
laßen mefs lefen; fo gats uns als ab^ es gat me das
beicbtgelt, das befingen, prefenz, opfer ab. aoh got, wer
wil mer ain piießer feini
s ^ Der XIX. artikel.
item, daß die faßen hinföro nit beim ban, fon-
der bei dem geborfam der kircben gepoten werde.
Lotherifch und pabftifcfa pfaffen.
Ja, lieben harren, ir kumpt z& fpat, es ift nns fcbon ver-
10 poten. wann wir ain feir oder faßtag beim ban pieteD,
fo pfeift man und plerret über uns wie über die Juden.
^ Der XX. artikel difer reformation.
Item, ob ain pfaff von ainer perfon tot gefcbla^
gen würde, fol des die gemain mit dem ban
n nit entgelten, es fei dann daß die gemain mit*
thäter fei.
Lutherifch pfaffen.
Hat doch der pabß vor gepoten, wann ain lolcber fal
gefcbehe, fo fol man interdiot legen, wie, daß ere iezt
M anderft macht? fagt er doch, der pabß mog nit irren, fo
mAß man ie in allen artikeln, damit er allda umbgeet,
geirret haben, fo ers anderft macht ja freiKch geirrt,
es ift wol mer dabinden. wie daß er fo eben mit den
pfaffen exempliflciert? mößen fi dann alle Incken bftjßen?
M ich hör wol, es m&ßen nur pfaffen erfchlagen werden,
warumb fetzt ir euch nit zA ainem exempel alfo: wams
ain fladenweiher (dann es feind nur fladenweiber in difem
concili gewefen) tot gefcblagen ^rt. ir (olt nit fetxeo,
daß man die leut zfi tot fohl&g; ir folt alfo gefeUt ha-
«• ben *non occides, du folt nit töten.'
^ Der XXI. artikel.
Item, die priefter fo weiber nemen, efl ftrafen
und den bifchoffen sfi fchioken.
Lutherifch pfaffen.
ift Ir verpiet uns ins Ehatchriften nämen weiber cd nemen,
fo verpieten wir euch in Chriftus namen bSren sn haben
und niemants fein tochter oder eefrauen leftern oder
fehenden.
IM
PapiUiroh pfaffen.
Oben piet ir 1100, wir loUen uns ains erbaro wandele be-
fleifieD: fo wirs ihfin wollen, fo wölt irg nit leiden, iea;
wolt wir von unferm fchentlicben bArifchen und p&biTchen
h leben laßen und zur ee greifen und ain erbars leben an-
fahen, fo verpiet ir uns, weiber zä nemen. wie könden
wir ain erbarn wandel fören, wenn wir mit hären m&ßen
baoien. wölt ir aber lagen, wir verpieten euoh die huren
nnd baißen euch nit mit h&ren haus haben, fonder ir folt
10 keaCßhait halten, antworten wir: warumb geet dann ir
der h&ren auch nit m&ßig? findt man doch wol under
euch folch eunuchen, die alle jar iil oder im hundert
gülden auf die huren dürfen wagen, fo dann gut keufchait
zfi halttti iß, warumb facht irs nit an? wie vil feind
ift bepß gewefen, die all pfaffen kinder gewefen find, ir
gleifner, ir legt uns unträgUch bürden auf, die ir mit
ainem finger nit anr&ret. maint ir nit, wann zwai eeleut
ir ee nit prechen, fo halten fi keufchait? ja, nit anderß.
wir wolten auch gern eeliohe keufchait halten, fo wolt ir
90 uns nit laßen darzfi kommen, on ain eefrauen z& lein,
iß ie von got nit gepoten, wie die fchrift klarlich laut
'de virginibus preoeptiun domini non habeo. qui poteß
oapere, capiat* wie feit dann ir fo dnrßig und unfinnig,
daß ir dürft an gepot auß ainem ding machen, das got
» frei gelaßen hat. ir feit doch die rechten EntchrUlen. ir
maint, wann ainer nur kain eeweib hab, er niete fich
funfi allerlai hürerei, wie er woll, fo fei es keufchait ge-
halten, nain, lieben herren, mit euch wollen wir des teu-
feis nit werden, die hüren wollen wir faren laßen, lußs
ao uns, fo wollen wir weiber zfl der ee nemen. aber unfer
eeweiber wollen wir euch nit zAfchieken, aber felbs dür-
fen wir vor ettch erfeheinen und das wort gots euch flugs
under die meiiler ftoßen 'oportet epilcopum unius uxoris
effe Tirmn* etc. lieber thüt im alfo. bat ain pfaff ain
M hfiren, fo ftrafet in; hat er ein eeweib, Araft in auch; hat
er aber kain hfiren, anoh kain eeweib und lebt keufch-
lieh, So ftraft im aneh| daß ir nur s& Arafen habt
IM
^ Der xxviiL artik^L
Wider die ketzer z& verfareD, wie dann biUioh
und reckt ift.
Lutherifcb pfaffen.
^ Difer fpeis eßen wir nit ir maint, ir wolt uns thAn wie
deo zwaieQ Augußiner manchen zä BrulTel. naan, wir
appelliera a jure hnmano ad jus divimini, a fede apofto-
lica et romana ad federn dei et ad tribnnal CbrißL
^ Der XXIX. artikel.
10 Von dem glauben nit frevenlicb binder dem wein
zfi difputieren.
Lutberifcbe pfaffen.
Ja warlicb, es iß balt vaß not| dann kinder, narren und
die trunken reden gern die warbait. exempli gratia. ich
is (oder wir, ich dauz mich nit gern) hört ain mal von
ainem trunken vollen pfaffen , der zwar bos lutherifch iß,
es were kain fegfeuer. zfi morgens da er nüchtern ward,
hett in der fchimpf gereuen, fo reden warlich die paa-
ren auch fcbeuzlich von fachen, wann fi vol fein, und
so fagen überlaut, Luther fei ain prophet gottes und der
bapß out feinem anhang fei der Antichriß. darumb were
gfit, daß man den pauren hinderm wein ßlentium gepöt
aber hinderm wein ißs mit in verlorn, fi fchweigen nit
wann fi den pflüg h&ben, möchten fi ee fchweigen dann
M bei dem wein.
^ Der XXX. artikel.
Daß die pfarren hinf&r mit gnugüamer underfaal-
tong verfehen, damit die getoain von inen unbe-
fohwert fei.
80 Lutherifche pfaffen.
Difer artikel iß vaß tod noten, dann die pauren woSan
nit mer opfern, auch daß ir pracht and b&rerei deßer
baß erhalten werde.
Päpßifch pfaffen.
M Ja warlieh, fi haben halt uns das beiohtgelt, befingnas
vmA die laerament zSl verkaufen angehebt: fo woUen die
alten weiber Ott mer meia fraaimea und befteUeii und ift
unler gewiBnnng fobmal worden, got erbanosl
I.t
ist
^ Der XXXI. artikeL
Item, ain leder bifchof in feinem bisthomb fol
järlicben ain rerbor in allen ungepürlichen hen-
dein und TÜitation balten, mit fleißigem auffe-
gt » hen, daß die boshait gellraft werd.
Lntherffche pfaffen.
Was macht ir da? es were ainem bifchof ain fchand, folt
er mit denen fachen umbgeen. er fehickt fein pedellen
und flfcal herauß: die werden wol fehen, welcher priefter
10 ain fchone küchin hat oder nit. fo fol inen der pfarrer
die meuler föllen und dem frißgar ain par gülden fchen-
ken und dem pedellen drei kes geben und den bufen vol
flachs etc., fo fchweigen fi ftill und fagen Varlich, die
prießer halten fich ganz recbtfchaffen.* fo ift es dann
^ fchon aufs beü vifitiert und alle übel aufe bell geftraft.
Papiftifch pfaffen.
Ja warlich, wenn man den buben nichts gibt, fo ifts auß,
fo m&ßen wir innerhalb acht tagen vor Annas und Cai-
phas erfcheinen et fuper articulis ex officio objiciendis
jo refponderi. und wir feind warlich arm tropfen, mir käme
fchier ins hirn, ich wolt auch lutherifch werden, ja wann ,
fi uns kain hfiren wollen laßen, fo wollen wir mit ge-
mainem rath alle luthrifch werden und nach dem evan-
gelio alle eeweiber nemen.
» ^ Der XXXII. artikel.
Item, was den prieftern und fonß zur zierlich-
kait gefetzt, daß folchs fo tU den gepoten und
fonft der gepür gemeß pleiben fol.
Lutherifche pfaffen.
10 Das thSn fi warlich vleißig. was ir inen gepiet, das hal-
ten fi mit großem emft, als kain hart ziehen, die platten
fcheren, lange rock antragen etc. nur allain mit dem thfit
ir im z& vil, daß ir inen die hfiren verpiet das konden
fi lauters nit halten, dann es ift gottes gepot und wort.
u ^ Der XXXIII. und letft artikel difer refor-
mation.
Item» daß hinAr kain gelt zur ftraf von den
158
pfaffen genommen, fonder mit gepürlicher ftraf
on gelt g^en inen gehandelt werde.
Lutherifch pfaffen.
Wann das eoer fifcal und fchreiber mögen leiden, fo la-
ft ßen wirs auch gefohehen, fo ift es wider euch und euer
officiäl. ir habt ie all mal den zwaiten und euer official
den dritten tail von der pfaffen härengelt, darumb ir G
ftraft. üts doch wider euch, es gibt ain pfaff alle jar
gern x gülden, daß man in bei der huren fitzen laßt
10 Papillifch äffen«
Ja yil lieber wollen wir alle jar ain genants gelt gebeni
dann daß wir unfer küchin laßen und ad carceres geen
foUen. hoffen und trauen, ir werdent uns bei der alten
monier bleiben laßen, wie ir felbs am anfSftng gefcbafit
u und gepoten habt, in gefenknus wollen wir nit, anfere
kücbin laßen wir nit, an geld fols nit abgeen. wie die
alt monier ift, fo bleibs zu aller frift. gramen, du tA
durrer gaul.
^ Getruckt zä Lumbitfcfa auf dem federmark.
i: vm.
I
et EIN WEG8PRECH
GEN REGENSPÜRQ zt INS CONCILIüM
M ZWISCHEN EINEM BISCHOF
HÜRENWIRT UND KÖNZEN SEINEM KNECHT,
$ Conftitoe foper enm peccatorem et diabolas ftet a deztris ejus.
i> Fiant dies ejna paac! et epifoopatum ejus accipiat alter.
Pfiamo 108.
^' MDXXV.
H&renwirt KfinzI KfinzI
K&nz. Meifier, was begerfiu?
Hürenwirt. Sint die rofs gefallet?
Kfinz. Ja langft.
ft Hfirenwirt. Nan wol an, fürs ußer und laß uns auf-
fitzen!
Kunz. Es gelt woL wo wiltu aber hin riten?
Härenwirt Gen Regenspurg, mein fach des bifchofs
halb do felbft zfi erklagen.
10 K&nz. Nun fo laß uns in dem namen gottes reiten.
H&renwirt K&nz, mein lieber gefel, was vor ein gro-
ßer raifiger zeug zeucht do vor uns hin?
K&nz. Es iß unfer gnediger herr der bifchof.
H&renwirt. Wo wil er hin, maifter?
i& K&nz. Er wil auch gen Regenspurg in concilabulum.
H&renwirt. Wo wil er hin? ad diabolum?
K&nz. Ei, die bifchof wellend ein concilium halten und
ratfchlag thon, wie man widerumb das heilig eyangelion
und Chriftum binder fleh druckt.
160
Hdrenwirt Ich hab gemeint, es (oUe ein yerfamlniig
aller teutfchen furßen und bifchof do werden.
Kfinz. Nein, es kompt niemant dar dann nur Gaiphas
und Annas, fchreiber und gleifner, Pilatus und Herodes,
ft das Feind drei bifchof und der ander bifchof klage rate
und zwen furften.
Härenwirt. Meinllu als ob fie im hailigen gaift und
dem namen Chrißi werden verfamlet fein?
Kunz. Das wirt man nach der 1er Chrißi uß iren oder
10 an iren fruchten, das ift, an iren Ordnung oder fatzung
wol erkennen.
Hfirenwirt Wie das?
KSnz. Iß es fach daß ire Ordnung nach iuhalt gotlicher
fchrift zu forderuDg des heiligen evangelium und der ge-
15 boten gottes gefetz werden, wer wolt dran zweifeien, daß
fie nit in heiligen geiß und in dem namen Chrifti ver-
famelet weren geweferi? wenn aber ire Ordnung zfi hin-
dernüs des heiligen evangelium in gotlicher gfchrift fin
werden, fo fint fie blint und werden in ein grimmigen,
20 nnfinnigen und fchelligen geift und ins teufUs namen ver-
famelet gewefen fein, item fo ire Ordnung werden innen
halten, daß man neben dem heiligen evangelio und gots
wort menfcheu ungegründte glofen und a&fets predigen
Cbl, So werden fi im Leyiatha» und in der gleiferei namen
n verfamlet gewefen fein, item fo ir decret menfchen nffetz,
die Chriftus lauerteig nnd gleükerei nennt, als netnlich
underfchid der fpeis, der tagen und andere eußerlichen
dingen antreffen wirt, fo werden fi im irrigen geift, Ton
dea fanct Paolus fagt, in gleifeera tmd ins bapfts namen
ao verfamlet gewefen fein, item £o ir Ordnung und erkle-
rung uf menfchen Weisheit (wie des ooncili aü Coßitz)
gegründet werden fein, fo werden fi in Mkierva oder
Pallas und ins Ariftoteles, Thomas, iScotUB nnd Bonaven-
tura namen verfamlet gewefen lein, item fo II dareh ire
35 Ordnung nit werden der p&ffen effenliohe bflrerei abfiel-
lern und de» pfarrherren die ee frei erlanben^ fo werden
fi in fpititn fomicationis und ins Beelphegwr oder ins
Priapi namen verfandet gewefen fein, item fo ire cffdnung
16t
dienien wenkn, daß ir pracht und hoffiurt erhalten werde,
fo werden fi in Lucifero und ins Antioolii oder Crefi
namen Terramlet gewefen fein, item Ib fi mit oder durch
ire Ordnung iren eigen nuts und geiz fachen werden, fo
5 werden fi in Mamon und Baal und ire eigen namen ver-
famlet gewefen fein, item fo ir Ordnung, weltliche regi-
ment yermeinen werden, fo werden fi in Remmon und ins
großen Alexanders namen verfamlet gewefen fein, item
fo ir Ordnung z& aufentbaltung des faulen, m&ßigea, toI-
' 10 len und unkeufcben lebens dienen werden , fo werden fi
^^ im Nefrach, Diana oder Aftarot und ins Epiouri namen
verfamlet gewefen fein, item fo ire Ordnung ireu grim
und zorn anzeigen werden, nemlich daß man die evan-
"^ gelifchen, die fi lutrifcb nennen, ftocken und plocken,
^ 15 kerkern, tbürnen und vertreiben fol, fo werden fi im Da-
gon und ins Diocletiani und Decii namen verlamlet gwe-
'^ fen fein, item fo ire Ordnung dahin dienen werden,
' daß man den luterifchen ir zeitlich gfit nemen fol, lo
' werden fi im Sathan, der den heiigen Hiob alles zeitli-
»•' 20 chen gfits beraubt hat, und ins keifer Jnliani des apofta-
ten namen verfamlet gewefen fein, item fo ir Ordnung
' oder decret dahin Aimmen werden, daß man die lutri-
fchen oder die evangelifchen toten fol, wie denn fchon
i. uf bau iß, fo werden fi in dem fchalkhaftigen oder bos-
p .» haftigen geift, der den Saul bewegt und reizt hat, den
^ heiligen Davit zu töten, und ins keifers Neronis namen
^ verfamlet gewefen fein.
^ Hurenwirt Ich wil dir fagen, was fi machen und ord-
nen werden.
^ 30 Känz. Nun fo fag anl
^ Hfirenwirt. Die bifchof werden im ror fitzen und pfif-
lin machen, wie es in gefeit fi werden nit ordnen, daß
got geredt und das heilige evangelium gefördert werde,
fonder nur daß man in der faßen nit alt fchAch pletz, am
35 freitag kein fleifch und am famstag kein bein eße, und
daß die buren redlich zu opfer gangen und der pfarrer
alter beginen thant (wie bißher), predige und daß man
gotes vergeße und nicht achte und die lieben heiligen
11
ist
mit filbem und lebendigen opfer hin und her fleifiigUch
räche und nimmer finde, die lieben feelen mit zinfen jar-
kcb uf den ackern, wifen und wingarten gefetset uß dem
fegfenr lofe und daß die pfaffen qnart und Text geben.
9 dife Aeur werden die bifchöf dem fihften uß and«: leuten
feckel th&u und dargegen wirt er inen mit gwalt die
ei^ngelifche 1er (under dem namen Lutherei) helfen weren
und under trocken, ich hoff, als ir ratfoblag werd zu
' Biobt werden, meins bedunken das conoHinm bat Haos
10 8cbmid von Collitz in feiner elTen und uf feim ambo£
gefchmidet und zä wegen bracht und hat im doctor De-
doleat, der ber&mpt difputierer und held von Ingelftat
darzfi geblafen.
Känz. Es Hgt mir zwar auch alfo in. man wirts wol
15 merken am decret, fo es wirt ußgon, ob es Schmids ge-
dieht und Weisheit fein wirt oder nit.
Hfironwirt Was für ein gefpenß reitet dem bifchof
nach?
Kfinz. Es ift der capelon.
90 H&renwirt. Es ift der teufel, es mag wol fein ca-
pelle fein.
Kflnz. Es ift feiner gnaden concubin.
Härenwirt Was heißt ein concnbin?
Känz. Bin beifchläferin oder ein beiligerin.
tsHflrenwirt. Ich merk wol, es ift des bifchofs hfirlio.
Känz. Ei jo, geb im got beul! er hat nach alle monst
ein neue; denn ich weiß es wol, er befchenßt manchem
bnrger fein weib und tochter.
«Hfirenwirt. Wo her weiftu es?
ao Känz. Do ich im ilift cfaoraUs gwefen bin, hab ich im
didt mftßen kuplen. darnach bin ich fein k&merling wor-
den, da hab ich erft erfaren, was der bifchoffen keu-
fcheit ift. ich hab aufs bifchofs hof freßen, faufen, fpi-
len, raßlen, fchweren, flächen, härerei und alle leichtfer-
» tigkeit erfaren und gelert; dann da hört man (gleich wie
uf anderer weltlichen fSrften hofen) feiten oder nimmer
von got reden, auch fiber tifch, fonder nur von kriegeo
und hären; das nit aBein wider das, das der lierr im
IM
erAngelio redet thh uimfitatak wort, M, SnA&r aooli wi-
dere geiftlioh reofat.
H Aren Wirt. Nwi wol anl wir wöHen dufter Mmeller
reiten, daan icb maß mi Infcbof oad mit im di^mtieren.
ft fag nit, wer icb fei; hilf mir aber, fo mir not wirt fein,
etwas uß geiftlicbem rechten z& beweren, dann da bif^
ein yerdorbner ftudent «nd baß ril ins bapft bftebem
geftttdiert nnd gelelen. mit goilioher gefebrfll wil kk den
Ölgötzen auß meinem neuen teftament mechtig ganfig fein.
10 Känz. Nur redliob an tnl icb wil dir treuwbob helfen
auß des bapft decMret.
Hfirenwirt So wir in bezogen haben, fo wil ich mich
Hellen, als wift icbs nit, daß es der bifchof fei, wil in
für ein bauptman anfprecben.
n K&nz. Es gelt wol.
Hie kompt der härenwirt mit feinem knecht ztm bifchof.
Hären wirt. Got gr£ß euch, herr bauptman, got gr&ß
euchl
Bifchof. Got dank dir, gefelll
so Hurenwirt Herr, ir haben ein großen reifigea zeug,
ich mein, ir wellen in krieg oder uf raub.
Bifcbof. O nein, bebfit uns gotl dann mm gebnrt we-
der zA kriegen noch zä rauben.
Hären wirt Lieber herr, zürnen nitl wer find ir?
95 Bifchof. Wir find der bifcbof z& N.
Hfirenwirt. Adi, aller gnedigAer herr und förfl, ha-
ben mir nichts für &bel, denn ich hab euer gteden nit
kennt.
Bifchof. Niobts, nidita, mein gfeU.
ao Hfirenwirt. Wo wil enmr gnad hin mit fo tU pfifii'den?
Bifchof. Wir wetten gen Regenspurg ins oon^um,
ratfohlag zfi thfin wider die Lutherei mit dem römifchen
legaten.
Hfirenwirt. leb bor wol, der legat ift der fiaeheo halb
ü von Rom gefendt
Bifcbof« Ei jo, denn es ift keia fach lez zfi mat, die
UBÜwn heiligen Tsiter bapft, der ein gemeitte fatig: tragen
mfiß für die cbriftliche kirche, fo hart angelag4ti ali eben
11*
164
' Ae Lnllierei, md uit tmbillidi, dann großer und merk-
licher fchaden dem ßfil zfl Rom darufi tagKob erwachfi,
des gleichen den bifehoffpn nnd aHen geiftKchen.
Hflrenwirl Was wirt euer gnaden difer zeng wol
s koOen?
Bifchof. Nit minder denn zwei taufent goidin.
Hflrenwirt. Gnediger faerr, es ift vil.
Bifchof. Der fifcal wA& es bezalen«
H&renwirt. Kfinz, was heißt ein fril^ar?
10 Kinz. Es heißt nit frißgar, fonder ein fifcal, das ift
meins gnedigen herrn geltfamler oder einzieber oder feckel-
meifter.
H&renwirt Gnediger herr, wo her kompt aber dem
fifcal folich gelt?
19 Bifchof. Im fallend jerlich über die 2800 gülden nur
von den prieftem umb die abfolnz.
Hfirenwirt. KAnz, lieber, was ift abfolnz?
Känz. Es ift, fo ein priefter ein kind macht, fo wirt
er irregularis, das ift ungefchickt meft halten, mftß fich
M darnach abfolvieren laßen und umb die abfoluz m&ß er
dem fifcal iii oder im, v guldin geben, macht aber einer
einer nunnen ein kind, fo er ein gefpons Chrifti ge-
fchmecht bat, mfiß x guldin geben.
Hären wirt. Was mfiß aber einer geben, fo er eim
25 müncb ein kind macht?
Kfinz. Adi der mfiter feichl du fragß fo thorlich, man
-macht den manchen kein kind, die munch machen aber
den nonnen kinder.
Hfirenwirt. Nun gond doch vil müneh daher mit gro-
M ßen beuchen wie die fchwanger frowen.
Kfinz. Es find die gfite bißlin und fchleck, die in die
beuch groß machen.
Hfirenwirt. Nun fo gefegene es in mein naohbanr der
henkerl fag mir weiteiH, laßt man dem priefter, nach dem
u fo er die abfolnz bezalt hat, die metz im baue?
Kfinz. O jo, denn nach der abfoluz wirt er wider ge-
fchickt, meifB sfi lefen umb gelt und die lacrwBeut mit
zfl teileo.
Uf
g Häreawirt ÖMdigerherr, wmm ich aa<A bAcerai tribe
,^ und fo ich ein luiid gmachet hei, mocht ioh nit auch ein
abfohix beealen und fw und für in hfirem mit fieherer
^, conTcienz Terharren?
ft Bifchof« Nein, dann es ift nur den geweiehten EÜge-
laßen.
H uren wirt Wer ablblriert aber die f, JohanCer^ die teut-
Tche herren und ander ordenaleut, fo die kindar maehen?
Bifchof. Si find gefriet und unfer jurisdietion durch
K 10 bapftUche bullen empfirent und abzogen, uns geb&rl nur,
0 unfer priefterfchaft zu ftrafen.
HSrenwirt. Ich merk wol, inen ift frei, on alle ftraf
i Ycrbengt hfirerei zfl treiben, gnädiger herr, zürnen nit!
mich bedun^t, euer gnad fige überfichtig und bruche ein
15 brill oder augenfpiegel uf der nafen, in die weite zA
fehen; dann ir gefehen die armen dorfpfefflin ußen uf dem
land und find inen gar ungnedig und überfehen den thum-
r probß, den vicarium und thfimherm.
i Bifchof. Ja, mein gefell, wir haben* d^m capitel ein
i 90 jurament gethon, fi bei alter gwonheit z3 laßen,
t Hfirenwirt. Kunz, was iR ein jurament und capitel?
f Kfinz. Capitel ift der thumpropft und die thumherren«
jurament ift ein eid.
^ Hurenwirt. Gnediger herr, euer gnad ift folichs jura-
n ment, fo es unzimlich ift, nit fchuldig zä halten; dann
1 bofe gwonheit lol man nit vertragen.
' Bifchof. Wir m&ßen gefton bi geiftlichem recht.
Hurenwirt K&na, weiftu nichts auß. gföftlicdiem recht,
ob bofe gwonheit lige z& dulden?
so K&na. Ja ich weiß etwas, es ftot gefcbriben alfo : ein
ietliche gewonheit, fi Jfige alt oder gemein wip fie well, fol
gana und gar der warheit lyichen, und der brauob, der
der warheit wirdig ift, fol abg^thpn werden, daß nonn fol
achten das der herr fpiicht 'ich bin di^ warheit'.. hftt
sft nit gefproohen 'ich bin die gew(Nibeit\
HArenwirt Gnädiger barr, gehöre» iv, daß man fchul-
dig ift, gewonheiten die wider goties worti lintt gaitf und
IBt
gar ab A «hdii. fwn ia die hfimd der ^efterlbhaft,
wie wol fie alt imkI g«meiQ ift, wider gottes wort.
Kfins. Meifler, du kanft nit merken, was finer gaaden
angelegen iß.
» Hi&reBwirt Wag ligt in an?
Känz. Solt fein gnad dem tlifimbprobß, dem vicario und
den thAnibherren ire metsen und faSren ▼ertreiben und
fie umb der h&reri willen ftrafen wie die dor^iAifien,
fein goad wArd bofen luft n( leim ftift haben, und fo
m fein gnad allw«g für fein leib auch ain rolaliB am ba-
ren hat fton und ein fina b&rü bei im hat, fa wurden
feiner gnaden capitelbr&der fprecben 'medice, cura te
ipfum!'
Hürenwirt Was iß das geredt?
u K&nz. Es heißt: du arzet, mach dich i^lber gefunt!
H&renwirt. Es iß wol geredt
Bifchof. Dein knecht hat die ßich erraten, wir m&ßen
umb der red willen durch die finger feben.
Hfirenwirt. K&nz, weißu nichts im geißUch reehi, ob
so ein bifehef nit fcbuldig fi, fein und feiner undertbonen
hSrerei und ander laßer zu bcßern?
Kfinz. Ein bifchof der fine fund nit abtilget und finer
(&nd laßer nit beßert odet firaft, der fol nit bifchof, fon-
der ein unzüchtiger oder unTcrfchempter hund genent
tt werden.
Hfirenwirt Gnediger herr, euer gnad m&ß das übel
in euch und audh in den andek^n firafen und beflem und
der prießerfchaft und allen uienTchen ein chrißlichs er-
lania TOrbild und exempel vortragen, danti derherr fpricht
» zfi feinen apoßeln, an deren ßat ir bübhef euch fitzen
berAnlen % find das falz der erden. Ib nun das fak
ibom wfirt, was kan man danuit fidzenP* item *ir find
das Becht der weit alfo l^Bt euer lieabt knatA^tm vor
den lenten, duß fi euer gfitie werk fehen und euem rater
^ im himel breilbn.* und £ Paulus fprieht ^ein bifebof fol
onftrailicb fein,' und %& Tito hgt er ^ein bübhof 'fol on
laftsr f^in.* aA» ilfc ein iaIlMiber offralicher kArer firiflich,
te ift Mob UrsMs laftef; diMialb wUwr bübkaf ein
16T
kfirer iß oder mit andern l«fteni behenkt and fioh nit
befiert und nit lebt naoh form md weis wie f. Paulug
anzeigt, der ift nit bifchof.
Bifcbo£ £8 iß vor alter zitein anders mit den bifcbof-
i fen gwefen denn es ieauadr iß.
H&renwirt Das dunlLt mich warlioh auch, dann die
alten biCohof feind from, erjam, geleri lent gtsinefen.
BifoboC Ob wir Dehon das leben der erßea bifcbof nit
haben, fo haben wir deonocht den oamen und die war-
M digkeit, und darumb feind wir auch Ufchol
Kuna. Mit der namen und wiirdigkeit, foader ein recht-
fchaffen leben macht ein bifishof.
Hurenwirt Gnediger herr, ir feind der hurerei und
ander ungefchiokter lachen halb in vil weg ßjr&flioL das
lA fol ein bifchof nit fein.
Bifchof. Uafer weiohbi&hof und unfer Ticaras, oo de-
ren rat wir nichte handien, beriektan uns, difi wort in f.
Pauli epißel 'unßreflich' fol man Yevfton, da& ein bifchof,
ob er auok dem evangelio nit gemefl lebete, ibl nit von
» feinen underthonen geßraft werden, wie iesnnd die lutei-
fishen furßen^ ßet und rat uaderßon zfi th&n. walcher
teufel bat in doeh gewalt &ber die bifehof gaben?
Kfin& Die weil euer gnad bei gaißlofem reckt geßon
wil, folften enr vicarius und fuffraganeui dem gaißlofen
IS recht baß ins underhembd lägen und euch draoft berich-
ten, daß den underthonen erlaabt iß, iren büSohof und
prelaten umb fuod c& firafen^ ja fie feios fohnldig sfi
thun und iß inen geboten«
Bifoho£ Wo kaßus gdefen?
90 KAaz. u q. vil. oa. leouti fiint und oa. admo«
Hfirenwirt. Dife bopfiliohe iatzong feind gleiohiSrmig
dem erangelio^ do der hevr gebeut, den neekften z&
ßrafen.
Kons. Euer gnaden nearius iß ein groAer härett}eger:
SS das wifien jnng und alt woL o kund fein ßAbKn reden
als wol ah er, man wurd wunder kören, er tft nit taug-
lich säfli rat und ir JbUen finna rats.uit pflegeiH dann euch
iß jratboleo im daemtlbkher laiisktfertigen lant.geiUfchaft.
168
H&renwirt. Ja ieber.
K&nz. Der bifisiiof acht der grohrift iiit. im ift verbo-
ten im gaiftlichen recht 2. q. 7. e. perveifit.
Bifehof. Wann es die gefltalt hett, wie ir darvon reden,
ft fo weren wir in einem gferUohen ftant
Kflnz. £8 ftat in geiftUcheni recht gefehriben, daß in
difem leben und bfonder z& difer ztt nichts fo geringe
£b leicht und den menfchen fo angenem tft als eins bifchofs
oder mDS priafters oder eins diacons arapt, fo die fach
10 hinleßiglich und mit fchmeiehlerei verriebt wirt, aber Tor
got ift nichts dürftigere, betr&bters und verdamlichers.
widerumb ift nichts fohwerers und arbi^amers und ver*
lichors als eins bifchofs, priefters oder diacons ampt, vor
gott aber ift nichts feligers, fo man thfit, wies unfer kei*
u fer Chriftns gebeut
Bifckof. Nun werden wir von unfem bichtvater onfers
ampts halb keiner ding verCSoht od^ gftraft.
H&renwirt. Wer ift aber euer gnaden biohtvater?
Bifchof. £in frommer geifilicher vater ven der hailigen
M obfenranz.
HSrenwirt. Axk got, feint ir audi mit denen gleifneni
und fehmaichlern behenkt dife gleiflier verftren bapft,
keifer, kunig, fiirften und herm, bifichefffen und alle men-
fchen mit irer gldüberei. eoeh wer vil be&er ein gtawer
u efel im hus dann ein grawe kut
K&nz. Grnediger herr, ^e weil fi euer gnad i&Ut und
tractiert, verhalten lie euch die warheit fchlahen inen
den hof ab und laßen in verbieten, im ganzen bistum zu
ftunzlen und termenieren, denn fo Ibhidcens an ire predig,
so fo werden ir boren, wie ir im gferlichen ftand ieiad.
EL&renwirt Ir foHen fdlch fchmeichler bei euch nit
haben, foader from dapler warhaftig menner, die euch
diirfen die warheit fagen und nit den fiüben hengft ftri*
eben, in der grawenkutten fteeken fohmeioUer und gleifner.
u Bifcho£ Wie feind aber cEe predige m&icb?
H&renwirt Prediger feind toU, tanb ond unfinnig leut
fl seigan den iehalk £0 grob, daß fidi iederman weifit
vor in ad h&ten« inen ift vom rofnifoken laabftAl gwalt
16»
geben, die lent zA yerbreonen. wo in aber brennen nit
eriangen mag, da brachen fi Vened^r fSplin. ein brA-
der zä Ben im Sohweizerland, den fi gern xäm Fran-
oifco mit den v zeiehen gemacht betten, hat in knnft ge-
» feit h&ten ench vor den kutteo wie vor dem teufel!
Känz. Gnedigeor benr, euch wirt und allen bifchoffen
nach Inhalt geilUiehe rechts geboten^ reditTchafien leut
bei euch z& haben.
Härenwirt Be gzimpt keim cluriften (ick gfcfawig ein
10 bifchof)? der ein felforger fein fol, mit leicbtvertigen ver-
bunden oder Argwenigen perfonen bans z& halten und
gmeinfchaft mit h&ren und h&rem zfl haben, dnimb^ lie-
ber herr bifehof, thänd das dierfin von eudil
Künz« Lieber mein meüVer, fein gnad ift auch von
u fleifoh und blfit und mags fich nit an himel heben«
Bifcbol Tu dizti. lieben gfellen, wir boren daß ir
btriüch ieind* nun werden wir bricht, die Intrifehen pre-
diosnten fugen, fehreUien nndleren^ niemant möge on fon-
derlioh gnad keolcheit haken, wir finden der gnaden nit
M H&renwirt Ich find im neuen teßamcnt, daß es nit
die Ittknfehen, fonder Chriftus. unfer herr und laut Paulus
Ibin apofM fagen. die lutrifioben aber die lerens und re-
dens der gfohrift nack
Bifchof. Wir wifien Mehs, wir feind alfo berieht
iftK&nz* Gnediger herr, die dodores lagen, ein Ufckof
trag danunb ein impM oder h&t mit zweien horneni, die
denten follen, daß ein bifchof im alten und neuen tefta-
ment gderi und wißead fol fein.
H&renwirt Was bedfiten aber die zwen zi|pfel, die am
io h&t ab her hangen?
Känz. Man fprioht, fi deuten zeitlich forg und weltlich
eer, oder bedeuten, daß die iezigen biücböf weder das
neu noch das alt teftament wißen oder künden.
H&renwirt Es Iblten cUe iezigen bifchof ein narren-
» kappen mit zweien langen, efelsoren für die bifekofsk&t
tragen: das ziert die roraffan wol: fo feeh man, daß fi
naoren und efel wereo, die niohta in goüioher gibhrift
wißen oder künden.
170
H&renwirt Die fummißen üagen nach der mcianng Ri-
cbardi, wann ainer zfim bifcbof ordiniert wirt, £0 fragt
man in, ob er wiße oder künde das alt und neu tefta-
ment, fo fpricbt er jo und aber leogt, der fimdet totlich.
ft Bifcbof. Wir feind von unfern beidityälern mit dem
romiTchen ablaßbrief von der totfnnd langft abfolviert
worden, wir dürfen umb die totlund kein gewifien mer
baben.
'Hurenwirt leb bor wol, daß die bifdiöf ir ampt mit
!• Uegen erlangen.
Bifcbof. Nein, es ift ein romüofae practik.
Hürenwirt K&nz, was ift die romifcb {Mractik?
Runs. Es ift as;& Rom fit und gwonheit, daß einer mag
jo fagen, fo er nein im berzen vermeint, des gleicben
u mag einer ein jorament oder eid tbfin, den er nit willen
bat sfi balten, allein daß er ficb damaob mit bapftHcbem
gewalt laßt ad cantelam abfolvieren und über den eid
difpenfieren. man branebt mit den Venedigem (umb daß fi
gemmafobaift mit den Sacaeener baben) alle jar am hohen
M dornatag gar ein feine römsfcb und bäpftKchs' ftückHn. es
jft mir aber iec e&mal nit eigentlich eingedenk, wie es
sflgeet. euer gnad mag den vicarinm und den tibum-
probß fragen, die feind curtüanen und baben vil romi-
Cdber fohehaerei er&ven« mfere bif(d»f haben auch die
» romifehe practik im braoch, denn fi legen iren {rfaien
aitoh vil eid nf. denn fo einer pfarfaerr wirt, m&ß dem
bifohof ein juranaent thon, darnach dem capitel feiner de-
canei, z& left der brSderfchaft. da fchwert und gelobt
einer wol handevt ftnck s& halten und hiüt nit eins, fi
so fagen, einer fol nur fchweren und fol kein coafciettz ha-
ben, db ers fdicm nit hek, denn es fei fo in der practik
aüeathalb.
Hären wirt Geet man mit foleher bAben pradik umb
a& Rom nf des bapfts bof und unfer bifoboffen, fo fehend
u got den bapft, fein gewalt, die bifioböf und üsioe hüben
alle, iez merk ich, daß der bapft fiuDpt flnnem ftAl und
bof ein warer Antiohrift ift, und ift ewiglteb war, daß
die xolner (und meine b&ren), wie der berr fprieht, werden
171
ee ins himelreich komen, dann dife NorzglciCDer und pha-
rifeer. dann iofa bin ^n verachier hSrenwirt, ich wolt mich
aber gar übel fchemen, mit foHclier bäberei und fchelme-
rei umb sfi gon.
s Kfliiz. Mein meißer, das iSk ein geringe fache zä Rom,
fo fich einer laßt abfolvieren umb daß er mit liegen ein
bfisturabpfirfind klangt hat und über gethanen eid difpen-
fiert. eid und gel&bt thSn und nit halten, ift bei pfaffen,
münch und nonnen als gemein als leiis und fleoh im
10 augften.
HÄrenwirt. Gnediger herr, ich gib zä, daß ir von der
totl&nd der lugen halb abfolviert find, ir feind aber nit
abfolviert von der fchuld, die weil ir ins bilbho&mpt
fitaen wellen, das neu und alt teftament z3l wißen; dann
» ein bifchof fol lerhaftig fein, fol meohtig fein zä ermanen,
dorch die heUfame 1er vSl ftrafen die widerfprecher.
Kfinz, mein gefel, iß nit etwas ins bapfts fecret von difer
ikchen auch?
KAne. Ich mein, du macheft geren uß bapßs recht ein
M fpracbhus. , es heißt nit fecret, fonder deoret.
H&renwirt. Ee heiß Bärbel oder Gret; mir ift nichts
dran gelegen, wie der cbreck heißt, fag du nur mir, ob
etwas von iez gemalter meinung drinnen ftand*
Känz. Bs -ftat im deoret gefohriben das, üb einer wil
ts ein biföhof fein, der fol zwei werk ußrichten. er fol die
godich gefchrift lefeo und dick betrachten, oder £bl fein
Tolk leren und fol die ding leren, die er von goilt in der
gfchrift erlernet hat und nit uß eigem herzen oder uß
menfohlichein fin, fonder die ding, die der heilig geiß
tt lert er fol nit kriegen und wider die feind ftreiten, fen-
der fol ftats für fein voUc, wie Mofes, got bitten, moi daß
fi die unfichtbare feind Amalechitas, das feind die teufel,
fitberwinden etc. diß ftat im decret* item ein bifchof fol
md maß mu lerer fein und fol foliebs nit verfnmen.
tt Hfirenwirt. Sei ein bifchof «in doctor und lever fein
und meohtig in der heilfamen ler, fo mfiß er von not im
alten und neuen teftament giert Sem. diarzä zwingt in
gotlichs und bäpftliohs gfetz. -
172
, Bifoho£ Lieber gefell, wir verriehten unfer anpt durcb
unfer foffragaDeuS) ofificial, vicarium in fpirituaiibiis xxnA
durch ander unfer amptlente.
Hurenwirt. Kfinz, was ift das für ein thier liifi^(ftniß?
& Kfinz« Es beißt nit fufsgaruß, fondern foffiraganetta. es
ift feiner gnaden wdehbifohof oder belfer«
Hurenwirt Was Terricht odw was fcbaflä an der felb
an Hat des bifohofii? warinnen iß er fein helfer? ich
mein, er bilft im die banren bfobeißen nnd fchinden*
10 Känz. Er weihet glocken, bülzen und fteine kirohen
und capcllen, kelcb, corporalia, tifcblachen, mefsgwand,
und wefebt die wend und maobt feobs oder fiben mal im
jar Ölgötzen und des dings vil.
H&renwirt. Wie welbbt er wend und wie maoht er
Ift Ölgötzen?
Kunz. Haftus me gefeben, wie man akar, kirohen und
und pfaffen wihet?
HÄrenwirt Ich bin nie bei Iblichem affenIpU gewefen.
K&nz^ Es geet berlieb und foknnitor z&» man miß tU
so gefcbirs haben «md möß alles neu fein* das felbig mftfien
die banren beftellen und nimpts den damaoh des weich-
. bübbofr ho%efind, darafi dem weichbifohof über alle koften
40 oder öO guldin zu loa« da gfi^aet er ein aubor toI
waAers, weibbt- darnach damit die muren und befobat die
^ bauren, daß fi gelt fohwüaen. des gleieben ib er prießer
treieht, die nichts könden umb aueh mt wellen das beilig
eraageliom predigen, wde wol ers inen umb aker gwon-
beit wülen furhalt, daß der prießer ampt fei, evange-
lium predigen, wenn fi nur die formata und ander Ichin-
io derei ußrichien und zalen und die finger mit öl laßen
fdmurben, fo find fi dennocht priefter und mögen umb
gelt meis leüen.
Büren wir t Und £6 hat denn der weicbbilübof neu
Ölgötzen und neu hdrenfürer gemacht, die nnt irem un-
tt nutzen gotlof^m meCdeÜen die armen bauren ombs gelt
bfcbeißen.
Kfittz. Bat baß, du baft das erraten.
178
fiiBrenwirt. Und tMt er Tiitift nklits anders denn
nur das?
KÄnz. Dunkt dichs aber nichts fein?
Härenwirt. Wie do fagft, dann das femd nit nach f.
& Pamli beCbhreibimg eins bifchoft reehte hendel und werk,
es ift eitel alter beginen und apoßeirier gl^nerei, kow-
belwerk, ich woH gern fpreohen narren werk«
Kän2. Bä red nit alfo, du faliell anderft ins bapßs ban.
Hürenwirt. Man hofiert dem bapß ein k&bel vol uf
10 feinen falTcben ban. feiig find alle, die ins bapfts ban feind
nnd drinnen ßerben.
Kfinz. Lieber, fcbweigl es feind die weiohbif<Aof gwon-
lieb prediger ordens. wo fi folche^ red von dir innen
wurden, du mfißeft ficher die katze heben, fi wurden dich
IS warlich für ein katzer verbrennen laßen, dann fi haben
gr^er acht nf die ding die wider d^i biq>ft dann die
wider got feind.
H&renwirt lieber, ieh förcht die prediger munch nit
umb dn har, dann got hat (wie Dwirid fpricbt) ir fohwert,
» damit fi lang gefoohten haben, in ir eigen herz kert und
gericht. mit der maß fi andern gemeßen habra, mißt in
got widerumb. fi haben die im Coilitzer concilio aber
£e kaizer erdacht und uf ban bracht, daß man die kätzer
▼erbrennen fei, und ift doch kein kätz^ der gfdirift halb
M nie verbrent worden, on allein die 4 prediger münch zSl
Bern im Sehwitzer land.
K&nz. Du wirft nit ufhoren z& reden, biß dich ungluck
angeben wart.
Hflrenwirt Nun wol an, £ig mir auch, was rieht nur
» der ailencial ans bifchofr ftat anß?
KAnz. Et haißt nit affendal, fonder offidal, das ift meine
gnedigen herm amptman und ift ein geißUcher richter,
fdbioket nß monitoria, citadones, ezoommunicadones pri-
mum, fecundum, terdnm, monitoria, interdict und abfolu-
M dones etc.
Härenwirt. Schinderei, jo fchindereL lieber, gefchweigl
du taubft mich mit ditem natTenwerL fiig mir aber,
174
was geilUidier Tachm (fo er ein geifUfekar riiAtdr ift)
richtet er?
Känz. Wann einer den andern umb febuld oder aoib
ander unrichtige, zenkifche oder hadrige facke ffamimpt
ft und fürs geilUidi recht in geladen hat, fo mfift er an Aat
meina gnedigen herm des bifchofs urteil feilen oder
fprechen.
H&renwirt. Das feind mir feltfein geißlieh lacken und
geilUich recht, es ift der teufel und fein m&ter. es feind
10 eitel werk des fleifchs, nit des geifis, daa C Paala groß-
lieh ßraft und verwürft undern obrtften. es gezimpt und
gebürt foHcb zanken yor dem gericht nit waren ckrillen
zfi, und wie wol von wegen der nnvolkoBuier nnd bofer
chrißen gericht in der chriftenbeit gehalten m&ßen wer-
u den, fo gebnrt dock folichs den bifchoffen nit uß z& rich-
ten, fonder der weltlichen oberkeit IbliGli ampter sfi be-
fitzen nnd zfi verwalten und foliche aenküche dii^ z&
handien, dann f. Paulus fpricht *wean ir nur recfaftahan-
del haben von der namng, fo nemen die verachteßen in
10 der gemaine: die felben fetzen zä riohtem.^
Kflnz. Ich laß diß und anders die bifekof vor got ver-
antworten.
H&renwirt. Nun fag an weiter, was thfit aber an ftat
des bifchofs fein vicarins in fpreuertalibns?
sa Kfinz. Du bift doch mir ain iUtfamer knnd. es heißt
nit in fpreuertalibus, fonder in Ipiritalibns.
Hfirenwirt. Du weift doch wol, daß iob nit icUapper-
tinifch kan. ir gierten oder verkerten kaben uns leien
alle ding mit dem latein verfehlagen, wie die gaukler
so thfind 'verfchwind als der wind, daß keiner wider findr
darumb verdr&ßt die pfiffen und mikneh, daß man tent-
£bhe b&chUn druckt und ir bUe da durch fiirbar bricht
Nun lag an vom vioario nnd acht meins latekis nitl
KAns. Der vicarins in fpiritoatibus ift feiner gnaden
S5 Aathalter in geiftlichen dingen oder fachen«
Hflrenwiri. Was feind nur die geiftlieke faobeö?
Känz. Er bat des bifekofii figd. der kalb iederman
mfiß zu im (uf daß der bifchof ganz unbekumert bleibe)
17»
umb figel nnd mnb «nder Ikolien lattfeny waA iß g<ftt man,
dann fo ein pfaff kompt und fchon ein großer eCel und
idiot iß nnd fiob einer pfeirr suverfehen underseucht und
nur die inveßitur zfi bezalen hat, wirt Yom Tieario zage-
& laßen; des gleichen So der curtifanen vicari hin nnd her
uf den pfiirren alle jar umb ein commis komen, To fi gelt
haben und geben, werden auch zägelaßen.
Hfirenwirt Frilich, das fchaflFIt daß der Tioariue auch
ein efißl und geltföchtig iß.
10 Künz. Tu dixti.
H&renwirt. Wae thät er mer?
Kunz. Es komen die mentiris, das lind die, die auf der
heiigen bst umher reiten und leut befcheißen, auch zfim
yicario und kaufen von im ein admifs, das iß ein brief,
15 der koßet dick XL guldin« da wirt inen zügetaßen, daß
fi mögen im ganzen bistnm fi*ei die bauren befcheißen.
item der Yicarins maß auch die caßis referratos helfen
handien.
H&renwirt Was? feind es faul käs?
90 Kftnz. Es find nit käs, es feind des bifchofr felL
Hfirenwirt. Was fall feinde denn, geißen oder bocken?
K&nz. Der mäter dreck, es iß ein fal, das iß, ein fund
dem bifchof Yorbehatten.
H&renwirt. Es mag wol ein fal heißen, denn es feit
» der bifehof und fein gezote, die folchs erdacht haben, in
abgrunt der hellen, aber, lieber, fag mir, was iß es für
ein gefpenß?
Kftnz. Es iß kein gefpenß, denn es bringt gelt
Härenwirt Lieber, wie geet es aber z&?
00 Kfinz. Wann ein pfaff on manipel oder on humeral
oder on ßol oder on bröch mefe helt, oder fo er zäm
Opfer geet und den manipel nit küß oder ror der meb
ein fnplin oder nägeli oder zuckererbiß ißet und es der
decket innen wirt, möß ers dem fifcal anfagen; dann der
05 dechet iß der cafus vor dem fifcal ein anfager nnd f&r-
bringer. und fo es der fifcal weißt, fo mfiß er den fchul-
digen pfaffen bei gefchwomem eid fornemen* und wo
der pfaff unwill^ iß, gelt zu geben, mJU3 in für den
176
offioial citieri}. denn fo mfifi der pfidF geen sA eim pro-
eurator und mfiß fich verfeben mit eim advocat, und wirt
ein folicher eafus gehandlet durch meine gnedigen herm
amptleut, nemlich durch den canader, of&dal, Tioarium
A und ttotarium. der fiCcal ift in der fach kleger und der
official richter, der abfolviert auch den fohuldigen. and
fo er abfolviert ift, mflß vom notario ein abfoluz in
gfchrift haben, die felbe verßgelt der vicarius, und das
bringt gelt mit häufen, und wo der pfaff reidi ift, de
10 zeucht man in fextam generacionem die lach u£ es iß
in eim bistumb nit fer lang befchehen, daß ein pfaff von
eim andern angeb^i und verklagt ward, er folt vor
der mefs ein luplin geßen haben, und ift uf fblchen ca-
fum wol CC guldin gelaufen, dann der pfaff war feaft, hat
ift ein fchweren feckel, mäft die fuppe bezalen.
H&renwirt. Mir nit, der katsen folich theure fuppen
eüen. wie wer es erft gangen, wann er fleifch zär fuppen
geßen het es ift freilich kumpoftbr& gewefen, hat im den
magen erkaltet und hat ins kriimmen und die gelt-
10 facht im feckel angeßoßen. darumb haben in des bifchofs
feckelfeger kriftieren mfißen und ims kriimmen und die
gehfucht im feckel vertreiben, wo die leut gelt hinder
einem wißen und inen zu erber wirt, fprechent fi *reus
eß in ortis, ipfe eß, tenete eum\ er kompt nit bald wi-
2» der; wir mfißen fchneiden, die weils emde ift.
Kfins. Die. fach ift noch auf difen tag nit aoßtragen.
Huren wirt. Das fchaffb daß den pfafien die geltfucht
im feckel vergangen ift und ift ins krümmen im köpf an-
komen und wil nime gelt geben.
so H&renwirt. Lieber mein Kunz, was thfit man aber
eim prießer, der vor der mels bei feiner kellerin oder bei
einer anderen hfiren gelegen iß, oder fo er gefchworen,
got leftert und den leuten nach geredt oder vol wie ein
fchwein gewefen ift, oder fo er die halbe nacht gefpilt hat,
w wie die pfaffen thund, fo fi jarznt begon und tote fireßen und
bei den bauren vor der fasnacht bei gfiten feißen fchwinen
bratwürften und bei gätem Erankenwein jarzeit bfgeend.
KJt nz. Was gmein iA^ geet ab indnoas. es nimpts ein
s
17T
weiehwafier oder ein ablaßgebetüii Tor ckr mts gtffpro-
chen ab. es find alle fachen die gar gemein feind, die
acht man iez niohts meen
Hären Wirt. Ich faör wol, vank daß die bflrera fe ge-
mein ift, und befondern bei den pfaffeo nnd feelfoi^em,
fo ftellent fi die bifohof anob nit ab.
Kflnz. Die weil ein pfaff in der faAen und am fireitag
nit fieifch iflet und feiner kellerin oder einer andern hfl-
ren kein kind macht, fo gilt es nichs; wann aber im ein
10 kind wirt, das fehreit denn fo bal daß es der fifoal in x
meilen hört, nnd denn fo mflß der pfaff die abfolua be-
xalen oder löfen, wie ich dir vor auch gefagt hab.
Härenwirt Ach got der großen blini^t und thorheit,
daß man die kleine und lufige ding £6 hert Araft und
15 aber die groben fohwere Innd und lafter kßt fo hin geen.
- nnfer herr möcht auoh zä unlem geiftliohen regeirten wo!
fprecben *ir blinden fiHrer, die ir mucken fiiugent und
kamel verfchlnckend.'* lieber, lag mir noch ein ft&cklin
Ton bifcbofs fiuil kaa!
90 Kflnz. Das iß auoh ein oaTos, wenn ein arme beuarin
etwas heimliehs getbon hat und aber kein aUaßbtief im
haus hat und in der fallen irem pfieirrer beicht, der felb
wil fi nmb heimliche fund nit beimliefa ußrichten und ab-
Iblvieren. er weift fi sflm deean felns capitele, der decan
3& z&m lipriefter des ftifts feines biftnmbs. der felb verhört^
die fach fo heimlieh und grunilich, wiß es der baar, er«
wurd fein nit gelaohen. darnach fchickt fi der lipriefter
zflm ärzpneßer, der fprioht ir denn die lange i^foluz.
und fo er fein fach verricfat hat, heißt er fi denn zA den
ao fcbreibem geen umb ein brief. darnach fchreiben ir die
fchreiber einen abfokiz (umb geh) brief, und fo das arm
freoHn nit gelt hat, mflß es alles mit dem underbembd
bezalen.
Hflrenwirt. Wo her wetftn foUchs?
SS K&nz. Ich bin ein zeit lang auch ein lubftitnt gwelbn:
da ift mir auch dick ein warms trinkgelt worden «fl Ion.
zfl letft kompt fi wider zflm vioario, der ir den brief im
fibblin mit rotem wachs verfigelt, und fo & heim kompt,
12
ITS
mfiß uram pfarrer 4dn brtef geben z& Mem: dkr wil denn
tiißh Gna tefl iuin.
Hären wirt. Nun f&r der wfiadig teofel des bifchofs
eafue larratoe hin und die darmit mnb gond. es wer ie
^ i kein tmader, daft der Karfthana mit dem pflegel drein
fchl&g und die raippennäfter alle ^erflorte.
Käns. Lieber, es geb&rt dem bifohof nach der leer f.
Faulig die funder vor aUeo zu (trafen, auf daß die ander
anoh forehi haben.
M H&irenwirt Jo im gebiirt, die (ander die offenlich go«
tes gebot übertreten und verachten, vor allen zu ftrafen;
heimlich And aber fol got allein ^ßen und Anfen und
nii der bifehol warumb ftraft er nit die offenlieh gots-
Iflftrer, eebrecher, bfirer, zutrinker und ander l^ohfertig
^ft lent? wann kdrßu den bilbhof die leut in der kirchen
vor allen aut Worten ßrafen oder wann r&ft er den welt-
Uohen gewatten, denen foliohs gburt zd Orafen, daß fi die
offenUoh laAer abftellen, weren und nit geftatten? wann
dem bifchof nur v fchiliing hinderhalteo werden, er wurd
» kein r&w haben, fonder die woltliah oberkeit emfiUch
mnb hilf anr&fen; was aber feelen heil antrifft, des acht
er nit. ich hab all weg gemeint, es wer kein bo£ar volk
nf erden als meine armen bfiren , aber es ift alles fohimpf
g^en denen phatfifeiem^ ichreibern und gleilnem, fi feind
SS arznequam per omnes cafus.
Kunz. Das gefiel mir^ wann du fo latein kmideft reden.
Härenwirt leb m^, ich werd hindenaeh etwas von
dir begreifen.
K&nz. Solich geüUmh lachen und deren glichen, wie
ao du iez gehört haft, hat der vicarius ans bifchols Hat uß
sA riohten und hat auch fein teil darvon.
HArenwirt. £i jo, geb im got drfis und beul in den
feiften bauch! der fchelm hat vil g&ter grundel verderbt,
die weil er vicarius gewefen iA. find aber das gdftlich
u iachen? meinfiu?
KSns. Si fiigeas.
Härenwirt Es iß der teufel, der flkr fi hin! es ift eitel
fehinderei und fo fi es für geiftlioh ding achten und aber
w»
iimb gdi ^«rkattfen, iit ea fidioiiei, SimMs dee xadbrers
gwerbe. man Fol geiftlich gaben nit vefkanfi», dana der
herr fpricht 'umb foaft- habend irg empfangen, nmb fonft
gebent im aoob.'
& Kfliisc. 8i verkaufcos nit, fi nemen nur gek dmmb;
H&renwirt Bs feind in der warkeit die keibenfeUnder
und die hfirenwirt und ftraßrauber frötniner nnd' beßer
dann die leut feind. der viearius gibt einem ein ftiiok von
einer kalbshant und wenig wadis daran umb h dd«r lx
10 goldin. mein nacbbaur der kundfchlachter und keiben-
febinder geb eim ein ganz robbaut und xx pfond wacbs
dran umb v gUdin. ich gib eim ein ganee baut und
fleifchs lebendig um iih oder v guldin; und wer es nur
ein weil braudien wil, dem gib ichs nmb ein kreuzer.
15 eins ftraßrauber^ mag lieh einer mit gwah exweren; dife
kansrauber aber rauben und mfiß einer ftill felvfrigen
nnd groß gramafen darz& machen: fo ift meine undmeins
nachbaurs und des raubers hantierung nit fimoni.
Kfinz. 8i geben umb gelt die facrament. •
so JETArenwirt Was find (aorament?
Känz. Es ift krüam und beiligs oL
Hurenwirt. Ich kab es doeb Tor gefagt, es Ift got
und alle ding bei denen arzpharifeiem feii
Könz. Lieber, der bifchof und fein hof m&ßend fioh uß
31 folcbem gwerbe emeren.
Härenwirt. Nerend fich die bilbhof fampt iren fehrei«
bem und gleifnern mit fo fchantlioher fohinderei, fo mag
ich mich auch wol mit der hfiren wirtfehaft begon. lie-
ber mein Känz, du bift gelidert im degret: nun weiß
ao ich wol auß g5tlicber gefchrift, was ein bifehef fehuldig
ift, und was im gebfirt feins ampts halb zä tbftn^ feg mir
aber, was ift dooh eigentlioh nach des bapft reeht der
bifefaoffen ampt und was feind fi fehuldig zä tkänP
Ranz. Ein bifohof fol beten, beilig gefehrift lefen und
86 predigen, item ein bifchof fol gaftung halten, foi gaftirei
fein, und welcbers nit tbät, der fol nit bifehof ordiniert
werden.
12»
lao
Hftrenwirt. 8i Cnml gaftfrei, fi babw gar nach alle
tag frembd und berlich gell.
Känz. Das decret yermeint nit folich geß, fonder mr fol
gafifrei fein gegen den armen die not leiden, nnd wdcher
» bifebof der armen dürftigkeit nit a^te Ar (ein eigen,
der bat yergebens den namen eins bifcbofe. ein bifchof
fol, als vil im mügliob iß, den armen nnd den kranken
deek und namng mitteilen, und fo im gebriß leina gAts
nnd not erfordert, fol filber nnd gold von der kircben
10 nemeo nnd den armen geben« item glori und eer eins
bifcbofe iß (fpricbts deoret) den armen belfen und nit
tempel und die wende und tempel gefobir mit gold, filber,
marmor und edlen geßein zieren.
HÄrenwirt Unfer bifebof feind gaßfrei, dann fi haben
ib TÜ boigfinds, nemlich fpringer, ri^er, fecbter, luten-
fehlaber, trometer und des leichtfertigen volka nur gar
yil. fi haben auch vil rofs, bund, jeger, und jagen vil
lieber dann daß fi zär kircben gand.
K&nz. Die ding fdnd den bifchoffen verboten, d.86. c
10 donare c. qui ve. a vident. c. E^au. c. quid und c. an
puta etc.
Härenwirt. Die bifchof feind gaßfi-ei, denn an iren
hofen iß alle fülle.
Kfinz. Nein, nein, es hat nit die meinung. ein bifchof
2b fol haben ein arms oder nacbgiltigs husgefchir, ein nach-
giltige tifchsierd und ein arme leibsnaruag oder koß. er
fol f&eben mit dem verdienß des glaufoens und des lebens
den gewalt und rfim feiner wirdigk^t etc.
H&renwirt. Ich weiß wol, daß nach inhalt der ge-
ao fchrift Chrifius allein unfer haupt, hirt und bifebof iß
und die bifchof diener feind und foUen arbeiten im win-
garten des herren, nenUich uns weiden mit dem wort
gots und gAten exenqpel. ich wolt aber auch gern wißen,
ob doch das geißlich recht (daruf die bifchof mer halten
M und gründen dann uf götlich gefchrift) zfllaßt, daß fi
weder dürfen predigen noch ander forg und arb^t tra-
gen und nur gnedige herren fein.
K&nz. Ich habs doch iezund eäm tail angeaaigt, daß
181
es nit zfilaßt, dami es gründet fich uf die wort f. PauK
und Tagt *ein bilbhof beißt cm ufleher, der halb im ge-
bfirt, daß er acbt hab und forg anf das leben nnd litten
feiner lauten.' item 'welcher eins bifcbofs ampt begert, den .
5 gehiftet eins gäten werks/ hie Tagt das gdftioh reeht, bifcbofs
ampt iß ein namen eins werks und nit der würdikeit. item
ein bifchof fol felber prießer ordinieren und fol an feiner
feiten haben prießer und ander klSg und gelerte menner,
die im gefetz gots geftbt feind, die follen denn deren, die
10 man cdn prießern ordinieren wil, erfaren gcfcbiecht, Va-
terland, alter, ßat, und ob fi wol giert find, und vor
allen dingen foUend fi fleißiglioh erfaren, ob fi im gefetz
gots underwifen feind. item ein bifchof fol on rat feiner
gewichten niemant ordinieren, des gleichen fol ers thfin
15 mit gunß und zeugnus der burgerfchaft. item ein bifchof
fol alle jar die pfarren in feim bistumb vifitieren oder
heimischen und fol zfim erßen fragen und erkunden, wie
fich denken halten, zfim andern fol er die gemeind be-
rAfen und fol in die ding, die not feind zur felikeit, f&r-
M halten etc.
Härenwirt. Unfer bifchof (hör ich fagen) fo fi vifitie-
ren, beforgen, dem armen dorfpfa£fen werd der wein (das
er doch wenig im keller hat) feiger und auflaufen und
das brot fchimHg und die wiblen freßen inen den haber
% und die rofs das hau, die f&chs die h&ner, nemen mit
inen vil hofsgefinds und fcharianten. die felben entbin-
den denn den armen pfaffen von fpen und holz und von
allem dem, das er im haus hat, ein ganzes jar z6r not
brauchen folt und denn fo fragt mein gnediger herr der
30 bifchof ernlUich, ob die hftner gachzgen, ob fi fil eier le-
gen und ob die gens feugen und ob die ampel vor den
hfilzin gotzen brennen und ob der fprengkeßel waßer be-
hebe und Wie vil glockenfeil feind. nit vil tapferer &chen,
denn die feind, fragt er nach, und in fonderheit fragt er
u fleißigüch , ob der pfarrer alle fonntag unfern frauen bau
und den ablaß verkünde und ob die bauren redlich dran
ßeuren und wie man die ßatuta fimonialia oder fynodalia
halt nnd befonder die gelt bringen, und vor allen dingen
18t
fragt er eigemKoh, ob die bam^n recht und volkomenlich
▼on allen dingen ssebettd geben, befiloht dem pfarrer» daß
er ^ck vom seh^ideo predigen und den leutea in der
beieht confoiens dnimb maobe. 2fi letft fragt er, wie vil
ft körn, haber und weinxebend geMIen oder worden iß.
item fo der pfaff ein mets oder kellmn aad kiader im
baue bat, fo maß er gdt fcbwitzen, fo es fchon ioi kal-
ten Winter ift. zfir leta oder zäm valete fo fegt dee bi*
febofs kameriing der kellerin das bmder kemoHcht^ daß
10 ir der baucb gfebwilt^ darnaob maß der arm nnfohiddig
dorfyfaff fcbdch und tbäch yerfetxen und dem fifonl für
die fobwnlA 4 gülden geben: es heißt ins UTchoft hof
die abfoluz, in meinem frauenhafter heißt es das hfiren-
gdt besalen oder ußricbten etc. als denn fo bat der gne-
i& dige herr fein yifitas berlicber volf&rt und leineBa ampt
gnäg gethan , darumb er bifchof und gnediger berr heißt
und vil hüpfoher hengß reitet und vi! mäßiger uaoSiizer
leut b« im bat. o der eilenden yifitaz! da wirt neut uß-
gericht und gebandelt das got angeet und die liebe und
M nutz des necbßen. man macht nur Übels nodi abier und
arge noch ärger. K&nz, fag weiter, was eim bifchof
gebort zd thän!
Künz. Ein bifchof fol witwin und weifen bCchotzen und
bfchirmen und inen bmfton. item man fol and m&fi ein
» bifchof fQr ander gehören und von im em{rfahen die leer
des glaubens.
Hflrenwirt. Auß dem yolget, daß ein bifohof yor aller
priefterfehaft in götUeher gfohrift (fo der glauben kompt
durch das wort gattes) gelert fol fein.
<o Känz. Es folt alfo fein.
H&renwirt Weiftu niehta mer?
K4nc. Wer zäm bifchof erwölt fol werden und was er
k&nden, lernen und th&n fol, ift in einer fumma yei^ffeo.
d 28. 0. Qui epi.
» H&renwirt Ich bor wol^ daß ma bifoho&t nicht
ein m&ßigs dis^, fonder uberauß große folg, m&h und
arbeit wee ewiUioh eim bifobof, der den namea, wfirdig-
18t
ktü und deo nate haben wil, und aber tmmB anfUls nit
pfltgt wie er foL
Bifchof. Oeb euch got alles utigliickl ir maehen uns
fißhier confcienz mit eurem gefcbwetz. uns wundert faß,
6 daß folidie ding gefchriben ftaud, und aber unfer vicarins
und aucb uafere beiohtväter folifihs uns nioimer förbalten.
Hurenwirt Ich babs doeh vorbin gefagt, euer Tiearius
und der beichtvater feind fchmeichler, ftreicben den fUben
bengft, fingen euch (fpricbt mein K&ns) ein plaeebo five
10 dilexi. was feind ir aber ffir «in bifehof, daß ir weder
das gotUch noch des bapfts gletz wißen?
• Bifehof. Wir mögen der gfohrift nit gewiavten und le-
fen, dann wir feind mit andern weltlichen fachen und
handien ßets bekümert und beladen, fo m&6eo wir dick
i& auch uf tag reiten etc.
Hurenwirt Samt Paulus Jbhreibt s&m bünhol^ daß nie-
mant (breitet gott und flieht fich in die lehens gefoheft.
Känz. Bs ßeet auch im geifllich recht, daß ein Infchof
oder ein denk nit foUend befitzuog empMien nad fich
10 in weklioh bfitsung ndfchlen.
Bifchof. Wir feind nit allein bifehof, wir leind auch
ein f&rft, wie alle bifehof leind, und haben iand und leut
zSl regieren.
Hären wirt Das wolt der teufel und fem großmäter,
t5 dann fcddbs ifie wider got, fo nit f. Paulus (den ir nit
achten) fonder Chriftus hat fett>er den apoAeln (deren
ftathalter ir btCchöf fem wollen und euch deffen berfimend)
yerboten weltliche regiment und fpricht, es gehör den
furften difer weit zfi. do ir haben wellen ein förft fein,
w foken ir nit bifehof fein worden, wann nun der tenfel
den furßien wirt hinftinMi, wo wirt denn der bifehof hüben ?
Bifchof. Wie foUen wir uns des weltUohen regfanents
anßem oder entfddagen, fb wir doch nf riehilagen mit
andern churfurften helfen des keifertknms nod ander weit-
tt Ueh gefoheft handien ittd ußriohten?
H&renwirt Kftnz, isdber, bg an, ift nit ioa bapE bAch
den bifehoffen auch foliohe verboten?
Kunz. Das deeret gebent dem bifohof, alle lein gofcheft
184
J&B lebens von im zA vrerfen und fol kein bürg, k^n ad-
vocat fein oder werden, er fol ganz nnd gar nit inge-
wicklet fin in facten weltliche ampts, fol weder ricbter
noch in keiner weltlicher gefcheft fein, auf daß er nit
» mit zeitlichen fachen verhindert werde am wort gottes.
Hurenwirt. Bei mein cid, ich hett nimmer genaeint,
daß fo gät Ordnung ins bapft verbrent recht weren ge-
ßanden.
Bifchof. Das fint alte fatzung des geiftlichen redits und
M gelten nichts mer, dann es find durch die aller heilt^ften
▼eter bopft Bonifacins den acht^ und Johannes xxii
und Clemens den fiinften und ander bäpfte me im de-
cretal Sexti und Clementis neu Ordnung ufgericht, die
dick wider dife fint.
i& Hfirenwirt Es ligt nichs drMi, was der Malefacius
der VIII und der Demens der v (die groß bäben gewe-
fen fint) und andere böpft gefetzt haben wider dife. dann
fö dife alte fatzung dem heiligen evangelio gemeß find
und in götlicher gefchrift mögen g^rfindt werden, feind
so alle neue, die dar wider fint, falfch und komen vom teii-
fel, und find die bäpft, die fie gmaoht haben, des teu-
feis boten nnd find wäre Entiehrift. dann Chrifius unfer
lieber herr und meifter fpricht 'wer nit mit mir daran
ift, der ifi wider mich."* fiimma fummarum, dem bifchof
» gebürt mit dem wort gottes und nicht mit welUichai ge-
fcheften umb zfi gehen, ich weiß aber wol, was mein
bifchof förderlich hindert am wort gottes nnd an der lec-
tion götlicher gfchrift.
Könz. Lieber, was ifi: die urfach?
m HArenwirt. Der bilchof muß feiner metzmi die capell
bfingen und ir den fpalter lefen«
Kdnz. Du bift ein grober filz, ich mein, es hab dich
ein hfitmacher gemacht, lieber, bis züchtig and red nit
fo grob vor dem bifchof!
sft Härenwirt. Lieber mein gefell, ich bin nit t& grob und
unzüchtig nach gelegner fachen, dann die bübhöf nichts
th&nd, das waren ohriftenen bifcfaöffen nach gots und
auch nach des bapfts Ordnung gbtirt zfi thfin, und leben
185
nit wie befchoffen gesimpt su leben, die hurerei under
gots gfetz gefiatteu und handhaben, die ee verfolgen und
mit gwalt wider gots Ordnung und chrifiliche freiheii und
wider biUigkeit und viler menfchen felenheil werden die
& trunkenen, bfirifchen und leichtfertigen pfaffen bfchiitsen
und laßen fi feelforgen zur fchmach, fchand und großem
nacbteil der chrißenheit fein, die fiob uß not naob got«
lieber gfcbrift und gebeiß der eelichen gfenklich anne-
men, fi irs priefterlichs ampis brauben und vertreiben,
10 die fie doch haben laßen pfarrer fein« und uf daß die
fchantliche offenliche burerei und ander b&berei erhalten
werd, underftant fi fampt irem haupt dem bapft, kaifer,
k&nig furfien und berreu, fiet und ander weltlich oberkeit
mit fcbmeichlerei zu hindergeen und etlich mit fohenken
lA und mit der terz, quart und fext, die nit fi, fonder ire
pfaffheit geben muß, zu erweichen, daß fi inen band bie-
ten; geben für die zuckend wölf, weltlich oberkeit fol
inen die ere un£er lieben frauen, der lieben heiligen und
chriftlich Ordnung helfen fchutaen und bfchirmen, fo es
90 nichtB ift denn nur ir heidifober bracht, geiz und &lfcher
erdichter gewalt und tirannei. des forchten fi« iß inen
unfer lieben firau und der lieben heiligen ere fo hart an-
gelegen, warumb habent fi nit langeß ire botfchaft auch
auf die tage gefchickt und die weltlich oberkeit ermant
» und umb hilf anger&ft, daß fi die gemein gote leftrung
und gotes uneere in der chrifienheit abgefielt bette, wo
fi folchs gethon ketten, fo mocht man fich iez guts z&
den bifchoffen verfeben. die geilttichen herren haben biß
här mögen fehen die gebot gots £b ofPenlich und fchant-
30 lieh fibortreten, veracht und gleich mit f&ßen treten, got
und fein fän unfern herren Jefum Chrifi fo jämerlicb le-
fiern, aber ieas nemend fi fiob an unfer lieben frauen
und der heüigen eere zu erretten, fo inen an unfer frau
und den heiligen nichts glegen ift. unfer liebe firau und
s& die heiligen haben biß her mfißen in uf den hoben üiften
und allenthalb im bistumb gelt kutsen und in die buchfe
geltfamler fein, raiibg&t, geßolen gät und gefiinden gut
an fich ziehen etc* unfer liebe firau mag wol got loben
IM
und danken, daß £ fo an einer fiebern ftat im himel ift;
dann wo fi noch hie auf erden were und die Intrifchen
nit alle ließ zd grond geen und den bifehoffen nod den
pfaffen nit mer gelt gfamlet, mocht fi Yor den Bolzen
s gizigen, unreinen bifehoffen, pfaffen nitgnefen und ficfaer
fein, fl wurd m&ßen in Egypten fliehen, wie fi Herodem
geflohen iß. item fi geben der weltlichen oberkeit für
(wie dann der bapfi Adrian in feinem ungelerten briefe
an die von Bamberk getban hat), es fi iez an der geiR-
10 liehen oberkeit; wo aber die weltlieh oberkeit nit "weren
werd, fo werden fi die neohften fein die leiden m&ßen. es
ift dennocht in all weg der weltlich gwalt liederlicher dann
der falfch geifilich ift die weltlichen nemen fich der fee-
len und oonfcienz nichs an, inen ift nur umbs zeitlich«
16 dife aber wollen gwalt haben über nnfer feelen und un-
derfteen uns mit iren tollen unnützen geboten und Ord-
nung zfi verdammen, darasö zeitlich gut uns ab zu nemen,
nit minder dann die weltlichen, imd was fi nit mit ge*
walt und tirannei mögen z8 wegen bringen, das thfind fi
M mit gleifnerei und underm namen und fofain unfer lieben
frauen und der lieben heiigen und mit dem fidfdien er-
dichten gots dienft. und ob fchon die weltlichen biß her
zfi Zeiten dem gemein man mer abgenommen haben, denn
in von recht gebürt, fo ifts aber vertraglicher denn von
K den falfchen geiftlichen. dann fo land und ftet mit kriegs-
leufen angefochten werden, mftßent fi auch ir fiim dar-
heben, fo die bifcAof, die große feiße abt, die reichen
tiiumherren und chorfaerren und ander pfaffheit hinder
hüpfchen, feiften und glatten hüren ficdier ligen. auch fo
80 haben die weltlichen der fchinderei ein exempel von den
geißliehen genomen. dann do der bapft mit feim fal-
fchen und erlognen ablaß und mit andern falfchen fimlen
alefanzen geh mit hufen uß dem tütfohen land hat laßen
f&ren, haben die furften und herrn zol und ander bfiohwe-
85 rung angefangen uf zSl richten und zä meren, habend gedacht,
ift den geiftlichen nit (und, fo wer es inen andi recht noch
dennocht ift der f&rflen bfchwerd gar vil gringer vor
got denn des bapfts, fo er uns nit allein umb zeitliob
18T
g&t bfcfaifien, fonder aoch an unfer feeleo fohftniKeh ver-
flbrt hat darumb hat got fein volk angefeben und fich
ober fi erbarmet und wil fi von dem w&triob Pkaraone
und Yon den zaubrem Egypti erlofen, daan Cbrißus Je-
» fus nach der ' prophetien lant Pauli hat mit dem geift
feine munds, das ift, mit dem heiigen eyugelio d^i men-
fohen der fiind und den fSn der Verderbnis geiftUchen
getödt, das ift, des bapfi und feine ganzen anhMigs we-
fen und regiment ift und wirt nut dem wort gots erclärt
10 und gezeigt, daß es ein falfch erdichte, erlogen, gotlos,
teufelifch gefpenß i(L des leibliohen ufrärs und bunt-
fcbflobs oder tods darf der bapß mit der piaffheit nit
forchten und gewarten von den waren, obriGiea und von
denen das heilig evangelinm treuwlicb geprediget wirt;
i& dann cim waren chriften gezimpt nit mit dem fchwert zu
fechten, fonder wo er an den rechten backen geCoblagen
wirt^ fol den andern darheben, und fo im der rock gnom-
men wirt, fol den mantel auch laßen, es ift nie befcbe-
hen und wirt nit darz& komen, daß die waren chriften
so die unchriften oder lalfch dirißen verfolget oder zä tod
gefchlagen haben, dann foUcb ampt ift der unchriften,
der tirannen und der falfehen chriften. denen gbikrt uß
gots verhenkniS) daß & die waren chriften verfolgen, ver-
bannen, vertreiben, kerkwn, ftocken, blocken, fieden, bra-
^ ten, martren, verbrennen oder fnnß töten, wann aber
got wirt erachten und wellen die falfehen geilUüchen und
die weltlichen tirannen hie in zeit ßrafien, fo wirt er ein
nfrär und buntfoh&ch durch den Türken oder dnroh felfch
chriften über fi erwecken oder anrichten«
ao Kfina. Lieber mein meifter, du haft fo emfthafiig und
lang geredt, daß ich gleich gedacht hab, du fieft verzuckt
im geift gewelen und hab dich gern gehört
Härenwirt. Ich muß noch mer reden, das verwandert
mich überauß, daß die weltlichen (wie wol ich acht, et-
36 Ikdi mit gaben beftochen nnd geblendt, ellich dnroh die
gleifner veiftrt, und elhch nß «nverftanl und onwißen-
heit götlicher gefchrift) de hin bracht ieind, daß A lieber
oflenlicb h&rer zfim pfarrer und felfoi^er haben dann
188
from eeman und helfen gar ernftlich die bäpfttiche, fel-
mordifehe, ärgerliche, (nach roeinung f. Pauli) tenfelilcbe
fateung von der p&ffen unkenfobe keufoheit faanthaben.
fünft find fi (was zitlich gfit antrifft) dem bapft und den
s bifchö£Pen gar frei und tapferlich in iren falfchen gewslt
gefallen, habend ins decretal gar ritterlich griffen, ver-
achten den ban und ander unnütze, fchedliche, gdtfuch-
tige und nnbilliche des bapfts und der bifeliiffen bfchwer-
den, fatzung und tirannei und thänd gar recht dran; aber
10 fi feiten großem emft erzeigen und fleiß ankeren , die
ding ab zii Hellen, die nit nur zeitliche fonder gar vil
mer die feelen verderben, fi folten und gebürt inen nit
geftatten dem bapft und den bifohöffbn fo offenlich hu-
rerei (die fi umb gelt den pfiiffen nachlaßen) z& erhalten,
IS fonder fo es der bapft und bifchof nit th&nd, folten fi
das fcbantlich offenUch h&renleben, das ergerKch iß yor
Juden und T&rken und vil feelen dem teufel heim fürt,
ganz abthän und mit gewalt weren.
Känz. So man nit wil böfers warten, fo kann man den
90 pfaffen die hären nit weren, man wolt denn inen die ee
frei laßen.
Hürenwirt. Das wolt ich doch.
K&nz. Die weltlichen aber beforgen und fbrohten, fo
die pfaffen allweg dr&s und beul mit irem lift und geiz
» haben, wann fi eekind betten, fi wurden underfton, vol-
lent allen gewalt, eere und g&t zd iren henden x9l sie*
hen und under fich z8 bringen, und mocht niemant vor
inen gnefen.
Hären wirt. Es m&Il die weltlich oberkeit den bifohof-
90 fen gebieten, daß fi kein Ölgötzen mer maditen und daß
man nit mer priefter z&ließ dann nur einem ietKchem
flecken ein bifchof oder pfarrer und diaconus, wo es not
erhiefch, und m&ll man das ander gefchwdrme der un-
nützen m&ßigen pfaffen und münchen alle abßerben laßen
35 und ire pfründ in gemeinen nute wenden, und Keß do
zwifchen, biß die unnfttze pfifeffen abgefturben, aaoh ire
eeliche kind eerlioher ämpter nit empfenkKeh fein, diß
ftat in gewalt der oberkeit, gleich wie man in etHohen
18»
Aetien kein frembden in rat empfacht eo mag die weh*
lieh oberkeit den und andern fchaden, der nß dear prie«
fter ee dem gmeinen nuta und frommen mochi erwaehfen,
mit fataung Taft wol furkomen, allein dafi nur den feelen
» geholfen werd.
Kfinz. Uf mein eid, durch das mittel würd den (eelen
geholfen und der gemein nuta überauß gefurdert, denn
wol der dritteil zitlicbs gAts falt den unnütaen m&ßigen
pfaffen und münchen heim.
M Härenwirt. Das verwundert mich nit minder, dafi auch
die veter (wie du fagft) die bigami fo groß geachtet ha-
ben, daß ü verhindert, daß einer nit Tel bapA, bifchof
oder priefter werden und aber die fodomi (umb deren
willen got hat das ganz land Pentapolim vertilget und
u allwegen hart geftraft, die doch on fonderliche genad
von herzen nit wol mag on ee vermiten werden) fo
ganz vergeßen haben, dann fi an keim geiilliohen ampt
iemants verhindern mag. des gleichen wann einer fchon
hundert hären (auch öffentlich) gehebt hat, möcht den-
30 nocht bapft, bilohof , priefter und pfarrherr werden.
KAnz. Ich mein, die bifchof werden iez in der verfam-
lung zä Regenspurg voo denen fachen chrißlichen handeln.
HArenwirt Nit, nit. fi werden in fpiritum fomica-
tionis bei ein andern fein und nit wider die hfireri han-
n deb. mein bißfchaf (ich folt fagen firißfobaf) ift ein hären-
jeger, ein priefter Priapi und ein bfonderer patron der
häreri. der halb wirt er helfen die h&rerei erhalten, du
wilt, ich fol zächtig vor im reden : ich fcbetz in nit beßer
denn ein härenwirt. darumb gebärt mir vor im, als vor
ao meinem landshären wirt, nit züchtiger zä reden, fo ge-
bort er (das weiftu wol) gar vil lieber von härenwerk
fagen denn von den gefcfaichten der xu boten und von
£ Martins kgend.
K ä n z. Du wUt aber iemerdar fein gnad mii der
u motzen vexieren, du bekenneß doch felber, daß nach in-
hah des heilgea evangelinms niemand möge on gnad
kenfch leben, fo. ift der nat&urliohen meifter ein gemeine
fentenz daß £ i|>rechen *qaod natura docet, nemo n^are
190
poten:\ darumb mAß der bifobof diok von not die renes
purgieren, dann es iß f&r das grün gfit.
Härenwirt. Du redeft aber naob der tabulatur. was
ift renes purgiem?
» Kfinz. Es ift uf der großen zeben der natur Inft laßen.
H&renwirt Wol verftan.
Kftnz. Nfin ifts weger, fein gnad bab ein Jungs metzlin
bei im sär laßerin denn nach roBiifcben litten ein jungen
knaben.
M Härenwirt. Vach teufel, fi er zä. der bifchof folt aber
nach der 1er 1*. Paulus einer frauwen eeman fein und folt
z&chtige kinder ziehen und folt in finem bistumb den
pfarhem die ee frei laßen.
Bifchof. Wir mögens nit thftn.
15 Härenwirt Uß was urfach?
Bifchof. Die ee ift uns und der priefterfcbaft naob bäpß-
Hoher ordenung verboten.
Hfirenwirt. Känz, wo wirt die ee im decret den pfaf-
fen verboten?
90 Känz. XXX di. c. placuit und xxvii di. c. prefbyteris
und XX Ell dift. c. nuUum.
Härenwirt. Lieber, fag mir, haben nit vor alten ziten
die bifchof und priefter ewiber gehabt?
Kdnz* £i ja, dann der groß lerer Gregorius Nazianze-
t5 nus ift zä Nazianzon an feins vaters ßat (der auch ein
frommer bifchof gewefen ift) nach feinem tod zum bifchof
erweit und gefetzt worden, und der heiUg martrer Biapfy-
cbins auch zä Oeferea priefter geweß, hat gleich vor dem
ee daß er gemartert ift worden, fioh vereelichet. item
30 im conciKo Niceno der from heilig man Paphnucius (der
doch der ee nnerfaren was) wolt nit verwiüigto, daß die
priefter folten nit bei iren eefranen nit ligen und fprach,
der eeleuten beiligin wer ein küfch^t. und im wart von
der ganzen verfamlung gjehet. am zwifel difer heiiger
35 man ift ingedenk gweft der wort Chrißi Mat. am xix c.
und I Cor. vir, do die ktifcheit gelobt und geraten und
niemant geboten wirt aber uß gots verhenknis hat der
bapft mer ttß unwißenheit nnd nfl unaohtfamkeit (glaub ich)
191
götUoher giefdirift und nß menfehliolieai gAtem bedanken
dann uß frevel gemeiniklich den prießern und fubdiacon
und diacon die beilig ee verboten und inen küfcbeit (die
doch in niemands gewalt ßat) geboten«
ft Hfirenwirt. Ich glaub auch, es fei auß giiter menfch-
lieber meinung und göt bedunken befcheben. es iß als
von got verboten, unferti gät bedunken nach zfi faren,
fonder wir lolen nur das thun das uns got geheißen hat
und inen gezeigt, daß dife bäplllicbe fatzung ergerlich
10 vor Juden und beiden und feelmordifch iß. und er aber
foliche fatzung uß luter frevel und tiranni nit widerrftft,
nit nachlaßt, acht ich in für den waren Entchriß, und
die bifchof, die folich teufelfche leer und fatzung umb
fchentlichs gewins willen hantbaben, für Entchrißs boten
la und junger, mich wundert gar vaß, daß die bifchof und
prießer, die götlicher gefchrift wol kennent gewefen find,
daß fi dife des bapßs fchädliche fatzung angenomen haben.
Kunz. Die griechifche prießerfchaft haben dife römifche
fatzung nit wollen annemen.
M Hären wirt. lez merk ich wol, daß die Romer billich
uns Teutfchen beßieu und narren heißen und fchelten. es
iß ie meins bedenkens ein große narheit an unfer pfa£f-
heit gewefen, die weil fi als wol Adams kind feind als
die €brie(Aen und fich aber haben den bapß von gotli-
SA eher gefchrift laßen treiben und die leer der teufein (wie
f. Paulus fpricht) vom bapß angenomen. es folten fich
noch auf difen tag die bifchof wider dife unchrißliche
Ordnung legen, verachten und nit halten.
K&nz. lieber, es habend fich die bifchof mit eid ver-
ao pflicht, verbunden, dem bapß fein gefetz zu halten, zfi
befchiitzen und handhaben.
Hurenwirt. Die weil götlich gefchrift und des bapßs
fatzung und befonder von der ee wider ein ander feind
und der herr fpricht 'niemant mag zw^en herren dienen,
95 Tolgen maß, daß gleich in der ßund fo einer bifchof
würt und fich mit eid verpflicht, dem bapß verhaftet oder
verbfini, gottes verlangnen mfiß und an got treulos und
meineidig werden, dann fein geihaner eid bindt *in des
198
bapfts gdetz (das da wider got in dem ftoek ift) z&
erhalten, daruznb fo) mn bifdiof difen falfdien unbilKcfaeD
eid d^n bapft oit leiften, fonder fol die ee der priefier-
fchaft nach gotlicher gefchrifl; frei laßen und die fa&reret
5 keiner dingen geßatten, die an vilen orten der heiJgen
gefchrift verboten iß.
Känz. Ja auch im geifÜich recht und befonder den bi-
fchoffen und prießern; dann fo ein biichof oder prieAer
oder diacon hfirerei treibt, Fol er abgefetzt werdeo and
le auß der kirchen geworfen under die leien b&ß tA thun.
item es fol keiner eins priaßers, der gewislich bei im hat
ein concubin, mefs boren.
H&renwirt. Lieber, fag mir, was yerfchult ein bifcbof,
der folich und andere bapfiliche Ordnung, die chriftlich
1» feind, nicht halt oder fchafft daß fi gehalten werden,
wann er fchon from iß?
Känz. Er würt meineidig, dann er halt &n eid nit und
fol feins ampts beraubt und entfetzt werden, die fommi-
ften fagen, er werd meineidig, und der Paoormitanus
20 fpricht Von einem folichen prelaten mögen die undertha-
nen weichen.*
Härenwirt Darumb thänt die ftet im reich nicht un-
recht, die iez ire iMfohöf für hirten nit erkennen, ire läu-
fige mandat nicht achten, inen felbs wäre bifehof oder
f9 feelforger erwelen und fetzen, unangefehen des bapfis
blitzen und donnern.
Bifehof. Wir flrafen doch die prießer umb der härerei
willen.
Häreawirt. Ja ir firafead fi wie ein härenwirt feine
30 hären: er nimpt härenzins von in und laßt fie fik and
für in der bärerei bleiben, alfo thänt ir bitchof auch.
Bifehof. Es iß der brauch.
Härenwirt. Ich weiß wol, daß ein bifehof die fnnder
Tor allen ßrafen fol, das iß, fo er die <^entUch härer
M und ander funder (nach dem heiligen evangelio) zwifchen
im und inen geßraft hat und fi aber nit hören wollen,
fol fie in bau tbän. fag mir aber, gibt das geiMidi recht
zfi, daß ein bifehof möge umb bit oder umb Ion oder
193
nmb gelts willen den prieftem hureri gftatten oder vei-
willigen.
KAnz. O wee, nein, keins weg; dann welcher bifchof
foliohs thut, fol vom ampt gfetzt werden und Fol ein
s unzüchtiger hunt und nit bifchof gnent werden.
Hfirenwirt. Lieber, fag mir nur noch eins, fo die bi-
fchof fo hart uf die alten lerer dringen, fint fi für die
bifchof oder nit?
Kiinz. Die lerer von drei oder zwei hundert jaren, nem-
10 lieh der betler örden, als Thomas und Bonaventura und
ander me, feind zum teil für den bapß und bifchof. da-
rumb hat fi auch der bapft geheiliget oder canonifiert. die
ganz alte lerer, die got geheiliget hat, die mögen bapft
und bifchof minder leiden dann f. Paulus gefchrift, dann
IS die obgemelt fpriich uß dem decret feind den meren teil
uß den alten heiligen lerem gezogen, fant Bernardus iß
under den alten lerern der letft und hat id concilio Ke-
menfi ein colaz oder predig gethon, folt es iez zu Re-
genspurg Chrißus felber (ich gefchweig fant Bernardum)
so thän, er wurd mit dem leben von liegenspnrg nit moge^ti
komen, dann er fchilt und heißt die bifchof rauber, blut-
fauger, vergleicht fi den fchreibern und pharifeern, dem
bofen künig Hieroboam, dem Judas Schariot, dem Herodi
;und Pilato, und zeigt in iren pracht und hoffart frei an.
2& des gleichen iiber den xc. pfalmen in der vi. predig da
rtirt er den misbraucli der iezigen kirchen und fchonet
niemants. dem bapft fagt er auch fein teil in der epiftelii,
die er gefchriben hat zfim bapft Eugenio dem iii.
Härenwirt. So nit gemeine achtung und von der weit
90 fonder eigen bofe that und werk foUend einem ietlichen
vor got und auch vor den menfchen billichen fchenden,
der halb feind die iezige bifchof in all weg fchand wür-
diger dann die Lurenwirt feind. dann ob fich die hären-
wirt von hfiren neren, das thund die bifchof auch, die
35 hfirenwirt feind nit fo manigfeltig meineidig an got und
am bapft als die bifchof. die hfirenwirt treiben nit foli-
che fimonei und fohinderei, feind nit fo blfitfauger, ir vil
nit fo hfirer als vil bifchof feind. lofen hie her, herr
13
194
bifchof, ich mocht wol fagen fafircnwirt, Tagen an, wa^
haben ir on yäterlichs erb vom bistumb, das ir mögen
mit got und ficber confcienz haben, fo ir euch auch von
hitren m&ßen begeen und neren. daß ir zina und zehend
» einnemen, das tbund ir nnbillich und wider got, dann ir
treibents nit uß wie fichs gebürt den armen, und wel-
cher bifchof das evangelium nit verkündet, der fol auch
Tom evangelio nit geleben, ir predigen das eTangelium
nit und fchaffent nit, daß es von andern treulichen und
10 lauter rein geprediget werde, unfer herr fpricht 'der ar-
beiter (und nit der faul fchalkhaftig knecht) ift feins Ions
wert' fant Paulus fpricht 'wol eher nit arbeitet, fol auch
nit eßen.' daß ir land und weltlichs regiment haben, iß
wider got, dann es gezinipt den bifcfaöffen nit (wie ichs
15 vor anzeigt hab), fo ift das ander teil fchinderei, blfitgelt
und milchzins von huren, quid rundes, herr bifchof?
Künz. Qui tacet, confentire videtur.
Härenwirt Was ift das?
Kunz. Neut, neut, ich hab gehaftet fein gnad fchweigt
so zur fachen, das man vil mit fchweigen verantwort
Hörenwirt Er fchweig oder nit, fo wil ich gen Re-
genspurg für den römifchen legaten. fo mich der felb
mit feiner pfaffheit berichten wirt uß gotlicher gef<dirift,
25 daß fich bifchof mit guter und fichrer gewißne von hu-
ren neren mögen, wil ich in meinem ampt auch lenger
bleiben und verharren und wil meine fchweftem des gro-
ßen gefchlechtes oder ordens meins convents trotten, daß
fi gfits mfits fien, wil inen raten, daß fi lieh mit irem
ao hörenwerk weiter frolich neren, dann es kompt fi vil ge-
ringer an, hörenwerk zö treiben, dann mit den henden
zö fpinnen und arbeiten, es ift ie minder fchantlich und
ärgerlich in der chriftenheit, daß ein rat einer ftat ge-
meine hurenheufer duldet und ich mit hören haus halt,
35 dann daß die bifchof den pfarrer, die feelforger fcind und
nach der leer Cfarifti ein liecht der weit fein foUcn, in
offenlicher hörerei geftatten zö fitzen, wil zöm andern
die zwen furften erkennen und urteilen laßen, ob es nit
195
biUich ß, fo die bifcbof im ganzen land den bfiren bei
den prieftern härrig (wie ich im franenbaus) yergunnen,
gRatten und naeblaßen und für die bürerei gelt nemen,
daß der bapft, der mit feim gefetz der pfaflFen b&rerei
ft erbalt, vil biiren macbt, die fünft from eefrauen gern weren,
und der .bfirerei ein vater ift, daß er der aller bocbfter
Täter und bSrenwirt genennt fol werden, die ärzbifcbof
ärzburenwirt und die ander bifcbof landsbfirenwirt feind
und ich und meine geleicben der bifeboffen, die landsbS-
10 renwirt feind, in carnalibus ir vicari, und daß man uns
aucb zfi eeren braucbe, wie man denn inen tbfit« wurd
ich aber nit beriebt mit gfchrift mögen werden, daß
lemant von burengelt möge mit fichrer gewißne geleben,
wil ich mit gots hilf von meinem ampt Hon und bfiß
li thun und meinen febweftern in der burenzunft allen frei
urlob geben, fi dabei cbriAIich und ernftlich ermanen,
daß fi von fcbantlicbem bfirenleben abAon und umb ver-
gangne lund bfiß mit mir wurken. diß feind die fachen,
die ich zd Kegenspurg hab auß z8 richten, darnach
30 wißent euch, ir bifcbof, z& richten I aide, aide, ich far
dabin, zu Kegenspurg beim hfirenwirt im kränz, da man
faur hier fcbenkt, kommen wir wider zfifamen.
13*
IX.
EIN GESPRECH
VON DEM GEMEINEN SCHW ABACHER KASTEN
ALS DURCH BRÜDER HEINRICH KNECHT
RUPRECHT KEMEIUN SPULER
UND IREM MAISTER
DES HANT WERKS DER WÜLLEN TUCHMACHER.
Anno MDXXIIH.
ßr&der Heinrich. Bonus dies.
Meiller. Semper quies. bene yeneritis!
Brfider Heinrich. Deo gratias. o meiller, ich bab et-
was gfits gehört.
5 Mailler. Was ill das?
Bröder. Man hat den gemeinen kaßen aufgericht.
Maißer. Got fei lob und dank, daß die armen auch
betracht werden I wer fein die vorlleer?
Bruder. Hans Heller und Hans Volkmer. die haben
10 gelobt und gefchworn in den gemeinen kaßen z& fanden,
und Walpurgis wird man das almufen den armen auß-
teilen.
Kemerin. Ja fi werden famlen und außteilen der Hel-
ler z& feinen klingen und meßern und der Volkmer zu
lA feinem bierbreu.
Meißer. Ei die zwen werden das nicht thön, dan II
fein gAt lutherifch.
197
Brfider. Es heißt nit lutherifch, fonder chriftircb oder
evangelifch. auch wirt man fant Johans nit mer famlen,
denn er darf keins eßens noch trinkens.
Mai Her. Das hör ich gern.
5 Kemerin. Wie wil man dann das gotshaus pauen?
Maifter. Was heißt gemein, wen das wortlein bei
einem andern fteet, als bei dem kaften oder nutz, fo heißt
es ein gemeiner kaften oder nutz, darauß kan man alle
brechen der kirchen und der ßat, fo fonft kein gelt ver-
10 banden were, pauen.
Kemerin. Yil menfchen werden das ire unnutzlich ver-
zeren und denken 'fo ich nichts mer hab, itt man mir
leihen, helfen und rathen auß dem gemeinen kaften.' da-
rumb wirt er keinen beßant haben, dann niemants ift z&
15 fblchem unrath gern helfen.
Maifter. Er ift zu beforgen, aber ich hoff, mein herren
lind die gemein werden iolchem unrath vorkommen.
Brfider. Danimb ift got allein zö pitten, daß fie die
lieb goites und des nechften betrachten, als Chriftus fagt
90 Joan. XY Mas ift mein gepot, daß ir einander lieb habt,
wie ich eoch geliebt hab. niemants hat ein größere lieb
dann welcher fein feel fetzt für die freund, ir fdt mein
freunt, ob ir tfaun werdt das ich euch gepeut.
Kemerin. Chriftus hat fein feel für uns gefetzt, aber
25 unfer herren wurden das gar fchwerlich thun und fonder-
lich fo mein gnediger herr marggraf darwider wirt fein.
Bruder. Warumb wölt fein gnad darwider fein? hat
man doch zfi Onolzbach, zu Kitzingen und yilleicht in
andern feiner gnaden ßetten auch gemeine kaften auf-
ao gericht.
Kemerin. Ei, der pfarrer wirt es nit leiden, dan man
wil im den dritten pfenning nit danron geben, darumb
wirt er freund und frembd anr&fen.
Meifter. Ja den dritten pfenning von den vifchfchuppen.
35 Br Ader. Ir feit zornig.
Meifter. Ach, unfer pfarrer hat uns bei vil jaren kein
predig gethan.
Bräder. Alfo haben die unfleißigen hirten uns gewei-
198
det: wee in, als Hiere. am xxiil and an vil oriem der
heiligen fchrift fteet.
Kemerin. Ach nim dich felber bei der naTen, du aus-
gelaufner mnnch!
& Brfider. Ha ha hal ich fchäme mich des nicht, furvrar,
got weiß nichts von den pfaffen, mnnchen und nnnnen,
dan fie glauben nit an Chrißnm.
Kemerin. Warumb?
Bruder. Ein iglicher der einen zuchtmeißer hat, der
10 glaubt nit in Chriftum. fi haben zuchtmeifter, als den
bapft, Cardinal, bifchof etce. darumb glauben fie nit in
Chriftum.
Kemerin. Wo ßeet das gefchriben?
Brfider. Zu den Galathern am m. alfo 'das gefetz iß
ift unfer zuchtmeifter geweft auf Chriftum, daß wir durch
den glauben rechtfertig werden, nun aber der glaub
kommen ift, fein wir nicht mer under dem zuchtmeifter,
dan ir feit alle gottis kinder durch den glauben an Chri-
ftum Jefum, dan vil euer tauft feind, die haben Chriftum
fo angezogen, hie ift kein Jud noch Krieche, hie ift kein
knecht noch freier, hie ift kein man noch weib, dan ir
feit all z&mal einer in Chrifto Jefu. feind ir Chrifti, fo
feit ir ja Abrahams famen und nach der Verheißung erben.
Kemerin. Ach mit deiner genspredig uberredft du
» mich nit.
Brfider. Alfo thfit ir unnutze leut, die den gemeinen
haften wollen hindern, wer weiß, folche leut möchten
des almufen noch notturftiger werden dan iez ein armer
petler. dann heut wirt einer gefangen, der ander beraubt
so und der drit mit krankheit, als Franzofen und der glei-
chen, beladen, niemants hat für armut ßgel und brief.
Kemerin. Ja es ift war, aber etliche wollen ir almu-
fen geben den fi vor in fehen.
Brfider. Ja den gotlofen petlem, davon Paulus fchreibt
35 1 Timoth. V 'die faul feind und lernen umblaufen von
haus zu haus, nicht allein feind fi faul fonder auch
fchwetzig und furwitzig und reden das nit fein foL
Kemerin. Aber der gemein kaft wirt noch arme leut
199
machen, dan mancher wirt darin yerfchaffen, des er fei-
ber vor feinem end nottnrftig möcht werden, aach wirt
manchem erben das fein entzogen.
Knecht Ruprecht Es ift z& beforgen.
^Meißen Ja wenn unfer herren wolten handeln wie die
pfieiffen, munchen und nunnen: die haben der leut gut an
fich gezogen und nichts wider geben, wie arm und eilend
einer dardurch worden iß. aber mein herren werden ver-
ftantlicher und weislioher handeln.
10 Brfider. Darumb (oUen wir got bitten umb yerßantund
weishrit, fo werden wirs von got erlangen, als Jacobi
an dem erften fteet % einer Weisheit notturfbig iß, der bit
von got, der iederman uberflußig geit, und rucks niomants
auf, fo wirt fie im geben werden, er bit aber im glau-
ts ben und zweifei nicht.*
Meißer. Es iß große zeit, daß wir got bitten, auf daß
der teufel mit feinem gefpens uns nit fchad an der lieb
gottes und des nechßen.
Knecht. Ja, es iß auch wol von uoten, daß man mer
20 dan zwen vorßeer verordne.
Bruder. Auch daß meine herren darin nit verdäcfatlich
wurden, feiten die vorßeher bei gelubt und ait kein re-
chenfchaft on willen und wißen der ganzen gem^n thfin
oder ao& aUer wenigß vor zwölf oder fecbzehen burgern,
n von der gemein erweit ire rechenfchaft zu thun, erlaubt
werden, auch Collen die vorßeer alle jar abgefetzt, on
den elteßen, und ander eingefetzt werden.
Knecht. Alfo wirt ein gemein willig und' helfen mit
leib und gut.
so Me iß er. On allen zweifei, mein henen werden all not-
turft ordenlich betrachten.
Bruder. Ich bit euch, lieber meißer, leß das b&cblein
von der Ordnung des gemeinen kaßen vom Luther auß-
gangen.
3b Meißer. Ich wil es lefen.
Knecht Ich wölt aber gern wißen, ob man ein bru-
derfchaft, wie man dan lagt, wirt machen.
Bruder. O es were evangelifch, daß ein bräderfchafl
200
fölt fein und niobt genent werden üait Annen ttfftder-
fcbaft oder Taut Johans brAderlbhaft und der gletchen, Ton-
der allein Chrifti bruderfchaft, als Paulus fpricbt 1 CorL i
'dan got ift getreu, durch welchen ir ber&ft leind z& der
5 gefelTchaft, das iß 2& der bräderCcbaft feines funs Jefu
Chrifti, daß ir alzumal einerlei uns feit und laßt nit scwi-
traobt under euch fein, fonder daß ir feit Tolkommen in
einem fin und in einerlei meinnng.
Meifter. Üarumb iß wol angefehen, daß man einen ge-
to meinen kaßen hat aufgericht.
Bräder. Ja man findt gar oft in der heiligen gfohrift,
daß den rechtgläubigen menfchen alle ding gemein waren,
als Act. IUI * es was ein herz und ein feel der glaubigen
fchar.^ keiner auß in ward fprechen, als yil er het^ daß
15 es fein eigen were, fonder difem menfchen Waren alle
ding gemein.
Maifter. O daß mein herren und ein gemein in götli-
eher und brüderlicher lieb vereinigt wurden, fo kant nic-
mands wider lle feinl
3u Bruder. Alfo fagt Paulus zä den Körnern am viit 'fo
got mit uns iß, wer wil wider uns fein.^
Maifter. Ich glaub, die lieb, die ein wurzel aller ding
iß, m&ß wir haben.
Brfider. Ja, Paulus 1 Cori. ^^^^ fpricht aUb *wea ich
3» mit menfchen und mit engein zuogen redet und het die
lieb nicht, fo were ich ein dönende erz oder ein klingende
fchel. und wen ich weißagen könd und wüfte alle heim-
lichkeit, auch alle erkantnus und hett allen glauben, daß
ich die berge verfetzte, und het die lieb nicht, fo were
10 ich nichts.
Maifter. O wie ein kreftig ding ift die lieb.
Bruder. Ja, es ßeet auch im gemelten capitel, daß die
lieb iß langm&tig, freuntlich, eifert nicht, betreugt nicht,
li hiebet lieh nicht, fi ßellt fich nit hönifch, fi fucbt nit
3& das ir iß fonder des nechßen, fi denkt nit arges, fi freuet
fich nit über die Ungerechtigkeit, fi freuet fich aber mit
der wai'heit, fi vertregt alles, fie glaubt alles, fie hofft alles,
fi gedult alles und der gleichen.
201
Maifter. O Telig ift der meDfch, welcher die frucbt der
Heb betracht und darnach thdt
Br&der. Paulus fagt auch zä den Römern am xrii *ir
feit niemants nichts fchuldig, dan daß ir euch under ein-
» ander liebet.' darumb wollen wir got bitten durch Jefum
Chrilhim, daß er die gnad des heiligen geifts unfer her-
ren und der gemein verleihe, daß die gotliche und brä-
derlicbe liebe betracht werde, on alle zweifei wir wer-
den erhört, dan Chrißus fpricht Joan. xvi *farwarftirwar
10 fag ich euch, fo ir den vater umb etwas bitten werden
in meinem namen, das win er euch geben, auch fpricht
got felber Hiere. am xxxil Mch wurd in geben ein herz
und ein weg, auf daß fi mich alle tag furchten, und in
wirt wol fein und iren kindem nach in etc.
u Maifter. Darumb darf man nit großer kunll oder liilig-
keit prauchen zfi unferm glauben, fonder allein die lieb
laßen erfcheinen auß dem glauben.
Bröder. Das ift war, dan wie man Chrißo glaubet,
alfo erzeigt man die lieb den necbften, auch wie man
ao dem nechften hilft, alfo erzeigt man Chrifto den glauben,
welcher glaub allein in Chrifto und in feinem wort ift.
Knecht. Nun wil ich anch darzu helfen rathen, daß alles
gelt in unfer brAderfchaft in den gemeinen kaften kum.
Kern er in. O du großer narr, laß dich überreden 1 haftu
n nit gehört, daß man allein den hausarmen lenten helfen
wirt? warum wollen die frembden darzä helfen, fo in
kein troft und hilf mitteilet wirt?
Bruder. Das were nicht evangelifch, dan es fteet ge-
fchriben zu den Galath. am vi *ir folt tragen einer des
so andern bürde.' auch Mat. am fibent 'alles das ir be-
geret, daß euch die leut thun, das folt ir in auch tbfin,
nicht allein euern freunden, fonder auch euem feinden,
habt einander lieb: darbei erkent man euch, daß ir meine
jüngere feit.
id Meifter. loh hoft*, meine herren werden das auch wol
betrachten.
Knecht Ich beforg, etlich des raths feind auch nit gut
evangelifch.
202
Bruder. Von den die nit gnt evangdifch feind, fteet
gefchriben Act. XXVIII and Efaie am vi 'mit den oren
werden irs hören und nit verßeen, und mit den au^en
werdent irs fehen und nit erkennen, dan das herz difes
ft Tolk« ift verftockt
Meiller. Es ligt nit alles an den papißen.
Kemerin. Ja, lieber meißer, es iß nie gefchehen, wen
ein amptman etwas hat aufgericht, fo dann ein ander
kumpt, der zerreißt es wider.
10 Meißer. Ei fo muß maus ordenlich aufrichten.
Kemerin. Ja wen der eigen nutz nit were, dan man-
cher wurd begeren Torßeer zu fein, daß man im leihen
fol. auch werden die reichen allein das nutzen.
Knecht Es were gut, daß man dem vorkeme.
15 Br&der. Ach, darzu bedarf man allein gottis hilf, als
Johan. am xv ßeet *on mich kond ir nichts thun.*
Knecht. Es were wol gut, daß man mefs umb gottes
hilf ließ Gngen und lefen.
Meißer, Darzu wil ich nit rathen, dan der fmm Luther
20 fchreibt feer erfchröcklich und graulam ding von dem
misprauch der mefs.
Knecht Ja, wen es war were.
Bruder. Ach, es iß leider zu war.
Kemerin. Ich wölt, daß der teufel den Luther mit leib
S5 und feel hin fikret
Bruder. BehAt in got und alle liebhaber evangelifcher
warhaitI
Meißer. Amen.
Spuler. Ach, man folt pfaffen und munchen alle zu tod
10 fcblahen.
Kemerin. Man folt dir einen paurentreck ins maul
fchlagcn.
Spul er. Ja, ich mein, die pfaffen und munchen feind
dir lieber dan gottes wort und der gemein kaßen.
36 Bruder. Man fol die pfaffen und munchen nit erfchla-
gen, fonder got für fie bitten und mit in ein gedult haben.
Späler. Aber man kaus in die lenge nit mer dulden,
dan fie wollen herren fein und feind lauter petler.
Brfider. Du fagß recht, man fol aber fie nit zu tot
fchlageh, fonder in und andern petler, die von haus z&
haus umblaufen, nichts geben, dann got bat den pettel in
der heiligen gefchrift verpoten, als Deuter, am XV. Pro-
& yerbiorum am xxx. Thimothei am xvi Ifa. am v und
der gleich.
Knecht. Hab ich doch gehört, man fol einem ieklichen,
der pitten ift, geben.
Brfider. Das ßeet Luce am vi 'wer dich bit, dem gib,*
10 wie auch Thobias feinen fun lernet, Thobias KU *du folD;
dein angeficht nit wenden von irgent einem armen' etc.
das ift nicht zu verßeen, als muß man behalter haben
nnd einem ieklichen gnug geben, dieweil doch den geiz
niemants erfüllen mag, fonder daß man fol einem iegli-
15 eben notturftigen helfen und ratben, wie Chriftus Mat.
XXV fpricht Yurwar fag ich euch, was ir than habt einem
under difen meinen geringeßen brfideren, das habt ir mir
gethan.^
Knecht. Es were gut, daß die faule lentspetler auß
» dem lande oder zu der arbeit getriben wurden.
Brfider. Älfo hat got gepotcn Gene, m *im fohweiß
deines angefichts folftu nießen dein brot. aber wen einer
krank wirt oder on das almufen nit wider in fein vater-
lant könd kommen, fo follen wir thun als der Samarita-
25 nus, als Luce am x. fteet.
Knecht. Man wil aber mit dem almufen gefefaen und
gelobet fein.
Brfider. Ja wie der gleifner, als Luce xvill ftet, der
da fprach 'got, ich fag dir dank, daß ich nit bin wie
90 die andern meufchen* etc. aber es ßet Mat. vi 'wen[^du
almufen gibft, fo laß deine linke hant nit wißen, was die
recht band tbut, auf daß dein almufen verborgen fei, un d
dein vater, der in verporgenheit ficht, wirt dirs vergelten
öffentlich.^ ach wir können "für gottes angeficht nit kom-
35 men, als Gen. XLlii ßet, wir bringen dan unfern gerin-
geßen brfider mit uns. got wirt nit geert und geliebt on
die lieb und dienß des nechßen.
204
Knecht. Ach, wen wir einen eyangelircben prediger
hetten, alle fach ward noch gut.
Kemerin. Was mangelt dir an nnrerni prediger?
Knecht Ach, er kan nichts anders predigen dan 'das
• ßeet gefchriben am erßen diftinx, am andern diftinz.*
Br&der. Ach, er fteckt der jurißrei und Ibphiftrei zu
vol, darumb iß im fchwärlich, evangelifch sfi predigen,
dan es geit einem zu fcbaffen, der etlich jar darauf ftu-
diert hat
10 Meifter. Eis iß nit leichtlicli, auf fchwar/ weiß zu malen.
Bruder. Chrißus hat uns zu den PhilL zft den Colo. Ii
gar treulieh gewarnet fprechende 'fehet zu, daß euch nit
widerfar ein raub durch die philofophei und unnutze ver-
f&rnng nach der menfchen fatznng und nicht nach Chri-
u fti lere.
Kemerin. Ach, die neu lere wirt noch große zwitracht
und aufr&r machen.
Maißer. Ja den menfchen, die gottes wort nit annemen
und gar wenig oder gar nichts an die predige geen. da-
so rumb, liebe kemerin, laß von deinem annutzen gefohwetz !
Bruder. Ja, annutz gefchwetz ift verpoten, als zfi den
£phefier am iiir ßet ' laßt kein faul gefchwetz auß eurm
mund geen*, dan all fchwetzer fein eitel tenfel geneot,
wie fanctus Petrus, fo fie die goüich and br&derlich lieb
M verhindern wollen.
Knecht. Ift dan Tant Peter ein tenfel geweft?
Bruder. Ja, als Mat am xvi fteet, do Chrißus anzeigt
den jungern fein zukunftig leiden, fo für in Petrus an
und fprach 'herr, fchon dein felbft! das widerfare dir nur
30 nicht!' aber Chrißus wand fich umb und fprach 'heb dich,
Sathan, von mirl du biß mir ergerlich, dan du meineft
nicht das gotlich fonder das menichlich iß.'
Maißer. Haftn das gebort, kemerin, fo ßoß dich daran!
Kemerin. Ja, ich habs gehört aber folten die all teu-
3& fei fein, die Widerreden der neuen lere und dem gemei-
nen kaßen, fo were ir vil hie.
Bruder. Chrißus, und ich nit, hat das gefagt
205
Meißer. Waiftu dich des, mein liebe kemerin, nicht
fchuldig?
Kemerin. Ja ich weiß und gib mich des fchuldig.
Maifter. Darumb red nicht mer wider die heiligen ge-
& fchriflt und den gemeinen kaften.
Kemerin. Ja ich wil mein leben lang nimmer mer dar-
wider reden.
Meifter. Du haft auch den br&der Heinrich einen ent-
laufen munich geheißen, bit es im ab!
10 Kemerin. Ich hab das im zom geredt, lieber br&der
Heinrich: verzeich mir und biß fontag zeche mit uual ich
wil dir ein maß weins bevor geben.
Br&der. Belan, ich wils thun, aber ich wird mit dir
handeln nach dem fpruch 1 Thefla. v alfo lautende 'wir
i& pitten euch, lieben br&der, ermanet die ungezogen, tro-
llet die kleinm&tigen, nempt an die fchwachen, feit gedul-
tig gegen iederman«' ach, es ill zeit, daß ich heim gehe.
Knecht. £i, bleib noch ein weile und lag mir, ob ich
zfim facrament, fo man das nit in zweierlei geßalt ift
» geben, fol geen.
Bruder. Biß fontag wil ich darvon fagen. ich mfiß
iez heim geen. aber wir alle follen bitten got den al-
mechtigen, daß er feine fterk, gnad und Weisheit unfern
benrn und der ganzen gemein wöl verleihen, damit die
2s gotlich und br&derlich lieb werd betracht mit einem gu-
ten anfang, peßer mittel und aller beßem end. darzu
helf in got der vater, got der fun und got der heilig geiß.
amen, damit bewar euch got und habt mir nichts für
ubell
so Meifter und knecht. Got behfit uns vor übel und
bewar dich got auchl
Bräder. Amen, mein liebe kemerin, rede nicht mer
wider den gemeinen kaßen, fonder verkauf das dein, als
Mat. am ix. ßat, und reiche es armen leutenl
36 Kemerin. Ich wil dir fonß gern volgen, aber daß icb
das mein lol verkaufen und armen leuten geben, da über
wil ich fchlafen.
Br&der. Got erleucht dich und uns allel
206
Kemerin. Amen«
Knecht. Got fei lob und dank, daß ir zwei wider
eins feit.
Kemerin. Mein lieber meifter und mein lieber knecht
» Ruprecbt, ich bit euch umb gottes willen, vergebt mirs,
daß ich euch erzürnet hab.
Maißer und knecht. Vergeh uns got unfer fund!
Kemerin. Amen.
Maißer. Wil gleich heut am freitag zum wein geen.
io Knecht. So wU ich mir ein maß pirs laßen holen und
kes und prot darzu eßen.
Kemerin. Du haß heut nii wol geßen. laß ein fierteil
holen, fo wil ich uns ein pierfuppen machen und kuch-
lein darzu pachen.
15 Knecht. Gee hin, fpuler, und hol uns ein fierteil pirsl
Kemerin. Gee hin, lieber Tun, und vergib mirs auch!
ich wil nichts mer wider dich thun.
Späler. Ja, mein liebe kemerin, und vergib mirs auchl
Kemerin. O ja, gans gem.
so Knecht. Dank hab, mein lieber bruder Heinrich, daß
du uns alfo einig haß gemacht.
Meißer. Gottes wort hat alfo gewurkt got fei lob,
ere und dank! amen.
X.
DIALOGUS VON DER ZWITRACHTUNG DES
HAILIGEN CHRISTENLICHEN GLAUBENS NEULICH
ENTSTANDEN DARIN DER MENSCH UNDERRICHX
WIRT WIE ER SICH IN DENEN UND ANDERN
IRRTHUMBEN HALTEN SOL.
Widerumb fleißig überlefen gebeßert und gemeret.
Perfonen die in difem büechlin reden.
Ain lai. Ain prieAer. Chrißus. David. PanluB. Moifes.
Johannes.
Der lai. Es feind neulich die chrißen im glauben zwi-
trecbtig worden und fchreibent der maßen wider ainan-
der, daß fi mich auch irrig gemachet habent, alfo daß
ich nit waiß, was oder wem ich glauben Fol. ainer gibt
6 dem Luther recht, der ander dem bapft. fo hon ich des
gfit und urküntlich wißen, daß etlich umb gelt gefchri-
ben und geprediget habent, was man gern gehört hat fo
dann die weit als falfch ift, wil ich niemants glauben,
fonder nur was die chriftenlich kirch glaubt
10 P r i e ft e r. Was gelaabt ß?
Der lai. Ich waiß nit
Prießer. Bißu denn fo ain richtiger Chriß?
Der lai« Wie fol ich im thfin? ich bin nit gelert
Prießer. Bedarfeß darumb das ewangelium nit wißen?
15 es iß nit gen&g daß du gelaubß: du muß die werk auch
thfin.
Paulus. Der glaub on die werk iß niendert lur.
208
Chridus. Nit ain ieder der z& mir fpricht 'herr, herr*
Wirt eingon in das reich der himel, aber welcher thut den
willen meins vaters der in den himeln iß, der felbig wirt
eingon in das reich der himel. Math. 7.
5 Prießer. Wie thuft du feinen willen, fo du das ewangeli
und ander der zwölfpoten gefchrift nit kauft?
Der lai. Mich bedunkt in meinem fin, ich thue ganz recht.
Paulus. Wir bitten aber euch, br&der, durch die Zu-
kunft unfers herren Jefu Chrifti und unfer verfamlung in
10 im, daß ir nit bald bewegt werden von euern finnen oder
nit erfchreckt werden weder durch gaift noch predig, noch
durch epiftel, als ob fi durch uns gefendet fei, daß euch
niemant veriuer ainicherlai geßalt. Theflalonicenf. 2.
Der lai. Wer wirt uns verfueren?
15 Paulus. In den letßen zeiten werden etlich abweichen
von dem glauben, aufmerkende den gaifteft der irrung
und leren der teufel die lugen reden etc., verbieten den
eelichen ßand. 1 Timoth. 4.
Der lai. Die prophecei ift fchon ains tails erfult wor-
20 den, dann die prießer haben nimme eeliche weiber. mich
bedunket aber, es wer vil beßer, fi hettens noch, fo be-
liben manches bidermans weib und kind frum, dann fi
kommen leicbtlich hinder fi in der beicht.
Paulus. Es fol ain bifchof ain man ains weibs fein etc.
s& 1 Timoth 3.
Prieller. Die bäpft habens aber uns verboten und ift
Caliztus freilich der erß gewefen.
Der laL Mit der weis wern fi die gewefen, die vom
gelauben abgewichen feind, wie Paulus ies gelagt hat
aoPriefter. Schweig der red!
Paulus. Und abbruch ze tbän mit fpeis die got befchaf-
fen hat, zu empfahen mit dankfagung den feiigen und
denen die erkent haben die warhait, fo doch ain iede
creatur gut iß, und nichts hin ze werfen das mit dank-
3& faguDg empfangen wirt, dann es wirt gehailiget durch
das wort gotes und gebet.
Der lai. Si feinds warlich, dann fi hond flaifch und
aier zu etlicher seit verboten.
209
Priefter. Red nit zfi vil! dv verftaft es nit: oder man
th^t dich in den ban.
Der lai. Herr, aUmechtiger goi, woH ich dennodit gern
wißen, wer die feind, die uns verffiercn werden, der Lu-»
5 ther oder bapft, damit ich mich wift zu h&ten.
Chriftus. Si werden Tchwer nnd unträ^ich bürden auf
der menfcfaen fchultem binden, aber mit iren fingern nit
anrfiren. Math. 23.
Der lai. Herr, das thfint warlich die oberften priefter,
10 dann fi haben das flaifch verboten und eßens doch felbs
in der faften und sä andern verboten Zeiten, und ich main
ernßüch, herr, fi feien die, von denen du iez gefagt haß,
und fi feien auch die die uns verlieren werden, dammb
gib uns ain worzaichen, daß wir fi recht miigen erken-
15 nen und uns vor inen h&ten.
Chriftus. Auß iren fruchten werden ir fi erkennen
Math. 7.
Der lai. So fihe ich laider nit vil gSts von der prie-
fterfchaft. fi waiden fich felbs und nit die fohaflen, fi
20 enziehen uns ftits unfer leibnarung. iez mfiß man in
das geben, iez Jens, und folten doch nur vom zehenden
leben, fo geben fi uns das facrament und anders nit on
gelt, als du in geboten haft, und folten wir immer on
fterben. darzfi wenn wir von dem ewangeli reden, fo
8& haißen fi uns winkelprediger und m&gen nit leiden, daß
wir darvon fagen.
Chriftus. Ich fag aber euch, es fei dann daß euwer ge-
rechtikait iiberflüßiger fei dann der fchreiber und gleichf-
ner, fünft werden ir nit kernen in das reieh der himel.
ao Math. 5.
Der lai. Darumb wirt mir not fein, daß ich der fach
weiter nachfirag, damit daß ich nit vileicbt gar dem End-
chrift aiihang und feiner verföerung nacbvolge. wie fol
ich doch den f eibigen erkennen, wenn er mir zfikompt?
»6 Paulus. Er wirt erhöcht und geert über alle ding das
da got ift, wirt im tempel gottes fitsen, fich erzaigen als
ob er got fei. 2 Thefl^Ioniconf. 2.
Der lai. Es ift vileicht der bapft, det fitzt in fant Peters
14
310
Idrohen zSl Rom oncl wirt ain irdifoher got gebaißeti und
erlich und hoch gehalten, alfo dal^ man in tragen muß
and in den aller hai%ißen haißen, das eririeh vor feinen
£&ßen und feine ffiß küffen, es wer aim engel gnfig: fo
5 hat got folich prenk und hoffart von dem oberften engel
nit leiden wollen, er ficht im nit ungleich, darumb waiß
ich fchier nit, wie im ift.
Priefter. Es feind vier lerer der chriftenlichen kirchen,
die künden dich wol berichten, wes du irr gaft; doch fo
10 lert der bapft recht
Der lai. Ir geben atnander felbs zenknus und machen
uns alfo irr. feind fi dann leerer des glaubens, bat man
in doch recht und wol gelert, ee daß man gewift bat,
wer die vier gewefen feind. darzä ßat gefchriben 1 Ti-
15 moth. 1 'es irren etlich am rediten glauben und w^en
dennocht lerer des chriftenUchen gelatz gehaißen fein und
verftond nit, was fi reden noch betteten.* fo hond ir et^
lieh ir irrung felbs bekent und b&oher darvon gefchriben,
daß die zwolfyoten und propheten nit gethon haben, da-
to rumb wil ich kain doctor und fohreiber außerhalb der
bibel annemen.
Priefter. Wolteft dn des vil treiben, fo wirt man dich
in der beicht nit abfolvieren.
Der lai. Ir werden demiooht Panlum nit zfi aim lügner
ts machen.
Priefter. Es machet in niemant z& aim lugner. du
m&ft in aber auch redit verfton: er bat den liuther ge*
maint.
Der lai. Wie kan das gefein? begeret doch der Luther
90 nur zu dem hailigen ewangeli und darbei z& beleiben,
aber du, o herr unfer erlofer, fprieh bie urtail, damit
niemant dem falfchen und ungerechten glaub.
Chriftus. Weldier entlediget ains meiner mindiAen ge-
boten und leret die leut alfo, der wirt der mindeft gehai-
M ßen in dem reich der himel. Hat 5.
Moifes. Verflfloht fei der nit beleibt in den fennonen
des gefatz und fi volbringt! und loflen alle Völker fpre-
chen amen. Deutero. 27.
211
Der lai. Darumb fol man dem glauben, der dem ewan-
geK am nechßen zä lendet, und das thät der Luther, fo
wil ich anch darbei beleiben und kain ander gelate oder
glauben aufnemen.
6 P riefte r. So wirt man dich nit abfolTiern, fonder in
ban thän.
Chrißns. We euch, fcbreiber und gleiohfner, die da
Isäfchließen das reich der himel Tor den menfohen, dann
ir komen nit darein und laßen niemant darein komen.
10 Math. 23.
Der lai. So wil ich lägen, wa ich'ain beichtvater find,
der mich gern abfolvier.
David. Beichten dem herrn, der himel und erd befchaf-
fen hat, dann fein barmherzikait ift ewiklich!
15 Prießer. Der bapft hat gewalt alle gefatz Chrifti zer-
brechen und machen wie er wil.
Der lai. Es ift g&t zä glauben, daß got der priefter-
fchaft nit hab gewalt geben, fein gefatz zä brechen oder
ain anders machen, fonder zä hanthaben. auch fo lauten
15 die wort Chrifti und Moili hie oben und an andern orten
nit alfo. ir nemen euch des gewalts nur felbs an. ir
möchten fchlecht verftendig lent als irr machen, daß fi
nit wiften, wen fi hören folten.
Johannes. Welcher got kennet, der hört uns. welcher
90 nit auß got ift, der hört uns nit. in dem erkennen wir
den gaift der warbait und gaift der irrung. 1 Johan. 4.
Der lai. Nun hon ich auß difen und allen andern wer-
ten wol verftanden und auch klerlich Math. 23 und 1 Jo-
han. 2 gelefen, daß die Terf&rer auß der priefterfcbaft
to entfion werden ; und ift gfit zä glauben , dann es fchreibt
niemant faUch denn die fcbreiber. wer wolt auch falfch
leren und predigen dann die lerer und predigen fo fihe
ich auch nit anders, wenn ich das ewangeli mit den pfaf-
fen wölt außfechten, fo m&ft ich nimmer fchwert ein-
95 Recken, nun wil ich ie bei den prophetem^ und apoßeln
bleiben, dann ich bin berichtiget, daß Thomas von Aquin
(der felbs ain brunn der hailigen gefchrift geachtet was)
vil gefcbriben hab, doch an feinem letften end verfigen
212
fei, die bibel an feine arm genomen and gefprochen 'ich
glaub was in dem bAcb Hat', fo wil ich ainem ieden ra-
ten, daß er auch darbei beleib und all ander doctores,
fcbreiber und lerer unnötig achte, dieweil niemant on den
5 hailigen gaift volkomenlich fchreibt. ich hon darför, die
zwölfpoten, die gefchriben haben durch einfprechung des
hailigen gaifis, haben nit vil vergeßen oder verfaumpt,
das die münchdoctores erft herf&r bringen wollen und
gebracht haben, fo bedürft es nit' vil difputierens, daß
10 man denen und andern irrungen furkomen möcht. wenn
die prielterfchaft das, ewangeli und epiAel der zwölfpoten
prediget, wa uns das felbig hin wis, folten wir billicli
auch nachkomen; doch daß fi uns mit irem glofiern und
außlegen unbekinnert ließen und bezeugten fich mit kai-
u nem lerer außerhalb der bibel, als mit Scoto und Thoma
von Aquin, mit Bernharde, Ambrofio, Bonaventura, Augu-
ßino etc., noch nit mit haiden, als mit Arißotele und
Averroe und andern mer der gleichen, die nit dureh den
hailigen gaiil gefchriben haben, dann fi fagen nit alweg
90 gleich« fo entfpringt unglaub darauß, es ficht oft ain
ding aim gäten gleich und iß bös: £6 nrtailet auch ma-
niger ain ding recht, der ander fpricht, es fei nit recht,
dann alle menfchen feind lugenhaftig, fpricht David« fo
hat man in baiden tefiamenten, daß niemant feinem köpf
2& und gedunken nach predigen, leren noch glauben fol, nit
beßern noch böferen, fonder der hailigen gefchrift nach-
komen, wi fi außweifet, nit daß wir mainen, wir k&nden
baß; und m&ft uns auch die prielterfchaft kain fabel (als
Paulus leret) furhalten. wir lefen, daß got der herr die
so Übertretung und Verachtung feiner gebot hertiklich geftra-
fet hat: das loUen wir billich zu herzen n^nen, daß uns
nit auch der gleichen gefchech, als dann vor äugen iß,
nit von der bibel zä weichen und kain uider gefata und
glauben annemen, ob fchon ain engel von bimel herab
as keme oder Paulus felbs, wie Paulus Jagt, der uns anders
leret denn fi uns vor gelert haben, fonder foU verdamuDg
und Verfluchung fein.
XL
AIN SCHÖNER DIALOGÜS ODER GESPRECH
SO AIN PREDIGER MÜNCH BEMBUS GENANT
UND AIN BÜRGER SILENüS
UND SEIN NARR MIT AINANDER HABEN.
Bembns. Bona dies, weifer herr.
Silenus. Gnad, herr der cuftor. wie zeucht euwer wirde
fo M umb?
Bembus. Herr, es war vil darvon z& redeif und würd
5 weil brauchen, darumb wil ich euch fleißig bitten, mir
advertenz zfi geben.
Silenus. Herr, ir wißt, daß ich euch und euwerem
gotshaus allweg berait bin zS dienen; darumb redent was
ir wolt. kan ich euch dann etwas darin beholfen fein,
10 (oH ir darför haben, daß ich fleiß wurd ankeren, als ob
es mein aigne fach war.
Bembns. Gnad, weifer herr. ich waiß wol, ir folt auch
glauben, daß ich und meine brftder nichts g&ts thfind,
euwer tail fei auch darbei.
» Narr. Freßents felbs was ir thfLndl gebeut meinem her-
ren nichts darvon I
Bembus. Herr, der narr hat etwas gefagt, ich waiß
nit was. ich mocht leiden, daß er vor der ftuben daußen
wer. ich forcht, er werd merken, was wir handleten.
10 Silenus. Ei, er redet wider fich felbs alfo. er verftat
nichts, feind nur on forg!
214
Bembns. Nun, weifer herr, aamit und ir verftandent,
warumb ich da fei, fo wißt in kürz, daß mich mein wir-
dig berren prior und fubprior prediger zfi euwer weia-
hait fchicken, rat und hilf bei euch z& fachen, dann es
& wil uns laider neher gon dann fünft iemants.
Narr. Das geb gotl ich furcht aber nur, es werd un-
derßanden.
Silenus. Ir furchten euch fünft als übel: es ßat noch woL
Narr. Ja laider, got erbarms! ich hoff aber, es werd
10 fchier beßer werden.
Bembus. Euwer weishait waißt wol was iez vor äugen
ift. aber, herr, darf ich reden was mir not ift?
Silenus. Warumb nit? wenn ich wifte, daß ir das ver-
trauwen nit zfi mir betten, daß ich fchweigen künde, fo
15 m&ft mich reuwen was ich euch ie geben hab. ir wißt,
daß ich euch oft vil geben hab und hab mein fchwefter,
br&der und ander gefipt freund not laßen leiden.
Narr. Das hat dich warlich das ewangeli noch Paulas
nit gelert: darumb hab dir den Ion, gib mir nichts danron!
>o Bembus. Herr, wir wollen iezund nidits von denen
dingen reden, wir wißen wol, daß wir euch vor ieder-
man foUen vertrau wen. nun aber daß ich es kür&e, fo
merkt mir zu! ir bort, was der ungelert gugelfritz Mar-
tin Luther zugericht hat mit feim anhang, als der Bothe*
25 rodamus. ich wen, er haiß Te deum laudamus. es baißen
in unfer br&der alfo.
Narr. Hör ainer den fodomitifchen bfiben z&l fi nach-
nament die frumen leut und haißen den Luther ain gu-
gelfritzen. nemen lie fi.ch felbs bei der nafen: fi feind doch
30 felbs nit all glasfchön.
Bembus. Item was auch der Bodenßain und der von
Hütten (der waißt doch unfern gehaim gar) und vil an-
der mer, deren namen zfi erzelen zfi lang wer, zfigericht
haben, mit dem fo fi fich underßond mer von got zfi hal-
86 ten dann vom bapft. item ft wollen, das ewangeli fei
mer dann die doctorcs die darüber gefchriben babent
mit dem haben fi gemachet, daß man auf unfern Thomam
und auf der Barftßer Scotum nichs oder gar wenig halten
215
wil, fo & dooh wariich hulig lerer ieind. und wenn fi
nit geTchriben betten, fo känd man das ewangeli und
Paulom nit verAon«
Narr. Wenn liegen ain orden wer, fo wolt icb lengft
& apt fein worden, wenn icb Ibbon nocb als narret wer.
aber icb maß micb nit merken laßen, icb wil gfit fpil
boren.
Bern b US. Das bat unfer vater prediger wol bedacbt und
faß darwider gefcbrien und geprediget, und das nit auß
10 aignem köpf, fonder er bat an die bend genomen jnnker
Ecken, den Empfer, den Mumar mit leim fobaobzabel und
den Fetzelumper von Tübingen, der aueb mer vom Tar-
taret belt dann von Paulo*
Narr. Das geb im got die leus in die baut bineini icb
» main aber, man bab im das wapen vor ain mal fifiert.
Silenus. Das frind warlicb gelert lent und befonder
der zä Tübingen, den ir den Fetaelnmper .nennent. icb
wen aber, er baiß doctor Lemp, iß mir anders recht
Bembus. Ja warlicb, er baißt alfo. daß mirs got ver-
» geb, daß icb in alfo genent babi icb bon ficber gemaint,
er baiß der Fetzelumper, mm aber, weifer. berr, bedunkt
uns, es wöll alles nichts helfen, was des Luthers wider-
fecber fchreiben, fonder fein ding wil .ain förgang haben,
das uns dann zä aim großen fobaden dienet, und als
» ich bor. Üb klagt Heb der pfanrer auch, man wol nimmer
als faft opfern als vor zeiten. nun het es kain not, wir
beten dennodbt zfi eßen. unfer alt vordem haben wol
gebaufet, haben eben vil zins und gült kauft, fo haben
wir vil geftifter jartag, die tragen uns ain jor in das an-
30 der wol biß in die vier hundert guldin. auch fo wißen
die pauren an£ dem land noch nit, wie die lach ftat« da
laasien wir auch ain erbere bab. und wenn wir nichts bet-
ten dann das felbig, fo beten dennoch unfer dreißig ain
berlich außkomen. nu aber die all iez genant rent und
B5 gült haben wir alle jar, on das das uns die andechtigen
brfider und fobweftern, unfers ordens liebbaber, und ander
gfit freund fchenkent und teglich gebent, als ir wol wi-
ßen, wer uns jerlioh auch nit ümb ain klains fail. das
216
felbig ift mer dann wir niemants lagen dann ench allain.
das alles kan man uns nit nemen. nimpt mans uns fclion
ain jar, fo haben wir es das ander jar wider.
Narr. Wolt got, daß fo vil Juden fiir euch im kloßer
& weren! fi würden gemainer Hat nit fo fchedlich fein.
Bembus. O herr, darf ich außlaßen, darf ich euch
trauen? iez gat es eril an das recht, darumb ich z& euch
bin komen«
Narr. Hör zä! fi hond gewis ain fchatz.
10 Silenns. Warumb wolten ir mir nit trauen? es fol als
verfchwigen fein als fagten irs den ßainen.
Bembus. O hailiger Dominice, hailiger Thoma, gebent
mir ein, was ich reden fol, damit ich im nit zö tU noch
2Ü wenig thüL
u Narr. Wenn du den fchneider von Bern mit fein brfi-
dem anr&ftefi, die möchten dir wol helfen. & feind groß
marterer: die zwen feind nur beichtiger.
Bembus. Lofent, herri der narr lagt warlich von Bern.
Silenus. Er ift euch gleich als dem der die gaiß ftaL
•0 der narr redt im fchlaf.
Bembus. Nun wolan, es möß gleich herauß. Ir haben
gehört das einkomen das wir jerlich haben, über das
alles haben wir etlich taufent guldin in aim großen baie-
rifchen hafen in unferm doüer vergraben und haben in
M iez am vierden ort. wir furchten, es habens die br&der
gemerkt (wann es wißens nur unfer vier), die möchten
uns vileicht ain gefchrai ins* volk pringen, die weU man
uns iez ßinß nit hold ift, daß man uns das gelt aUes
nem, dann wir th&nd nit alweg das den gemainen br&.
w dem gefeit wir eßen oft in den ft&blein baß dann fi im
refent, und billich, als die voi^enger im cloßer.
N arr. Ja, mir ift kain zweifei, ir eßen oft forhenen und
hocht, fo die korefel kaum ain bering eßen.
Silenus. Was fol ich darzfi thun? künden ir in nit he-
u halten?
Bembus. Wir furchten, es gefchech uns, wie vor auch
brüdem unfers ordens gefchehen ift, —
Narr. Gefchicht es nit, fo ift es mir von herzen laid.
217
Bembus. daß man uns das gelt nem und laß uns den
hafen. das wer dennocht das mindeß, wir wolten bald
anders gefamelt haben; wir werden aber den lenten in
hals kommen, daß man uns gar nichts mer wirt geben.
5 Narr. Wenn es niemants wiß dann ich, fo mftft es euch
dennocht fcbaden. ich wü nit lenger fchweigen dann biß
ich an markt kern, fo wil ichs niemant fagen dann ieder-
man. es waißts warHch der recht.
Bembus. Ich wolt euch von gemaines convents und
10 gotts willen bitten, daß ir fo wol theten und den hafen
mit dem gelt zu euwern banden betten genomen und uns
den felben behalten als ob er euer wer, biß der ftrudel
hinüber kern, und uns alain euwer handgefchrift darumb
geben, das alles weiten wir und der ganz convent umb
15 euch verdienen, dann wir künden nit rechnen, daß wir
das gelt erretten mügen noch kiinden. fo wißen wir in
der Hat niemants, dem wir baß vertrauen dann alain euch.
Silenus. Wirdiger herr, es wil mir nit züfton, euwer
gelt zS behalten, fonderlich dieweil es fo vil ift, es wer
90 dann ain gnldin oder hundert ongevarlich. ich wil euch
aber ain guten rat geben, ir habt ain erfamen rat hie,
hinder den legent esl da ligt es licherer dann hinder mir.
Bembus. O herr, fcbweigent der redl fagent nichts
dirvon! es feind ir vil uns nit faß; hold, und dennocht
3& die die vornen daran fitzen.
Narr. Das walt der teufel! ir kbndens wol verdienen.
Silenus. Ir mainent es fnnft alfo. es ift ir kainer, er
günn euch alles gfits.
Narr. Ja das feur oder den galgen.
so Bembus. Ich wils dennocht nit abfchlahen. fie günnen
uns gäts, aber wir wollen unfer gelt nit hinder fi legen,
fonder hinder euch, und wollen das nit umb fnnft bege-
ren. wir haben zwai feßlin gfits welfchs weins: da wol-
len wir euch ains fchenken und euwer hausfrauwen ain
S5 fchonen ftrüpenbelz, und folt er zehen guldin gefton.
Silenus. Nun dieweil ir mich fo hoch ermanent, fo wil
ichs euch dennocht zfi dienft thun. lond uns nur beden-
ken, wie wirs herumb wollen bringen.
i
218
Narr. Es hat des haidniTch poet Ovidius noch mt an-
recht gedichtet und gefprochen 'fohenkung, miet und gab
erwaichen die gotter und menfchen', und der Virgilias
'du verfluchter hunger des goldes, was zwingß du doch
ft die menfchlich tötliche herzen nit': iß an meinem herren
wqI fchein. als bald der gugeliritz vom wein und beiz
Taget, do ward mein herr fchon überwunden, aber ich
wil lugen, er mfiß mir ain roten rock ins maul fohieben,
wil er daß ich fchweig, und folt die gugel den ritten hon.
10 Bern b US. Wie wollen wir aber angreifen, daß das gelt
herumb kom?
Silenus. Wie vil iß doch des gelts, oder wie groß ifi
der hafen?
Bembus. Es iß dennooht (da geredt im ß&blin) acht
i& taufent guldin neher dem ßbnen.
Narr. O du frummer Türk, hetteß du das gelt mit den
munchenl daß mirs got vergeh, fei es mir fund: ich halt
warlich mer auf den Türken dann auf die müncb, ich
het fchier gefagt bähen, follen fi fo vil rent und gült
ao haben und fo vil guldin darzfi und dennoch nimmer ab
den armen leuten komen mit betlen, pfei der fchandl fech
ainer zä, wie fi den vogelherd befcUahent, wie ain vog-
1er der mit ainem kauzen vöglet o wie groß geltnarren
das feindl wenn fi ains befingen, fo wifchen fi in der
25 Ordnung herauß für das volk und hat ain ieder ain weiße
binden allwegen am hals hangen und bU^eren denn da
ob dem grab umb ain pfund haller und nemen nit ains
hallers minder, fol das den feien gen himel helfen, das
geb got! ich halt aber wenig darauf, ich mainet, wenn
30 fi die armen leut nit alfo peinigten und freßen das ir, es
wer wol beßer.
Silenus. Ziecht hin haim und bringents, wenn ir wdllen!
Bembus. Herr, vermeren mich nit bei leibl
Narr. Herr Bembus, fchauwent daß ir mir ain roten rock
S5 bringent mit dem wein und beiz, oder ich lag den gehaim.
Ich het fchier gelachet
ANMERKUNGEN
I.
22 Blätter (ö^t Bogen) in 4^ Sign. Aij bis Eiiij. Auf der vordem Seite
des erften BUttes
Das Wolffgefang.
Darunter ein Holzfchnitt: oben der Papft auf dem Throne, um und neben
ihn Cardinäle, Bifchöfe n. dgl., alle mit Wolfsköpfen, die ein Netz ausge-
fpannt halten, in das fioh Ganfe fangen Tollen. Ein Mönch mit dem Katzen-
kopte fchlägt die Laute dasu: offonbar ift Mnrner damit gemeint. Unter
dem Holsfchnitte lieht
Eyn ander hertz / ein ander kleid / Trage falfche w&Iff
in d* heyd
Do mit £y den gofen Inpffen / Den pflam ab de kröpffen
rupfen
Magftn hieby gar wol yerfton / Wo du lifeft die bfichlin
fchon
Rnckfeite des erllen Blattes leer. Auf dem zweiten oben beginnt der Text.
Die Seite hat 33 Zeilen. Auf der Rückfeite von Bl. 21 fteheu die Verfe.
BI. 22 leer. Ohne Ort und Jahr.
LESARTEN. 2. 27 nntrüwen fic. 2, 31 Ich weis. mange haff*
tige. 2, 37 yerfünung. 3, 1 fchos. 3, 5 aller vnfer miffe-
tadt. 3, 14 Nach weit ift das Anfuhrungshakchen beim Drucke heraus«
gefallen. 4, 1 vatters. 4, 5 Terwirfen. 4, 19 Vor nun im alten
Drucke das Paragraphenzeichen. 5, 26 Mit fo beginnt im alten Drucke
eine frifche Zeile und davor das Paragraphenzeichen. 6, 10 f o fehlt im
a. Dr. 6, 13 getöd. 6, 16 ydermS. 6, 20 fchreib gottes für
gotes. 6, 27 ZYm mit großem verzierten Anfangsbnchllaben. 7, 6
be0ere gfchriben für gefchriben. 7, 7 lies einen für ein. 4, 35
lies find für feind. 8, 9 glyßner. 8, 24 ftrieff* 8, 32 werdt.
9, 1 groben finds vnd v. 9, 18 endt. 9, 35 lies got für
gott. 10, 28 irrtnng. 12, 7 fg. lies fo ift er fo fchamper.
12, 16 huffen. 12, 17 verX&cht. 12, 18 Der alte Druck hat hier
nochmals die Zahl X und kommt «Üb im Verlaufe nur bis XVI (13, 1). Die
222
falfche Zahlung ift geändert. 18, 23 f er rem. 13, 34 h&rll. 13, a8
meind. 13, 5 buch. 13, 26 ▼ermeind. 13, 32 Am Rande ftebt
Was eyn amptma fey» 14, 5 Im a. Dr. beginnt mit die eine friTcbe
Zeile mit dem Zeichen davor. 14, 6 eyßs. 14, 25 Am Rande Die
rechten hyrten. 14, 34 ßnnd fic. 14, 37 Am Rande Die b6ren
Wftlff. 15, 2 fteht falfchlich die Zahl viij. 15, 8 fyn?. dem pil-
gram. 15, 22 Am Rande Brkentniß der b&fen «r5lff. 15, 38
Am Rande Groß namen. 16, 3 fydenfchnür. 16, 11 Am Rande
Groffer pracht. 16, 15 vierdt. 16, 16 iren fic. 16, 18 erb-
bechen fic. 16, 28 Vor item das Paragraphenzeichen im a. Dr., ebenTo
vor diefem Worte Z. 32 n. Z. 35 vor dife. 17, 2 lies duck für dink.
17, 17 evanlio. 18, 5 die ir buwen fynd in. 18, 11 Am
Rande Merckent ir geifi liehen oberkeiten. 18, 19 Mit Kse-
chiel Abfats und Zeichen. 18, 22 Am Rande Ir abloß brieff r ü
refervatores merckent. 18, 23 vii fo fyß f. 18, 25 eins.
19, 8 für me lies mer. 19, 14 Am Rande Den türcke kriegF.
19, 18 trigen. 19, 21 Jhernfalem. 20, 11 h&ten ouch üben.
20, 23 vilicht. 20, 32 z&. 2J, 1 Am Rande Fruntfchaft der
manch. 21, 16 Am Rande Wie die manch vertriben werden.
22, 4 würde fic. 23, 4 die hund. 23, 23 Am Rande Merck die
wort / chrifte mefch. 23, 27 Am Rande Krafft des wort gots-
23, 31 Am Rande Notate fcholaftici pharifai. 23, 88 Am
Rande Befwerd d" mefche. 24, 24 th6n. 24, 26 Am Rande Bru-
derfchafften. 25, 2 Beßere im in ein. 25, 35 Bei wie im a. Dr.
Abfatz und Zeichen, ebenfo Z. 37 bei diß. 26,. 9. 10 hat der alte Druck
mangelhaft fo Auch Tagt. XI. im Euangelio / wann ir. 27, 18 Am
Rande Merck ebv hie mit fliß. 28, 5 byftetiget. 28, 7 Am
Rande Nota. 28, 10 Bei das Abfatz und Zeichen. Am Rande Die
rechte Bifch&ff vn hirten. 28, 12 die fehlt im a. Dr. 28, 20
erfchrocklichiften. 28, 21 Am Rande Die aller b6ften w&lff.
28, 33 Vor auch das Paragraphenzeichen. 29, 12 kupferefch.
29, 16 Bei witer Abfatz und Zeichen. 29, 19 ge red. 29, 20 Bei
Chriflns Abfatz und Zeichen. 29, 32 bei daß Abfatz und Zeichen.
80, 16 Am Rande Concilia. 30, 17 man ift Ergänzung, fteht nicht im
a. Dr. 30, 33 Am Rande Rom iß nit die haupt kilch nach de
Enageliti. 31, 11 verbündt. 32, 38 Am Rande Wie die w8lff
entrann en. 33, 4 er fehlt im a. Dr. 33, 14 fg. an rierF.
83, 36 yedem.
ERKLÄRUNGEN. Die Oberfchrift zeigt gefang als Neutrum. In den
Titelverfen in den genfen lupfe u uberrafcht der Dativ, man erwartete
den Aecnfativ, die genfe. lupfen heißt in die Höhe heben, vom Boden
empor bringen, vgl. Ben. Wb. I, 1053 fg. Scfameller 2, 487. Stalder 2, 186;
damit verbindet fich dann leicht der Begriff des heimlichen Bewaltigens und
Wegfnhrens, des Oberliftens. So heißt auch noch heute in der Schweiz
einen überlüpfea einen öberllften, übervorteileo, Stalder a« a. O.s den
338
g^nfen lapfen hieAe fonaeh aber die Gänfe floh her machen, fle »ofbe»
ben ond liftig bei Seite bringen. den pflam ab den kröpfen rnpfes.
Anfpielung darauf daß, wenn man Gänfe abfchlachten will, man ihnen erft
die Federn von der Stelle wegnipft, in die man mit dem lieber einfticht.
1, 1 Der erße Sats der Vorrede iß im Anakolntb. Die ßrenge Pafinng des
Gedankens wäre diefe gewefen: als Gott im Bäte feiner Weisheit befchlo«
£en, Gefohöpfe in die Zeitlichkeit zu fetsen, erfchnf er zwei Klaffen der-
felben, die er reich begabte und ansftattete, nemlich Engel and Menfchen.
1, 1. 3 fo dann beginnt seitlich und caolkil den Yorderfatx, als da-
mals, nachdem, weil. 1, 2 in rat, nicht im rate, was r&amlich wäre,
fondern in mit dem Accufativ, in Besag auf den Bat, in Gemäßheit des
Bates. Die Weisheit iSt perfonificiert als beiratend gedacht, gewiffer
Maßen beratendes Mitglied im Confeil Gottes, in welchem die einseinen
JSigenfchaften Gottes als folche Mitglieder Sitz und Stimme haben: eine im
Mittelalter öfter ausgefahrte and dargeftelite Anficht. verfaßen, wie
auch Z. 11, ift feAfetzen, befchließen. in zit kann in doppeltem Sinne
ao^l^faßt werden. Entweder es ift blos adverbialer Ausdruck, wo die ältere
Sprache meift die gefchwächte Form der Präpofition (en) braucht, enzit
d. i. alsbald, fogleich; oder es heißt (mit ausgelaßeuem Artikel) in die Zeit,
in die Zeitlichkeit, d.i. in die Welt, nemlich von fetzen abhängig gemacht.
Im erßeren Falle wurden wir f e t z e n etwa 'hinftellen* abertragen, im Sinne
von fchaffen. 1, 3 gefchöpf iß hier als Femininum gebraucht (ahd.
diu gafcaffida, mhd. diu gefchephde), wie man aus zwo erficht und
aus die ein Z. 5, die ander Z. 8. Auffällig erfcheint aber Z. 5 finer,
dalTelbe Z. 7 nnd in der nemlichen Zeile noch einmal fin, wo man in allen
drei Stellen entweder ir, oder dies nur in der letzten, in den beiden erfte-
ren aber iror erwarten foUto. Es ift dies ein lehrreiches Beifpiel für den
Verfall ins alte Beflezivum fin, das bekanntlich fär alle drei Gefchlechter
galt, gefchlechtolos war, aus dem fich dann das nur färs Masculinum and
Neatrum geltende PofifelBvum entwickelte, während fürs Femininum des
Singular und den Plural aller Gefchlechter aus dem perlonlichen gefchlech-
tigen Pronomen heraus das unorganifche PoflelHvum entdand. Diefer Bück-
fall iß von Grimm in der Gramm. 4, 341 und 345, von Schmeller in den
Mundarten Baiems S. 198 § 742 behandelt. So kommt auch vor: fein
Tor kennt jede Kuh, Untreue fchlägt feinen eigenen Herrn, die Schwefter
liebt feinen Bruder (für ihren Bruder), die Mutter liebt feine Kinder (für
ihre Kinder), gute Kinder lieben feine Eltern (für ihre Eltern). 1, 4 einen
lieb meinen in liebevoller Abficht anfeinen die Gedanken richten,
das kleinet, mhd. kl et not, klein cete zierlich gefertigte Sache, Koft-
barkeit. 1, 5 fampt (wie auch 8, 1) Präpof. c. dat. das ältere fament,
nicht SU verwechfeln mit dem auch durch die Schreibung gefchiedenen
fambt, das wir weiter unten 7, 33 kennen lernen werden. 1, 7 ent-
pfieng. Die Form mit ent (ahd. ant, int) ift die ältere; erft l^äter wird
t ausgeftoßen und n in m wegen der folgenden Labiale verändert. 1, 8
das Hecht. Lucifer ift gemeint. In einem Gedichte des 11 Jhdto heißt
es: er h% werdin viarin eingili, geifti hM Jooh vU edili — der aingU
224
alllr herift undlr den, Lucifer gibeigen. Diemer 94. Sooft faeifit I^neiler
auob lieh trag Kaiferehr. 38 1>. ], 10 a n de rfcheid liehen Adr«rb, auf
charakteriftiTch auazeichnende Weile« g&theit Gate; feheint ntcbt Torm
15 Jbdt vorzukommen. Im Liederbuche der Hätzlerin ftebt S. 82 wir lo«
ben dich mit reichem fcball ja nmb die gab nnd g iL ehalt all, die do uns
giblt uf ertrich : was Wohlthaten bezeichnet verzeichnen ift f jmbo-
lifch darßellen: Gott hat auf alle Creatoren die Abzeichen feiner Güte ge-
drückt. 1, 12 die TÖlli die Folie, mhd. diu volle. AlemanDifcbe
Form in i, wie aoch in diefem Stücke noch die gebor fami 3, 5. 12;
die geworfami 12, 32. Vgl. Bd. I S. 197. 201. 1, 12 fgg. £r wollte
den Befchluß der Scböpfuogztbat , die letzte Einzelthat derfelben mit befon*
derer Scböpferweisheit dem Anfange, der erften That, gleich oder ähnlich
machen, d. h. dem Menfchen eine Ähnlichkeit mit dem Engel verleihen.
Mao zieht zft befchaffung wol am heften zo wisheit, Schöpfongsweis-
heit. 1, 14 — 16 will Tagen: damit der mit einer vernönftigeii Oreatnr
gemachte Eingang, Anüang, auch die ganze ünnreiche Menge der Schöpfung
(fatzung, vergl. Z. 2 fetzen) mit einer vernunltigen Creatur fich endete.
1, 16 Wir wurden fortfahren: deshalb nahm der Herr. 1, 17 er in-
geiHet in f. a. den geift d.i. er geifiete in fein Angefichi hinein den
Geift des Lebens; in etwas ingeiften den geift heifit alfo etwas mit
Geifte erfüllen. Es ift diefe fonderbare Bedeweife eine wörtliche Überfelzung
von Geneiis 2, 7 forma vit igitur dominus deos hominem de limo terrae et
infpiravit in faciem ejus fpiracolom vitie, et faetus eft homo in
animam viventem. Sonft hatte die altere Sprache in ähnlichem Sinne das
einfache geiften. Reimar von Zweter fagt (MS 2, 139») den felben geiA
la, herre got, uns geiften d. h. begeiftern, befeelen. Aber auch in etwas
geiften kommt beim Myftiker Herman von Fritslar vor (Myft. 1, 171, 34):
got hat deme geifte gegeben ein onvorleslich licht, darinne her irkenneo
mac, wie dag gotliche licht lochtet ond geift et in diz licht d. h. wie es in
das menfchliche Licht hinein geiftig wirkt. 2, 2 he rf eben mit Dativ
wie in der alten Sprache, ahd. herifön GrafF 4, 999, mhd. herfen, her-
fen, ge herfen Grimm Gr. 4, 692. Ben. 1, 670. Nhd. mit 'ober' con-
ftroiert. fich eines dinges bruehen es genießen. Mit Genit. auch
Z. 16. 3, 3 feil, hat im ein w. ver. 2, 3 fg. in gleichnos (in mit
Aec. modal, nach, gemäß) nach dem Abbilde, dem Vorbilde. anm&tig-
keit appetitns, affectus, Begierde. Grimm AVb. 1, 411. inen d. i. dem
Menichen und feinem Weibe.. 2, ö gehorfami u. Z. 12 v^l. zo 1, 12.
ootötlikeit Unftorblicbkeit. 2, 6 für gehalten, neml. hat farg.,
er hat ihnen ein Gebot zum Halten vorgefetzt. Eine andere Bedeotong zn
8, 32. 2, 8 Vor ond könnte vielleicht ftatt des Kommas ein Semikolon
ftehen; es wirkt aber das hat immer noch fort. 2, 9 bewernos Be-
wabroog, Beweis. der glichen etc. in gleicher Weife hat er aoch den
Engeln einen Prüfftein für ihren Gehorfam hingeftellt. 2, 12 willens
Gen. während oben Z. 5. 4, 18 willen, ein Wechfel in der Flexion, wie
er in diefer Zeit nur zu häufig vorkommt. anzeigen ift wol eine Erin-
nerong an die ältere participiale BedeweiTe: anzeigende. Oder foUte es
gsr TOlkBtnmlieher Reft de« genindiTifclieD DbÜw» ohne die PräpoQtion
feio? VgL Qrunm. 4, 118. Vgl. fpreehende 204, 12^ aufmerkende 208»
16. 2, 14 in g&t willen för in g&tem w. mit Wegfkll der »djeet Fle-
xion, rieh wolgefelligen tdin Wolgefallen haben. 2, 20 er en trieb
mit onorgan. t far erenrieh. das kot ft. Nentr. wie meld in der alten
Sprache dag kät, feltner wie beatsotmge ft. Maaool. 2, 22 z& fcham
kommen dahin kommen, dafi man fieh fch&men mnB, in Schande kom*
men. ein dare irten befitsen eine teure, koAfpielige Zeche haben;
dnre liir tfire; irten far orten. 2, 27 mit unträwen erbteil an*
genan für untrawem. Diefe Ungenanigkeit anch 16, 16. 2, 35 an wi-
derruf ig anwiderrnflich. 8, 1 die fcbo6, mhd. din fehoge II. Fem.
neben der fch6g ft. Masc. 3, 12 er ifte fo Joh. rerseigt hat Man
bemerke hier fo ata Aceniktiv; femer noch 4, 14. 18. 21. 8, 13 t er-
zeigen in gleicher Bedtg wie dae Simplex zeigen, Tielleicht nnr mit einer
leifen Intenfion. Vgl. Gramm. 2, 856 (Mo 6) n. 869 (No 8). 3, 14 dae
lemli alemann. Form far lemlin Lämmletn. 3, 18 die zierd, zierde
Pracht, Glanz, Herrlichkeit. 3, 20 in wo wir Jetzt an branchen, wie
anch 2, 14. 3, 21 haben mit abgeworfenem t far habent, wa« Heb
mnndartllch für die 2. Perf. Plnr. PraT and daher auch fnr den Plar. dee
Imper. erzengt hat; Tgl. in der Tortgen Zeile irfoUent. 3, 241ernen
fnr leren nach einer damals nnendllch geläufigen Verwechslong ; fo ferner
noch Z. 85. 4, 3. 5. 16. 20. 33. 5, 3. 14. 34. 18, 7. 19, 16. 22, 2. 27. 26,
15. 26, 19. 20. 27. 27, 10. 34, 8. In No II 55, 19. In Mo IV 82, 14. In
Mo V 102, 3. In Mo VII 138, 33. 37, 189, 10. 155, 17. In Mo IX 203, 10.
Umgekehrt finden wir leren far lernen unten 162, 35. 3, 25 gehörde
ß. Fem. Gehör, ahd. gahdrida Graff 4, 1008. 3, 27 fg. rofenfarb
blSt, Tgl. die Anm. Bd. 2 S. 808. 3, 34 ee und er wolte; und iWht
hier in temporalem Sinne pleonaftifch. 4, 1 Man bemerke den Mangel
des Artikels in die ftimm gottez Taters, wo wir des Taters erwarten
wurden, wahrend aber im MominatiT heute noch Gott Vater üblich ift.
4, 2 Terfaren an einem Acht hier in der Bedtg an einem irre fahren,
irre werden. einen eines ding es forfchen einen nach etwas fragen.
Wir wurden jetzt fagea einen nach Ibiner Gewalt oder ikber feine Gewalt
ausforfchen, oder noch beßer (Indem wir den Cafus der Perfon Ton der
Sache abhingig machen) nach jemandes Gewalt forfchen. 4, 3 wo fieh
zit erhiefche Ift ein merkwürdiger Gebranch des RefleziTs, auf den hier
einflweilen nnr hingedeutet werden möge; man erwartete einfach wo es
die Sit erhiefche, wie 188, 32 fleht wo es not erhiefch. 4, 4 et-
was Tolzeigen etwas zu Ende zeigen, ganz nnd klar zeigen und darlegen.
4, 5 Terwißen ft. Verb. Pr&t. Tcrweiß 8, 15 neben Tcrwiß 26, 14
mit DatlT der Perfon und Acc. der Sache, jemanden weshalb befchaldigen
und tadeln. nnt ans ninwet (niowiht) znfammen gezogen, nichts.
Femer noch 10, 7. 14. 13, 1. 35. 16, 3. 36. 21, 15. 22, 6. 23, 13. 24, 15.
28, 1. 33, 31. In Mo III 62, 35. 36. 63, 14. 66, 32. 67, 17. 68, 13. 70,
13. 30. 4, 6 daß wir lerneta^i notwendig und g&t zfi fin einem
menfchen. InflnitiTifche Conftriiction, Tgl. Anm. in Bd 2 S. 867 zu Z. 928.
15
22B
4, 7 iettioh jeder, fonft a«e1i letstich, zafi gex. ans le etelieh oder
fe eteslich. 4, 9 daß er Tich fliß den weg sum riek gon: reiner
InfinitW ebne die Präpofition, für das gewöhnKoliere %n goa oder xe (2,3)
gon. Vgl. e, 25. 8, 28. 19, 36 fg. 81, IS. 33, 36. 211, 16 fg. 4, 10 mit
Werken, die am Herrn, an Cbrifto, vorher gelehen worden find, dia Chri-
tkas felber vorher geübt bat, 4, 15 das ander Cooftrnction nacfc den
Sinne; wie die erft Z. 13 Tollte man erwartea die ander. 4^ 17 das
r.it, vgl. die in melBen niederrheinifchen Gedtchtea 6. 368 gegebenen Bei-
rpiele. 4, 23 binde r im nach mbd. Spraebgebrancbe, wo wir nach neaer
Art das refletxive fleh gebraacben werden. So aach 81, 18. au lett
mm Abrchiede;'letBe ft. Fem. bedeutet Ende, Abfcbied, daaa daa wm
cum Abfohiede verabroicbt wird; se letse geben beißfc zar £i)geteiichkeit,
als Ablbhiedsgefobenk, aneh Schmaw geben. Vgl. 25, 2. Sehmelier 2, 589l
$;talder 2, 169. Ben. Wa 1, 943. 4, 24 das richtrchit Richtfcbeii,
das Lineal der Werklente. Schmeller 3, 415. 4, 25 als = allen. Ion
r= lan Laßen. 4, 27 fg. Mattb. 10, 16 eftete ergo pmdentes fient ferpen-
tes et fimpliees ftoat colombie. 4, 29 fg. Mattb. 7, 15 atteadiCe » fiUis
propbetis, qoi veninat ad vos in veftimentis ovinn, intrinfecns miteHi Amt
Inpi rapacee: a frnetibns eomm eognofcetis eos. 4, 30 Enckend rapaz,
7j. 32. zncken ranben. 4, 34 fchleeht einfaltig, Icbliobt« So noch
5, 5. 4} 36 fg. fitnal feil, da, weil; aua fit dem male, woran« dana
anch feintmal und fintemal geworden Ift. 5, 3 die erkaotnas
wo res hirteii und herren. Man bemerke den €tenttiv ohne Artikel. So
IT, 26, 31 z{l crhaltung m&Oigganger. 183, 274 vergebang pei«
and fchnld. 5, 5 der einfaltig feblecbt bars oder baatwerks
man. Aas mittellateinifchem burfa (dem griecb. ßi^a xn Grande liegt),
welches crnmena e eorio faeta and dann contobeminm bedeatet, iÜ des
Wort die bare dnrcb Vniverfitätseiariohtangen wol erft im 15 Jbdt in
Dentfehland aufgekommen mit den GolleetivbegriffB einer Rotte oder Schar
von. jnngen Gefeiten oder ihres Gelages. Im Laafe des 17 Jbdte, etwa im
zweiten Viertel defliilben, bildete fich ans dieftm Collectlvnamen, vermittelft
des ihm anhaftenden weibliehen Gefchlechta, das man ala Plnrai la&te, die
Bezeiehnung für ein E^zelwefim aua folcb einer GefellTobaft mit dem genitf
mafcnlinum: der bnrs, woraus dann fpäter barfch nad barfcbe wnrda
der bnrs war alfo gleiehbedentead mit der gefell. So lehrt Jao. Griatfi
im Wörterb. f. v. bnrs 2, 546 %g. Es fragt ficb, wird dies dnrcb aafere
Stelle beßatigt. ICs kommt anf die Erklärnng derSslbea an. Seheiabar hin-
dert nichts der burs als felbftändiges Wort neben baatwerkmaa anss-
nehmen, and dann hatten wir über hundert Jahre frälier ibhon, als dort
gelehrt wurde, das Maseulinam in der Bedtg eines Binselwefens. Aiiein
es ift noch eine andere Krk&arnng möglich. Ks braucht der bars keia
felbilandiges Wort au fein, fondem aar der erüe Teil eiaer KcMnpoütioB,
deren zweiter dos man im folgenden Subftaativ ift, alfo am die Wiederho*
lung zn meiden für der bursman oder hantwerksmaa; wie wann wir
%. B. fagen würden * jeder Kanf^ und Handelsaman' oder * Manner« und
DametifolMieider,' 'Hof- und Leibfobneider* und dgl. Nna kaon iah iv*'
2'i1
hntsman nicht M<gen, aber et Ift de^ Analogie nach durchaus hkthi ve^->
«HUshtig und mag wie bnrsgerell reeht wol gebnitieht worden fein. Diefd
«weite Erlcläning fcheint ans die riebtigere for nnfere Stelle und fd Wird
fiob wol gegen jene Annahme Grimms ans ihr nichts folgern laßen.
5, 12 widerfpennikeit (von fpanan allieere, bortari) Widerfpenftigkeil
5, 13 Terrchmahnng entehrende Gerlngfchätsfung, Verachtung.
6, 14 s& forderiften Eutörderft. SuperlatiT in Ift, wie noch 12, 19 fei«
llift; 22, 82 Ton dem wenigiften; 28, 20 erfehröoklichift; 30, 28
der bdnrten; 36, 12 gereehtigiften; 66, 29 reltfamißen; 79, 22
heiligifter und f» 69, 1. 90, 34. 95, 10. 210, 3; obrißen 143, 14; min-
dlllen 210, 83. In Bd I, 114, 129 n. 181, 159 gwaltigifler; 133, 248
nnterth&nigift (t frift); in Bd II, 54, 28 die «Itiften, lerner obrill
89, 36 ra. A; heimliohiH 91, 25; e^ieh der eltiften obrlfteil rftt91,27$
dem grofime cht! giften f&rften d. 98 Überfcfar.; unfern gnedt giften
herren ibid.; dem aller he IM giften henten 96, 38; den aller he ili giften
183, 2; aller heiligifter Täter 252, 2; die ergiften ketzer 265, 1; das
ergifte 255, 17. Vgl. ferner ift in einiften I, 146, 38, der dreißtgift
IT, 262, 22; aehtzigiften III, 57, 14. 5, 15 halsftark das heutige
halsftarrig, ahd. halsftarah, collo robnftus* (wie hantftare n\ann fortis),
mit ähnlichem Bilde und Bedtg wie hartn&cfcig. wann Blndew. denn,
y/Hnü, 5, 20 war nemen eines dinges wie auch 8, 5 Aeht haben auf
etwas. Vgl. SU 7, 28. 5, 21 mag ktan. 6, 22 es zeigt tn«nfeh als
Keutmm. Vgl. die Bwtp. in meinen niederrhein. Qediehten 8. 358 fg.
5, 28 hamaeh = hernach, alemannlfehe Form. So noch harkom 59»
16. dahar 64, 14. hargegen 64, 21. har 68, 7. 71, 10. fftrhar 174,
89. Weitere Beil^ieie in Bd 1 S. 207 fg. Vgl. stt 9, 20. 5, 23 wapeli
Ittfin. f&r wapenen. Die gekürzte Form aueh mhd. z. B. bei Wolfrani
124, 10 für den fehng und l&r den ftich muo^ Ich alAis wapen mich. 246,
7 deis wir ich toi mieh wftpen drfn. Vgl« nfzeichen 61, 10. In Bd II,
48, 1 cflreehen. 5, 34 Wirt Ich fnr wirde ieh ich werde» 5, 38
m. n. pf. der me ift teil monaehorum et clerieorum maxima pars. Mit
dem Baue des Satzes von 5, 25 bis 6, 3 ift es nicht fo genau zu nehmen,
er ift anakolffthffch. 6, 3 gang ImperatiT. 6, 4 hinder fich zurück.
Vgl. Gramm. 4, 319 fg. Noch 11, 14. 12, 15. 63, 15. 159, 19. In Bd I,
39, 20 Bd II, 109, 3. 162, 123. Weitere folehe Bezeichnungen: nnder fich
abwärts I, 85, 901. II, 222, 9'>9. über fich aufwärts I, 85, 206, für fioli
Torwarts H, 174, 325. 239, 1599. 6, 18 Taft AdT. fehr. 6, 21 zer .
knitfehen contnndere. So noeh 118, 36. Vgl. Bd 2 S. 362 zu Z. 99.
Vgl. zu 18, 18. zerknutfchen 23, 28. Die Stelle bezieht Hch auf Je-
rem. 23, 29 numquid non Terba mea funt qnafi ignis (didt dominus) et quaü
mailens conterens petram ? 6, 27 ~ 7, 2 lautet nach der Vulgato, 5 Mufe
30, 17 fgg: Sin autem aTerfum lüerit cor tuum et audire noiueris atque
errore deceptus adoraTeris deos alienos et fervieris eis, priedico tibi hodie
^uod pereas et parTo tempore morerts in terra, ad quam Jordane trans-
miflb Ingrediens poflidendam. teftes iutoco hodie coelum et terram, quod
propolberim Tobis vitam et bonum, benedicttonem et maledictionem. ellge
15*
J
2S8
ergo Titam, a( et tu yWtM et remen tuttsn, et diligM doniBmn dmmm tsea
alque obedia« vocl ejus et Uli adbiereai (ipfe eß enim vUa tna «t loagttiido
hierum taornm), nt babitea in terra, pro qua juravit dominns pstribtts mit
Abrabam, Ilaae et Jacob, nt daret eam illia. 6, 27 Ig. ift fach daft
wenn. So ancb 8, 19. 10, 34. 15, 6. i8, 1. 23, 36. 34, 8. 26, 30. et Ci
dann Taeh dad 60, 18. ea were dann fach dafi 147, 1. ill ea fach
dafi 160, 13. YgL die Stellen Bd 1 S. 231 Z. 197. 6, 30 ioh förfage
dir ioh läge dir Torher* 6, 31 würAu d. 1. wirft du* Trnbiing des i
In ä wie 19, U. 6, 34 in gesugnua aum Zeugnis, sor Zengenfebslt
Das Wort kann fowol ft. Fem. als Nentr. ihtn. 6, 36 dim zz diaeak, dei-
nem. 7, 3 in finer götlioher 1er. Man bemerke die ftarke Fleztoa
naoh dem FolTeflivam, Vgl. Gramm. 4, 567 j^« So nocb 61 , 1 fia Terbia-
dem mich deiner ▼ölliger nnderweifong. 7, 6 ^- 18 lautet in Heiekiel 3,
17^19 naoh der Vnlgata: Fili hominis, fpecidatorem dedi te doauü. IfraeJ
et andies de ore meo rerbnm et aanunoiahis eis ex me. £ dieeata me ad
impium 'morte morieris,' non annunoiaveris ei neqne loeotus laeris, et
avertatnr a via Ina impia et vivat, ipfe impins In iniqnitate fu» morietar,
Cnnguinem autem ejus de manu tun requiram. & autem tu anaoneiaTeris
impio et ille non iüerit converfos ab impietate fua et a via fua impia, ipfo
quidem in impietate fua morietur, tu autem animam tuam liberafti. 7, S
mlm = minem meinem. 7, 9 ins |ür Ims. 7, 24 würd ich Tordun-
fcelt ans wird ioh. 7, 81*27 wieder ein Anakolufth. Die ftreage Folgt
w&re: während noch Tiel andere Stellen In den Propheten anadräekaa, da0
wir Terderben mäßen, wenn wir nicht die Gebote Gtottes thnn, die wir je-
doch der Kürze wegen nbergeha, wollen wir uns nun sum neuen TeiftamenU
wenden. 7, 28*35 lautet in Matth. 7, 16*17 nach der Vnlgata: At-
tendite a falfis prophetis, qui veniant ad vos in Teftimentis oTium, intrinle-
cas autem funt lopi rapaoes: a fmctibna aonim oognoDcetis eos. noaiqutd
coUignnt de fpinis uras ant de tribnlis i&cus? fio omnis arbor boaa iractni
bonos facit, mala autem arbor malos Imctus facit. 7, 28 nemeat nwsr
war von nehmt euch in Acht vor. Eine andere Coaftmction 6, 20..
7, 33 fambt (nicht zu verwechfeln mit der PripoC fampt L sa 1, 6>Cob-
junet. wie wenn, als ob, das mhd. fam, ahd. famo, fama. In diefea
Stücke noch 12, 34. 28, 25. In No IV lautet es immer fam, fo 87, 33*
88, 33 (gleich fam). 94, 16. 22. In No V 104, 11 (f. die Anm. dasn).
In No VII 136, 4 (gleich fam). In Bd I, 123, 404 fam und 123, 403
gleich fam. 7, 36 zun Zaun. 8, 6 ir Genit. eorum, fctL der pro-
pheten. 8, 10 tnnkel trabe. Worten Gen. Plnr. fcbwach flectiert.
So fi uns etc. ein unvoUftaadiger SaU, dem das Verbom fehlt. Vielleicht
zu lefen fo fi z{l uns kommen in fcbafkleidern. 8, 16 TerweiA
f. zu 4, 5. 8, 18 %g. Matth. 15, 14 Siuite illos, caeci funt, dnces oitco-
rom. ciDcas autem ü caco ducatum praftet, ambo in loveam cadnnt
8, 23 Yerf{irt feil, werden. 8, 24 ftrief und daflelbe Z. 38, Prat. von
ftrafen (mit tadelnden Worten znrecbt weifen) zeigt, wenn anders es nicht
nnorganifche Bildung nach Analogie ift (fchlafe, fehlief), ein verloren gegu^
genes ftarkes Verbum, und man könnte vom mhd. fofaw. ftroafe ftriogo
229
ftiirnek tm ela gotb. Ar aap«, akd. dronfn (nach der dritten Aarlten Gon*
jag.) denken. Gramm. 8,40 No627 wird ein Ilrinpaa (nach der 9tenCon}^
angenommen. Die Sache verdient weitere Beaebtong. Vgl. Sehaeller baü^
Wh. 3, $83. RA 680. Graff, 6, 7^. 8, 26 die eitern fenioree.
8, 27 darohächten mit Peinignngen Terfolgen. 8, 82 furb alten hier
im Sinne von Toi^en, voiiehötaen. 8, 36 mor nwodartl. Forte fir nmr.
So verkörea 18» 5. föllen 6, 21. 8« 36 fgg. Matth. 16, 6 f^. naeh
der Valgntas Intaemini et oavele a fermento pharitoomm et fadaenornmk
at Uli cogitabant inter fe dieoitee *qnia panee non aecepimat'. feiene autem
JeTue diiUt ete, tone inteUezerant, qnia non dizerit cavendam a fermenta
panumi fod a 4octfina phar. et fad. 8, 37 der hefel n. 9, 3 die Hefe»
der Sauerteig. 8, 12—28 liatth. 24, 1 — 14 nach der Valgata: Et egrelV
X^ JeCaa de templo ihat et aeceflenmt diTeipaii cjaa, nt oftenderent ei imU*
fieationee templi. ipfe aotem relpondene diait illis] *videtie hiec omniaf
amen dieo Tobip, neu relinqnetar hie lapAs Aiper lapidem, qai non deftma»
tor.' ledente aatem eo fuper montem oliveti, accelTerant ad enm difcipoli
leereto dioentee ' die nobie, quaado hiec erant et qnod fignam adventne tal
et eonfamniationis Ibaali?' et rel|»ondena Jefoe dUit eis *videte, ne qoia
voa fedaeatl mnlti enim venient in nomine meo dicentea ego fam Chrlilaa'
et maltoa Moeent. et moki pfendoprophetat lurgeatet fedoeeat malioa. et
qttoaiam ahandabit iaiquSta«, relHgeibet earitao molteram. qni antem per^
CiTeraverH nfqne in ftnem, hie Ihlva« erit. et prmdicabitar hoc eTangeUaA
Mgai in naiverfo orbe in teükimonlom omnibnt gentibne et tone Teaiet eon«
Aimmatio. 9, 20 etwar lur etwer jemand, alematin. Form. Noch 83^
19. Vgl an 6t 23. 9, 86 ward 8 Perf. SüKg» PraC idr wirt, wie aneh
Z. 28, Vgl. 7, 14. 9, 29 th4en ior th&jen, dnrch welche enrefteita
Form der Xlmlant erft möglieh wird. Gramm. 1, 966. etwan (alte Spr^
etaa wanne) Adr. anweHen» maaehmal, wie 12, 18. 34. 13, 24. 24, 18.
32, 2; hier wie nnfer * einmal' in der Bed^ tondem allqnando. 10, 6 da-
6en foraa, ana d& dgen (ygL 213, 18) wie drnSen ana dar ügen. Vgl.
doben 82, U. 10, 13 trnta daß, wie ancb 28, 23 trotadem daß. Sin
lirähea BeiTpiel fdr trata aka Conjunctlon. Gramm. 3, 305. 10, 16 dae
widerlpil daa Gegenteil. So aneh 33, 4. 119, 25. 10, 21 fg. in
einen trnwen anf einen tranea, einem Tertraoen. 10, 22 groß Adr.
mhd. groge Xehr. Ben. Wb. 1, 579. 10, 24 fgg. liatth. 24, 23 — 26.
Tnno fi qnia vubia dixerit *ecce bic eft Chriftua aat illie' nolite credere.
lurgent enim prendochriAi et pfendoprophetas et dabnnt figna magna et pro«»
digia, ita nt in errorem indoeantar (0 fieri poteft) etiam electi. ecce prm«
dixi vobia. fi ergo dixerint Tobia 'eece In deferto eft,' nolite ezire; *eooe
in penetralibna,' nolite cradere. 10, 36 die h&tfamer: die hAt« Be-
hntnng, Bewahrung. 10, 38 die kilch, kilohe alem. Form, Kirche.
11, 4 der swölfbote der Apoftel 14, 25. 18. 80. 20, 16. 18. 27, 3. 84. 32,
14. 16. 34, 1. 208, 6. 11, 6—10 Epheü 6, 16 — 17 Videte itaque, fraU
rea, qaomodo caute amboletia, non qnafi infipientea, (cd nt Japientea, redi«>
mentea tempna, quoniam diea mall fuat. propterea nolite fleri impradenteai
aed inteliigeatea qua» fit Tolantaa dei. 11, 11 wir figend (Hgen mit
280
unorg. d) fimos. 11, U WtnderfUh sieben luroek sl^hen, nernl. noc,
snräok treten. Vgl. su 6, 4« 11, 15 lenden Itnden, flgärlieh ftvm ZleU
Abren, enden. Vgl. 13, 34. 311, 9. 11, 95 vergliehnns b4 Ätiniieb-
keit mit. 11, 31 leim Lehm, limns. Gnff 3, 218. Ben. Wb. 1, 998.
Slalder 3, 165. Inr mit dem Begriffe dee Bntgegentreleni; ffir hang er
om den Hnnget m ftillen. 11, 33 fim hnnger dnrf wol nieht som
aJMhlWorliefgehettden Zwifehenfatte gesogen werden , wo er ein Sehnf fir
Xbinen Hunger serreidt, fondem gebort sn gen{lgen, einllMlier Dntir ftstt
des gewönlicheren Genitiv oder nn mit den Dntiv: er lat fieh oft ges.
«n rim b« 11, 34 Tergitnßig misgnniUg; rergnnft Z. SS Miagmil
11, 34 remlicb brünftig. Stalder 3, 356 gibt in diefer Bedtg ramm*
II g. thar kann bier fowol in feiner eigtL Bedtg 'getränt/ als in der
anf Verwechsinng (mit dnrfen) bemhenden *darf* Heben. 11, 37 band-
let mit ir colt cum ea. 13, 8 fehamper mbd. (cbambiere lehan-
haft, verfcbimt Scbmeller 3,361. Bin anderes febampnr, To hamper Pie-
tor. p. 346. Sehmeiler 3, 361 bedeutet gerade das Gegenteil, unsttcbilg,
lebandbar. Vgl. unten 34, Sl. 13, 16 der hnfe fehw. Mase. der Hanfes
d. i. hier die Heerde. Auch Z. 19. 13, 16 swacbs Ar nwnekts d. l
swaokt es« Wegibll dee t, f. sn 314, 38. für ander mehr als nsMiereo,
fei r hl Bedtg der Bevomgnng. 13, 30 gefehmno%t gednekt; fehms*
eken den Körper snIbmBen sieben. Stalder 3, 336 fg. Sebmeller 3, 464 f^.
Vgl. 83, 3. 80, 13. 13, 31 nidertrecbtig bier in der eigenllen Bedtg
(von die tracht das Tragen) niederwärts tragend, naeb unten bin ftrebend,
niedrig, gaas iinnlieb gedacht. Daraus erft gebt die Bedtg * berablaßend,
demutig' hervor, die dann erft fpiter in nnferii heutigen wegwerfenden Siss
nmfebligt. 13, 33 faft helBt damals noch tasmer *febr, valde* und ift
noch nicht in unfer heutiges 'isre' fibergegangen. geroeb Gemeh.
13, 33 der keibe fchw. das Aas. So noch Z. 36 fg. 13, 36 die bül,
bnle fchw. Fem. die Höhle. Noch 15, 19. 36. 39, 8. 33, t. 19, 38 an«
k u mm e n antreffen, 13, 83 die g e w o r f a m i der Gewabrfam, die Sicher*
belt. Vgl. zu 1, 13. 13, 84 die burft Bufeh, GeftrSnch, Hecke; abd. o.
mbd. hurft. Graff 4, 1043. Ben. Wb. 1, 784 b. Stalder 3, 66 gibt berft
und hurft, Schm. 3, 340 nur das erftere, PrlTeh 1, 469« hurft e. borft sl<
Masc. und das ge hurft etmctns frntectoAis. 13, 35 dar dahin. 13, ^
ledigen, wenn anders die Lesart richtig ift, ift immer fboderbsr. Scbo.
3, 437 gibt einen Ausdruck der altem Reehtsfpraebe * einem hut und bsr
ledigen' In der Bedtg Ton * einem b. a. b. abfcMagen' Ihn von Geriehu
wegen sn Streichen remrteilen, S. 355. Wenn attfere Stelle anf diefen
Ausdruck sielte, fo w&re dann die alliterierende Formel weggelafien vnä
das Verbum euphemiftifcb gebraucht für töten. Mit der Beßemng gel cid i-
get wäre freilich gleich geholfen. Es fragt fich nur, ob din Mundart des
Druckes nicht gelediget iur geleidig et sngibt. Doch das besweifle ich:
e liir ei ift mir in fcbweiserifcben Stucken nur bei folgenden Worten begeg-
net, (denn fortel, nrtel 31, 33 gehört aus dem in der Anm. dort gege-
benen Grande nicht bieher) helg faoer und bede ambo. So belfg Biter
Heini 769. 963; beiges Btter H. 398. 1076. 3586; beige E. H. 354. 713:
281
lielig« B. H. IM; balge» fi. H. 18; ktlgen Spiel t. d. Kf4gea. 699« £•
H. »1 ad leot 1084. 1700. 1885. 1966. 1994. 3039; kelikeit £. H. 3168^
bede Widi. TeU p. 60. £. H. 1295. 1449. 2621. 2914. 2918. 2940. 3383»
beden K. H. 1297. 14&5. 1471. 1984. Fef&er in leding T. Bd 1 S. 20^
XU y, 33; (danidediDg noten 24, 26; bubentediag 64, 34.) 12, 37
lüfte rn laoerad horobeD^laoichen; ahd. läAeroBeD. Wb. 1, 1061. SebmeH
leff gibt 2, 609 laaftera oad bll laftera. 18, 4 die aaturlieben
naifter die NaCarknndi«Bn. 13^ 9 fcbmeeken rieeben. Vgl. 19, 1.
3. 19. 13, 10 näebt, mbd. fUabet» |etal fliabU daa ort Neatru«
wia in def altera Bpraebe immer. 13, 13 Bei anaeigt ift daa üitfiTer-
bnm aaegeli^eD, 'find* oder 'babea wir\ 13, 24 im • an aaebft für imba
ane imblB, inbißEße»^ von enbigen eßendgeniefien; der imbß heißt
In Baiem and Franken Jede kleine MaUeit, in der Schweia dae ICittagmal»
Scbmeller 1, 58. 13, 25 in kein weg d. i. fn keinen w. keine8wege*>
13, 29 nntaeblicb Ar nntngUeh naUaglieb. Ben. Wb. 3, 55.
13, 30 töliobs ampi iar föHebs amptee mit WegliU der Flexion.
13, 32 ein gemeiner man eia der Gemeinen aagebörender Mann, tir
publmmi. 13, 34 Ibll wai nlcbta änderet aoe fein noch andere« wollen ale«
Vgl. an 11, 16. 13, 36 pertonlicb oder eigealich etwa« band*
len heißt hier in feiner perlonUchen £igenfclialt alf Privalmann (neben rei<»
aem Amte) ein Gefohäft betreiben. argweaig mbd. arcw»neo wie
aaofa 30, 18, 169, 11 verdächtig. JSe erweckt reich ein Privatgerehäft Vor»
daebi gegen ihn, ale ob er Ibiae öffentliche SleUnag damit Tenaenge an4
diefe au feinem PriTatTorteUa amibente. 13, 37 dea darum, deshalb.
14, 1 Ig. rin war mag g. w. er pontceliert werden könne. 14» 2 fg^
Kr feil eine fixe Befoldang für feine Amtethikigkeit erbalten, toa der et
leben kann. Wae er aber darüber hinan» in feiner, amtlioben Stellttng ga*
winnt, etwa durch Amteaccidensien a. dgl., da* feil nicht fein Bigentom
fein, löndein aar liaOa dee offentlicbeii AmUTermögene gefeblagen werden,
ans dar er beColdet wird. 14, 4 im su/al dee ampta (nicht an nafer
jetBt geläaftgea ZafeU, fen, an denken) in dem wae dem Amte aU folcheai
anfalll. 14, 6 der eiß die Biterbeide, ahd. n. mbd. der eig nlcae Graff
1, 541. Ben. Wb. 1, 428. SchmeUer 1, 116^ einem den eiß anriiren
einem an den wanden Fleck /aßen. 14, 7 der finlikeit einen sou.m
in legen (fir anlegan) glekbfem in den Mand der Leidenfebaft einen Zanns
hineinlegen^ 14, 8 wofern fie £o beleidigt wurden wie fia andere beläßi-
gen. 14 9 überlegen im eigtL Sinne mit etwas bedecken, YerhülleaL
daß ihnen dae an bedecke» nad daaa ftille zn fehweigen, unerträglich £^
würde* 14» 16 on geierd ohne böfe Abfiobt. on eigen gefuch.
ohne Bgoiamue. zu gutem er Ic hießen laßen von Nutsen fein laßen.
Vgl. 33, 16. 78, 6. 80, 4. 81. 21. 36. 14, 32 and von finer meinung
dee geiße gottee geweitigen eine lehr fehwierige Conßruction. Zu*
nächft iß der Genili? dee geiße (i^ml. gottee) abhängig von geweiti-
gen, daa ihn regiert im Sinne einee Verbame dea Beraubens; die die-
Schrift dee göttlichea Geißea beraaben» Sodann iß von finer meinang
ein adterbieUer Zafeta daeu: von feiner, neml* Gottee Meinung weg d. h
2Bi
in anderem Sinne als er es gemeint bat. Die Sebwterfgkeit lieg:t beAmdert
Sn der Voranftellnng dlelee ZnfatMe. 14, 57 graslieh graaali«h, mbd.
dia grlnfe das GranTen. Vgl. 24, 27. 15, 2-*I9. Jerem. 7, Z^U:
Hiee ^cit dominvs exercitoam deas Ifrael: bonas iacHe rias veftrsa et Ila-
dia veftra, et babitabo Tobiscnm in loeo iBo. noiite conidere in verbis
mendaeli, dicentes 'templam dominl, templam domini, templam doosini eft.*
qnoaiam fi bene direzeritis Tias Teftras et ftadia yeftra, fi Isceritia jodiciafli
ioter Tiram et prozimam ejus , advensB ei popillo et ridasi noa faceritis ea-
hminiam nee fangninem innoeentem efibderitie ia loeo boe etc. ccee tos
confiditie Tobis in termonibas mendaeti, qni non proderont vobi«, Airari,
occidere, adnlterari, Jnrare mendaciter, libare Baalim et ire poft deoa atie-
BO0, qaos ignoratis; et veniftis et ftetÜlis eoram me in domo bac. In qaa
kiTOcatam eft nomen menm, et dizükis 'iiberati Ibmns eo qaod fecerimos
•mnes abominationee iftas.* nnmqaid ergo fpelunca latronam üactm eft do-
mas ifta? 15, 8 der pilgram der Pügrfm, Pilger, mbd. bllgerin, fn.
pelerin, vom lat. peregrinas* 16, 9 weife 1 wol Maae. (Artikal anage-
laßen, weil er vorm Torangehenden Sabft« fteht), mbd. der weife, abd.
weifo febwr M. orphanas. Die Ableitung in 1 fH im Abd. and Mbd. nicbt
überliefert. 15, 1& namen Nomin» Hatt des organ. ricbtigea nnme, wie
Z. 19 fpelnnken lEir fpelnnke nad bnien far bäle. 16, Sl ftet
AdVi Aets, beftändig. 15, 29 des prangt and boebt danmf fleh grofl
that und prahlt. 15, 26 verftand ImpenitiT, verfteb. 16, 5 — 8 ge*
fpenü eigtl. blos Yerloekang, dann verloekendes Tragbild» Ana diefea
Stellen seigt ficb niebt, ob das Wort noefa Femin. wie frnher, oder bereits
Neutram ift. 16, 14 brach Brauch. 16, 18 erbbeoben9 vieUeieht
fir erb hechten? von pacht pactum. 16, 21 fleh m&twitlon In ßt^
tenlofer M^Ukühr leben. 16, 26 anfpraehneraen Anfprüehe arhebea.
16, 31 das für des. So 6S, 8 das bis gewis. 65, 6 das mögt ir uo-
Ihr botichaft TerAendigen. 92, 8 das wir lieber geraten wolten. 181, 2i
das er wenig hat. 215, 14 das geh im got die leoe in die baut hinaln.
16, 36 fg. noch den iA gl. ▼. nütaen noch nntst es denen so glaabea.
Ja wol fondem vielmehr. ergern febleehter machen, verderben,
aßdilken luv nßtilgen wie 80, 38 delere, vertllken 61, 8. 17, 2
iren duck (dink vom lA Dmckiehler) ihre Xfieke« 17, 4-*.8. Mattb.
6, 19 — 25 paOim: NoUte thefanricare vobis thelburos In teira, — theftari-
zate aatem vobis thesanroa fn crnlo; — nemo potest dnobns domlnis fer-
vire. non poteAis deo fervire et mammonsi — ne follcitl fitia aaimse ve<
Ar», quid maadacetls. 17, 4- a. 5 femlen lar famlea; e l&r a wie
gehebt für gehabt 26, 34; fegen für Agen (r= angelegen) Stter Heini 1476-
17, .9 die gel A richtiger aller Plural. 17, 11 — 16. Matth. 10, 8—10:
Gratis aceepiAls, gratis datel n<^ite poifidere aurum neque argeataa aeqas
pecaniam in sonis veAris, noa percam fn via neque dnas tunicaa^ neqae cal*
cearaenta, neqae vlrgam: dignns enim eA operarias eibo fae. 17, 26
alenfenzig, fcblechtere Form als alefenalg 24, 21 alifenaig 68, 10.
febalkbaft, betriegerifch. Jacob Grinun belehrt ans lai Wh. 1, 203 Ijsg. ds0
das Wort keineswegs, wie man geglaabt, ein ucfprangUeb romaniiebes fsi
233
I (itai. »11 avanzo, tn. h TaTAnce), fondern ein Seht deatfehes, 7.um ahd. f e n-
I zon gehörige« niU vorgefetKtem ali fremd, fo daß alifans einen frem-
den Schalle, dann überhaupt einen Schalk, betrugerifchen Landftreicher be-
dente. Die Form alafane in der Bedtg nequitia 6, 32; alefans 186, 33.
I 17, 28 — 85. Micha 8, 1 — 8: Andite, prineipes Jacob et duces do-
I mas Ifraell nnmqoid non Teftram eft fcire jndicinm? qo! odio habetis
I bonnm et diligitie malnm, qni violenter tollUis pelles eomm defaper eis et
earnem eortim deftiper olHbns eorum; qni comederunt camem popnli mei et
pellem eomm defaper ezcoriavenint et ofla eomm confregemnt et eoneide-
, mnt Acut in lebete et qnaft earnem in medio ollie. 17, 34. 35 der ha-
I fen irdenes Qefftß. Hier ibhwaoh decllniert, oder mit Wegfall der genitir.
, Flexion. das mittel die Mitte. Vgl. über das Wort meine Anm. snm
, Bnofal. ▼. d. Tochter Sion Z. 52 8. 60 fg. So noch anten 18, 9. 40, 5. 41,
36. 38. 205, 26. 17, 86 — 18, 2. Ibid. r. 5: Hiee dicit dominns fuper
prophetas qni fedncnnt popnlam menm, qni mordent dentibns fbis et predi-
oant paoem, et fi qnis non dederit in ore eomm qnippiam, fanctiAcant foper
enm prielinm. 18, 3 — 13. Ibid. v. 9 n. f: Andite hoc, principes domns
Jacob et Jndices domns Ifrael, qni abominamini Judicium et omnia recta
perrertitls, qni aedificatis Sion in fiingnfnibns et Jerafalem in iniquitate.
principes ejns in muneribus Jndicabant et facerdotes ejus in mereede doce-
bant et propbetie ejns in pecania dirinabant et fuper dominum requiefce«
bant dieentes ' nnnqntd non dominus in medio noftrüm ? non venient fuper
nos mala*, propter hoc, caufa yeftri, Sion quafi ager arabitur et Jerufalem
qnaA acervns lapidum erit et mons templi in excelfa filvarnm. 18, 4 ir
fchühen d. i. ir fchühent; etwas fchühen Furcht und Grauen wovor
empfinden, fcheuen. 18, 6 in den pll^tenin fanguinibns Plur. von pl8t,
ift gewis ein ana^ ktytfitvov, p für b findet ßch häufig in fchweizerifchen
Stücken, fo punt Etter Heini 1, 3448. Wilh. Teil p. 70. 103. gnaden-
pnnt Jac. Fünkelins Nenjahrsfpiel 828. püutnns Spiel v. d. Eidg. 553.
660. Etter H. 417. 3290. 3345. puren Plur. W. Teil p. 52. 54. 55. 65.
nach pur Fünkelin Neujahrsfp. 1227. purt ib. 348. 18, 15 — 19. Je-
rem. 6, 13 ^: A minore ufque ad majorem omnes avaritife ftndent et a
pTopheta ufque ad facerdotem cuncti facinnt dolum, et curabant contritio-
nem filiSD populi mei cum ignominia dieentes *pax, pax', et non erat pax.
18, 17 briefter für priefter. b für p auch in brifen fpreifen) Et-
ter Heini 1074. 2148. 2731. 3036. 18, 18 Eerknitfchung, anch zer-
knütfchnng 22, 34. contritio. Vgl. zn 6, 21. 18, 20 — 28. Hefefciel
13, 18 fg: Vie qni confuunt pulvillos fub omni cubito manus et faciunt cer-
▼icalia fub capite univerfie letatis ad capiendas animas. et cum caperent
animas populi mei, vivificabant animas eorum et violabant me ad populum
menm propter pugillnm hordei et fragmen panis, ut interfieerent animas qnte
non moriuntnr et Tirificarent animas qusB non^Tirunt, mentientes populo
meo credenti mendacüs. 18, 31 fg. 1 Petr. 5, 2: pafcite gregem dei pro-
▼identes, non coacte Ted fpontanee fecnndum deum, neque tnrpis hicri gra-
tia, ftd roluntarie. 18, 35 fgg. 2 Petr. 2, 1 — 3: erant in vobfs magiftri
mendaces, — et in araritia fictis verbis de Tobis negotiabuntur. 18, 37
# 16
234
naheiitfür nahen (wie 80, 10. 30) betnmh«. ab Prap. e. dat. caaTal,
wie jeut ob. 19, 3 erTchmecken mit Geruch auafindig naeheD.
19, 14 eße äfie, ederet. 19, 25 billiche oberkeit rechtmäßige Obrig-
keit. 19, 29 einigerlei weltlicfas eine« Weltlichen irgend waleber
Art; lei, leie Femin. modus. Gramm. 8, 79; einig Irgend ein; einiger
leie CQJusvis modi. 19, 31 Terhaft feft geheftet. SO, 3 gnardea
Leibwächter, ital. guardia die Wache. 30, 8 fg. Tergrifen in mit
einbegreifen worin; der Tcrgrif der Inbegriff, Umfang. Vgl. Schaeeller
3, 106. 20, 33 fprech gern ich fpräche gern d. h. oder vielmehr.
20, 24 küriß ft. Mafc. der Harnircb, Jetzt Knraß. 20« 2b roglea, wie
noch 318, 23, aaouparl. 20, 30 fgg. Jedoch will ich wol glauben daß
vielen derfelben (der weltlichen Fürilen) Wölfe, nemlich LandbiTchöf«,
lie dem Papße nicht verpflichtet wären, mehrenteUt fehr nutsslich fein
den. Für die landsbifchofs ift wol beßer za fohreibea die lands-
bifohof. 21, 3 f. allem irem hab zeigt hab ala Nentr. während es
fonft Femin. ift. 21, 4 in — willen (mhd. dnrch — willen) wegen;
in der folg. Zeile umb — willen. 21, 5 in halten als Fordemng ent>
halten. Statt helts in erwartet man indirecte Rede halte in. Vgl. 3, la
31, Ib gelt verbales Adverb: es gelte, 3 Sing. Präf. Conj., wo wir
anch noch fagen 'was gilts?' 21, 17 Heißt hag hier Umsännang? Zeigen
fich ohne Verhüllung in ihrer wahren Geftalt? Oder: lie ziehn den Hag ent-
lang weg? 21, 26 der apfel ein Inftrnmeut in der Münze beim Geld-
prägen. 21, 34 fgg. Marc. 9, 50: Habete in vobis fal et pacem babete
inter vos. bonum eft fal. 22, 3 fgg. Matth. 5, 13 Vos eftis lal terr«.
quodfi Tai evannerit, in qno falietnr? ad nibilum valet ultra, nifi ut mItCatvr
foras et concnlcetur ab hominibns. ir find eftis. 22, 5 menfch mil
Wegfall der Flexion, Gen. Plnr. = menfchen. 28, 7 fgg. Matth. 13, 62
Ideo omnis fcriba doctas in regno csslorum fimilis eft bomini patrifamilias
qni profert de thefauro fuo nova et vetera. 22, 14 docter für doctor,
noch 25, 18. 20. 22, 18 fgg. Daniel 13 Qni antem docti fnerint, fuigebant
qnafi fplendor firmamenti. erglaflen glänzen, der glal^ der Glanz.
32, 21 frevel Adj. wie rohd. vrevel verwegen. 33, 32 lieh am mfitig
begierig auf Leichname. 32, 25 fgg. Jerem. 8, 8 — 11: Quomodo dicitis
'fapientes nos fumus et lex domini nobiscnm eft'? vere mendacinm operatos
eft ftylus mendax fcribarum. confufl funt fapientes, perterriti et capti fnnt;
verbum enim domini projecerunt et fapientia nulla eft in eis. propterea dabo
mulieres eornm exterts, agros eomm hnredibus, quta a minimo uTqne ad
maximum omnes avaritiam fequuntnr, a propheta ufque ad facerdotem
cnncti facinnt mendscinm. et fanabant contritionem filisB popnlt mei ad igno-
miniam dicentes *pax pax*, cum non elTet pax. 22, 29 begrifen ergrei«
fen; diefe Bedtg auch im Mhd. Ben. Wb. 1, 571. 23, 38—24, 1. Jerem.
23, 13 fgg: Et in prophetis Samari» vidi fatuitatem et propheubant in
Baal et decipiebant populom meum Ifrael. et in prophetis Jerufalem vidi
fimilitudinem adnlterantinm et iter mendacii et confortavemnt manus pe0i-
morum, ut nou converteretnr unnsqnisque a malitia fua. facti mihi fnnt
omnes ut Sodoma et habitatores ejus qnafi Gomorrha. nolite audire vorba
prophetarnm qni prophetant vobis et decipiunt vos: vifionem cordis fui lo-
235
qnanter« not» d« ore doniiaU diottoi bis qut bUii^h«iiiAtit m« ^locutoa eil
doraintifl, p*x erit vobto' et ofinai qui ambuLat In prayicate oordU fui, dUe«*
raat 'aon Yeniei fnper voe auUnai.' audiW qu» dtxeranl prophetie prophe-
tantee in nomine meo meadadum atqae dicentes 'IbmaiaTi, fomniaTi.' oiSgne
q«o iftad eft in eorde propfaetarum Taticinantiom mendaeiasi et prophetan**
tinai fiidaotioaee eordie IUI. qai volont feeere, nt oblivifcatur po^nlas mena
Biwünia mei propter fomala eoram, qnm narrat onueqaisqne ad proximam
Ainm, fieat obliti fmit patrea eoruia nominis mei propter Baal, propbeta
qoi habet Xomninm, narret Xomntnm, et qai habet fermonem meum, loquatar
Xarmonem menm rere. quid paleie ad triticum? dielt domiaaa, numquid non
verba moa lünt qnaA ignie, dieit dominus « et quafi malieas oonterene pet-
ram? propteraa eoce ego ad prophetae, ait dominue, qni furantnr Terb»
mea naae quisqae a prozimo fao. ecce ego ad prophetae, ait dominns, qai
jüTQmnnt lingavt faaa et ajunt * dielt dominns.* eoce ego ad prophetae, fom*
niantes mendacinm, ait dominus, qai narrarerunt ea et iednzemnt popnlum
neam in mendacio fao et in miraonlis fuis , cum ego non mifiJTem eos nee
■aaadaffem eis, qui nihil profaeruat pepnlo hnic, dicit dominns. A igitnr
interrogaverit te popnlas ifte Tel propheta vel faoerdos dioens 'quid eft
onas domini?* dkes ad eos *ut qoid Tobis onus.' projictam qnippe voe, dioit
dominus. 33, 33 verfüert. Diefe Sebreibuag üe aeigt für diefes Stuck
die Ausiprache des Diphthongen, der noch nicht %n langem ü geworden ift.
33, 36 tveder im zweiten Satzgliede für noch. 24, 10 für c. Acc.
vorbei an. So noch Z. 27 82, 17. 24, 18 es rimbt fich umb ein
parenfprnng es fehlt ein tüchtig Stück bis es fich reimt d. i. reimt lieh
gar nicht. Vgl. Qrimms Wb. 1, 1128 I. t. bauemfchritt, baaernfchuh,
banem^imng. 34, 19 fchädig Sehaden bringend. 24, 21 fc hamper
heißt hier wol nicht 'Terfehamt' wie 12, 8, fondern i& das dort auch er-
wähnte fohandbar. alefensig f. 17, 26. 24, 24 nothel/er Heilige
die in Nöten helfen. Vgl« Frifch 2, 22*. 24, 25 kütslin, mhd. kö zo-
lin bei Gotfr. t. Neilbn MS. 1, 28t>, Demin. von kotze fchw. Masc. gro-
bes WoUenaeng zur Bekleidung und Bedeckung. Hier ift eine Tifchdecke
gemefait. 24, 27 grnfelieh wie grüslich 14, 37. 24, 32 ufrolgen
kann hier Ibwol InflnitiT fein als Plural (in fchwacher Flexion) Ton uf-
Tolge, wozu dann das Verbum halten gehörte. In beiden Fallen bliebe
die Bedtg die nemlicbe. Aber welche? nfvolgen heißt fuccedere. Tgl.
Jac. Grimm Wb. 1, 646 1. t. an ff o Igen, der dies Verbum aber kaum
dem Mhd. Tindiciren möchte. Hier foheint (was die Verbindung mit jarsit
glaablieh macht) auf eine kirchliche Obliegenheit des SucoelTors als Erben
eines Verdorbenen gezielt zu werden, nach der er für dlefen am Gedenk-
tage müße MeiTen leTen laßen. 24, 35 dantdeding albernes Zeug. S.
zu 12, 36. I, 203 zu V, 38. hier werk unnütze Schreierei Nicht in
Grimms Wb. 2, 108 verzeiebnet. 25, 1 doch ir gethön feil, fchrien Jia
25, 2 ein (im Dmckf.) böfe letz einen fchlimmen Abfohied. Vgl. zu
4y 23. warten hier m. Aco. f. t. a. gewärtigen. 25, 5 artlich AdT.
apta. Grimm Wb. 1, 574 ig. verwart verwahrt, achtliun and forglal-
tig Terdedkt. 35, 10. gefehen foil. fin erfcheiaen. 25, 14 obgeftimpt
16*
2S6
^ ob beftimpt 38, 6. 83, 6. 35, 15 da« fprü (mb<L fprin) die 8prM.
Plttr. die rpröwer, fprenwer, Mob rpreuwern (33, 35). 96, 31
ped«l Pedell, Scberge der Pfaffen. 35,33 den TOlkomAea obM
Flexion für Tolkommenen. 36, 3. Jet 43, 36 Ugg. Redne me in bm-
moriam et judiGemue fimnl. narra, ii quid babee, ut jnfttfieeris. pater tarn
primns peccarii et interpretes tai praratieati fönt in me, et rirntatinaTJ
prindpet fiuictoe. 36, 7 i%. JeC 64, 6 Et ftusti Inaoa at immandva oauMt
Boe et qnafi pannne menftroat« naiverf» juftiti» noßr». 36, 10. Lioe. 17,
10 Cum feceritis omnia qn» pnefcripta fiiBt vobie, dielte: feiTi iaaülaa Ib-
mne. 36, 15 rotfohlag d. i. ratfcblag. 36, 18. Mattb. 38, 19 ^
Euntee ergo docete omnes gentee, baptiiantes eoe In nomine patria et filü
et fpiritas Iknoti, docentee eos ierrare omnia qnmcanqne maadaTi Tobia.
36, 34 heilmacber Seligmaeber. 36, 36 wunfam d. i. wannafan
anmntig. 36, 39 — 37. Job. 14, 33 4-13, 34. 14, 15. 6i qnia diliget
me, fermonem menm fervabit et pater meoe diliget enm, et ad evm Tenie-
mne et manAonem apod enm laciemu«. qni non diligit me, fermonea aieot
non fervat. mandatnm novam do vobie, at diligatSt invicem; fieat dile»
vobie, nt et tos diligatie invtcem. in boc cogaoTceat omnee, qaia difclpali
mei eftie, 11 dilecttonem babneritis ad in?t6em. fi diligitia me, maadate mea
iervate. 36, 34 gebebt L s. 17, 4. 37, 7 für daa überlieferte nß-
truckte ift wol beder nAtrnokten zu fetzen, da naderXcbeid llaae. ift.
ußtruckt aoegedrüokt, ausdrückUob. 27, 37 Job. 6, 88: I>ercendi
de c»lo, non nt ÜMiam roluntatem meam, fed voluntatem que qoi oiiAt me.
37, 31 fg. Job. 20, 21. Paz Tobis. ficat miüt me pater, et ego mitto
▼oe. 28, 13 gepoUen far ge bellen, riehUgee Partie. Perf. tob bel-
len: ieb bille, bal, wir ballen, gebollen. 38, 19 Ton Abel bii auf den
lotsten Behaltenen. 28, 27 den beiligeten d. i. gebeiltgetan; fo
126, 15 ein taufte r jud. 161, 35 der den Saal reizt bat. 198, 19 dan
tU ener tauft feind. 201, 27 fo in kein troil mitteilet wirt. In Bd II,
91, 37 tröft. 28, 28 Jerem. 18, 18 Venite et oogitemoe contra Jeremiam
eogitatione« I non enim peribit lex a facerdote neqae oonAiiam a fbpiente
nee fermo a propheta ▼enite et percutiamue enm lingna et non attendamos
ad uniyerfo« fermonet ejas. 28, 36—29, 8. Weish. Saiom. 3, 12 — 16:
CircumveniamuB juftum, qaia inutilis eft nobis et contrario« eft opertbu»
noftrie, et improperat nobis peccata legis et dÜ&unat in not peecata dilei-
plinia noftriB, promittit fe fcientiam dei babere et filium dei fe nominat.
£Rctat eil nobis in tradoctionem cogitationmn noßrarum. gra?lii eil nobis
etiam ad videndum, quoniam dilBmilis eft alüs Tita illins et immalat» fiiat
vis» ejus, unquam nngaces »Itimati fiunns ab illo et abüinet fe a vils noAris
tanquam ab immanditiis, et prasfert novillima jnllomm et gloriatnr patrem
fe babere denm. 38, 37 des gefats für des gefataes mit Wegfall
der genit. Flexion. 39, 9 — 16. Jef. 1, 31 — 33: Qnomodo iaata eft me-
retrix eivitas iidelis plena jndicü. juftitia babitarit in ea, nnne aatem bo-
mieid». argeatam tnnm verfam eft in fcoriam, vinom tuom miftam eft aqna.
prinoipes toi iafideies , foeü fnmm. omnes dilignnt manera, feqnantar retri*
butiones. papillo non jndicant et cauTa vidass non ingreditar ad illoe.
2S7
29y IS ift dM faorU der Vnlgato daroh kapfor efeh HberAtsI, eigtl.
Seblaoke. 89, 17—20. Arnos 5, 10 Odio habwniBt corripientein in porU
e$ loqoeatom perleete abomiiMiit fiiDt. 89, 21—85. Mtttlh. 10, 17. 18 Ca«
▼ele ftb hoaitttbM, tradent onim tos in eoDciliie et in lynagogis Aus taget«
labnnfe tos. et ad pneAdes et ad reges dooemlBi propter me in teftimoniiia
iUie et geatibae. 29, 86 — 1^8. Matth. 83, 88«* 96 Serpentee, geotmina
▼fperamm, qoemodo lagietie a Jadieio geheniM? ideo eioce ego mitto ad Toe
propktetas et fopientee et fcHbas, et ex ülie ooeidetie et emoillgetlf et ex
ek flagellabitie in fjnagogie Teftria et -perfeqiieiiiini de eivitate in eiritateni,
ut veniat Aiper Toa omni« fangois jaftna. 29, 36<^30, 1. 1 Cor. 4, 9 Pato
qaod den« noa apoAoloa noviffimoa oAendtt, tanqaam morti deftlnato», qnia
rpectaealvm iMti Aunna mvndo et aogelfa et bominibaa. 89, 87 fpllvo*
gel «berietst fpectaenlnm. Ift fpiivogel ein naehgemachter Vogel, naoii
welehem anter Zadraage fishaalaftiger Menge ge(bho0ea oder geftoehen wird?
80 9 2 — 6. Ibid. Z. 11 fg. UHina in hanc horam et eforiaraa et Atiiama
et nndi Xomaa et oolapbia casdinnr et inAabilee Auana et lalnmunaa operan-
tea maaibna noftria. 30, 39 Siehe Apoftelgefeh. e. 28 nad 24. 30, 81
Bonüaeioa III, 606 erwählter Papft, erhielt vom griechifcben KaiTer Pho-
kaa den Titel einea epifcopaa OBcamenicna mit der Yerordnnng, da0 die rö-
miCche Kirche daa Haupt aller übrigen fein foUte. 31, 11 noch — noch
Inr weder — noch. 31, 18 fledermna vgl. Bd II S. 367 zu Z. 948.
31, 21 dienen n&hert fich fchon in der Bedtg hier nnferm *cu etwaa die-
nen, dieaüoh fein,' aptom efle. 31, 80 für nieman erwartet man ninder
(nirgend), wenigftena doch von nieman: &e erwarten Recht nur von Rom.
arfaeh ana Urlaeh, anX Qrnnd ihrer von dort her erhaltenen Freiheit.
31, 82 fortel fnr forteil wie nrtel far arteil 38, 10 111 nicht ale
Obergang dea ei in e zn faßen (vgl. zn 12, 36), fondem ala Abfchwächnng
der tieltonigen Silbe in eine unbetonte. 32, 2 den Tchwans fohmncken
den Schwans einziehen. Vgl. zu 12, 20. 32, 2 fehimpfen fchersen.
32, 6 fg. Was die Wölfe üoh auch vornehmen, dafür verliehen Si^ (kan*
den für künnen) ein Kleid zn borgen, in dem ^9 unerkannt aus ihrer
Höhle gebn. 32, 9 nach not nach Bedürfnia. Für ein lieft man
beder eim. 32, 20 der lift, in der alten Sprache meift Maac. 32, 22
fo inen wol kompt der ihnen zu gute kommt, ihnen nützt. 32, 24
Man bemerke flocb ala Femin. 32, 36 fri ganslich. 38, 5 fo fi nit
weißt n. d. e. z. r. von dem Sit^ um die Wahrheit zn X|>rechen, niehto
weiß and daa ihr nicht erlaubt ift. 33, 9 der tra fiel rictna, von Thie*-
ren, von Menfchen nur verächtlich. 33, 19 der underftand fich der
begebe fioh kühnlich. Ina wolfagejägt auf die Wolftjagd; mhd. dag
gejegede die Jagd. 33, 25 z^ inen zappen an fioh reiBen. 83, 26
abgöt idola, nnorgan. umgelauteter PloraL 88, 83 lallen hier in wei-
tei«m Sinne ala gewönlich, fchwatzen. 33, 35 ie immer. nachg.
habea naebg. haben würden* 84, 7 plotzhart ift daffelbe wie blotz*
b rüder (vgl. nollhart). Ea waren Laienbrnder., die ala Krankenwärter
nad Leiohenbegleiter fungierten. Vgl. Zamcke sum Narrenfchiff 102, 47 8.
447. Grimm Wb. II, 152 fg.
Der Verlifier ditfer Schrift nettat A«li sieht; fein Staad »her U0t ü^
wenigfteDs TeminteD. Wean er 13, 19 ig« Agt *wir, nemlieh g«iftli«li
und weit lieh oberkeit*, (b geht deMiiie hervor, daß er tn einer diefer
beiden Obrigkeiten gehört hebe, alTo entweder Geillllcher oder weldiefaer
Beamter geweTen fei. Daß er QeiAlicher gewelbn, und »war an der Spiiie
einer Geneinde geftanden, fcfaeint in 34, S3 sn liegen. Die ZeH der Ab-
faönng beAünmt fich durch die in der Staleitong 5, 29. 82 gethnne Krwah-
nnng der Bannnng Luthers;, die (roai 16 JonI 1620 datiert) mit Beginn der
»weiten Hüfte dee Jahre 1690 in DentCbhlnnd bekannt ward, wenn dlo Ver-
öffantliohnng deiTelben and die Verbrennung der Bieher dei Refbrmaton
attoh erft leit dem dritten Viertel des Jahres Statt ftmd. Ans diefbm Um-
ftande ond andrer Seits daraas, daB der Wormftr Befehetag nioht erwahst
wird, läBt fich XchlieBen, daB die rorMegende Schrift in der zweüen Halte
dee genannten Jahrs 1620 abgafaBt (bin m6Be. Die Heimat detfblheffi Ibtsea
wir in die oberrheinlTohen Gegenden, Baden oder JSUhB, nioht In die Sohweis,
wosn die 4>raohiichen Formen keinen Anlaß geben. Die Unbeholfenheit
des Stils £eigt einen mit der dentTohen Feder noch wenig geftbten Mann.
u.
12 Blätter (8 Bogen) in 4^ unpagioiert mit Signatur B^CiiJ (der erfte Bo-
gen hat keine). Anf der vordem Seite des erften Blattes oben
Dialogns oder gefprech des Apofto
licums Angelics vnd anderer Specerey der Appotecken An-
treffen Doctor M. Lntterers 1er vnd fein anhanck etc.
Darunter ein großer Holzfchoitt, das Innere einer Apotheke darßelleod.
Hückfeite des erften Blattes leer. Aaf dem zweiten oben beginnt der Text,
der, 34 Zeilen auf der Seite, bis über die Mitte der vordem Seite des leu-
ten Blattes geht, delTen RückTeite leer ift. Ohne Ort und Jahr.
LESARTEN. 36, 11 bereu beherberrigt. 36, 12 wolgezirten.
36, 13 verthraut. 36, 14 abweßfig. 36, 20 Jedooh. 37, 5 fg
licht angeaindet. 37, 9 verleffung. 37, 11 Ar erdbidem vorn
lies genauer erdbedem. 37, 17 Prima apprilie fic. K. Gödeoke im
Grundriß aur Gelbhichte der deutfcben Ihchtung S. 246, 6 lieft dalnr Pir-
na, als ob es Angabe des Orts wäre. 37, 22 heinnmcht. 37, 2j
Churfirften. 38, 37 ha b einmal. 39, 13 ich rieh. 39, 26 Rat-
ten. 39, 29 Ichriebft. 39, 33 Anita. 39, 36 fohadL 40, 9
das gr6kft. 40, 14 fein. 40, 16 Merorinm. 40, 24 yell.
40, 30 ken. 41, 22 ^n* ^^f ^^ er6ret. 41, 31 das. 41, 33
llercurij. 42, 3 begeben fehlt. 42, 6 diß. 42, U vngellnm-
me. 42, 28 gutz. 43, 2 Knangelij. 43, 11 Aenn. 43, 9 mit
i ienea «a beillen t 4a» 16 ein »nder ftig^n die. 48, SB pot-
i r«8 in Pelmm. 44, 3 Die beiden erAan Wofte der Zeile find fiUrchlieb
I anlbiBnen gerückt. 44, 9 facber. 44» 13 F&r uf &breib vorn auf.
L 44, ai gefebier. 46, 2 #iadt. ftncb«. 46, 8 eiaigam. 46, 19
! ander. 46, 16 ie Ae^ niebt je. 46, 91 bela». 45, S5 jr. 46, 9$
gedecbnnß. 46, 3 faader / su gleleb ein« fcJiaffer fcberf.
, 46, 11 prefcbribieren. 46, 13 badirffen. 46, 16 pTeforibirdn.
46, 93 pfriadaa. 46, 27 fteyar. 46, d6 niebte gabart vB
I p&abour. 47, 4 fg. prefchribiven. 47, 10 bildt Aecfc. 47, 19
{ jbe»er. 47, 16 vff den 1. 47, 20 dan dar ley. 47, 31 dar aa.
[ 47, 83 fcefi&beifc. 47, 34 anCf wielL beadl weft. X'f^*
; 47, 30 a. lodt feindt b. 47, 34 deinam. 47, 37 zarebalten.
^ 48, 14 trieben. 48, 19 eynem foboffbnnden. 48, 31 neneau
, 48, 32 Retter. 48, 33 forme. 48, 36 obgeXebriabatt.
49, 10 nabea. 49, 16 fg. bterten vnd Xebiffere. 49, 36 jeram.
49, 36 blert, 49, 36 virieU 49, 36 Snangelij. 49, 37 aer-
ftert. 60, 2 ft&tt. 60, 16 jnnome. 60, 3^ b6er. 61, 4 rar-*
antwortnng. 61, 7 litael. ^1, 11 aybe. 61, 30 Terantwer«
tnag. 61, 37 appftel. 63, 38 tbuprobft / dein Canonieat.
63, 38 ftima. 63, 33 belligift^n. 63, 3 des, 63, 33 i^. ander
Werber. 64, 1 figil. 64, 2 prenoftioatz. 64, 6 fiima. 64, 27
da dicb. Cbriftue. ftett. 54, 33 vilieicb. 66, 1 lefen.
56, 0 wedder. 65, 10 Enangelij. 66, 19 gelrant. wie wie«
on gelt fielber g. 66, 3 bielff betrigan. 66, 4 ien. 66, 7
Hndt. 66, 12 fcbaedta. 66, 34 fo ebe das / da« beylig.
67, 9 glab. 67, 30 telkments. 68, 9 vnd berinn dg.
ERKLÄRUNGEN. 36, 10 berfaren wie 37, 7 iß zwar anorganiTcbe, abar
aaf Anefpracbe rnbende Afpiration. Diefelbe noeb in b ergangen 36, 20,
b erlaubt 47, 29, berlangung 41, 12, b erinnert 65, 29: alfo in aUev
diefen Beifpielen bei Compofitionen mit der untrennbaren Partikel er. YgU
Gramm. 1, 188. 437. Unorganifcbe Sinfcbiebnng des h zwifchen zwei Vo«*
cale im Inlaute f. zu 38, 37. 36, 11 beherberigt für beberbergt
erw^cbte Anefpraohe des rg durcb Einfebiebnng eines i. 36, 13 war
ift foUte woi beißen warn ift (warn fcbw. ▼. c. gen. achten aof etwas, be*
wahren). 36, 14 abwefig abfens; fich eines dinges abwefig ma«
eben wovon weggehen, es Terlaßen. 36, 15 nit als gar dafi durcbana
nicht damit. 36, 17 bantreich alliterierend zoTammen mit hilf und in
eben der Bedtg. Schmeller 2, 206 med. nachtrug Nachtruhe, g ver*
härtet ans h, das feiner Seite für oberdeutfches w eingetreten ill (mhd.
rnowe Hube). 37, 4 das fchaltfeinfter ift daCTelbe wie der fcbalter,
das Feniler oder Türchen zur Verroblie&ung der Wandöffnnng, die dia
Commnnication zwifoben zwei anftoßenden Zimmern bildet. Man bemerke
das ei für e vor der Liquida. G^amm. 1*, 185. 37, 8 malttft= meift.
Unorganifcbe Binfchiebung der Liquida n zwifchaa den Diphthong ei and
den Doppelconfonanten ft. In demfelben Worte noch 46« 32. 63, 30, mein*
240
fter fTir m«ifter magiAer 51, 87. Fsnier das minft fftr da« na in 11 149,
38» übertreffend der andere übertrifi^, TartreiAieh. Vgl. Bd 1 8. 199
SU lY, 124. 37, 9 nach yerlefang naeh Dnrchlefting. mich ee-
wern willigen mich enern dienftwilligen, gefaorlanien. 37, 11 ardbe*
dem, erdbidem Erdbeben. Die ganze Periode ill anakohithifch. 37,31
ftalbrnder Gefährte. So noch Z. 36. 38, 13. 46, 25. 54, 36. 6^, 11.
37, 35 das dantmer die alberne BreiUiing. 37, 36. 38, 4 begib oai
nit dann zn Termuten laß nnt darauf nicht ▼ermaten. 38, 5 ver-
leiten wie beleiten iwd geleiten, fb daß ver nnr den Begriff varllailt;
hoch, weil er im kaiferlichem Geleite gieng. 38, 7 entret d. I. enu
redet; entredenein gerichtlicher Ausdruck, gegen eine Anklage Tertn-
digen. 38, 9 den wagen für die pferd fetten Xt»richworCllehe Re-
densart, etwas umgekehrt und daher falfch anfangen. 38, 10 dta urteil
hier ilarkee Fem. (während es fonft meift ft. Neutr. ift). die verhör /l.
Fem. wie 92, 7 fg. (jetst das Verhör) eigtl. Ter höre. Pemin. wie aoeb
die andern Compofita die überhöre contumacia, widerhöre; von die höre,
mhd. diu höre das Hören. 8o heifit es In Wolframs Titurel 160, 4 er
wart von dem winde der höre verirret (wo der jüngere Titurel erklärend
gibt *b<Brens rerirret*) d. h. er ward ron dem Winde irre gemacht, fo ds0
er nicht hören konnte, wo Wild und Hund hingekommen. 38, 18 quot.
Was bedeutet es? Hat es mit dem niederd. queten quatere Brem. Wb. 3,
406, Tgl. quöfen 411) zu thun? Mit quat böfe bat es wol nichte gemein,
hart und quöt muB heißen feft und zähe. 38, 24 pfetter (Vetter), fo
immer in diefem Stucke gefchrieben, Z. 34. 39, 23. 41, 12. 48, 13. Abd.
fataro, fetero, mhd. veter« Gäbe für ein acht deatTches Wort ein metic-
würdiges Beispiel des anlautende pf. Vgl. Gramm. 1, 396 fg. 8ol1te ei
wirklieh aus patruns entllanden fein? 38, 31 fg. der dauf, tauf, in
der alten Sprache immer ß. Ufasc. 38, 35 neidfchen gehäfiig fbin; fetzt
ein mhd. nitefen Ton n!t Ha0 voraus; Tgl. gitefen Ton git. Gramm. 9,
872. 38, 37 nihe for nie. Solchem unorganifch eingefchobenen fa be-
gegnen wir in diefem Stücke noch bei m ehe 39, 10. 48, 34 (m^), meher
41, 12 (mer), ehe 47, 15 (ö Snbft.), ehe (Part.) 49, 24, 56, 19, aifo beia
Diphtholig i e and dem langen Vocal e, der auch e e gefchrieben wird. Die-
hB eingefchobene h zeigt fich am ehellen in Stücken, die niederdeutfcbeo
Gegenden entftammen. Sein Urfpmng und erfte Bedeutung muß näher an-
terfncht werden. Vgl. in No IV zu 80, 7; in VI zu 129, 23. In Bd H
lefea wir ehe Hand 102, 19. feher 103, 19. ehebrecber 265, 8. ehe-
lich 268, 26. 39, 1 würfe A für wirfeft wie noch 48, 28. 39, 2 f^
Ter legen durch Liegen Tcrdorben. 38, 2. 42, 17. zwar mhd. ze wnre
in der That. 39, 10 wul für wol faft immer in diefem Stücke: 39, 31
40, 38. 41, 27. 28. 46, 6. 18. 49, 15. 50, 34. 55, 35. 58, 5. Vgl. sa Z. 3S.
42, 4. 44, 29. In Bd 11 wul häufig in Nr IV. 74, 13. 23. 75, 8. 76, 31.
78, 9. Es xeigt allemal niederdeutfchen Einfluß. 39, 12 am infaerkn-
men beim Hereinkommen. 39, 15 blutubel blntübel, fehr übel. Eine
Ton den nrfprünglich ftarkfinnlichen Verftäricungen des AdjectiTS, deren
eigentliche Bedtg I^äter Tergefien worden. fchmürbeinfßr fchniir-
241
bein nMh'Fbtt (Sduner, abd. Anero Qtn. Anerwes), meift Terdorbenem rie-
ebea imd fobmedcfiii; daffelbe wm maa in Tburiogen f eh mar mein nennt,
vim der Butter, wenn &e im Sommer den bekannten widerlichen Beige*
fobmacfc hat. 39, 90 fo tu an ir foil. ift, waa ße nur kann, aae Lei*
beekvaften. 39, 85 koftene Genit. von vil abh&ngig. 39, 86 damit
ieh lenger anf difem benklein verhaft wnrt damit ich daran ge*
knüpft bleibe d. h. davon nicht ao&nAehn branehe, damit ich die Bank
länger halten kann, mich nicht far infoWent ond bankerot erklaren muß.
* Von der Bank anffteben' hieß fie nicht langer hahen können, bai^erot
rein. Es ift aU6 ein vom Hasardl)piel genommener bildlioher Auedmek.
Vgl. Orimme Wb. 1, 1109. 39, 30 lieft d. i. ließeft. 39, 31 anflwen-
den anlWenden nnd aussaien. In dem Wb. 1, 1014 aua Lntber gegebenen
BelTpiele beißt es verwenden. 39, 33 ftnU üir ftols, niederd. Binflnß.
VgL oben wnl au 39, 10; wir wallen 42, 4. 39, 36 aber dem öl
fehenkel leiden ein figärlicher Ausdruck, den ich nieht verftehe.
40, 16 rublimieren (fablimare) heißt in der Chemie die fsAen Teile eines
Körpers durchs Feuer in die Höhe treiben, zum Unterfehiede vom DeftiiUe*
ren, wo nur die fläßigen Teile in die Höhe getrieben werden. 40, 37
er fohürt für fchirt 40, 38 Bemerke die Fügung drei die geiftli-
eben bifchof für drei der g. b. 41, 82 verfchutt lA fo viel ids
Verwäftang, Verderben. Ich kann das Wort Tonft nicht nachweifen. Vgl.
Schmeller 3, 418 fgg. 41, 28 anlegen hier im Sinne von behandeln,
wol anlegen gut behandeln. Der Sinn muß fein: Deutfehland iffc swar
erlöft worden, aber die Erlöfung ift auch danach: es ift von feinem Gelde
erlöft worden. 40,32 fcbün den antreiben; gefchnnd recht gewalt*
iamea Beeht. 42, 12 besieht üch anf die im Jahre vorher 1520 erfchie-
neneXcharfe Satire Karftbans. 42, 17 Mit der fpecies Bertholdi,
die auch 58, 8 genannt wird. Toll wol das canoniTche Recht gemeint fein.
Man dachte dabei an Bartolus, den bekannten berühmten Bechtelehrer im
14 Jhdt. 42, 29 Für haben erwarten wir habe. 42, 35 fgg. Besieht
fich auf die Stellen im Karfthaas, wo derfelbe Tagt: Es find eben bi vier
seilen im ganzen evangelio, die halten fi fo ftark, daß A im vil z& vil thon.
die erft sil *du bift Petras und uf den üant Peter wird ich buen min ktt*
eben.' die ander zil 'weid mine fchaf!' die drit zil *was Gl ucb fagen, das
tb^len.' die viert sil *wer üch veracht, der varaebt mich.* lenk ein läng»
neu. 43, 27 bot für het hatte. 44, 29 wu für wo; wA in No IV
90, 36. Vgl. zu 39, 10. 45, 4 fg. von einem dtnge eßen wie eines
dlnges niegen: ich würde fooft von meiner Heiligkeit wenig Genuß haben.
45« 6 für seit, was auch der alte Druck gibt, lies seil. 45, 8 nach
fteht nicht etwa für noch (vgl. Bd 2 S. 363 f. f.), was die Mundart diefes
Druckes nicht zulaflen würde, fondern ift das Adv. nach was beinahe
heißt, hier in den Siun von *etwa, vielleicht' übergeht. 45, 23 entrich-
ten aus der Bichtnng, Ordnung, Faßung bringen, irre und fkirchtfam ma-
chen. 45, 27 bei adverbiell, beinahe; bei gar vgl. mbd. begarwe,
begerwe gans, völlig. 45, 33 etwen mitunter. 45, 37 liederlich
leicht. 46, 23. 24 Reinftram Reinftrom. Schmeller ^, 684 fg.
17
242
46, 96 nenling neulich, wie 56, 16. nevlings 57, 25.. 46,^M^necb«
ten Adv. in vergangener Nncht. Hier ift die eben Tergangene oder noch
vergehende gemeint: der Tag bricht bereits an 50, 88. 46, 29 verbie-
tnng Lntters bncher: bemerkenswerte Conftruction ohne Artikel« Vgl.
SU Unterdrückung Chrifti er I, 113, 68; zu erwerbnng gottes
huld II, 183, 275. 47, 7 jars Adverb, ans Qen. dee Snbft. V^. mor-
gens Z. 23. tags 53, 24. difer fleißiger seit 53, 27. der drit-
ten tags 89, 10. Gramm. 3, 129. 47, 12 Ion, lone Plar. Ton Ion,
alfo der 4. ft. Decl. des Masc. angehörig. Der nmgelantete Plural fcheint
fich erß im 13 Jhdt entwickelt zu haben. MS 2, 203^ (Konrad v. Wirs-
barg) Tchoene : losne. 2, 22 b (Winli) Inege loene in ir hersen lebrina treit
ß tongen. Im Ahd. lautet der Plural lonä Qraff 2, 220; daa Wort geht
alfo nach der erften ft. masc. Decl. 47, 14 der fent Z. 22. 32 £ Bd 2
8. 279 zu 2, 18. 47, 18 ihndn das Weib anzutrauen, während es bereits
vom Pfaffen gefchwängert ift. 47, 20 malazig mittellat. malatae, ans*
latsig, dann überhaupt krank. die bei wonenden außerhalb der ee
die zufammen wohnen ohne verheiratet zu fein. Das Wort beiwonen
hat noch nicht feine heutige Bedeutung coire. 47, 24 auf will für auf
wifcht; aufwifchen fchnell auffahren. Schmeller 4, 190. 47, 24 Wa-
fchen der Hände als Reinigung von fündhafter Befleckung. Vgl. 65, 25.
In den Artikeln der Udeßedter Burfchenfchaft heißt es (Junglings weihen
S. 150 No 12. Weimar. Jahrb. Bd 6 S. 390): 'Wenn einer mit einer Jung-
frau vom Tanze nach Haufe geht und iangfam bei die Gefellfchaft kömmt,
fo foll er die Hände wieder wafchen, ehe er fich zu Tifche fetzt.^ 47, 27
kinds iniigen wie mhd. kindes ligen mit einem Kinde niederkommen.
48, 2 gemul Staub. 48, 3 der hantfan panula et ftola in brachio
Ikcerdotis celebrantis: Vocab. an. 1482. Frifch 1, 410^. Für ir, was der
alte Druck gibt, iSt wol in zu fchreiben: ob wol er ihnen bleibt, fie geben
ihn nicht einmal weg. 48, 6 er fitzen temporis praefcriptione acquirere
Frifch 2, 262b. 48, 9 unbegeben ohne au&ugeben: ich gebe meine
Bede keineswegs auf, ich fetze nur den Fall, du hätteß recht. S. zu 77, 35.
48, 10 Int c. gen. AdjectivpräpoQtion. 48, 16 zum jar jährlich.
48, 24 fg. du behelft für beheltft. S. zu 214, 38. über jar per an-
num. 48, 28 darfrztar wagt. 48, 32 reter d. i. rhetor, orator.
49, 7 Das Keflexivum fich ift hier bemerkenswert. Man erwartet foltet
euch.' Vgl. Qramm. 4, 319. Schmeller die bair. Mundarten S. 196 fg.
§ 739. 49, 10 verMten. Die Partikel ver fchärft hier nur die Bedcg.
49, 11 der pferrich der Stall. pferrichen düngen. 49, 15
befchlagen verfehen, einrichten, beftellen. Schmeller 3, 441. 49, 19
helfen feil, wnrd oder möcbt. 49, 26 den viertel im die fchaf
nutzen suf. gez. aus den viertel des das im d, fch. n. 49, 33
alle erberkeit d. i. alle ehrbaren Leute, wie 50, 33. 53, 13. 56. 13.
57, 36. 49, 38 wurt für Wirt. 50, 14 in zeit während. 52, 38
eins mols auf einmal. 53, 33 fc hupfen einen, ihn entfernen, abdan-
ken. 53, 37 derften Conjunct. Prät. von darf. 53, 38 harthan-
gend fefthaftend, feftklebend. 54, 26 Ich weiß diele Stelle in der Tbat
243
nichl anderf zu erklären, als indem ich man fnr das heute in Norddentfoh-
land übliche Wort nehme, welches *nnr' bedeutet und su weilen auch mant
lautet. Grimm ftellt Gramm. 3, 840 diefe plattdeutfche Partikel su 'mein*
und 'meine ich'; könnte fie nicht leichter ans hd. wan (für niwan) ge-
worden fein mit dem bekannten Übergange des w in m. ? 54, 27 ftet feft,
beflandig. 54, 88 gel impfen paffend, angenehm machen. 55, 1 rer*
ßreiten durch Streit beftatigen und gültig machen. 55, 3 herwide-
rumb umgekehrt, im Gegenteile. Besieht ftch neml. auf * binden', delfen
Gegenleu Möfen' ift. 55, 13 nirgen. Bd II, 6, 22. 33, 17 niergen.
56, 2 verftreichen durch Streichen ausbeßern oder zudecken, rimae
oblinere; den geiz yerftreichen in ähnl. Sinne wie den Geiz bemän-
teln. 56, 6 wider — noch wie Z. 9 und 77, 29; wider niederdeut-
Icbe Form. 56, 15 das betlein das Gebetlein. 56, 19 daß deß.
56, 27 vergangen = ergangen. 57, 2 fich halten mit Dat. der Sache
wie mit an und dem Acc. deinem zufag und gebot. Das Gefchlecht
des Polfellivs ift durchs Masc. beftimmt, nicht durch das ihm nähere Fem.
57, 15 teil Capitel, wie 114, 30. 58, 3 das für des. S. zu 16, 31.
Die Zeit der Abfaßuog diefes Dialogs ift darch die datierte Vorrede
(37, 17) als auf den Anfang April 1521 feftgefetzt. Ebenfo ift der Ver-
faßer außer Zweifel, der ßch felber (36, 3) Ulrich Boß 1er nennt und als
von Haßfnrt, einer kleinen Stadt im Stifte Wirzbnrg zwifchen Schwein-
furt und Bamberg, ftammend bezeichnet. Er befand ßch dermalen nicht in
feiner Heimat, fondern ftand im Dienfte eines vornehmen mächtigen Herren *
(36, 7 fgg), wohin er fich *nmb knnft willen' begeben: er war alfo jedes
Falls ein wißenfchaftlich gebildeter Mann. Als feinen Aufenthalt ftellt die
Erwähnung der meinzifchen Botenbücbfe (37, 23) das Erzbistum Meinz her-
aus, vielleicht daß er in der Refidenz felber wohnte. Keineswegs war er
weit von Worms entfernt (nur fo weit als man einen Boten fchickt, der
bequem an demfelben Tage znrückkommt 40, 11 fg. 24 fg. 41, 7 fg), und
fo konnte er das große Ereignis des Tages aas der Nähe betrachten. Sein
Landsmann, dem er den Dialog zugefchrieben (36, 1 ft), Meifter Johan-
nes Fordung ift ein auch fonft bekannter Mathematiker, von dem na-
mentlich auf die Conjunctur von den Planeten bezügliche Schriften erwähnt
werden: fo eine ^Refolution Franzens von Sickingen auf das zukünftige
1523fte Jahr' (gedruckt bei Mfinch 2, 320 fg), auf der er als Meifter Hans
Verdung von Hasparg genannt ift; ferner 'Practica über die neue
erfchrockliche vor nie gefehen Conjnnction aller Planeten im J. 1524,* auf
der er fich als * Werkmeinfter difer Practic Meinfter Job. Virdung von
Hafsfurt Mathematicus* nennt. (Hirfch Milien.) Die niederd. Färbung
der Sprache unferes Dialogs, die in Formen und Worten wie nachtrug 36,
17, cortifan, wul 39, 10 u. o., nirgen 55, 13, man 54, 26 u. a. hervortritt,
ifi bemerkenswert.
17*
244
UL
10 Blätter in 4^ Ohne Paginatar und Cuftoden. Sign, m^— •bbiiij. Auf
der Tordem Seite des erften Blatte«
Von dem pfründt
marckt der Curtifanen
▼ nd Tempeikne
ohten.
Anf der Rückfeite beginnt der Text, der, 33 Zeilen auf der Seite» bis in dk
RuckTeite des letzten Blattes geht. Ohne Ort. Jahr nnd Datom iß am
Schlnße angegeben.
LESARTEN. 59, 2 vli ym. 59, 4 lies vorn cardinäU 59, 16 fäer.
61, 2 leenherren. 61, 6 lies ußlendigem. 62, 4 für eacb
lies onch. 62, 30 thud. 63, 13 pfand. 63, 14 thud. lagen.
63, 26 funfft. 65, 11 wurft. 65, 14 yner, wie auch 64,?^
iner gefchrieben iß. 65, 18 gefpart. 66, 3 Für meffner lies mefs
nit. 66, 12 lies haben für habent. fifchal. 66, 17 dieneoL
66, 36 auggenfchinlich. 67, 9 pfänden. 68, 25 f&Ue.
69, 14 anneme / vn alle z. 69, 38 erzyhen. 71, 6 zihen.
' 72, 14 nachaolgen das e. 72, 29 verdihen.
ERKLÄRUNGEN. 59, 9 der b ab den fchwache plaralifehe Flexion Bat!
der eigentlichen ftarken, wie in diefem Stücke noch in mehreren Worten, fo
der tempelkneehten (Überfchr.), der Inten 60, 12. 68, 26. der din-
gen 71, 31; und weiter unten der kauften 119, 3, der tagen 160, 27i
der dingen 160, 28, keiner dingen 192, 5, der bifchoffen 162,32.
196, 9. 168, 23 (Acc), der lenten 181, 4, mit engein sangen 200, 2d,
der teufeln 191, 25, der geboten 210, 36. 59, 16 traslichen «i*
derfetzlich, trotzig, wören für weren. Tgl. fc h ö 1 m e r e i 61, 2, 69, 3^*
59, 18 harkom f. zu 5, 23. 69, 25 trinkt d. i. dringt. drio-
gen und zwingen reimende Formel wovon wir noch folgende anmerken*-
rat und that III, 79, 6. es fei gebadt oder gefchadt II, 253, H-
fchlemmen und demmen III, 109, 12. 32. fchenden und plendeo
III, 137, 18. eren und neren II, 14, 24. weit und breit I, 134, 26B.
U, 183, 267. 200, 129. 239, 1605. beißen zerreißen befcheißen Ui,
113, 21. fingen u. fpringen II, 191, 33. fpringer u. ringer III, 1^>
16. liegen u. triegen I, 4, 115. 41, 100. 55, 33. II, 95, 3. 103, 1. lie-
gen u. betriegen I, 8, 26. abliegen u. triegen III, 148, 6. ^o^^
tt. toll in, 80, 32. hölzei n. pölzel I, 145, 8. ßocken n. plöcken
UI, 104, 33. 121, 26. 161, 14. 187, 24. fchnurren u. murren III, Ü^)
13. rülen u. wülen III, 120, 16. fch&ch n. t&eh (TerfeUen) III, 1^')
11. S. übrigens meine niederrein. Gedichte 166 — 158. Grimms RA. 13-
60, 8 lieb oder leid. Von confonantifchen Alliterationen bemerken
245
«rir in dtojbn drei Binden der PnrqmUa: bannen u. verbieten II, ^OS^
351. bapft n. bifchof I, 3, 77. 5, 144. II, 19, 10. 88, b. III, 19, S6, 80,
81. 72, 1. 14e, 84. 186, 8. 15. 189, 18. 80. 193, 11. 13. banwen n. be-
0ern II, 865, 1 ig. 869, 36 fg. durch bellen oder bit III, 46, 15. 47,
35. beßern noch böferen III, 818, 36. bl&t n. bein n, 807, 377.
ball n. ban II, 113, 80. III, 71, 38. bärger n. baner II, 56, 8. 63, 30.
34. III, 99, 9. 85. b&ben n. bankarten III, 60, 88. b^Ae n. belebt«
II, 183, 881. 808, 199. 884, 1016. did a. dae U, 170, 806. doli n. dnm
II, 839, 1587. faft n* tu IU, 118, 3L fleifob n. fifch II, 43, 17.
fraß n. fiillerei U, 63, 89. frennd oder feint U, 68, 38. freund
n. frembd III, 197, 33. frifch frei frolich I, 89, 345. gans n. gar
I, 5, 160. 9, 78. 43, 174. 63, 880. 71, 88. 73, 165. 77, 8. 117, 883. 173,
634. U, 166, 51. 168, 187. 169, 138. 150. 178, 871. 176, 38. 193, 118. 338,
1571. IU, 165, 38. 37. 184, 2. gelt a. gnt I, 3, 85. 5, 139. 149. 89, 98.
161, 258. II, 6, 14. 33, 17. 35, 89. 53, 33. 56, 85. 59, 16. 74, 80. 75, 9. 30.
96, 13. 36. 136, 7. gdt n. gelt II, 888, 935. 830, 1373. golt n. gelt I,
3, 81. 5, 138. U, 809, 468. golt n. gut 1, 156, 68. golt gut a. gelt 111,41,
34. gnad u. gütigkeit III, 114, 17. ganft u. gnade 1,83,111. hanbt n.
herr II, 181, 808. hanpt o. hirt III, 180, 30. hane n. hof I, 118, 854.
U, 259, 37. baut u. har I, 9, 73. (10, 114). II, 381, 922. 225, 1083. 344,
1792. III, 101, 12. her u. hin I, 32, 187. hin u. her I, 42, 149.113, 101.
120, 335. 167, 464. UI, 162, 1. 175, 5. hin u. herwider III, 109, 96.
hilf u. hantreich III, 36, 16. hirt u. herr III, 5, 3. hirten u. bnter
III, 49, 7. himel u. helle III, 103, 5. keifer u. könig I, 72, 140. 163.
U, 24, 30. 103, 3. 143, 27. 811, 543. 548. 366, 13. III, 38, 81. 61, 38. 67,
38. 68, 31. 77, 10. 168, 33. 185, 18. kiften u. kaßen I, 38, 186. II, 378,
81. kirchen klöfter klanfen II, 234, 1394. kramer u. kanfleat I,
38, 45. fiefa krimmea u. kratsen II, 367, 35. laut u. leute I, 3, 3a
3, 74. 63, 842. 69, 14. 84, 145. 113, 92. II, 6, 19. 88, 14. 46, 15. 48, 86.
34. 53, 36. 103, 3. 184, 338. 209, 460. 478. 212, 567. III, 31, 7. 46, 18.
50, 82. 53, 2. 67, 28. 94, 17. 27. 106, 9l. 183, 22. leib u. leben I, 14,
28. 25, 294. 70, 64. 112, 63. II, 55, 89. IU, 107, 30. 113, 25. 124, 34. 1er
u. leben U, 192, 77. lieb oder leid II, 23, 2. 193, 69. 194, 157. III,
60, 8. 65, 2. loben u. lieb haben III, 82, 33. das minft für das meinft
III, 145,38. pfeifen n. plerren UI, 152, 11. prangen n, pochen UI,
15, 83. recht n. gerecbtigkeit II, 58, 83. III, 96, M. regel n.
recht II, 166, 50. r{i u. raß I, 24, 186. II, 248, 1936. fampt oder fon-
der III, 72, 10. femptlich u. fonderlich I, 93, 479. gefaag u. ge-
fchrei II, 225, 1066. faner u. füß II, 145, 31. 205, 300. fchad n.
fchande I, 135, 300. fcham u. fchande U, 181, 184. fchmach n.
fohande IU, 22, 35. 79, 11. 185, 6. fpot u. fchande II, 182, 253.
fnnd u. fchande I, 120. 336. U, 100, 25.264,10. fchenden n. fchme-
hen I, 95, 584. II, 265, 23. IU, 71, 31. 133, 89. fehwechen u. fchen-
den I, 130, 138. fchetsen n. fchenden I, 8, 59. bfcheiBen u.
fohinden UI, 173, 9. fchinden u. fchaben I, 36, 333. 158, 148. II,
367, 36. fchindung u. fchabung III, 48, 7. fcbafsrnng fchabang
246
Q. fchindang III, 40, 8. Tcheren rchiadon u. fchabon III, 49, 21
fchinden u. fchereo II, 219, 827. rchinden u. fehetzen II, 10^ 2.
Terfchlindfin n. verfchlioken U, 159, 24. fchilt u. fper III, 109,
15. /chud u. ftieh I, 149, 143. fchnts n. fehirn I, 10, 133. II, 53,
8* befchatz u. fchirm III, 77, 23. fchntien a. b^rehirineii in,
186, 19. berchutzon u. befchirmen IX, 53, 20. 149, 9. III, 182, 23.
leide u. Tsmet II, 56, 24. üch fetzen u. fperren wider einan II, 191,
36. figel u. ndenfcho&r III, 16, 2. fimonei u. fehinderei lU,
193, 37. fonft oder £o II, 241, 1673. ftet u. fchloß II, 46, 15. dO,
23. III, 46, 18. ßock u. ßein I, 72^ 152. ftrftfen n. fehelten ICI, 24,
15. fünd u. fchald U, 201, 175. 237, 1506. fand n. ftraf II, »2, 962.
tiehten u. trachten I, 55, 22. tief u. teuer I, 131, 164. foll «.
taub in, 168, 36. tot n. teufel II, 204, 296. 236, 1486. UI, 115. 26.
trib n. trab II, 149, 10. tur u. tor II, 142, 8. waffen u. wer II, 25,
9. wann oder wie II, 210, 499. 518. was oder wie III, 14 2. weg n.
weit I, 114, 117. 121, 385. gewie u. war II, 240, 1635. wife u. win-
gart III, 162, 3. witwen n. waifen II, 10, 17. 53,20. 59, 17. IIX,
182, 23. wißen u. willen II, 103, 31. III. 148, 36. 199, 23. wol o.
weislich III, 86, 84. gewon u. wißen fein III, 90, 1. dn wirft o.
wilt III, 95, 24. wiinfchen u. wollen I, 132, 189. wort u. werk
U, 146, 38. 147, 3. 173, 290. 305. 200, 130. III, 25, 34. 28, 10. 55, m
114, 7. Zins n. zehend III, 194, 4. zins u. zol II, 141, 14. — Vob
confonantifcher Alliteration des Snbftantivs mit feinem vorhergehenden in-
gehörigen Adjectiv bemerken wir nur heller häufen III, 91, 29. fohant-
iiche fehinderei III, 179, 27. 60, 9 nnmen nnr, mhd. ninwan.
60, 11 bankart filius illegiümns. Diefe Form ferner in diefem Stacke 2.
29. 65, 25. 36. 66, 9. 60, 13 hinderfcblagen zornckfetsen. 60, H
ßichling parthenio«, ante nuptias genitus. Frifeh 2, 334b. 60, 31 j ro-
chen mnndart. fchweiz. jagen. Stalder 2, 71. 60, 32 alafanz f. x»
17, 26. 61, 10 ufzeichen f. zu 5, 23. 61, 12 da u. da. Anderes
derartigen Verdoppelungen begegnen wir: an u. an I, 140, 518. ein n.
ein I, 115, 167. fort n. fort J, 124, 500. für u. für II, 2, 1. 54, 28-
57, 13. 58, 8. 78, 36. 89, 24. 91, 1. 255, 32. lU, 17, 9. 165, 3. 192, 30.
ie n. ie I, 113, 85. ie mer u. mer II, 35, 20. 38, 20. 24. 39, 37. omb
u. nmb III, 120, 16. zeuch u. zeuch III, 118, 21. Diefe Verdoppelun-
gen find auch im Mittelhochdeutfchen fehr häufig, wozu wir einige Belege
geben: aber u. aber Trift. 3830. 13557. bag unde bag Ereo 1493. 2645.
Hartra. Buchl. 1, 1496. Flore 7207. Reinhart 754. Trift. 1448. 2848. 7292-
13290. Gotfr. Ml. 2, 45. Ghidr. 1018. 1. 1608, 1. Lanz. 2908. Bari. 19, 38.
Jüdel 130, 34. Hpt Zf. 2, 410. Myft. I, 390, 22. Kuol. 1, 24. 159, 2. 265,
10. Herb. 2525. 2718. 3889. 4117. 4615. 6199. 7065. 8629. 16877. da o.
da Trift. 9215. dar u. dar Trift. 854. Heinr. y. Krol. 2704. DiuL 1, 351.
dan u. dan Doc. Mifc. 2, 173. dag u. dag Heinr. Trift. 2147. dorh
u. durh Konr. Schwanr. 1087. Babenfchl. 761. gar u. gar Leb. Clir.
286. Hpt Zf. 5, 1. Gotfr. Mi. 2, 63. Geft. Rom. 58, 74. Myft. I, 394, 13.
ie u. ie Ruol. 90, 14. Antichr. 22. Leif. Pred. 82, 19.. Diod. 1836. 8975.
247
me UBde mg Trift. 13716. 19369. Helmbr. 1662. Herb. 5405. 4f n. Üf
Uelmbr. 1344« unibe n. ambe Flore 6432 Anm. S. 329, dasu Wigsl.
6734. 10879. AUd. Wald. 2, 91. Geft. Bom. 78. 95. 109. 118. 147. 148.
149. 150. Diocl. Leb. 1315. 2886. 5035. 5863. 7458. 8093. Myft. I, 93, 21.
ml umbe und ombe Flore a. a. 0. Geft. Bom. 95. Otte 149. Diod. 564.
Auch fpäter iftumb n. nmbdie b&nfigfte diefer Verdoppelungen: Narren -
fchiff 103, 57. 108, 45. 111, 92. Efcter Heini 117. 148. 313. 849. 901. 2263.
2898. 3120. 3536. 3561. um n. um Wack. Kl. 255, 1. 427, 3. Spee 327.
Vgl. anch Salzb. Bauerngf. 5, 96« 119. 128. ITcbiTcbka 48. üg u. ug Heinr.
T. Krol. 17. Yil u. Yil Trift. 13165. Heinr. Trift. 1615. 6556. Stricker in
Doe. MÜb. 2, 213. Myft. I, 152,5. wa n. wa Trift. 6^. 3886. 3997. 7513.
S819. 9214. 10084. 10986. 11123. Gote Frau 2806. wol u. wol Trift.
8084. 62, 5 difen weg boo modo, adverb. AccuT. Gramm. 3, 140.
weißt f. zu 214, 11. 62, 11 uns bis. So aucb 63, 34. 62, 14 fem-
lieh, mhd. remelicb, abd. famalib fo befchaffen, eben folch. 62, 19
erarnen durch Dienftleiftnng und Mühe ▼erdienen. 62, 25 enthalten
erhalten. 62, 30 die mor die Sau, mhd. diu more, auch altniederl.
moor, morre fcropha. Kilian 401b. 63, 31 treckt für treck mit
angehängtem unorg. t, wie 64, 17 fehle ckt far fehle ck. ge radeln
iich tummeln, lieh wälzen, hier von einem Schweine, das Ach im Kote
wälzt. Vgl. mhd. geradikeit.frifche Leibesgewantheit Schmeller 3, 49.
Stalder 2, 253 f. ▼. radelen. 63, 1 ob wenn. joch Adr. auch, fogar.
63, 2 ein kuw fc binden wol hier fo viel als ein feiftes und lecke-
res Mal hallen. Die Geiftlichen durften, um zur FrühmeHe nüchtern su
kommen, von Mitternacht an nichts mehr genießen. 63, 3 darafter hin-
terher, neml. hinter ihren Pfründen her laufen, von einer zur andern ziehen.
63. 19 koum für kam, kaum, mit unorgan. on. 63, 29 förten
ziförchten. 64, 12 der herzritt cardiaca. Frifch 2, 139«. Schmeller
3, 165. 64, 14 Für wer nng (Währung, Dauer) könnte man faft verfucht
fein mernng zu lefen. 64, 17 der fehl eck Leckerbißen, wie 164, 31.
Schmeller 3, 432. Das t f. zu 62, 31. 64, 19 die hippenb&ben vgl.
Bd 11 S. 345 zu XIX, 10. 64, 21 Biffianer, auch ruffianer daflelbe
was das ital. rnffiano, fpan. rnfian, frz. ruffien, Kuppler, Lotter-
bube, dann liederlicher Menfch im Allgemeinen. Siehe die Belege bei Schm.
3, 62 fg. Wir ziehen hieher eine Stelle ans Seb. Braute Narrenfchiff, die
uns noch nicht genügend erklärt fcheint, deren Erklärung wir hier verfu-
eben. Der 16 Abfchnitt von füllen und praffen beginnt:
Dw dut eim narren an die fohu,
der weder tag noch nacht hat ruw,
wie er den wanft füll und den buch
und mach uß im felbs ein winfchluch,
als ob er dar z{l wer geboren
daß durch in wurd vil wins verloren
und er wer ein täglicher rif:
der ghört wol in das narre nfchif.
248
Zaracke zu diefer Stelle S. 328 Tagt, es fei wol nicht so sweifeln, daA hwr
nnter rlf su verfteheo fei reif pniin», der dem Wein wie dem Oefereidt
fehr fch&dlicb. Was aber Reif dabei foU, kann ich nieht begreifen. BbenTo
wenig fpricht dafnr die angezogene Stelle ans Mumers Narrenbefchwomng
f^ der in Anlehnung an die Worte Brants Tagt: der eine riffen nengen
hat und meint, er mie0 Til wins Terderben. Bei beiden kann der rif Gen.
dee riffen nur eine Perfon beseiobnen und zwar lehrt der Zefamnenhang
die Bedtg von Schlemmer, Saufer« Dieles rif aber wird gleiches Urfprwa^
mit riffianer fein, wie im Ital. neben rnffiano wol ein rnffo hargcht.
2u diefer Herleitnng (iimmt die Bedtg, die nnr aus einer Lüderlicbkeit asf
die andere übertragen ift. Wenn auch rif tanaohft dem Romanifcb«n ent-
lehnt ill (an i für n darf man fich nicht ftoden, es wird durch die nmlan-
tende Ausfprache des a der Lombarden und Fransofen yemritteU), fo fcheint
es doch auf ein germanifches Wort zurfickzufuhren: ahd. hripa mhd. ribc
prollituta Graff IV, 1146; woron offenbar altlra. riber Weiber TerfiUiren.
Daher Aammt ebenfalls das fpan. u. portng. ribaldo, pror. rlbant, f^nx.
ribaad, ital. rubaldo, mittell. ribaldas im Sinne von liederlichem Ge»
Andel überhaupt, was fpater im Neufranz, nur auf (bortator eingefchriuikt
worden. Vgl. Dies roman. Wb. 387. 64, 35 Für mer lies in her.
das federfpil der Falke. 65, 8 an fich Tappen an fieb raiten.
Vgl. Scbmeller 3, 375. 65, 15 zarten i. aec. yerweichliehen. €6, 19
der bare, harre, barn, harren die Krippe. Vgl. Grimms Wh* 1^ 1137
fgg. Die Redensart am barren halten, die häufig vom Ansbaltea der
Huren gebraucht wird, wie 106, SO. 109, 11. 148, 3, ißt ohne Frage von den
Pferden hergenommen. 160, 10 heiflt es: und fo fein gnad aUweg für lein
Idib auch ein röfslin am baren bat Hon und ein feins hikrli b«
im hat. 65, 22 d. h. 6e ia&en üe hinter ihnen her auf Pferden nachrei-
ten. 65, SC mit ungewefchen henden f. zu 47, 84. 65, 38 dons-
tag für donerstag. Vgl. dornstag 170, 30. 65, 35 mir =: wir wie
auch 69,4. Vgl. Scbm. 3, 611. 66, 3 Für mefsner lies mefs nit.
67, 4 nem wie 70, 10. 67, 30 hin u. wider, wie noch 11, 65, 9. 342,
1736; aflbnierende Formel, dergleichen ßch in den PaTquiUen eine Reibe fin-
den: tag u. nacht I, 9, 94. 33, 194. 63, 386. 93, 46a 93, 489. 107, 846.
118, 99. 186, 540. 133, 309. 185, 898. 136, 848. 145, 15. 153, 835. 166,
408. 448. 11, 8, 7. 38, 32. 99, 18. 101, 10. 166, 31. 178, 90. 384, 1045. 834,
1397. 848, 1756. III, 84, 38. 86, 14. 49, 10. 66, 19. 106, 81. 113, 16. 140,
6. angft u. quäl I, 114, 139. 141, 538. twang n. macht I, 123, 452.
f ohand n. plag I, 136, 539. macht u. gewalt I, 148, 589. II, 53, 10.
811, 537. 346, 1856. III, 84, 39. 88, 37. lafter u. fchande I, 156, 47.
163, 304. II, 15, 3. 89, 5. 95, 4. 38. 96, 13. 14. 98, 3. 168, 107. 189, 478.
365, 13. 366, 27. III, 80, 10. 86, 13. 133, 10. ban u. acht III, 101, 19.
20. bannen u. achten III, 18, 7. i^ewalt u. ampt II, 143, 28. markt
u. fchragen II, 184, 304. in maßen u. geftalt III, 88, 87. leßern
u. fchenden II, 270, 17. III, 153, 37. frech u. keck II, 163, 361. hert
n. fchwer II, 193» 84. der weg u. das leben II, 300, 184. ie lenger
le beßer III, 143, 18. die leng u. quer I, 140, 489. reft n. ftat II,
249
39, 26. ordnang u. gebot 11, 280, 1266. fchoß u. zol 11, 266, 6.
groß 0. hoch I, 124, 487. Ion n. koft I, 170, 573. geftoben oder
geflogen I, 59, 161. hunger u. dürft T, 140, 534. 159, 163. knnft u.
Ternnnft II, 153, 4. eeit n. weile I, 87, 275. mit gleiß n« fchein
II, 225, 1071. h&ren u. büben II, 87, 35. 265, 10. 67, 35 Isndrfin-
nig von ihrem Lande entronnen, reijagt. Vgl. das ahd. antrnnnio pro-
fngos Graff 2, 521. 68, 7 verhinleßiget was man fo hat hingehen
laßen, yemachläßigt. 68, 27 ort u. end vocalifche Alliteration, derglei-
chen wir noch folgende anmerken: auf u. ab I, 145, 16. II, 66, 1. nf n.
ab III, 69, 34. anß n. ein III, 82, 24. ng n. in II, 169, 166. armnt
u. ellent III, 48, 22. arg n. übel II, 126, 1. alle u. iegliche III, 78«
I. er n. eid I, 48, 2. 75, 242. der ein n. ewig H, 229, 1201. ein tag
n. all tag II, 150, 24. immer u. on end IH, 98, 8. 25. 68, 28 ange-
fchaffen misgeftaltet, häßlich. 69, 13 mit perfonlicher biwonung
indem er perionlich dafelbft feinen V^ohnfitx hat. Vgl. 47, 20. 69, 23
anrucke Adr. e veftigio. Grimme Wb. 1, 430. 70, 2 fierteil wie
anch 206, 12. Über diefee anlautende f f. II, 321 zu 119, 18 und dazu
noch fieren IT, 129, 15. forn II, 75, 24. fölker II, 235, 1448. foller
II, 255, 33. £il III, '181, 30. 70, 22 got geh, wie noch 139, 2. 150, 8«
mit folg. ConjunctiT = es fei der Fall daß; tou allem Ungewißen und Un-
beßiramten gefiigt, deiTen Beftimmung fomit gleichfam der höchllen Hand
anheim geftellt wird. S. Zamcke zum Narrenfchiff 37, 21. 71, 3 fg.
▼erfchlagen rerfperren. Schmeller 3, 442. 71, 24 der breft, breße
Mangel. 71, 26 verzihen heißt hier geTchehoa laßen, über fieh gewin-
nen. 72, 17 Terpfriindt mit einer PMnde Terfehea. 72, 35 darft
Ar darf. Vgl.jtu 214, 11. 73, 2 forglich angftUch, Furcht erregend.
Daß die Abfaßung diefer höchft wertvollen Schrift im September 1521
Statt gefunden, fagt ihr datierter Schluß. Wer der Verfaßer fei, ift nicht
bekannt: Gödeke im Grundriß S. 279 No 10*vermutet Wurm von Geydert-
feira. Die Sprache ift ftreng oberdeutfch und zeigt alemannifche Firbung.
IV.
16 Blätter, 4 Bogen in 4«, ohne Paginatur und Cuftoden, Sign, aij bis diij.
Auf der vordem Seite des erßen Blattes oben
Ein vnderred des bapfts vnd
feiner cardtnelen wie im zu thun
fey / vnd das wort Gottes vnder zu trucken
eyn yeglicher fich darauff zu bedencken.
Damnter ein Hobfcbnitt: der Pabft auf dem Throne von X)ardiaalen umge-
ben, vor Ihm ein brennender Holaftoß, vor dem ein Mönch ftebt. Auf der
Rüekfeite die Vorrede. Auf Bl. 2 oben der eigü. Text, der, 84 Zeitoii auf
18
I
i
250
der Seite, fortläuft bis gegen die Mitte der Räckfeite des Torletst^ Blatte».
Anf der Vorderfeite des letzten der Titelholzfchnitt, Rncfcfeite leer. Ohne
Ort und Jahr.
LESARTEN. 74, 21 m&hrzugs. 75, 3 gewfin. 75, 4 Affufi.
75, 5 Die Überfchrift fehlt. 75, 8 wir auß merer. 75, 28 eygc-
wurtzelt, 76, 9 unerfedlticb. 76, 12 khumpt. 77, 24 lies
felbigen für feibigen. 78, 1 erweyter. 78, 8 werden. 79, 3
tugetten. 80, 24 were / werden. 81, 3 fg. eintche weg.
81, 8 mher. 81, 26 die jhenen. 82, 32 m6hr. 82, 8 lies alten
für altem. 83, 12 ehren. 83, 12 ehren. 83, 25 mher. 84, 13
fg. dienet 84, 19 heyligkeit / denn Chriftus gantz f. 84, U
lies wißent für wißen. 84, 31 vnderreden wurden / Dann Chr.
85, 10 mher. 85, 21 freudt. 87, 14 Gott jch cyn ßapft.
87, 34 Nach würden fchalte werden ein. 87, 36 gefehen. 89, lö
heylige. 89, 22 mftrhzÄg. 89, 25 fg. gepieten. 89, 28 gefe-
hen. 90, 21 Lies unpillicb. 91, 13 alle lies für all. 91, 19 ge-
wond. 96, 25 Für nicht fchreib nit.
ERKLÄRUNGEN. 74, 3 iergent wie Zeile 14; nirgent 77, 20. 74, 6
jung nnorgan. Umlaut, wie noch in diefem Stüeke in belüftigung 75, 3S.
86, 14; runder fondem 95, 18; befünder 76, 18. 95, 13; entfehüldi-
gung 76, 5; die chür 78, 37. 74, 7 geprauchen p für b, wie in diefen
Stücke noch in gepracht Part. 77, 6. 88, 17. prenn 74, 15 plöße 77, 3S.
gepogen 86, 3. verpoten 74, 8. 92, 26. 95, 12. verpieten 74,9. pot-
fchaft 76, 7. pitten Inf. 90, 24. gepot Subft. 95, 16. 19. pillich 90,
20. 36. 92, 38. 95, 34. nnpill 86, 5 unpillich 76, IL 89, 27. 90, 17.
93, 7. unpilligkeit 74, 9. peßer 79, 13. pefte 82, 35. peßerung
77, 16. pan via 77, 28 püntnus 84, 1. puntsgenoß 85, 34. gepeu
88, 29. peldeft 90, 10. geperden 95, 11, 13. erparmung 96, 9.
paur 99, 9. 25. 74, 8 würt 3 P. Sing, für wirt, noch in diefem Stüeke
Z. 12. 24. 76, 12. 20. 27. 77, 7. 78, 3. 79, 2. 86, 32. 35. 88, 20. 22. 26.
28. 89, 1. 28. 91, 24. 92, 11. 93, 25. 98, 25. 34; du würft 74, 18. 93, 16.
95, 24. 74, 16 gilfen übermütig fchreien, oberdeutfch gelfen. 74, 21.
ie im hypothctifchen Vorderfatze, wie 78, 13. VgL 96, 7. 74, 21 mor-
sug, ö für e, wie mör 81, 32. 75, 10 doben toben, d für t, wie nodi
in diefem Sfücke andaßen 75, 24. gedat 75, 30. dot 95, 3. dafche
95, 5. 75, 11 nidertruckung. t für d, fo noch undertrucknng 77,1.
nachtrnck 90, 8. 97, 14. abtruck 80, 22. trucken 80, 20. triugen
79, 37. betroen 94, 37. nottnrft 89, 20. nottürftig 82, 27.
75, 18 in keinen weg wie 5t, 22. 76, 14. 22. 81, 4. 16. 127,29. 129, 10*
Vgl. Bd II, 32, 22 m. A. in keinem weg II, 41, 16. III, 108, 20. in
kein weg III, 13, 25. Vgl. weiter in mittel weg TU, 78, 3. in einige
weg III, 81, 3. 91, 14. in andere weg 92, 18. in tu weg 167, 14.
76, 20 gernoht, wol Neutr. fama (Schmeller 3, 38; Tgl. das gerüeh,
geraeh S. 18.) 75, 25 welche adverbieller OenitiT (relaüvifoh, wie des
demonarativ) worüber. 75, 31 grnmfchaft Feindfehaft. aftrüttung
251
Zerrattung. Vgl Zarinnen 81, 7. 75, 34oberft, umgelaatet wie noch
79,27. 81,2. 37. 85, 36. 133, 9. 75, 36 on mittel unmittelbar. belan-
gen angehn, betreffen. 76, 17 fg. zu graufamen und m. abbr. ohne
datiy. Flexion, wie 78, 18 in Tab til igen rat; und oben 2, 17 mit nn-
triwen erbtail, 16, 17 mit Iren romifchen ilul, und nnten 180, 13 mit
edlen geftein. 76, 23 ie immer, fo auch Z. 27. 77, 2. 8. 77, 5 Naeh
merken wir mnß wol daß eingefchoben werden. 77, 28 vil leicht^
fertigen perfonen: bemerke die fchwache genitiy. Flexion. Vgl. 78, 38
durch lift deren die. 77, 35 nnbegeben f. zn 48, 9. 78, 3 in
mittel weg mittler Weile. 78, 9 auß foreht unfer mand. Genit aus
Furcht vor unfern M. 78, 15 ff. eins w&tenden lebens, eins fcheuz-
lichen 1. Herben, Genit. bei den Verben des Sterbens, Gramm. 4, 673,
d. h. an einem wütenden Leben zu Grunde gehen. Weitendes leben ift
wol Tollheit, Wahnfinn, Raferei. Das Adj. fcheuzlich (noch 155, 21.
156, 19] nhd. fcheuslich fetzt ein ahd. Verbum fci'uhazan, mhd. fchiu-
hezen, IntcDfivnm von fciuhan, fchiuheu, voraus. 78, 25 gefcbö-
hen für gefchsehen. 79, 3 tuget zeigt Einfluß des Niederdeutfchen,
für hd. tugent. 79, 10. 13 ie jemals. 79, 33 in (das erfte) d. i.
ihnen Dat. = 7on ihnen. 80, 7 meher wie noch 93, 31. 94, 18. 95, 9 fg.
27. 35; und fo ehe Conjunct. 82, 12. Adverb. 99, 30. eher bonos 83, 4.
84, 2. 90, 23. uneherlich 86, 14. Vgl. in No II zu 38, 37. 80, 10
Für fie wäre einfacher zu lefen fich, auf tat zurückljezogen ; aber fie ift
auch zu erklären, es geht auf fpeher. 80, 13 fch mucken f. zn 12, 20.
80, 33 beftie als Masc. 81, 27 zii widerftand fteben. Über diefe
Verbindung von Verbum und Subßantiv gleiches Namens f. in meinen nie-
derrhein. Gedichten S. 152 fgg. 81, 31 die lügend ironifch verderbt
aue legend; damals fehr häufige Verdrehung, auch bei Luther. 81, 38
in fumma N d. h. macht znfammen fo und fo yiel: man überläßt dem
Lefer die Berechnung. 82, 3 ein taufen t oder fechs; wir fagen jetzt
ein Taufender fechs. 109, 23 irer einer oder hundert. 109, 29 ein pferd
oder zwei hundert. Z. 32 ein jar oder halbs. HO, 2 ein heiligen oder
zwen. 217, 20 ain guldin oder hundert. In Bd I 88, 302 es gilt ein och-
fen oder vier. 151, 220 ein creuzer oder drei. 168, 508 ein rock oder
drei. In Bd. II 30, 38 ein guldin oder fechs. 74, 14 ein jar zwei oder
drei. 104, 22 ein unglück oder zwei. 82, 4 ftürm Gen. Flur, von er-
faren abhängig. 82, 11 doben f. zu 10, 6. 82, 19 nein gekürzt für
hinein. 85, 6 das für des f. zu 16, 31. 85, 13 die mindere zal
d. i. die Jahrszahl ohne Taufende und Hunderte. 86, 6 uns ill zu auß-
fprechen für uns iß auß z& fprechen. Vgl. 102, 3 die lernen und
einbilden den bauren das wort gottes für bilden den b. d. w. g.
ein. 86, 15 vertragend nachfichtig. 87, 5 den nechßen, wo[
weg zn ergänzen, adrerbialer Accufativ. 87, 32 fam Tgl. zu 7, 33.
87, 33 urderitz d. i. nrdrütz überdrüßig. 89, 31 eines dinges ver-
gewtft fein wie 91, 3 einer Sache gewis, überzeugt fein. Vgl. bewiß
fein c. gen. 84, 7. 90, 8 der nachtruck wie 97, 14 der Nachfchub
d. i. Nachtrab. 90, 36 wfi =wo f. zu 44, 29. 91, 9 auf das ge-
18*
252
rehicktet für a. d. gefohickt^eft. 98, 8 die verhör L in 38, 10.
92, 9 geraten hier für entraten, und das f&r des £ m 16, 3t.
93, 18 er wäre für war. 93, 19 geth&n Partie. Perf. wie Z. 30 thuo
= getban. 93, 36 tötiieh fterblich. 94, 10 mäßigen swingen.
96, 17 Das 19te Capital des Jefaias ift hier nUTchlich eitiert, gemeint ia dis
39fte und darin Vers 13: Et dizit dominus: eo qnod i^propiaqnat populu
iße ore fao et labiis fais glorificat me, eor autem ejos longe eft a me ei
timuerunt me mandato hominom et doctrinis. 95, S5 welches Neiiir.
allgemeiner, nicht aliein au/ warnung bezogen. 96, 29 du betrach&
f. 48, 24. 96, 15 e ige m unrichtige Zufammeniiehnng aus eigenem«
96, 36 finiigkeit Sinn, Verftand. 97, 12 der Terloren haofe
die das Treffen eröffnenden leichten Truppen, die enfants perdns. 97, 13
bet ei dingen verteidigen. 97, 16 das loß Loßungswort, Loßnog
Scbmeller 2, 603. 98, 15 mir thut and mtoh TerdrieOt. 98, 80 er*
ft ecken fchw. V. fcheint hier fo viel su bedeuten als erftocken im Siaac
von verftocken. Vgl. Scbmeller 3, 613. 99, 6 d. h. deren Stand Gott
nicht geboten und fanctiouiert liat. 99, 12 Pur ftand wurde das gleich-
bedeutende Hat zu fetzen Tein (: hat), wenn die Reime hier überhanpt genss
waren. 99, 20 m&ß wir inr mußen wir. 100, 5 widern reff. Beb
widerfeUen, weigern. 100, 13 nit ein meitf. Bd2S. 342 Anm. T. ▼•
meit. Ferner im 3. Bde 119, 19. 100, 14 breit zunäcbft für bränt, wai
wieder unorg. für braut, alt. Spr. brüt fponTa* 100, 23 fein gebes
feine Gaben, fchw. Fl. fonft ftark; gebe Gabe, Befehenkung. ^^, 30 die
fehnuppen. Scbmeller gibt 3, 492 die fchnauppen (vgL fehnaupen
156, 22) in der Bedtg von Schnabel, Schnauze und dann anzügliche Rede.
Darum mufi er diefe anzügliche Rede haben d. h. deshalb ift auf ihn diefer
Pafquill gemacht. 100, 31 der knn wol ükr kaut, Kunde im allgemei-
neren Sinne, Menlbh. 174, 25 ain feitfamer kund.
Diefes Stück, das nicht unwefentlfehe EinfluBe des niederdeutfeben
Idioms zeigt (vgl. die Formen irgent und nirgent 74, 3, wider — noch 77,
29, tnget 79, 3, eingefchobenes h zu 80, 7 u. a.), hat, wie es felbft fsgt,
einen ichlichten Doctor zum Verfaßer, der die Mängel feiner Behandlnog
in Darftellung und Stil wol eingefeben bat 74, 25. 98, 12 fg. und nur aas
Begeifterung für die reformatorifche Sache fchreibt. Ein Name ift nicht ge-
nannt. Ob er vielleicht in feinem Reime es ift affnnn 75, 4. 100,32 fteckc,
oder was diefe Worte überhaupt befsgen wollen, ift mir ganzlich unkUr.
Diefelben Worte fteben mit den Bucbftaben J. M. unter dem näcbftfolgen-
den Stücke, das fonach wol den gleichen Verfaßer hat. Daß die Erwäh-
nung des 24ften Jahres 85, 13 und 87, 11 die Abfaßnngszeit des Stucket
ins Jahr 1524 fetzen läßt, kann wol keinem Zweifbi unterworfen fein.
253
V.
8 Blätter in 4^ 2 Bogen. Signatur Aij bis BiJ. Anf der vordem Seite de«
erften Blattes in breitem Holzfehnittrahmen (rechts und links Adam und
Bva) fteht
Byn newer Dialo«
gu8 oder gefprech / zwifch?
einem verprenten / rertrib-
nem Edelman / vnd ey-
nem M&nch / welche
am ynrechftenn ge-
fchech / wann die
felben bey-
de Ter-
triben / vnd
dy Münch clftfter
auch rerbrant wurden.
M.D.XXV.
Rudcfeite leer. Auf dem zweiten Blatte oben die Überfchrift
£yn gefprech zwiffcben einem
Edelman / Müncb / Tud
Curtifan.
Darauf der Text fortianllBnd ohne AbXatz, 38 Zeilen anC der Seite bis io
die Mitte der Tordera Seite des letsten Blattes, gegen delTen Ende noch fteht
Hie rath zu piderman kauft errathen
Ob man beyder gefehleeht k6ndt gerathen
Dieweyl fye fynd fo redlich vnd frnm
LiB mich bitt ich / kers pletlein vmb.
Auf der Rückfeite diefes letzten Blattes ein Fuchs und Wolf, gegen einan-
der zugekehrt fitzend. Vgl. den Holzfchnitt in dem Drucke, der Bd 2 S*
293 No III befcbrieben ift.
LESARTEN. 101, 10 yhrs. 101, 12 gefurt. 101, 18 yhr yhn
tt. r. w. 101, 22 Widder. 102, 4 mÄffen. 102, 16 durfft.
102, 27 yft. 102, 27 ewer. 102, 33 verfundet. 102, 86 widder.
102, 37 muffen. 102, 38 das iß ein. 103, 3 muffen. yft
fnrwar. 103, 5 Peggeynen. 103, 22 lantzman. 103, 23 Bhom.
103, 27 darnidder. 103, 29 buberey. 104, 1 fchreib fagt für
gfat. 104, 11 fambt folt. 104, 14 yr und öfter. 104, 17 er-
wufcht. 104, 32 gefurt. 105, 4 wilcher. 106, 5 yftagften.
105, 9 Widder. 105, 34 meifter ftncks. 105, 35 fehreib gepeteu.
106, 5 mnnchwerk. 106, 10 yetzt. p&berey. 106, 11 viel.
106, 13 herfnr. 106, 18 beb nett. 106, 32 m&ffen. 196, 35
254
durfftigen. 107, 39 wider. 107, 36 wider. 108, 4 redt.
108, 13 wird. 108, 15 muft. 108, 26 Für ir lies fie. 108, 27
Für harten lies hartem. 109,10 nutzten. 109,24 gleyd.
109, '25 odder. 109, 26 herwidder. 109, 30 yar. habfohe.
109, 33 Widder. 110, 1 Cuftor. 110, 11 durffen.
ERKLAKUNGEN. 101, 12 d. h. ^9 haben ihn förmUch verfcblongen, mit
Heißhunger in fich anfgenommen. 101, 16 fg. zeigt den Unterfchied Ton
Tagen und reden: das letztere ift ein geßeigertes Sprechen, mit Vemiuift
fprechen, RechenTchaft worüber geben. 101, 21 als pfiffe ein gans
an; Tgl. in Bd 2 No I 42, 24 als ob fie ein gans anblies. 102, 2
gewißen Wißen. Ob Femin. oder Neutrom, das folg. Mascalimun wirkt
▼or auf das Gefchlecht des nnbeß. Artikels und des Adjectivs. 103, 3
einbilden f. zu 86, 6. 102, 25 gugelfnr Fem. Narrenart, Narrentracht.
Qu gel iß Kapuze, wie fie namentlich ein wefentliches Stuck der Narren-
kleidnng ausmachte. 103, 3 fich eines dinges maßen lieh Maß wo-
rin fetzen, fich enthalten. 103, 10 Gilg Aegidius. Bedeutet meißer Gilg
den Scharfrichter? 103, 16 fg. einen in bufen blafen nach einem
fchießen um ihn zu töten. und münch müft m. h. = und du, münch,
müßell m. h. 103, 20 poz marter, vgl. poz filzhut 107, 3. pox
leber 107, 24. bocks Judas 124, 10. S. Bd 2 S. 321. 103, 39 das,
wo wir es brauchen würden. 104, 11 fam habe ich gefchrieben für
fampt des alten Druckes, weil das vorhergehende Stuck, das denfelbeo
Yerfaßer zu haben fcbeint, die erftere Form bietet. S. zu 7, 33. 104, 33
ßöcken u. plöcken wie noch 121, 25 in den Stock, überhaupt ina Ge-
fängnis fetzen. Schmelier 3, 613. 105, 2 habts d. i. habt fie.
105, 19 das habt ir gefchont das habt ihr wol nnterlaßen, ironifeh.
fonder befonders. 105, 21 die mant Abgabe. 105, 28 belelten z=
geleiten, vergeleiten Z. 35 fg. 106, 1 etwas nngelahr. 106, 2 pel-
nifch? 106, 24 Verzeihung VerzichtleiAung; fich eines dinges ver-
zeihen (mhd. verzihen) worauf verzichten, 107, 16, 17. 18. 128, 6.
106, 34 das aufheben der Aufwand. 107, 6 abgef chnitlich Abfall,
was beim Putzen und Schneiden des GemüTes und der Speifen überhaupt
abiallt. übernechtig über Nacht fiehen geblieben, alfo nicht mehr
frifch und fchmackbaft. 107, 9 wunder als Masc. 107, 12 wo für
wie. Die niederdeutfche Form fallt wol nicht auf den Yerfaßer. 107, 26
vadem alte Form, Faden. 107, 28 notturft, wie n^tturftig 104, 12.
23. Sonfl noch t für d in diefem Stücke ertrenken 101, 9. trungen
Part. 104, 25. trifach 106, 2. 107, 36 weder als. 107, 38 zu un-
tern zur Mittagszeit, beim Mittagsmale. Schm. 1, 87. 108, 11 amech-
tig ohnmächtig. 108, 20 in keinemwe«, vgl. zu 75, 18. 109, 3
leiden leidlich. 109, 10 für du wirft fcheint zu beßem du werft, du
warft. 109, 12 und Z. 32 fchlemmen u. demmen in Sans und Braus
leben. 109, 18 der pettel, bettel das Erbettelte, hier die Bettelei.
110, 13 die kürb, jetot kürben, Schmelier 2, 327, korbforaiges GaÜecht,
das auf dem Rücken getragen wird. VieUeieht iß hier nooli ein anderes
255
Flcchtwerk gemeint, das die bildliche Redensart zu Wege gebracht hat.
110, 18 nobishaus bezeichnet hier eine abgelegene Schenke und hat kei-
neswegs den Begriff von Holle (Ygl. Grimm Myth. 954), den es fonft meift
fnhrt. Stellen za nobishaas, nobiskrug etc. gibt Grimm a. a. O. und
Godecke im Bomoldt S. 75 fg. Wie fchon Kilian S. 418 Anm. deutet
Grimm a. a. O. S. 766 das nobis aus en abis, en obis, in abyrfnm
entftanden und mit Abgrund der Holle gleichbedeutend. Vgl. Stalder 3, 240.
111, 3 panren. Die Schreibart diefes Stuckes gibt (häufiger als t für
für d) fehr oft p für b: vor r in gep rauch 102, 29. verprent 104, 2.
106, 14. geprent 106, 11. tellerprot 107, 6; vor 1 in plutig 105, 80.
plow blau 105, 32. ploß 108, 10. geplöckt 104, 33; vor Vocalen
pauer 101, 7. 14. 19. 102, 6. 103, 13. 105, 9. 13. HO, 22. 111, 3. peu-
rin 103, 5. peißen 108, 7. pau Bann 105, 14. part 106, 15. paren
106, 21. 109, 11. pet Bett 102, 34. 35. gepeten Part. 105, 35. petteln
103, 13. 104, 11. pettel 109, 18. pegeinen 103, 5. pitter 107, 7.
piderman 107, 18. gepoten Part. 104, 26. pox 103, 20. 107, 3. 24.
poswicht 102, 9. 106, 19. 108, 34. 37. Regenspnrg 103, 26. Augs-
pnrg 106, 33. 107, 9. pnberei 106, 10. pußen 108, 7. gepürt 110,20.
Nach 104, 1 fgg. fallt die Zeit der Abfaßung diefes Dialogs hinter die
Expedition des fchwäbifchen Bundes unter dem Feldhanptmanne Georg von
Trochfeß gegen die friedensbrüchigen fränkifchen Bitter (von Mitte Juni
1523 en), deren ein guter Teil fluchtig vtrard und im Lande umherirrte:
Ausgang 1523 oder Anfang 24. Was die Heimat anlangt, fo konnte die
Erwähnung von Joachimstal 110, 23 vielleicht einen Anhaltpunkt gewäh-
ren. Der Verfaßer ift nach dem Motto es ift affnu S. 111 höohß wahr*
fcheinlich ein und derfelbe mit dem des vorigen Stückes. Das am Schloße
(lebende J. M. leitet vielleicht auf feinen Namen.
VL
16 Blätter in 4^ 4 Bogen. Signatur Aij bis D. Ohne Ort und Jahr. Auf
der vordem Seite des erften Blattes lieht oben
Die Lttterifch Strebkatz.
Darunter ein fcböner Holzfchnitt: ein Mönch (wol Luther) hält ein hohes
Kreuz , gegen das ein gegnerlTcher Haufe losgeht und es ihm zu entwinden
fucht. Der Papft ftürzt hinterrücks um, feine Krone fallt ihm vom Haupte.
Ein Bifehof, ein Mönch mit einem Katzenkopfe, ein anderer mit einem
Bockskopfe verfnohen den AngriiF. Dahinter andere zum Teil mit TIei-
köpfen. Auf der RüekTeite des erften Blattes beginnt oben die profaiTche
Eidleitang, die, 24 Zeilen auf der Seite ohne Abfatz bis in die Mitte der
i
256
Riickrefte de« zweiten Blattes fortlauft. Anf dem dritten besinnt «las Ge-
dicht, das bis ZQ Ende der Tordem Seite des 15ten Blattes gebt, nnf deflen
Rückfeite oben die 4 Schlnßrerfe ficb finden. Das ganze letzte Blatt lA leer.
LESAKTEN. 112, 2 efchreckten. 112, 18 fgg. am Rande Pfal.
XXXI. Mattb. iij. Johan. tüj. Mattb. zvj. Johan. ritt. Johao.
j. Luc. ziij. Philip, iij. ij Pet. ij. Efa. Lvj. 112, 21 fawer.
112, 22 iem. 113, 2 ienen. 113, 12 meb. 113, 24 eyfaltigen.
113, 38 Tberliefert. 114, 1 ienr. 114, 2 liber. 114, 10
Am Rande Ezod. iz. Rom. iz. 114, 19 ratter. fehr. 114, SC»
drum. 114, 33 nitt. 114, 34 differ. 115, 30 trinmphirt:
hingefirt. 116, 6 newes. 116, 24 Schaw. 116, 27 gribe.
116, 35 danck. 117, 17 fg. regirn : firn. 117, 36 bratten.
117, 37 leig. 118, 4 bfeitz. 118, 6 aller. 118, 8. 9 flih : zib.
118, 10 Hwi. 118, 30 hoffirn. 118, 33 vatter. 119, 6 ge-
fatzet. 119, 32 gebm. 119, 33 Tcbir. 119, 35 Entdcbrtft.
120, 19 mübe. 120, 29 Feiht. 121, 3 Mein lieber (dreck) £ck
wie gefeit dir dg. 121, 13 widderraffen. 121, 17 drawen.
122, 15 fchwiS. 123, 34 nichzet. 123, 36 bieppen. 125, 23
Unmend. 126, 10 gelarten. 126, 11 leigt (vgl. die Lesart 117,37).
126, 13 fcbmet. 126, 18 eynen. 126, 23 folcb. 126, 2ü
Erkenn. 126, 26 lange. 126, 29 theteß. 126, 31 leßerung.
127, 3 orn. 127. 8 Darumb. 128, 4. 5 hoffirn : difputiro.
128, 14 fg. mawr : fawr. 128, 18 fg. difpatirn : gleyd zefirn.
109, 17 haa. 129, 19 teuffelifch. 129, 27 ig. gut : th&t.
129, 30 bem. 130, 6 fg. gelebt : betriebt. 130, 16 genejgt.
131, 14 meb. 131, 25 hien. 131, 28 Gebm. 132, 21 bien.
133, 9IndbeU. 133, 21 han. 133, 24 kiefen. 133, 35 fg. v er-
setzß:betzft. 133,37 Yerfcbeaßt. 134,22 differ. 134,22
differ. 134, 27 gewann. 135, 9 zerßreyt. 135, 15 bat.
ERKLÄRUNGEN. 112, 3 aller art thierer omnis generis beßiaa.
tbierer Plar. in er als ft. N. erfter Decl. So noch 113, 4. 27. IIS, 4
iiB;g. Lacian im Gefpräcbe ' der Hahn* , wo er diefen feine Wanderang durch
▼erfchiedene Leiber erzälen laßt: feine Seele fei znerft ans dem Apoll aof
die Erde hernnter geflogen nnd in einen menfcblieben Leib gekrochen, am
ein Verbrechen abzabüßen. Dann fei er Bnphorbos, des Trojaners Pantbos
Sohn geworden, darauf Pythagoras, ferner die Bahlerin Afpafia, hierauf der
Cyniker Krates, weiter ein König, ein Betler, ein Satrap, ein Pferd, eine
Dohle, ein Frofch und noch Tieles andere mehr, endlich ein Hahn, und
letzteres mehr als einmal, da ihm diefe LebensweÜb ganz befonders gefallen«
112, 5 Ififtlichen luftig, komifch. hauen fehwaehe Flexion, wie
auch durchgängig in der alten Sprache bei dieftm Worte. 113, 8 wftrt
wie noch 123, 7. 125, 25. 131, 6. 28. 184, 1. 185, 8. 9, im Reime a»f ge-
fpnrt 121, 38, neben wirt 115, 25. 116, 23. 112, 14 Lyehaon f. 0?id.
Metam. 1, 168 — 252. 112, 16 Argns ib. 1, 625 — 790 ^. IIS, 19.
Pfalm. 31, 9 (nach der Z&hlmg der Vnlgata, fonft Pf. 8B) N«Hta fieri Aeut
257
I eqvms et mnlus, qnibiis non eft intellectas. in eaaio efc f^no mAzillas eoram
[ conftring^, qai non approzimant ad te. 112, 19 fgg. Matth. 3, 7 Yidens
I antem maltos PharifsBorom et Saducieorain Tenientes ad baptiTmum faum,
dizit eis 'progenies viperarnm, qnis demonßraTit vobis fugete a Ven-
tura ira?' Joban. 8, 4i Vos ex patre diabolo eftis et defideria patris
▼eftri valtis faeere. Matth. 16, 6 Cavete a fermento Pharißeoram et Sad-
' dncseornm. 112, 20 gezicht d. i. gezücht 112, 22 fg. Job. 21, 15.
16. 17 Pafce agnos meos — pafce otos meas. Job. 1, 29. 36 Vidit Jo-
hannes Jefnm et ait *ecce agnns dei.* Lncas 13, 32 AccelTeront quidam
dicentes Uli *ezi et vade binc, qnia Herodes tuU te occldere.* et ait Ulis
' *ite et dicite vnlpi UH etc.' 112, 24 Paolos ad Philipp. 3, 2 Videte
' canes. 112, 25. 2 Petri 2, 17 Hi Tont fontes fine aqoa. 112, 26
' Jefaias 56, 10 Specnlatores ejos cfeci omnes, nefcierunt oniverU, canes
mnti non Yalentes latrare. 113, 1 Nach dem Latein, fexcenties.
113, 3 ze folgen, ze reden. Diefes ze noch Z. 25 ze bringen, Z. 26
ze lind, 114, 10 ze gleich, 128, 19 ze fürn, 128, 33 ze halten, 208,
31 ze tbun, 208, 34 ze werfen; nnd verfcbmolzen mit folg. Tooal. Ao-
' laote zerlangen 128, 12. 113, 21 pabft. Die in diefem Stacke ge-
' w5nliche Schreibung, wie fle denn aberhaapt in allen aus Mittel - oder Nie-
r derdeatfcbland ftammenden yorherfchend Ul. So aoch Z. 28. 115, 4. 116,
^ 3. 27. 81. 117, 7. 14. 38. 118, 17. 127, 20. 132, 6. 30, 134, 14. 19. 33.
' Daneben die Schreibung babft 113, 10. 129, 16. 31. 131, 32; bapil 114, 4,
' 113, 23 andere (nicht andern) blinder reden andere yerlenmden
' c. acc. 113, 30 Lemp Lehrer der Theologie zu Tübingen. Siehe unten
^ 124, 15 — 125, 28. Befonders erwähnt im Dialoge *Kanz nnd Fritz' Bd 2
No XIV. S. daf. S. 120, 6 fgg. 113, 31 am anderen ort. Diefer
Beifatz zeigt, daß der Yerfaßer den damaligen Aufenthalt Thomas Mor-
ners nicht kannte. 114, 1 verf{irirch rerfuhrerirch. deufelifcb.
Anlaotendes d for t findet fich in diefem Stacke noch in dapfer 116, 33.
117, 13. 118, 10. 125, 36. 127, 27. doli 118, 36. dürftig 119, 17. drit
Imper. 120, 14. Vgl. t für d zu 116, 7. 115, 2 bot, wie hier im Reime
^ noch 119, 26 (: tot), 130, 1 (: not), 135, 15 (: gebot) neben dem gewonli-
cheren hat : blat 116, 15. : kat 120, 38. : Ingolliat 121, 29. : ftat 122, 2.
134, 26. : ftat (Stand) 129, 18. 130, 10. : ftat (fteht) 131, 9. 132, 6. : car-
dinalat 124, 26. : majeftat 134, 14. Weitere Trübungen des a in o finden
fich in gon Inf. (: buferon) 129, 24; hon Inf. {x thon) 133, 21; fton
Olon) 117, 1; offenbort (: wort) 115, 38. 128, 29. (: verdort) 134, 13;
loft (: troft) d. i. laft (lägeß) 122, 21. 115, 6 brief für b riefen mit ab«
ge&llner Flexion. 115, 16 thulden; th für d, wie noch in theutet
119, 20. 115, 29 fteif feft, wie beut zo Tage noch in fleif und feft.
Ferner Z. 37 in fteifem glauben; 117, 9 mein wort Hat fteif uf feftem
gront; 122, 20 fteifer troft; 134, 2 Chriftus fteif Mattbei rürt. 115,
33 igg. r. zu 112, 22. 116, 7 trang, anlautendes t ihr d. In diefem
Stücke feiten, nur noch in trang Snbft. 127, 32. truck 128, 29. Auch
Labiaitenois, es feiten für die Media: plot 121, 18. erpieten 121, 19.
116, 19 die ftrebkatz ziehen wie 118, 9; vgl. 127, 24 an dis ftreb-
19
258
kstc ich ntt mer kam; 135, 4 difi» ftrebksts bezeugt. Ober den Ao»-
drnck f. Bd S S. 364 xu XXII, 259. Danach der Titel diefei Stackes
*liitberirch ftrebkats' d. h. Luther «ieht mit andern diefe Strebkatz. ^Tie
der Holzfchnitt zeigt, ift es hier das Kreuz, an welchem gezogen wird und
woran beide Parteien ihre Kräfte erproben. 116, 26 die fauf Fla6ig-
keit, die man mit dem Löffel genießt. Schmeller 3, 204. 117, 26 kön-
lieh niederdentfche Form fnr kanlich, wie Z. 35 yerfort für Terffirt.
118, 10 zeuh r. Bd 1 S. 230 zu No XIII, 1, 269. 118, 10 fgg. Drei-
facher Reim, wie noch 123, 28 fgg. 118, 18 dnafen. Apokopa des Ar-
tikels wie noch Z. 35 dftirn; 133, 9 dhell. Vgl. Bd 2 S. 371. Apbarefis
des Artikels nnd Verfchleifiing mit der Präpofition In gern d. i. gen dem,
gegen dem 119, 32. 131, 28 nnd in znn d. i. zn den 133, 34. VgL abend.
118, 23 die ftrnt nnd 131, 20, wo es (Irut gefchrieben ift. Die Be-
deutung ift Haufe von Menfehen, Rotte, vielleicht mit dem Nebenfinne des
Räuberifchen. Ahd. ftrudian fraudari Qraff 6, 745, ziftrudian deftmere;
ags. Arn d an fpoliare. Mundartlich heißt (Irütten, ftrotten eilen, äber-
eilt verfahren, ßoren, ftobern, wühlen. Schmeller 3, 690. FrlTch gibt 2,
350* aus einem alten Vocabular von 1482 ftrotten latrocinari und dann
ftr Otter latro. Luther überfetzt Hofea 6, 9 die Priefter find wie die
Ströter, fo da lanren auf die Leute und würgen auf dem Wege. Vnlg.:
et quafi fauces virorum latronum in via interficientinm. Grimm warf RA
635 die Frage auf, ob von ßrnot filva ftruotäri Waldränber, Strauch-
dieb käme, bemerkt aber gleich, daß das ags. u dazu nicht ftimme. 118,
36 zerknitfch f. zu 6, 21. 118, 38 fpitzig fnbtilis. 119, 7 fgg.
14 fgg. Bezieht fich auf die Schriften Luthers und Emfers über die Cano-
nifation des Bifchofs Benno von Meißen, die 1524 erfolgte, wogegen Luther
dies Pamphlet ausgehen ließ * Wider den neuen abgot und alten tenfel der
zu Meifen Col erhaben werden, 1524', und Emfer in demfelben Jahre ant-
wortete ' Antwurt auf das lellerliche buch wider bifchof Benno zu Meifen.'
119, 17 dürftig für türftig, wie 153, 23 dürftig, kühn. 119, 19
ein meiten vgl. Bd 1 S. 231 zu XIII, 2, 40. Bd 2 No XXII, 1598. 1934.
Gramm. 3, 733. 788. 119, 24 der chriften der Chrift, aus lat. chri-
ftianns. Vgl. Ben. mhd. Wb. 1, 833. 119, 25 widerfpil f. zn 10, 16.
119, 29 Daß wir auch folten thun wie er gethan hat 119, 32 gern
r. zu 118, 18. 120, 8 zu fcheitern gan £ Bd 2 S« 364 zu XXII, 369.
120, 18 thü Conj. Präf. 120, 27 bei Adv. betnahe. 120, 35 nit
einer leus wert gar nichts wert. Über derartige bildliche Bezeichnun-
gen r. Bd 2, 340 fgg. zn XVIII, 7 mit Anm. 131, 3 Der Witz liegt
darin, daß man dr. Eck (Doctor Eck) als ein Wort, alfo dreck lieft.
Vgl. oben die Lesart und 120, 18 dreckental. 121, 11 fgg. Gemeint
fcheint Ar fa eins Seehofer, der in Ingolftadt nnd Wittenberg ftndierte
und 1522 an erfteren Ort zurückkehrte, wo er Magifter ward und bibUfche
Ezegefe las. Wegen feiner Anhänglichkeit an Luthers Lehre angeklagt,
ward er eingekerkert, verhört, verurteilt und ins Klofter Ettal eingefperrt.
Später wufte er zn entfliehen nnd entkam nach Wittenberg, wo er Schutz
bei Luther fand. Hagen, Deutfehlands litterarirche und religiüfe Verhält-
Bifle im fieform. Zeitalter 2j 388 ijs« 121, 91 fchwinnee gift. 122« Ib
dis iUmm Iß meinem geift zu Ich w in. Hd. fwinde in der alten Bedtg
(Vark. 122, 8. 10 An wort und Tchwein fehlt die genitivifohe Flexion.
122, 10 f inten iH Gei^itir Sing, der fchwaeben Flexion, Nomin. f In-
no t für finnecht, finnicht (Qramm. 2, 382, vgl. su 215, 5.) was Finnen
bat: fne pußnlis laborane. 122, 11 Bemerkenswert ift, daß hier der Bein
genannt wird, fo ferne er anch dem Yerfaßer lag, dem die Blbe gewis nä*
her gewefen wäre: er Aeht hier fpricbwörtUch als der große deutTche Strom.
122, 29 nobel (vom lat. nobilis, moneta ex auro nobilUTimo) eine eng-
lifche Goldmünze, latein. nobile, nobulns, noblns. Frifch 2, 20«. 122, 80
fgg. König Heinrich VIII von England hatte ihm bei feiner Rackreife nadi
DentTdUand 100 Pfund Sterling gefchenkt. Lappenbergs ClenTp. S. 406.
Gegen König Heinrichs Buch nber die üeben Sacramente hatte Luther 1522
eine Schrift ausgehen laßen * Contra Henricum regem Angli» Martinus Lu-
ther' und in deutfcher Überfetznng 'Antwort dentfch Mart. Luthers auf»
König Heiorichs von Bngeland^ buch.' Martini 1522 erfchien Thomas Mar-*
ners Schrift *0b der kunig uß Engelaut ein Ingner fei oder der Luther.'
123, 25 Die geuchmat erfchien zuerft 1519. S. Läpp. a. a. O. 398»
Die fchelmen zunft v. J. 1512. Läpp. 397 fg. 123, 27 erfürer
mit abgefallenem anlautenden h. Zur Endung vgl. herdurcher I, 142,
569. 123, 29 Von dem großen lutherifchen narren erfchien
Ende d. J. 1522. Daß diefe Schrift durch den Straßbarger Rat verbrannt
worden fei, Hebt meines Wißens nur hier. Murner war vom Bifchofe von
Straßburg nach dem Reichstage zu Nürnberg gefandt worden und hatte
dafelbß beim päpiUichen Legaten den Rat verklagt. Zurückgekehrt ward er
von diefem verfolgt und man fuchte üch feiner Perfon zu bemächtigen, um
ihn wegen Aufruhrs ins Gefängnis zu fetzen. Die Ratsdiener drangen in
feine Wohnung und nahmen mit was ^e von feiner Habe fanden, die iie
öffentlich verkauften, Lappb. S. 407. Möglich daß bei diefer Gelegenheit
auch einige feiner Schriften ins Feuer geworfen wurden. 123, 36 hippen
fchmähen, läilern; mundartlich noch jetzt holhippen, holhippeln aus»
holhippeln in derfelben Bedtg. Vgl. Bd 2 S. 345 zu XLX, 10. Das
hiebt was wir 132, 9 lefen, fcbeint für hippt zu ßehen, die Bedtg wenig-
Xlens iß diefelbe. Das außen davor ift wie auszanken, ausfcbimpfen, wir
hatten fo eben auch aus holhippeln. 125, 8 Danach fcheint Lemp mit
auf dem Religionsgefpräch zu Zürich (Januar 1523) gewefen zu fein, aof
welchem auch der weiter unten verfpottete Faber gegenwärtig war und auf
dem ZwingU einen entfcheidenden Sieg über feine papiAifchen Gegner da-
von trug. Hagen 2, 367. 125, 14 miß hier als Femin. Das Sprichwort
ift von Hunden genommen, die von ihrem Hofe aus Vorübergehende anbel-
len und üch übermütig geberden, Jich aber nicht hervor trauen. Vgl. Bd I
S. 51 Z. 95—100. 125, 17 nim wie 127, 13. 125, 31 ab Präp. wie
127, 35. 126, 13 fgg. Über den Handel Reuchlins mit den Kölner Domi-
nikanern und Pfefferkorn f. Hagen a. a. O. 1, 424 fgg. David Strauß, Ul-
rich von Hatten 1, 194 %g. 126, 15 taufter f. zu 28, 27. 126, 20
braohftu mit ausgefallnem t. Vgl. su 214, 38. 126, 23 bachant ein
19»
260
angehender Student, der noch nicht deponiert ift, daher überhaupt ein roher
nngefchliffener Menfch. 126, 26 geeigt d. i. geängt; äugen ollendere.
Grimma Wb. 1, 801. 126, 33 Gemeint ift der bekannte Jezerhandel ▼. J.
1609. 126, 36 beiten wie 129, 4. 143, 20. warten. 126, 37 heut
far haut, vgl. 120, 35 ieus für laus. b&b in der heut im Sinne von
leibhaftiger Bube, Bube .wie er leibt und lebt. So heifit es bei Brant im
Narrenfchiffe 76, 19 fie ßnt dooh narren in der hut. 127, 3 über
die oren vermift fein in etwas bis über die Ohren darin ftecken. Die
Bedtg ift klar; aber wozu gehört Termift? Ift es == vermifcht? alfo du
bift darin vermengt.' Bd 2 S. 193 No XXI, 106 fteht auch in einem mit
Niederdentfchem Terfetzten Stücke vermift mit giftrz vermifcht; aber es
findet fich anch aleman. f. dal. No XVIII, 132 u. dazu Anm. S. 343.
127, 4 ein grinter ein Grindiger. 127, 5 s ertlichen fanffc. 127, 22
der fchwank ift die fchwingende Bewegung, die der Körper beim Schrei -
•ten macht; dann das A usfch reiten , der Schritt überhaupt. Ich kan nit
halten einen fchwank ich kann keinen PuB mehr vor den andern fetzen.
So heißt 41, 3 er gat mit weiten fchritten in zimlichem fchwank er
macht große gemeßene Schritte. 127, 35 fg. Man bemerke den dreilU-
bigen Reim mit zwei uubetonteu Silben erbitteret : zitteret. Lach>
manns Auswahl S. XVIII W. Grimm zur Gefchichte des Reims S. 90 ^.
128, 6 verzeihen f. zu 106, 24. 128, 29 fgg. Seine Schrift Pia
ezhortatio Romie ad Germaniam filiam. Man kennt davon (Godekes Grund-
riß S. 209 No 56) nur eine Ausgabe von 1529: es muß aber eine frühere
gegeben haben. 128, 37 es feil, teutfches lant. 129, 6 widerkort,
nicht etwa für widerkert zurückgewendet, zurückgebracht, fondern für
das fonft übliche widerkört d. i. durch Überredung zurückgebracht. Vgl.
Brem. Wb. 2, 848 fg. 129, 14 die fcheint fich zurück auf die rot h&r
zu beziehen. 129, 15 was er d. i. was ere was für Ehre. 129, 23
ehe einfilbig, wie der Vers zeigt. S. zu 38, 37. 129, 33 Johann Fa-
ber, Generalvicar des BiTchofs von Conftanz. 130, 10 Gemeint ift Lu-
thers Schrift Vom eelichen leben, Wittenb. 1522. 130, 18 lützel Adv.
wenig. 131, 20 ftr&t f. zu 118, 23. 131, 28 Das Reichsregiment, das
in Abwefenheit des Kaifers eingefetzt war. 132, 1 fgg. Wer ift gemeint?
132, 7 knebel muß hier einen groben ungebildeten Kerl bedeuten,
loh kann es in diefem Sinne nicht weiter nachweifen. Kilian gibt 304^,
kneveler graflator, latro. 132, 9 hiebt f. zu 123, 36. 133, 17 Wer
ift unter dem Sichhom gemeint? Er wird Z. 31 Henn genannt und die fol-
gende lehrt, daß er fermones gefchrieben. 133, 24 grein für greinen.
133, 28 Wie man aus dem Verbum nagen fieht, muß die kot etwas
Eßbares bedeuten. Es ift wol das was man in Oberdeutfeh land die kut-
teln nennt, die Kaidaunen, die Gedärme famt Wanft und Magen. Vgl.
Schmeller 2, 344. Das brem. niederf. Wb. gibt 2, 901 in diefer Bedtg küt.
Frifch 1, 561» kuttel Flur, inteftina. 133, 35 verzetten einzeln fallen
laßen und verftreuen. Schmeller 4, 291. Stalder 2) 469. Hier wol in der
von Frifch 2, 472« angefahrten Bedtg etwas unvorfichtig fallen laßen und
daher verlieren. 133, 37 verfc hießen candelas projiciendo ezcommu*
261
nicationem iiidicare. Frifcb 2, 180». DalTelbe Wort oben 116, 4 u. Bd IT,
203, 245 band in yerfchoßen und rerbant, 211, 553 hat fie Terleumt, yer-
baat, verfchoßen, wo es in der Anm. zur erften Stelle S. 364 falfch er-
klärt iß. verlauten (vgl. leuten 116, 4) eampanis ezcommnmoationeni
alicoJQs indicare. FrlTch 1, 589«. Beide Worte in einer dafelbft angeiabr«
ten Stelle aas Pomarius Magdeb. Chronik anno 1463: man that im bar-
foßer clofter den könig in Behmen in den ban Tarnt feinem anhang, ver-
Tchoß fie mit lichten, verläutet He mit glocken. 134, 7
pfenwert = pfennigwert. 134, 8 nmb fus umfonft, vergeblich.
134, 24 ein woirches fupplin eßen f. v. a. vergiftet werden. Sifelein
584. Das welfch wird dabei auch ausgelaßen. .So in Mich. BehaimsBuch
von den Wienern 15, 23 ich weiß nit wie ee gieng: ains mala der fmm
verlos fein leben, im wart ain fnplin geben. Brants Narrenfcbiff 64, 86
des wibs wil ich gefchwigen gar, die zurichten ein fuplin gtar, ab
Foncia und Agrippina. Pampb. Gengenb. Nov. 262 (God, S. 269) zn Rom
find wol alfo viKbfiben, die gdenken werden tag und nacht, nf daß im
werd ein füplin gmacbt. Sonß auchVenediger fuplin, f. unten 169,2.
Die Heimat dlefes merkwürdigen und fo vielfach lehrreichten Stackes ift
ohne Frage Niederdentfcbland , vielleicht ift es in Wittenberg felber oder
doch in der Nähe des Heerdes der Reformation entflanden. Formen wie
konlich 117, 26, verfort (: wort) 117, 35, lens 120, 35, heut 126,27, dräuen
121, 17, van (: an) 126, 28 beftätigen diefe feine Herkunft. Das darin auf-
tretende u, das wir genau bewahrt haben wie es der alte Druck gibt, be-
ruht nicht auf einer dipbthongifchen Ausfprache diefes Lautes, es ift immer
zu fp rechen wie n. Der Yerfaßer ift unbekannt. Die Zeit der Abfaßnng
beftimmt (ich durch die 119, 8 gethane Erwähnung der Contraverfen Lu-
thers und Emfers bei Gelegenheit der Canonifation des Bifchofs Benno von
Meißen im J. 1524; ferner durch die Nachricht vom Abfalle des Papftes
vom Kaifer 134, 14 fgg., der wol fchon Ende 1524 in Deutfchland bekannt
ward. Das Beglaubignngsfchreiben des päpftlichen Gefandten Hieronymus
Aleander, durch welchen das Bündnis mit dem Könige von Frankreich zu
Stande kam, datiert vom 15 Oct. 1524: Ranke 2, 334 mit Anm. So wird
wol im Winter 1524 auf 25 unfer Gedicht entftanden fein.
VIL
14 Blätter in 4^ Signatur Aij bis DiiJ. Bogen C hat nur 2 Blätter mit der
Signatur C und Cij. Auf der vordem Seite dds erften Blattes ileht
KLag
▼ nd ant-
wort von
Lutherirchen
vn Bebßifchenn
pfaffen vber die Refor
macio fo nenlich zu Reg-
enfpnrg der priefter halben
außgange ift im JarMDXXIIIj'
Rückfeite leer. Auf dem zweiten Blatte oben beginnt der Text, der unten
auf der vorderen Seite des 14ten Blattes endigt. Die Rückfeite des leUten
Blattes leer. Ohne Ort und Druckjahr.
LESARTEN. 136, 7 z&decken. 136, 9 vber u. f. w. 136, 11 yetst.
136, 12 khftnden. darzi&, und fo öfter & für &. 136, 19 mief-
Ten. 136, 22 khumpt. 137, 8 newen. 137, 9 verkhündigen.
137, 36 Laft. 138, 20 verdirbt. 138, 29 die er den. 139, 9
heilig. 139, 13 m&ßer. 139, 33 verkhünd. 140, 21 grün und
fo Z. 27. 140, 28 holtzfchuchen. 141, 10 khommen n. fo vreiter
öfters noch kh für k. 141, 12 mieffen. 141, 23 author. 141, 26
mieffen u. fo Z. 28. 29. 30. 31 u. f. w. 140, 32 die ziegel. 142, 36
mießens. 143, 20 fchul. 145, 22 fchewhen. 146, 9 gewin-
nets. 146, 31 (tili. 147, 16 notten. 148, 33 n&n« 149, 11
muß. 150, 23 Jörg. 151, 9 ruben. 151, 35 feyertag. 153, 6
konden. 153, 8 hawßen. 154, 27 entfetzt 154, 31 bettbncb.
154, 38 Jw / jw / jw. 155, 8 jheling; 155, 17 muß. 156, 15
dawtz. 156, 21 Anthichriß. 156, 24 hieben. 157, 10 fchone.
ERKLÄRUNGEN. 136, 3 Reg;en8pnrg u. fo 149, 26, wie auch Salz-
pnrg 151, 22. Augspurg 155, 28. Ferner p für b in diefem Stücke vor
Vocalen in pawren 138, 20. 139. 31. 140, 35. 37. 141, 1. 37. 142, 6. 34.
144, 21. 147, 16. 21. 148, 23. 149, 21. 150, 5. 6. 151, 10. 155, 16. 22. 156,
18. 22. 31. fürpauen 146, 21. außpüudig 145, 33. gepür 157, 28.
gepürlich 158, 1. ungepürlich 157, 3. peiten 143, 20. peicht 143,
21. p&bifch 153, 4. pieten 152, 10. 153, 2. pot Gebot 140, 23. ge-
pieten 140, 36. 156, 22. 157, 30. gepoten Part. 151, 4. 12. 152, 7.18.
153, 21. 154, 25. 158, 15. gepot Subü. 142, 22. 153, 24. 157, 27.34.
verpieten 142, 10. 147, 36. 152, 35. 36. 153, .6. 8. 157, 33. verpoten
140, 3. 21. 23. 149, 10. 151, 10. geperen 143, 4. geporen 137,24.
139, 12. verporgen 138, 1*2. Vor 1 in platte 157, 31. plenden 137,
18. plerren 152, 11. pleiben 139, 14. 157, 28. Vor r in prechcu
263'
153, 18. pritfcheii 147, 6. prächt 156, 33. beipringen 138, 27.
geprauchen 141, 31. 145, 28. 150, 15. 154, 28. prot 142, 8. eepre*
chen 145, 92. eepruch 145. 18. 20. 33. P ift alfo hier im Anlaute ror-
herfchend tot b. Über pabft f. xo 136, 17. Über anlautendes t für d f.
zu 138, 11. 136, 8 befchwärnus wie noch 137, 6 und befchwart
189, 17. 146, 28 mit richtigem organ. a, mhd. fwiere, jetzt fchwer.
136, 17 bäpft nnd diefe Schreibung noch 141, 24. 144, 1. 153, 15. 156, 21;
neben päbft 138, 3. 146, 14. 152, 18. 20. päbftifch 137, 4. 143, 31. 151,
3. 162, 8. päpftifch 156, 34; aber papiftifch 139, 15« 140, 13. 141, 11.
22. 142, 26. 143, 13. 144, 29. 145, 35. 146, 30. 147, 19. 148, 1. 19. 149, 3.
151, 28. 153, 1. 154, 29. 155, 14. 157, 16. 158, 10. 136, 18 bauptfa*
eher der der romehrnfte Grund, die Urfache woron ift, die Schuld wovon
tragt. So noch 143, 33. hanptfach 150, 11. 136, 31 Aallbuben.
So gibl der alte Druck und nicht ^ oder, wie er dafür fetst, fi. Da auch
157, 17 hüben ßeht, haben wir nicht geglaubt {i herftellen zu dürfen» Übri-
gens gibt er noch n für u in gnngfam 147, 11. 148, 14. 156, 27; ferner
in fchneh : holzfchuchen 140, 28. henfchnch 148, 7; in rnben
151, 9; femer immer im Compofitionsworte — tum' und in sum und anr
(während die Prapofition ohne Verfchleifung und Aphärefie des Artikels
immer s& lauten muß). Diefe Ausnahmen abgerechnet, zeigt der lUte Druck
immer den organiTchen Diphthong und drückt ihn durch ft ans, wahrfchein-
lich nnr ans tTpographlTchen Mangel des Zeichens {1, das wir deshalb im^
mer hergeftellt haben. 137, 5 fein ift hier nicht Pron. poIT. für feine,
fondem Genit. des gefchlechtlichen Pronomens der dritten Perfon. 137, 15
fich zfi bloß lachen gibt auch Grimm Wb. 2, 148 mit Belegen aus
Frank, Sachs und Scheit. Mir fcheint es durchaus nicht im Geifte der
alten Sprache, das z^ für ein Adverb (nimis) zu nehmen, vielmehr ift es
gewis hier die Präp. und bloß ein Subftantiv: fich zur Entblößung lachen
d. h. fo ftark lachen, daß einem die Kleider am Leibe platzen. 138, 11
tnnkel. Anlautendes t für d findet fich in diefem Stücke wenig; außer
diefem Worte noch in tach 141, 32. ußgetruckt 149, 19. trifchel
150, 5. 138, 22 anf der alten geigen bleiben wie noch 140, 26
beim Alten bleiben, es laßen wie es gewefen Ift. 140, 5 nach Luc 16,
19 Homo quidam erat dives qui induebatur purpura et byflb et epulabatur
quotidie fplendide. 140, 8 der wint Windhund. 140, 16 erhebt.
156, 36 aufgebebt. Siehe Bd 2 8. 323 zu 124, 32. 140, 19 der
knode fcbw. der Knöchel. • Schm. 3, 371. Ben. Wb. 1, 853 fg. 141, 33
die bantzwehel das Handtuch, Tellertoch, Tifohtnch. 142, 34 zeter»
wie 143, 23. 143, 3 ditz wie noch Z. 29 Neutrum diefes. 144, 21
haim fetzen anheim Hellen. 145, 33 au ßp und ig mufterhaft, f. I,
219 zu Z. 51. 146, 26 keren d. 1. k«rn (vielleicht kernen zu lefen?)
da« reine Getreide im Gegenfatae zur Hülfe. Frifch 1, 511. Ben. Wb. 1, 800.
147, 8 pritfchenfo blähen Sehlage geben. Vgl Schm. 1, 272. 345.
147, 20 das wilt feuer der Wetterftrahl, Blitz. Sehm. 4, 64.
147, 31 ftationierer. 148, 1 fgg. 150, 4. Vgl. fid 2. 44, 13. No XX, 294.
148, 30 fgg. Diefe ganze Rede der lutherifchen Pfaffen ift ironifeh
264
gemeint. 149, 38 mainß f. zu 37, 8. IM), 20. 83. 26. 37 dar totb.
tothe der Pathe. 151, 27 fchillet für fchillicht (TgL sn 915, 5:.
wol To Tiel als fehellig wie 160, 20 somig, aufgebracht. Sehm. 3, 344 ^
Zamcke Narrenfchiff zu 110b, 8. 465. 153, 6 wir könden wie 136, Vj
für wir können. 153, 23 dürftig f. bu 119, 17. 154, 10 on eueri.
dank gegen euem Willen. 154, 38 jn ju jnl der fchreiber wa»
ain man offenbar ein Stuck (wol der Refrain) eines Volksliedes. 155, 2i'
bifi jar nbers Jahr, wie 149, 24. 205, 11. 21. biß fontag naehftefi
Sonntag, hier aUb biß nicht einen Zeitraum tou jetzt an bis an eincoi ge-
wiffen Ziele ausdruckend, fondem dies Ziel felber. S. Grimm Wb. 2, 43 f^
r. T. bis I, 3. 155, 21 fchenzlich und 156, 19 f. zu 78, 15. 155, 2:*
die fchnaapen hinein ziehen die Schnauze einziehen, d. h. keine
übermütigen Reden mehr führen. Vgl. zu 100, 80. 155, 36 anßörteta
Pickor: einen Bau angeben, metari Frilbh 2, 34*; genau nach mUeä Seiten
bin unterfachen, jetxt: erörtern. Schm. 1, 114. 156, 6 Am 1 Juli 1523.
Lieder auf diefe Märtyrer f. Gödekes Grundriß S. 220, 4. 156, 13. 3ü
halt bekräftigendes Adferb. 156, 15 ich da uz mich nit gern ich
dutze mich nicht gern, d. h. hier ich fpreche Ton mir nicht gern in der
erften Perfon. 156, 16 Der Gebrauch des zwar an diefer Stelle leitet
fchon Yon feiner eigenti. beteuernden Bedtg in die Jetzige einfehriuik«nde
eines Allgemeinen über. Der Sinn ift hier: Ton einem Plaffsn, der swar
keineswegs lutherifch iA, horte ich gleichwol, es gäbe kein Fegfener.
156, 18 gereuen ft. Part, wie mhd. geriuwen. 157, 11 der friß-
gar der Nimmerlatt.
Diefe wichtige Schrift, die einen Teil der Conftitution des Regensbar-
ger Convents über Lehre und Leben der Geiftlicbkeit enthält, wird bald
nach dem Schluße der Sitzungen (lle begannen im Juni 1524) entfianden
fein, hatte alfo wol ficher fchon im Herbft diefes Jahres die Prefle verlaßen.
vm.
A. Alter Druck in 4®. Auf der vordem Seite des erften Blattes lieht
Ein Wegfpreoh gen Hegenfpurg
z& / jnß Concilium / zwifohen eynem Byfchoff
H{iren wirt / vnd K&nzen feinem knecht.
Darunter ein Holzfchnitt, die drei Unterredner zu Pferde darfteilend. Unten
^ Conßitue ftiper cum peccatorem etc.
mit der Jahrssal MDXXV. Auf der Rnckfeüe des Blattto beginnt der
Text, fortlaufend gedruckt, 33 Zeilen auf der Seite. Von diefem Drucke
liegt mir ein unvollftäiidlges Exemplar vor, das nur <lle erften drei Bogen
(12 Bit.) enthüt.
86»
B. Ein zweiter Oraek gibt ds§ Gefpr&eh ▼ollftftodig. 6 Bo^ea in 4^
20 BU. Der Titel genau fo wie beim vorigen. Sign, aij bis eiij» mit dem
er, ein paar Dmekfehler abgerechnet, wörtlich nbereinlliamt, Ja bacbft&b-
lieh; Seite deckt Heb genan mit Seite, Zeile mit Zeile. Der Text endigt
auf dem vorletzten Blatte, an deflen Ende fteht
Gedruckt z& Arnaw an der Blb in Bfthem
durch Hans HoA von Brawn.
Anno. M. D. XXV.
Das letzte Blatt ift leer.
Diefen Druck benutzte ich für den Text vom 4ten Bogen an, unferer
Zälnng 182, 24, von den Worten an ^ond inen beifton.*
LESARTEN nach A. 159, 2 wafibeger ftu. 159, 12 zeycht.
159, 15 Am Rande: Pfalra 21 concilium malignätium obfedltnm.
160, 1 r511en. 160, 7 ob fey im. Am Bande: Math. 7.
160, 9 Chrifti werden vß. 160, 13 fgg. Am Rande: Dentero. 29
percutiet te dominus amentia et cecitate ao furore. Efaie 19
Dominus inllituit in medio eorum fpiritnm vertlginis. 160,22
gotzs. Am Rande: Hiob 3. 160, 27 Am R. Matth. 16. 160, 34
nemen. 160, 29 Am R. 1. Thim. 1. 160, 30 Am R. Efa. 29. Per«
da fapietiä fapientnm. 160, 36 Am R. Ofea. 5 Quia fpiritus
fornicationum in medio eorum. 161, 2 Anthiochi. 161, 5 igg.
Am R. Mat. 6. 4. Reg. 9. 4. Reg. 6. Efa. 87. Act. 5. 1. Reg. 31.
Mat 10. Tradent vos in coneiliis. 1. Regnm 5. 161, 8 groTre
Allex. 161, 9 m&rrigen. 161, 10 vnkeyfchen. 161, Upleeken.
161, 16 Dagen. 161, 19 Am R. Hiob 1. 161, 23 Am R.
Morti vos afficient Mathe. 10. 161, 25 Am R. 1. Regu. 16.
161, 31 pfilin. 161, 37 predygen / yn das. 162, 4 fgg. Am R.
No eft cofilinm cötra dominum. Proue. 21. Dominus difipat
cofilia getiu et reprobat eöfilia principum. Pfalo. 32. 162, 7
den. 162, 12 berh^mpt. Ingeltftatt. 162, 22 fein. g. Cocn-
bin. 162, 26 beyl. 163, l Am R. Math. 12. 44. Dift. o. Pro
reuer. 163, 17 gryeß. 163, 26 aller. G. herr. 163, 27 £. O.
nit. 163, 30 £. G. 163, 35 feg. Am R. Math. 26 Cogregabütnr
principes facerdotum et fcribe. vt Jefum dolo capiSt et occi-
dant. 163, 37 h. vatter. 164, 4 e. g. difer. 164, 7 G. h. und
fo abgekürzt femer. 164, 23 Am R. Abfolutz besale vm kind
mach^. 165, 10 empfrend. 165, 14 e. g. u. f. w. abgek&rzt.
bruehen. 165, 29 gwonhyet. Am R. B6ße gewoheit foll ml
abthün Dift. 8. ca. Que. D. 8. e. mala. D. 8. c. uer. D. 8. c. qni
contempta. 165, 31 fy geallt. 165, 37 gewonheite. 166, 8
finer gnaden lic. 166, 6 f. g. u. fo femer abgekürzt. 166, 9 wyrdt.
166, 12 Am R. Luce 4. 166, 22 Am R. bifeh. hud. 166, 84
vnzychtyger. 166, 27 Am R. 2. q. 7. Qui nee. 166, 31 Am R.
Nota d. 68. Quorum. 167, 2 fg. Am R. Math. 5. 1. Tlmo. 3. d.
25. Primum itaque. 167, 18 Am R. 2. q. 7. Nö omnes epif.
20
167, 26 4* Ain ^' ▼nderthonen m&gn ynd foUen jre bifcbof
ftraffen. 167, 28 thun. 167, 35 Hüblin. 168, 4 Am R. Bi-
Tchoffs ampt gar gferlich. 168, 8 ein. 168, 10 igg- Am K.
maiedictus qni facit opus domini fraudulenter. Hiere. 48. Di&.
40 c. ante omia. 168, 11 betrübtteren. 168, 20 fgg. Am R
Calapion. obferyantz des keyfers beychtvater. 168, 29 Tchi-
cken an. 169, 9 Am R. 2. q. 7. cap. peruenit. 169, 13 Am R,
1 Corin. ö. 169, 18 Am R. Math. 19. 2 Corin. 7. yemant.
169, 21 Chriftus t. h. vnnd. 169, 24 wür. 169, 25 d&ctores.
169, 26 h&t. 169, 37 Am R. Rychard. in quodlibeto. 3. q. 24
169, 38 kinden. 170, 4 Am R. Bifchoff lygegen. 170, 7
gewirfe. 170, 11 Am R. R6mirch practik eid nit halten.
170, 17 Abfolacio ad cautelam. 170, 19 hab. 170, 20 b&ftlichs.
170, 29 Am R. vil gelob? vnd lützel haltten. 171, 1 Am R.
Math. 21. 171, 7 biftumbpfr&nd. 171, 15 Am R. 1 Tim. 5.
171, 20 fprachuß. Am R. 1. Titü. 171, 23 Tor jets. Am R.
36. dill. c. fi quis vult. 171, 24 Am R. Bifchoff fol vß gütli-
cher gfchrift leeren. 171, 26 leefen. 171, 31 Etktz. 171, 33
Amelechitas. 171, 34 leerr. verfornen. Am R. diß. 86. ca.
doctorem. 171, 37 teßment. 172, 4 Am R. Weiehbyfchoff.
172, 10 Am R. Weychbifchoffs werck oder th&n. 172, 12
fybenn mallenn. 172, 20 muffen. 172, 29 fortunata. 172, 29
bßcheiffen. 173, 14 muffeß. 173, 16 Am R. Pfalm 36.
173, 18 fircht. 173, 20 Am R. Luee 6. 173, 25 fgg. Am R. 4.
Prediger miinich zu Bereu verbrent. 173, 31 Am R. OfficiaL
173, 36 Am R. Schinderey jo fchinderey. 174, 10 Am R.
Gala. 5. 1 Cor. 6. 174, 13 ynuolkommer. 174, 20 Am R. 1.
Cor. 6. 174, 24 Am R. Vicarias. 175, 2 pfaffen. 175, 12 Am
R. Mentirifl vff der heyigen byt. 175, 17 cafoa refernattos.
175, 28 gefpenftfl. 175, 30 fgg. Am R. On manipel od* ßol
meß haltn. Dechan bifchoff fparhand. 175, 36 Am R. Fifeal
bifchoffs hetzhund. 176, 2 fgg. Am R. Proourator. Aduocat
Cantzler. Notarii. 176, 11 Es ift ein biftumb. Am R. Exem-
pel Tor der meß fuppe effen ymb ij hudert gnlde. 176, 13
folchem. 176, 21 Am R. Bifchoffs feckelfeger. 176, 24 Am
R. Ait latro ad iatrone. 176, 30 fgg. Am R. Vor d* meß bey
huren lige yn anders tribe. 176, 32 gefworen. 177, 3 achte.
177, 10 ßifcaL 177, 11 den. Am R. Fifoal hfirenfchney
der. 177, 14 Inffige. 177, 17 Am R. Mat. 23. 177, 20 Am R.
Arm bawren Tmbtreyben. 177, 25 lyprießer (wie Z. 27). Am
R. Lntpriell. 177, 28 Am R. Ertspri«. 177, 32 freulia Cc.
178, 7 bifchftff. 178, 13 Am R, Merck bifchofl 178, 16
wetUichen. 178,20 obegkeit. 178, 21 antrufft. 178,32
dries Tnd beyl. 178, 34 ricerius. 179, 1 Am R. Symoney.
179, 5 Am R. Actnum. 8. 179, 7 Am R. Math. 10. 179, 10
nachtbaur. keybefchinder. Am R. Stock Ton einer kalbt-
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hantt vmb X gnldin. 179, 24 mfiffend. 179, 89 fg. Am B.
Was ejn bifchof fohaldig ift z& th^n. 179, 34 Am R. Di. 88.
ca. Epifco. 2. q. 7. c. Epill. 180, 3 Am B. Dift. 87. c. horpitali-
tas. 180, 5 aehtn. 180, 6 fgg. Am B. Dift. 36. c. fratrnm. DiftL
82. c. Bpifco. 12. q. 2. c. Aurum. 12. q. 2. c. Gloria £. 180, 8
gebrüft. 180, 12 gefchier. 180, 18 zur. 180, 25 hafi gefchier.
180, 26 tifchzyrd. Am B. Dißi. 41. c. Epifco. Cor. 4. Ephe.
5. Johan. 10. Petr. 2. Petr. 6. 180, 28 tu trSm. 181, 5 Am B.
d. 21. c. cle. 181, 7 Am B. 8. q. 1. c. Qui epifc. 181, 12 Am
R. d. 24. c. Quando. d. 24. c. Epifco. 181, 16 pfaren. 181, 19
zur felikey. 181, 21 Am B. 10. q. 1. ca. Placait. 181, 25 haw.
Am B. Yifitatz d* yetzige byfchoff. 181, 27 fpecn.
181, 28 zur. 181, 80 ob die hüner g. wen fy. 182, 5 weyn /
zehend. Am B. zehend. 182, 8 zur. 182, 13 die bafolntz
182, 17 hypfcher. ^nutzer. 182, 19 fg. Am B. bifchoff
fol d* wittwin forg habii. 182, 23 wytwin fio. 182, 25 Von
hier beginnt der Druck B die Grundlage unferes Textes zu fein und bezie-
hen fich die folgenden Lesarten auf ihn. Am B. Di. 8 7. c. nidnus
ante. Di. 25. c. audire Bpifco. 182, 33 Am B. Bomano. 10.
182, 36 m&d rnd. 183, 4 wunder. 183, 11 g&tlich / noch des
bafts. 183, 12 leefen. 183, 13 Am B. Bifchoff m&gen nitt ge-
fchrifft lefen. 183, 14 fteetz. 183, 7 Am B. 2 Timo. 2.
183, 25 Am B. d. 86. c. pernenit ad fanctam. 183, 28 welichs.
183, 29 Am B. Dift. 68. c. Quo mm. 183, 30 tueffel. 183, 39
regimente. Am B. Math. 22. 183, 36 Am B; 11. q. 1. c. te
iiuidem. 184, 3 in fehlt. 184, 4 noch ir k. 184, 5 Am B.
Bapft yerbrent recht. 184, 24 fg. Denn b. geburt. 184, 38
zychtig. 184, 37 dg ma wäre. 185, 1 Am B. Deut. 25. Gene. 1.
185, 4 wered. 185, 6 Am B. 1. Corin. 7. 185, 8 gfeck^ich.
185, 9 brauben. 185, 10 habe. 185, 15 nit fyn / fond«.
185, 17 Am R. Bifohftff rerffkren weltlich oberkeit. 185, 21
fftrchte. 185, 25 das fy das g. 186, 3 gr&nd. 186, 4 Am B.
Math. 2. 186, 7 Am B. Bapft adriann. 186, 9 Bumberck.
186, 13 fgg. Am B. Der weltlich gewaltt liedlioher de der falfch
geyftlich. 186, 14 zeytlis. 186, 27 b. da groffe. 186, 32 Am
B. Abloß. 187, 2 Am B. Ezodi 2. c. 187, 3 wietrich.
187, 5 Am B. 2 Theff. 2. 187, 11 liebliche. Am B. Lyblioh
Tfrftr errege nit oriften. 187, 27 hie im z. 188, 7 geltfych-
tige. 188, 24 dries und beyl. Am B. Sorg rnd forcht der
weltlichen um der pfaffen etc. 188, 36 Am B. Pfaffen laffen
abfterben. 189, 11 Am B. Bigami. Origenes fnper Lu. 2. o.
Omelia 17. 189, 28 Yor in. 189, 37 gemeiner. 190, 8 zur.
190, 20 prefpiteris. 190, 25 fgg. Am R. Ecle. hifto. li. II c. 9.
Tripa. bill. ci. 6. c. 14. 31. Di. c. Nicena finodus. 190, 30
fr5mm. 190, 34 gfehet 191, 2 gemenicklich. 191, 7 Am B.
Den. 12. 191, 18 rftmeifche. 191, 26 Am B. 1. Timo. 4.
20*
191, 34 Am R. Math. 6. 191, ^7 verbyntt. 193, 2 bifch5ff.
198, 8 Am R. D«at. 28. 1 Cor. 6. Bphe. 5. 192, 13 fg. An B. 81.
d. o. Si qnis epifco. 32. d. c. nuUas. 192, 23 hierten. 193, 1
priftern. 193, 3 Am R. 83. d. c. Si qnis epifeo. 83 d. c Ne
quippe. 193, 6 liber. 193, 14 aynder. 193, 15 Tpricb.
193, 31 vnd euch vor. 194, 1 bifch6ff. 194, 4 neere. 194, €
Am R. 82 Dill. o. Bpifc. 1 Cor. 9. Lue. 10. Math. 25. 2 Thefi: 3.
194, 20 sur. 196, 1 byllch. 195, 21 Kratz.
ERKLÄRUNGEN. 160, 14 der geboten gottes gefets der gebotaoeii
Gefetze Oottee. 100, 20 fch ellig somig f. zu 151, 27. 160, 34 Maa
läßt doch wol lieber nemen, wie es der alte Druck gibt, gelten. 160, 37
Beelphegor Gotce der Moabiter 4 Mof. 25, 3. 5 Mof. 4, 3. Jo£ 29, 17.
Hofea 9, 10. 161, 2 Crefi d. i. Crcefi. 161, 7 Remmon, eio Ab*
gott der Syrer, 2 Kon, 5, 18. 161, 11 Nefraoh affyrifdier Gtötse Jef.
87, 38. Aftarot d, i. Aftarte, phitiftaifche Gottheit, Riebt. 2, 13. lO, 6.
1 Sam. 7, 3. 12, 10. 1 Kon. 11, 5. 38. 161, 15 thürnen einen m den
Tnrm gefangen legen. Dagon, philiftäifeber GotM, Rieht 16, S3. 1
Sam. 5, 2. 1 Mach. 10, 88. 11, 4. 161, 24 nf ban wie 173, 28.
161, 34 pletien flicken. 162, 11 doetor Dedoleat. Gemeiat Ul Dr.
Eck. Es beiieht fich diefer Schimpfname auf den bekannten PaTquill Pfsk-
heimer* Bekins dedolatne. 162, 35 gelert Ißr gelernt. 163, IS
einen besiehe« durch Ziehen einen einholen. 164, 26 die feicli uri'
na; der mftter feich wie 75, 22 der m&ter dreck. 165, 10 em-
pfrent für entfremdet. 165, 14 nge ConJ. Pr&r. = n, fei. 166, 27
gellon bi «iner fache an etwas feß halten. 166, 10 rofeltA am
baren f. su 65, 19. 166, 82 thom d. i. tum, tnmb. wärt, wie
noch in diefem Stücke 173, 28. 191, 36. 192, 17. Femer & für i vor r in
würdiger 193, 32. Würdigkeit 167, 9. 11. 181, 6. 182, 37. er ver-
würft 174, 11. wurken 195, 18; vor m in krümmen 176, 19. 28; vor
n in windig 178, 3. 167, 31 böpßlich mit 6 für e, wie böpft 184,
II. 17. orsgleifner 171, 1. wolcher 181, 4. 194, 12. erwolt 182, 32.
169, 2 es erlangt einem etwas er erreicht es. Venediger
rüplin f. au 134, 24. 169, 33 fi künden = künnen, und fo Z. 38:
ebenfo er künde 170, 3; fie k6nden 172, 26; konden infin. 82, 33.
170, 20 dornstag d. i. donerstag. 171, K) iin augllen «n AnguA
(Monat). 171, 17 das Teeret, wie f^rachhaus der Abtritt. 174, 28
eigem fiir eigenem. 172, 31 fchmirben mhd. fmirwen fchraieren.
173, 6 apoft«isler, fonft gewönlloh apoftüsler HeuoMer. Vgl. II
S. 368 zu Z. 1887. kowbelwerk. Die eigtL Bedtg diefes Wortes ifl
mir unklar. Naoli Sohmeller 2, 276 mu0 der Kobel ein Ausdruck Ar
eine Viehkraakheit fein. Bbend. iß ein die Kobel aufführt als Schimi»f-
wort für eine Frau. Lettteres wird wol das an einigen Orten gebränoh-
liehe Kobel Inr 'Stute* fein, das Frifch 1, 530b Ton caballus hergeleitet
TeruMtet. 173, 14 die katze heben fcheint ein StrafiMt gewefea zu
fein, wie im «allen Recht das Tragen von Hunden, von dem Grimm RA 715
fgg. htknMt. 174, 39 die h&le^ mhd. h&le und hnle die VerhefanU-
clraiig. 175, 81 geißen mhd. geigin Adj. von Ziegea, capriniui.
böeken hircinos. 175, 25 das gezote, geiötte, aacb das gehol-
ter die Menge der jemandem nachxottemden, naebzottelnden, nachTchlep*
penden Perfonen, der Anbang ron jemandem, meiSt mit yerächtlicher Ne-
benbedeotong. Vgl. Zarncke in Brante Narrenfchiff S. 480» su 85, 93.
175, 31 die br&eh Höfen. * 175, 33 nägeii Gewürsnaglein; hier eine
Speile, eine Snppe davon, was Brant 110», 32 (mit JOpöttiTober Nebenbedtg)
näglis bräg, gewürzte Brnbe, nennt. 175,34 ig, der dechet Deobant,
deoanns. 176, 18 knmpoftbr& Brühe von eingeMaehtem Krante. Man
fiehl ans diefer Stelle, dafi anch folcbe Brühe (aber wol nur von Unbemit-
telten) als Morgenfoppe genoßen wurde. 176, 21 krillieren klyftieren.
Schm. 2, 397. 176, 24 das ort war der vierte Teil eines Gulden. Schm.
1, 113; reus eA in ortis Toll danach überhaupt wol heißen: er muß als
fchnldig Befundener Stra^eld zalen. 177, 10 in X m eilen wo wir jetzt
Tagen 'auf zehn Meilen.* 177, 14 Infig laufig, was keine Lans w.ert iß,
120, 35. 177, 21 etwas heimliohs thun fich gefchlechtlich mit einem
ehüaßen, hier natürlich von außerehelicher Beiwonung. 177, 25. 27 li-
p riefte r. Man follte erwarten lütprießer oder leutprießer. 68, 35
ßeht libprießer, freilich in auderer Bedtg als hier. 178, 6 rappen-
näß Rabenneft. ' 178, 19 hinderhalten zurückhalten, vorenthalten. ^
178, 27 binden ach d. L binden nach hinterher nach und nach.
178, 33 der grundel ein Fifch, Gründung oder Schmerle; was es mit
diefer Redensart grnndel verderben weiter für eine Bewantnis habe,
weiß ich nicht. 179, 6 keibenfcbinder Schinder, Abdecker. Vgl. zu
12, 28. 179, 17 gramafen iß offenbar was fonß gramanzen heißt
(vom ital. garrimento Schwatzerei ) in der Bedtg von unnütae Ceremo-
nien, Umftande, auch geradezu nug» Frifch 1, 366«. Schm. 2, 108.
179, 28 fich mit etwas begon fich womit abgeben, etwas betreiben;
conftruiert mit von 194, 3 fg. 180, 8 die deck Bedeckung, Meldung.
180, 25 nachgiltig, wol für nachgültig, was beinahe einen Wert
hat, aber nicht ganz, wenig wert, billig. 181, 23 der wein wirt fei-
ger, er verdirbt, wird kahnig. Schm. 2, 309. auflaufen, was eigent-
lich anfch wellen heißt, fcheint hier, von verderbendem Weine gebraucht,
'dicklich und trübe werden' zu bedeuten. 181, 24 der wibel curculio.
181, 25 das hau das Heu. Auch im Mhd. houwe und hou neben
houwe und höu. 181, 26 fchariant, mhd. farjant Diener, auch
Gerichtsdiener. Wol vom latein. ferviens. Diez rom. Wb. 816 gegen J.
Grimm, der es RA 766 aus ahd. fcarjo (Scherge) abgeleitet vißen wollte.
182, 9 das kemmicht das Kamin. 183, 4 fchier zeigt den Über-
gang aus der alten Bedtg 'fchnell' in die heutige. So auch 210, 7.
183, 8 den falben hengß ftreichen (ßreicheln) wie fchon oben 168, 33
bedeutet fchmeieheln. Vgl. über die Redensart Zarncke zum Narrenfchiff
S. 443 fg. 184, 37 chriften chrißlich; 185, 36 kutzen fcheint hier
in der von Schm. 2, 347 angegebenen Bedtg ' hufien' zu ßehen; Geld bü-
ßen, wie Geld fchwiuen 172, 25. 182, 7. 186, 12 liederlicher leichter.
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forsch nnd r«elit yÜ beBer weder ich, der nor ein kleing foholAekiiii fre-
ien, du aber ein swickifeher loeat lang gewefen) wöUeft mir z{lm höchftcB
bebilflieh fein, das wil ich mein leben lang omb dich verfcfaiildeii. Cani.
Ich maint, es folt ein reistag fein. Hurnw. Der bapft forehl d«r lang,
wil mich bedanken: des woU er gern die fach Tcrderben, wie dmnn die
b&pft fehler all bisher gethan. Ganz. Hat es die mainong, waa ich dir
dann helfen kan, da wil ich mich nit fparen: ich weifi aach aoeh etwas ia
eiftiichen rechten, blan, fo wol nfl die pferd feind fchon gafstlelt^
Hurnw. Das walte got. Ahe da, Cuns, was ift das lar ein reifiger zeok?
Cunz. Ich acht, es fei auch irgents ein geißlicher watar gerwli aufs
concilinm, darin gewis Annas, Caiphas farapt anderm eiiUichem gefchwnrai
wider got nnd feinen gefalbten zürnen kommen. Harnw. Bi fie wer-
den den heiligen geift gar bei ihnen haben, darumb mögen ^^ oit irren
und mir in meiner fach defter ehe zu recht helfen, dann ihe der heilig geifi
der reinigkeit nnd nit der hurerei ein geift ift. Ganz. Handeln ß» nach
gottes geilt, des vaters geheiß. und Ghrilli leer und leben, fo ift ihr ver-
famlang chriftlich; wa aber widers evangclium fie ihre fatzongen, menfebeik
leer, bracht nnd reich difer weit mit irem gewalt wollen erhalten, hnt der
geift gottes gar nichts mit inen zu fchaffen. Hurnw. Ich acht, e« fei
vaft dafelbft umb zu thun: drumb wil ich dir wol fagen was fie hnndelo
werden, der bapft fampt feinen cardinälen und bifchoffen fitzen ina ror:
des werden fie pfeiflin machen, wie es ihnen gefeit. &e werden nit ordnen
das got befolhen und das heilig eTatogelium gefördert werde, fonder nur
daß man in der faften nit alt fchu pletz, am freitag kein fleifch und am
fambstag kein bein eße; daß die bauren dapfer zfim opfer gangen und der
pfarrherr alte munchstranm und beginen geficht predige; daß man gotte«
vergeße und nit achte, aber die lieben heiligen mit filberen und lebendigen
opfern hin und her fleißiglichen fuche, doch nit finde; die lieben feien mit
zinfen järlich auf den ackern, wifen nnd Weingärten gefetzt auß dem feg-
fewer löfe etc., wie das zum f&rwurf die hohe fchul zd Löven fcbon in
aller weit auß gefchriben hat. Gunz. Ei es feint aümal ongelerte teu-
fei zu Löaen. betten fie doch etwas auß der fchrift dargethan nnd bewert,
fo het man beßer hofnung zum concilio gehabt; aber fo weiß ich nit, wie
es gähn wirt. Chrißus wirt da nit vil helfen: drumb Ingen üe unb ander
hilf, aber meufchen leer müßen auch menfchen beftatigen. logen doch,
daß inen zuletft der rorßecken nit in der haut zerbreche und &» verletze
biß in den tot. botz lung, ich maint, es wer irgent ein bifchof^ fo fehe ich
erft daß es ein weltlicher furft muß fein, er reit ja nit geiftlich, nnd mich
dunkt auch, es fei ein weib under dem zeuk, dem fitzen nach. Hornw.
Ja, lieber Cnnrade, die bifchoffer können iezt all weltlich reiten, damit man
meine, es feien weltlich fTirften; fo thut man in ehr an, das fonft nit ge>
fchehe; fo können fie auch wol huren mit Inen f&ren in rofsbaren, wie bi>
fchof Hainz lang gethan hat Gunz. Got geh ihnen die beall ieh waiß
an nnferm bifchof wol, der hat alle monat ein newe, befcheißt auch man-
chem burger fein weih und tochter. Hurnw. Das wer f. Veitin! waher
weifta das? Gunz. Da ich im ftift choralia was, hab ich ihm oft oi&ßen
ST8
kopton. danweh bin ieh fein kemmerling worden, da liab ich erft, was
der bifchoffer keofeheit ift, erfareiu ich hab aach auf« bifchofs bof frefien,
fanfen , 4>ileii , fcbweren, horerei und alle leicbtfertigkeii erfaren und gelert;
dann da bort man (gleich wie in anderer welUichen farften höfen) fallen
5 oder nimraer Ton got reden, anch aber tifch, fander nar ^on kriegen und
baren, welebs nit allein wider Chrißam, welcher Ton eim ieden onnalaen
wort rechnung fordert, fonder auch widere geUUich recht ift. Hurnw.
Nnn wolan, wir wollen daft fobneUer reiten, damit wir erfaro, was es for
ein gefind fei. ift er geiftlicb oder auf der pfafien feiten, fo wöUen wirs
10 balt^merken, dann er wirt uns «war. nnfer reis halb kaum ongefordert hin
laden; fo wü ich im meinen bände! fagen, wie ich mit eim bifohof s& diun
hab, dann werden wir ins gefprech kommen, da muft da mir auch, wie
ich dich s^vor gebeten, aoß dem geiHlioben rechten, wa es not wil feni,
dann dn haft darin ßadiert, behilflich fein; was aber fanü die gotlich fchrift
i& antrift, da wil ich eim ieden ßack genug fein, Cnna. £i nun redlioh
drani ich wil dir aoß des bapßs decret treulich genug helfen. Hurnw.
Du muit nit vil feltlamer Wörter brauchen, daß icbs anch verßahn mag,
dann ich weiß wol, wies im rechten z& gabt. Cunz, Ich wU dirs alls
wol anfliegen, forg nur nit. Hurnw. Ich red ihn an als ein weltlichen
20 förften. Cuns. Es mag übel anderft fein, böte Ucham, er reit als wer
er geiftlicb, ift nun verfaumbt.
Hie redt der humwlrt den bifchof an.
Hurnw. Gnädiger herr, got grüß enohl Bifchof. Got dank dir, gCbll!
Hurnw. Gnediger herr, wa gabt die reis hinauß mit dem senk? ift
-"* irgents ein gefchrai furhanden oder aber ein fchnappens? Bifchof. O
nein, beh&t uns got, dann uns gebnrt weder b& kriegen noch zu rauben
Hurnw. Iß es recht, Cunrade? Cuns. Faron forti es fchickt lieh
felbft wol. Hu reu w. Lieber herr, zürnet nit! fo feit ihr freilich iergents
ein geiftlicher pilat? .Ganz. Prelat, roetfter. Hurenw. Ich kans fo
30 eben nit reden. Bifchof. Ja wir folten geiftlicb fein; fo macht man uns
iezt fo onfinnig, daß wir fchier auch mit lauften folten drein fchlagen.
Hurenw. Ihr feit fchon gerüft darzu nach dem heften mit difem senk, da-
rumb ich euch för ein weltlichen fürften auch angefprochen. des TerzeiKet
mir und euer gnad hab mir nichts für üt»el! Bifchof. Nichts, gar
•>•'• nichts, mein gfell. wa habt ihr zwen aber will hinauß? Hurnw. Gen
Trent ift nnfer reis. Bifchof. Da wöUn wir auch hin, etwas treflichs
auß x& richten, wil es mit g&te helfen, wol gut; wa nit, fo m&ßen wir
einmal das rauch heraoß keren. hoff, unfer aller heiligfter vater werd ein
mal anderft drein fehen. Hurnw. Was ift es für fach? Bifchof.
40 Es ift der luterifchen diebifcben keUerei halben, welch uns fchier nmb aH
anfer hab gebracht, da ein''conciliam angefteUt, darin bäpftliche heiligkeit
felbft perfonlich erfoheinen, die Luther! Ton grond auß zu reuten; darz&
ich dann auch helfen muß und wil, und folt ich mein bistumb volle dran
lienken. Hurenw. Cunrade, ifts recht? Cunz. Faren fortI Hurnw.
4A So behalten ihr den reißgen zeuk bei euch? Bifchof. Ja, wauns von
21
274
noten, ro wem wir balt gernft. Hnrnw. Es gabt aber ein großer or.
auf, minder nit dann ein tanfent gülden. Bifchof. Ja wol nocb zv-i
aber der fifcal muß es alles zalen. Hnrenw. Gnediger herr, euer grj
maß mir Teraeihen, wann ich meinen knenht frag aö xeiten umb ein » i
ft das ich nit verftali oder nit recht red. Cfinzle, was heißt fri0g»r? Csr
Es heißt nit frißgar, fonder ein fifcal, der bifchofPer geltfamler, etnrk \
und feclcelraaifter. Hnrnw. Gnediger herr, waher kumpt aber deai :
cal foleh gelt? Bifchof. Im fallent järlich über die vier tanfent gali i
nur Ton den prieftern mnb die abfolnz. Hnrnw. Cunz, lieber, was i
10 abfolna? Cnnz. Es ift fo ein priefter ein kint macht, fo wirt fr ir
gnlaris, das ift, ongefchickt mefs zu halten, muß lieh darnach abfoUi^M
laßen und umb die abfolution muß er dem iifcal V oder VI golden ^e^
gefchicht es aber mit einer nunnen (welch iß ein gefpons Chrifti), mnii i
X gülden geben. Hnrnw. Gahts fo recht naher? Cunz. Faren if"^
li Hurnw. Was muß aber einer geben, fo er eim münch ein kint msk- '
Cunz. Ach der muter felch, du fragH fo närrifch. man macht i
mönchen kein kint, die mönch machen aber den nennen kinder. Hnrs-
Gnediger herr, ir woUont uns nichts für übel hau, daß wir fo das geg«*^'
halten, wir m&ßen ja etwas reden, daß uns die reis nit langweilig fei •'
>0 der großen hitz. Bifch. Nichts, faren nur dapfer her! Ilnrnw. >
gohnt doch, Cunz, vil mönch daher mit großen beuchen wie die fchwaor
frauen. Cunz. Es feint die gfiten bißlin, die machen inen die be.
groß. Hnrnw. So gefegnes ihnen mein nachbauer der henket! fag z
weiter! laßt man dem priefter, nach dem fo er die abfoluz bezalt hat, c
S& metz im haus? Cunz. O ja, denn nach der abfoluz wirt er wid«r :^
fchickt mefs z^ lefen umb gelt und die facrament mit zu teilen. Hnrs*
Gnediger herr, wann ich auch hurerei trib und ein kint machet, möcht t
nit auch ein abfolnz bezalen und für und für in hurerei mit lieberer c**
fcienz verharren? Bifchof. Nein, dann es ift nur den geweichten i
ao gelaßen. Hnrnw. Wer abfol viert aber die f. Johanfer, die teut:
herren und ander ordenslent, fo die kinder machen? Bifch. Die fe-
gefreit und unfer Jurisdiction durch bäpftliche bullen abgezogen. Huro-
Ich merk wol, ihnen ift frei on alle ftraf hurerei zu triben verhenkt, gr-
diger herr, zürnen nitl mich dunkt, hie feien die brillenmacher verdoii
M und man fehe durch die finger. auch fliegen die großen brommer der
die fpinnweb, iHe kleinen mück>ein aber müßen, von der fpinnen geftooh-
drin verderben, ir fehen die armen dörfpfefflin außen auf dem land t.-
feind ihnen gar ongeuedig, überfehen aber dem thnmprobft, dem vica:
und thumherren. Bifch. Ja, mein gfel, wir haben dem capitel ein pr*
40 ment gethan, fie bei alter gewonheit zu laßen. Hurnw. Cnnzle, y.
ift ein jurament und capitel? Cunz. Capitel ift der thumprobft und :
thumherren. jurament ift ein eit. Hurnw. Gnediger herr, folch ju'j-
ment ift nit z& halten, dann es onzimlich ift ; auch fol man bofe g«wonb«i:< -
nit vertragen. Bifch. Wir mnßen beftan bei geiftlicbem recht. Hnrsv
4& Cunrade, waiftu nichto auß geiftlicbem recht, ob böfe gewonheiten feien :
dulden. Cunz. Ja, ich weiß etwas, es ftaht gefchriben alXo 'ein itz-
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liehe gewonheit, üe fei alt oder gemein wie lie wöl , Toi ganz und gar der
wariieit weichen, und der braach, welcher der warheit nit würdig i(l, Toi
abgetbon werden, dann der herr fpricht, ich bin die warheit, hat nit geüagt,
ieh bin die gewonheit.' Hurnw. Hören ir, gnediger herr, daß man
b fchuldig iß, gewonheiten, die wider gottes wort feint, ganz nnd gar ab zu
thun. nun iß die tinrerei der priefterfchaft, wie wol ße alt und gemein iß,
wider gotte« wort. Cunz. Meißer, du kanß nit merken, wan feiner gna-
den angelegen iß. Hurnw. Was ligt ihm an? Cunz. Solt er dem
tbumprobß, dem vicario nnd den thumherren ihre metzeu und huren ver-
10 treiben and ße nmb der horerei willen ßrafen wie die dorfpfaffen, fo würd
fein gnad bofen luft auf dem ßift haben, nnd fo er allweg für fein leib
auch ein rd&lin im harren hat ßahn, würden feine capitelherren fagen *^me-
dice, cura te ipfumi' Hurnw. Waa iß das geredt? Cunz. Es heißt,
du arzet, mach dich felber gefunt. Hurnw. Wol geredt, Bifch.
ib Dein knecht hat den ßich errathen. wir m&ßen nmb der red willen durch
die finger fehen. Hurnw. Iß dann nit ein bifchof fchuldig auß geiß-
lichem recht fein, auch feiner underthanen hurerei und ander laßer zfi be-
inern? Cunradus. Ein bifcliof 'der fein fand nit abtülgt und feiner under-
tlian fund und laßer nit beßert oder ßraß, der fol nit bifchof fein, fonder
20 ein onznchtiger oder onverfchamter hnnt genaut werden. Hurenw. Euer
gnad muß das übel in euch und auch in den andern ßrafen und beßem,
auch der prießerfchaß und allen u^enfcben ein chrißlichs erfams vorbilt
nnd exeropel vortragen, dann der herr fpricht zu feinen apoßeln, an deren
ßat ihr bifchof euch litzen berümen, 'ir feint das falz der erdeo. fo nun
25 das falz tbumb wirt, was kan man darmit falzen?' item *ir feint das liecht
der weit, alfo laßt euer liecht leuchten vor den lenten, daß ße ener g&te
werk fehen und enern vater im bimmel preifen.' auch fpricht fant Paulus
^ ein bifchof fol onßräßich fein ,' und zfim Tito fogt er ' ein bifchof fol on
laßer fein.' nun iß ein ieglicher öffentlicher hurer ßräflich, fo iß auch
30 hurerei fund und laßer; derhalb welcher bifchof ein hurer iß oder mit an-
dern laßern behenkt und fich nit beßert und nit lebt nach form und weis
wie fanct Paulus fchreibt, der iß nit bifchof. Bifch. Bei den alten was
es ein anders mit den bifchofern weder iezt. Hurenw. Das dunkt mich
warlich aach> dann die alten bifchoffcn feint from, erfam, gelert leut ge-
35 wefen. Bifch. Ob wir fchon das leben der erßen bifchof nit haben, fo
haben wir dannocht den uamen und die Würdigkeit: darnmb feint wir bi-
fchof. Cunz. Nit der namen nnd Würdigkeit, fonder ein recht gefchaf-
fen leben macht ein bifchof. Hurenw. Ihr feint der hurerei und ander
ongefchickter fachen halb in vil weg ßrÄüich. das fol ein bifchof nit fein.
^^ Bifch. Unfer weichbifchof und unfer vicarius, on deren rath wir
nichts bandlen, berichten uns, wie das woft Pauli ^onßräflich' fei alfo zu
verfUhn, daß ein bifchof, ob er auch dem evaiigelio nit gemeß lebte, fol
nit von feinen underthanen geßraft werden, wie ieznnt der Luther, die
luthrifchen fürßen, ßat und rath underßahn zu thun. welcher teufel hat
45 ihnen doch gewalt über die bifchoffer geben? Hurnw. Es gabt nocb
reeht. Cunz. Dweil euer gnad bei geißlichem recht geßohn wil, folteu
21*
276
euer vtcariuB and fuffraganeas dem geiftlichen recht baß ins niiderbeaib«
lagen und euch daraaß berichten, daß den anderthonen erlaubt ift, ihres
bifchof und prelaten amb fand z& ftrafen, ja ile feinfes fchnldig xfl tliaii nnd
ift inen geboten. Bifch. Wo haft das geleren? Cans. II q. VII ca.
» fecutt funti und ca. admo. Hurnw. DiS» bäpftliche Iktiang feint gleich-
förmig dem evangelio, da der herr gebeat den nechften zu ftrafen.
Cuna. Unfers bifchufs Ticarioe ift ein großer harenjäger, das weiß ieder-
man wol. o künt fein ftublin reden 1 drumb fein fie nit tangUch sfioi rath,
und ir follent euch difer leat rath nit behelfen. folche ift ench im decret
10 verboten, aber gleich and gleich geCellt Ach gern, da kam der teaüel aus
koler. Bifch. Wann es die geftalt hat, wie ir darvon reden, fo wereo
die bifchof in eim gferlichen (Unt. Ganz. £8 ftaht im geilUicben recbt
gefchriben, daß in difem leben und bfonder zu difer zeit nichts fo gering,
fo leicht nnd dem menfchen fo angenem ift aU eins bifchofs oder eins prie-
16 ßers oder eins diacons ampt, fo die fach hinießiglich nnd mit febmeiefalerä
▼errioht wirt; aber für got ift nichts dürftigere, beträbters und ▼erdamli-
ehers. widerumb ift nichts fchwerers und arbeitCiMners und Tcrlichera als
eins bifchofs, priefters oder diacons ampt; vor got aber ift nichts feltgers,
fo maus tbot, wies nnfer keifer Chriftas gebeat. Bifch. Wir werden
10 doch von nnferem beichtvater unlers ampts halben gar nit geftraft«
Hurnw. Es ift vileicbt auch ein liederlicher beichtvater. Bifch. E»
ift ein frummer heiliger vater von^ der obfervanz. Hurnw. Ach got,
feint ir auch mit den gleifnern und fchmeichlem behenkt? fi verfuren bapft,
bifchof, keifer, künig, furften, herren und die ganz weit mit irer gleÜaerei
» wann ir ße wol füllen nnd freuntlich tractieren, fo verhalten iie euch die
warheit; fch lagen inen aber den hof ab nnd laßen inen verbieten, im gao-
Ben biftumb zd ftntzlen nnd .tetminieren, dann fo fchicken an ire pre-
dig, fo werden ir hören, wie ir im ferlichen ftant feint ir folleo folcb
fbhmeichler bei euch nit haben, fonder frum, dapfer, warhaftig Biancr,
SO die euch dörfen die warheit fagen und nit den falben hengft liteichea.
Bifchof. Wie feint dann die prediger mönoh? Hurnw irt. Das
feint die ergften bluthant, die in der weit mögen lein* des hant fte von
bapft erlangt, die leut z^ verbrennen, wa fie aber das nit mögen baa,
da brauchen fie Venediger fupHn. es feint aooh die erzvenweifeit böswieh-
U ter und keifermörder, welche keifer Heinrich dem fibenden im facraaient
vergeben, folt nit das&mal das feuer vom himel gefiallea und Ce all eins-
mals verbrent haben, ße haben auch ein neuen Francilbum sft Bern ia
Sehweiaerlant wollen machen, aber ße fein darüber verbrant worden.
drumb gähnt der bfiben müßig und nemen aß euch rechtgfehalfeo lest nach
40 gebot des geiftlichen rechtens I laßent das huren und buhen volk farea, dann
es gezimbt fich keim chrifteil, gefchweig eins bifchofs oder feelforgers, mit
leichtfertigen oder argwönigen perfonen haus sß halten, alfo, habt ir nn
auch ein thierlein, fo thunt es abwegl dann der heilig martirer Sother, den
ir under die bapft aelen, hat geordnet, daß kein frau oder junkfrau, dar-
^ von ein böfer lümbd oder argwon entfpringen mög, in eins priefters haus
fein fol. fo fol man auch der concnbinarier mefs ait hören. Cuas. Ei,
277
lieb«r meifter, tbu gemach! fein gnad ift auch blnt und fleifeb und mag fioh
nltjuD bimel hebea. Bifch. Tu dizti. Ganz. Halten 1 wir mfißen
ein mal anch ftallen, die rofs haben anßgehenlci. Bifch. Ja wol, fo
erfchnanfen wir auch ein wenig. Bifch. Ja, ihr gfellen, als mich dnnkt,
5 fo feit ihr anch Intherifcb. nn werden wir bericht, die Interifchen predl-»
eanteu fagen, fehreiben nnd leren, niemant mog on fonderlich gnad keu-
fcheit halten, wir finden der gnaden nit. Hnrnw. Chriftns nnd hei'-^
nach Paulus fagen das und die lotherifchen fagens denen anß der fehrift
nach. Bifch. Ich bin nit weiters bericht« Cunz. Sagen doch die
10 doctores, ein bifchof trag darumb ein impfel oder hnt mit zweien hörnern,
die bedeuten follen, daß ein bifchof im alten und neuen tellament gelert
fol fein. Hurnw. Was bedeuten aber die zwen zipfel, die am hut ab-
her hangen? Cunz. Sie folten den köpf nnden zubinden, daß die
fehrift droben blib, nit in die f6ß kern und nnden auj^fchwitzt. Hurnw.
15 Unfer farr daheim bat auch zwei hömer auf feim köpf, ift defto gelertef
nit. ich wolt, welcher bifchof nit gelert wer in heiliger fehrift, daft er
mfift efels oren aufhaben wie der knnig Midas: (blchs ziert die roralfon am
heften. Cnnz. Gnediger herr, die Ibmmiften fagen nach der mainung
Richardi, wann einer z(lm bifchof ordiniert wirt, fo fragt man ihn, ob er
90 wiße oder kund das alt oder neu teftament; fo l^richt er ja, nnd aber
lengt, der I&odet tötlich. Bifch« Wir feint von nnferm beichtvater mit
dem römifchen ablaßbrief Ton der totfönd langft abfoWiert worden, umb
die totfand darf ich kein gewifien mer haben. Hurnw. Wie? fiberkom-
nen dann die bifchof ihr ampt mit liegen? Bifch. Nein, es ift ein rö*
» milche praetik. Hurnw. Cnnz, was ift die romifch practic? Cunz.
Es ift zd Rom gewonheit, daß einer mag ja fagen, fo er nein im herzen
▼ermeint, des gleichen mag einer ein jnrament thun, das er nit willen hat
sfi halten, allein daß er üch darnach mit bäpftlichem gewalt laßt ad cau-
telam abfolviem nnd ober den eid difpenfleren. man braucht mit den
80 Venedigem (umb daß fie gemeinfchaft mit den Saracenem haben) alle jar
am hohen donnerstag gar ein fchöaes römifeh nnd bapftlichs ftücklen: das
wißen die großen cnrtifanen wol. dife römifche praetik haben unfere bi-
fchof a ch im branch, dann Ae legen ihren plaifen auch ▼!! eid auf« fo
einer ein pfarrherr wirt, muß er dem bifchof ein jurament thun, darnach
» den capitel, zfi letft feiner brnderfehaft: da fchwert und jf^lobt einer wol
hundert ftuek sü halten nnd halt nit eins. &e fagen, es foi einer nur
fohweren und kein eonfeiena haben, ob ers fchon nit halt, dann es fei fo
in der praetio aUenthalb. Hur^nw. Gabt man mit folcher buhen prac-
tic zA Rom auf des bapfts hof umb, und auch unlbr bifchof, fo fchend got
^ den bapft, fein gewalt, die bifchof und ihre bAben alll iezt merk ich, daß
der bapft Aunpt feinem ftui ein warer Antiehrift ift, und ift ewiglieh war,
daß^ die zolner und huren (wie der herr fjpricht) werden ehe ins himelreich
kommen dann dife ersglelAier und pharifeer. ich bin der aller ärgft bub,
noch wolt ich mich fehemen mit foloher fchelmerei umb sä gähn. Cunz.
46 I>as ift die fchlechteft lach zA Rom liegen umb pfrnnden, eit thun und nit
haHent ifts doch nmbher in allen geiftlichen fo gemein worden als fleh im
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BUgft. Hurnw. Ich Iftß &&, daß die totfand mit dem liegen bin Tein;
noch dennocbt glaub ich, fei er fcbnldig, weil er ins bifchofs ampt ataeeii
wH, wie Paulus rehreibt 1 Timoth. III, z^ leren, zu ermanen und su Ära-
fen die widerfprecher. aber doch, mein Cunz, fag mir, ilaht nit etwas auch
. 5 darvon ins bapfts Teeret.' Cuns. Ich main, du machteft gern auß bap-
ßes recht ein fcheißhaus. es heißt nit Teeret fonder decret. Hurnw.
Ks heiß Bärbel oder Gret, mir ift nichts dran gelegen wie der dreck heißt.
fag mir nur, ob nichts von difem handel darinnen ftant. Cunz. Ks liaht
im decret gefchriben, daß, fo einer wil ein bifchof fein, der fol zwei werk
10 außrichten. er fol die götlich fchrift lefen und dick betraehten, fol fein
Volk leren und furnemJich die ding, die er von got und heuach in der
Ichrift bezeuget und der heilig geift beftetiget hat. er fol nit kriegen und
wider die feind fireiten, Xonder fol ftets für Tein volk (wie Mofes) got bitten,
auf daß fie die onfichtbare feind, die Amalechitas , das ift, die teufel über-
u winden, diß Habt im decret. item, ein bifchof Xol und muß ein lerer fein
und fol folichs nit verfaumen. Hurnw. Sol ein bifchof ein doetor and
lerer fein und mechtig in der heilfamen leer, fo muß er von not im alten
und neuen teftament gelert fein. darz& zwingt ihn götiichs und bäpftlichs
gefets. Bifch. Lieber gfell, wir verrichten unfer ampt durch unfer
20 fnffraganeus, offlcial, vtcarium in fpiritualibus und durch ander unfer ampt-
leute. Hnrnw. Cunrade, was ift das für ein thier fufsgaruß? Cunz.
Es heißt nit fu&garuß, fonder Aiffraganeus, es feint die weichbifchof oder
heiler. Hurnw. Was thut nu der felbig an ftat des bifchofs? ich mein,
er helf ihm die bauern befcheißen oder fchinden. Cunz. £r weihet
2& glocken, kirchen, kelch, corporalia, ttfchlachen, mefsgewand, wefcht die
wend, malet Ölgötzen. Hurnw. Was ift das für ein handel? des äffen-
fpils hab ich mein tag nie gefehen. Cunz. Hilf got! haftu nie gefehen
pfaffen fchmiren, kirchen, altar, heiligen und glocken weihen, fo hift gewis
ein fchlechter cbrift, dann es gabt fo audeebtig und herrlich zu, daß du es
30 kaum glaubeft, weil du es nie gefehen. man muß vil gefchirs haben und
alles neu fein, das müßen die bauren beftellen, darnach ifts des weibifchofs
gefind, und dem weichbifchof über allen koften dar zu geben XL oder L
gülden zu Ion: darumb gefegnet er ein zuber vol waßers, wefcht darnach
damit die mauren und befchut die bauren, daß Ae gelt fohwitzen. des giei-
S5 eben fo er priefter weicht, die nichts können und auch nit wollen das hei-
lig evangelium predigen (wie wol ers ihnen nmb alter gewonheit willen fur-
halt, daß der priefter ampt fei das evangelium predigen), wann iie nur die
formata und ander fohinderei außrichten und zalen und die finger mit öl
laßen fchmiren, fo feint fie priefter und mögen nmbs gelt mefs eßen.
40 Hurnw. So hat dann der weibifchof neu Ölgötzen und neu hnrenfurer
gemacht, die mit ihrem onnutzen mefs eßen die armen bauren umbs gelt
befcheißen. Cunz. Das ift gerathen. Hurnw. Und thut er nichts
anders dann nur das? Cunz. Dunkt dichs aber nichts fein? Hnrnw.
Wie du fagft, dann das feint nit nach f. Pauli befohreibung eins bifchofs
4& rechte bände! und werk, es ift alter begutzen apoftntalerei, gleifnerei, kü-
belwerk, ja recht nacrenwerk. Cuns. £i red nit allöl du fällft anderft
279
> Ins bapfts ban. Hnrnw. Ein knbel vo\ ins bapfts banl felig Teint alle
■ die ins bapfts ban fein und drin fterben. Canz. Lieber, Tcbweig der
> wort! es Teint die wethbiTchof gewonlich prediger ordens. wa ße Tolche
( red von dir innen wnrden, da mAft brennen; dann Ue haben größer acht
} 5 auf die handei fo wider den bapft dann die wider got Teint. Uarnw.
I Ich geb nit ein Tcbnell amb die mönch; dann got hat ir Tchwert, damit fie
I lang gefochten, in ir eigen hers gefteclct nnd difer monch vier Icetzer z&
I Bern laßen verbrennen. Gnnz. Hut dich! dn borft nit ehe auf, es gang
I dir dann ein rath nbers bein. Hnrnw. Wir maßen ein mal ftallen.
10 Bifcfa. Ja wol. darnach mögen wir weiter reden, ich hör hie mer pre-
dig dann mein lebtag ie. Hnrnw. Blan wider dran! maeht gftte roTs
mfid! Non Tag mir anch, Cnnrade, was rieht der aflencial ans biTchola ftat
anß? Cnnz. Er heißt offlcial nnd ill der geiftüeh richter, des biTchofs
amptman, Tchicict anß monitoria, citationes, excommnnieationes, primom Te-
15 candom tertinm monitoria, interdict nnd abTointlones. Hnrnw. Lieber,
Tchweig der Tchinderei! Tag mir, To er ein geiftlieher richter ift, was richtet
er für geiftliche Tachen anß? Cnnz. Wann einer den andeni umb
Tchalt oder Tnnft zenkiTohe Tachen Turn geiftlichen rechten famimbt, fo mnß
er an ftat des biTchofs nrteil feilen. Ha rn w. Das Teint TeltTam geiftliche
SO Tachen. es ift der tenfel nnd Tein mater, es Teint eitel werk des fleiTehes
nnd nit des geiftes. T. Panlus Terwirft nnd ftraft Tolchs heftig ander den
chriften. weil aber der böTen ehrillen halb gericht gehalten müßen werden,
To gehört es doch den biTchoffem nit zA, ibnder der weltlichen oberkeit.
Ganz. Das laß ich die biTcfaoffer verantworten. Hnrnw. Nu Tag an
25 weiter, was thnt aber an ftat des biTchofs Tein vicarins in Tprenertalibus?
Cnnz. Da bift ein Teltfomer Latiner: es heißt in Tpirttalibns.
Hnrnw. Es Tei in f^aribas oder Tpiribaa. ir geierten, ir verkerten haben
ans laien alle ding mit dem latin verTchlagen, wie die gaakler thant *ver-
Tehwind als der wind, daß keiner wider find!' Darnmb verdreußt die
30 pfiiffen und manch, daß man teutfche bAchlein tmckt, darin ir halang ber-
ftr bricht. Na Tag vom vicker! acht meine lateins nitl Ganz. Vicarins
ift ftathalter in geiftlichen Tachen. er hat des biTchofs figel, nnd anf daß
der biTchof onbekümmert bleib, To mnß iederman zA dem nmb alle Tachen.
ift g{it man, wer nur gelt bringt, er Tei gelert oder nit, ft> wirt er zAge-
s& laßen pfarren an zA nemen. item wann die curtiTaner amb ein commiTs
auf den pfarren alle jar kommen nnd im nnr gelt geben, To wirt es ineu
zAgelaßen. Hurnw. So ift der vicker auch ein eTel nnd geitig.
Cnnz. Da ligft. es kommen auch die mentiris, die ftntzenierer sAm vica-
rio, kaufen von ihm ein admiTs, ein zAiaßbrief, der koftet oft XL gülden.
40 da wirt ihnen z^&gelaßen, daß fie mögen im ganzen bistamb frei die haaren
beToheißen. item er mnß auch die cafus reTervatos helfen handien.
Hureuw. Was? Teint es faal kas? Ganz. Es Teint des biTchofs fall.
Hurnw. Was fall, geißen oder bocken? Gans. Der mater im hlrn,
es ift ein fal oder Tand dem biTchof vorbehalten. Hurnw. Es mag wol
45 eia fal heißen, dann es feit der biTchof nnd Tein gezött«!, die Tolchs erdacht
haben, in abgrnnt der hellen, aber, lieber, Tag mir, was ift es f&r ein ge-
280
[jpeiift? Cmis. Ea iA kein gel^penft, dann en bringt gelt, wann ein pCtf
on nanipel, on hameral, on ßol oder brneh mefe helt, oder fo er sue
Opfer gabt und den manipel nit kfifll, oder for der mele ein lublin »eigeljs
oder ziickerbeß ißet und ee der decban innen wirt, ninß ers dean ftleai
5 anfagen, das ift fein ampt dann mnA der flfcal bei feim ett den pUJftm
onnemen, und wa der püaff onwillig ill gelt z(k geben, citiert er den Inr den
offieial. dann mnß der pfaff ein proenrator ban, Terfelien mit eim ndvoea-
ten, dann gabt der caßie dnrcb des bifcbdfs amptlent daher, cnasler, oA-
dal, Ticarinm und notarinm. der il£bal ift klager, der ofSeial riehler, der
10 abfoWiert auch den Xchuldigen, nnd fo er abfolTiert ift, muß er Toat nota-
rio ein abfolaz in fehriften haben, die felb verfigelt der Tiearina nnd dai
bringt gelt mit hänfen, und fo der .pfaff reich ift, fo aencbt aana die Xaek
auf in feztam generationem. es ift in eim bißnmb, nit feer lang, gefehehen,
dafi ein pfaff von eim andern angeben und verklagt ward, er folt vor der
1^ meA ein InpHn gefien haben , nnd ift anf folchen cafum wol CC gülden ge-
laufen, dann der pfaff war faift, hat ein fchweren feckel nnd kaut die fapp
wol besalen. Hnrnw. Mir nit der katsen, das war ein thencr Xnpp.
wie wer es erß gangen, wann er fleifch s^lr fnppen gefien het. er bstt frei-
lieb die geltfticht im feckel gehabt, daramb haben ihn des bÜcbels feckel-
10 feger crißieren m&6en, und alfo das panlen im Xi»ckel vertriben. wa die
leut gelt hinder eim wlßen und ihnen aü erben wirt, fo fprechen fie * reo«
oft in faortis, ipfe eft, tenete enm!' er kompt nit halt wider: wir ne&ßea
fchneiden, weils emde ift. wie giengs aber? Cuns. Ja, da der pfisf
kein gelt mer bau, bleib es hinderm riohter hangen. Hnrnw. Lieber
15 mein Cnnrade, was thnt man aber eim priefter, der vor der maCi bei Deiner
kellerin oder bei einer andern hnren gelegen ift, oder fo er gefchworen,
got geleftert und den lenten nach geredt, oder vol wie ein fchwein gewefea
ift, oder fo er die halbe nacht gefpilt hat oder in der ÜMuacht bei des
banm g&te feifte fchweinen braten gefreßen nnd güiten fränkifeben weis
so darau gefoffen? Cuns. Das feint generalia. was gemein ift, niabt da«
weichwaßer hin oder ein ablaßgebetlin yor der mels gefprochen. auch acht
man deffen nit mer, dweil es fo gar gemein worden. Hnrnw. Ich bor
wol, umb daß die hnrerel fo gemain ift und befonder bei den pfaffen nnd
feelforgem, fb ftellen ße die bifchof auch nit ab. Cunz. Dweil ein
Sft pfaff in der faften und am freitag nit fleifch ißt und feiner keUerin oder
einer andern hnren kein kint macht, fo gilt es nichts, wann aber ihm ein
kint Wirt, das fchreit dann fo hell, daß es der fifcal in sehen meilen hört,
und dann muß der pfaff die abfoluz bezalen oder löfen, wie oben geiagi.
Hnrnw. Ach got der großen blintheit und tborheit, daß man die
40 kleine ding fo hert ftralt und die großen groben fand fo fchlecht laßt bis
gähn. Chriftns möobt auch wol sü unfern geiftiichen regenten tBgitn *ir
blinden fürer, die ir mucken feiget und camel verfchlnckent. lieber, noch
em boITen tou faulen käfen des bifcbofs. Cunz. Wann eins armce
baners weib etwas beimlicbs gethan hat nnd aber kein ablaßbrief im baut
4& hat und z&r vaftenzeit folcbs feim piarrherren beicht, fo wil iie der pfarr-
herr nit heimlich umb der heimlicben lund willen abfolviern, fonder fchickt
281
Ae sibn deeban fetoM capitelt, der deelmn xftm leutpriefter des ftifts feines
bistambs. der rerbürt dann die &ob fo heimlicb uud gruntlich, wift es der
baoer, er wirt fein nit lachen, darnach rcbickfc fie der prieAer zum erc-
priefter: der fpricht ir dann die lang abfoluz; und fo er fein fach außge-
& riebt, fcbickt er &e s&n rebreibem nmb ein brief: da muß ße dann aocb
har laden. Hnrnw. Wa her wetftn doch folcbe? Ca na. Ich bin
ein seit lang anob ein rublHtnfc gewesen, da ift mir auch dick ein warme
trinkgoh SU Ion worden, sfi leltß knmpt fie wider zum Ticario« der verii-
gelt ir den brief mit rothem wachs im ftnblin. difen brief muß fie darnach
10 irem pfarrberren z^ lefen geben, der wil dann auch fein teil bao«
Hnrnw. Mnn hol der tenfei des bifohofs cafns larvatos bin and all die
mit nmbgabnl es wer ie kein wnnder, wann fchon der teufel ein mal gar
iSrein fcblAg, Karßhans mit feim pflegel nnd die rappeunefier all zerßörte.
ich wil ihnen wol fagen, wie äe die fand ftrafen foUen. eim bifchof gebart
15 die f&nder, die öffentlich gottes gebot Torachten nnd übertreten, vor allen
z& ftrafen ; helmlich fand aber fol got allein wißen und Arafen und nit der
bifchof. waramb ftraft er nit die öffentlich gotslefterer, ehebrecher, barer,
zütrinker nnd ander leichtfertig leat? wann bürftn den bifchof die leat in
der kircheu Tor allen mit worten ftrafen, oder wann r&ft er den weltliehen
90 gewalt an, denen folchs gebort z& ftralen, daß fie die öffentliche lafter ab-
ßellen, weren nnd nit geftatten? wann dem bifchof nar fönf fchiUing heller hin-
derbalten wurden, er vrard kein ru haben, biß ihm die weltlich oberkeit darzü
gehülf ; was aber feelen heil antrifft, des acht er nit. ich hab allweg ge-
meint, es fei kein ärger volk auf erden dann ich und mein gefind, fo iil es
25 fchimpf gegen difem teafelifchen volk. fie feint gewis ersneqnam per omnes
cafhs. Ganz. Alfo, mach ein mal gtkt lateinl Hurnw. Ich main,
ich werd hinden nach etwas Ton dir begreifen, dann ich waiß nn fobier,
was cafas referrati fein, Ticarius, fifcalis, officialis, notarius, iampt andern
geiftlichen iren fachen, die Re Taft anßhin umb gelt Terkaufen, welche bil-
30 lieber der fchrift und dem Simon nach, welcher die gaben des geifts von
den apofteln auch nmb gelt wolt kaufen, Simonei geheißen wirt. Ganz.
Hei Re verkaafens nit, fie nemen nur gelt drumb. Hurnw. £s ift der
teufel, der f&re Fte auch bin! es feint in der warheit die keibenfchinder, die
harenwirt und ftraßenräaber« tU beßer dann dife leut. der vicarius gibt
3^ ein ftttck yon einer kalbshaat und wenig waks daran umb XL oder ^ gol-
den, mein nachbaner der hnntfchlager geh eim ein ganz rolshaut und XX
pfuut waks dran umb V gülden. Ganz. Lieber meifter, der bifchof und
fein ho^efind m&ßen fich aoß dem gewerb erneren. Hurnw. Neren üe
fich mit folcher fcbinderei, fo mag ich mich auch wol mit meiner wirtfchait
40 erneren. Ich glaub aber, es hab in irem rechten weit ein ander mainong,
wie ich vor etlicher maß rerftanden; dann folche händel, wil mich dünken,
feint nit bifchöflich. drumb fag mir weiter, was doch ins bapfts recht die
bifchoffer fcbaldig feint z^ thun uud was ir ampt fei. Gunz. Maifter,
dein rofs hat außgehenkt. laß uns ftallen! Hurnw. Nun antwurt mir,
45 auf mein frag! Gunz. Ein bifchof fol beten, beilig gefchrift lefen
und predigen, ein bifchof fol gaftung halten, fol gaftfrei fein; und welcbers
282
nit thnt, der fol nit blfchof ordiniert werden. Hurnw. Ich nmiii, li-
feien gaAfrei, fie lian gar nahe alle tag frembd und herrlich geft. Cum
Das decret vermaint nit folich gäft, fonder er fol gaftfrei feio gegen de«
armen die not leiden, und welcher bifchof der armen dnrftigkelt nit achu-:
r» für fein eigen, der hat vergebens den namen eins bifchofs. ein birchof fvL
als vil ihm möglich ifl, den armen und den kranken deck und namn^ mit-
teilen und fo ihm gebriß feins guts und die not erfordert, fol er ßlber ui*»
golt von der kirchen nemen und den armen geben, item glori und eb'
eins bifchofs iß (fprichts decret) den armen helfen, und nit tenapei, d:«
lü wände und tempelgeXchirr mit golt, ülber, marmor und edelgeHein xieres
Hurnw. Unfer bifchof feint gaftfrei, dann fie haben vil ho^efiod.v
fpringer, rioger, fechter, lautenfchiager , trometer und des leichlfeitigea
Volks nur gar vil. fie haben auch vil hund, Jäger und jagen vil lieber dann
El9 zii kirchen gähnt. Cunz. Die ding feint den bifehoffem verboten
15 d. LXXXVI c. donare.c. qui ve. c. vident, c. Efan, c. quid, c. ar
puta etc. ein bifchof fol haben ein nacfagnitigs hausgefcHirr, ein nrchgn!:-£
tifchgezierd und ein arme leibsnarung oder koft, er fol ftichen mit de^
verdienft des glaubens und des lebens den gewalt und rum feiner würdLr-
keit. Hurnw. Das iß der fchrift nach geredt, darin iß Cbrißna alleir.
so unfer haupt, hirt und bifchof; und die des bifchofs diener feint, die foller
arbeiten im Weingarten des herren, nemllch uns waiden mit dem wort got-
tes und guten exempeln. ich woltaber auch gern wißen, ob doch d^^
geiftlich recht (darauf die bifchof mer halten und fich gründen dann uf göt-
lich gefchrift) zulaßt, daß fie weder predigen noch ander forg und arbe::
25 tragen dörfen und nur gnadherr fein. Cunz. Ich habs fcbon zum teL
angezeigt und fag noch weiter, daß es nit zulaßt, dann es g^ündt fich ac^
die wort Pauli, und fagt, ein bifchof heißt ein auffeher, der halb ihm g«^
bnrt, daß er acht hab und forg auf das leben und fitten feiner leut. iceo
welcher eins bifchofs ampt begert, den gelnßet eins guten werks. hie iar.
30 das geißlich recht 'bifchofs ampt iß ein namen eins werks und nit der
Würdigkeit/ item * ein bifchof fol f<;lber prießer ordinieren und toi an fei-
ner feiten haben prießer, klug nnd gelerte männer, im gefatz gottes geübt,
die folleu dann deren die man zum prießem ordinieren wil, gefchlecht, vä-
terlant, alter, ßat und ob fie wol gelert feint, und vor allen dingen follec
36 fie. fleißig erfaren, ob fie im gefatz gottes underwifen feint, item ein bifcj)ot
fol on rath feiner geweichten niemant ordinieren, des gleichen fol era tbun
mit gunß zeukttus der burgerfcbaft. item ein bifchof fol alle jar die pfar-
ren in feim biftumb vifitiern oder heimfuchen und zum erßen fragen, vie
fich die clerici halten. zSm andern fol er die gemain berufen und fol inen
40 die ding, die not feint zur feligkeit, fürhalten. Hurnw. ünfer bifchoter
(hör ich fagen) fo fie vifitiern, beforgen, dem armen dorfpfaffen wcrd der
wein (des er doch wenig im keller hat) feiger und auflaufen und das bro:
fchimlig und die wiblen freßen ihm den habern, die fuchs die hüner, nemen
mit ihnen vil hofgefinds nnd fchariauten hafen z& jagen, die felben en(-
♦5 binden denn den armen pfaffen von fpeh und holz und von allem das er im
haus hat und ein ganzes jar zur not brauchen folt. und dann fo fragt mein
283
gncdiger herr der bUcliof emftlich, ob die h&ner jachsen , ob die gäos feu-
gen. and ob die ampel for den holxneo götsen brennen, ob der fpr^ng-
keßel «aßer beheb, wie yil glockenCsil feint, und in fonderheit fragt er
fleifiiglich, ob der pfarrherr alle fontag unfer frauen bau und den ablaß
."> verkände, ob die bauren redlich dran Aenren, ob man die ßatnta fimonialia
oder fynodalia halt und befonder die gelt bringen, und ?or allen dnigen
fragt er eigentlich, ob die bauren recht zehnen; be61cbt dem pfiarrherren,
fol dick vom zehnen predigen und den leuten in der beicht confcienz dmmb
machen, und zuletft fragt er, ob auch vil kom, habern, weizen, wein etc.
lo in zehnen gefallen, item, fo der pfaff ein kellerin und kinder im haus hat,
fo maJß er gelt fchwitzeu, fo es fchon im wiuter kalt ift. zur letz lugt
dee bifchoCs kemmerling der kellerin zum kemmin, biß ir der bauch ge*
fchwilt. darnach muß der arm onfchuldig dorJpfaff fchuch und tnch Tor-
fetzen , biß er dem fifcal vier gülden umb die ^efcbwulß sü wegen bringt.
ib ine bifchoffl hof heißt es die abfoluz, in meinem frauenzimmer heißt es das
burengelt bezaien. fo ift dann die yifitaz herrlich außgericht und hat fei-
nem ampt genug gethan, darumb er bifchof und gnediger herr heißt, vi!
hubfcher hengll reitet und vil onnützer müßiger lent bei ihm hat. o der
eilenden vifitaz! da wirt nut außgericht das got angabt, die lieb und nutz
)so des nechften; man macht nur Übels noch übler, args noch ärger, fag mir
weiter, was eim bifchof gebürt zu thun. Cuoz. Ein bifchof fol witwen
und weifen befchützen und ihnen beiftahn. item, man fol und muß ein bi-
fchof für andere hören und von ihm empfahen die leer des glanbens.
Uuriiw. Auß dem folgt, daß ein bifchof vor aller priefterfchaft in götli-
2S eher gefchrift gelert fol fein. Cunz. • Es folt ali'o fein. Uurnw. Weift
du nichts mer? Cunz. Wer zum bifchof erweit fol werden und was er
künden, lernen und thun fol, ift in einer fumma vergriffen, dift, XXIII c.
qui epi. Hurnw. Ich hör wol, daß ein bifchofs ampt nit ein müßig
ding ift, fonder ein überauß große forg, m&b und arbeit, wee ewiglich eim
30 bifvhof, der den namen, Würdigkeit und den nntz halten wil und aber feins
ampts nit pflegen wie er fol. Bifch. Mit der weis folt der tenfel be-
geren ein bifchof zu fein, ihr machen mir fehler ein confcienz mit euerm
gefchwetz* ftahnt nun folche ding in unfern rechten gefchriben, wie gabt
es dann zu daß es uns weder der vicarins noch der beichtvater anzeigen?
3S Uurnw. lezt mag euer gnad wol fpüren, was es für fehmeichler feint
und euch ftets, wie mein Cunz fagt, ein placebo oder dilexi fingen, was
feint ihr aber für ein bifchof, daß ihr weder das götlicb noch das euer geift-
lieh recht wißen. Bifch. Wir haben nit weil der fehrift zu warten und
die KU lefen, dann wir feint mit andern weltlichen fachen ftets beladen nnd
40 bekümmert; fo ro&ßen wir auch oft auf die reicbstag reiten. Hurnw.
Welcher got ftreitet, wie ein bifchof thun fol, der flickt fleh nit in difer
weit gefchäft. Cunz. Es ftaht auch im geiftl leben rechten , daß ein bi-
fchof oder clerik nit follen befitzung empfahen noch lieh in weltlieh be-
iUsnng mifchcn. Bifch. Wir feint nit allein bifchof, wir feint auch ein
4» fürft wie alle bifchof feint und haben laut und leut zu regieren. ffnrnw.
Das wolt der tenfel und fein großmutter, dann folobs ift wider Chriftum
22*
284
(wil ieznnt Pauli, dann ihr fein nit tiI achten, gefchweigen) , der hat felbü
feinen apoftelen, deren (Uthalter ir bifchof Tein wollen, weltlichs reginieec
Terboten nnd fpricbt, es gebor den förlten difer weit zu. da ihr wolies
ein farft Tein, folten ir nit bifchof fein worden, wann nun der teufel dn
s Inrßen wnrd hinf&ren, wa wurd dann der bifchof. bleiben ? Bifeh. Vf'r
können nns des weltlichen regiments nit entfchlahen, dann wir m&ßen ft>:
reichstag mit andern furften helfen des keiferthums und ander weltlich ge-
feheft außrichten. Hurnw. Lieber Cunrade, ift nit auch den bifcfaofcL
folchs ins bapils buch verboten. Cnnz. Das decret gebeut dem bifchui
1» alle fein gefcheft dis lebens Ton im zu werfen und fol kein biirg, kein ad-
Tocat fein oder werden, er fol ganz und gar nit ingwickelt fein in facb^n
weltlichs regiments, auf daß er mit zeitlichen fachen verhindert werde am
wort gottes. Hurnw. Bei meim ait, ich hetfr nit gemaint, daß fo fnt
ding ins b.apfts recht wer geftanden. Bifch. Ja dife fatznng feint qg
U Terait und gelten nichts mer, feint aber andere durch die aller heiligfteo
Täter bapft Bonifacins den achten und Johannem XXII und dementen dec
fünften und andere bäpfte mer im decretal Sezti und dementia nea orde-
nung au^erichtj die offen wider dife feint. Hnrnw. Es ligt nichü
dran was der Malefacius der VIII und Demens der V, die groß b&ben ^e-
SO wefen, und andere bäpft gefetzt haben wider dife. dann fo die alten fatzua*
gen dem heiligen evangelio gemeß feint und in götlicher gefcbrift möge.-
gegrünt werden, feint alle neue, die darwider feint, falfch und kommen tob
teufel, und die bäpft fo dife gemacht, feint des tenfels boten und warer
Antichrift, dann Chrißus unfer lieber herr fpricht *wer nit mit mir draa
S5 ifl, der ift wider mich.' fnmma fnmmarnm: den bifchofem gebart mit des.
wort gottes nnd nit mit weltlichen gefcheften umb z& gähn, aber Ir meczec
bnchlin ift ihnen mer angelegen dann die heilig gefchrift. Co na. Meifter,
züchtig auf der gaßenl Hurnw. Das iß nit grob nach gelegenheit irer
fachen, üe thnnt ja weder gottes nach ihrem gefatz nach, damit ift es oii
M genug, fie wollen nit hinein, fonder verbietens andern auch, daß Ae nit die
fchrift lefen, predigen und erbarlich darnach leben, fie m&ßen mit gewah
buben bleiben, und fo einer frum wirt, muß er entlaufen oder den nechftcs
an ein bäum gehenkt. darz& verfüren ^e dann> die weltlich oberkeit: die
muß ihnen zfi der Verfolgung Chrilti helfen, delTen exempel hieher z€ Tetzea
85 wil iezunt nit von nöten fein, es mochten fich villeicht noch etllch, wann
Qe ir bubenftnok recht merken, taglieh beßem. wann fie ie mit der welt-
lichen oberkeit weiten zu thun haben, fo folten He mit der verfchaft d&fi
fo öffentlich hurerei, gotts lefternng nnd onehr feins worts nnd der heili-
gen wer abgethan worden, aber nein, fie geben der weltliehen oberkeit Ar,
40 wie bapft Adrian an die von Bamberg gefchriben, es fei iezunt ander geift-
liehen oberkeit, wa aber die weltlich oberkeit nit weren werd, fo werden
fie die nechften fein die hernach leiden müßen. Bifch. Es ift vaft der
felb. Hnrnw. Nein, lieber herr, mit der wehliehen oberkeit haben wir
nichts dann alls g&ts zS thun. von der felbigen haben wir in götlicher . ge-
45 fchrift gebot, aber von des bapfts hudelmans gefind ift nit ein b&chftab
vorhanden, es ift uns in alle weg der weltlich gewalt leidlieher dann der
285
falfch geiftUch. die weltlieben nemen lieh der leelen and coofciens ntchu
an, ibnea iAa nur umbs zeitlich 9Ü Uran, dife aber wollen gewalt haben
über nnfer feien, underßan una mit iren tollen onnützen geboten nnd or«
denungen sil verdammen, darzu das zeitlich gut auch zu nemen, nit minder
5 dann die weltlichen, das thant fie mit gleifnerei nnderm namen nnd fchein
unfer lieben Iranen, der lieben heiligen nnd mit dem falfcheu erdichten
gottsdienft. und ob fchon die weltlichen biß her zu zeiten dem gemainen
man mer ab genommen dftnn ihn von recht gebärt, fo ifts doch yertragii-
eher; dann fo land nnd lent mit kriegslenfen angefochten werden, m&ßen'
10 fie anch ihr üirn darheben, fo die bifchof, die große faifte äbt, die reichen
Chorherren und andere pfaffheit hinder hübfcben, feiften und glatten huren
ficher ligen. Cunz. Stolper nit, öchslinl Uarnw. Es ift hans.
auch fo haben die weltliehen der fchinderei ein exempel von den geiftlichen
genommen ; dann da der bapft mit feinem falfchen und erlognen ablaß, auch
IS andern fanlen alefanzen gelt mit hänfen anß tentfchem laut hat laßen fü-
ren, haben die fürßen und herm zol und ander befchwemng angefangen
auf ziL richten, gedacht, ifts den geilUichen nit fand, fo wer es ihnen auch
recht, noch ift der fürften befchwerd gar yil ringer vor got dann des
bapfts, der uns nit allein umbs zeitlich hat befchißcn, fonder anch an unfer
au feelen fchantlich verfurt hat. das kan nun got nimmer leiden, hat fein volk
angefehen und fich über fie erbarmet und wil fio vom Pharaone, auch den
Zauberern Egypti erlöfen durch Chriftum Jefum. der bat iezt mit dem getft
feines monts, das ift, mit dem heiligen evangelio den menfchen der fand
und den fun der verderbnus geiftlichen getödt, das ift, des bapfts und fei-
S5 nes ganz anhange wefen und regiment ift und wirt mit dem wort gottes
erklärt nnd gezaigt, daß es ein falfch, ertichts, erlogen, gotlos, tenfelifch
gefpenft ift. Bifch. So ift der lutherifchen handel gar auf ufmr ge-
rieht. Hurnw. Eins leiblichen aufrurs oder buntfchucbs darf der bapft
mit der pfafheit nit furchten nnd warten von den waren chriften, dann eim
80 waren chriften gezimbt nit mit fchwert z& fechten, fonder wa er an den
rechten backen gefohlagen wirt, fol er den andern auch darheben, und fo
ihm der rock genommen, fol den mantei anch laßen, es ift nie befchehen
und wirt nit darz& kommen, daß die waren chriften die onchriften oder
falfch chriften verfolgt oder z& tot gefchlagen haben, dann foleh ampt ift
35 der onchriften, der tyrannen und der falfchen chriften* denen gebnrt anß
gottes verhenknus, daß fie die waren chriften verfolgen, verbannen, ver-
treiben, kerkern, ftdoken, blöckto, fleden, braten, martern, verbrennen oder
fünft töten, wann aber got wirt eraehten und wollen die falfchen geiftli-
chen und die weltliehen tyrannen hie in zeit ftrafen, fo wirrer ein aufrur
40 durch den Türken oder durch falfche chriften über fie erwecken oder an-
richten und ein gotlofen an den andern hetzen. Jefa. XXI. Jer. LI.
Bifch. Es dunkt mich wol, die kiitser feient fchon auf nns gefchnitzt.
Hurnw. Nu hör doch einer wunder zu, weil man den guten herren in
ihr hurn und gotlos wefen tregt, fo muß man tnrkifch nnd ketzerifch fein.
45 ich muß einmal das rauch gar herauß keren, auch mit der weltliehen ober-
keit, die mit dem teuflifchen volk dran feint in vilen laftern. Cnn«
286
Gemach, d&ß es aach zu leiden iü. Uarnw. ZwiOcben der lägen uik
warheit ift kein mittel, daa yerwiinderti mich überauÜ, daß die weltlicbei*
(wie ^-ot ich acht etlich mit gaben bellocben und geblendt, etlioli darch die
gieifner verfart und etlich aiiß ouTerRaut, auch unwißenheit gütlicher ge-
s führift) dabin gebracht Teint, daß fie ihnen fo vil öffentlicher, fchentlicher
laAcr überfehen und zum förderten lieber ein öffentlicher hnrer zum pfarr-
herrn dann ein frummen ebeman haben ^ und helfen gar cmftlich die bäplt-
liche, feelmörderirche, ärgerliche nach der main«ng Pauli teufeUfche fatzuag
' von der pfaffen onkeufche keufcheit hantbaben. fünft feint üe» was xeiUich
10 gut antrifft, dem bapft und den bifchoffern gar frei und dapferlich in ibrea
fialfcben gewalt gefallen, haben ins decretal gar ritterlich griffen, verachten
den ban und ander onnütae, fchedliche, geltluchtige und onbilliche de»
bapfts und der bifcUoffen befch werden, fatznng nnd tyranuei, and thunt gar
recht dran, aber iie folten größern ernft und fleiß ankeren die ding ab zu
i& ftellen, die nit nur zeitlich» fonder gar vil mer die feelen verderben. Ii«
folten den pfaffen in keinen weg gftatten fo öffentliche hurerei, fo die bi-
fchoffcr nachlaßen umb gelt, fonder das fchantlicb öffentlich hurenleben,
das ergerlich ift vor Juden und Türken und vil feelen dem teafel heimfürt
ganz abthnn und mit gewalt weren. Gun«. £i, meifter, nit fo bös! e»
20 feint auch ein teil unfer vetter, fchweger und fünft nah gefreunt. man kao
den pfaffen die huren nit wol weren, man woit dann ihnen die ehe frei
laßen. Uurnw. Da reiß mirs rauß. Gunz. Ja die weltlichen be-
forgen, weil die pfaffen all wegen drus und beul mit ihrem geia and lift
haben, wann fie ehekint betten, Iie w^urden nnderftahn voUent allen gewalu
35 ehr und gut zu ihren bänden zu ziehen und under ßch zu bringen, fo mödit
darnach aber niemants vor ihnen genefen. Hurnw, Man muft den bi-
fchoffern verbieten, kein Ölgötzen mer zu fchmiren und noch die überigen
onnütze, müßige pfaffen und mönch laßen abfterben. wann iedes dorfe ein
guten pfarrherrcu hett, der daa evangelium prediget, wer eben genug, wa
^ dann noch fchätz der kirchen überig weren, folt mau die außteilen wie der
levit.f. Laurentius gethan hat. Gunz; Das wirt den geiftUchen herren
noch lang nit fchmecken. Bifch. Mir nit der katzen, dann würd ich
ein rofs mußen han, das hieß, ite, ift mir nit wol gelegen. Hurnw. Ift
dann das fo ein feiner ftant, fodomitifeh leben, darnmb got Sodoma und
3fi Gomorrha verderbt, heut ein hur, morgen ein andere, ja öffentlich 2U Zeiten
vil huren haben und dannocht mögen bapft, bifchof, priefter und pfarrberr
werden wider alle gottes and Ghrifti gebot, ja der bapft ihr öberßer ift
der höcbft pfaff Priapi und alle die ihm anhangen feint der hnrerei patro-
uen, mit welchen Paulas verbeut zu eßen nnd trinken. 1 Cor. V. wie fo]
40 dann got in ihnen wonen? Ganz. Far fchon! Hurnw. Ich woU
daß ich bei unf<u'm bifchof wer, euer gnad muß mir verzeihen, ich wolt
dem erzhumwirt anderft t^r heut gähn. Bifch. Wa-ift eaer bifchof
her? Hurnw. Der landsharenwirt ift bifobof zu Noppenftat im laimcn
tal. Bifch. Kenft du ihn auch, wann du ihn feheft? Harnw. Nit
4& halt, er ift nie vil in nnfer kleinen ftat gewefen, es ift fonderlich nit vil
guts fchlecks da, auch wenig fuhöner junkfrauen, drnmb acht er onfer nit
287
vaft mit io(n<Mn gotsdienfl. aber ich hoff, er werd mich woi lernen kennen,
euer gnad hat aber fein kuntfchaft. Bifch. Ja, ein wenig. Hurnw.
Es folt ihn keip frummer kennen, auf daß er nit von im anch verfurt würd.
er hat kein rn, man fei dann ihm in alle weg gleich. Bifch. SoUen
5 wir dann kein aderläßerin haben, fo waiß ich nit wa aiiß. Hurhw.
Paulns räfh eneh alft) 'ein bifchof fol einer franen eheman fein, fol züch-
tige kinder ziehen' etc. Bifch. Wir dorfens nit thnn. llnrnw. Aiiß
was mfach? Bifch. Die- ehe Ül uns und der prießerfchaft nach bäpl\-
licher ordenun^ verboten. Hurnw. Cunrade, wa wirt die ehe den
lu pfaifen im docret verboten? Cunz. Dummel dich, mutz! Hurnw.
Wie laut«? Cunz. XXX di. c. placuit und XXVII di. c. prefpiteris
und dift. c. nullum. Hurnw. So feint es eben die, da Paulus von fagt,
fie werden die ehe verbieten, lieber, fag mir, haben nit vor alten zelten
die bifchof und priefter eheweiber gehabt? Cunz. Ei ja, dann der groß
IS lerer Gregorius Nazianzenus ift zu Nazianzon an foins vaters Hat (der anch
ein frommer bifchof gewefen ift) naclf feinem tot zum bifchof erweit und
gefetzt worden, nnd der heilig martyrer Eupfychins zä Cefaria prießer ge-
weft, hat auch gleich vor dem ehe duß er gemartert ift worden, fich ver-
ehelicht, item in concilio Niceno der frum heilig man Paphnutius (der doch
20 der ehe onerfaren was) wolt nit verwilligen, daß die priefter fulteu nit bei
ihren ehefrauen ligen und'fprach, der eheleuften beiügen wer ein keufcheit,
nnd ihm ward von der ganzen verfamlung verjatzt. on ift difer heilig man
ingedenk gewefen der Worten Chrißi Matthei XIX und l Cor. VII, da die
ehe gelobt, geratben nnd niemant verboten wirt. aber auß gottes verhenk-
^^ nns hat der bapft mer auß onwißenheit nnd auß onachtfamkeit (glaub ich)
gotlicher gcfchrift und auß menfchlicbem gut bedunkcn dann auß frevel
gemeinlich den prießern nnd diacon die heilig ehe verboten und ihnen
keufcheit, die doch in niemants gewalt Ilaht, geboten. Hurnw. Ich
glanb auch, es fei auß guter menfchlicher meinung und gut bedunken gefclie-
HO hen, aber folche menfchliche anfeng gerathen gewonlich zum böfen end und
ifl alfo alle gleifnerei aufkommen wider gottes wort, dweil man mer men-
fchen leer dann gottes geheiß angenommen, darumb i(l gfit bedunken von
got Deut. XII verboten und follen nur das thun, das uns got geheißen hat.
des feint dife bäpftliche fatznng ergerlich vor Juden, und beiden, und daß
35 ichs mit cim wort fag, ganz feelmorderifch. nnd die weil lie der bapll fampt
feinem häufen nit widerrufen, feint ße boten, jünger, ja der Antichrid felbd.
wie ift es doch immer Zugängen, daß etlich bifchof und priefter, die doch
in- gotlicher fchrift wol erfaren dife fchädliche fatznng des baplls angnom-
men. Cunz. Es waiß noch mancher, daß vil dings onrecht ill, wolt
40 dir wol etlich nennen, wollen dannocht den bunt nit heben, aber die grie-
chifche pricfterfchaft hat difer bäpftlichen fatzungen nie wollen geleben.
Hnrnw. lezt merk ich wol, daß die Römer bitlich uns Teutfchen befticn
nnd narren heißen, es }ft meins bedunkens ein große narrheit an unfer
pfafflieit gewefen, dweil üe als wol als Adams kint feint als die Griechen
45 und lieh aber den bapft haben von gotlicher fchrift laßen treiben nnd die
leer der tcnfel vom bapß angenommen, es folten fich noch auf difen tag
288
die bifchof wider dife onchrißliclio ordenusg legen, verachten nnd nit hal-
ten.. Cunz. Ja wart drauf, die bifchof feint all mit eit Terpflieht dcc
bapft fein geßitx zu halten, die befchätzen und banthahen, Hnrnw. Ih«-
weil götlich gefchrift und des bapfts fatzung nnd befonder tob dar ehe iri-
5 der einander feint nnd der herr fpricht ^niemant mag zweien herren di«-
nen', fo mnß folgen, daÖ gleich in der ftnnt fo einer bifehof wirt nnd öci
mit eitpflicht dem bapft verhaft, gottes verlangnen mnß, an got trenloe es:
meineidig werden, dann fein gethaner eit bindt ihn des bapfts geietz, du
da wider got in dem (lack ift, zu erhalten, darumb fol ein bifchof difes
10 falfchen onbillichen eit dem bapft nit leiften, fonder fol die ehe der prie-
fterfchaft nach götUeher gefchrift frei laßen nnd die hnrerei keiner dingec
geßatten, die an vilen orten der heiligen gefchrift verboten ill. Ganz
Ja auch im geiftlichen recht, befonder den bifchoffern und priellero, daoa
fo ein bifchof, priefter oder diacon hnrerei treibt, fol er abgefetst, aoß der
15 kircheu geworfen werden nnder die leicn bnß zu tbun. item, e< Fol keiaer
eins prießers, der gewislich bei' ihm hat ein concubin, mefe hören.
Hnrnw. Lieber, fag mir, was verfcholt ein bifchof, der folch und ander«
bäpftlicbe ordenung, die chriftlich feint, nit halt oder ntt fchalft daß je
gehalten werden, wann er fchon from ift. Ganz. Er wirt meineidig.
80 dann er halt fein eit nit und fol feins ampts beraubt und entfatzt werden,
die fnmmiften fagen, er w«rd meineidig, und der Panörmitanus fpricht, tc:
einem folchen preisten mögen die underthanen weichen. Hnrnw. S
thnnt die ftät im reich nit onrecht, daß iezt ihre bifchoffer fnr hirteo oi:
erkennen, ihrer läufigen mandaten nit achten, ihnen felbft wäre bifchof od«.
25 feelforger erwelen und fetzen, onangefehen des bapfts blitzen nnd donderc
Bifch. Wir ftrafen doch die hurerei in der priefterfcbaft finrn«
Ja wie ein hurenwirt feine huren, er nimbt- hurenzins von inen nnd lai^t
fie für und für in der hnrerei bleiben, alfo thnnt ihr bifchof auch. Bifch
Es ift der brauch. Hnrnw. Strafen und abthun fo lanta; wann aber
so einer nit darvon laßen wil, heimlich ermant, fo fol man den., in ban thnru
ich glaub auch nit, daß ein bifchof mög umb bit, umb Ion oder mab gelt»
willen den prieftern hurerei geftatten oder verwilligen auß ihrem decr«c
Gunz. O wee nein, keins Wegs; dann welcher bifchof folcha tbvt, fol
vom ampt gefetzt, ein onznchtiger bunt, nit ein bifchof genent werden.
85 Hurnw. Noch eins, mich dunkt, die bifchoffer dringen vaft auf die alten
lerer, feint fie dann auch f&r fie oder nit? Ganz. Die lerer yon drei
oder zwei hundert jaren, nemlich der betler örden, als Thomas und Bona-
ventura, auch andere mer, feint z^ teil für den bapft und bifchof, daromb
hat fie der bapft auch geheiliget, aber die ganz alten lerer, die got gehei-
40 liget hat, die mögen bapft und bifchof nindert leiden, fo mögen fie anch die
obgemelten fprüch im decret, weil fie auß den alten heiligen lerern gezo-
gen, iezunt nit dulden, fant Bernbardus ift unter den alten lerern der letä
uud hat in concilio Remenfi ein predig getban, folt es iezt zfi Trient Chri
Aus felber (ich fchweig fanct Bernhards) thun, er würd mit dem leben nit
46 darvon kommen, dann er fchilt die bifchoffer ranber, blntfauger, rergleicht
fie den fchreibern und pharifeern, dem böften könig Hieroboam, dem Judas
Scariotb, dem Herodi nnd Pilsto und seigl ihnen ihren praeht nnd heAirt
frei an. dee gleichen über den XC pfelnen in der recbften predig, da rürt
er den miabrancb der lesigen kirefaen nnd fehonet niemante. dem bapft fi^^
•r aeeh fein teil in der epiftel die er gefchrtben hat xfim bapft Bngeaio III.
5 Hurnw. AUb feint die bilbhofibr dnrch ihr eigen lafter bei aller weit
billieh gefehendet und ner fchantlieher dann alle hnrenwirt in der gansen
weit, blntlkeger, febinder nnd fchaber der amen lent mit sinfen, sehenden
nnd allerhand fchelmerei and fcbinderei, wie Be die erdenken mögen.
Bifch. Wir haben macht ond recht» sine und sehen ein sfi nemen, dann
10 iie feint one alfo geftift. Hnrnw. Domne, qnod non eft yemm, per
denm, fant Terbam. Cnns. BoU long, wie ift mehi meifter fo toI latin
worden in knrsem. Hnrnw. Ita yere. daß ihr bifehof sins nnd sehen
nemen, das thnnd ihr onbillich nnd wider got, dann dar?on gehört den
armen anch ihr theil. das leiften ihr nit, ihr mainen dann damit ener on*
ift ehrißlich ho^elint, hnm und bnben. weiter ftaht gefehriben I Cor. IX
* welcher bilchof das cTangelinm nit Tcrkändt, der fol auch Tom evangelio
nit leben, ir predigen das eyangelinm nit, fchaifen anch nit daß es von
andern trenlichen Unter nnd rein geprediget werd, dammb ift es pnbillich,
daß man euch etwas von geiftlichen götern folgen laßt, dem arbeiter
80 (fprieht Chriftns) fol man Ionen nnd dem £ia len fchalkbaftigen knecht nichts
geben, nnd Paolos "welcher nit arbeitet^ fol anch nit eßen.' darnach muß
man die geiftlichen regiftriern. Bifch. So haben wir noch lant nnd
lent. Hnrenw. Das felb ift anch wider got nnd gezimbt Beb den bt-
fchofiem nit, wie oben anch gemelt. vos antem non fic, (Jpricht Chriftns.
95 fonft ener ander gefell von den pfaffen ift eitel fcbinderei, blntgelt nnd.
milthsins von hnren nnd pfaffen kindem. ei der heiligen bifchoffer haben
wir nn. was lagen ihr, gnediger berr, dars^L? Cnnz. Tacet. qni tacet,
conlentire videtar. Bifch. Mit fchweigen verantwnrt man tU. ich hör
wol, daß ihr auch mit der ketzerei befudelt nnd yergiffc feint anf nns geift-
30 liehen, fo mocht mich nn anch wol wunder nemen, was ihr z& Tretit wei-
ten machen, weil ihr fo heftig wider den bapft und nns geiftlichen feit, ich
glanb, folt man ench da erfam, es ward euch nit wol ergahn. Hurnw.
Ks gang wie es wöU, ich mnß dahin meine handeis halben, den ich nnn £o
lang mit unfern bifehof gehabt der huren halben, damit ihr aber den handel
3& recht verftaht nnd mir nit onrecht gebt, daß ich fo hart wider die geiftlichen
bilchoffer der hnren halben geweft, fo horchent mir ad noch ein wenig, darnach
mag ein ieder wol fein ftraß reiten, dann wir feint fehler anch zjt Trent. ich
bin ein homwirt und heb von mein bnrn hnmzins auf. das tbnt unfer bifehof
auch, da gefchicht mir z& kurz, nit deft minder mnß ihm ein jar lang
40 groß gelt vom gemeinen bans geben, fo hab ich ihn nn oft darfiir laßen
bitten, daß er mir kein intrag thn, aber alles vergebens, dammb ihm den
hanssins nn an^efchlagen biß sB anßtrag der fachen, die ift die nrfach
meiner rais nnd wil den |iendel alfo felbft dem aller heUigften klagen, werd
ich dann bericht anß götlicher fchrift, daß fich ein bifehof mit g&tem nnd
45 ficherem gewißen von hnren neren mag, wil ich in meinem ampt auch len-
ger bleiben nnd fo fort an mit meinen fchweftem in aller Üppigkeit und
23
t90
k«rer«i leben, und ob ich dnnn fobon ein hnniwnrt blib, Ib ift es dmcb
den bilbboflbrtt ud feetfoigern nit recbt, dnnn Cbriftn» fpriohi ' tr toll kie
tteebter der weife.' ja ße lenebten wie ein dreck in einer Inoem. Bifch
Dn Wirt man dir nit tU andiens geben, dann da bnmmen nnr gviftüebfi
i Ikmpt ibxem baapt dem bapft xftlaaien, die all in der ibch bebaft fein na
dnrch lange gewonbeiten. Hnrnw. Weil dann nn der bapft, icb mn&
encb dae yaiete geben, mit feim gefiits der pfaflbn bareiei erbala, die bi-
fcboffer im ganxen land den pHellem bnm yergnnne«, geftafelen, ■achlefk«
nnd gelt dmmb nemen, fo lag icb, daß der bapft aller höcbfter Täter nsd
10 hnrenwirt genent fol werden, die enbifobof erzbarenwirt nnd die aader U-
Tchofifer lantabnrenwirt nnd icb nnd meine gleichen der felbigen vionrü is
eamaUbne die geringften feint, noch dannoebt ancb in ehren sA btsacbea,
wie man dann ihnen thnt. aber, lieber berr, weil ihr dann metiiea, kb
werd nichts fchalfen, diewcil ihr all bnmwirt leint, To wil. icb meiner klaf
n gefchweigen und in dem argen leben mit eaer Mlf fo forfefturen, ■wintn
fohweftem weiter erlanben tu mer b&berei b& fereÜMn dann Yor Bio; dasa
knmmen ihr in bimel, fo wollen wir aneb hinein, dayoo foltern ihr am
billici^ ftrafen, dweii ihr encb geiftllch lent t{L fein berhikmt und ma forter
mit bantwerken zu neren nnderweifen. Bifeh. Solche thnnt^ dach swar
10 nnfer befclcbhaber in allen uniern kircben ift aneb nnfer befeleb, ftote vea
hnrerei efi fiftgen. Haren w. Sie mögens Tilleiebt woi lagen, aber «f
kert fich niemant dran, das fihe ich woi. wae die nrfiwh ift, ratben ir'
Bifeh. Ich und fie haben das nnfer gethan. Cnns.. Ihr thnats ji.
ehe einer eine, er hett ehe zwo bei einander, ob ein gfit gefell nach etws»
Sft dorft. es heißt doeere nnd facere, ße ibgens und thnnts nit. wann ir se
euch felbs anh&ben, griffens an nnd tbeten die hnren hinweg, gebon to gu:
exempel wie mit den werten fo auch mit den werken, nnd nemeii ehewei-
her, Tiileicht beßerten wir ans nach nnd ftiinde auch deft baß in der weit.
Bifeh. Paulus fpricht 'wer ein weih bat, der forget, wie er dem weib
80 gefall, wer aber on ehe ift, der forgt was den herren angehört, wie er de»
gefalle, fo mögen wir in unferm ftant on die ehe defter baß got dienea
Hurnw. Sihe da, können ihr iezt die fchrift auch herlnr bringen-
hett ich das lengeft gewift, wir wolten anderft sfim Hainzen getreten leie
aber es ift noch zeit genug, wanns nur woi wölt. Bifeh. Ihr Intberi*
n fcben macbens, fünft wüften wirs nit. Cnn«. Das wer gftt, wnm euch
der Luther in die fchrift möcht bringen. Hnrnw. Bi fie feint nit fo
einfeltig. ich merk woi, iie nemen nar heranß was ihnen gelelt ftnek wci^.
Bifeh. Die lutherifcben thnns auch. Hurnw. Was andere tbant.
laß ich fte Tcrantwurten. got für ons all, ein ieder fnr Beb ielbft. ich
40 hab biß her, als ich hoff, die fchrift mit eneb gebracht, daß ir mir folebi
nit anftrechen können, aber euer gnaden wil ich nan recht, weil ir Icbrift
gebraucht, ins bockshorn treiben auch mit der Ibbrifi habt ir eiaa, wa-
rnmb habt ir nit jiuch das ander gelefen? Bifeh. Icb hab nie nichts
in Paulo glefen, dmmb nagftn leicht mit mir diQmtieiea. aseine Wbb haben
4» mirs fo iogeben, es ftah alfo in Paulo gefchriben. ich weiß all wa.
Hurnw. In gots namen folten ^ euch mer fagen. wie ift daa got ge-
Ml
diMt, wwauk 9^ pltf dM faam toI bnni oad htti»kiM«r hA asd fo tÜ
mw TOD in«! genwtten ilfc dber die «he dttn «tfea sniig«« möcbtea «ofi-
f^r«ck*D. wcruinb Tagmi fia ntt euch <l»a fprneli «Mh im Mtfiuig dM YII
capltal« s&i Cor. in der erBea. der wer doob aneli wol fir eoch« da Faa-
5 los fprielii *ee ift dem menfcheo g&fc dafi er kein weih bernre.' Bifcb.
Der wer aach nit bö«. Hamw. Ja fie förehlen deffen fo ball draaf
folgt, aber amb harerei willea bab ein MgUeber ünn eigen weib aad ein
tegliehe bab iron maa. wer ßcb nna nit entbalten kan, der freibe, dann
ef ift beAer ireihea dana brenaen. bie ift weder bapft nocb bader aadge-
20 nommen, er fei dana recbt yerlbbnitten omba reieb der bImmeL Bifcb.
Bae ift aach fir aae, wir tbvna amb dee himelreichfl willen. Hamw.
Ja ibr eotbalten eaeb, waaa ir aUeia feit, ja folten ir belbfanitteo Tein amb
gotta willen, betten ir billleb nit (b dicke köpf, es gilt nit ein oder awen
oder TÜleiebt aebt tag fiob enibalton and damacb eia wolftlüll holen, wann
1^ daa reobt wer, fo aom wol aiemante dae ander aad bebälfea fich aaA dem
fteigrail. dweil aber das alles barerei ift, Ib fol ein ider fein eigen arsnei
han, das ift, feia eigen eheweib. aad darin fpriefat Panlaa weiter, laß ^eh
keiner verfareii, dann weder die baier, aoch die abgottilbbea , noch die
Weichling, aoch die kaabealbbänder (daroa habt ir Ro. I weiter) noeh die
90 diebe, noch die geitigen, noch die tranken böU, noch die fchelter, aoeh die
riaber werden das reich gottes ererben, wie kfint Ir na «gleich dea her-
rea and der hären anbangen? Cuns. Es gabt %^ wie Horatias fiihribt
*poftico ftklle clientem.' die meU mnft ein weil gedolt habea. Bifcb.
Hat aas der tealsl da mit Paulo befcbißen, ftaht das darin, Ib weift ich
»5 nnfer kein rath. Hnrnw. Gewis, dann der bapft mit Ibim haaftn ift in
den ftaekea gar meifterllch abgeoMÜet: das wolt ich wol, wann wir die
weil betten, dnrch alle paaetea baß darthaa. Bifeh. Es ift fehler mit
dem %9l rlL redent weiter was ibr wöUeat. ich gib miob erwofcht, dann
wann Ir mir fohon lang ron Paalo fagea, fo weiß ich ait, ob ee fo fei
so oder nit, and darf wol Ibgea, daß ieh meia leben laag nie über acht xeilea
ja Paalo gelefea, die ftahn In meinem mellibaeh, die fol ich Izunt leCen nf
mein erfte mefs. hat er mer gefohriben, da weiß ich nichts von. Cnn-
rad. Bone deas , ift aber das nit zA ei%annenl noch wolt ieh lieber ein
hnmwirts knecht (nit das es recht) dann ein folcher bilbhof fein. Huraw.
S5 Hat ener gnad noch nit fein erft mefs gefangen, fo rath ieh, daß irs nim-
mer thant, dann darin treibt der bapft mit feinem häufen die gröfte gots-
lefternng, fo ihe ron der weit anfang her begangen. Bifch. Ei, lieber,
fchweig ftilit es wer nit ein wander, daß ans hellifch feoer rerbrent oder
die erd verfchlickt. Hnrnw. Ich förcht mir nit ror der weit die war-
40 beit z& reden, es folt wol ehe gefcheheo, weil ihr die warheit nit hören
wöU und eben nmb des meAbalteas willen, weil ihr noch fnr nnd fir in der
mefti Cbriftnm wideromb crensigen nnd opfern. Bifch. Ir feint erzketser,
das hör ich nun wol. ir hettent mich fehler etwas bewegt mit der faarerei,
fo weit ihr erft am leften ein böfen raaeh binder each laßen mit rerach-
46 tnag der beiUgea meft. Haraw. ..Die heilig mels ift recht, aber ait die
papiftifeh meft, die wol fo vU ftaeklhi als eia (bhneiderkailen bletslin hat.
23 •
Zum
Bifch» Dm wU ieb Jarbsingea; oail w«rä ieh euer eiaes z& Tric^
gewar, er mofi brennoD, musIi wann ein lant an ihm gdegea. Cnaz.
Da wU ieh nit relpondiern, es wer dann exoHifiTe. weit hindan ift g^ fir
gefebüts. Hurenw. Ei, lieber berr, nit werdent s&r lata sonrig, iob
ft bit ench darfar. habt uns niehts Ar übel, es ift fm Ichimpf geradt.
Bifeb. Ja im fcbimpf and ernft redt man die warheit. Onna. Dtt hei,
gnädiger herr, laßens auch bleiben, ea ift nun seit, fortan, melAert
Hnrenw. Ade, gnediger herr, habt ans niehts für «bei, den glaieben wir
euch auch. Bifch. Hat mich der tenfel mit dem hnmwirt belcliifi».
to er und fein knecht wißen mer dann ich nnd all mein pihffen. ea ift gur
daß mein hofgeßnd fo weit fomen anßgeritten, Sie hettens gewis fanft aaeb
▼erfart nnd uns in ein Terachtong bracht, daß wir fo gar ongelert. wie
£o\ ich mich aber non in difen ÜKchen halten? ich maß es irem bilchof anfi
wenigft anzeigen, daß er ihnen filentinm imponit, daß diß gelpreeh nit wa-
ll ter außknmp, es were fünft der teafel gar im swilch nnd wolt ein iedsr
ritter an uns werden. Ganz. Wa bleibt aber nnfer haadel ne, meifter?
wer wil ans ein anßfpmch thon? mit difer weis ift nnfer koft and arbdt
gar Tcrlorn and weren wol daheim bliben bei nnfem jnnkfranen. fiarnw.
Der bapft fampt feinem befchoren häufen, als ich Tscftah, Ueibea für mud
10 für in ihrem teofellfchen leben, des folten fie nns aneh wol mer fterfcea,
alfo s& bleiben bei ihnen, dann frummer zu werden, oder fo wir ihnen ra
hart widerft&nden, wol verbrennen als ketzer und werent doch nit defto
beßer bei got, weil wir noch in nnlerm landlichen leben ftecken. dnuab
wer mein rath, von anferm fchanüichen leben ab zu ftahn bei seit; waaa
15 nns dann etwas widerfar, fo litten wirs doch mit beßerer eonfciaiia.
Cuns. Ich acht wol, es wer lang zeit gewefen, hetten wirs nur gelhaa.
aber der fchoöd gewin ligt dir fo wol nndern f&ßen als den bilchotfen.
H,urnw. Verlnft ift för lachen gUt. gewias gemch ift wolfchaieckent, aach
▼om haru , fpracl^ der keifer Yel^afianns. doch ift dem nit anders. wöUai
10 wir feiig werden, fo maßen wir nns beßem, das bös irerlaßen nnd ^aa
das gut. Ganz. Hat es die mainnng, fo ehe deft beßer, dann ea Aaht
alfo gefchriben Eccleßaft« V * verziegs nit uf von tag z& tag dich zS kerco
in herren, dann nrblützlich v^rt kommeo fein som und in seit dea racba
dich zerftreaen.' und im XGIUI plalmen ^heot fo ihr hören werdent die
SS ftimm des berren, fo verftopfet nit eoeos herzer.' daromb rath ieh, daß
mir den ncchften umbkeren , heim reiten jand unfer fach beßer dann bißher
anrichten. Hnrnw. Das wil ich mit der hilf gottes thon, von meinea
ampt abftahn und büß wnrken, auch meinen Jnnkfranen allen ^rei nrlaab
geben, fie darz& ernftlich nnd chriftlich ermanen, daß fie von dem fchant-
40 lieben hurenleben abftahn und umb begangen fand mit uns büß wärfcea,
auch frummen leuten hin forter dienen ombs broi. darnber aUea was ich
vom hnrenfolt bab, dahinden laßen als ein verbaut g&t, nur was ieh noch
von meinem patrimonio bab, mit mir nemen und lugen, wie ich mieh daraoß
mit gots hilf nn mög redlich emeren. hat got im fleifchliohan Itoel nit
a hurer noch huren wollen haben, nit ehebrecher noch ehebreeheria, o got,
wie wil es dann mit ualerm chriftentum z^ahn, da alle weit aiehia aaderft
898
ih dAM Mebe fthMtUcbe w«rk. was wflt «ber da ilnui, Min Gfinsle?
Cans. Wm« ich nor ein wenig ehrliober gtklddt wer« Co woh iob wider
heim s& meinen frennden, inen heUbn iineken nnd renten, dfo mioh bei den
armen banerelentUn, ibfawarsen l>ffot and wafierlKrag leiden bift an mein
endf vileicht wirt lieh got aber ans erlmrmea and feinen Ibgen in onftr
narong oad nach düem zergenUieben da« ewig leben geben. Hnrnw.
Amen, febe da ander icletder. ade, got bewar dicht Cans. Dank dir
got, der veneihe ans all noTer landl
AMEN.
IX.
6 Blatter, l^/t Bogen in 4. Signatar A!j — B. Die TttelTeite gibt
Eyn gefprech / Ton dem gemeynen
Schwabacher Kaften / als darch bruder Heynrych /
Knecht Ruprecht / Kemeri^ / Sp&ler / vnd jrem
Maifter/des Handtwercks der W al-
len Xiichmacber.
▲ nno. M.D. XXiiij.
Daranter ein Holsibbnitt, die onterredenden Perfonen in der Werhllatt des
Tucbmacbers in ihren Qefcbaften darftellend. Bäckreite des erften Blattes
leer. Anf dem 2ten beginnt oben der Text, der, 35 Zeilen auf jeder Seite,
bis aas Ende der vorderen des fechften Blattes fortl&nft. Die letste Seite leer.
LESARTEN. 196, 6 Br&der und fo mitanter {i för fi. 196, 15 bteer-
brew. 197. 1 Luthericb. odder.. 197, 3 ehr. 197, 8 odder.
197, 26 darwydder n. To Z. 27. 197, 33 ehr. 199, 7 wydder.
199, 14 ebr. 199, 19 Jha. 199, 24 odder a. öfter. 199, 36
w&I. 200, 4 yhre. 200, 14 ward. 200, 18 brüderlicher u. fo
immer & in diefem Worte. 201, 5 Jhefum. 201, 11 ehr. 201, 19
nehflen. 202, 31 T&l. 202, 34 lyber. 203, 3 yhnn. 203, 15
noturfftigen. 203, 19 lentzpetler. 204, 4 ehr. 204, 15 lere
fehlt. 204, 23 al. 204, 30 Hebt. 204, 34 al. 206, 15 Sebyn.
ERKI.ARUNGBN. 196, 13 kemerin eine Perfon die die WoUe kämmt.
197, 17 Torkommen m. Dat. hindern. 198, 19 tanft £ sa 28, 27.
198, 83 den iie rot in fehen d. i. den die tte t. i. f. 199, 1
Torfe baffen in der aneh fonft üblichen Bedtg von der Beftimmang als
LegAt, Schm. 3, 883. 199, 13 geit gibt wie 204, 8. 200, 9 es ift an-
geXehen, wie man heutsutage in S&ddeatfoblMidihgt: es Iftangeseigt d.h.
894
ift in d«T Ordnang. 80(K ^ ^i^ döneade er« fir döaeadcs nut
AbfaU der Endang dea Keutrimi. SOO^ 34 hontfch (Vnlg. 1 Cor. 13, 5
non eft mmbitioDi) hoehfiahreiid, oberttiUig. 505, Id beUn woUn. Vgi
iber diefes fekOune Wörtcben Zarnckes Kerrenfchiff S. CXI» %g. Gtimm
Wb. 2, 63 fgg. So ift mit dtefer Steile denn die Heimetebereobticnng die-
fes belan entfcbieden über das ünke Uier des Oberrbeins
Die Heimat diefes Stückes von ungenanntem Verfaßer ans dem Jabre
1524 gibt ficb darch den localen Gegenftand, den es behandelt, felber 7n
erkennen. Scbwabach liegt 2 Meilen von Nürnberg und gehörte den Mark-
grafen von Ansbach. Das Stück ift durch feine Schreibung interelTaDt, in-
dem es ftark mit niederdeutfchen Formen verfetzt ift. Dahin gehört du
Vorherfchen des u für den Umlaut ü in für, über, furchten, übel n. a.; de«
o für ö in können, der Genitivendung is in gottis 198, 18. 202, 15 n. dgt.
Der Wechfel des & nnd n ift genau nach dem alten Drucke bewahrt.
X.
4 Blütter in 4<* o. Ort n. Jahr. Auf der Titelfeite
Dialogns Ton der zwitrach-
tang des balligen chriftenlichen glaubens
neulich entftanden / dariü der menfch
vnderricht wirdt / wie er fioh,
in denen vnd andern
irrtbombu hal-
ten fol.
Widerumb fleyffig überlefon
gebeffert vnd gerne r et.
RückTeite leer. Auf der folgenden oben die Perfonenangabe, darauf beginbt
Text, der, 35 Zeilen auf der Seite, bis gegen Ende der vordem des vier-
ten Blattes fortlauft, delTen Rnckfeite leer ift.
LESARTEN. 209, 5 hieten u. fo Z. 15. 209, 16 früchen. 209,21
jhens. 212, 15 Choma. 212, 33 s{i.
ERKLÄRUNGEN. 207, 2 fchreibent und in den folg. Zeilen habent
wie 215, 37 fchenkent nndgebent, 218, 22 befchlahent riditige For-
men mit altem t der 3. Perf. Plnr. 207, 10 gelanbt, wie Z. 15 da
gelanbft, 208, 29 Tom gelaaben; wie aach bei bleiben die volle Par-
tikel 208, 21 fie beliben, 210, 30 u. 811, Z belelben Inf., 210, S6 er
beleibt, 212, 3 er beleih. 207, 12 fo aof diefe Weife d. h. wma du
den eiaaben der Kirche nicht kenaft. 907, 14 bedarfeft darnab d.
295
e. n. wißen branefaft du dftmmb d. fi. nieht zu wiAen? 207, 17 ill
n lindert für ill nirgend Torwarts, hat nie den Vorsag. 268, 2 aber
bei Toraoageliender Negation im Vorder£»lBe, fondern. 206, 7 ich ihne
Conj. Präf^ Tollere Form tfieje. 208, 13 Torfner. Sooft noch diaa ne
in verfieren 208, 14. 209, 4. 13. Terfüernng 209, 88. ainteberlai
geftalt abfolafeer Qenit. Virig.: allo modo 2 TbelT. 2, 3. 909, 28 on,
gans abfolnter Gebraoch diefes Adverbs. 210, 5 prenk PI. von prank
Prunk. 210, 9 känden=: können. So 216, 34. 217, 15. 16. 26.
210, 16. 37 des gefatz mit fehlendem ■ des Genitivs. Von diefem damals
baafigen Abfalle der genitivifohen ftarken Flozion im Singnlar
merken wir ans anfern drei Banden folgende Beifptele an. In Bd I S. 5
Z. 189 Til geldis und gut. 7, 3 am ftam des creuz. 7. 21 md andere
g&te frucht des glauben (: berauben). 13, 8 des bölbn Endecbrift
(: lift). 20, 32 alein den mangel des gots wort (: ort). ö&, 50 des belli-
fehen grnnt <: außbnnt). In Bd II 144, 19 des bevelh Cbrifti. 167, 87
Ton got dem fchöpfer himel und erden. 199, 95 des heiigen kreuz. In
Bd III 2, 7 des wolloft. 2, 31 dins fchweiß. 13, 30 lolichs ampt
fich nnderzncht. 28, 37 die fund des gefatz. 33, 12 des letften trug.
37, 21 des r eich s tag. 44, 1 feins geiz halb. 84, 31 anfers nutz. 98, 31
des hochften got (: fpot). 122, 8 des hochwirdigen gotes wort (: gmort).
122, 10 von wegen eines finten fchwein (: Rein). 184, 7 ins bapft recht.
187, 8 des bapft wefeu. 193, 3 keine weg. Es finden fich aach Beifpiele
fnr den Abfall der Flexion des Qenitivs im Plural, fo Bd III 22,
5 der anwißen menfch nnderricht. 89, 23 die zuknnft der verftoßen.
Mitunter begegnet auch der Abfall der dativifchen Flexion, und
zwar der ftarken masculinifchen im Singular beim Adjectiv oder
Pronomen; fo in Bd I 69, 48 in deotfcher nation mein Vaterland; in Bd
III 2, 14 in g{it willen. 160, 19 in ein grimmigen geift. 184, 6 bei mein
eid. (Die Veränderung der ilarken datir. Flexion in die fchwache f. zu 76,
17 S. 251). Auch vom Abfall der ftarken dativifchen Flexion beim Femi-
nimum im Singular merken wir ein Beifpiel an: Bd II, 143, 2 die krön
gehört got zu als ain ietlich kirchen hailtom oder kleinatrz ainer i et-
lichen kirchen; wo alfo ftarke und fchwache zugleich abgefiillen ift; wäh-
rend wir Tom Abfalle der fchwachen dativifchen im Sing, allein noch an.
fähren: Bd III 29, 31 von einer ftat z& der ander. 37, 3 itt meiner wol-
befchloßen apoteken. 166, 19 im geii^lich recht, und fo 192, 7. Im
Plural fehen wir die dativ. Flexionsendung fehr häufig abgefallen bei Sub-
Aantiven, aber auch bei Adjectiven: Bd II 142, 1 von neu gebomen k In-
der. 142, 13 den prieftern oder gleichfner geben. 145, 26 mit feinen
gSten bAcher. 147, 19 mit Ariftot^les und der gleich heidnifche bfi-
eher. 148, 12 in allen ämpter. 166, 29 damit fie Ionen iren treutel
(: beute)). 304, 279 uns armen chriftenleut (: verbeut). 220, 883 uf di-
fen nad der gleichen wort (: bort). Bd III 25, 32 wann es allein den
volkomen s& gehör. 31, 18 mit iren fiedermüs. 34, 7 mit andern
fehffl eichler. 49, 18 den wfitendea banden i. a. cortifan. 62, 19 Ton
Iren fchuldner. 85, 16 und 89, 27 den nnbilUchen verAoßen. 99, 35
fondetn helfen nnfer arm feel, da0 Re nielit leiden ewtg qnel. 115, 6 mit
Tomfcben bulln nnd gnadenbrief <: rief). 160, lO'dns wirt mmn an irca
fruchten, das ift an iren ordnnng oder fatsnng wol erkennen. l€lt, 1
mit filbem nnd lebendigen opfer. 168, 16 von nnfem biehträter. 190,
88 mit g&ten ezempel. 186, 17 mit iren geboten nnd ordnnng. 191, 3
den prieftem nnd labdiaeon nnd diacon. 204, 92 xfi den Bpherier.
Abfall der fehwachen Flexion im Accnfatlv Sing, xeigt fidi beiai
Adject III 65, 19 fo bat er nne allen ein gewiflen leichtlich weg gelernt.
Nach folcben Analogien kann es nicht wundern, wenn auch die Bnda^
des Infinitivs verloren geht, wie Bd III 138, 24 durch kifen nagen bei߫a
grein (: fchwein) für greinen. 210, 17 belleten beftatigen. Vnig.: d«
qnibus alfirmant 1 Tim. 1, 7. 211, 2 der dem ew. a. n. au lendet
der die Richtang auf das Erangelinm als fein Ziel am entfchiedenßan rsf-
folgt und dies Ziel erreicht. 211, 16 fg. Infinitiv ohne lu f. an 4, 9.
211, 17 als durchaus. 211, 38 rerfigen ft. Verb. & hinfinken.
Von diefer Schrift aus dem Anfange der Reformationsseit ron einen
unbekannten Verfaßer erhalte ich noch einen zweiten, in nichts WefenUi-
chem von dem obigen abweichenden Druck: 4 BU. in 4. Auf der erfiea
Seite ßeht
Dialogus von der swLtrach-
tljg des heyligen Chriften-
lichen glaubens neulich entilanden / darin der
menfch vnderrlcht wirt / wie er fich
ynn denen vnnd anderen
yrthumen halten
fol.
Darunter die Auffuhrung der Ferfonen. Auf dem zweiten Blatte beginnt
der Text, der, 35 Zeilen auf der Seite bis gegen Ende der vorderen des
4ten Blaues fortläuft.
XL
4 Bll. in 4® ohne Ort nnd Jahr. Auf der Titelfeite oben
Ain fch6ner dialo-
gus oder gefprech / fo ain Prediger münch Bembne
genant / vnd ain Burger Silenus / vnd fein
Narr mit ainander habent.
Darunter ein Helzfehnitt, die drei genannten Ferfonen im Gefprach dar-
ftellend. Ruckfeite des erften Blattes leer. Auf der kweiten oben beginnt
der Dialog, der, 36 Zeilen auf der Seite, bis in die Mitte der vordem Seite
des 4ten Blattes geht. Ruckfeite delTelben leer.
m
LrBBARTEN. 314, 87 Thoman. 216, U leiß. 216, 33 hetftde-
noch. 216/ 17 bcichiger. 216, 31 relat. 217, 2 denocbt nnd
fo 317, 30. 217, 30 ginnen. 217, 34 euch ain fch. 318, 30
denoeb.
BRKLÄRUN6EN. 213, 2 för enftor TieUeicht cnftos zu lefen? 313, 9
beholfen fein behilfliob fein. 313, 10 tr fölt darfur haben ihr
rollt dafSh* halten, folU nberieugt fein. 313, 18 danßen draußen f. an
10, 6. 214, 11. 32 waißt nnorg. f&r weiß und. noch in diefem Staeke
217, 8; aaßerdem in diefem Bande 83, 5. 63, 5. 65, 35. 168, 37. 175, 36.
In Bd I 29, 77. In Bd U 4, 1 n. A. 126, 36. 147. 35. 169, 161. 183, 387
(: gaift), 185, 354 (: haißt). Vgl. er darft III, 72, 35. 314, 33. 36 n.
218, 6 gttg elf ritz; die gugel ift die Kapuze am Mantel oder an der
Kutte, die über den Kopf gezogen werden kann, dann ein Mantel oder
Kutte felbil, der eine folche Kapuze hat Der Ausdruck geht f^öttifch auf
Luther als Mönch. 214, 38 nichs mit Ausfall des t, wie noch 145, 27.
169, 24. 177, 9. 184, 15. 186, 14. In Bd II 239, 1604; Tgl. daC fchlechs
1599. Sonßige Ausfalle des t oder d bemerken wir: in der 3. Perf. Sing,
wie achßu I, 122, 420. wann du außrichft II, 74, 12. du beichft
219, 860. . du finß 142, 12. du behelft lU, 48, 24. du betrachß 95,
29. brachftu 126, 20. achlln 130, 29. yermeinft (für yermeintefl)
128, 7. du entwenß (: zertrenft) 132, 35. In der 3. Sing.: er zwacks
für zwackt es III, 12, 18. Auch im Superlativ: gefchickften II, 54, 29,
215, 5 narret u. dalT. II, 99, 18 für narrioht. Solche Kürzungen,
wie ßie der Volksmnnd fich erlaubt (vgl. Gramm. 2, 382) merken wir noch
an aus diefem Bde finnet (Grenit. fchwach fleotiert finten); 122, 10. fchil-
iet 151, 27; aus Band II tünbauchct 61, 4. häufet 70, 36. läppet
139, 31. 315, 11 Murnar mit feim fchachaabel Anfpielung anf die
wunderliche, 1511 zu Frankfurt erfehienene ßohrift Ludns (luden tum
Friburgenfium, worin er die Profodie auf einem Bretfpiele lehren wollte.
Lappenbergs Ulenfpiegei 396. 315, 15 filieren modellieren, Bildhauer-
arbeit machen. Schmeller 1, 636. 316, 31 refent (geändert ans refat)
Neutr. das Refectorium, Speifezimmer in den Klöftem Schmeller 3, 61.
216, 32 die förhen die Forelle, mhd. diu vorhen, vorhe, vorhe; ahd.
forahana, forbana Graff 3, 678; fchweiz. die Forne Stalder 1, 391-,
bair. die Forch, Forchen, Förohel Schm. 1*, 560. 317, 20 onge-
V arlich nngefiUir. 217, 24 dennocht hier in der Bedtg 'gerade'.
217, 35ftrnpenbelz heißt wol ein mit Strupfen, Struppen d. i. Bändern
zum Anziehen verfehener Pela. Vgl. Schmeller 3, 688 f. ▼. ftrupfen. '
gefton zu fbehen konunen, koOen. 218, 2 fg. Ovidius de arte amandi 3,
653 Munera^ crede mihi, capiunt hominesque deosque, placatnr donis Jupi-
ter ipfe.datis. Schenkung miet und gab erweichen die gotter
und menfchen ift offenbar ein Hexameter und wir müßen dahin geftellt
laßen, ob er abfichtlich gemacht oder dem Yerfaßer des Dialogs unwillkühr-
lich untergelaufen ift. Im erllern Falle wäre er ein merkwürdiges und für
jene Zeit wol einzig daftehendes Beifpiel eines richtig gebauten deutfchen
24
29a
Hexameters, der. nicht «if dem Oranditoe der Neclwlimvi^ olafliftiher
Quantität rabt, fondern mit guter Beobachtung von Hebnag nnd Senknag
gebildet ift. 218, 4 %. Virg. Aen. 3 , 56 %. Qnid non mortalia poetora
cogis, auri Xacra famesl 218, 5 tötlich £terbUch. 218, 6 fchein Adj.
augenfcbeinlich, fichtbar. 218, 14 dennocht kann hier nicht wie 217, 24
* gerade' heißen, weil die Zal nicht genau ang«geben ift, ee nähert fich
▼ielmehr der Bedtg tou *etwa, ungefähr." da geredt im ftüblin d. L
unter ups gelhgt 218, 22 berchlahen, vom Vogelheerde getagt, lieifit
wol ihn mit allerhand Laubwerk u« dgl. bedeoicen, fo daß die Vogel ge-
tiufcht werden. 218, 38 Termeren, mhd. vermsren, etwas gehetBce
kund machen; einen vermeren einen rerraten. 218, 36 der gehaim
das Geheimnis.
Diefer Dialog flammt ans dem Anfange der Reformationsxeit und seigt
in feiner Sprache oberdentfche Abkunft.
REGISTER
Ober alle drei bände
A.
a = 6 = ou alemannirch I, 36, 336
Tgl. 6. 205.
ab Prap. Ton III, 218, 20.
ab Prap. c. dat. canfal IH, 18, 37.
125, 31. 127, 35.
abendearig III, 41, 23.
abentenr I, 37, 373. II, 160, 32.
210, 494. 222, 969. III, 102^ 32.
abenteorer II, 3, 4.
abeDttanz II, 54, 36.
aber foadern II, 108, 7. III, 208, 2.
aber oder I, 2, 24.
aber a. aber IIl, 246 zn 61, 12.
abetzen 11, 5, 3.
abfellig n, 103, 25.
abgerehaitlieb m, 107, 6.
abgot Flor. III, 33, 26.
abgötri II, 235, 1429.
abgunder il, 44, 22.
abhar harab HI, 169, 30.
abkoaterfeien m, 113, 7.
ab laß I, 35, 314 fgg. 39, 24. 41,
104. 109. n, 8, 34. 221, 915 ff.
ni, 19, 6 «g.
ablaAung H, 149, 12.
abfoUz m, 164, 16 i^- 274, 9«g-
Absperg H, 18«, 146.
abftrickea HI, 66, 7.
abtrünnang II, 41, 18.
abwefen, das II, 262, 30.
abwafig m, 36, 14.
abzios II, 144, 33.
AccuTadT mitd.IniisLlI,367 saZ. 928.
aebfeL nf beiden aehfelnwaßer tra-
gen Ul, 67, 31.
achten äebten II, 18, 7.
Adel II, 10, 18. 88, 22. 39, 4. 63,
13 fgg. 60 fgg. 187, 412 fgg.
aderUfierin m, 287, 5.
Adrian Papft, Schreiben deffelben
an die von Banberg m, 186, 9.
advertenz geben III, 213, 6.
Affe, Canz Name II, 960, 7.
affenfpil H, 227, 1147. 253, 8. HI,
172, 18. 278, 26.
Agricola Johann II, 359.
zun Ainfideln III, 56, 10.
air z= ainer 11, 161, 39.
alafanz m, 60, 89 t za 17, 27.
285, 15.
A 1 b e r u 8 , EraOnns. Sein rerdeatfch-
tes Te denm auf Papft FwatoM III,
Bd I S. 44—47.
aide H, 79, 14. III, 41, 7. 195, 20.
Aleander n, 108, 14. 19. Ann.
S. 315 fg. 126, 96. 190, 9.
alenfenzig m, 17, 26 m. A.
Alezander d. Große III, 161, 8.
Alezan4er V Papß 111, 50, 3 ff.
alifenzig Ol, 68, 1« £ m 17, 26.
alle a. legliehe IIf,t49zn68, 27.
alles dinges ein maß I, 63,265.
Alliteration cooTon. III, 245 za60, 8«
— Toeal. m, 940 za 66, 97.
802
all mit ein H, 207, 389. 810, &03.
allfant II, 198, 59 m. A.
all voll all Toll fingen H, 187,
411. 413.
als omnino II, 27, 30. 70, 36. 239,
1586. UI, 211, 17.
als immer n, 38, 20.
als. daß dir got den riten geb als
baoem II, 75, 15. fcbweig in taa-
fent tenfel namen als anmechtigen
benerleins II, 77, 16. daß dich f.
Veltens arbeit beftehe als bnben
II, 263, 11.
Tor alten II, 187, 403.
Ton alten n, 229, 1209 m. A.
alter Masc. H, 169, 159, 173, 300.
Altenmünfter 11, 123, 32.
altreterifch II, 47, 15.
amacht I, 143, 612.
amafaten I, 61, 201.
ameohtig II, 104, 19. in, 108, 11.
ampel IH, 181^ 31. 283, 2.
amptleut eines bifcbofs m, 176,4iis.
an n. an UI, 246 an 61, 12.
AnakoUtbe III, 223 su 1, 1. S.
227 SU 5, 38. S. 228 zu 7, 21. 8.
240 SU 37, 11«
anders außerdem, Tonil II, 119, 18
mit Anm. 253, 16.
anderwerb H, 205, 323. 222. 964.
angehengig III, 78, 8.
Angelica,eine Wnrsel in der Apo-
teke m, 88, 16 te.
angefehen I, 20, 5 m. A.
angewinnen 11, 78, 11.
angll n« quäl III, 248.
anknmmen in, 12, 28.
anmuten III, 146, 5.
anmfttigkeit HI, 2, 4.
Annaberg m, 57, 25.
Annas Garcenfis n, 109, 34.
L Annen br&derfehaft III, 200, 1.
an red, ein kune an allen misg. etc.
II, No XXI 8. 190—195.
anregen anrühren II, 221, 902.
anrneks in, 69, 23.
anrüchig n, 191, 49.
anrpeien Terfpotten H, 263i S.
anfprach nemen m, 16, 96.
fieh anfp rechen t TetMn U, 254, 15>
ant I, 22, 94. m, 98, 15.
Antichrift, romiTcher (Entehriß,
Endchriß) I, 1, 6. 21. 8, 87. 4,
108. 6, 171. 39, 23. n, 41, 11 igg.
42, 27. 110, 9. 112, 22. Gefprieh
aber d. Antichrift n No XV, 128
»134. 176, 35. 198, 49. 802, 823.
203, 228. 204, 275. 206, 848. 811,
532. 216, 711. 222, 934. 883, 972.
226, 1003. 228, 1183. 230, 1854.
238, 1566. 241, 1657 fgg- ^^
1804. 266, 7. in, 113, 28. 116, 11.
117, 13. 130, 26. 135, 12. 156, 21.
170, 37. 184, 22. 191, 12. 877, 41.
284, 24. 287, 36.
antchriftifch n, 132, 11.
Antdorf, dafdbft drei um I«DtlMn
Lehre willen verbrannt n, 133, 85.
Antiochia IH, 19, 20.
Antiochns m, 161, 2.
Antonier I, 32, 198.
antweders n, 18, 30 m. A. 43, 16.
apfel III, 21, 26.
apfel bUdL snr Bea. d. Negat. n,
342 Anm.
apofteialer m, 173, 6.
Apoftolicnm, eine Salbe Inder
Apot^e m, 37, 33 ^'.
apoftütslerei II, 232, 1837. m,
278, 45.
arenbergifche refier n, 70, 6.
arg n. nbel rocal. AlUt lO, 848
an 68, 27.
Argus in, 112, 16.
argwenig III, 13, 36 m. A.
Ariftoteles n, 147, 18. III, 160,
33. 212, 17.
Ariftotiles II, 243, 1749.
ariftotelifch n, 256, 88.
das armbroft n, 253, 3.
die armen m6ßen alweg an-
derligen Spriohw. II, 67, 8.
SOS
armata. eilend TocAlUt III,24d.
»rrms II, 268, 17.
arreft III, 69, 15.
ars UI, 12, 30.
arfenica III, 40, 19.
art kan Ton art nicht laßen I,
107, 244.
Artikel apokopiert II, 160, 11, m.
A. 871 zn Z. 2022. lU, 1 18, 18 m. A.
Aphärea« deflelben II, 371 sa 2S.
2022. III, 258 SU 118, 18. AwilaU
deflelben bei genittv. Conür. 111,4,
1. 5, 3 m. A. 46, 29 m. Anm.
art lieh III, 25, 5.
aratlon II, 262, 29.
Ana II, 97, 37.
Afprian II, 126, 20.
äffen oial m, 173, 31. 279, 12.
Aflbnierende Formeln III 248 1. 67, 30.
Aftarot in, 161, 11.
aftronimns III, 53,. 17.
anf n. ab ID, 249 au 68, 27.
auf enthalt Erhaltung II, 87, 33.
anfenthaltung Erhaltung III, 77,
3. 161, 9.
aufhält, der II, 256, 24.
aufheben, das lU, 106, 34. 35.
aufklauben III, 146, 31.
auflaufen III, 181, 23. 282, 42.
aufrürifch II, 104, 28.
anffatsnng II, 90, 24.
auffchlag U, 144, 10. 15. 150,29.
a uff eben im I^il I, 57, 88.
auffehen haben II, 98, 8.
in anf f eben halten III, 79, 2.
auffetalich II, 90, 2 m. A.
auftrechen III, 290, 41.
aufwifen III, 47, 24.
Augen aaeftechen, Strafe der Wild-
diebe I, 159, 238.
augenfplegel BriUe III, 165, 15.
Augsburger Reiohstag t. 1518 II. 57,
33. Die Angsbusger gegen den
Adel II, 63, 36. Im hohen Stift
dar. war Okolaaq^ Prediger 123,
30. KloAer daC Ol, 106, 33.
augft Augullmonat II, 260, 27. in,
171, 10.
Augulli n U, 166, 34. UI, 212, 16.
Augttftiner I, 33, 235.
au6 u. ein lU, 249 tu 68, 27.
audbunt I, 55, 51 m. A.
audpundig lll, 145, 33.
äußern fich eines d. III, 183, 33.
außetzig U, 142, 19 m. A.
außfechten lU, 211, 34.
anßhenken (you Pferden) 111,277,
3. 281, 44.
außhin UI, 281, 29.
außörtern UI, 155, 36.
auß richten U, 145, 27. 193, 119.
außfnnderen U, 147, 7.
auß tragen yerfchreien II, 104, 33.
außwarten U, 27, 35. 48, 19. 34.
54, 36. 55, 16. 151, 17.
außwenden UI, 39, 31.
auß wendig extremus II, 105, 6.
außwufchen lU, 110, 3.
Averroes UI, 212, 17.
aß Speife I, 125, 522.
(Siehe weiteres unter £.>
ärshcirenwirt UI, 195, 8.
ärznei U, 145, 18.
ärznequam UI, 178, 25. 281, 25.
ärzpharireier UI, 179, 23.
Eu für au II, 46, 34 Annu S. 289.
197, 36 m. A.
B.
(Siehe auch unter P.)
b für p anlaut. in fchweiser. StAoken
UI SU 18, 17.
Baal UI, 161, 5.
BabilonBedeutiaigU,304 SU 88, 18.
dIebabUonifehe breit UI, 100, 14.
die babilonifch flaifchbaak U,
125, 13.
SM
babftmonet lU, 72, 2.
bftchant lU, 126, 23.
bffcken i, Ö5y 42 m. A.
badhaus II, 165, 10.
badmeid II, 191, 42. 194, 160.
badreiberin Ur, 155, 36.
Baldns I, 119, 309.
ban u. acht lU, 248.
bank I, 2, 28. U, 216, 722. 228,
1173. 243, 1729.
bankart m« 60, II m. A.
baokpfol I, 3, 93.
bannen n. achten III^ 248.
bannen a. verbieten Aliit. 111,245.
bapßefel I, 46, 42.
bapß u. bifchof AUit. lU, 245.
barett, läppet U, 139, 31.
barl{ißer I, 33, 223.
— ihre 10 Gebote U, 371.
harren III, 65, 19 m. A.
den hart im genicfc fche'ren iU^
106, 15.
bafabort II, 57, 22.
baft bUdl. z. Verftarkung d. Negat.
II, 341 Anm.
am haften II, 30, 13.
bag unde bag III, 246.
banchdiener li, 266, 31.
bauchful I, 146, 27.
bauohgot II, 253, 25.
Bauern übermütig I, 167, 455 fgg. II,
71, 15 fg.
bäum an II, 7, 31.
ein baurendreck einem ins maul
fchlagen lU, 202, 31.
bau wen u. beßern AlUt. III, 245.
baurngjait I, 145. 151, 228.
Hans Bechler y. Scholbrnnnen II,
72, Verfaßer des Dialogs v. Fuchs
. n* Wolf.
hede m, 231 su 12, 36.
bedeurnng II, 56, 10*
Beelphegor lU, 160, 37.
Beelsehnh Uy8^Z7. JDerf. an die
roa. Kirche 102-^4.
befelich I, 134, 268.
befriden U, 318, 780.
begeben III, 37, 36 m
begeen fich ron etw. fich wovon
nähren lU, 194, 4.
begengnns UJ, 142, 18. 144, 16.
begere, die U, 47, 23.
begeweltigen III^ 79, 1&. 33.
beginen tant IJI, 161, 37.
beginen gefiobt lU, 273» 3«.
begon fich mit einer C etwas
treiben UI, 179, 28.
begreifen ergreiÜNi III, 145, 35.
begrifen capere lU, 22, 29.
behaben U, 243, 1735.
behaglicheit U, 25, 17.
beheben in fich haben, eDth^ICen
m, 181, 32. 283, 3.
Behem II, 37, 33. 38, 15. lli, 56,
16. 30.
behendigen UI, 91, 23.
beherberigen III, 36, 11.
behilf lU, 38, 19.
beüolfen fein III, 213, 9.
beh&t, die U^ 106, 26.
bei Adv. dabei, beinahe II, 315, 67^
UI, 45, 27 m. A. 120, 27.
beichtgelt U, 141, 19.
beichtiger 111, 216, 17.
beide ^ und II, 210, 496.
beihel II, 158, 15.
bei leib UI, 218, 33.
beiligerin III, 162, 24.
bei nach lU, 38, 6. 49, 36.
beifchlafetin III, 163, 34.
beißen Vögel jagen U, 48, 36.
beißen aarreißen befcbeißea
reimend UI, 344.
beißig U, 265, 9.
beiten U, 3, 38. 29, 7. UI, 13«, 36
m. A. 143, 20.
beiwelen U, 37, 13. 59, 7.
beiwonen III, 47, 3a
bekennan keniien UI, 94, 2.
bokejinen fehwaagem U, 327, 1151.
belan UI, 305, 13 a. A.
belangen lU, 75, M.
305
beleiten lU« lOö, 28.
belefen lU, 70, 19.
Belial, LiicifeT8Ratir,97, 19.103,37.
Belli 8 Cardinal ▼. II, 110, 33.
Belzeboch Lndfers Rat U, 97, 19.
Bembus Unterredner in einem Ge-
fpräche Ilf, 213— 18.
Benedicite parodiert II, 270, 7 fgg.
Benedict XIU Papß III, 43, 32.
beneveneritifl U, 154, 6. IIT,
196, 2.
beneyenert 1, 29, 84.
bengel III, 49, 18.
bengelprediger II, 153, 5.
benklein III, 39, 26.
Benno Bifchof von Meifeu II, 259,
20. m, 119, 8 ^g. 151, 23.
ben&gen II, 9, 15. 24, 8. 142, 6.
209, 479. lU, 65, 9. 72, 35. 87, 2.
ben&gig U, 87, 20.
beqnemlich III) 76, 19.
Bern (der JeOerfche Handel dafelbA)
I, 18, 187. U, 95, 28. 113, 3. 259,
26. III, 126, 30 fgg. 169, 2 ^.
173, 26. 216, 15 fg. 276, 37. 279, 8.
r. Bernbardein I, 32, 200.
f. BernarduH III, 193, 16.212,16.
r. Bernharts berk II, 260, 31r
fpeijsies Bertboldi 111, 42, 7 m. A.
berußen I, 158, 129.
berwolf H, 219, 825.
befc heißen II, 248,1928. 111,103,
32. 34. 187, 1.
befchemen II, 264, 7.
befchiß, der II, 212. 583. 235, 1456.
IIJ, 62, 9.
befc klagen verfehen III, 49, 15.
befchorne büben II, 126, 12.
befchoneu U, 209^ 464.
befchonang II, 14, 18.
befchroten befcfaneiden II, 225,
1059.
befchwärnus lU, 136, 8. 137, 6.
befelin II, 166, 22.
befeß Belitz IXI, 45', 21.
beringen U, 144, 7. 160, 25. 28.
UI, 70, 19. 142, 24. 31. 36. 38.
143, 2. 144, 22. 152, 3. 218, 24.
befingnue UI, 141, 36. 144, 31.
35. 156, 35.
befinknüs II, 144, 2. 8 m. A.
belolden Uf, 79, 32. 80, 15.
befondern Adv. III, 177, 5.
befteten II, 110, 38. III, 210, 17.
beftie Maac. lU, 80, 33.
beftreichen III, 133, 16.
be runder fondem III, 95, 13.
bießer voller tod dann hnn-
gerigB leben II, 71, 14.
(ich beßern wie der pelae vom
wafchen II, 255, 37.
beßern noch boIerenAllit. 111,245.
be tagen II, 62, 33.
betb&ch III. 154, 31.
betbfiohlein III, 154, 32. 37.
beteidingen III, 97, 13.
betlein Gebetlein III, 56, 15.
betlen n. bit AUit. III, 245.
betler I, 32, 185 fgg. 172, 643 fgg.
betöbern I, 161, 251.
betrachtung II, 138. 18. 35.
betrieg, der II, 255, 5.
betrogenlich II, 149, 32.
b et tel,der,BetteleiIII,109,18. 203,3.
den bettel freßen II, 137, 34.
betttfeln I, 173, 669.
beul III, 272, 43.
bevelch II, 18, 2. III, 40, 34.
bevelhen III, 144, 12.
beweren beweifen II. 242, 1707.
bewernus III, 2, 9.
bewift III, 84, 7-, f. an 89, 31.
beziehen einen III, 163, 12.
bezwänklich II, 28, 26.
bezwnngenlich II, 154. 9. ,
bidern I, 173, 685.
bierbren, da« III, 196, 15.
bierfnppe III, 206, 13.
biefe bildl. c. VerfUrkni« der Ne-
gation II, 341 Anm.
bieten hinein die oren III, 37, 5.
bigam falutis III, 139, 23.
25
306
bigami III, 189, 11.
bildang II, 26, 20.
billiche oberkeit III, 19, 25.
biUichen Adv. III, 193, 31.
biltims Fem. II, 113, 6.
biltßock III, 47, 10.
binder II, 177 oben.
birenftil bildl. z. Verftärknog der
Neg. II, 342 Anm.
die bifchoffer Plarml v. bifcbof.
III, 272, 40. 273, 2. 275, 33. 45.
279, 23. 24. 281, 43. 282, 14. 40.
284, 25. 286, 10. 17. 27. 288, 13.
23. 35. 45. 289, 5. 24. 26. 36.
290, 2. 8. 11. 292, 27.
bifchöflieh III, 281, 42.
bifchtum II, 163, 213.
bifpel III, 24, 16.
biß III, 149, 24. 155, 20 m. A.
bißfchaf III, 189, 25.
biwonung III, 69, 13.}
bUn III, 272, 8. 279, 11.
blaperen III, 218, 26.
blaß, der, Zorn II, 124, 8.
blat Platte III, 40, 37.
blat bildl. z. VerAark. d. Negation
II, 341 Anm.
dae blat wenden II, 830, 1263,
blatter II, 255, 33.
blaue enten I, 11, 144. II, 244,
1772 m. A.
bierwerk III, 24, 35.
bletzlin III, 291, 46.
blinde maus, ein Spiel I, 42, 151.
blint bei der bellen Tannen I,
3, 60.
blitzen, binden u. forn 11,75,24.
blöd r er II, 153, 19.
zu bloß fich lachen III, 137,15.
blocken II, 148, 36.
blöde fchwaeh 11,258, 15.111,66,23.
blat Q. b ein AUit. III, 245.
blathnnt III, 276, 32.
bltttübel III, 39, 15.
bl&tgelt III, 194, 15. 289, 25.
bl&tfanger III, 193, 21. 37. 289, 7.
bochen auf etwat feiles Vertranefi
haben II, 220, 876.
bocken I, 171, 617.
Bocksberger wolf 11, 67, Z^.
(Melchior r. Rofenberg) S. 295.
ins bocksborn treiben III, 290, 4:2.
boeki Judas III, 124, 10.
bocks leiden II, 67, 33.
bocke m arter 11, 66, 38. 252, 0.
258, 12.
Bockspurg II, 180, 146.
boldern III, 42, 6. 20. 2a
BoUingen II, 124, 36.
bolßerm&me II, 141, 3K
bolz II, 204, 282.
bolzlin drehen I, 56, 85.
bona dies II, 135, 2. 212, 582. III,
101, 1. 108, 21. 213, 1.
Bonaventura III, 160,33. 212, 16.
Bonifacins HI Papß zu Rom 111,
30, 31. .
Bonifacius VIII. III, 184, 11.
284, 16.
Bononi II, 124,29.
bonus dies III, 196, 1.
bornen, das II, 204^ 263.
bofs, der II, 226, 1086.227, 1144.
hoffen reißen III, 65, 29.
Boßler, Ulrich, Ton Haßfurt,
Verfaßer des Dialogs des Apoftul.
Angelica u. anderer Specerei (111
No II) III, 36, 3.
botenbuchfe III, 37, 23.
botz bauch II, 76, 30.
botz haut II, 76, 30.
botz licham III, 273, 20.
botz lung II, 76, 30. 78, 25. III,
272, 37. 289, 11.
botz Veitin II, 67, 11.
box angll II, 262, 8.
box erdrioh II, 252, 11.
box hirn II, 253, 28. 259, 12.
box hure II, 256, 20«
box leb er II, 255, 28.
box fchweiß II, 253, 11.
bocken AdJ. III, 175, 21. 279, 43.
807
fiber das boglin treten II, 66, IX.
HGhem IH, 49, 93.
boTe gwonheitfol mannit ver-*
tragen III, 165, 26.
böfer anfohlag hat bofen fnr-
gang, bofer furgang ein nn-
entlieh end II, 66, 4.
böferen III, 313, 36.
büße, d.Snperl. ▼. böfe III , 288, 46.
B raminen I, 4, 95.
Brag III, 56, 16. 57, 25.
Brand nmtragen, Ki^chenllrafe II,
237, 1157.
r. Brandon III, 81, 81.
branger I, 150, 176.
br ante wein I, 160, 214.
den braten fchmecken II, 60.
220, 867. III, 117, 36.
Brann, Ganz, hat ein Gefpräch
drucken laßen I, 48, 3. 52, 127.
109, 306 fgg. 110, 333. 119 fgg.
Brann fchweig bedrangt vom Her-
zog Heinrich I, 72, 156. 78, 25.
Brant, Sebaftian I, 30, 135.
brachtifch II, 20, 37.
brechen hoch II, 182, 245 m. A.
b reifen III, 166, 35.
breite hfit III, 117, 32.
bremmen I, 56, 7.
breft, der III, 71, 24.
brief n. Hgel II, 237, 1512.
briefverfelfclier I, 181, 145.
brill III, 165, 15.
eine brille einem auffetzen II, 167, 73.
die brillenmacher find hie yer-
dorben ni, 274, 34.
brot bildl. zur Hebung der Negat.
II, 342 Anm.
des brot ich iß, des lied ich fing
1, 147, 76.
bruchen fich eines dinges III, 2,
2. 16.
brnmmer, die großen, fliegen durch
die fpinnweb, die kleinen mncklein
aber müßen drin verderben. Sprich-
wort III, 274, 35 fg.
Brnnfels, Otto de ratioue deci-
marum II, 299.
brnfttüoh II, 268, 20.
bruderhenfer III, 106, 34.
B rüff ei, Augnßiner Mönche dafelbft
Yerbrannt III, 156, 6.
br&oh, die, Hofe II, 66, 8.
br&derlich III, 200, 18. 301. 7.
204, 24. 205, 25.
in der br& bleiben II, 68, 5.
hucken biegen II, 231, 1278.
Buhlerei I, 163, 314 4g.
bull n. ban Allit. III, 249.
bnntfch&ch, Avfrnhr IH, 187, 11.
28. 285, 28.
ein burenfprung III, 24, 18 m. A.
burs III, 5, 6 m. A.
bnrsman, der III, 5, 5 m. A.
in bufen blafen III, 103, 16.
buferon III, 129, 23.
buftnieren II, 66, 9«
butterweok an der fonnen II,
193, 98.
butze (im Obß) III, 63, 17. 146, 30.
butze Poffe I, 14, 46.
ins bttchslen blafen 11,319,833.
bnffel II, 120, 12 m. A.
bnndifchebauren 11,66,31.67,14.
bnrger u. bauer III. 245.
bnrgifoh II, 68, 21.
b&ben n. b an k ar ten AUit. 111,245.
die Bübenbänm II, 71, 19.
bübenteding III, 64, 84.
bSße n. beichte III, 245.
büßen, d. hnnger II, 155, 4.
c.
(Sieh auch unter K.)
Caiphas, der mainzifche Erzbifchof
II, 108, 5. 110, 10. 22.
Caiikttck I, 4, 96.
Caliztus Papft III, 208, 27.
Campeflor, legat ron II, 263, 4.
canon II, 256, 17. III, 20, 6.
25*
308
Canonifiktion II, 30, 16 fg.
cantharidoB III, 40, 20.
caphun I, 52, 154.
die capell der metaen bfingen
III, 184, 30.
capitelbr^idcr III, 166, 13.
Capra II, 109, 5 m. A.
Caracciolas II, 108, 13. 19.
cardinalat III, 134, 36.
cardinalifch II, 102, 21.
carene II, 321, 904.
Carleßat III, 48, 31.
Carmeliten I, 33, 284. II, 132.36.
Carolftat II, 113, 4.
carpinel II, 104, 1 m. A. 6. 106,
13. 17. 33. 83. 107, 1. 11.
chür III, 78, 37.
Ciprian II, 363, 13.
cirk III, 70, 1.
Cifiojaiiiis I, 160, 318.
clag tt. bitt der deutfohen natton an
den almechtigen got umb erlofung
a. d. gefenknis des Anticbriß. Kia
Gedieht. I No I S. 1--6.
non clamor fed amor II, 158, 23.
Clane Lamp II, 128 fgg,
Clans Narr III, 139, 3.
Clemens V, Papft III, 184, 12.
284, 17.
Clemens VII, Papft I, 139, 457.
II, 318 %.
Clementin U, 243, 1716.
ehoralis III, 162, 30. 272, 46.
chorefel III, 67, 12.
Cochl«n8 lllj 187, 35 — 139, 32.
Schnecke 137, 35. 139, 39.
Cocleus in, 113, 31.
oodicifcfa II, 122, 34.
CO las III, 193, 18.
Collen III, 46, 27.
coloquintida 111,40, 19.
eomplet II, 151, 19. 233, 1348.
compotenz II, 94, 37. '
concilabnlnm III, 159, 15.
conciliabnlnm HI, 137, 21.
concilium I, 37, 376. II, 94, 2.
97, 11. 168, 123.
concnbinarier III, 276, 46.
Conftantinns, Kaifer II, ^ H.
III, 93, 1 fgg.
conllantinifche Sehenkong II, 306 lu
94, 13.
Conftantinopel I, 2, 51. li, ö^.
30. III, 19, 80.
contrafehet II, 45, 18.
conventnal II, 165, 15* 166, 66.
167, 68. 89. 168, 125.
oopift III, 103, 26.
cormonins II, 26, 38.
corpus II, 144, 30. 33. III, 63, 7.
cortifan III, 38, 34. 40, 8. 45, 31.
33. 46, 7. 16. 48, 13. 19. 48, 26.
36. 49, 18. 50, 31. 51, 5. 53, 22.
54, 26. 57, 33.
cortifaniXch II, 176,48. 177 oben
coßen = koften III, 31, Sa
Coftens, concilium zu II, HO, S.
HI, 45, 20. 66, 4. III, 113, 3i.
116, 32.
Coftiz lU, 160, 31. 162, 10. 173, 2i.
Coßnitz III, 70, 38.
Cölu II, 203, 246.
Credo parodiert II, 273.
Crefus III, 161, 2.
criminor te, cratsinor a te 11, 165, li*
chrißen SubO. III, 119, 84.
chriften Adj. III, 184, 37.
chriftifch III, 197, 1.
crißieren III, 280, 20.
CnrtiXan n. pfrundenfrefier 1,
7 — 12 Schilderung d. CartUaae a.
d. Eegnum pi^. des Naogeorg I.
184^186. Nach Bnrcard WaldU
Überfetsung I, 186—191. Vun
einem cnrtUan, Bure. Waldis £r-
zaluug I, 191 -- 195. Pfrnndmarkt
d. Curt.IIIN 111,59 — 73. Gefpr.
Kwifchen einem Mönch, Edelm. u.
Curt. No V, 101, 111. Ferner er-
wähnt II, 38, 31« 37. 43, 35 igg-
93, 3. 97, 4. 111, 39. 11», 4 — 15.
III, 30, 38. 30, 32. 60, 36. 71,
309
37. 103, 20. 146, 34. 155, 38. 170,
23. 176, 5.
cuftor III, 213, 3.
cnrtifanifch 11, 186, 380.111, 61,2.
Cfinz a. <L Fritz, Dialog II No
XIV, 119 — 127.
D.
(Sieh auch unter T.)
d anlaotend för t II, 363 zn Z. 101.
III, 75, 10 m. A. 114, 1 m. A.
da u. da III, 61, 13 m. A.
Dagon III, 161, 15.
da hetmet II, 6, 13.
Dam, doctor II, 190, 9. ,
dank, one III, 154, 10.
dantdeding III, 24, 35.
dantelmere II, 243, 1706.
dantmer III, 37, 35.
dar n. dar III, 246.
(larafter III, 63, 3.
darfin: darf III, 72, 35.
darheben III, 187, 17. 285, 31.
da6 = 68 III, 103, 29.
das -=. des III, 16, 31 m. A.
dag u. dag III, 346.
daft=: deß III, 56, 19.
daufen II, 71, 33.
danßen II, 1, 8 m. A. III, 313, 18.
Dautenberger hag II, 67, 31.
dauzen III, 156, 15.
däuglich II, 47, 39.
decan, der III, 177, 34.
deehan, der III, 281, 1.
dechet, der III, 175, 34 fg.
deck, die tegninentnm III, 180, 8*
383, 6.
Decius III, 161, 16.
decreial Sezti n. dementia III, 184, 13.
Decretales 11, 175, 14. 176, 36. 185,
343. 343, 1717. III, 60, 30. 94,
5. 188, 6. 386, 11.
decretalifch II, 134, 7.
decretifch II, 133, 18.
Dedoleat Dr. III, 163, 11.
Delinghanfen Dr. von Heinr. ▼.
Brannfchw. ermordet I, 73, 141.
Demens V. III, 184, 16. 284, 19.
denkzedel I, 66, 383.
denn och t etwa III, 318, 14.
denn och t gerade III, 3.17, 34.
wir derfen II, 77, 8.
mich deucht Präf. III, 45, 15.
dens laodem III, 144, 36. 30.
deatfchlich III, 48, 35.
den wen II, 13, 33. 315, 676.
diagridion III, 40, 30.
Dialoge f. Oefpräcbe.
Diana III, 161, II.
dick II, 170, 205. III, 163, 31. 171,
36. 175, 15. 177, 36. 183, 3. 183,
14. 184, 14. 190, 1. 378, 10. 281,
7. 283, 8.
z&m dickern mal II, 63, 8.
diebhenke r III, 51, 35.
dieblich I, 134, 470.
Dienftboten, ihr Verhalten [, 170,
560 fgg.
dilexi üngen UI, 183, 10. 383, 36.
dinn 11, l, 8 Anm. S. 378.
Mocletiannfi III, 161, 16.
f. DifcipuUs UI, 139, 33.
dis u. das III, 345.
dispntaz II, 109, 3. III, 43, 31.
46, 36. 130, 36. 33.
diftinz III, 304, 5.
Dittelbach, haaren von 111,53,33.
ditz hoc III, 143, 3. 29.
doben III, 82, 11 f. Anm. zu 10, 6.
docaten II, 109, 8. III, 47, 6.
doch im untergeordn. Satze: der
doch ift III, 108, 33.
docter= doctor III, 32, 14 m. A.
doli n. dumm Allit. III, 245.
dolmetfch III, 36, 5.
Dominicas II, 166, 39.
donstag III, 65, 32.
dorfe, da8= dorf III, 386, 38.
dorfpfaff III, 53, 1. 64, 39. 31.
Dormi fecvre III, 139, 30. 155, 3.
310
doriistag III, 170, 20.
ein dreck freßen III, 129, 30.
dreckental III, 120, 18.
dreckig U, 121, 3.
Dreifen II, 194, 164.
dreißgaft, der II, 144, 8 m. A.
dreißig n, 170, 185. 215, 676.
dreißigft, der II, 256,19. 262,22.
Orefen II, 259, 20.
dreo hundert II, 84, 14.
drinkgelt III, 141, 5.
d ritt, der II, 255, 19. 262, 22.
drittail, der III, 93, 6. 189, 8.
dritter pfenning UI, 197,32.34.
drinng, die römifch 11^ 112, 5 m. A.
drnkfen I, 125, 524.
drum I, 102, 90.
drümlein I, 88, 319.
drns Q. beol I, 65, 356. II, 75,29.
III, 178, 32. 188, 24. 286, 23.
duck, der III, 17, 2.
dummein II, 268, 9.
dumm ein, Hch III, 287, 10.
durch u. durch III, 246.
durchachten III, 24, 4.
durcbächten 11., 124, 19. 176, 29.
III, 8, 27. •
durnieren II, 184, 313.
dnßen III, 10, 6.
dürftig kühn III, 119, 17 m. A.
d weil II, 371 zn Z. 2022. III, 280,
32. 34. 287, 31. 44. 290, 18. 291, 16.
E.
(Sieh auch unter Ä.)
e für a fchweiz. III, 17, 4 m. A.
g für ei fchweix. III, 230 zu 12, 36.
Eberburg II, 12, 6. 12. 67, 22.
£b erlin von Qünzburg. Stelle ans
deflen Schrift Mich wund. IT, 291 fg.
Eck, Joannes II, 110, 7. 121, 25.
122, 5. 124, 2t fgg. 125, 2 «g.
126, 26. 152, 32 fgg. 183, 262 fgg.
190, 10. 191, 19. 193, 97 fgg. III,
25, 20. 113, 29. 120, 9 — 122, 14^
215, 11.
eekifeh II, 121, 15.
Eckßein Dr. 11^ 262, 15.
Bcolampadi II, 123, 20.
ee Gefetz, Teftament 11^ 97, 5.
eekind III, 188, 25.
eerleifter I, 160, 197.
ehe Part. III, 272, 14.
ei für e vor der Liquida n III, 239
zu 37, 4.
ei bildl. zur Hebnng d. VemetBiing
II, 342 Anm.
ei. e einer ein el fehalt II, 188,470.
eia Anamf lU, 14, 21.
eichhorn lU, 133, 17--134, 19.
eid reib IV»ben l, 51, 89 fg.
eidgenoß III, 90, 24.
eigen = eugen Verb. III, 136, 36.
ein tag n. alle tag toc Allit. Ill,
249.
der ein u. ewig vocal. Allit. 11!,
249 zn 68, 27.
ein — oder — III, 82, 3 m. A.
ein u. ein III, 246 zu 61, 13.
Einbeck I, 105, 186.
einbilden lU, 102, 3.
einblafnng U, 89, 33.
einer pucht, der ander gibt
nichts drauf II, 255, 16.
einfaltigkeit UI, 13, 18.
einich irgend ein II, 201, 165 ra.
A. UI, 54, 37. 56, 5a 58, 1. 90,
36. 119, 24.
einig einzig II, 202, 222.244, 1765.
246, 1869.
einiilen I, 146, 38.
einmondicblich III, 58, 10.
einfprecbung Infpirat. 111,312,6.
eins I, 59, 151. 123, 437. II, 78, 19.
einft einmal II, 73, 10. 76, 10. 77,
32. 78, 3.
einwurzeln III, 75, 28.
eifen zungen III, 291, 2.
Eisfeld II, 69, 34.
eiftli<ch III, 272, 8. 11
»11
eiß, der UI, U, 6.
eitpflioht, die lU, 288, 7.
eitern, die, fenlorei LH, 8, 25.
«mberen II, 26, 30.
embieten II, 85, 3.
empfenklich III, 188, 37.
empieten II, 93, 6. 96, 37.
empiößen II, 126, 22.
Brnfer II, 126, 27. 190, 8. III, 113,
30. 118, 30 — 120, 8. 215,11,
en Negat enia II, 173, 312.
£DdchriftX: Antichrift.
enderang geDchicht in allen dingen
II, 61, 12.
enpfalien II, 147, 32.
enpieteu II, 99, 5.
entbinden von etwas III, 181,20.
Entchrift f. Antichrift.
entohriftifchll, 125,9.111,115,3.
enthalten feftbalten lU, 44, 3.
enthalten erbalten II, 59, 18. 89,
19. III, 62, 25. 106, 36.
enthalten abßinere 11,35,1. 158, 8«
enthaltang II, 5, 2. III, 65, 8.
77, 13.
entpfahen III, 72, 31.
entpfangen III, 1, 7. 14, 26. 30,
36. 34, 3. 85, 25. 102,21. 116, 38.
entpfelenlll, 3,24.7,38.27,9.29.
entpfinden II, 100, 14.
entpfiiehen ILI, 29, 27.
entreden III, 38, 7.
entrettung III, 40, 7.
entrichten irre machen 111,45,23.
entletzang II, 86, 12. III, 75, 29.
enzucken II, 137, 30.
Epicnrue III, 161, 11.
£ p i (l o l a de non apoftolicis qnorun-
dam moribufl, qni in apoftolorum
fe locum ruccelBITe gloriantur II,
No V 8. 80—84. Epiftola de con-
▼erfione Pauli III p. m. No XIU
S. 117 fg.
er o. eid Tocal. Aliit. III, 249 sn
68, 27.
er (eher) im Reime ^: wer) I, 132, 191.
erarnen III, 62, 19.
Erasmus v. KoUerd. I, 22, 116« 23,
145. II, 120, 17. 38. 121, 6. 123,
24. 153, 22 fg. 161, 91. 163, 239.
III, 48, 32. 49, 33. 53, 12. 214, 24.
erbarkeit Titel III, 49, 33 m. A.
erbbechen? III, 16, 18.
erbeit Arbeit II, 257, 9.
erbeiten arbeiten II, 103, 36.
erbidmen II, 258, 13.
erboren ILI, 61, 6.
erbrechen, fich I, 167, 476.
erdbedem III, 37, 11.
erdnifch II, 266, 12.
eren o. neren LH, 244 zo 59, 25.
eren ackern I, 41, 128.
eren löt LLI, 72, 32.
erentrich ILI, 2, 20.
erfaren, (ich III, 138, 6.
erfreuung LLI, 83, 9.
ergerung ILI, 66, 18.
erglaften III, 22, 19.
ergraben IL, 144, 23.
ergrapen I, 141, 550.
erhebt Partie. ILI, 140, 16 m. A.
erheien lügen LI, 209, 469.
erhellen erlchalien II, 180, 153.
erklagen ILL, 159, 9.
erkratzen II, 154,11. III, 133,29.
erkücken IL, 142, 19.
es erlangt einem etwas III, 169, 2.
erlauren II, 223, 990.
erlichen Adv. ILI, 65, U.
erligen 11, 86, 9.
der Erliuger wald II, 71, 21.
erlüften I, 100, 19.
er m als I, 122, 401.
ermel. der in plowen ermlen III,
105, 32.
ermorden III, 18, 25.
ernaaen U, 234, 1395.
ernennen II, 141, 25.
ernßirch II, 1, 8. 9.
erfamlen 11, 156, 11.
erfamlen, fich II, 108., 4.
erlchießen U,14,34.III>14,16m.A.
312
errchinden II, 249, 1981.
erfchmecken lU, 19, 3.
erfchnappenll, 153, lö.III, 111,3.
erfchnBufen III, 277, 4.
erfchopfang III, 1, 8.
erfehen III, 87, 3.
erfitien III, 48, «.
erfprießen II, 177, 73.
erftecken II, 163, 235. III, 98, 20.
erßehüng III, 115, 31.
erftockt III, 28, 16.
erftörnng III, 84, 18.
erftrecken Itl, 88, 33.
ertanben III, 22, 4.
ertoten III, 6, 10. 29, 29. 78, 14.
ertracbtong II, 88, 2.
erwegen, ßch eines dinges I, 5, 130.
II, 193, 118.
erwäfchen III, 110, 24.
erzbub II, 99, 2.
erehnrnwirt III, 286, 42. 290, 10.
erzneien Verb. II, 150, 18.
erzpriefter III, 281, 3.
erzverzweifelt HI, 276, 34.
es ift arrann III, 100, 32. 111 fln.
es affis I, 162, 282.
efcbe Afcbe II, 113,8. 268, 23. III.
29, 12. 48, 3.
£fel mit der Lüwenhant, Fabel, An-
fpielong daran 11, 245, 1829.
efelfütrer II, 120, 26.
efel fchrappen II, 269, 28.
Efopus III, 112, 1.
Efslingen U, 54, 16.
efula III, 40, 20.
eße II, 218, 788.
efien von einem dinge bildl. III,
45, 5.
_et für icht im Adject. III, 215,
5 m. A.
etwan III, 9, 29 m. A.
etwar = etwer UI, 9, 20 m. A.
et wen III, 45, 38.
eul anter den Yogeln I, 158, 132.
EnpfycbiQS UI, 190, 27. 287, 12.
e n fi e r n , fich = entäußern III, 93. 19.
eTangeliom Pafqaiili II No X llK
— 107. Ev. fec. Pafq. No XIL
1 14-- 116. Aliud evang. fec Pafq.
II, 318. Et. fec. Marphoriom II,
318 %.
evangeli«! II, 198, 83. 900, 127.
203, 224. 232. 250. 204, 371. SOS,
422. 431. 245, 1805. 1833. 364, 7.
11. 265, 15. 269, 25. UI, 80, 20.
113, 34. 137, 25. 138, 21. 159, If^.
ewangeli, das III, 208, 5. 309,24.
210, 30. 211, 33. 219, 11. 314, \\
35. 215, 2.
ewangelium III, 207, 14.
F.
(Sieh auch anter V.)
f im Anlaute ftatt t II, 331 so 119,
18. III zu 70, 2. 383, 8.
fabelbefchreiber III, 113, 1.
Faber, Johannes III, 113, 33. 129,
33 — 132, 31. Vgl. Sehmidniecbt
Henfel u. Schmit von Coftans.
fal, der II, 149, 1.
den falben hengft ftraiehen III,
168, 33. 183, 8. 276, 30.
falke Gefchüte I, 77, 11.
fallen haben fällig haben II, 76,
12. 78, 6.
fantafei III, 104, 24.
fan tafle II, 172, 2.')1.
fantaft I, 33, 132. 30, 119. 82, 60
II, 124, 12. 260, 26. 268, 30.
fantaftifch II, 124, 9.
fart zu keiner fart I, 100, 10.
115, 176. 167, 443.
— zu fteter fart I, 125, 538.
fafelteding I, 28, 33.
fasnacht III, 176, 36. 280, 28.
fasnachtbutz I, 28, 42.
fasnachthnt I, 152, 268.
fasnachtfpil I, 31, 158.
Faftenzeit, Beichte während derfelben
m, 177, 82. 280^ 45.
313
fatsen lir, 119, 6.
im faulen beiz II, 153, 15.
f echter III, 180, 15. 282, 19.
federmark, der III, 158, 19.
federfpll II, 137, 24. III, 64, 26.
Feder wifch, Lucifer8RatII,97,19.
fegfener II, 232, 1319 fgg.
feilen I, 81, 25. 94, 537. 99, 7.
102, 92. 129, 105. 130, 121.
feldgejägt II, 62, 12.
ein feler fc hießen II, 240, 1627.
fellftat II, 71, 24.
felthanbtman III, 52, 36.
feltrehata III, 52, 33.
ein ferblin anftreichen 11,212, 579.
Ferdinand Erzherzog ▼. ößreicb,
Bmder Karla V. II, 52, 19 fgg.
III, 131, 29.
Ferrer, Herzog von III, 50, 21.
fort II, 260, 30.
fertigen III, 51, 4.
Fetz Dr. II, 120, 3. 8.
Fetzelumper von Tubingen III,
215, 12. 17. 21.
fetzen Inmper II, 120, 25.
fenerzeug I, 139, 467.
fich Vieh II, 5, 1. 2.
Fideler, Wolf, Name 11, 262, 12.
fidein den danz II, 61, 18.
fierteil III, 70, 2.
fili maltitndo II, 137, 9. 35.
filz, grober, ein Schimpfwort III,
184, 32.
uf filzen fchlichen III, 82, 8.
filz hat III, 41, 25.
filzh&tl II, 122, 28.
finanz II, 161, 43. 202, 186. III,
61, 8.
finge r bildl. zur Hebg d. Negation
II, 342 Anm.
durch die finger fohen 11,233,1383.
III, 60, 16. 166. 274, 35. 275, 16.
finnet III, 122, 10.
firlefanz II, 234, 1407.
firmen III, 150, 17.
firmnng II, 231, 1302.
fifeal III, 164, 8. 10 fgg. 176, 5
fgg. 274, 6 fgg.
fifchzeng, der II, 46, 31.
fla den weihen, das III, 151, 1.
fladenweiher II, 67, 23. III, 149,
35. 150, 1. 37. 151, 4. 152, 27.
flechten lidh in eine fache II, 176,
50. m, 183, 17.
fledermenfe II, 222, 949 m. A.
III, 31, 18.
fledermeufifch I, 97, 646.
flegeln Verb. I, 3, 66.
fleifch n. fifch UI, 245.
fleißlich m, 37, 5. 62, 14. 26.
66, 29.
fleiten II, 233, 1867.
Flexion, Harke nach d. Poflemv III,
7, 3 m. A.; nach d. beßimmten Ar«
tikel III, 196, 6 mit Anm. 280, 39
fg ; nach dem Pron. demonft. ib.;
fchwaebe ▼orSabft.IH, 16, 16. 28,
3. 69, 9 m. A.; bei A^ject. fohwacha
ftatt der Harken III, 77, 28 m. A.;
bei Adject. ungenau fchwache lUtt
der Oarken III zu 76, 17.
Flezionsfilbe abgefallen beiftarkern.
fchwacher Declin. im Gen., Dat.,
Acc, Sing. u. Plar. f. zu 210, 16.
flicken fich = fich aechten III,
283, 41.
uß einer floch ein geiß machen III,
32, 24.
Florentiner burger III, 62, 30.
63, 2.
die flöhe einem abkerenlU, 103, 11.
flößen 1, 56, 87. In der Anm. 8.
219 iß die Erklärung nicht getrof-
fen; es fteht für flößen; der
fluß war ein Kartenfpiel.
fiuchs II, 139, 16.
Fluchen I, 166, 412 fgg.
Flüche II, 377 zu 252, 2. III, 103,
20 m. A. 162, 26 m. A.
flüßen II, 6, 28.
Focas Kaiftr I, 4, 114. III, 30,32.
f o r de rung = fürderung III, 160, 14.
26
314
Pordung, Johann, v. HaBfart IXI,
36, 1. .
for III, 283, 2.
formata UI, 172, 29. 278, 38.
formlich KI, 78, 26.
fornen III, 293, 11.
f o rfchen einen eines dinges UI, 4, 2.
fort u. fort UI, 246 zu 61, 12.
fortel Subft. UI, 31, 32 m. A.
forthin II, 259, 16.
for I, 9, 67.
förhen III, 216, 32.
f orten III, 63, 29.
forte r II, 48, 3.
Francifcat II, 166, 39. 271.
Frankenwein UI, 176,37.280,29.
Frankfurt UI, 104, 28.
Frankreich II, 112,20. III, 19, 10.
Franz I ▼. Frankreich II, 114.135,
8. III, 19, 9.
Frans ofen Krankheit III, 198, 30.
franzofifch UI, 67, 30.
frafehgarei II, 123, 12.
fraß u. fnllerei III, 245.
fr atz, der, Albernheit II, 218, 798.
franenbr&der mufich II, 155, 11.
frauenhans III, 195, 3.
frauenzimer I, 105, 171.138,412.
III, 182, 13. 283, 15.
frech u. keck III, 248 zu 67, 30.
frei I, 102, 106. 119, 297. 142,580.
III, 120, 31.
Freibnrg II, 153, 15.
freid II, 126, 21. 196, 9 m. A. III,
115, 14.
freidenreich II, 199, 96. 201, 160.
freid ig I, 58, 135. UI, 125, 14.
freien liberare 11, 156, 24.
freien heiraten III, 291, 8. 9.
Freiermut, Hans Heinr. Dichter
d. Trinmphus reritatis II, 250, 2000.
251, 2034.
freudenfeuer III, 88, 2.
freulin III, 177, 32.
freund u. feint III, 245.
freund u. frembd UI, 245.
frevel Adj. UI, 22, 21,
Fridrich ßarbaroffa II, 94, 17
ff. mit A..
Friedr. d. Weife, Cburf. ▼• Sacb-
fen 11, 109, 21 ff. 38 £ 110, 28
fgg. III, 77. 22 fgg.
fridfam III, 19, 30.
frifch frei frölich UI, 245.
frift, zn keiner fr. I, 120, 33».
friftnng III, 97, 27.
frißgar, der UI, 157, 11. 164, 9.
10. 274, 5. 6.
frißfchaf lU, 189, 25.
fro fro fro fingen I, 82, 78.
fron II, 199, 95. 236, 1495. 260, 38.
Fronica I, ^1, 123.
frölicher geber ift got wert 11*
217, 770.
frönlich II, 26, 2a
Früauf, Hans, Name II, 25$, 22.
frümmen III, 24, 31.
früfuppe 1, 71, 112.
fr&g früh II, 172, 278.
fr&melTer II, 178, 79. 260, 12 igg.
Fuchs und Wolf, Gefpr. II No UI
S. 60—72.
den fuc hs beißen I, 70, 85. ü, 32, 8.
fuchsrock 11, 71, 16.
F u c k e r UI, 39, 27. 46, 26. 34. 155, 2$.
furtel II, 49, 25.
fürt er UI, 37, 13. 41, 37«
füchferei U, 60.
Fulslochy Nickel, Name 11, 259, 11.
für Pr&p. entgegentretend 111,11,31.
— — bevorzugend 11 1, 12, 19.
für vorbei an 111, 24, 10 m. A.
für u. für UI, 246 zn 6t, 12.
fürsn UI, 146, 16.
fürbändig I, 111, 10.
fürderlich III, 6, 13.
für halten vorfchntzen UI, 8, 3?.
30, 10.
für halten verfetsen UI, 2, 6. 9, 3$.
fürhar UI, 174, 32.
für her U, 204. 274. UI, 121, «.
für hin 11, 145, 24. 148,24. 152, 22.
315
furkauf II, 56, 10.
fürkanfer II, 263, 8.
ffirknmen vermeiden If, 126, 2.
179, 110. 266, 27. III, 81, 16. 189,
4. 212, 10.
furnemig II, 86, 34.
Fürntanz, Friedel, Name II, 258, 14.
fürpanen III, 146, 21.
fnrfagen prfedicere III, 6, 30.
fürfchlag, der, das Emporkommen
II, 210, 492.
fürfprech, der, It, 207, 379 m. A.
farfehen = Terfehen II, 144, 20.
149, 10.
f nrficbtlicheit il, 15, 8.
filrt II, 155, 9.
fürt an 111, 128, 23.
jürther III, 116, 17.
färthin III, 229, 1200. III, 132,29.
fnrtreffen II, 15, 25.
fürtreffend II, 14, 14.
fürwenden II, 18, 32.
fuo; bildl, z. Hebung d. Negat. II,
342 Anm.
f&ßhader II, 120, 10.
G.
gachzgen III, 181, 3a
gagen=:jagen I, 3, 86.
galge I, 92, 450.
galgen. wann man einen bedarf,
man nimpt in von dem galgen II,
72, 9.
G alileer II, 104, 7. 17. 21. 103,
6. 13. 29. 104, 8. 16. 19. 23. 26.
31. 38.
galileifch U, 103, 31.
gang Imper. II, 105, 18. 142, 11.
163, 191. 220, 871. III, 6, 3. 14,
21. 21, 27. 40, 24. 55, Ift.
gang Conj. Präf. zu gehen II, 32,
15 m. A. 126, 34. 140, 13 mit A.
152, 21. 222, 959. 279, 8. 289, 33-
gangen, fie. 3. Flur. Conj. Prai: III,
161, 36.
ein gans bläft einen an 11,42,24»
— pfeift einen an UI, 101,21.
ganz u. gar III, 245.
gar u. gar III, 246. *
gardian II, 271, 25.
das garn vor den äugen der vogel
legen II, 191, 46.
gart I, 165, 387. 173, 695.
gallfrei III, 179, 35. 180, 1. 4.
282, 2. 3. 11.
gaftnng III, 179, 35. 281, 46.
ganch III, 129, 28.
gaukler. Spruch derfelben: *Ter-
fchwind als der wind, daß keiner
wider find!' III, 174, 3a 279, 28.
gäbe, die II, 147, 24.
ge— des Partie, ausgelaßen III, 28,
27 m. A.
gebe, die III, 100, 23.
gebracht II, 95, 19.
gebrent confcUnz II, 11, 23.
gebuft I, 56, 69.
Geck (Eck) II, 124,26. 126, 26. lU,
34, 6. 48, 25.
gecken Verb. II, 213, 623.
geding Hoffnung 11, 250, 1989.
gedorftig II, 213, 600.
gedunken, das III, 212, 25.
on geferd ohne bö£e Abficht lU,
14, 16.
mit geferden mit bofen Abfichten II,
216, 715. 219, 829. 225, 1058.
gefert Genoßenfchaft jemandes II,
211, 549.
gefreunt III, 286, 20.
ein gefrorner dreck von Rom
I, 146, 54.
gegen teil Gegner II, 53,35,54, 7.
gegen weg s fich halten II, 29, 1.
gegenwind II, 254, 7.
gehaben ftarkes Part. =:: gehabt II,
201, 180 m. A.
gehaim, der III, 21«, 35.
gehaß II, 170, 207.
gebebt gehabt lU, 26, 34 zu 17,4.
' 189, 19.
26'
316
geheien I, 67, 123 m. A. U,76,38.
mit gehetz locken U, 223, 975.
gehorlame Fem. II, 93, 7. 96, 26.
• 173, 308. 217, 781. III, 77, 13.
gehorfamen Verb. III, 27, 34.
gehorrami, die III, 2, 5. 12.
gehörde III, 3, 25.
gehören hören III, 165, 36.
geige, auf der alten geigen bleiben
III, 138, 22 m. A.
geil III, 60, 5.
geilen äbermntig fein II, 11, 11.
III, 123, 38.
geile n betteln II, 35, 20. III, 47,34.
gein III, 39, 24. 30. 31. 40, 12. 25.
41, 7. 56, 10.
geiß Plur. III, 17, 9. 208, 11. 16.
geifte Plnr. von geiß II, 11, 22.
geißlichen Adv. 111,187,7.285,24.
geißen Adj. III, 175, 21. 279,43.
geitig III, 279, 37. 291, 20.
geitigkelt III, 86, 11.
gejagt II, 6, 25.
gelanhen II, 74, 31 m. A.
gelbe lilien freßen II, 58, 3.
geleohter II, 233, 1366.
gelerte verkerte III, 174, 28.
279, 27.
gelfen II, 194, 142.
gelieben III, 74, 16.
gelimpfen III, 54, 38.
gelink II, 113, 5. 148, 8.
Gelle r, Herzog von II, 135, 8.
gelt Adverb. III, 21, 15.
gelt u, gut III, 245.
gelt Tohwitzen 111,172,25.182,7.
gelten einem vil, eintragen 11,221,
929.
geltlin II, 139, 19.
geltnarr III, 218, 23.
geltßriok 11,213,610.111,105,17.
die geltfucht im feckel haben III,
280, 19.
gelüpt Masc. II, 86, 26 fg.
gemachfam II, 378 zn 257, 16.
gemacht II, 149, 24.
gemalt« II, 26, 6.
gemein pubiicas III, 13, 32.
gemeines haue III, 289, 40.
gemein als leus u. flöh im *ag-
ßen UI, 171, 9. 277, 46.
gemengter färb III, 12, 2.
gemefoht^emäßet II, 106, 10.
gemül lU, 48, 2.
gem&t fein II, 89, 27. 99, 14.
gen = geben fchweiz. II, 160, 23.
219, 859.
ß gen d = gebeut II, 161, 48.
genahen Verb. III, 49, 25.
genem III, 54, 37.
genieß, der II, 29, 10. 161, 86.
111. 207, 405. HI, 72, 31.
g e n i e t en fich eines dings 1, 148, 123.
genoß = genoß II, 50, 25«
gensbeiii für heiltomb 1, 32, 309l
gensdieb III, 133, 38.
genspredig III, 198, 24.
geordnete haimligkaitll, 157,26.
Georg, Herzog von Sachfen I, 64,
316. 82, 68.
geplärr II, 146» 39.
geradeln III, 62, 31.
geraten III, 92, 9.
gerecht dezter II, 148, 8 mu Anm.
S. 177 med.
gereehtigkeit II, 22, 6.
gereit bereits II, 11, 10 m. A.
geremen I, 124, 470.
gereuen Part. ßark. III, 156, 18.
geroch III, 12, 22.
Gerfon II, 25, 34. 32, 17.
Gertraute des Plaffen Magd II,
139, 24.
gernwig III, 45, 21
gerächt III, 75, 20.
gerüewiklich II, 95, 5.
gefatzweife II, 108, 6.
gefcheide, die II, 87, 15.
gefohelle Lärm II, 162, 136.
gefchieft I, 64, 306.
gefchlagen = fchlagen II, 49, 3
wo die 3. Plnr. Präf. ßaht (nicht
S17
^
Infin. wie e« Airni. S. 389 iaUbh-
lich heißt).
gerchmaek Qeruch III, 39, 17.
gefchmeiß I, 64, 309.
gelchmirte janker III, 131, 16.
gefehnitzt Teiu auf einen III,
285, 43.
gerohmück II, 26, 4. 36, 25.
gefchnor I, 117, 214.
gelchöpf Femin. III, 1, 3 m. A.
geTcböpft, die, creatnra II, 143, 13.
gefchrei Feldgefcfarei III, 97, 16.
18. 19.
ich gelchweig 11, 37, 27. 59, 3.
II, 215, 705. 230, 1246. III, 38,
11. 169, 9. 193, 19. ich wil ge.
fchwigen III, 28, 24. 69, 29.
gefchweig (ohne ich) III, 94, 19.
gefchwind kühn II, 46, 13.
gefch wind liftig 11,53,37. 203,229.
gefchwindigkeit Schlauheit II,
5, 19. 21, 14.
gefchwindliftig III, 75, 14.
gefchwurm III, 272, 11.
geTchwürm I, 55, 18. 127, 12. II,
204, 263. 238, 1566.
gefchwnrme, das III, 188, 33.
Gefelman Hundename I, 147, 65.
83, 85. S. 148 fgg.
gefipt II, 194, 145. III, 214, 17.
gefpeni, das III, 199, 17.
gefpeuft III, 16, 5. 8. 187, 11.
gefpiben II, 110, 26.
gefpons III, 164, 22. 274, 13.
G e fp r ä c h e. Ein loftig gefpräch der
teufel nnd etlicher kriegtlente von
der flncht des großen Scharrhan-
fen herzogen Heinrichs von Braan-
fchweig. Bd I No IX S. 54—67.
Drei neue und luftige gefpreche,
wie der wolf, fo etwan doch nicht
lang ein menfch Heinz Wolfen-
biittei genant, in abgrunt der hel-
len verdamt fei. No XIII S. 90
— 144. Pafqnillus Tom falzburgi-
fchen baumgjait No XIV S. 145
— 153. Bin gefprech des herm mit
f. Petro von der iezigen weit lauf
No XV S. 154 — 175. 6eQ»rech
büechlein Nen -Karfthans Bd II No
I S. 1--44. Dialogns fo Franclf-
cns Ton Sickingen vor des himeis
pforten mit f. Peter m dem ritter
f. Jörgen gehalten No II S. 45 —
59. Ein gefprech eines Aichs n.
wolfs 1524 No III S. 60—72.
Von der gült, zw. einem bnrger,
bauer, pfiff n. manch No IV S.
73 — 80. Ein fchdner dialogns,
C&nz n. der Fritz No XIV S. 119
— 127. Ein fchöner dialogns von
zwein g&ten gefeilen genant Hans
Toll u. Claus Lamp. No XV S.
128 — 134. Ein fchöner dialogns
zw. aim p&rrer n. aim fchulthaiß
No XVI S. 135—154. Ain fchö-
ner dialogus, wie ein bauer mit
aim frauenb rüder manch redt No
XVII S. 155—159. Ein klegliehe
botfchaft an den bapft, die felmefs
betreffend No XXIII S. 252 — 263.
Dialogns des apoftoKcams Ange-
lica u. anderer fpecerei der apo*
teken Bd III No II S. U ^ 58.
Ein nnderred des bapfts nnd feiner
cardinelen No IV S. 74 — 100.
Ein gefprech zw. einem edelman
münch n. curtifan No V S. 101 —
111. Die luterifch ftrebkatz No
VI S. 112 — 135. Klagu. antwort
von luthr. u. bepftifchen pfaffen
über die reformation, fo neulich sa
Regenspnrg der priefter halben anß*
gangen ift 1524. No VII S. 136 —
158. Ein wegfprech gen Regens-
pnrg zft ins concilinm zw. einem
bifchof, h&renwirt u. Kftnzen f.
knecht No VIII S. 159 — 195. Ein
gel^r. V. d. gemeinen Sohwabaoher
kaften No IX S. 196 — 206. Dia-
logns von der zwitrachtung des
hail. chriftl. glanbens No X S. 207
318
— 812. Ein Ichöner dial. Co ain
Prediger munch Bembns n. ain bur-
ger Silemos n. f. narr mit ainan-
der halten No XI S. 213—218.
Der hurenwirt S. 271 — 293.
geßalt. dem wefon e. g. geben II, 3,
26. die red hat kein geft. 144, 26.
es geftat mich II, 30, 38.
gehoben oder geflogen III, 249
an 67, 30.
geßon koften III, 217, 35.
geßon bei etwas feilhalten an III,
165, 27. 167, 23. 27ö, 46.
geftrackts I, 118, 270.
geßreift III, 32, 38.
gefuch Subft, 11,207, 406. III, 14, 16.
gethön III, 25, 1.
getüriliich II, 91, 14. 21.
gethun = gethan Part. III, 93, 19;
▼gl. thun.
gewachfam? II, 257, 16 f. d. An-
merk. S. 378.
gewalt u. ampt III, 248.
gewar Waare II, 56, 11.
gewar, die II, 10, 11.
gewarfam Subß.lII, 25, 22. 105,29.
gewarfami, die III, 12, 32.
gewarfamlich III, 11, 19. 22,21.
gewarben einer fache II, 156, 7.
III, 183, 12.
gewarten etwas ton einem III,
111, 187, 13.
gewea Part III, 198, 15. 204, 26.
gewinnang III, 156, 38.
gewis n. war III, 246.
gewifchlich II, 103, 20. 33.
gewiß ne Qewißen II, 144, 23.
gewißne, die III, 194, 25. 195, 13.
gewißen Wißen III, 102, 2.
gewon n. wißen fein III, 246.
gewont haben eines dinges II I,
139, 25.
gezeng teftis II, 7, 10 m. A. 44, 29.
gezote III, 175, 25.
gezottel III, 279, 45.
gezügttus III, 6, 34.
gicht, das II, 120, 12.
gilfen III, 74, 16
Gilg, meiOer III, 103, 10.
gir III, 83, 9.
git avaritia III, 59, 24. 69, 36.
gits III, 60, 4.
gjait I, 147, 80.
Glas freßen I, 162, 296.
glasfehön III, 214, 30.
gl aß, der II, 193, 100. 197, 90.
gtatze I, 126, 1.
Glaube parodiert II, 273.
gleich n. gleich gefeilt fich gern,
da kam der teofel zum koler III,
276, 10.
gleichförmig 111, 167, 31.
gleichfner II, 142, 13.
gleichfnerei II, 160, 36.
g 1 e i c h n n g II, 78, 25.
gleiß u. fchein III, 249.
glichnns III, 2^ 4.
glockengelt II, 144, 11.
glori III, 83, 4. 180, 10.
das glöcklein nach dem klang je-
mandes gießen I, 56, 66.
gnad als Titel III, No VIII häufig
197, 27. 273, 34 n. weiter.
gnadherr II, 250, 1986 III, 282,
25 = gnediger herr, vgl. mit 180, 37.
gnad her r Gruß II, 79, 13.
Gnatho der Parafit in Ennnch des
Terenz. II, 161, 84.
gnippen I, 126, 3.
gnugfam lU, 94,4. 147,11. 156,27
gochzrgach II, 222, 952.
golt n. gelt Ili^ 245.
golt u. gut ebdf.
goltcr, der II, 154, 18.
goltnetz U, 203, 233. 223, 973.
253, 25.
Goslar von Herz. Heinr. ▼. Brann-
feh weig d. j. angegriffen I, 49, 11
fgg. 56, 72. 72, 156. 78, 25.
got geh 11, 194, 157. 257, 12. UI,
70, 22 m. A.
got weiß wol wie UI, 63, 7.
319
gotwilkomen, der, beim Trinken
I, 162, 285 fgg.
gramafen IIC, 179, 17.
gramen, du vil dürrer gaul IIF,
168, 17.
gramfchaft ILI, 75, 31.
grat, der II, 23, 36.
Gratiae parodiert II, 270.
Gregoriufl XII, Papft III, 43, 32.
Gregorioe Nazianzenoe III,
- 190, 24 fgg. 287, 15.
greif! ich I, 143» 615.
gremplen I, 9, 83.
griebe III, 116, 27.
grimgramen I, 127, 20.
grimmen im banch III, 13, 5.
den grind abreißen II, 69, 11.
ein grindiger kraneit den aki-
dem fanft II, 76, 21.
grintig III, 48, 24. 49, 12.
Grobianus I, 160, 219. 163, 329.
Vgl. S. 243 fg.
groß Adv. fehr III, 10, 22.
groß dick III, 164, 32.
groß n. hoch III, 249 zn 67, 30.
große Hanfeu I, 160, 20a II, 6,
18. 54, 5. 261, 6.
großliohen II, 100, 23.
größlich II, 94, 11. III, 89, 27.
90, 21. 91, 32. 174, 10.
grnbenkücker I, 127, 30.
grnbenfacher I, 126, 3.
grnndel UI, 178, 33.
Gmß, der engliTcbe, parodiert II,
270. 273.
grng bildlich s. Hebg d. Negat. U,
342 Anm.
gründen uf etwas III, 180, 35.
grüner donnerstag II, 19, 7. 18.
grüfelich III, 24, 27.
grüslich III, 14, 37.
grün, das (Krankheit) III, 190^ 2.
guarde III, 20, 2.
gugel, die III, 218, 9.
Gugelfritz III, 214, 23.28.218,6.
gngelfnr III, 102, 25.
gnldin III, 164, 6. 21. 23. 172, 23.
176, 14. 215, 30. 216, 23. 217, 20.
35. 218, 15. 20.
ganH Masc. II, 239, 1577.
GurcenTis II, 109, 34.
gut 8 jar n, 73, 4. 174, 335. UI,
103, 22.
güldin III, 175, 15. 179, 10. 12.
galt V. d. II No IV 8. 73—79.—
74, 27. 30. 75, 18 ff.
gürtel Fem. I, 108, 259.
gutheit III, 1, 10.
gutthäter III, 21, 10.
h anlautend nnorgan. Tor der Par-
tikel er III, 36, 10 m. A.
h nnorgan. eingefchoben III, 38, 37
m. A. 80, 7 m. A.
hab, die, Hanfe I, 58, 136.
h ab, das, die Habe III, 21, 3.
haderlumpen ILI, 151, 11.
hadrer II, 88, 29.
h af en, der, ird. Gefehirr III, 17, 34.
hagel II, 125, 31. 126, 1.
der hagel fchlage einen in bo-
den II, 121, 14.
hagelfchlechtig It, 149, 35.
Hagenan 11, 135, 6.
hagfchelm II, 63, 4.
hailtum II, 143, 3% 147, 27. 233,
1355. III, 150, 4.
haim fetzen III, 144, 21.
halber II, 149, 34.
halbs II, 143, 26. 242, 1705.
haller II, 183, 280. 184, 297. III,
218, 27. 28.
in hals kommen einem III, 217,4.
balseifen I, 126, 1.
mit halsfchiegen fchlagen III,
30, 4.
halsftark lU, 5, 15.
halftarrig III, 113, 33.
halt m, 156, 13. 35.
320
hammerfalbe If, 2B2, 35.
hsmmerfchmalz IL, 258, 5. 8.
Handböchlein der Papillen II, No
XXIV, 264^274.
handgefchrift UI, 217, 13.
handhalten UI, 19, 37.
handlen mit einer coirelll, 11,37.
Hans Toll II, 128 fgg.
Hans Worft I, 83, 118. 85, 203.
88, 310. 89, 331.
bansworftifch l, 82, 60.
hantfan ILI, 48, 3.
hantfaß, Trinken aus denfelben I,
162, 295.
hanthaben etwas II, 46, 20. 22.
53, 27. III, 76, 28. 78, 3.
hanthaben fich II, 45, 18. 46, 2.
hanthaber II, 90, 22.
hantieren II, 213, 612.
hantreieh SubA. III, 36, 17.
hantreichen III, 62, 29.
haiitwerk I, 174, 711.
hantzwehel UI, 141, 33.
bar = her alem. I, 41, 112. Tgl. 8.
207 fg. 241, 1670. lU, 5, 23 m. A.
bar Umfchreibg t. nicht I, 40, 74.
146, 31. II, 160, 7 m. A. S. 340
ig. UI, 173, 19.
bar breit II, 104, 20.
harr^, die II, 168, 97. 173, 293.
harthangend ILI, 53, 38.
has in der heck III, 117, 37.
Hafe, Conrad-I, 245.
hafelnuß bildl. III, 134, 7.
Haßfurt III, 36. 2. 3.
hatz II, 203, 227. III, 120, 25.
hau, das lU, 181, 25.
haubtrecht III, 47, 28.
haubtfchloß II, 103, 24.
häufet II, 70, 36.
Hank Hafenbart Name II, 257,22.
hanpt u. herr III, 245.
haupt u. hirt ebdf.
hanptbrief III, 27, 21.
hauptgelt II, 78, 29. 35.
hauptfacber, der II, 253, 36. III,
136, 18. 143, 33.
haus n. hof UI, 245.
bausarm III, 201, 25.
auf Hanfer fteigen II, 71, 21.
Haufierer I, 169, 525.
hansranber UI, 179, 16.
baut n. har III, 245.
haut, b&b in der heut III, 186, 37.
Hauzmtfr, der, bei Bamberg II,
71, 20.
häle, die III, 174, 32.
häiung, die IH, 279, 30.
händel treiben II, 9, 10.
härrig lU, 195, 2 m. A.
h eben = haben I, 35, 308 m. A.
he bei Sauerteig I, 24, 177.
hefel UI, 8, 37 m. A.
heftig fhperbus U, 90, 17.
heidifch III, 185, 20.
heiliget Partie. III, 28, 87.
heilmache r III, 26, 24. 87, 86.
betiramkeiti, 21, 55.
heilwertig I, 62, 848. 79, 78.
heimifcb I, 90, 380. 385 m. Anas.
123, 456.
beimlichs thnn III, 177, 81.
280, 44.
beinacht verfloß. N. III, 87, 88.
heinen I, 29, 94.
h e in t kommende Nacht II, 78, 14. 19.
heint ▼ergangene Nacht II, 61, 24.
Heinrich VIII König ▼. England
III, 122, 30 ff.
Heinrich, Hers, t, Braunfchweig-
Woifenbnttel. Gedicht von ihm I,
48—53. Gefpr. über feine Flacht
zwifchen den Teufeln und Kriegs-
leuten I, 54 — 67. Sein Bekennt-
nis u. Klage, ein Gedicht I, 68 —
76. Wahrhaftige Contrafactar feiner
und feiner Gefellfchaft, Gedieht I,
81—98. Drei Gebräche von ihm,
inVerfen I, 99—163. Handel des
Herzogs mit Goslar I, 49, 11 fgg.
72, 156. Seine begrabene Braut 1,
50, 74. 72, 137. 105, 166 fgg. 138,
321
403 fgg. Entflieht an» Wolfenbnt-
tel I, 59. 71, 119 fgg. Hat Dr.
Delinghanfen ermordet 72, 141.
Hält r. Bmder gefangen I, 136,
353 fgg. Hat dem Chnrfürilen von
SachTen n. Landgrafen von Helfen
nach d. Leben geftellt u. Leute in
kaiferl. Qeleite ermorden laßen I,
137, 375 4g. Xft ein Harer I, 138,
435 fgg.
Heinz Jnß v. Warheitsbrnnn
I, 91, 422. 92, 449 fg.
Heinz Jnftinui I, 91^ 406.
Heinz, reiter II, 42, 14.
Heinzlein Koter I, 88, 316.
Heinzman I, 89, 358. 91, 400.
Heinz Narr I, 84, 142. 94, 528.
Helferieh, janker II. 42, 13.
he lg heilig, fehweiz. Form III, 230
4;. SU 12, 36.
hellbad II, 261, 33.
heller bildl. z. Hebg d. Negat. II,
223, 1009. 243, 1754.
Heller, Hans III, 196, 9. 13.
heller häufen III, 91, 29.
hellefchmid I, 140, 496.
hellflnß I, 140, 499.
hellpful 1, 130, 112.
hellfchirgant I, 125, 523.
hellwütrin 1, 100, 9. 103, 125.
113, 79. 129, 102. 135, 319. 142, 583.
Holt I, 109 fg. 120 ^g.
Henegan II, 65, 38.
h engerei I, 92, 448.
der henker lonet feinem knecht
I, 69, 26.
henfchnch III, 148, 7.
her u. hin III, 245.
Heraclins Kaifer I, 4, 114.
heraaßen III, 40, 10.
herdnroher I, 142, 569.
herfaren III, 36, 10 mit A.
hergangen III, 36, 20 f. zn 36, 10.
herinnert III, 55, 29 £. zu 36, 10.
herlangung HI, 41, 121. zu 36, 10.
herlanbt III, 47, 29 f. zu 36. 10.
heroldifch I, 128, 78.
herfchen c. dat. III, 2, 2.
herfchung U, 90, 3.
hert u. fehwer III, 248 zu 67,30.
Hertfeld, das II, 71, 2L
her Volk II, 103. 35.
herwider III, 41, 8.
herwider bringen aufheben, ver-
nichten II, 196, 5.
herwiderumb umgekehrt III, 55, 3.
herzader II, 262, 20.
herzgefell II, 131, 2. 133, 37.
herzritte III, 64, 12.
heulbach I, 140, 483.
henlfluß I, 100, 26.
heut bei tag heutzutage III, 50, 24,
Hefiodus erwähnt und eine Stelle
aus ihm cltiert II, 162, 171.
heßig II, 50, 37. 178, 99.
hetrchen U, 215, 671 m. A.
Hewenftreit I, 57, 122.
hex II, 259, 25.
Hexameter, deutfcher III, 218, 2 fg.
er hiebt UI, 132, 9 vgL zu 123,36.
Hieronymus v. Ferraria d. i.
Hieron. Savonarola II, 32, 17.
Hieronymus v. Prag II, 16..
H i 1 d e s h e i m, bifchof von 1, 96, 596.
97, 658.
hilf u. hantreich III, 245.
hilflich III, 84, 11.
himel u. helle III, 245.
hin Q. wider III, 248 zu 67, 30.
hindan II, 90, 7.
das hin der kemmicht fegen III,
182, 9.
das hinder lierfur keren III,
145, 30.
den hindern weifen II, 61, 9.
hinderhalten III, 178, 19. 281, 21.
hinderreden II, 265, 22. lU,
113, 23.
hiJiderfchlagen III, 60, 13.
hinf orter III, 292, 41.
hinfüro III, 146, 12. 147, 31. 148,
12. 152, 6.
27
322
hinfurtorill, 147, 25,
hinhanen I, 69, 168. 79, 77.
hinheeht II, 61, 15.
hinleßiglich in, 168, 10.276,15.
hiunen III, 40, 11. 13.
hippen III, 123, 36 m. A.
hippenbfibe II, 165, 10 m. A. III,
64, 19.
birfe bildl. z. Hebg der Negation
II, 342 Anm.
hitziger magen II, 60 vgl. 63, 20.
hobeln 11, 191, 20.
die Hochfcfaeiner fteig 11, 71, 19.
Hochftrat III, 113, 31. 125, 29 —
127, 24.
hohenlich III, 89, 18.
den hof abfchlahen III, 168, 28.
276, 26.
hofgericht III, 31, 17.
hofieren II, 23, 3. 233, 1361. lU,
118, 30. 128, 4.
hofieren, einem einen kübel vol
III, 173, 9.
hofieren, in die hofen 11,253, 16.
hoffuppe r, 148, 19.
hofzucbt IT, 152, 36.
hohe datfche nation 111,68, 23.
hohe Schwaben 11, 63, 36.
hoifcho I, 146, 55.
hol c. gen. III, 119, 3.
holz, von gr&nem oder dürrem holz
fchreiben III, 139, 19.
holzfchiich 11,271,20.111,140,28.
honig im fprachhaufe fuchen
II, 257, 10.
hölzel u. polzel I, 145, 8. S.
III, 244.
holzen von Holz II, 36, 32. 37, 13.
III, 283, 2.
hönifch III, 200, 34.
hören gehören IT, 141, 33.
horzen I, 62, 244.
hufe, der III, 12, 16. 19.
Hugo de S.Victore 11,244, 1769.
huhu Eule I, 140, 484.
faulden II, 178, 98.
Hund abgerichtet I, 172, 655 fgg.
Hund nmtragen, Strafe 11,227, 1157.
Hunde, versagte, bellen auf ihrem
Mifthaufen. Sprichwort I, 61, 98
fgg. UI, 125, 14.
hundfchlaehter III, 179, 10.
hunger n. dnrft III, 249'aa67,S0
Hungern, krön von III, 50^ 24.
hnnkr&ß I, 26, 231.
bunt freidig auf feinem mift. Sprich-
wort III, 125, 4 m. A.
den bunt hinken lau I, 126, 55a
wie bunt n. katzen I, 1S9, 550.
buntfchlager, der III, 281, 36.
budelman III, 284, 45.
bundertaugig Ul^ 112, 15.
Hunsrück bühel II, 65, 37.
Hure, Preis «iner III, 179, 12 %g.
burenfolt III, 292, 42.
Hurenwirt, der, Dialog 111,271 %g.
hurifch I, 136, 341.
Hufs II, 32, 16. 191, 45. 111,80,26.
Hütten, Ulrich von 11, 4, 2 fgg.
17 fgg. 6, 2. 12, 8. 13, 24. 37. 14,
. 37. 19, 8. 24, 10. 26, 38. 42, 34.
113, 4. 140, 14. 199, 114. 226.
1110. III, 48, 31. 37.
buttraucb III, 40, 19. •
bübfcblich I, 107, 248.
büle I, 28, 60. III, 12, 26 m. A.
hnli II, 89, 17.
balzen II, 233," 1366. 262, 5. UI,
172, 10.
bülzin 11, 138,13. 17. Hl, 181,32.
bürft, die 111, 12, 34.
b^n. minder dann ein b&n verfteeo
II, 169, 158.
hürei II, 214, 662 m. A.
huren n. bftben UI, 249.
bürenbalg II, 268, 28.
h&renf&rer III, 141, 8. 172, 34.
b^irengelt UI, 158, 7. 182, 13. 195,
13. 283, 16.
bdrenheufer III, 194, 24.
b&renjeger III, 167, 34. 189, 25.
276, 7.
323
h&reDleben HI, 188, 16. 195, 17.
286, 17.
h&renlon 11, 267, 28. 29.
hüreDpfaff II, 267, 14. 268, i.
hdrenwerk IXI, 189,31. 194, 30.31.
b&renwirt III, 159 fgg.
h&renzins III, 130, 33. 141, 17.
192, 30. 288, 27. 289, 38.
hUreDzanft III, 195, 15.
hütfame, die lU, 10, 35.
b&rifch lU, 153, 4. 185, 5.
i SubftantiTenduDg, aleman. I, l97,
201. nX, 224 sa 1, 12.
iz::ei II, 360 ru Z. 37.
i eingefchoben zw. rg ILI, 36, 11.
leb kau nit vil neuea erdenken, icb
maß der katzen dfcbellen anhen-
ben. Gedicht I No III S. 13 — 18.
icbt I, 90, 375. 122, 395.
icbts I, 32, 189. II, 10, 10. 12, 18.
36, 23. 96, 13.
idiot III, 175, 3.
ie im Heim: die I, 23, 126.
ie immer III, 33, 35.
ie n. ie III, 246 zu 61, 12.
ie mer n. mer ib.
iemants III, 189, 18. 214, 5.
ietlicb III, 4, 7. 47, 22. 49, 25.
56, 34. 165, 31. 166, 37. 188, 31.
193, 30.
ietelicb II, 100, 29. III, 108, 31.
112, 3. 10.
iferig III, 64, 37.
ihe III, 272, 14.
imme U, 141, 37.
immer u. od end III, 249.
impfel III, 169, 26. 277, 10,
ima III, 13, 24.
in« Eigentöml. Grebraucb delTelben:
da6 dichs gicht ankum in groben
boffel II, 120, 12. daß dicb der
teafel lebend in fetzenlomper bin-
ein ib. Z. 25.
in fcbwacbe Flexion III, 182, 23.
indncas III, 176, 38.
infel Uly 150, 3.
Infinitiv gekürzt ^-en für — onen
III, 5, 23 m. A. — en abgefallen
III, 210, 16 m. A.
Infinitivifche Conßrnction I, 157, 108.
II, 367 zn Z. 928. III, 4, 6. 75,
18. 83, 1. 92, 9.
ingeißen Verbum III, 1, 17.
ingewicklet fein in facben III.
184, 2. 284, 11.
Ingoiftat II, 124, 27. 152, 82. 36.
183, 273. III, 121, 7. 30.
Ingwer getäircht I, 169. 536.
— grünen zn Morgen eßen II,
54, 17.
Inhalten III, 21, 5. 43, 2.
inberkumen III, 39, 12.
inquifiern III, 125, 37.
inribel II, 162, 153.
infcblapfern II, 15, 24.
Inftrnmente, mnOkal. II, 100, 37 tgg.
intrag III, 289, 41.
irregnlaris III, 164, 21. 274, 10.
irrfal III, 6, 29.
— is in der Flexion des Nomen für
— es I, 180. HI, 198, 18,202, 15.
Ifenburg, Gerlacb von II, 294 zu
65, 31.
_ i ß Snperlativform III, 227 zu 5, 14.
ift daß III, 32, 12. 25.
ift fach daß III, 6, 27 m. A.
itslicb III, 114, 4.
J.
j ächzen III, 283, 1.
zu r. Jacob III, 56, 11.
jagbund III, 140, 8.
jaberr II, 53, 35.
jamertal UI, 3, 2.
jar markt III, 63, 6.
27'
324
jars adv. Qenit. II, 74, 12. 76» 12.
III, 47, 7 m. A.
j AT tag III, 215, 29.
jarzeit II, 38, 17. 144, 8.236, 1472.
262, 22. III, 24, 32. 174, 35. 37.
j eh 6 n II, 184, 324. 212, 580. 228, 1166.
jeben mit der warheit II, 168,
100 m. A.
jeling III, 154, 8.
Jerafalem Bedtg n, 304 zu 88,
18. — m, 19, 21.
jenchen III, 60, 31.
joch Partikel I, 25, 214. III, 63, 1.
r.Johansbr&derrchaftIII,200,2.
Johannes XII Papft I, 139, 442.
Johannes XXII Papß III, 184,
11. 284, 16.
Johann XXIII,PapftIII,43,34.37.
Jörg, fant II, 47 fgg.
ju ju jul der fchreiber was ein
man III, 154, 38.
jnbelieren II, 233, 1360.
j n b e 1 j a r , Gedicht von demfelben I,
38—43. U, 222, 942. 223, 1006.
224, 1040 fgg. 229, 1227.230, 1249.
1266. 231, 1281.
jubilieren II, 200, 147.
juch II, 201, 160. 161.
Juli an US der Apoftat III, 161, 20.
jurißerei I, 119, 286. lU, 204, 6.
Juß Henker I, 97, 66^. 98, 668.
Jußin Henger I, 89, 329.
K.
kaf bildl. zur Verßärk. d. Negation
II, 342 Anm.
kainnützig II, 121, 14.
kalb mit der ku II, 161, 102.
kalbskopf, wie ein abgeftoch-
ner fehen II, 139, 22.
kalt recht II, 128, 12.
kamerdiener 11^ 145, 2.
kamergericht I, 48, 8. 49, 47.
51, 119. II, 54. 33 fgg. 55, 3 fgg.
ein kappen kaufen I, 57, 93.
ein kappen Taufen I, 145, 80.
ein kappen fchneiden I, 78, S9.
kappen Zipfel II, 268, 19.
Karl y. KaiTer I, 37, 383 fgg. II,
1, 5. 13, 19. 52, 7 fgg. d3, 10 C
94, 7. 96, 23. 97, 8. 97,21. 33. 98,
3. 15. 6.114 fgg. 117 ^. 177. 180,
153. 181, 183. 194. 187, 438. 188,
457. III, 19, 9. 38, 13. 134, 15. 26.
Karl in II, 13, 19.
ICarlßat U, 113, 4. 184, 28. 153,
24. 248, 1917 fM. ^
Karßhans I, 25, 209.^ Unterred-
ner im N^u-Karfthans UJ^ I S.
Ifgg. 153,^2. III, 42, 12;35Jl78,
5^281, 13. ^ "
kaßen, gemeiner III, 196 %g.
kat, das III, 132, 38.
katze heben III, 173, 14.
Katzenbart, Thom,Kamen, 263, 9.
katzenelnbogifche katze I,
78, 45.
Kanflente und ihre GeTelirchallen II,
56, 12 (gg. Misbrauch im Etoadel
149, 17 *g.
kaufmanfchaft Ul, 18, 36.
kaufmanfchatz lU, 142, 1. 3.
kauz, der, ▼. Vogelßeller gebraucht
HI, 218, 23.
kämeltier II, 24, 3.
kämerling III, 162, 31. 188, 9.
273, 1. 283, 12.
keib I, 17, 172.
keibe, der I, 30, 123. III, 12, 23.
keibenfchinder III, 179, 6. 10.
281, 33.
keiner dingen III, 192, 5. 288, 11.
keifer u. köntg III, 245.
keiferifch III, 67, 30.
kemeirinlU, 196 Oberfobr. Z. 13 fgg.
kemmicht, das III, 182, 9.
kemmin, das III, 283, 12.
keren, der lU, 146, 86.
kerren II, 232, 1346.
Kertal U, 62, 7.
325
kerwei I, 57, 91.
kerxßange II, 225, 1065.
ketiermeifter III, 30, 22. 126, 7.
ketzern einen III, 145, 31.
kealenßreich I, 90, 366.
k ich er bildl. snr Hebg der Negat.
n, 342 Anm.
kilehwei UI, 63, 33.
kilwihe III, 63, 36.
Kind gebt einer Frau ab II, 228,
1171 fgg.
kinder narrenand trunkenre«
den gern die warhait III,
156, 13.
kindlinstag 11, 145, 31.
kinds iniigen III, 47, 27.
kirchen klöfter klaafen III, 245.
kifeling bildl. z. Hebg der Negat.
II, 343 Anm.
kißen n. kaßen III, 245.
Kitzingen III, 197, 28.
klaffen U, 145, 27.
klainat II, 143, 3.
klanben II, 204, 274. III, 139, 31.
kleben UI; 60, 31.
kleiben II, 75, 27.
kleinet, das III, 1, 4.
kloßerhengft III, 103, 35.
klofterlent III, 66, 26.
knabenfcbender I, 45, 16.
knebel III, 132, 7.
Knebiinscreoz 11, 71, 19.
knode, der III, 140, 19.
knotaft II, 20, 10.
Knotlinger fteig II, 71, 22.
kobel III, 106, 27.
Kochertal II, 71, 37.
Kochlöffel Dr. II, 260, 3. III,
116, 26.
kon =komen 11, 162, 181. S. 361
p. m.
den köpf aQ0 der fehlingen
ziehen II, 60.
korefel m, 216, 83.
korrichter II, 179, 140.
korfingen III, 21, 9.
kofen plaudern II, 73, 13. 15. 79, 12.
koll, die III, 106, 32.
k oft, der II, 234, 1402. 256, 7. HI,
39, 25. 31. 105, 29.
Koftnitz I, 2, 48. 3, 59.
koftnng II, 146, 23.
kot, die III, 133, 28 m. A.
koty das III, 2, 21.
koam m, 63, 19.
kowbelwerk III, 173, 6.
konden=: können III, 283, 27.
könlich m, 117, 28.
k5pf, große II, 218, 802 m. A. UI,
65, 23.
kraft Menge II, 222, 945.
kramer u. kaaflent III, 245.
kränz, der (Gafthaus) 195, 21.
kranein II, 76, 22.
kranen I, 73, 170.
ain kräw beiß't der andern die
angen nicht auß III, 144, 5.
krei Gefchrel II, 161, 97.
mit kreiden an der wand an-
fchreiben II, 136, 33.
Kreter Wedel II, 190, 4.
kretfchem I, 172, 650.
kretzig II, 255, 32.
Krieche UI, 198, 20.
kriechifch II, 153, 13. 27.
kriegen hadern II, 34, 35.
kriegslenfig III, 85, 1.
kriegsleuftig III, 90, 11.
krimmen II, 111, 26. 251, 2021.
krimmen n. kratzen III, 245.
krimmen, den trüßel III, 33, 9.
kriftieren lU, 176, 21.
in die k neben treffen II, 235,1460.
kngel einlegen II, 69, 28.
kngler, diefe, machen 11,167,63.
knmpoftbr^ III, 176, 18.
kun III, 100, 31.
knnd, der III, 174, 25.
kanft n. Vernunft 111,249 zn 67, 30.
kunt aleman. = kumet I, 24, 165 m.
A. II, 360 fg. zu Z. 59.
knntlieh III, 67, 20. 71, 22.
326
knpferefch UI, 29, 12.
knpferwaßer II, 57, 35.
kntzen III, 185, 36.
kübelwerk HI, 278, 45.
k&chlen Verb. II, 261, 24.
küchin, die III, 148, 9. 157, 10.
158, 12. 16.
künden =: künnen III, 210, 9 m« A.
künig Ton geberden 11,216,716.
künftreich III, 112, 4.
kürb, die III, 110, 13.
kurbeln II, 260, 9.
Iknt Kürifl rauch I, 58, 149.
küriß III, 20, 24.
kürris II, 47, 16.
küffelin 111, 18, 21. 22. 28. 32, 8.
kützlin in, 24, 25.
ein k&w fchinden III, 63, 2.
lache, die, ftehendes Waßer II, 243,
. 1736.
laimen tal, das III, 286, 43.
laifch laicas II, 87, 12. 91, 3.
auf ain laift gefchlagen 11,122,2.
lallen III, 33, 33.
lam II, 213, 620. 227, 1144. 260, 33,
Lamentationefl germanic« nationia II,
312 fgg.
Lamp, Clans, Unterredner in einem
Dialoge II, 128 fgg.
Landan, Yerfammlung des Adels da-
felbß II, 60.
Landgraf von Hellen II, 58, 13. 65,
20. 66, 27. 67, 24.
landgraf zn hell II, 99, 4.
landrünnig III, 67, 35.
landshurenwirt III, 189,30. 195,
8. 9. 286, 43. 290, 11.
Landsknechte ihre Art I, 153, 286.
164, 363 fgg. 173, 693 fgg. Ihre
Tracht II, 139, 31.
langfam fpät I, 130, 122. 11, 13,
9 m. A.
lant n. leoie III, 245.
lantfarer III, 63, 6.
lantfürß II, 145, 22. 187, 421.
lantwer I, 49, 20.
Lanzilet II, 126,27 fg.
lar I, 86, 242. 94, 525. 138, 199.
lar Ten werk II, 267, 25.
lafter n. fchande III, 248.
lanb Erlaubnis I, 130, 128. 177, 71.
der laug förchten III, 272, 4.
laur I, 59, 170. 146, 48.
laufen I, 125, 524.
läufig III, 192, 23.
lauskopf II, 121, 15.
lautenfchlager III, 282, 12.
läßerin III, 190, 8.
Läufe in den Kleidern III, 108, 7.
ieckerlich II, 100, 20.
ledigen III, 12, 36.
in eim leffel einen ertrenken
III, 101, 8.
leib u. leben III, 245.
leibsherr III, 47, 28.
leichen I, 30, 128.
leiehtlich III, 208, 23.
leiden Adv. U, 252, 13 m. A. 111,
109, 3.
leim UI, 11, 31.
leipgeding II, 170, 173.
Leips III, 113, 30.
Leipzik IL, 152, 34 fg.
Leipzig III, 120, 25.
lemli, das UI, 3, 14.
Lemp Prof. d. Theol. in Tübingen
II, 120, 2 ff. 121, 20 UI, 113, 30.
116, 29. 118, 11. 124, 14^125,
28. 215, 12. 17. 18.
lenden III, 11, 15. 13, 34.211,2.
die leng u. quer III, 248 zu 67, 30.
lentspetler III, 203, 19.
Leo X Papft I, 189, 457. II, 92, 1
ff. 96, 33. 97, 1.
leren =Iernen III, 162,35.273,3.
lernen = leren I, 2, 36. 8, 36. II,
72, 1. 112, 13. 179, 142. 255, 4.
in, 3, 24 m. A.
327
lerhaftig UI, 171, 15.
leftern u. fchenden III, 248 za
67, 30.
z^ letze lan III, 4, 23 m. A.
letzeltiat II, 145, 30.
lenkeln III, 43, 1.
lear Plnr. Ton laaer II, 160, 36.
leas. nit einr leus wertlll^ 120,35.
Lena II, 191, 20 (Alb. Lee) f. d.
Anm. S. 350.
leut Sing. II, 150, 26.
leutbet I, 9, 74.
leutpriefter III, 281, 1.
liberei II, 137, 24.
libpriefter III, 68, 35.
Lichter freßen I, 162, 296.
lieb oder leid III, 245.
lieb meinen III, 1, 4.
liebeln liebkolen II, 2, 27.
liebereden Verb. I, 5, 164.
liecht, da8 = Lucifor III, 1, 8.
Liechtenberg, Aftronom III, 53,
18. 54, 2.
liederlich II, 180, 154. 184, 307.
lU, 45, 37. 186, 12.
ein liedlein nach eines gefal-
len fingen I^ 56, 75.
liegen q. triegen III, 244.
linfe, bildl. z. Hebg der Kegat. II,
342 Anm.
liprießer III, 177, 25. 27.
lift, der II, 226, 1102. 233, 1379.
III, 12, 28. 32, 20. 33. 34, 35.
124, 16. 188, 24.
loben n. lieb haben III, 245.
lobefan II, 194, 139.
Ion u. k oft III, 249 zn 67, 30.
lofen II, 121, 37. 130, 16. 28. 131,
9. IIL, 193, 38. 216, 18.
loß Loßang III, 97, 15.
lot bildl. zur Hebg d. Negation II,
342 Anm.
lotterbet ILI, 47, 16.
lonp bildl. zur Verftärk. d. Negat.
II, 341 Anm.
löcheriger fride I, 62, 235.
Ion iPInr. III, 47, 12.
L o ▼ e n , die hohe fchal zu III, 272, 30.
Lnoianua III, 112, 4.
Lucifere Schreiben an den Papft
11 No V S. 80—84. Verdentfcbg
delTelben 85 — 92: Schreiben an
ihn von L«o X. 93 — 96. Seine
Antwort darauf 96 — 98. Schrei-
ben an feine Getreuen No VIII
99—101. — II, 162, 138. III, 44,
28. 161, 2.
die Incken büßen III, 152, 24.
für die lucken Hellen III, 142, 11.
Ludwig, Pfalzgraf III, 44, 2.
luft, der 11, 159, 12. HI, 166, 9.
275, 11.
luge.nfch&le II, 122, 21.
Lumbitfeh III, 158, 19.
lupfen III, 1.
lupifterei II, 273.
lupperei I, 28, 33.
lufig III, 34, 6. 177, 14.
lud Masc. 11, 6, 13.8,20.111,65, 17.
lußern III, 12, 37.
luAlich III, 68, 27.
lut c. gen. III, 48, 10.
lutbar III, 27, 11.
lutenfchlaher III, 180, 15.
Luther I, 18, 184. 23, 130. 154.
24, 167. 51, 115. 94, 519. II, 2,
14. 4, 1. 2. 8. 12, 7. 14. 21. 13,
22. 14, 37. 16, 2. 22, 25. 44, 23.
25. 59, 4. Sermon von dem Wu-
cher S. 297 fg. 102, 8. Seine PaT-
fion 108— 113. In effigie verbrannt
ib. 112 unten u. 113 oben. 119, 16
ff. 120, 4. 121, 26. 122, 5. 8 fgg.
123, 3. 124, 28. 125, 16. 31. 126,
31. 133, 20. 135, 12. 136, 2 fgg,
136, 38 fgg. 140, 5. 145, 26 fgg.
146, 7 fgg. 147, 16. 148, 22. 27.
150, 20. 151, 30 fgg. 152, 1 fgg.
17 fgg. 25. 30. 34. 153, 4. 18. 156,
3. 13. 31. 36. 158, 35. Gedicht
deBthurgäuiTchen Bauern No XVIII
S. 160—164. 160, 1. 28. 161, 101.
328
163, 240. 175, 10. 17. 176, 23.
183, 264 fgg. 184, 312. 190, 3.
191, 19. 36. 45. 192, 88. 193, 109.
197, 31. 198, 57. 71. 199, 84. 200,
119. 145. 201, 169. 203, 227. 205,
329 fgg. 248, 1^18. 1935. 249,
1954. 250, 1992. 261, 33. III, 5,
29. 36. 6, 5. 19. 25, 19. 37, 20.
26. 38, 4. 28. 39, 32. 40, 1. 17.
33. 41, 6. 42, 2. 26 fgg. 33. 45, 9.
46, 29. 48, 31. 37. 49, 33. 50, 30.
32. 51» 33. 52, 8. 53. 13. 54, 19.
23. 32. 56, 12. 17. 57, 31. 36. 76,
10. 81,5. 98, 22. 101, 11. 114, 12.
118, 22. 119, 10. 121, 29. 122,
33. 124, 17 fgg. 38. 128, 5. 27.
129, 1. 130, 10. 135, 6. 148, 32.
34. 199, 33. 202, 19. 24. 207, 5.
209, 4. 210, 27. 29. 211, 2. 214,
24. 275, 43.
Latherei m, 162, 7. 163,32. 164,
1. 273, 42.
Lutringen II, 65, 38.
lügend III, 81, 31.
lündifch II, 219, 834.
lüHlichen III, 112, 5.
Lütich» Bifchof von II, 110, 29.
lützel III, 130, 18.
L ü t z e 1 ft e i n , A nfall deßelben darch
SicklDgen II, 65, 25.
liigen II, 174, 325. 240, 1622. 249.
1960. III, 60, 9. 63, 14. 111, 3.
120, 17. 211, 11. 218, 8. 272, 24. 25.
Lycaon (Heinr. d. j. y. WolfenbO
I, 103 fgg.
Lychaon III, 112, 14.
M.
m für w im Anlaute III, 248 zu 65,
35. 54, 26.
m auslautend wird zu n II, 361 fg.
Machomet I, 4, 111. II, 101, 9.
macht n. gewalt III, 248 zn 67, 30.
der maculiil prediger II, 126,28.
madeofack I, 88, 232.
Magdeburg I, 84, 158.
magifter im weinglaall, 146,32.
die magt feit zu ftucken II, 215,
692.
Mainzer Stift hat binnen kurzem 7
Bifchofmäntel v. Rom kaufen mä-
ßen II, 3a, 28. Tgl S. 285. III,
41, 17 fgg.
Mainzer Erzbifchof II, 108, 5. 110,
10. 22.
malazig III, 47, 20.
Malefacina VIU. III, 184, 15.
284, 19.
M am man Lucifers Rat II, 97, 19.
Mamon III, 161, 5*
man nur HI, 54, 26.
manchfaltigen III, 77, 38.
manhaftig III, 6, 6. 28, 14.
Manheim III, 44, 2. 5.
mansklößer III, 66, 34.
Mantel, Johann, predigt daa ifrael.
Jubeljahr II, 299.
Mantua, Concil dafelbft II, 104,
25. 34.
Mantua Markgraf von III, 50, 20.
Manuel, Nicolans II, 379.
Margreten wurm II, 193, 122.
Marie y. Burgund I, 59, 160.
markt u. fchragen III, 248.
Marphorius I, 44 fgg. II, 318 fg.
marterleiden Ady. II, 263, 3.
Martin V. Papft III, 43, 34.
maA Ich wein des teufeU III, 106,29.
maß, die, das Maß II, 130, 35.
maßen fich c. gen. fich enthalten
III, 103, 3.
maultafche I, 152, 262.
maufen II, 215, 672. III, 124, 13.
maut III, 105, 21.
mS unde me III, 247.
mechtig fehr II, 258, 35.
f. Meffret III, 139, 23.
Meideburg III, 41, 19.
Meilant UI, 50, 5.
mein frauw II, 139, 26.
mein herr monfteur II, 150,- 81.
III, 181, 29.
ineinft=:meift 11,219, 850. 111,37,
8 m. A.
meinAer magifter III, 51, 37.
MeiDs III, 46, 27. 51, 36.
meinzifch IU,*37, 23.
meit bei der Umfchreibang für nichts
I, 112, 40 m. A. II, 342 A. IH,
100, 13. 119, 19.
MeUnchton III, 128, 26.
menig, die, Menge II, 89, 15. 26.
III, 6, 15.
mengen, das III, 137, 26. 27.
menfch Nentr. III, 5, 22.
mentiris III, 175, 12. 279, 38.
Menz II, 203, 246.
menzifch II, 69, 32. 38. 108, 5.
109, 35. 110, 22.
melkk^ II, 218, 817. III, 66, 11.
memori III, 45, 26.
mercnrins III, 40, 15. 24.
merentheil, der III, 65, 19.
merlin II,. 130, 8. 17.
mertail, der II, 144, 33. 147, 38.
meferion III, 40, 20.
meffen II, 56, 15.
meßer am fener wetzen II,
254, 22.
motten II, 151, 18.
metz, die III, 164, 35. 166, 7. 184,
30. 189, 35.
metze III, 65, 19. 66, 7. 8. 13.
metzbank II, 204, 285.
metzenbnchlin III, 284, 26.
metzlin lU, 190, 7.
menchelbrennerei I, 130, 133.
139, 460.
Measkorp, Ludwig, Name 1 1, 259, 5.
mezgen II, 21, 9.
michel I, 36, 338.
milchzins III, 194, 289, 26.
milion III, 19, 22.
Ifinerva ni, 160, 32.
minft — meinft III, 245.
der minfte finge r II, 157, 12.
mir = vir II, 65, 8. 70, 32. 104,
37. 126, 18. III, 65, 85 m. A.
Mirandola, abbas Joachim eomes
de UI, 48, 29.
mifehlen lU, 183, 20.
mishellnng II, 130, 24.
miH Fem. III, 125, 14.
mitViacht III, 37, 1.
mitteil II, 50, 25.
on mittel unmittelbar III, 75, 86.
mittel, das, die Mitte III, 17, 35
m. A. 286, 2.
mitterfaften II, 71, 30.
morde >o III, 143, 1.
mordio I, 82, 92. II, 263, 14.
z{l morgen eßen £1,154,27.156,26.
den morifchken dans Tpringan
III, 65, 29.
mortbrennifch I, 90, 374. 94, 523.
95, 554.
mor, die III, 62, 30.
morn III, 67, 30.
Mornar III, 113, 30.
mortgrfibe II, 88, 35.
mofig II, 149, 33.
mörderei III, 86, 12. III, 106, 10.
mörderifch III, 105,3. 112, 14. 21.
mörbe, die II, 184, 315.
den muff zu ruck fchlagen II,
167, 74.
mumlen 11, 232, 1346.
mumfohanz II, 250, 1990.
Mumefchanz, Herman, Name II,
258, 27.
Murmau II, 215,671.
Murnar II, 126, 26. 152, 29. 190,
7. 215, 671. m, 34» 7. 48, 25.
116, 28. 122, 17. 18. 24. 123, 2.
124, 5. 215, 11.
Murnarns Leviathan II, 351.
Mnrner II, 153, 2. 190, 3. 191, 53
fgg. III, 122, 17^124, 13. Hat
Ach in BaTel n. Trier aufgehalten
II, 191, 54. Seine Narrenbefehwö-
rnng I, 30, 134. 153, 10. Sein
Sehachl^iel für d. Metrik III, 215,
28
830
II. Schdmeozimft II, 153, 10. III,
123, 26. Der Qret MiUerin Jahr-
tag II, 153, 11. Die Malierin ▼.
. Sehwindelsheim II, 215, 69L Ölen-
fpiegel II, 153, 11. GaachmaU
III, 123, 25. Der luthrifch groß
Narr III, 123, 26 fgg.
mutieren II, 58, 2.
mntz III, 287, 10.
mile, die gotliche, ein Gedieht
I No IV S. 19—26.
münch, Urfach warnm fie es Ver-
den I, 34, 256 %g.
mnnchdoctores III, 212, 8.
münoherei II, 272, 12.
münchstranm III, 272, 26.
münzmeißer III, 21, 25.
muld, die II, 163, 264.
m^me II, 166, 22.
mlis II, 186, 384.
kein mflter /ol an irem kiad
▼ erzagen II, 61, 11.
m&twilien, lieh Verb. III, 16, 21.
m&ßig gen c. gen. III, 153, 11.
m&fiigen zwingen III, 94, 10.
»{itelin II, 214, 670.
N.
n eingefchoben nach ei ror Tt III,
239 zu 37, 8.
n anslantend ans m II, 361 fg.
N Bezeichnung für einen Namen, den
man ansläßt II, 121, 22. 37.
— fir eine Zal III, 81, 38.
— für einen Ort III, 163, 25.
nach, noch Terfchiedene Bedenton-
gen II, 363 fj^^. zu Z. 219.
nach Ad¥. etwa, Yielleicht 111,45,8.
nach beinahe III, 162, 26. 180, 1.
naohbaur UI, 164, 33. 179, 10. 18.
nachfar II« 210, 617. III, 19, 38.
20, 13. 20. 44, 19. 23.
nachforfohnng I, 97, 629.
nachfragang lU, 40, 27«
nachgende frift U, 215, 673.
nnchgiltig III, 180, 25. 282, 16.
nachkeren mit befem If. 43, 23
m. A.
nachkilwie JII, 63, 35.
nachlangen II, 70, 6.
nachfchlagen III, 38, 24.
nachtliehter II, 261, 37. 262, 4.
nachtruck III, 90, 8. 97, 14.
nachtrug III, 36, 17.
naohtigal fchwerea Gefcliöts I,
77, 11.
nachTolge, der 11, 33, 33-
nah beinahe III, 125, 33.
nahen beinahe III, 20, 10. 20.
nahent beinahe UI, 18, 37. 33, 27.
namen Nomtn. III, 15, 16.
N anaai, Sickingeae Burg II, 66, 27.
Narr, Unterredner in eiaem Geipr.
m, 213—18.
narr, ein ftack vom rohen aar*
ren freßen II, 215, 674.
Narren, ihre Tracht llf, 102, 29 te-
den narren fchneiden laßen II,
124, 35.
na r renkappe III, 169, 34.
umb die narreakappen reißea
II, 145, 36.
narren köpf II, 120, 26.
narrenpredigt II, 103, 6.
narrenteiding II, 103, 8. II.
narren werk III, 173, 7. 37.
narrenwoche III, 101, 8.
narrenfeil I, 32,180. 111,143, 2X
narret IT, 99, 18. UI, 216, 6.
die naz biegen II, 242, 1719.
eine nafen drehen II, 104, 3.
bei der nafen f&ren II, 221, 919.
243, 1725.
mit der nafen daran ßoßen UI,
10, 11.
nafenbelge, die II, 258, 33.
naß er knab II, 49, 37.
die naturlichen meifter UI, 13,
4. 189, 37.
331
nacfaft II, 93, 10. 97, 8.
nachten II, 119, 4L
nageli III, 175, 33.
oähermals II, 140, 27.
neohten III, 46, 38. 271 f. fln.
neidfchen III, 38, 85«
neigelln III, 280, 3.
oeigligkeit I, 135, 295.
nein = hinein III, 82, 19.
Bern Imperat. = nim III, 67, 4. 70,
10. 129, 27«
n e m I i c h namentlich , anadriicklich
III, 51, 27. 72, 24.
oerlich I, 128, 7».
nerlichen II, 269, 6.
Kero nr, 161, 26.
Nefrach lil, 161, 11.
Neues Gefehirr beim Weihen der
Kirchen lli, 172, 20.
Nenbnrg oblngelßat 11,152,36.
Neu Karßhans Dialog II, 1—44.
oenling III, 46, 26 m. A.
neulings III, 57, 25.
nent I, 24, 169. III, 182, 18. 194, 19.
neu Seiten I, 58, 128.
nieha III, 214, 88 m. A.
nichten III, 104, 3.
niehtfet lU, 123, 34.
Nickel Ton der Leiren II, 244,
1769.
Niclas Pfriem III, 139, 3.
niden I, 75, 270. 154, 8. 155, 21.
23. 156, 48.
niderdütlche nation*III, 68, 24.
nidern, fich III, 3, 4. 93, 19.
nidertrechtig III, 12, 21.
nieohter II, 176, 38.
niemants III, 197, 21. 198, 31.
199, 13. 203, 14. 207, 8. 216, 1.
217, 17.
niendert III, 207, 17.
nieten, fich c. gen. III, 153, 26.
nihe = nie III, 38, 37 m. A.
nim Adr. III, 125, 17. 127, 13.
nimme III, 208, 20.
Nirnfehft Name II, 256, 2 fgg.
nobel III, 132, 29.
nobishans III, 110, 18.
noch — noch III, 31, 11.
noch dannocht 111,278,2.290,12.
non II, 151, 18. 233, 1348.
Noppenftat III, 286, 43.
nach not III, 32, 8«
nothelfe r U, 235, 1430.111,84,24.
notfenr I, 62, 250.-
nört nur I, 4, 99.
nöten II, 146, 24. HI, 108, 15.
— nt alem. lär — met II, 360 Ij;.
numen nur III, 60, 9.
Nnrenberg III, 47, 1.
niir I, 84, 133 m. A. II, 197, 29
m, A.
Nürmberg lU, 103, 37.
Nürnberg, Reichstage dafelbH 11,
59, 2 fgg. — 250, 2001.
Nürmberger gegen den Adel II,
63, 37.
nüt Ml, 124. 43, 180. III, 4,5 m. A.
n fitsang III, 72, 22.
o.
o ffir a I, 205. 208. n, 57, 12 Anm.
S. 292. S. 346. 8. 359 sn XXII,
17. III, 257 sn 115, 2.
6=:on alem. I S. 205. II, 119, 4.
163, 197.
ob wenn III, 62, 33. 63^ 1.
oberhenbtman I, 69, 81.
obman II, 254, 18.
obferyant III, 168, 20. 776, 28.
obrer ranser It, 165, 14. 166, 55.
167, 89. 168, 125.
Ochs n. Kröte, Fabel U, 194, 153.
der Ton Ochfenftein fcfichen-
meifter II, 55, 12 fgg.
oder — oder entweder — oder IL
87, 30.
offenbar wie der baer an der
Tonnen lU, 71, 23.
I official III, 173, 31 igg. 176, 1 i^^g.
ose
332
offlich 11,165,14.169,166. 174,317.
o he, Aaarnf III, 11, 1.
o heia, Aasrof III, 30, 5.
o faeio Inteij. III, 130, 10.
oho Inteiject. III, 108, 6.
01er, Verfaßer des Gediohta vom
Jabeljahr I No VI 8. 38 — 43;
akroitichifch fein Name genannt in
den vier letzten Zeilen de» Ge-
dichte 8.43 Z. 189 %g.; was nicht
bemerkt worden war, daher der
VerftkOer ale ungenannt beseichnet
8. 307.
on Adv. abfol. gebraucht III, 309, 33.
one fein eines dinges II, 331, 933.
III, 83, 36. 85, 5.
onachtfamkeit III, 387, 35.
onangefehen HI, 388, 35.
onbekümmert III, 379, 33.
onbillich III, 886, 13. 388, 10.
389y 13. 18.
onohrifty der III, 385, 33. 35.
onchrißlieh III, 388, I. 389, 14.
onerfaren III, 387, 30.
ongefordert III, 373, 10.
ongelert III, 393, 13.
ongenedig III, 374, 38.
ongefehickt 111,374,11.39.876,39.
ongeyarlich ungefähr 111,317,30.
ongezweifelt III, 80, 30. 83, 15.
onkeufch Adj. III, 386, 9.
onkoA IIT, 2Uy 1.
onlang III, 66, 16«
onmechtig II, 130, 38.
onnütz III, 373, 6. 878, 41. 883,
18. 385, 3. 386, 13. 38.
Onolabach III, 197, 38.
on recht UI, 387,39.388,83.389,35.
onfchuldig III, 883, 13.
onfichtbar III, 878, 14.
onfinnig III, 873, 31.
onfträflioh III, 876, 88. 41. Ifl,
166, 36.
onverfohamt III, 376, 80.
onrerAant III, 386, 4.
onwißenhelt III, 886, 4. 887, 86.
onzimlich III, 374, 43.
onanohtig III, 376, 30. 268, 34.
opperiment III, 40, 19.
ops II, 141, 37. 149, 35.
ordenman I, 31, 149.
ordenung II, 169, 161.
Ordnung u. gebot III, 849 an 67, 30.
orenbicht II, 317, 766.
Orgeln getadelt II, 36, 18 te- 369
g. Ende,
ort, das III, 13, 10.
ort u, end III, 849 an 68, 87.
oßerßook III, 47, 9.
othem II, 353, 16 m. A.
Ottergezücht I, 90, 378. 186,617.
ou=:aQ III No I. III.
ouoh UI, 6, 39. 61, 37.
Ovidii motamorpbofis III, 118.9 |gg.
OTiditts III, 318, 1 te. (a. d. ars
kdi).
ö.
o für e U, 3, 5 Anm. 8. 879. III,
8, 35 m. A. 74, 31 m. A. 167, 31
mit Anm.
ö = on alem. II, 133, 33. 199, 100.
öberkeit U, 51, 17. 94, 4. 3a
Obern, die, Plur. III, 66, 36.
öberft I, 88, 56. 93, 481. II, 6, 81
m. A. 9, 16. 14 1 4. 33, 36. 68, 3.
168, 113. III, 75, 34 m. A.
Obrigkeit III, 93, 38.
öbriß II, 89, 36.
Okolampadias, Johann II, 133, 30
^g. Seine Schrift von d. Beichte
134, 6. — 163, 35.
ölgöta II. 146, 36. III, 178, 13. 15.
34. 188, 30.
ölgötz Sehimpfwort III, 163, 9.
orden Plur. II, 165, 7. UI, 193, la
orte, die I, 88, 303.
örter Plur. von ort III, 198, 1.
388
P.
(Sieh auch unter B.)
p far b anlaatend in fchweis. St&eken
III, 233 zu 18, 6; in andern an
74, 7; an 111, 3; au 136, 3.
pabll, Schreibung dee Wortes III
zu 113, 21.
p alier t I, 150, 184.
Pallas m» 160, 33.
Pangedirn I, 145, 11 mit der ge-
rechten Erklärung S. 240 wird klar
durch d. Emendation panketiern
d. i. Banqnete halten.
Panormitanus 111,192,19.288, 21.
Paphnucius III, 190, 30. 287, 19.
Pappenheim, von II, 109, 28.
partegen II, 141, 5.
Participinm, ftarke Formen für fch wa-
che It, 362 fg. zu Z. 180.
Partikeln, trennbare, beim Verbum
nicht getrennt III, 251 zu 86, 6.
Pafquillus im Tedeum Ton Papft
Paul III Bd I S. 44 fgg. Pafq.
vom falzburg. baurngjait I, 145 —
153. Evangelium Pafquilli II No
X, 105—7. Lateinirch S. 310.
Evangel. fecundum Pafquillum II
No XII, 114—116. ParquiUorum
tomi duo II, 310 Anm.
Palfion Luthers II No XI S. 108
— 113.
Paul III. Papft, Te deum von ihm
I, 44 — 47. Sein Hurenfobn ib.
45, 22 ; bat eine Nonne gefchwän-
gert 45, 28. Sonft erwähnt I, 139,
458. Bpift. de eonverf. Panli II,
No XUI, 117 <|5.
Pauls II, 140, 31 m. A. 141, 15.
paufen, das III, 280, 2a
pedell I, 145 fgg. II, 43, 31. III,
25, 21. 157, 8. 12.
Pedioo II, 108, 13 m. A.
pelnifch UI, 106, 2.
perlament I, 134, 271.
perfonlich III, 13. 36. 16, 1. 69,
13. 70, 12. 72, 4.
Peter t. Hifpanien II, 120> 34.
Peterskirche in Rom II, 222, 941.
III, 19, 7, 209, 38.
pfaffheit I, 112, 32. II, 252, 20.
lU, 66, 23. 1.85, 16. 186, 28. 187,
12. 191, 22. 194, 24. 285, 11. 29.
287, 44.
pfaffenfcheroh I, 145. 146, 50.
Pfalzgraf bei Rein II, 57, 33
fgg. 58, 5 fgg. '65, 10. 20. 66, 27.
67, 36.
pfeffer II, 220, 865. 263, 1.
Pfeffer mit Brotrinde gefalTcht I, 169,
534 fg.
Pfefferkorn III, 126, 16.
p fei mit Qen. d. Sache 11,216,739.
UI, 218, 21.— abfolat II, 231, 1297.
pfeifen mit einem III, 130, 36.
pfeifen u. plerren III, 245.
Pfenning bildl. zur Hebg d. Nega-
tion n, 342 fg. Anm. 218, 801.
pfenwert III, 134, 7.
pferddreck für feigen ins maul
gaukeln II, 104, 4.
pferrich II, 34, 21. UI, 49, 11.
pferrichen III, 49, 11.
pfetter UI, 38, 24 m. A.
pfiflin machen im ror III, 161.
31. 272, 22.
pfleget II, 9, 33. 12, 32. 14, 90.
III, 178, 5. 281, 13.
Pfleger II, 148, 33.
pfnaifchen II, 62, 18. 72, 2.
pfrnndenfreßer, der curtUkn und,
Gedicht I, 7 fgg. 8, 48. 9, 78. 81.
10, 116. 122. UI, 65, 3.
pfrnndengötz UI, 62, 30.
pfründettmarkt der eurtifanea
und tempelknechten III No
in, 68—73.
pfuch II, 228, 1178 m. A.
phei m. Gea. d. Sache U, 124, 18.
phei dich I, 9, 85.
Philargyria II, 106, 38.
334
Philipp Landgr. v. Heffen I, 79, 67.
philofopbei III, 204, 13.
Pikftrten I, 159, 181.
piUt f&r preist III, 278, 29.
pilgram, der III, 15, 8.
Pirlipars II, 120, 34.
placebo fingen 111,183,9,288,36.
plamar II, 147, 27.
plappart n, 129, 40. 24. 218, 810.
plerreYi III, 152, 11.
plettioger II, 266, 21.
pletsen flicken II, 257, 4.
plotsbart III, 34, 7.
plnmbAhalben I, 121, 354.
plnnfehlicht I, 101, 47.
pluzling I, 100, 32. 102, 97. 110,
340. 139, 469.
pl&te Plur. y. pl&t, Ibngnines III,
18, 6.
polecei II, 52, 18.
policei II, 266, 6.
potK macht I, 58, 146.
pota Veiten 1, 58, 184. 59, 158.
potz wunder I, 165, 395.
poyel I, 59, 159.
poz filzhat III, 107, 3.
poz leber III, 107, 24.
poz marter III, 103, 20.
praktik I, 56, 78. 84.57, 103. 114.
67, 384. 78, 24. 89, 345. II, 52,
10. 53, 37. 175, 9. III, 45, 34.
170, n fgg.
praktifcb pfifBg II, 87, 15.
prangen n. pochen III, 245.
prank III, 210, 5.
preces I, 160, 208.
predig, die II, 269, 23. III, 8, 30.
24, 6. 168, 29. 193, 18. 25. 197,
37. 208, 11.
predige, die III, 204, 19.
preferibieren II, 63, 1. lU, 46,
11. 15. 47, 4. 35.
prefenz II, 139, 4. 7. 17.
Priapns UI, 160, 38. 189, 26.
286, 88.
prim 11, 151, 18. 233, 1348.
pritfchen fcblahen lU, 147, 8.
pronofticaz III, 58, 17. 54, S.
proceffion II, 225, 1063.
prophecei Fem. II, 21, 93. 25,24.
III, 208, 19.
propheti III, 187, 5.
der prnne im feokel II, 139, 10.
prunft Brand II, 149, U.
pntan II, 150, 33.
pythagorifob U, 191, 2S.
Q.
quadragene II, 221, 904.
qnadrant II, lOI, 11.
qnart III, 162, 4. 185, 15.
quat I, 82, 62. 72. 95, 555.
quatwer I, 162, 282.
queit II, 221, 934.
quel, die IT, 160, 25. 168, 145. lli,
99, 36.
qnellbad II, 255, 27.
quellbrunn II, 269, 29.
qaeße II, 243, 1757.
queftenwedel II, 190, 10.
quintlein II, 243, 1746.
Qttirin, fant II, 67, 28.
quöt III, 38, 18 m. A.
R.
rabwarts I, 137, 398.
räch, der, Zorn III, 292, 33.
raiinng Secbnnng II, 143, 8.
ran fchrnftehtig I, 150, 178.
den rang ablaufen I, 57, 92.
rappennaft III, 178, 6. 281, 13.
raßlen III, 162, 34.
rat n. that III, 244 zn 59, 25.
rat, reier gnti II, 262, 24.
ratgebe, der, II, 89, 32.
ratlich II, 96, 93.
ratftube III, 40, 32.
rattenkönig III, 113, 5. 26. 116,
30. 125, 29.
33&
ranbft&l, romUbher lU, 168, 38.
dagrauoh herauf keren 111^273,
38. 385, 45.
raufcfa, der U, 126, 6.
räumen II, 44, 15.
rantenkranz I, 62, 252.
raatenkraat I,. 78, 42.
radlein f&rer II, 126, 24 m. A.
Reoept som Speien II, 68, 30 fgg.
recht n. gerechtigkeit III, 245.
rechtfertigen II, 89, 2.111,15, 6.
rechtgefchaffen II, 31, 34.
rechtTertig III, 198, 16.
das redlein treiben I, 57, 116.
65, 347. 70, 61.
refent lU, 216, 31.
BeflezlTam III sn 1, 3; 225 zu 4, 3;
242 zu 49, 7.
Reformation der Geiülichen auf dem
Regensbarger ConTente, Klag und
Antwort die Inther. u. päpftlichen
GeilUichen darüber III Ko VII
136 — 158.
regel a. recht III, 245.
regen regnen II, 104, 15.
an regenbogen das mer hen-
ken II, 262, 19.
nach dem regenbogen werfen II,
255, 14.
Regenspnrg III, 103, 26. Conoi-
Uum dafclbft lU, 136 Cberfchr. u.
Z. 2. 139, 20. 149, 26. 159 Über-
fchrift u. Z. 8. 15. 163,31. 189, 22.
regiftriern III, 289, 22.
reiblg I, 25, 217.
Reichlein, Johannet III, 48, 30.
Reichzregiment III, 131, 28.
der reien ift ganz: pfeif nf,
pfeif er! II, 77, 13.
reilich II, 222^ 938.
Reime ungenaue I, 180. 184. 198.
201. 205. 208. 216. U, 347.
— dreifilbige mit 2 unbet. Silben
m, 127, 35.
Drei Zeilen durch den Reim ge-
bunden I, 184« I, 37 Z. 371 fgg.
55, 19 fgg. II, 166, 33 Ux- l^C
199 fgg. 184, 320 fgg. 198, 57 fgg.
203, 230 fgg. 205, 311 igg. 826 ff.
206, 367 fgg. 209, 451 «g. 470
fgg- .311, 531 ff. 550 igg. 212, 577
fgg. 213, 624 fgg. 215, 683 %g.
686 fgg. 216, 737 fgg. 219, 826
fgg. 224, 1027 fgg. 226, 1102 fgg.
1109 fgg. 228, 1174 fgg. 1179 fgg.
231, 1292 igg- 232, 1343 fgg. 237,
1502 fgg. 240, 1637 fgg. 242, 1712
^g. 243, 1744 fgg. 246, 1841 %g.
1866 fgg. 247, 1893 fgg. 248, 1914
fgg. 251, 2032 %g. lU, U8, 10
igg. 123, 28 ff.
Vier Zeilen gebunden I, 88, 301 fgg.
99, 1 fgg. 129, 91 fgg. 208, 413
fgg. II, 219, 851 igg.
Größere Reihen Reime I No XU.
Z. 335—41. 342—355. 356—369.
370—383. 384^397. 398—411.
412 — 425. 426—439. 440—454.
499—515. 516—529. 530 — 543.
544—557. 558 — 571. 572 — 585.
586—599. 600 — 613. 614 — 625.
626—639. 640—653. 654—667.
Rein Fluß I, 51, 93. 85, 187. U,
108, 2. 225, 1079. 258, 29. III,
122, 11.
Reinftram III, 46, 23. 24.
Reinfal II, 186, 396.
reinlicheit II, 25, 38.
reiuigkeit Keufohheit II, 165, 18.
reisdienft II, 66, 22.
reifen I, 28, 50.
reis tag UI, 272, 4.
reiter II, 178, 80 m. A,
remlich lU, 11, 35.
Remmon III, 161, 7.
renes purgieren III, 190, 1^ 4.
reter rhetor III, 48, 32.
rette jo III, 143, 1.
rauchen räuchern II, 233, 1358.
262, 13.
Renchlin Dr.III, 126, 13. S. auch
Reichlein.
886
rendig Ü, 265, 33.
reaterei III, 106, 4.
reaterfpil I, 60, 187.
riehtfchit, das IH, 4, 24.
rietig II, 149, 33.
rif, der UI, 247 ig. zu 64, 21.
Riffianer III, 64, 21.
ring gering III, 67, 21. 75, 29.
ringer III, 180, 15. 282, 12.
fingern III, 146, 28.
ripftoß III, 148, 34.
ritte I, 157, 106. II, 75, 15. III,
218, 9.
rocke nftaben I, 170, 586 fgg.
R o man ift 1,29, 72. II, 36, 38. 273, 17.
ropfen II, 24, 15: 90, 3,
ro raff II, 233, 1364 m. A. III, 169,
36. 277, 17.
rofenfarbes blut LI, 100,2 m. A.
III, 3, 27.
Rofenberg, Melchior t. II, 295
zu 67, 35.
Tofsbaren III, 272, 42.
rote h&t (Cardinäle) III, 117, 32.
124, 24.
rote hfitlin III, 67, 27. 36.
roter rock für einen Narren III,
218, 8. 34.
rote fpis III, 19, 15.
rots länft ins manl 11,244,1782.
rotzig II, 137, 28.
röbifch II, 67, 1.
Tölling II, 126, 26. 153, 3.
rö alicht II, 258, 31.
rüge II, 104, 29.
rnmieren II, 67, 15.
Ruprecht III, 196 fgg;
Ruprecht, Pfalzgraf, deotfcher Kö-
nig IH, 43, 31.
rnwe Masc. UI, 240, 1624.
Rückumiaut II, 360 sa Z. 35.
rüde III, 13, 22.
rülen u. wülen III, 244.
rfilz II, 20, 10.
rütsig n, 121, 7^
rü n. raft III, 245.
rüohen I, 42, 146.
r&ren erw&hnen II, 913, 613.
r&wig II, 151, 17. 19. SO.
S.
Sabula, Joannes II, 110, 7. *
fach, iß fach daß I, 73, 197 ait
A. III, 228 SB 6, 27.
Sachs, der (Chnrf. Friedrieh dL W.^
II, 109, 21. 38. 110, 28. 37. 111, 3.
fackpfeifer II, 139, 6.
facramentgelt II, 141, 19.
facramenthaus III, 66, 35.
facraments hänslein 11,260,37.
Safran gefälfcht mit Eidotter a. Man-
deln I, 169, 537.
Tag, die n, 237, 1516.
lagen und reden Unterfehied III,
101, 16.
fal = fol I, 8, 47. 50, 75. 84, 138.
128, 58.
falle I, 78, 42.
falpeter I, 102, 88.
ralyezeit III^ 37, 22.
ralzbnrgerifch I, 146, 45.
falzburgifches baarngjait I,
145—153.
falzmant I, 151, 207.
fam CoBJ. UI, 228 tu 7, 83.
fambt Conjnnct. UI, 7, 33 m. A.
fampt u. fonders III, 246.
fan Sühne? I, 31, 169.
rant = raraet U, S. 360 zu Z. 59.
fappeo III, 65, 2.
rat«lganl II, 184, 816.
rat in U, 166, 83.
eine faa davon tragen 11,152,35.
faner n. faß lU, 245.
lauer fehen II, 254, 37.
fauf^ die lU, 116, 96.
Sauferei I, 162, 277 igg.
gasen, Land III, 6, 29.
fcantiern II, 68, 16.
Seotns II, 120, 21. 248, 1766. UI,
160, 33. 212, 16. 914, 88.
337
Tchsbab I, 69, 36.
mit fcbaden wirf man weis 11,
31, 3.
fchad n. fohaud« III, 246.
Sohafhaaren II, 358, 39.
fch äffen I, 147, 64. 153, 880.
Tob af hont III, 49, 7.
fcbafshaiit abziehen 11,345,1887.
fchalk bioder den oren III,
19, 27.
febaltfeinfter III, 37, 4.
fcham u. febande III, 245.
aft Tob am komen III, 2, 22.
fchamlot II, 56, 24.
fchamper yerfcbämt III, 12, 8.
fchamper fchandbar III, 24, 21 f.
zu 12, 8.
febaod o. plag III, 248.
rchandbncb I, 144, 628.
fchandbücblein I, 141, 527.
fchandlafterlicb I, 104, 162.
rcbantb&oh III, 74, 2.
fehantlappen 11, 268, 28.
fobtntlicb II, 14, 21 Anm.
fehantrchrift III, 74, 4.
fcbsnz feiet I, 56, 83.
die Tob an z ▼ er lehn I, 125, 528.
fchariant III, 181, 26. 382, 44.
fcbarrer I, 78, 39.
Scbarrbans I, 54 OberTohr.
fcbatzung U, 145, 9.
fcbanb, der II, 161, 57.
fcbädig III, 24, 19.
fcb atzen II, 18, 7. 56, 34.
fchebig II, 287, 1124. III, 63, 18.
rchellig III, 160, 20.
fcbelmetrea I, 131, 146.
fcbelter, der III, 291, 20.
Tobenden n. plenden III, 244.
fcbenderei I, 92, 445.
fcbenk, die, Scbenknng III, 185, 14.
ScbenkenfteU 11, 71, 32.
fcb ein Ac^'eet. III, 218, 6.
feheinparlicb gUinzend II, 106, 17.
fobeiBen, einem ins manl II,
67, 3.
es Tcbeiöert einen II, 353, 16.
feheißbaus III, 378, 6.
zu reheitern gehn II, 206, 369 m.
A. 813, 563. ni, 130, 8.
lebenden u. fcbmehen III, 345.
fcberge II, 113, 6.
on fcbera rron Xpot II, 217, 763.
fc hetzen n. lebenden UI, 345.
Schearlein von Nürnberg III,
40, 23. 47, 1. 48, 85.
fcbeüterparcb I, 22, lli.
fo heu wen II, 87, 19.
fcbenzlich III, 78, 16 m. A.
ücb fchicken in orden II, 341,
1686.
fehler Obergang in die jetzige Ba-
dentang III, 183, 4.
fohiUet III, 151, 27.
fobiU n. fper UI, 246.
rcbinden n. fcbaben UI, 245.
rcbindnng n* fehabnag ebdH
fchinden n. foberen III, 246*
fcbiirden n. fchetzen ebdC
fchimpf Seherz III, 40, 22. 100,
27. 156, 18 178, 23. 293, 5. 6.
Ich impfen III, 32, 2.
fcbimpfge dicht lU, 74, 2.
fchimpf lieh fcherzhaft U, 29, 3.
Scholbrnnnen II, 72, 25.
Schert I, 60, 178 fgg.
fchoß Femin. III, 3, 1.
fcbölmerei UI, 61, 2. 69, 35.
fchuh Trinkgefchirr I, 162, 295.
fchnldigen UI, 114« 8.
fcbulmeiAer I, 160, 196 %g.
fchulfecklin freßen lU, 272, 1.
fcbnmpfiern II, 75, 17.
fchnpfen UI, 53, 33.
Xchntten, die manch auß den kot-
ten IIL 53, 32.
fchühen III, 18, 4.
fchnnden UI, 41, 32.
fch&ch, außgefebnitten U,
139, 30.
ain fcbncbriemen auflöfea II,
145, 29.
29
838
rchUnge, der IT, 197, 41.
fohlange, Qefohfits I, 77, 11.
rcElappertinireb UI, 174, 37.
fchlecht I, 30, 121. 37, 389. 11,
120, 33. nif 4, 34. 5, 5. 52, 1.
65, 21. 98, 13. 311, 17.
fc h 1 e c h t im hentigen Sinne III, 44, 4.
fchleehts II, 315, 673 m. A.
fehleckmnnde II, 324 oben,
fchleck, der TU, 286, 46.
fehl eckt III, 64, 17.
fchlemmen n. demmen III, 944.
Schlefing, die II, 71, 9.
reblichte, die II, 163, 176.
fcblnnig II, 213, 598 m. A.
fchlurken U, 260, 9.
Tchmach n. fcbande III, 245.
fcbmachwort III, 33, 3. 42, 5.
Tchmale fnppea I, 149, 128.
fchmecken riecben III, 13, 9 m. A.
fohmeichlerei III, 168, 10. 185,
14, 276, 15.
fehmeigeln II, 78, 4.
fchmettern I, 65, 331.
fchmirben III, 172, 31.
Schmirnbelz, Liolell, 262, 3.
fchmit Ton Coftenz III, 116, 33.
129, 33 fg. 162, 10. 15.
fchmitknecht, Henfel Ton Ooftenz
III, 113, 33.
fchmucken III, 12, 20 m. A.
fch mucken III, 80, 13.
rchmfirbeln III, 39, 15.
nach fein« fcbnabela art fingen
n, 153, 16.
fchnaphenlin III, 104, 4.
fchnaphon III, 104, 5.
fchnanpe, die III, 155, 32.-
fchneiderküffen, das III, 291, 46.
ein fchnell nmb etwas geben III,
279, 6.
fobnuppe, die III, 100, 80.
fchnnrren n. murren III, 244.
fchoß u. zol III, 249 sn 67, 30.
fcbragen II, 184, 304.
fchrappen II, 269, 28.
fchreibnng 11, 120, 17.
eines fobreiens fchreien II,
257, 35.
fchriftweife, der II, 33, 26. 34, 9-
fchrit bildl. zur Hebnng der Negat
II, 348 Anm.
fch roten, fich enswei II, 194, 154.
fchnß n. ftioh III, 246.
febnta ti. febirm ib.
fchützen n. fcbirmen ib.
fcb&ch u. t{lcb Yerretzen Hl, 244.
Schwabacher gemeiner kaßen,
Qefpräch darüber III, 196^206.
fch wank III, 41, 3. 127, 29.
fch wank, wilder II, 167, 7S».
Schwarz, Albrecht I, 73, löO.
fchwarze engel II, 100, 10.
fchwarze kunft I, 72, 151. III,
82, 23.
fchweben I, 51, 116.
fohwebifeb fcbfirs I, 168, 509.
fehwebifch erml I, 168, 510.
fchweohen n. fchenden 1X1,245.
Schweiz II, 70, 11 (gg.
Schweizer, Sprichwort ron ihrer Geld-
gier III, 91 fgg.
der Ichweinende mond 11,256,36.
der fchweinende fichtamb II,
255, 35.
fchweinfpieß II, 255, 7.
fchwenzen II, 70, 23.
Schwert nmtragon, Strafe 11,227, 1157.
fchwetzig III, 198, 37.
fch Win III, 121, 21. 122, 15.
fehwind I, 118, 278. 122, 411.
142, 566.
fchweftern (Huren im Hurenbaafe)
III, 194, 27. 289, 46. 290, 16.
fchwnlAy die III, 182, 12.
fch warmen (: wnrmeQ)lI, 193, 184.
feckelfeger III, 176, 21. 8B0, 19.
feckelmeiaer III, 164, 11.
fecret III, 171, 17. 278, 5. 6.
Seele n. Leib, Streit beider U, 836,
1489.
feelgeret III, 104« 25. 142, 33.
8S9
religmaeher 11, S35v U54. lU,
42, 31.
feelmörder III, 105, 22.
feelmörderircb 111,286,8.287,35.
feelforg fotLur. Masc. III, 185, 6.
feelverforger II, 145, 14.
feher II, 103, 19-
feide o. famet III, 246.
feiger Adj. III, 181, 23. 282, 42.
felbdch I, 11, 111.
Seldenreich, Nickel, Name XI,
259, 23.
feiig jar II, 61,4. 72, 17.
relmeffe. ein kleglicbe botfchaft
etc. II, 252 — 263 No XXIII.
relmördifch II, 231, 1298. III, 188,
1. 191, 10,
fei trager II, 137, 14.
feltfam feiten I, 3, 62.
renalen III, 17, 5 m. A.
remlicb III, 62, 14.
femper quieft III, 196, 2.
femptlieb u. fonderliob 111,245.
Seodbrieie. De non apoAolieis qao-
mndam moribue etc. II No V S. 80
— 84. Überfetznng diefes Stückes :
AiD großer preis fo der furft der
hellen genant Lncifer iezt den
geiftlichen z&weift nnd embeut. No
VI, 85 — 92. Ein neuwer fendbrief
▼on den böfen gaiftlicben gefehickt
z^ irem rechten berren. ain ant-
wort Ton irem erbherm: No VII
S. 93—98. Eine fchriltliche wer-
bnng gethan von denn iurßen der
helle No VIII 99 — 101. Beelze-
bab an die heil, bepftl. kirohe No
IX S. 102—104.
Ten dpf äffe II, 43, 28.
Senie II, 126, 28.
fent Snbft. II, 2, 28 m. A. 219, 836.
III, 47, 14. 22. 32.
fent, d. ballige zu Strasburg II,
95, 34 ff.
fent 3 Plnr. Fraf. y. fein II, 97, 5.
108, 6. 109, 10.
Ach fetzen u. fperrea III, 246.
feagen (von Qänlen) III, 1814 -31.
283, 1.
fenftal III, 103, 1.
fezt II, 151, 18. 233, 1348. lU, 162,
4. 185, 15.
Sieben freie Kanfte II, 243, 1748.
fiben gezeit III, 139, 27.
nbenköpficht III, 135, 23.
fibent, der II, 144, 8 m. A. 262, 22.
fibentail, der II, 184, 299.
fiben zeit, die II, 143, 38 m. A.
151, 18 fg.
Sibillen bnch II, 349 ^uZ. 441.
fidenfchn&r III, 16, 3.
Sickingen. Unterredner in Neuen
Karftbens II Uö I 8. 1 fgg. tai-
ferl. Feldbaaptmann II, 1, 4 |gg.
42, 6. S. 286 m. A. Gefpr. mit
S. Peter und S. Jürgen II, No 11
45_59. Verbündet Heb dem Adel
zu Landau II, 60. Einfall ins
Trierfche 65, 8. Anfall auf Lützel-
ßein 65, 25. Zu NanAal erfchoßen
66, 27.
fider II, 262, 13.
fider her II, 255, 34.
Sigenot II, 126, 20.
Sigmund, Kaifer 1,2, 53. 111,43^33.
Sigmund Kaifer, feine Reformation
II, 94, 25 ff. mit A. S. 306 fg.
fighaftig III, 28, 11.
Sihinsfpil, Uliein II, 259, 33.
finligkeit Sinn und Verftand III,
96, 36.
mit der lilbern büchfen fchie-
ßen I, 56, 67.
-Sile'nus Unterredner in einem 6e-
fpräch in, 213 — 18.
SiWefter Papft II, 85, 14. 94, 18
209, 467.
Simon Hefa II, 140, 15 m. A. S.
332 i^.
Simon der zauberer I, 42, 163.
II, 88, 22. III, 179, 1.
fimonei II, 178, 91.
29*
840
fingen n. fpringen III, 944.
der firop hftt 6mb hen abgefto6en
n, 56, 28,
fitmal III, 4, 36.
Siztns IV Papft I, 8, 68.
f o AccnC Sing. III, 3, 12 m. A.
fodomi, die III, 189, 13.
fodomifeh I, 149, 132. 151, 229.
So dornt t I, 45, 23.
fodomitifoh UI, 214, 27. 286, 34.
foUen ^vert fein) II, 31, 80.
folBE UI, 51, 15. 18.
fommer box marter 11, 252, 3
in. A.
fonderfieeh III, 106, 27.
Tonne ncron I, 160, 186.
fonft oder fo III, 246.
Top biß II, 248, 1937. 249, 1946.
256, 13. III, 124, 15.
fophifterei I, 29, 95.
fopbiftifob U, 164, 370. 256, 29.
fophiftrei II, 243, 1747. 244, 1795.
UI, 204, 6.
forgf&Uig TorgenToU II, 7, 14.
159, 11. III, 17, 7.
forgfältigkeit Sorge II, 9, 13.
forglich UI, 73, 3. 89, 30.
fpalten, die gefchrift 11,241, 1676
m. A.
den rp alter der metaen lefen
UI, 184, 31.
rpanioifoher drank II, 57, 35.
fpann bildL zur Hebg d. Negation
II, 342 Anm.
fparmnnde II, 126, 5 m. Anm.
fparnöreltn 11, 214, 669 m. A.
S. 365 fg.
Specerei nnd Gewan gefaUeht II,.
149, 25.
fpecnlaz II, 153, 7.
es fpeiert mich I, 119, 297.
Speir II, 140, 18. III, 63, 4,
fpeiwort I, 135, 321.
fpeokbube II, 101, 9.
fperlin II, 63, 16.
fperren, fich II, 191, 36. 211,648.
Speffert U, 69, 34.
fpiegelfeobten II, 26, 35.
das fpil anfi der hant geben
UI, 144, 20.
fpilrogel III, 29, 38.
fpinnenfeint III, 144, 11.
fpitz fubtilifl II, 843, 1738. 1761.
fpitze h&t m, 117, 38.
fpttzh&t U, 64, 1. 70, 7. 11. 105, 15.
fpitzig fnbtiUsII, 153, 16.m, 118, 38.
fpitzköpf U, 124, 13.
fpitz li U, 140, 36.
fpitzlin U, 148, 4. 840, 1638.
fpot n. fchande III, 246.
fpot, on aUen U, 173, 316. 176,63.
fpötlicb U, 147, 34. 148, 31. 152,
8. 153, 2.
fprachhans II, 254, 38. 257, 10.
III, 171, 80.
fprech gern III, 20, 23.
fpred II, 70, 9.
fprengkeßel UI, 181, 32. 883, 2.
fprener UI, 23, 25. 84, 11. 86, 15.
in fprenertalibus lU, 174, 24.
26. 279, 25.
fpringer III, 180, 15. 288, 18.
fprollen II, 146, 3.
Sprnehgedlchte. Ein dag and
bitt der dentfchen natton an den
almeebtigen got nmb erlofnng anß
dem gefenknie des Aatiehrill Bd.
1 No I S. 1 — 6. Der eartifan n.
pfrnndenlreßer No II S. 7—12.
Ich kan nit vil nenec erdenken,
ich mAB der katzen dibhellan an*
henken No UI S. 13 — 18. Die
götliche mnle No IV S. 19 — 26.
Ein r)[>nich von dem bofon mis-
brauch in der helL ehrifienh. entft.
No V 8. 27 — 37. Von d^n Jih
beljar No VI S. 38—43. Sin ge-
tichte, darin angeseigi vird, wie
fhnn hen. Heinrieh V. Brannfehwetg
n. wie böfe die hitherifohen foin
No VIII 8. 48 — 63. Bekentnie n.
dag herz, fieinriefas t. Braonfehw.
841
d. j. No X S. 68 --76. Bruder
Veits treuliche WarouDg No XI
S. 77 — 79. Wftrhaftige contra*
foctur herz. Heiaricbs dee jung. ▼»
Bnumfchw. and feiner GeTelircbaft
No XII S. 80—98. £in knrs ge-
dieht, fo nenlich ein thnrgoaifoher
banr dr. M. Lnther n. feiner 1er
x& lob n. fein widerwertigen zfl
fpot gemacht hat. Bd.U NoXVIII
S. 160—164. Bin nenwer fpraoh
u. warbaft bericfat etc. Mo XXX
S. 166 — 17i.
ans d. fpnnde mit einem ftro-
halm fanfen U, 268, 10.
ftaffiert I, 101, 46.
ftalbruder II, 37, 31 m^ A.
den ftall z& th&n, fo die k(iw
hinanß fein III, 144, 22.
ftallbnbe III, 136, 21.
aallen IH, 277, 3. 279, 9. 281, 44.
ßand 3 Sing. PräC Conj, zu ftehen
II, 136, 31. 140, 28. 142, 16 mit
Anm. lU, 171, 23. 278, 8.
ftationierer I, 32, 207. 11,44, 13.
184, 294. III, 147, 31. 148, 2. 150,
4. 175, 12 fgg.
Eatlich m, 146, 18.
wil ftall darchloffen haben II,
139, 27.
Stechan I, 73, 175.
Stechdenbrei, Paul, Mame II.
261, 21.
aeiir III, 115, 29 m. A.
ileigraif, der III, 291, 16.
Stoinbacher meBer II, 63, 24.
deinen Adj. II, 36, 31. 37, 13.
ftempenei II, 241, 1681.
fterben eines w&tenden lebens
III, 78, 15 mit Anm.
ftet Ad7. ftets III, 15, 21.
aet n. fehl 00 III, 246.
Aetgelt II, 184, 305,
ftetigs AdT. III, 183, 19.
die ftioh erraten III, 166, 17.
275, 15.
ftiehling III, 60, 14.
ftimplerei II, 122, 13 m. A.
aipendinm II, 120, 22.
ftock n. ftein III, 246.
aocknarr II, 145, 12. 265, 11.
ftolpern III, 285, 12.
ftotzmare II, 254, 20.
aöcken n. plöcken III, 244^
aören n. pfnfoben I, 174» 719.
aöBen II, 180, 175.
ftrafen u. fchelten III, 246.
Straßbnrg, der beilige Sent dalblbft
II, 95, 33« Sonft erwähnt 137, 17.
140, 18. 144, 34. 162, 29. III, 63,
4. 123, 80.
Strauß, Jacob, Schrift gegen den
Wucher II, 299.
araßranber III, 179, 7. 15.
arebkatz ziehen II, 203, 259 m.
A. III, 116, 19 m. A.
arebkatz, die Interifeh, Gedieht
III No VI S. 112 — 135..
areic helfen, das III, 141$, 4.
areicher, der III, 147, 37.
areichholz, das III, 150, 4.
arenglin II, 268, 13.
arief Prät. Ton ajiafen III, 8, 24
m. A.
aro bildl. zar Yeraarkung der Ne-
gation II, 342 Anm.
1er aro trefchen II, 238, 1548.
aroern hart I, 2, 40.
aroern kolen I, 3, 71.
aröern kränz I, 157, 115.
arudel, der III, 217, 12.
arnt, die III, 118, 23 m. A.
arfipenbelz III, 217, 35.
zn ftuQken fallen II, 215, 692.
andeuten III, 66, 31.
andent, ein verdorbner III, 163^ 7.
auls UI, 39, 33.
aunslen III, 166, 29.
an tsen lerer III, 979, 38.
autslen m, 276, 27.
aübich H, 63, 24.
l aäcklin, das UI, 170, 20.
342
ft&l u. benk dsrzwifcben wer-
fen III, 59, 5.
fablimieren III, 40, 16.
lubAitut III, 177, 36. «Sl, 7.
fubtil II, 74, 33. III, 75, 14. 77,
24. 79, 18. 80, 29.
fubtil ig III, 78, 18.
Sucbdenftifel Name II, 263, 5.
fafegaruß far fuffraganens III,
172, 4. 5. 278, 21 fg.
fammiilen lU, 170, 1. 192, 18.
277, 18. 288, 21.
Superlativ ohne t: auf das ge-
fchicktee III, 91, 9.
in der Tappen (tan laßen I, 59,
163.
fnppenfreßer II, 53, 35.
Suppenfchmit Name II, 258 fgg.
fublin III, 280, 3.
fand n. fchande III, 245.
fnnd n. fchuld III, 246.
fünd n. ftrafe ib.
f ü n d e n i n (fündigen gegen) III, 2 1 , 22.
fünden Verb. II, 136, 36.
fnnderlichen II, 236, 1488.
fnnd er n, fich II, 265, 17.
fnplin, Venediger III, 169, 2.
276, 34.
füpplin, welfches III, 134, 24
m. A.
T.
t für d III, 75, 11 m. A. 107, 28
m. A. 116, 7 m. A. 138, 11 m. A.
t anageftiUen III, 214, 38 m. A.
tabernakel III, 88, 1.
tag tt. nacht III, 248 zu 67, 30. •
zu iren tagen komen II, 170, 164.
171, 216.
tagleift 11, 137, 26.
Tan häuf er II, 120, 37.
tanhaufifcher efelffttrer 11,
120, 26.
tantmer II, 1639 ^33.
Tanz, den morifchken danz
fpringen III, 65, 29.
Tartaretna II, 120, 21. III, 215, 12.
tauben, einen III, 173, 87.
tauf, der II, 161, 107. 178, 283.
Ul, 38, 32.
taufgelt II, 141, 19.
tanren dolere II, 223, 989.
tau« im Spiel II, 57, 11.
Tautenberg, Wilhelm Schenk v.
n, 295 zu 67, 21.
t&ding II, 147, IS.
Te deum von bapft Paulo III
etc. I N. VII S. 44—47.
teding I, 203 zu V, 38. in, 230
fg. zu 12, 36.
teil, das II, 266, 1. 267, 19. 269,
1. III, 60, 3.
teil Capitel III, 57, 15 m. A.
tellerprot HI, 107, 5.
temperieren III, 39, 18.
Terenz citiertIT, 161, 83 fgg. 868, 2.
termenieren III, 168, 29. 276,27.
terz II, 151, 18. 233, 1348. III,
185, 15.
der tenfel ift im zwilch III,
292, 15.
der teufel u. feine muter 11,260,
4. ni, 279, 20.
der tenfel und fein großmuter
III, 183, 24. 283, 46.
th=:d III, 115, 16 m. A.
than Infin. II, 182, 239. 801, 15S.
205, 312. 220, 892.
them IE, 161, 62.
theologill II, 191, 40.
thefaurns novus III, 139, 23.
thierer Plnr. befti» III, 112, 3 m. A.
thom dumpf III, 166, 32.
Thomas ▼. Aquino II, 180, 21.
243, 1755. 249, 1948. III, 160, 33.
211, 36. 212, 15. 214, 37.
Thomiil II, 248, 1238.
thnrgÖnifcher bauer, GMieht t.
demC II No XVm S. 160<-I64.
th{Ln Partie, n: than III, 93, 30 f.
geth&n.
843
Tiberinns, Johsu iU, 48, 35.
tichten a. trachten 111, 246.
tief u. teuer ib.
tifchsierd III, 180, 26.
toll u. taob III, 246.
Toll, Hans, Unterredner in einem
Dialoge II, 128 fgg.
tom dnimn II, 169, 160.
torlich III, 164, 26.
tot u. tenfel III, 246.
tote freien III, 176, 3d.
totenfleck 11, 258, 86.
toth, der, Pathe IU, 150, 20. 23. 25.
totfchweiß U, 257, 24.
törifch II, 91, 3.
tötlich fterbUch IU, 93, 36.218,5.
trabant IU, 20, 2.
trachtung II, 7, 12.
tragen einem in etwas II, 16, 12.
162, 120.
traid Getreide II, 141, 37. 187,429.
trazlicben Adr.. III, 59, 16.
treckt III, 62, 31.
trefflich (fchr) U, 258, 35,
treftfl II, 149, 29.
Trent ILI, 273, 36, 289, 30. 37.
treulichen Adv. IU, 194, 9.
treutel II, 166, 29.
trib n. trab II, 149, 10 f. zu III, 246.
Trient III, 292, 1.
Trier, ChurfurU von II, 57, 21 fgg.
66, 27. 67, 23. 111, 9 ff. 112, 1 ff.
Trier, der heUige Bock dafelbft 11,
30, 27.
trifchel III, 150, 5.
trit bildl. s. Hebung der Negat. U,
342 Anm.
Trithemius über die Reformation
Sigmunds II, 307 Anm.
Triumphus veritatis. Gedicht II
No XXII, 196 — 251.
Triumphus Capnionis II, 353»
trometer IU, 180, 16. 282, 12.
tropf, der III, 157, 20.
trottertanz II, 254, 21.
trouleute II, 255, 6.
tröft in got nnd ete. II, 219, 833.
tröu, die, Drohung II, 227, 1129.
tröuwort III, 59, 17.
trucken II, 257, 4.
Irumeircheit II, 101, 1.
trnmpeltrei II, 225, 1080.
trunken bolz III, 291, 20.
trutz daß III, 10, 13. 28, 23.
truzlioh II, 91, 20. 254, 26.
truwen in einen IU, 10, 21.
trüßel IU, 33, 9.
tuck, der I, 102, 102.
tuget III, 79, 3.
tum e r e i I, 2, 35. II, 265, 28. 269, 27.
tunkel III, 8, 10.
turnen Verb. II, 148, 36.
turft, die I, 104, 162.
Tubingen II, 119, 13. 15. III,
124, 30.
tünbauohet II, 61, 4.
tnr u. toc III, 246.
türe TeuruDg III, 63, 16.
Türke II, 222, 939. IU, 19, 14. 50,
12. 15. 16. 187, 28. 188, 17. 218,
16. 18.
der türkifehe Kaller II, 58, 30.
142, 31.
Türke, römifcher II, 206, 347.
362. 208, 433.
turnen III, 161, 15.
türren II, 126, 24.
u.
u für o niederdentTcher Sinilnß f. zu
m, 39, 10.
uf u. ab UI, 249 zu 68, 27.
nf u. üf III, 247.
uferftentnüs II, 7, 1.
uf erwogen I, 41, 96.
ttfmutzen II, 234, 1399. UI, 119, 9.
ufnement glück II, 51, 9.
ufTolgen UI, 24, 32.
ufwüfen auffahren II, 78, 12.
nfzeichen IU, 61, 10.
344
Vlrioh TOti HuttoB f. Hotten,
umb fos m, 134, 8.
nmb n. nmb III, 346 tn 61, 12.
ambe n. nmbe III, -347. (mhd.)
unangefehon I, 70, 64. II, 9, 14.
96, 7. 302, 204. 215, 703, 327,
1128. III, 60, 19. 20. 192, 25.
nnangefprengt Iir, 64, 24.
nnaoßdregliob II, 55, 16.
OD begeben III, 48, 9 itf. A.
anbefchetzt II, 145, 25.
nnbezwänklieh 11, 29, 6.
nnbild III, 83, 22.
nnbillichen lU, 37, 28. 85, 15.
93, 7.
unbillichen Verb. II, 4, 28.
nnchriil II^I, 187, 20« 21.
nnd nicht eopidativ II, 100, 36. 200,
117 m. A.
und pleonaftlfch III, 3, 84.
nnderrook II, 268, 18.
ander die fnß UI,42,14.Tgl.48,2.
ander fich I, 85, 201. H, 222, 959.
ine nnderhembd lAgen III, 167,
25. 276, 1.
mit dem vnderhembd beialen
III, 177, 32.
nnderfeheidiiehen III, 1, 10.
underfchären I, 113, 80.
nnend, das II, 99, 3 m. A.
nnentlich II, 65, 4. 100, 19. III,
. 33, 28.
nnerfohrecklich anerfohrocken II,
110, 14.
nnerfchröckeniich III, 92, 1.
nnerfettig III, 33, 83.
Unfall perfontf. II, 294 in 61, 18.
onflat Beseichnong einer Perlon III,
61, 33.
nngeachtet I, 186, 834.
nngebar II, 2, 11.
nngefell 11, 201, 155. 236, 1487.
251, 3029.
angefetzt II, 263, 10.
angehorfam, Fem. II, 213, 581.
angelt n, 148, 7.
angemeiftert U(, 65, 14.
angefe baffen III, 68, 96.
nngefchlafen II, 151, 13.
angefpart III, 37, 15.
nngezifer III, 118, 8.
Unglück perfonif. II, 61, IS Ana.
angelack wii ane den d«B2 fi-
dein II, 61, 18.
Unheil perfonif. n, 394 an 61. 18.
anheilfam III, 68, 19.
nnkaafbar III, 39, 3.
ankoft, der 11,255, 11. 13. ni, 60,
36. 64, 13. 65, 10. 150, 13.
anlaft I, 103, 131.
onlaftig II, 254, 33.
onnatarlieh III, 36, 6.
nnpill III, 86, 5.
anrät II, 62, 29 m. A. III, 79, 16.
197, 15. 17.
anrechtfertig 11,88,36.336, 1088.
anrfigig H, 104, 38.
anfinning UI, 143, 38.
nnllet II, 361, 30.
nnfpraeblich II, 36, 8. 39, 37.
antern UI, 107, 38.
anter nemen I, 77, 18.
antotlikeit III, 2, 5.
anträglich 11,21, 1. 157, II. III,
158, 16. 209, 6.
untächlig III, 13, 99.
nntfiglich II, 20, 24.
annberfchwenklioh Hl, 90, 19.
anäberwanden der warheit II,
203, 241 m. A.
an Termogen im Reime 11,335, 1049.
anverzogenlioh llt, 89, 19. 97, 9.
anwiderr{Lfig UI, 2, 95.
nni III, 62, 11. 63, 34.
anaergänklich U, 28, 31.
Urbin, heraog Ton III, 60, 31.
arblätilich III, 293, 33.
nrderita III, 87, 39.
arkantlioh III, 207, 6.
arfach ratio, VemosAsHinde II,
110, 17.
arfaehen Veib. UI, 86» 6. 66, 95.
u&
nrftent I, IM, Se.
urtel, die Ul, 36, 10 L aa 31, 39.
Ü5 n, fig lU, 247.
nfidilken III, 16, 37 m. A.
ufiher II, 315, 694.
nßlendig III, 61, 6.
uBpopdarieren II, 243, 1746.
nßreiben II, 166, 9.
ußrütern II, 167, 88.
nBfehnß II, 54, 18 %g.
nßtruckt III, 27, 7.
ü.
a mandartlieh haftend = en II, 199,
84 m. A.
a Träbnng aus i II, 2, 5 Anm. S.
279. S. 368 fg. zu XXII^ 9. III,
6, 31 m. A. 7, 14. 9, 26. 89, 1.
40, 37; zu 74, 6$ xa 112, 8; zn
166, 32; 275, 18.
ü nnorgan. Umlant f&r n III, 250 zu
74, 6.
überkomen 11, 218, 822. 269, 11.
UI, 14, 3. 60, 5. 10. 67, 13. 83,
16. 89, 13. 109, 3.
überlegen, eine fache mit et-
was, über Gebühr daranf legen
ra, 146, 23.
überlegen Terhüllen III, 14, 9.
übermachen 11, 2^4.
übermögen II, 53, 3.
übernächtig I, 35, 302«
überneohtig III, 107, 6.
überfcharpf III, 75, 24.
überfcbwenklich III, 94, 26.
über rieb I, 85, 206.
überfichtig III, 165, 14.
übertreffend III, 37, 8.
übertreffenlich I, 22, 114 m. A.
übertrefUch III, 41, 11.
übrig ßen III, 77, 36.
ürte II, 234, 1385. III, 2, 22.
V.
(Sieh auch unter F.)
▼ adem III, 107, 26.
▼ alete, das lU, 162, 8.
▼ alidieren n, 218, 8U.
Valti» Toa Bnfaeh I, 33, 308»
Vater unfer parodiert II, 270. 373.
velfel, die n, 261, 16.
Veit, br&der I. 77 t^bterfohr. 78,
52. 79, 61. 79, 79.
Teitlg n, 373, 27.
f. Veiten II, 261, 10.
fant Veiten« wunden I, 68, 147.
165, 392.
f. Veltent arbeit 11,263, 10 m. A.
Venediger, Bündnis derfelben mit
den Saracenen III, 170, 18. 277,30.
Venediger fqplin HI, 169, 3.
276, 34.
▼enie UI, 146, 3.
Ter Kfirsung für rronwe II, 321,
verbankiern II, 49, 14 mit Anm.
Vielleicht doch richtig u. XI ▼. a.
durch Bankhalten (im Glüokafpiele)
▼erthun.
verbietnng III, 46, 29.
verblümen II, 6, 6. 91, 6.
Verbrennen, Kirehenftrale II, 238,
1163.
yerbrent recht des bapA* UI,
184, 7.
▼ erbringen vollbringen HI, 61,
13. 27.
▼ erbüntnus III, 86, 8. 87, 22.
▼ erdämpf en II, 82, 19.
▼ erden lung U, 119, 2 m. A*
▼ erdilken II, 238, 1556.
Verdopplung durch u n d III zu 6 1, 1 2.
▼erdrieBHch langweilig II, 51, 33.
▼ erdrücken unterdrücken III, 39,
15.
▼ ereren, einen II, 106, 16.
▼ erfaren an einem III, 4, 2.
▼ erfaßen III, 1, 3. 11.
l ▼erfreßen II, 141, 31. 166, 362.
80
346
▼ erfl^glieh III, 82, 9.
▼ erfftrifch III, lU, 1. *
▼ ergähen, fich II, 146, 18.
▼ ergeben gratis II, 142, 20.
▼ ergeben- ohne Grond 11, 152, 8.
231, 1290.
▼ ergebens ohne Pritenfion? III,
98, 11.
▼ergehen =z ergehen III, 56, 27.
▼ er geleiten HI, 105, 86.
▼ ergeleitnng II, 105, 85.
In vergeß Aellen III, 134, 37.
▼ ergewaltigen II, 4, 29.
▼ergewaltigong II, 4, 3.
vergewiß III, 89, 31. 91, 3.
▼ ergleichüng II, 16, 25.
▼ erglichnuB III, 11, 25. 13, 5.
23, 25.
▼ ergrifen III, 20, 8 m. A.
▼ ergründen II, 136, 4.
▼ ergründnng III, 42, 26.
▼ergrifen BoTammenfaßen III, 182,
33. 283, 27.
▼ erganft III, 11, 38.
▼ ergot III, 124, 23.
▼ergünnen III, 141, 16.
▼ ergÜQftig III, 11, 34.
▼ erhaft III, 19, 81. 39, 26.
▼ erhaftet III, 191, 36.
▼ erhalten ▼orenthalten II, 97, 31.
104, 22. lU, 56, 29. 78, 29. 80, 35.
▼ erhanden II, 135, 3. 152, 27. 153,
36. m, 197, 9.
▼ erhaßen II, 240, 1645.
▼ erhaoen II, 70, 25.
▼ erhinleBiget III, 68, 7.
▼ erheitier Compar. II, 171, 223.
▼ erhör Fem. III, 38, 10 m. A.
▼erhnfeln I, 173, 668.
▼ erh&ten I, 9, 70. II, 28, 2. 25.
29, 2. 169, 146. 197, 24 m. A. 8.
360. lU, 49, 10.
▼ erh&tnng 11, 28, 19.
▼ er Jason III, 287, 22.
▼ erjehen II, 38, 9. 206, 366. 233,
1382. 240, 1641.
▼ erkertmntig II, 191, 37.
▼ erkomen II, 58, 32.
▼erkretzen, fich II, 209, 450.
▼ erlaugnen III, 288, 7.
▼erlaoten III, 133, 37 m. A«
▼ erlegen III, 39» 2 m. A.
▼ er leiten geleiten III, 38, 5.
verlefnng III, 37, 9. 55, 27.
▼ erlenken II, 59, 6.
▼ erlich III, 27«, 17.
▼ erliegen II, 167, 68. i
▼ erleumd Adj. II, 254, 31.
▼ erlenrA 2 Perf. Sing. Präf. H,
181, 201.
▼ erlenrt 3 Sing. PräT. II, 23, 16.
▼ ermaohen I, 102, 100.
▼ ermailigen I, 150, 172.
▼ ermeldea dennocierenII,219,831.
▼ ermeren, einen, ▼erraten III,
218, 33.
▼ermift II, 162, 132. 193, 106. UI,
127, 3.
▼ ermüg II, 239, 1584.
▼ ermügen II, 239, 1586.
▼ ern^gen I, 8, 25. 162, 266. II,
214, 643. 217, 780. lU, 67, 25.
▼ erpfründt III, 72, 17.
▼erreteriich II, 103, 30.
▼ erfalben II, 256, 9.
▼ erfanmen III, 278, 16.
▼ erfc baffen ▼erordnen, laßen II,
158, 10.
▼ erfc baffen suteilen, aalen III,
199, 1.
▼ erfcheißen, Teine knnft II,
257, 8.
▼ erfchießen III, 133, 37 n. A.
▼ erfchlagen etwas mit etw. III,
174, 29. 279, 28.
▼ erfchlagen ▼erfperren, 111,71, 3.
174, 29.
▼ erfchlicken III, 291, 39.
▼erfcblinden 11,182,243.207,394.
▼ erfchlinden n. ▼erfchlicken
III, 246.
▼ erfchlindang II, 21, 16.
847
▼ errchmahang III, 5, 28.
▼ erfohnappen III, 146, 1.
verfobntt III, 41, 2$i.
▼ erfehwetaeo dennocieren III,
98, 34.
verfeher III, 61, 30. 31.
▼ erfehang III, 69, 27. 32.
verfigen III, 211, 38.
▼erfolden III, t7, 28.
▼ erfpotnus III, 96, 26.
▼ erftande, ich II,,46, 9»
Terßanden gefellen (▼«rftäodige)
II, 173, 299.
T^rileiaen II, 23, 22.*
verftentOQs III, 22, 11.
Terftreichen III, d6, 2.
y«rftr«it«n III, 55, 1.
Terfünden, Höh III,. 102, 33.
Terf&ohBus II, 270, 27.
Tertädiagen II, 3, 6.
▼ ertilken II, 224, 1019. 246, 1872.
III, 61, 8.
▼ ertragend III, 86, 15.
verträglich ertraglich III, 186,24.
285, 8.
▼ ertutobter herr II, 265, 2.
▼ erwegen, fich eines dinge«
II, 249, 1965.
verwenden, fich II, 191, 24.
▼ erwerren II, 91, 1.
▼ erwefen III, 36, 13.
V e r w i ß e n tadelnd befchnldigen III,
4, 5 m. A.
fich in ein yerwnnderen ftellen
III, 69, 10.
▼ er sei ebnen III, 1, 10. 27, 2. 17.
▼ erseigen zeigen III, 3, 13.
▼ erseihen, fich c. gen. III, 107,
16. 17. 18.
▼ erieShnng Versieh tleißnng III,
106, 24 m. A.
▼ erzetten I, 153, 288. III, 133,35.
▼ erziben gefcbehenla0enlll,71,26.
▼ ersollen II, 167, 91. >
▼ ersuoken wegranben II, 161, 78.
▼ efper U, 161, 18. 233, 1348.
▼eft n. Hat III, 248 z« 67, 30.
▼ exieren III, 189, 35.
▼ iearins in fpiritualibna III,
174, 34 ^.
▼ icker III, 279, 31. 37.
vier bofen eines. t&oht II, 54»
10. 122, 2.
▼ igilg II» 139, 15. 20. 144, 8m.A.
236, 1472. 255, 19 262, 22. 263, 16.
▼ U u. yil III, 247.
▼il gefohreis nnd wenig wol-
len etc. II, 260, 85.
▼ il ▼erdirbt daß mi^n nit wirbt
III, 141, 18.
▼ ile maUitodo II, 168, 118.
▼ inans 1,55,40.11,50,7.9.12.53,87.
▼ inanzer U, 49, 12. 20. 31. 50, 5.
20. 24.
Yirgilinfl citiert II, 269, 34. lU,
218, 3
▼ ifchgreter III, 107, 5.
▼ ifchfchnppen III, 197, 34.
▼ ifegunkel II, 133, 2 m. A. S.
326 fg.
▼ ifitaz III, 182, 15. 18. 283, 16. 19.
den Togelherd befchlahen III,
218, 22.
▼ ogelleim im pfeffer 11,262,38.
▼ oglen III, 20, 25. 218, 23.
▼ ogler II, 138, 38. III, 218, 22.
▼ olger II, 150, 21.
Volkmer, Hans UI, 196, 9. 14«
▼ oU u. toll III, 244.
▼ ollent I, 133, 218. lU, 188, 25.
286, 24.
▼ olzeigen III, 4. 4.
▼ or Ad^. ehemalB III, 145, 15.
▼ or und e ILI, 13, 15. 77, 10.
▼ orgeer, der II, 143, 13. 16.
▼ orbalten ▼orenthalten III, 143,
9. 18.
▼ orhin zu^or II, 174, 329. 214, 660.
lU, 147, 11. 148, 14. 149, 24. 183, 7.
vorkommen hindern III, 197, 17.
202, 14. .
den Yortanz anfangen I,. 5€, 80.
30*
848
Torthin I, 146, 89.
Tolli, die m, 1, 12.
w.
wa 11, 144, 84.
wa o. wa (mbd.) III, 247.
^aehs n, 144, 11. 233, 1366.
waehi n, 142, 7.
Waffen, das, Schwert 11, 141, 12.
der wagen wirt für die pferd
gefetzt III, 38, 9.
waibel II, 148, 84*
waidne Imper. U, 145^ 16.
Waldis, Bnrcard, eine Stelleaas
feiner Überfetsnng des Regnnm pa*
piftienm Ton Naogeorg über die
CartUknen I, 186 — 191. Erzilnng
TOtt einem Cnrtifan ans Ainem Bfop
1, 191 — 195; Ton einer römifchen
Reife ans dem £Ibp I, 208^210.
Walen, die U^ 267, 29.
Walpnrgle Almofen anegelheilt III,
196, 12.
#ame8henibt III, 41, 2.
wann denn II, 105, 11 m. A. 107,
2. 109, 1. 144, 35. III, 6, 15. 17,
15^ 22, 29. 216, 26.
wann oder wie III, 246.
da» wapen einem fifieren III,
215, 15.
wapen Infin. III, 5, 23.
warbeit bringt nit Sprichw. II,
249, 1968.
war nemen mit Gen. III, 5, SO. 8,
6. 14, 1. 35, 1.
war nemen von III, 7, 28. 8, 8.
warmes trinkgelt III, 177, 36.
warten gewärtigen III, 188, 19.
warten, einem II, 90, 8.
was oder wie III, 246.
was fcbats wann mans vorfn*
eben tbar I, 7^, 260.
Wafeben der Hlbide HI, 249 tn 47, 24.
wafcberin II, 191, 42.
waferlei IT, 99, 10.
mit waffer weis I, 82, 64.
das wafier fteigt iiber die karb
UI, 110, 12.
waBer an einer ftangen traget
II, 100, 12. III, 108, 18.
waßerkrant III, 107, 6.
waßerßange III, 148, 6.
wat II, 8, 11.
Watinbaeh, Siz, Käme U, 861,34.
watfack II, 5, 84.
w&fcben II, 24, 34. 25, 1. 8.
webe der fpin I, 161, 264.
wecbfen bild II, 236, 1426»
Wedel, Kreter II, 190, 4. 8.
w e d e r im «weiten Satagliede = nock
III, 23, 36.
weder als UI, 107,86. 272,1. 876, 83.
weg n. weis III, 246.
weger II, 145, 13. UI, 190, 7.
weggen für einen eßen 11, 119,5.
o wei o we II, 216, 700.
weicbbifchof III, 172, 6 1^. 178,
wei lieh I, 106, 220.
mit dem weingias Terfigeln II,
66, 25.
weinfeufer II, 266, 9.
wei fei pnpillns III, 16, 9.
Weisgan O, 65, 37.
weisbait, enwer TÜel III, 214,
3. 11.
weiß anf fohwars sn malen tft
nicbt leicbtlich III, 204, la
weiße moren II, 100, 10.
Weißenbnrg U, 189, 477.
weiegelari II, 258, 7.
weißgerber II, 266, 16.
weißt III, 214, 11 m. A.
weit u. breit III, 244.
Ib weit ein ban fobraitet I,
74, 208.
weit blndan Ift gftt für ge-
f ob Uta Sprlebw; UI, 292, 3.
weit davon iß für den fehvß
gvt I, 69, 166.
weitem, Beb III, 78, 34.
849
weitleuffig II, 966, 9.
velchs adT. Geo. III, 75, 36.
velfches fäpplin III, 134, 24 m. A.
weltweife Adj. II, 256, 28.
wemerleichen I, 117, 214.
fie wend=: wellent II, 163, 262
m. A.
wendig U, 103, 25.
went alemann. Form 1, 197, 11^ 140,
34. 141, 27.
Wenzel, König III, 44, 8.
werlt I, 2, 38.
werfchaft I, 43, 17&
wertig III, 87, 9.
Wefftlia II, 32, 17. HI, 48, 30.
in wefen behalten III, 50, 13.
dem wefen eine geftall geben
II, 3, 26 m. A.
Weterau II, 65, 38. 69, 35.
wetfehger ü, 63, 10, 14. 16.
wezker I, 168, 510.
wibel III, 181, 24. 282, 43.
Wicke bildL snrHebnng der Kegat«
II, 342 Anm.
Wiclef n, 32, 16. III, 80, 25.
widerköpflin U, 121, 30.
wider — noch II, 257, 33. 261,
22. 29. 30. III, 56, 6. 9. 77, 29.
widerbellen III, 113, 20.
Widerfeehten II, 153, 19.24. 153,
6. III, 59, 17. 99, 18. 128^ 35.
wider gelt II, 250, 2015.
widerker Snbft. II, 236, 1093.
widerkeren einem etwas II, 183,301.
widerkoren III, 129, 6.
Widerlegung II, 100, 31.
widermarren III, 113, 20.
widern, fleh weigern III, 100, 5.
Widerpart II, 152, 28. 226, 1108.
widerfagbrief HI, 91, 14.
widerfagen III^ 133, 2.
widerfagung III, 91, 7.
widerfetzig II, 253, 33.
widerfpennikeit III, 5, 12.
widerfpil I, 8, 45. 80, 15. 11,330,
898. UI, 10, 16 m. A.
widerrpreclier 111,59,13.171,10,
widerfprechnng III, 3, 32.
widerwert ig contrarius II, 87, 7.
148, 2. III, 59, 15. 75, 30. 77, 27.
79, 8. 139, 7.
widerWertigkeit III, 78, 3S. '
wie es wirt in die müi ge-
bracht, alfo Wirts auch ge-
rn alen I, 162, 263.
Wien II, 124, 29.
Wildbad I, 27, 14.
bei wilen II, 231, 1289.
wilkomen, der I, 162, 390.
wilt fener, das III, 147, 30.
wiht bildU zur Hebung der Negat.
II, 343 Anm.
Winkelprediger III, 309, 25.
Winsheimer hart II, 71, 20.
wiat bildl. zur Hebung d. Negation
II, 343 Anm.
in wint reden II, 9, 31.
wint, der (Windhund^ III, 140, 8.
wintloch kuffen I, 189, 453.
wirde, euwer Titel III, 213, 3.
du wirft u. wilt III, 246.
wirtenbergifche Tocale II,
120, 11.
wifchen, herauf III, 818, 24.
wife u. wingart III, 346.
wißeu u. willen ib.
wißenhaft III, 51, 35.
Witfrau III, 29, 16.
Wittenberg I, 84, 148. 94, 536.
II, 131, 37.
wittenberglTch aaehtigal II,
196 Oberfchr.
Witwen u. waifen III, 346«
wo = wie in, 107, 13.
wo nu anß? fprach d. fuchs in
der fallen II, 363, 16.
Wochenmarkt II, 144, 9.
woi u. wol III, 347.
wol u. weislieh III, 346.
Wolf Strauch I, 60, 189 fgg-
kein wolf fleht rtnen rater
Sprichwort III, 13, 1.
350
Wolfenbentdl I, 58, 143.146.59,
165. 61, 207, 210-
\\rolfenbtttt6l I, 58» 127. 71, 109.
76, 7. 10. 14 feg.
wolfBbelz II, 71, 15.
wolffdreck III, 13, 5.
ein wolfafüll holen III, 291, 14.
w.olfgefang^, das III, No I, I — 35.
woifsgejagt III, 88, 19..
wolfsgefang III, 31^ 31.
wolfsgetön III, 24, 11.
wolfßal III, 19, 9.
wolfsthon III, 25, 1.
wolgefelligen, fich III, 2, 14.
wolle wie ein fchwein I»39, 33.
wollnft Maec II, 10, 33. 88, 1.
III, 2, 7.
Worms II, loa, 2.139,33. 140,17.
162, 1. 17. 31. 176, 27. 184, 313.
203, 246. III, 37, 21. 38, 5. 39,
30. 40, 12. 41, 7. 63, 5. 129, 4.
Worft, Dr. Name U, 256« 3 fgg.
Worfthans I, 81, 29. 83, 104.
wort a. werk III, 246.
wörtlicher krieg III, 36,22. 41,
38. 56, 4.
worzeichen III, 209, 14.
Wölfe, BigeoTchaften derfelbea IXI,
11, 27 — 13, 11.
wölfifcb III, 20, 38.
wn I, 84, 133. II, 222, 958. UI, 44,
29 m. A.
Wucher, Lnthers Sermon darüber II,
297 fg. Jacob Strauß Schrift da-
gegen S. 299.
wulzzwol lU, 39, 10 m. A.
Wulfenbuttelei I, 92, 454.
wunder II, 123, 16. 124, 81.
wunder Maso. III, 107, 9.
wunderlieplicb III, 2, 3.
wunderfchnel 11,261, 19.
wnnfam lU, .26, 26.
wurmßichicht II, 259, 28.
wülfifch U, 67, i28.
wunfchen u. wollen 111, 246,
wütig I, 156, 61.
w&l Maac. das Gewühl 11, 162, 144.
w^illeiii, die III, 10, 32.
z.
z Apokope aus se 11, 161, 12&
zapfen, fich darvon II, 139,18.
zapfen abhauen (am WeinCafi) H,
268, 9.
zappen III, 33, 25.
zart II, 12, 34. III, 131, 14.
zarten e. aco. III, 65, 15.
ze II, 85, 8 m. A. 93, 9. 95, 13. 16.
96, 12. 13. 19. 97, 13. 98, 17. ISO,
154. III, 63, 13. 113, 3 m. A.
ze fehlt beim Infia. III, 4, 9 m. A.
zechfrei II, 154, 31.
zedel II, 138, 23. III, 73, 13.
zehen, uf der grofien der na-
tur Inft laßen III, 190, 5.
Zehn geböte der Barfüßer II, 271.
mit der zeit vergißt man vil II,
72, 7.
die zeit teilen II, 91, 13.
in zeit in der Zeitlichk^t III, 187,27
in seit während' III, 50, 14.
zeit u. weile UI, 249.
zen klaffen UI, 10, 8.
Zentoooielle II, 147, 34.
Zerbift I, 84, 158.
zerdenen III, 65, 28.
zerknitfchen II, 199, 99. 245,
1825. UI, 6, 21 m. A.
zerknitfchung III, 18, 18 m. A.
zerrinnen II, 222, 935. III, 81, 7.
182, 5.
zerfchmiren UI, 129, 35.
zetzerren UI, 11, 38.
zetr I, 82, 92. 95, 585. 130, 129.
II, 258, 28. 263, 14. III, 142, 34.
143, 23.
zenber U, 268, 12.
zeuch u. zeuch III, 246 au 61, 12.
ze«g, dexIII, 159, 12. 163,20. 164,4.
zierd, die UI, 3, 18.
351
zigenbock II. 193, 121.
zil Capitel II, 185, 336. 186, 367.
zimlich II, 50, 27. 52, 28. 104, 5.
141, 28. 151, 10.210, 488. 111,41,
3. 64, 7. 65, 8. 106, 28.
sinke I, 162, 282 II, 57, 11.
zins n. zehend III, 246.
zins n. zol ibid.
ziDBman III, 62, 15.
drei zlpfel am bet haben II,
154, 12.
Ziska II, 37, 38 fgg.
zit, das III, 4, 17.
in zit III, 1, 2.
zochen I, 102, 89.
Zoll von allen nach Deutfchland u.
anßerhalb gehenden Waaren II, 58,
33 fgg.
zollen, die, Ezcremente II, 254, 33
m. A.
zoren (: verworren) II, 175, 18.
on zorn Formel H, 229, 1204.;
zoten, faule II, 203, 233.
zoten, lame II, 213, 620 m. A.
260, 33.
z Ottich t Ily 260, 27.
zuchtmeifter UI, 198, 9. 10. 15. 17.
zacken III, 4, 37.
zuckend rapaz III, 4, 30. 28, 13.
185, 17.
zuckererbeß III, 280, 4.
zuckere rbiß UI, 175, 33.
er zag (zog) II, 186, 390.
zum jar III, 48, 16.
zufchanzen I, 55, 41.
zufchub Sabft. II, 262, 1.
zückend III, 7, 30. 34, 22.
Zückmentei II, 71, 23.
zünfeiwerk II, 229, 1216.
Zürch II, 250, 2002. ni, 125, 8.
zufal (was zafallt) III, 14, 4.69, 28.
zufal 86, 8 m. A. (Zudrang.)
zfigehörung III, 87, 37.
zd haben III, 147, 25.
zS band II, 106, 29.
z& jar II, 219^ 846.
zülaßbrief III, 279, 39.
z{l left II, 202, 192 m. A.
zS morgens III, 156, 17.
z&in&B II,.149y 25 m. A.
zunahung II, 142, 18.
zurechen II, 48, 1.
zSfchoppen I, 33, 250.
zütrinker III, 178, 14. 281, 18.
zwacken III, 32, 3. 33, 3.
z wagen II, 70, 28. 203, 258. 248,
1919.
zwang u. macht III, 248 zu 67, 30.
zwar Übergang in der Bedtg III,
156, 16 m. A.
zweiung III, 43, 30.
zwickifcher locat III, 272, 2.
zwilch, der III, 292, 15.
Zwingler I, 159, 181.
zwir I, 94, 533 fg.
zwölf böte Apoftel II, 185, 358.
354, 14. III, 11, 4 m. A.
zwfi II, 130, 35.